Getränke! Technologie & Marketing 1/2026
Getränke! Technologie & Marketing - Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie - Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxis orientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material. Die Leser sind Führungskräfte der Firmen der Getränke industrie mit mehr als 20 Beschäftigten im deutschsprachigen Raum. Diese Unternehmen und ihre Entscheidungsträger sind Geschäftsführer, Betriebsleiter, Braumeister, Leiter der F + E, Produktion, Qualitäts kontrolle, Kaufmännische Leitung, Marketing, in Brauereien, Mineralbrunnen, Molkereien, Wein- und Sektkellereien sowie Entscheidungsträger im Getränkegroßhandel, der Logistik und Zulieferer.
Getränke! Technologie & Marketing - Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie - Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxis orientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material. Die Leser sind Führungskräfte der Firmen der Getränke industrie mit mehr als 20 Beschäftigten im deutschsprachigen Raum. Diese Unternehmen und ihre Entscheidungsträger sind Geschäftsführer, Betriebsleiter, Braumeister, Leiter der F + E, Produktion, Qualitäts kontrolle, Kaufmännische Leitung, Marketing, in Brauereien, Mineralbrunnen, Molkereien, Wein- und Sektkellereien sowie Entscheidungsträger im Getränkegroßhandel, der Logistik und Zulieferer.
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
31. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034<br />
www.getraenke-tm.de<br />
TECHNOLOGIE & MARKETING 1 | <strong>2026</strong><br />
■ BRANCHEN REPORT Füllstandmessung, die den Aufwand spürbar verringert<br />
■ IM FOKUS KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse / LogiMAT<br />
■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Vom „Wengeter“ zum Weinerlebnisführer<br />
Anzeige<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart, KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse<br />
Verfahren, Prozesse und Automatisierung, Füllstandmessung, die den<br />
Aufwand spürbar verringert, VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks mit präzisen<br />
Radar-Füllstandsensoren aus, Effiziente Prozesse für pflanzliche Drinks, Hafer,<br />
Soja oder Nuss – Trenntechnik als Schlüssel für die industrielle Herstellung<br />
von pflanzlichen Milchalternativen, Sichtbare Fortschritte bei der Herstellung<br />
alternativer Proteine aus Biertreber, Proteine aus Biertreber<br />
Pilz Seminarreihe <strong>2026</strong> „Automation on Tour“, Safe und secure in die Zukunft<br />
Klimatechnik, Klimatechnische Lösungen von Kiefer bei der Brauerei Weihenstephan,<br />
Intelligente Lüftungstechnik im neuen Braukeller , Verpackung,<br />
Pomurske Mlekarne bringt aseptische SIG-Kartonpackungen mit vollem<br />
Barriereschutz ohne Aluminiumschicht auf den Markt, Wichtiger Meilenstein<br />
für nachhaltige Innovation, Tetra Pak in zusammenarbeit mit García Carrión,<br />
Weltweit erste aseptische Kartonverpackung mit Barriere auf Papierbasis<br />
für die Kategorie Saft, Fachmesse der Verpackungsindustrie, Zukunftsfähige<br />
Lebensmittelverpackungen müssen hohe Ansprüche erfüllen, Dresdner<br />
Verpackungstagung 2025, Volle Power beim Klassentreffen der Branche,<br />
Spitzenprogramm beim Trendtag Glas 2025 in München, „Konsumenten<br />
wollen Glas“, Zukunft braucht Herkunft: Glasbläserei bei JUMO, Mit Feuer und<br />
Flamme dabei, Historische Spuren, die erfolgreich die Gegenwart bereichern,<br />
ROH- UND INHALTSSTOFFE, Wandel in der Weinkultur, Vom „Wengeter“ zum<br />
Weinerlebnisführer, Bell Flavors & Fragrances EMEA setzt auf die Zusammenarbeit<br />
mit Brenntag, Abfüllhygiene, Wasser- und Abwasseraufbereitung<br />
Bezugsquellen-Verzeichnis, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen security<br />
transformation digitalisierung automatisierung messtechnik digitale lösungen<br />
sicherheit vernetzung dekarbonisierung intelligente steuerung innovation<br />
Raw Materials · Ingredients | Rohstoffe, Inhaltsstoffe Raw materials for beer<br />
production (Hops, Malt Yeast), Fruit extracts, Essences, Concentrates, Mixes,<br />
Flavors, Colorants, Sweeteners, Sugars, Other additives Rohstoffe für die<br />
Bierherstellung (Hopfen, Malz, Hefe), Fruchtextrakte, Essenzen, Konzentrate,<br />
Mischungen, Aromen, Farbstoffe, Süßstoffe, Zucker, Sonstige Zusatzstoffe Beer<br />
Production | Bierherstellung Machinery for malt production, Mills, Silos and<br />
tanks, Brewing room installations, Yeast treatment, Fermentation, De‐alcoholization,<br />
Microbreweries, Carbonation, Process materials Maschinen für die<br />
Malzproduktion, Mühlen, Silos und Tanks, Sudhauseinrichtungen, Hefebehandlung,<br />
Fermentierung, Entalkoholisierung, Mikrobrauereien, Carbonatisierung,<br />
Prozessmaterialien<br />
Alcoholic and Non‐alcoholic Beverage Production | Herstellung alkoholischer<br />
und alkoholfreier <strong>Getränke</strong> Machinery and equipment, Tanks, Containers,<br />
Degassing, Carbonation, Mixing and dosing, Homogenization, Equipment,<br />
Other machines, Machinery and installations for wine, Sparkling wine,<br />
Machinery for spirits, Distillation plants, Extraction Maschinen und Anlagen,<br />
Tanks, Container, Entgasung, Karbonatisierung, Mischen und Dosieren, Homogenisierung,<br />
Ausrüstung, Sonstige Maschinen, Maschinen und Anlagen zur<br />
Weinherstellung, Sekt und Schaumwein, Maschinen zur Spirituosenherstellung,<br />
Destillieranlagen, Extraktion Process Technology · Automation | Verfahrenstechnik<br />
· Prozesstechnik · Automatisierung Filtration and separation technology,<br />
Centrifuges, Decanters, Presses, Separators, Pasteurizing plants, Extraction,<br />
Drive and control technology, Robotics, Software Filtration und Trenntechnik,<br />
Zentrifugen, Dekanter, Pressen, Separatoren, Pasteurisieranlagen, Extraktion,<br />
Antriebstechnik, Steuer‐ und Regeltechnik, Robotik, Software<br />
Filling · Packaging · Labeling gea.com/contact<br />
| Abfüllung · Verpackung · Etikettierung<br />
Filling and sealing machines, Aseptic filling, Blow molding, Bottle sorting,<br />
Pasteurizing, Heat treatment, Process materials, Packaging machines, Labeling<br />
machines, Unpacking and packing machines, RFID, Glass, Cans, Kegs,<br />
Cardboard<br />
Abfüll‐ und Verschließmaschinen, Aseptische Abfüllung, Blasformen, Flaschensortierung,<br />
Pasteurisieren, Wärmebehandlung, Prozessmaterialien, Verpackungsmaschinen,<br />
Etikettierer, Aus‐ und Einpackmaschinen, RFID, Glas, Dosen,<br />
Kegs, Karton Storage and Logistics · Transport | Lagertechnik und Logistik ·<br />
Transport Storage systems, Commissioning, Transport, Conveyors, Commercial<br />
vehicles, Packaging material, Palletizers, Labeling, RFID, Software Lagersysteme,<br />
Kommissionierung, Transport, Förderanlagen, Nutzfahrzeuge, Verpackungsmaterial,<br />
Palettierer, Etikettierung, RFID, Software Components and Suppliers<br />
· Accessories | Komponenten und Zulieferer · Zubehör Tanks, Fittings, Pumps,<br />
Valves, Pipes, Hoses, Utilities, Drives Tanks, Armaturen, Pumpen, Ventile, Rohre,<br />
Schläuche, Versorgungseinrichtungen, Antriebe Control Technology · Laboratory<br />
Equipment | Kontrolltechnologie · Laborausrüstung Measuring technology,<br />
Data processing, Quality assurance, Process automation, Laboratory equipment<br />
Messtechnik, Datenverarbeitung, Qualitätssicherung, Prozessautomation,<br />
Laborgeräte Hygiene · Quality Management | Hygiene · Qualitätsmanagement<br />
Cleaning and disinfection systems, Cleaning equipment, Disinfection agents,<br />
CIP systems, Quality control systems Reinigung‐ und Desinfektionssysteme, Reinigungsausrüstung,<br />
Desinfektionsmittel, CIP‐Systeme, Qualitätskontrollsysteme<br />
Energy · Safety · Maintenance · Environment · Recycling | Energie · Sicherheit<br />
· Instandhaltung· Umwelt · Recycling Compressed air, Steam, Water, Waste<br />
water, Recycling, Cooling and refrigeration, Energy supply, Utilities Druckluft,<br />
Dampf, Wasser, Abwasser, Recycling, Kühlung und Kältetechnik, Energieversorgung,<br />
Versorgungseinrichtungen <strong>Getränke</strong>industrie, <strong>Getränke</strong> Brauerei Chlorat<br />
Nachhaltigkeit Drinktec Wasser Bier Messtechnik Wasseraufbereitung Empack<br />
Alkoholfrei Abfüllung Kennzeichnung Filtration Reinheit <strong>Getränke</strong> <strong>Technologie</strong><br />
Glasflaschen <strong>Getränke</strong>prozesse Effizienz Chlorit
Doppelter Schutz<br />
für Ihre Füllprodukte.<br />
Maximale Produkthaltbarkeit<br />
für empfindliche Füllprodukte.<br />
Höchster Verpackungsschutz<br />
für Ihre Lebensmittel.<br />
BAUCH & MÜLLER WERBEAGENTUR GMBH<br />
Mit<br />
integriertem<br />
Liner<br />
HALLE 10 | STAND D22 | E34<br />
Mit den Verpackungssystemen SCHÜTZ CLEANCERT + DUALPROTECT<br />
und SCHÜTZ FOODCERT + DUALPROTECT profitieren Sie dank<br />
integriertem Liner von einem doppelten Schutzkonzept:<br />
z Anlieferung „ready to fill“<br />
z Automatische Entfaltung des Liners analog zur Befüllung<br />
z Sicherer Schutz des Füllprodukts vor Kontakt mit Sauerstoff<br />
oder Kondensfeuchtigkeit<br />
z Verhinderung von Produktveränderungen wie<br />
Hautbildung & einsetzende Aushärtung<br />
z Sicherer Schutz der Füllproduktqualität<br />
Jetzt mehr erfahren: www.schuetz-packaging.net<br />
Schütz GmbH & Co. KGaA<br />
Schützstraße 12<br />
D-56242 Selters<br />
Tel. +49 2626 77 0<br />
info1@schuetz.net<br />
www.schuetz.net
Wo Prozesse Zukunft lernen<br />
Verehrte Leserinnen und Leser,<br />
Marta Bletek-Gonzalez<br />
volatile Energiepreise, steigende Rohstoffkosten,<br />
wachsender Regulierungsdruck und eine spürbare<br />
Konsumzurückhaltung prägen den Jahresauftakt<br />
<strong>2026</strong>. Die Rahmenbedingungen bleiben<br />
anspruchsvoll – und doch zeigt sich gerade jetzt,<br />
wie wandlungsfähig und innovationsstark unsere<br />
Branche ist.<br />
Mit der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart rückt die Intralogistik in den Fokus. KI-optimierte<br />
Materialflüsse, automatisierte Lagersysteme und intelligente Steuerungskonzepte<br />
machen deutlich, wie Effizienzpotenziale systematisch gehoben werden<br />
können – ein entscheidender Hebel in Zeiten steigender Kosten und knapper<br />
Ressourcen.<br />
Wie tief Innovation inzwischen in die Produktion hineinwirkt, zeigt unser Branchenreport<br />
„Verfahren, Prozesse und Automatisierung“: Präzise Radar-Füllstandmessung<br />
reduziert den Aufwand in Rohstofftanks. Moderne Trenntechnik<br />
erschließt neue Perspektiven für Hafer-, Soja- oder Nussdrinks. Und selbst Biertreber<br />
entwickelt sich durch technologische Fortschritte zur wertvollen Proteinquelle<br />
– ein konkretes Beispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft industrielle Realität wird.<br />
Ein weiteres Schlüsselthema bleibt die Verpackung. Aluminiumschichtfreie Kartonpackungen,<br />
papierbasierte Barrieren oder die intensive Diskussion um Glas als<br />
nachhaltiges Premiumgebinde zeigen, wie stark regulatorische Anforderungen<br />
und Konsumentenerwartungen Innovation antreiben. Verpackung ist längst nicht<br />
mehr reine Hülle – sie ist strategische Entscheidung.<br />
Sicherheit, die<br />
man schmeckt.<br />
Zuverlässige Filtration seit<br />
mehr als 60 Jahren.<br />
Ob Bier, Wasser oder Softdrink – wo<br />
Produktsicherheit zählt, entscheidet<br />
jedes Detail. Unsere Filterlösungen für<br />
Flüssigkeiten, Druckluft und Gas sowie<br />
Dampf schützen zuverlässig, was am<br />
Ende überzeugt: Geschmack, Qualität<br />
und Vertrauen.<br />
Parallel dazu verändert sich die Nachfrage deutlich. No- und Low-Alcohol-Produkte<br />
gewinnen weiter Marktanteile. Funktionelle <strong>Getränke</strong> mit Mehrwert – von<br />
Protein über Adaptogene bis hin zu isotonischen Konzepten – entwickeln sich<br />
dynamisch. Pflanzliche Drinks bleiben Wachstumstreiber, während klassische Kategorien<br />
stärker auf Differenzierung und Premiumisierung setzen müssen.<br />
Auch Sicherheit wird neu gedacht. Unsere Berichterstattung zur Seminarreihe<br />
„Automation on Tour“ macht deutlich: Safety und Cybersecurity gehören <strong>2026</strong><br />
untrennbar zusammen. „Safe und secure in die Zukunft“ ist keine Vision mehr,<br />
sondern betriebliche Notwendigkeit.<br />
Diese Ausgabe spannt bewusst einen weiten Bogen – von KI-gestützter Logistik<br />
über nachhaltige Rohstoffe und moderne Prozesstechnik bis hin zu zukunftsfähigen<br />
Verpackungskonzepten und Markttrends.<br />
Mit den besten Grüßen,<br />
Marta Bletek-Gonzalez und das gesamte Team<br />
der <strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />
hengst.com/<br />
wenn-reinheit-zu-sicherheit-wird<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 3
Inhalt<br />
17<br />
18 40<br />
Anzeige<br />
TITELTHEMA<br />
GEA ERWEITERT SEIN VENTILPORTFOLIO UM WASSERHYDRAULISCHE ANTRIEBE UND UNTERSTÜTZT 6<br />
DAMIT EINE NACHHALTIGERE, DIGITALISIERTE GETRÄNKEPRODUKTION WELTWEIT.<br />
Mehr Präzision. Weniger Verbrauch.<br />
www.gea.com<br />
IM FOKUS<br />
LOGIMAT <strong>2026</strong> IN STUTTGART 10<br />
KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse<br />
MESSEVORSCHAU LogiMAT <strong>2026</strong> 12<br />
BRANCHEN REPORT | VERFAHREN, PROZESSE UND AUTOMATISIERUNG<br />
FÜLLSTANDMESSUNG, DIE DEN AUFWAND SPÜRBAR VERRINGERT 18<br />
VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks mit präzisen Radar-Füllstandsensoren aus<br />
EFFIZIENTE PROZESSE FÜR PFLANZLICHE DRINKS 20<br />
Hafer, Soja oder Nuss – Trenntechnik als Schlüssel für die industrielle Herstellung<br />
von pflanzlichen Milchalternativen<br />
SICHTBARE FORTSCHRITTE BEI DER HERSTELLUNG ALTERNATIVER PROTEINE AUS BIERTREBER 23<br />
Proteine aus Biertreber<br />
PILZ SEMINARREIHE <strong>2026</strong> „AUTOMATION ON TOUR“ 37<br />
Safe und secure in die Zukunft<br />
BRANCHEN REPORT | KLIMATECHNIK<br />
KLIMATECHNISCHE LÖSUNGEN VON KIEFER BEI DER BRAUEREI WEIHENSTEPHAN 24<br />
Intelligente Lüftungstechnik im neuen Braukeller<br />
BRANCHEN REPORT | VERPACKUNG<br />
POMURSKE MLEKARNE BRINGT ASEPTISCHE SIG-KARTONPACKUNGEN MIT VOLLEM BARRIERESCHUTZ<br />
OHNE ALUMINIUMSCHICHT AUF DEN MARKT 26<br />
Wichtiger Meilenstein für nachhaltige Innovation<br />
TETRA PAK IN ZUSAMMENARBEIT MIT GARCÍA CARRIÓN 27<br />
Weltweit erste aseptische Kartonverpackung mit Barriere auf Papierbasis<br />
für die Kategorie Saft<br />
FACHMESSE DER VERPACKUNGSINDUSTRIE 28<br />
Zukunftsfähige Lebensmittelverpackungen müssen hohe Ansprüche erfüllen<br />
DRESDNER VERPACKUNGSTAGUNG 2025 30<br />
Volle Power beim Klassentreffen der Branche<br />
SPITZENPROGRAMM BEIM TRENDTAG GLAS 2025 IN MÜNCHEN 33<br />
„Konsumenten wollen Glas“<br />
ZUKUNFT BRAUCHT HERKUNFT: GLASBLÄSEREI BEI JUMO 36<br />
Mit Feuer und Flamme dabei<br />
ein.blick<br />
Historische Spuren, die erfolgreich die Gegenwart bereichern 38<br />
ROH- UND INHALTSSTOFFE<br />
WANDEL IN DER WEINKULTUR 40<br />
Vom „Wengeter“ zum Weinerlebnisführer<br />
BELL FLAVORS & FRAGRANCES EMEA SETZT AUF DIE ZUSAMMENARBEIT MIT BRENNTAG 42<br />
Partnerschaft mit Perspektive<br />
PRODUKTE, TECHNOLOGIEN UND DIENSTLEISTUNGEN 43<br />
Bild: GEA<br />
IMPRESSUM<br />
ISSN 1431-4428<br />
<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />
Verlag<br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />
Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg<br />
Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0<br />
Fax: +49 (0) 911 2018 - 100<br />
www.getraenke-tm.de<br />
www.harnisch.com<br />
Geschäftsführung<br />
Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />
Benno Keller<br />
Redaktion<br />
Marta Bletek-Gonzalez<br />
Fachredaktion<br />
Ian Healey<br />
Roland Hensel<br />
Bert Pflüger<br />
Dr. Burkhard Schäfer<br />
Mediaberatung<br />
Thomas Mlynarik | D-A-CH<br />
Britta Steinberg | Ingredients<br />
Benjamin Costemend | Frankreich<br />
Steve Max | Nordamerika<br />
Technische Leitung<br />
Armin König<br />
Erscheinungsweise 5 x jährlich<br />
Bezugspreis<br />
Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben<br />
Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.<br />
Ausland: € 67,- inkl. Porto<br />
Bankverbindung<br />
HypoVereinsbank AG Nürnberg<br />
IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18<br />
Swift-Code: HYVEDEMM460<br />
Copyright © <strong>2026</strong><br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />
Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt<br />
einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete<br />
Bei trä ge entsprechen dabei nicht unbedingt der<br />
Meinung der Redaktionskonferenz.<br />
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei<br />
Personenbezeichnungen und personenbezogenen<br />
Hauptwörtern das generische Maskulinum verwendet.<br />
Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung<br />
grundsätzlich für alle Geschlechter. Die<br />
verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe<br />
und beinhaltet keine Wertung.<br />
4 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
interpack<br />
PROCESSING & PACKAGING<br />
7 – 13 MAY <strong>2026</strong><br />
INTERPACK.DE<br />
PROCESSING & PACKAGING FOR BEVERAGES
TITELTHEMA | Wasserhydraulische Antriebe<br />
BASTIAN TOLLE<br />
Head of Business<br />
Development &<br />
Digitalization, GEA<br />
PETER ESPERSEN<br />
Gründer Hydract<br />
Quelle:<br />
GEA<br />
GEA ERWEITERT SEIN VENTILPORTFOLIO UM WASSERHYDRAULISCHE ANTRIEBE UND<br />
UNTERSTÜTZT DAMIT EINE NACHHALTIGERE, DIGITALISIERTE GETRÄNKEPRODUKTION<br />
WELTWEIT.<br />
Mehr Präzision. Weniger Verbrauch.<br />
Mit der Übernahme des dänischen Unternehmens Hydract Anfang <strong>2026</strong> erweitert<br />
GEA sein Ventilportfolio. Neben pneumatischen Antrieben kommt wasserhydraulische<br />
Ventilbetätigung hinzu – und eröffnet neue Möglichkeiten für Energieeffizienz,<br />
digitale Einblicke und präzise Regelung in <strong>Getränke</strong>anlagen.<br />
„Heute stehen Energieund<br />
CO 2<br />
-Ziele wieder<br />
ganz oben, Digitalisierung<br />
wird vorausgesetzt,<br />
und präzise Regelung<br />
kann neue Prozesskonzepte<br />
erschließen.<br />
Werke suchen<br />
aktiv nach messbaren<br />
Verbesserungen.“<br />
PETER ESPERSEN<br />
Gründer Hydract<br />
Oft sind es die „unsichtbaren“ Aggregate,<br />
die entscheiden, ob eine<br />
Schicht rund läuft. In Brauereien und<br />
Softdrink-Anlagen leisten Prozessventile<br />
im Hintergrund Schwerstarbeit:<br />
Sie trennen Produkt- und CIP-<br />
Medien, schützen die Qualität und<br />
halten den Durchfluss stabil.<br />
Je stärker Produktionsanlagen jedoch<br />
den Energieeinsatz senken,<br />
Produktwechsel beschleunigen und<br />
bessere Daten gewinnen wollen,<br />
desto weniger geht es nur um den<br />
Ventilkörper – und desto mehr um<br />
die Frage, wie das Ventil angetrieben<br />
wird. So wächst das Interesse<br />
an hydraulischer Ventiltechnologie<br />
als Alternative zur pneumatischen<br />
Ventilbetätigung.<br />
Wenn sich Bastian Tolle, Head of<br />
Business Development & Digitalization<br />
in der GEA-Division Pure Flow<br />
Processing, und Peter Espersen,<br />
Gründer von Hydract, zusammensetzen,<br />
ist die Rollenverteilung klar:<br />
Beide kennen die Ventilwelt in- und<br />
auswendig – Tolle aus der Perspektive<br />
des modularen VARIVENT-Portfolios<br />
für den breiten industriellen Einsatz,<br />
Espersen aus der Realität, eine neue<br />
<strong>Technologie</strong> gegen Widerstände in<br />
den Markt zu bringen.<br />
? Was ist die Kernbotschaft für<br />
<strong>Getränke</strong>profis?<br />
Bastian Tolle: „Es geht darum,<br />
Kunden eine echte Wahl bei der<br />
Antriebstechnologie aus einem<br />
Portfolio zu bieten – das Beste aus<br />
zwei Welten. Die pneumatische<br />
Ventiltechnik von GEA deckt mit<br />
VARIVENT hygienische und mit<br />
ASEPTOMAG aseptische Anwendungen<br />
ab. Mit wasserhydraulischer<br />
Ventilbetätigung können wir eine zusätzliche<br />
Antriebsoption für Einsitz-,<br />
Doppelsitz- und Regelventile anbieten.<br />
Ingenieure können so je nach<br />
Anwendung den passenden Ansatz<br />
6 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
GEA<br />
„Die wasserhydraulische Ventilbetätigung ermöglicht eine<br />
deutlich präzisere Regelung. Dadurch eröffnen sich neue<br />
Prozessansätze wie die späte Produktdifferenzierung.<br />
Gleichzeitig entsteht eine attraktive Nachrüstoption für<br />
bestehende Anlagen – und die Möglichkeit, CAPEX zu<br />
reduzieren, wenn sich mit dem neuen Prozesskonzept mit<br />
weniger Tanks mehr erreichen lässt.“<br />
BASTIAN TOLLE<br />
Head of Business Development & Digitalization, GEA<br />
wählen, ohne Lieferanten oder<br />
Servicemodelle zu wechseln.“<br />
? Warum wasserhydraulisch<br />
– und warum gerade jetzt?<br />
Peter Espersen: „2008 war<br />
hydraulische Ventiltechnologie<br />
vor allem eine Energie-Story.<br />
Das Wertversprechen ist gereift.<br />
Heute stehen Energie- und CO 2<br />
-<br />
Ziele wieder ganz oben, Digitalisierung<br />
wird vorausgesetzt,<br />
und präzise Regelung kann<br />
neue Prozesskonzepte erschließen.<br />
Wir müssen nicht mehr<br />
rechtfertigen, dass wir eine Alternative<br />
anbieten – die Werke<br />
suchen aktiv nach messbaren<br />
Verbesserungen.“<br />
Bastian Tolle: „Aus GEA-Sicht<br />
ist der Fit klar: Wenn wir unseren<br />
Anspruch, Engineering for<br />
a better world‘ ernst nehmen,<br />
können wir die Vorteile wasserhydraulischer<br />
Betätigung nicht<br />
ignorieren. Die <strong>Technologie</strong><br />
unterstützt Nachhaltigkeit,<br />
ermöglicht digitales Condition<br />
Monitoring und macht<br />
jedes Ventil fähig zu stabilen<br />
Zwischenstellungen. Damit<br />
wird ein vermischungssicheres<br />
Absperrventil bei Bedarf zu<br />
einem Regelventil im Prozess.<br />
So lassen sich hochpräzise,<br />
kontinuierliche Inline-Mischprozesse<br />
realisieren – eine<br />
wichtige Voraussetzung für<br />
späte Produktdifferenzierung.<br />
Nachhaltigkeit, Digitalisierung,<br />
Effizienz, Präzision und Exzellenz<br />
– all das vereint diese<br />
<strong>Technologie</strong>. Und genau für<br />
diese Prinzipien stehen wir als<br />
Unternehmen.”<br />
? Was ändert sich ganz<br />
praktisch, wenn Betriebe<br />
von Druckluft auf Wasser<br />
umsteigen?<br />
Bastian Tolle: „Der Wechsel<br />
von Druckluft auf Hydraulik<br />
verändert das ganze Umfeld des<br />
Ventils. Man tauscht nicht nur<br />
einen Antrieb, sondern führt<br />
ein hydraulisches Versorgungssystem<br />
ein, das zur Anwendung<br />
passen muss – in Auslegung und<br />
Dimensionierung.<br />
Das Umfeld muss ganz einfach<br />
zum Prozess, zur Instandhaltung<br />
und zum Alltag auf dem<br />
Standort passen. Genau deshalb<br />
braucht die <strong>Technologie</strong> einen<br />
Partner mit Applikationswissen,<br />
Engineering-Kompetenz und<br />
der Vertrauensbasis eines etablierten<br />
Lieferanten.<br />
Die Chance ist: Wasserhydraulische<br />
Antriebe können den<br />
Bedarf an Druckluft für die<br />
Ventilbetätigung vollständig<br />
eliminieren – Luft, die typischerweise<br />
durch energieintensive<br />
Kompressoren erzeugt wird.“<br />
Peter Espersen: „Hydraulik<br />
verhält sich auch anders gegenüber<br />
Prozesskräften. Ein<br />
pneumatisches Regelventil kann<br />
durch veränderten Durchfluss<br />
und Druck beeinflusst werden.<br />
Ein hydraulischer Antrieb bleibt<br />
dort, wo er angesteuert wurde,<br />
und bewegt sich in kleinen, kontrollierten<br />
Schritten. Das stabilisiert<br />
die Regelung rund um den<br />
Sollwert.“<br />
? Und beim Thema Nachhaltigkeit<br />
– wie groß ist das<br />
Energiesparpotenzial?<br />
Bastian Tolle: „Das beginnt mit<br />
einer einfachen Realität: Druckluft<br />
hinterlässt immer einen<br />
Energie- und CO 2<br />
-Fußabdruck,<br />
Wasser kann in einem geschlossenen<br />
Kreislauf arbeiten.<br />
Wasserhydraulische Betätigung<br />
kann den Bedarf an Druckluft<br />
für Ventilbewegungen eliminieren<br />
– Druckluft, die in pneumatischen<br />
Systemen typischerweise<br />
von Kompressoren erzeugt wird.<br />
Wenn man eine große Druckluftversorgung<br />
durch ein<br />
kompakteres Hydrauliksystem<br />
ersetzt, kann der Strombedarf<br />
deutlich sinken. Insbesondere,<br />
weil sich damit die Verluste<br />
durch Leckagen im Druckluftnetz<br />
vermeiden lassen – Leckagen,<br />
die in praktisch allen<br />
Anlagen vorhanden und beim<br />
Rundgang meist sogar hörbar<br />
sind. Wie groß der Effekt genau<br />
ist, hängt von Anlagenlayout,<br />
Kompressorenauslegung und<br />
Projektumfang ab. Am spannendsten<br />
ist es bei Neubauprojekten<br />
und größeren Umbauten,<br />
aber auch bei Erweiterungen, in<br />
denen die Druckluftkapazität<br />
zum Engpass wird.<br />
In Modernisierungsprojekten,<br />
in denen Energieverbrauch und<br />
CO 2<br />
-Bilanz über das gesamte<br />
Werk optimiert werden und jeder,<br />
versteckte Verbraucher‘ sich<br />
rechtfertigen muss, wird die Art,<br />
wie Ventile angetrieben werden,<br />
plötzlich relevant. Die Richtung<br />
ist klar: Es hilft Kunden dabei,<br />
von Druckluft für die Ventilbetätigung<br />
loszukommen.“<br />
? Was heißt „digitaler werden“<br />
auf Ventilebene konkret?<br />
Bastian Tolle: „Die Basis ist<br />
eine stabile Positionierung. Bei<br />
Pneumatik können Federn und<br />
Leitungskräfte kleine Abweichungen<br />
erzeugen. Hydraulik<br />
hält Positionen mit hoher Wiederholgenauigkeit<br />
und Stabilität.<br />
Das macht Zustandsüberwachung<br />
im Alltag realistisch – zum<br />
Beispiel, wenn es darum geht,<br />
Dichtungszustände zu verfolgen<br />
und verwertbare Daten zu<br />
sammeln.“<br />
Peter Espersen: „Hydraulische<br />
Ventilbetätigung steuert die Bewegung<br />
digital im Antrieb, nicht<br />
nur, auf/zu‘. Der Antrieb fährt<br />
von einer Position in die nächste,<br />
zeichnet auf, was passiert, und<br />
kann Muster wie Dichtungsverschleiß<br />
erkennen.<br />
In der Praxis bedeutet das: Wir<br />
gehen weg von, wir glauben,<br />
das Ventil ist in Ordnung‘ hin zu,<br />
wir sehen, was sich verändert,<br />
bevor es ausfällt‘ – unter realen<br />
Produktionsbedingungen.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 7
TITELTHEMA | Wasserhydraulische Antriebe<br />
Hydraulische Ventiltechnologie<br />
im Überblick<br />
• Antriebsmedium: Wasser statt<br />
Druckluft, geringere Abhängigkeit<br />
von Kompressorsystemen.<br />
• Präzision: Stabile Zwischenstellungen<br />
unterstützen genaue Regelung.<br />
• Digitalpotenzial: Stabile Bewegung<br />
plus Intelligenz im Antrieb ermöglichen<br />
Zustandsüberwachung (z. B.<br />
Trends bei Dichtungen).<br />
• Anlagen-Fit: Größter Effekt auf<br />
Energieverbrauch und CO 2<br />
-Bilanz,<br />
wenn die Versorgungsmedien entsprechend<br />
ausgelegt sind – insbesondere<br />
bei Neubauten und größeren<br />
Modernisierungen.<br />
• Einfache Nachrüstung bestehender<br />
Ventillösungen, um vorhandene Anlagen<br />
zu einer nachhaltigen, digitalen<br />
Lösung weiterzuentwickeln.<br />
Man kann es mit einer CNC-Maschine<br />
vergleichen: kontrollierte Bewegung,<br />
nachvollziehbares Verhalten, verwertbare<br />
Daten – mit standardisierten<br />
Schnittstellen wie IO-Link, je nach<br />
Anlagenbedarf. In der Carlsberg-<br />
Brauerei in Fredericia, Dänemark,<br />
haben hydraulische Ventile kontinuierliche<br />
Inline-Mischung und späte<br />
Produktdifferenzierung im großen<br />
Maßstab ermöglicht. Das Prinzip<br />
ist simpel: Wenn Ventile präzise<br />
und wiederholbar regeln, kann die<br />
Anlage inline mischen und schneller<br />
auf Nachfrage reagieren, statt sich<br />
nur auf viele Einzel-Tanks und Batch-<br />
Staging zu stützen. Statt 50 verschiedene<br />
Biersorten auf Lager zu halten,<br />
reichen möglicherweise 10 oder 12<br />
– so wie es Carlsberg in Fredericia<br />
umgesetzt hat.“<br />
Bastian Tolle: „Es geht nicht nur<br />
um Geschwindigkeit. Wenn Prozesse<br />
und Tanknutzung sauber optimiert<br />
sind, kann das auch den Reinigungsaufwand<br />
und den Ressourceneinsatz<br />
senken – weil stabile Regelung das<br />
Spektrum der sinnvoll realisierbaren<br />
Anlagenkonzepte erweitert.“<br />
? Wie sieht der Roll-out im GEA-<br />
Portfolio aus?<br />
Bastian Tolle: „Wir fangen dort an,<br />
wo der Effekt sofort spürbar ist. In der<br />
ersten Phase fokussieren wir uns auf<br />
die wichtigsten Typen im bestehenden<br />
VARIVENT-System: N-Typ (Absperrventile),<br />
W-Typ (Wechselventile)<br />
und R-Typ (Doppelsitzventile). Damit<br />
lassen sich 60 bis 70 Prozent der <strong>Getränke</strong>anwendungen<br />
abdecken.<br />
Von dort aus wollen wir das Angebot<br />
auf das gesamte VARIVENT-System<br />
ausweiten, sodass hydraulische Betätigung<br />
als Option für hygienische<br />
Ventiltechnik im großen Maßstab<br />
verfügbar wird. Aseptische Ventile<br />
stehen ebenfalls auf der Agenda.<br />
Ein Vorteil bleibt: Die Nachrüstfähigkeit<br />
durch das modulare VARIVENT-<br />
Gehäuse. Unser Anspruch ist,<br />
hydraulische Antriebe als Option in<br />
diese modulare Systemlogik zu integrieren.<br />
So können Kunden zwischen<br />
pneumatischer und hydraulischer<br />
Betätigung wählen und behalten<br />
gleichzeitig konsistente Schnittstellen<br />
zu Engineering, Automation und<br />
Service – sowohl bei Neuanlagen als<br />
auch, und das ist ein entscheidender<br />
Vorteil, bei der Nachrüstung bestehender<br />
Anlagen mit dieser neuen<br />
nachhaltigen <strong>Technologie</strong>.<br />
? Wie stellt ihr sicher, dass die<br />
<strong>Technologie</strong> ihre Geschwindigkeit<br />
behält?<br />
Bastian Tolle: „Wir halten das Hydract-Team<br />
als fokussierte, agile Einheit<br />
innerhalb unserer Division Pure<br />
Flow Processing zusammen. Die Idee<br />
ist, das Know-how in hydraulischer<br />
Ventiltechnologie mit dem globalen<br />
Vertriebs-, Engineering- und Service-<br />
Footprint von GEA zu verbinden.“<br />
? Zum Schluss noch persönlich:<br />
Was wünschen Sie sich für die<br />
nächsten Jahre?<br />
Peter Espersen: „Nach Jahren, in<br />
denen wir um diese Vision kämpfen<br />
mussten, möchte ich sehen, wie<br />
sich die <strong>Technologie</strong> verbreitet – in<br />
Europa und darüber hinaus. Nicht<br />
als Nische, sondern als ernstzunehmende<br />
Option für moderne Produktion.<br />
Mit den GEA-Ingenieuren und<br />
ihrem Ventilportfolio können wir<br />
neue Kundenlösungen bauen und<br />
die <strong>Technologie</strong> nahtlos in die Praxis<br />
bringen.“<br />
Bastian Tolle: „Wir reden seit Jahrzehnten<br />
darüber, wie die, nächste<br />
Generation‘ der Ventiltechnologie<br />
aussehen könnte. Ich glaube, das ist<br />
einer der seltenen Schritte, die wirklich<br />
etwas bewegen können – weil<br />
Nachhaltigkeit, Digitalisierung und<br />
präzise Regelung plötzlich in einem<br />
Bauteil greifbar werden, das im Herzen<br />
jeder <strong>Getränke</strong>anlage sitzt.“<br />
Einschätzung der Experten<br />
Ich plane gerade ein Projekt. Wie<br />
gehe ich vor?<br />
Fangen Sie bei der Anwendung an,<br />
nicht beim Bauteil. Wo können stabile<br />
Regelung, Nachhaltigkeits-KPIs<br />
oder digitale Überwachung den<br />
größten Mehrwert für die Anlage<br />
bringen? Und passt ein hydraulisches<br />
Versorgungssystem zum Projektumfang<br />
– Neubau, größerer Umbau<br />
oder Erweiterung?<br />
Denken Sie in Ergebnissen: Energieprofil,<br />
Regelbarkeit, Flexibilität.<br />
Mehr erfahren und Anwendungen mit<br />
den GEA-Ventilexperten diskutieren:<br />
www.gea.com/contact<br />
8 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Druckmessung im Prozess?<br />
Überlassen Sie das uns!<br />
LogiMAT <strong>2026</strong><br />
Unsere Messtechnik für Prozess-, hydrostatischen und Differenzdruck ist bereit für alles, was die Lebensmittelindustrie<br />
braucht. Weltweit steht sie für bewährte Lösungen und zukunftsweisende Innovation. VEGA-Druckmesstechnik bedeutet<br />
mehr als optimierte Abläufe. Sie gibt Ihnen die entspannte Gewissheit, dass die beste Technik im Einsatz ist.<br />
Alles wird möglich. Mit VEGA.<br />
vega.com<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 9
IM FOKUS<br />
<br />
Veranstalter:<br />
EUROEXPO<br />
Messe- und<br />
Kongress-GmbH<br />
LOGIMAT <strong>2026</strong> IN STUTTGART<br />
KI optimiert die innerbetrieblichen<br />
Materialflüsse<br />
Methoden und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) bilden die Basis für<br />
effiziente Prozesse in der Intralogistik. In allen Branchensegmenten präsentieren<br />
die internationalen Aussteller auf der LogiMAT <strong>2026</strong> Neuheiten mit integrierten<br />
KI-Anwendungen und KI-Methoden. Dabei generieren KI-gestützte Lösungen durch<br />
ganzheitliches Verständnis von Geschäftsprozessen und Daten in allen Prozessschritten<br />
maximalen Mehrwert.<br />
Bei Investitionen in Innovationen<br />
zur digitalen Transformation sind<br />
Methoden und Anwendungen der<br />
Künstlichen Intelligenz (KI) inzwischen<br />
unumgänglich. Doch vielerorts, so<br />
eine aktuelle Studie von Beratungsunternehmen<br />
IDC und IT-Entwickler<br />
SAS, fehlen in vielen Unternehmen<br />
die nötigen IT-Strukturen, um KI-<br />
Vorteile effektiv zu nutzen. Infolge,<br />
so die Studie, stehe das Vertrauen<br />
in KI „auf wackeligen Füßen, weil<br />
mangelnde Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen<br />
fehlen“. Optionen dies<br />
zu ändern, stellen die internationalen<br />
Aussteller auf der LogiMAT <strong>2026</strong> vor.<br />
„Automatisierung und KI sind längst<br />
keine Trends mehr, sondern entscheidende<br />
Erfolgsfaktoren“, urteilt<br />
LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty<br />
vom Münchener Veranstalter EURO-<br />
EXPO Messe- und Kongress-GmbH.<br />
„Insbesondere, wenn sie nicht isoliert<br />
eingesetzt wird, ist KI die Basis für<br />
effiziente Prozesse. Mit ihren jüngsten<br />
Produktentwicklungen präsentieren<br />
die LogiMAT-Aussteller aller Branchensegmente<br />
Neuheiten, die mit<br />
bereits integrierten KI-Anwendungen<br />
und KI-Methoden auf durchgängige<br />
KI-Unterstützung sowie Optimierung<br />
aller Arbeitsbereiche und Geschäftsprozesse<br />
der Intralogistik ausgelegt<br />
sind und größten Mehrwert bieten.“<br />
Das betrifft per se zunächst insbesondere<br />
die in Halle 4 auf dem Stuttgarter<br />
Messegelände gezeigten Neuentwicklungen<br />
im Software-Bereich. Mit dem<br />
Ziel, KI-gestützte Prozesse schneller<br />
umzusetzen, technische Abhängigkeiten<br />
zu reduzieren und Automatisierung<br />
breiter nutzbar zu machen,<br />
stellt etwa WMS-Anbieter Logistics<br />
Reply (Halle 4, Stand 4B52) „GaliLEA<br />
Dynamic Intelligence“ vor. Die neue<br />
<strong>Technologie</strong> soll die Erstellung und<br />
den Einsatz von KI-Agenten vereinfachen.<br />
Über eine visuelle Oberfläche<br />
lassen sich die Agenten konfigurieren,<br />
die Daten aus unterschiedlichen<br />
Quellen auslesen, externe Systeme<br />
anbinden, Anomalien erkennen und<br />
operative Entscheidungen in Echtzeit<br />
unterstützen. KI-Anwendungen für<br />
bessere Entscheidungen entlang der<br />
Wertschöpfungskette zeigt mit dem<br />
neuen KI-basierten Forecast-Service<br />
„Demand AI“ auch die Inform GmbH<br />
(Halle 4, Stand D61). Die cloudbasierte<br />
Lösung erstellt kontinuierliche Forecasts<br />
für Produkte mit Verkaufshistorie,<br />
liefert belastbare Erstbedarfsprognosen<br />
für neue Artikel und soll sich<br />
ohne aufwendige Softwareeinführung<br />
in bestehende Planungsprozesse<br />
integrieren lassen. Die Ergebnisse<br />
werden an bestehende ERP- und<br />
Planungssysteme übergeben und<br />
sollen fundierte, schnellere Entscheidungen<br />
in Beschaffung und Supply<br />
Chain Planung ermöglichen. Die PSI<br />
Software SE (Stand 4D41, Halle 4)<br />
kommt unter anderem mit der Weiterentwicklungen<br />
für die letztjährig<br />
prämierte KI-Plattform „PSIwms AI“<br />
nach Stuttgart. Das in den PSIwms-<br />
Standard integrierte Modul Batch<br />
AI soll einstufige und zweistufige<br />
Kommissionierstrategien mit regelund<br />
KI-gestützter Batch-Bildung<br />
optimieren. Das reduziert Laufwege,<br />
steigert die Picking-Performance und<br />
senke die Prozesskosten. KI-gestützt<br />
werden zudem kontextbezogene<br />
Informationen direkt im Arbeitsfluss<br />
bereitgestellt.<br />
KI-Anwendungen für<br />
innerbetriebliche Transporte<br />
Neben automatisierten Bedarfs- und<br />
Absatzprognosen sowie effizienter<br />
Auftragsabwicklung sorgen neue<br />
Ansätze für KI-Anwendungen für<br />
weitere Optimierungen auch im<br />
Bereich der Planung und Steuerung<br />
innerbetrieblicher Transporte mit<br />
Transport Management Systemen<br />
(TMS). So zeigt die Schweizer Brabender<br />
Solutions GmbH (Halle 4,<br />
Stand 4F15) ihr TMS unter anderem<br />
mit KI-gestützten Rückmeldungen<br />
sowie KI-basierter Dokumentenextraktion<br />
für interne Prozesse und das<br />
integrierte Dokumenten-Management-System<br />
(DocKI). Die Flexus AG<br />
(Halle 4, Stand 4B31) hat mit „Flex-<br />
Guide4“ KI und digitale Zwillinge in<br />
die Transportsteuerung von Staplern,<br />
Routenzügen und autonomen Fahrzeugen<br />
integriert, um Prozesse effizient,<br />
sicher und flexibel zu gestalten.<br />
Mit der proaktiven Prozesssteuerung<br />
sollen sich Abläufe simulieren sowie<br />
Engpässe sich frühzeitig erkennen<br />
und vermeiden lassen. Die cloudbasierte<br />
Tourenplanungssoftware der<br />
Pass Logistics Solutions AG (Halle 4,<br />
Stand D53) vernetzt mithilfe von KI<br />
Planer, Fahrer und Endkunden und<br />
soll Routen speziell auch für den<br />
wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen<br />
berechnen können.<br />
Inzwischen hat KI Eingang auch in die<br />
direkte Unterstützung der operativen<br />
Prozesse etwa in der Anlagen- und<br />
Fördertechnik gefunden. Mit KIbasierter,<br />
selbstlernender Software<br />
bindet etwa die Robot-Picking-Lösung<br />
„eOperator“ von Element Logic<br />
(Halle1, Stand 1H21) vollautomatisierte,<br />
roboterbasierte Stückkom-<br />
10 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
LogiMAT <strong>2026</strong><br />
missionierung in AutoStore-Lösungen<br />
ein. Die advasolutions SE (Halle 3 /<br />
Stand 3C79) proklamiert mit einer adaptiven<br />
End-to-End-Automatisierung<br />
der Intralogistik das selbstlernende<br />
Lager. Dabei sollen neue KI-basierte<br />
Funktionen wie Qualitätskontrolle und<br />
Routenplanung den Wareneingang,<br />
die Lagerung, die Kommissionierung<br />
und den Versand steuerungstechnisch<br />
nahtlos miteinander verbinden. Das<br />
KI-basierte Zusammenspiel aus autonomen<br />
Shuttles, einem anpassbaren<br />
Regalsystem und flexibel konfigurierbaren<br />
advaShelves soll es ermöglichen,<br />
Artikel unterschiedlichster Größen,<br />
Formen und Verpackungen effizient<br />
zu transportieren, zu lagern und dynamisch<br />
zu bewegen. Und mit „Knapp<br />
Brain“ zeigt die Knapp AG (Halle 3,<br />
Stand 3B01/3B03 & Halle 8, Stand<br />
8A45) die nach Unternehmensangaben<br />
„erste KI-Plattform für intelligente<br />
Wertschöpfungsketten“. Sie bündelt<br />
von der Prognose über ein optimiertes<br />
Order Fulfillment bis hin zur Last<br />
Mile alle KI-gestützten Lösungen,<br />
um durch ganzheitliches Verständnis<br />
von Geschäftsprozessen und Daten<br />
in allen Prozessschritten maximalen<br />
Mehrwert zu generieren. Rückgrat für<br />
die operative Steuerung, Analyse und<br />
Integration, die alle Ebenen der Intralogistik<br />
abdecken soll, bildet dabei die<br />
Software-Suite KiSoft Solution. Diese<br />
verbindet dabei Lager, Transport und<br />
Zustellung in Echtzeit. Sie berechnet<br />
dynamisch Zustellzeitfenster, optimiert<br />
Touren und berücksichtigt dabei Faktoren<br />
wie Ladevolumen, Verkehrslage<br />
und Kundenpräferenzen.<br />
führen. Die Kombination aus<br />
kontinuierlicher Bildaufnahme<br />
und intelligenter, KI-gestützter<br />
Analyse ermöglicht dabei eine<br />
vorausschauende Bewertung<br />
von Prozessen und unterstützt<br />
Instandhaltung, Optimierung<br />
und Ursachenanalyse. Ein weiterer<br />
Anwendungsbereich zielt<br />
auf KI-gestützte Behälter- und<br />
Ladungsträgerkontrolle.<br />
Im Bereich der Flurförderzeuge<br />
und Fahrerlosen Transportfahrzeuge<br />
(FTF) unterstützen<br />
KI-Anwendungen neben<br />
der Transportplanung und<br />
-steuerung unter anderem<br />
verschiedene Sicherheits- und<br />
Analyseaspekte. So stellt Continua<br />
Systems (Halle 8, Stand<br />
8D81) die datenbasierte Analyseplattform<br />
„Automation<br />
Insights“ für hochautomatisierte<br />
FTS-Umgebungen vor.<br />
KI-gestützte Analysefunktionen,<br />
die Muster und Trends<br />
in den Daten erkennen und<br />
potenzielle Ausfälle frühzeitig<br />
vorhersagen, sollen die<br />
Transparenz in der automatisierten<br />
Intralogistik steigern<br />
und ungeplante Stillstände<br />
reduzieren.<br />
„Die genannten Beispiele zeigen:<br />
KI ist kein Hexenwerk“,<br />
resümiert LogiMAT-Messleiter<br />
Ruchty. „Sie optimiert vielmehr<br />
auf den unterschiedlichsten<br />
Prozessebenen die<br />
innerbetrieblichen Materialflüsse.<br />
Vielfach kommt dabei<br />
das diesjährige Messemotto<br />
‚Passion for Details‘ zum<br />
Tragen. Die KI-basierten<br />
Details machen mit der durchgängigen<br />
Betrachtung und<br />
Analyse von Daten sowie bei<br />
der Unterstützung effizienter<br />
Prozesse oft den kleinen aber<br />
bedeutenden Unterschied<br />
aus und erschließen so Wettbewerbsvorteile<br />
und einen<br />
maximalen Mehrwert.“<br />
www.logimat-messe.de<br />
Niedrigschwelliger Einsatz<br />
von KI in der Intralogistik<br />
KI-Algorithmen prägen vielfach auch<br />
die neuen Lösungen im AutoID-Segment.<br />
So kommt die Keyence Deutschland<br />
GmbH (Halle 1, Stand 1C14) unter<br />
anderem mit einem stationären Codeleser<br />
für Identifikation in automatisierten<br />
Sortier- und Kommissionier-Systemen.<br />
Der integrierte KI-Algorithmus soll es<br />
ermöglichen, auch schwierigste Codes<br />
in anspruchsvollen Situationen erfassen<br />
zu können. Imago <strong>Technologie</strong>s (Halle<br />
2, Stand 2A30) demonstriert auf der<br />
LogiMAT in praxisnahen Szenarien, wie<br />
KI in der Intralogistik niedrigschwellig<br />
eingesetzt werden kann und klassische<br />
Prüfkonzepte sinnvoll ergänzt. Etwa mit<br />
KI-basierten Vision-Lösungen, die Sollabweichungen<br />
in den Intralogistikprozessen<br />
frühzeitig erkennen, bevor sie zu<br />
Stillständen oder Qualitätsproblemen<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 11
MESSEVORSCHAU<br />
Westfalia <strong>Technologie</strong>s<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1C20<br />
Mit Sicherheit ein verlässlicher Partner<br />
Ob Pionier-Inhouse-Lager<br />
für den österreichischen<br />
Holzspezialisten Theurl, konsequenter<br />
Kapazitäts- und<br />
Effizienzausbau für Nahrungsmittel-Hersteller<br />
wie<br />
die Züger Frischkäse AG oder<br />
Leuchtturmprojekt für das<br />
größte Schwerwellpappenwerk<br />
der Welt am TRICOR-<br />
Standort Goch: Intralogistik-<br />
Automatisierer Westfalia<br />
<strong>Technologie</strong>s GmbH & Co. KG<br />
aus Borgholzhausen (NRW)<br />
überzeugt mit Vielseitigkeit,<br />
der konsequenten Weiterentwicklung<br />
seiner Schlüsseltechnologien<br />
und umfassenden<br />
Gesamtkonzepten<br />
aus nunmehr 55 Jahren Erfahrung<br />
bei der Realisierung<br />
sicherer, hochverfügbarer<br />
automatischer Lagersysteme.<br />
Dabei setzt das mittelständische<br />
Unternehmen auf nachhaltige<br />
<strong>Technologie</strong>n und Kundenpartnerschaften<br />
für zukunftsfähige,<br />
ausgereifte und zuverlässige<br />
Lagersysteme, die sich seit Jahrzehnten<br />
bewähren. Westfalias<br />
automatische Lager verbinden,<br />
schaffen und optimieren Wachstumsräume.<br />
„Innovation ist<br />
bei uns eng mit Sicherheit und<br />
Stabilität verknüpft“, betont<br />
der Geschäftsführender Gesellschafter<br />
Andreas Gartemann.<br />
„Wir reduzieren Stillstände<br />
auf ein Minimum, sichern den<br />
Lagerbetrieb nachhaltig und<br />
verbessern die Qualität und<br />
Leistung, die unsere Kunden<br />
von uns erwarten.“ Als Generalunternehmer,<br />
Systemhersteller<br />
und -integrator liefert Westfalia<br />
alle dazu notwendigen <strong>Technologie</strong>n,<br />
integriert sie organisch<br />
und eröffnet neue Perspektiven:<br />
auch <strong>2026</strong> wieder vom 24. bis<br />
26. März auf der LogiMAT in<br />
Stuttgart.<br />
Bestandskunden vertrauen<br />
auf Westfalia<br />
„Wir verzeichnen im dritten<br />
Jahr in Folge ein Umsatzwachstum<br />
im zweitstelligen<br />
Prozentbereich“, sagt Andreas<br />
Gartemann. „Wir wachsen in<br />
allen Geschäftseinheiten. Der<br />
starke Auftragseingang bei Modernisierung<br />
und Erweiterung<br />
bestehender Anlagen, und bei<br />
Neuanlagen für langjährige<br />
Bestandskunden bestätigt uns<br />
in unserem Selbstverständnis<br />
als nachhaltiger, verlässlicher<br />
Automatisierungspartner. Unser<br />
konsequenter Fokus auf verlässliche<br />
Anlagen-Performance und<br />
nachhaltige Kundenzufriedenheit<br />
zahlt sich jetzt aus.“<br />
Sichere Gesamtsysteme im<br />
Fokus<br />
Westfalia realisiert als Generalunternehmer<br />
und Hersteller Gesamtsysteme<br />
mit fein aufeinander<br />
abgestimmten modernsten<br />
Komponenten im Bereich der Lagertechnik,<br />
der Elektromechanik,<br />
der Steuerung und der Software.<br />
Ihre Schlüsselkomponenten<br />
werden inhouse gefertigt, aggregiert,<br />
programmiert und beim<br />
Kunden installiert: maßgeschneiderte<br />
Lösungen für unterschiedliche<br />
Produkte, Ladungsträger<br />
und Temperaturzonen, Systeme<br />
und Sonderausführungen für<br />
branchentypische und spezielle<br />
Anforderungen – anlagen- und<br />
softwareseitig.<br />
Dabei liegt ein Fokus auf der<br />
Sicherheit von Anlagen, Daten,<br />
Investitionen und Produktionen.<br />
Westfalia-Lagersysteme<br />
erreichen durch konsequente<br />
Anlagenbetreuung und robuste<br />
<strong>Technologie</strong>n eine hohe Anlagenverfügbarkeit<br />
und Anlagensicherheit<br />
über Jahrzehnte.<br />
Westfalia-Systeme reduzieren<br />
Schnittstellen, die Fehlerquellen<br />
sein können. Westfalias automatische<br />
Lagersysteme werden<br />
zudem auf die ab Januar 2027<br />
gültige neue EU-Maschinenverordnung<br />
vorbereitet. „Schon<br />
jetzt können wir unsere Kunden<br />
im Hinblick auf die neue EU-Maschinenverordnung<br />
kompetent<br />
beraten“, so Gartemann.<br />
Optimal aufgestellt ist Westfalia<br />
auch bei der Datensicherheit im<br />
Rahmen der EU-Richtlinie NIS 2.<br />
Westfalia bietet mit den Möglichkeiten<br />
der WORTMANNeigenen<br />
terra Cloud schnelle<br />
Back-up-Strategien, um kritische<br />
Daten zu schützen und<br />
wiederherzustellen. Mit der<br />
starken WORTMANN-Gruppe<br />
im Rücken schafft das Unternehmen<br />
zudem höchste<br />
Investitions- und Produktionssicherheit<br />
mit individuellen<br />
Finanzierungsmöglichkeiten.<br />
Satellitenlager ® verbinden<br />
Räume neu<br />
Die 1981 entwickelte Satellitentechnologie<br />
ist etablierte<br />
Messlatte für die mehrfachtiefe<br />
Lagerung: langlebig, effizient,<br />
geeignet für viele Branchen,<br />
vom Standard bis zur Sonderanfertigung.<br />
Das Gassen, Platz,<br />
Betriebs- und Instandhaltungskosten<br />
sparende Prinzip maximaler<br />
Lagerkapazität nahe an Produktionslinien<br />
senkt Rüstzeiten,<br />
Lager- und Produktionskosten,<br />
strafft, entkoppelt und flexibilisiert<br />
die Prozesse bei höchster<br />
Betriebssicherheit. Satelliten ®<br />
und spezielle Schienenprofile in<br />
den Lagerkanälen sorgen für materialschonende,<br />
schnelle Lagervorgänge.<br />
Westfalias leistungsstarkes<br />
Warehouse Execution<br />
System (WES) Savanna.NET ® ,<br />
das bei Bedarf Teilbereiche oder<br />
die gesamte Lagerverwaltung<br />
und Materialflusssteuerung manueller,<br />
teilautomatisierter und<br />
automatisierter Lagerbereiche<br />
abdeckt, sorgt für pünktliches<br />
und fehlerfreies Fulfillment.<br />
Die Bündelung von Lagerstandorten<br />
und die effiziente<br />
Lagerverwaltung reduzieren<br />
LKW-Kilometer, Retouren und<br />
CO 2<br />
-Ausstoß; die intelligenten<br />
Steuerungen, modernen Antriebe,<br />
Energierückführungsund<br />
-speichersysteme den<br />
Energieverbrauch. Auch der zu<br />
kühlende Raum pro Stellplatz<br />
sinkt. Die großen Wand- und<br />
Dachflächen eignen sich für<br />
die Eigenversorgung mit<br />
Photovoltaik.<br />
Budgettreuer Anschluss an<br />
die Zukunft<br />
Westfalia macht Bestandslagersysteme<br />
zukunftsfest, modernisiert,<br />
erweitert und baut<br />
sie anlagen- und softwareseitig<br />
schrittweise und wirtschaftlich<br />
um. Die neue und bereits am<br />
Markt etablierte Regalbediengeräte-Klasse<br />
„S“ ermöglicht<br />
den effizienten Austausch alter<br />
Geräte. Konsequente Anlagenbetreuung,<br />
vorausschauende<br />
Wartungs- und Ersatzteilplanung<br />
sowie Eigenfertigung von<br />
Schlüsselkomponenten, Sicherheitsprüfungen,<br />
Schulungen<br />
und Trainings verlängern den<br />
Anlagen-Lebenszyklus bei voller<br />
Effizienz und Zuverlässigkeit.<br />
„Wir haben unser Portfolio an<br />
Dienstleistungen weiter verstärkt“,<br />
so Andreas Gartemann,<br />
„etwa um zusätzliche Services<br />
wie Schaltschrankreinigung,<br />
Schienenschleifen oder Wärmebild-Analysen<br />
für das lückenlose<br />
Zustandsmonitoring. Mit<br />
individuellen Instandhaltungsplänen,<br />
System-Monitoring,<br />
einem schnellen Support,<br />
kurzen Reaktionszeiten und<br />
ergebnisorientiertem Vor-Ort-<br />
Service unterstützen wir unsere<br />
Kunden während des gesamten<br />
Anlagenlebenszyklus optimal.<br />
In Zusammenarbeit mit der<br />
WORTMANN-Tochter Terra Robotics<br />
bieten wir künftig auch<br />
die KI-gestützte Lagerreinigung<br />
an.“ Terra Robotics präsentiert<br />
sich erstmals auf der LogiMAT<br />
an Stand B57 in Halle 8 und<br />
wird auch am Westfalia-Stand<br />
in Aktion zu erleben sein. „Unternehmen,<br />
die mit Westfalia-<br />
Lagersystemen automatisieren,<br />
handeln nachhaltig wirtschaftlich“,<br />
fasst Andreas Gartemann<br />
zusammen.<br />
www.westfaliaeurope.com<br />
12 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
LogiMAT <strong>2026</strong><br />
TRAPO<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 5D53<br />
Efficiency in Motion. Inbound to outbound. One connected material flow.<br />
Unter dem Messe-Motto „Efficiency in Motion” präsentiert sich die TRAPO GmbH in Halle 5 an Stand D53 als kompetenter Maschinenbauer<br />
und Systemintegrator mit eigenem umfangreichem Portfolio für durchgängige Materialfluss-Automatisierung.<br />
Live erleben die Fachbesucher vor Ort, wie autonome LKW-Be- und Entladung, intelligente Fördertechnik, mobile Robotik<br />
(AMR) und roboterbasierte (De-)Palettierung als nahtlos verbundenes Gesamtsystem optimal harmonieren – gesteuert und<br />
überwacht über das TRAPO Intelligent Management (TIM) als digitales Rückgrat. Der Mehrwert: stabile Taktleistung, hohe<br />
Anlagenverfügbarkeit und maximale Transparenz in Produktion und Lager.<br />
Vom Wareneingang bis zur<br />
Versandrampe und vom Produktionsausstoß<br />
bis zur LKW-<br />
Beladung – TRAPO beherrscht<br />
perfekt die End-to-End-Automatisierung<br />
entlang der gesamten<br />
Materialflusskette und für alle<br />
Branchen. In Stuttgart stellt das<br />
renommierte Unternehmen aus<br />
dem westfälischen Gescher-<br />
Hochmoor wieder einmal in einer<br />
spannenden Live-Applikation<br />
unter Beweis, dass Automatisierung<br />
„Made by TRAPO“ mehr ist<br />
als die Integration leistungsfähiger<br />
Einzelkomponenten in Produktion<br />
und Intralogistik. Denn:<br />
Erst die perfekte Symbiose aus<br />
Automatisierung und digitaler<br />
Prozessintelligenz steigert die<br />
Effizienz, Qualität und Transparenz,<br />
entlastet Mitarbeitende<br />
und gewährleistet Schicht für<br />
Schicht einen durchgängigen, sicheren<br />
Materialfluss „from dock<br />
to pallet“, also bis zu einer standardisierten<br />
Ladeeinheit, die am<br />
Ende des Prozesses produktionsoder<br />
versandfertig bereitsteht.<br />
Autonome Be- und<br />
Entladung mit dem TRAPO<br />
Loading System (TLS)<br />
Herzstück des ersten Prozessschritts<br />
auf der Messe ist das<br />
bewährte TRAPO Loading<br />
System (TLS). Es kommt für<br />
das vollautomatische Be- und<br />
Entladen von Palettenreihen<br />
an einem Dummy-Aufbau<br />
zum Einsatz. Hierbei werden je<br />
zwei Palettenreihen mit je drei<br />
Paletten entladen und anschließend<br />
taktoptimiert und sicher<br />
wieder beladen. Schon in dieser<br />
Phase zeigt sich, wie dank eines<br />
autonom arbeitenden Andocksystems<br />
Standzeiten reduziert,<br />
Unfälle vermieden und der<br />
Materialfluss bereits am Dock<br />
beschleunigt werden kann.<br />
Fördertechnik als<br />
verbindendes Element<br />
Vom Dock übernehmen dann<br />
Rollen- und Kettenförderer<br />
sowie Hub- und Umsetzstationen<br />
den weiteren Transport.<br />
Sie bilden somit die Brücke<br />
zwischen Be- bzw. Entladung,<br />
AMR und Roboterzelle. Durch<br />
die vollständige Einbindung der<br />
Fördertechnik in das TRAPO Intelligent<br />
Management entsteht<br />
eine durchgängige Prozessführung<br />
mit Synchronisierung,<br />
Zustandsrückmeldung und<br />
Transparenz in Echtzeit – eine<br />
starke Grundlage für planbare<br />
Effizienz und vorausschauende<br />
Instandhaltung.<br />
Autonomer Transport: AMR<br />
als Teil des Gesamtsystems<br />
In der dritten Phase ist ein<br />
OMRON AMR für den autonomen<br />
Transport zwischen definierten<br />
Stationen zuständig. Das<br />
AMR dockt automatisch an und<br />
übernimmt die Paletten im laufenden<br />
Takt. TRAPO zeigt damit<br />
eine Intralogistik, in der mobile<br />
Robotik nicht eine Insellösung,<br />
sondern ein integrierter Systembaustein<br />
ist. Besonders dort, wo<br />
Fläche flexibel genutzt werden<br />
muss oder Prozesse variieren,<br />
schafft das Konzept zusätzliche<br />
Handlungsspielräume.<br />
Depalettieren und<br />
Palettieren mit<br />
zuverlässiger Robotik<br />
Wie auch robotergestützte Palettierprozesse<br />
vom Handling bis<br />
zur bereitgestellten Ladeeinheit<br />
durchgängig den Materialfluss<br />
weiter optimieren, ist im Anschluss<br />
zu sehen. Hierfür steht<br />
ein Knickarmroboter mit speziell<br />
entwickeltem Greifer für die<br />
Umpalettierung von E2-Kisten<br />
bereit. Seine konkrete Aufgabe:<br />
depalettieren, parallel palettieren<br />
und präzise ausrichten.<br />
Ausgefeilte Sensorik und Steuerungslogik<br />
sind dabei Garanten<br />
für einen geregelten, hocheffizienten<br />
Ablauf. Zusätzlich werden<br />
Paletten und Fördergut vor dem<br />
Depalettieren automatisiert ausgemessen<br />
– eine intelligente Lösung<br />
zur Positionserkennung, die<br />
Lage- und Maßabweichungen<br />
zuverlässig erfasst und so eine<br />
noch präzisere, prozesssichere<br />
Handhabung ermöglicht.<br />
Präzise Steuerung,<br />
komfortables Monitoring<br />
und maximale OEE-<br />
Transparenz dank TIM<br />
Alle Komponenten, vom TLS und<br />
der Fördertechnik angefangen<br />
bis hin zu AMR und Roboter, sind<br />
in der Messe-Applikation über<br />
das TRAPO Intelligent Management<br />
verbunden. Das smarte<br />
Software-Tool koordiniert Abläufe,<br />
unterstützt das Monitoring<br />
und erfasst Prozessdaten in<br />
Echtzeit. So werden Kennzahlen<br />
zur Anlagenverfügbarkeit (OEE)<br />
sichtbar, Prozesszustände transparent<br />
und Optimierungspotenziale<br />
systematisch erschließbar.<br />
In Stuttgart<br />
… informieren die Automatisierungsexperten<br />
an allen drei<br />
Messetagen gerne über ihr<br />
beeindruckendes Produkt- und<br />
Leistungs-Spektrum. Denn: Der<br />
Name TRAPO steht für höchste<br />
Qualität, enorme Innovationskraft<br />
und für mehr als ein halbes<br />
Jahrhundert Spezialwissen<br />
in puncto Fördertechnik und<br />
Automatisierung.<br />
www.trapo.de<br />
Über TRAPO<br />
Aus der Tradition als deutscher Sondermaschinenbauer<br />
entwickelte sich<br />
die in Gescher-Hochmoor ansässige<br />
TRAPO GmbH seit ihrer Gründung<br />
im Jahr 1957 konsequent zu einem<br />
der führenden und zugleich innovativsten<br />
Anbieter für standardisierte,<br />
skalierbare Automatisierungsplattformen<br />
für Produktion, End of Line<br />
und Intralogistik. Heute installieren<br />
hochmotivierte TRAPO-Teams in<br />
nahezu allen Branchen weltweit<br />
sowohl einzelne Maschinen als auch<br />
komplexe Gesamtanlagen mit dem<br />
Ziel, die Materialflüsse ihrer Industrie<br />
und FMCG Kunden schneller, effizienter<br />
und vor allem zukunftssicher<br />
zu gestalten. Ein Schwerpunkt liegt<br />
insbesondere auf der Stärkung versorgungssichernder<br />
Branchen wie<br />
der Lebensmittel- und <strong>Getränke</strong>industrie,<br />
der Logistik insgesamt, der<br />
Pharma- und Medizingüterindustrie,<br />
der Verpackungsindustrie, der Chemie-<br />
und Petrochemie sowie der<br />
Automotive-Industrie.<br />
Dank ihrer langjährigen Expertise im<br />
Maschinenbau und in der Systemintegration<br />
ist die TRAPO GmbH ein<br />
kompetenter und vor allem zuverlässiger<br />
Partner für unterschiedlichste<br />
Aufgabenstellungen – u.a. beim<br />
(De-)Palettieren, Verpacken, Fördern,<br />
im Warehouse, in der Sortierund<br />
Verteiltechnik und ebenso beim<br />
autonomen Beladen und Entladen.<br />
Das differenzierte Portfolio reicht<br />
von mechanischen Modulen über<br />
Robotik Zellen bis hin zu kompletten,<br />
schlüsselfertigen Systemlösungen<br />
– aus einer Hand, von der Planung<br />
bis zur Inbetriebnahme. Mit tiefem<br />
Engineering Know how in Mechanik,<br />
Elektrik, Software, Robotik und AMR<br />
<strong>Technologie</strong> entwickeln die Experten<br />
dabei Lösungen, die sich flexibel an<br />
wechselnde Produkte und Formate<br />
anpassen lassen und somit echte<br />
Wettbewerbsvorteile bieten.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 13
MESSEVORSCHAU<br />
SICK<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1F51<br />
Smarte Sensorik und digitale Lösungen für die Intralogistik<br />
„Passion for Details“ – passend zum Motto der LogiMAT <strong>2026</strong> präsentiert SICK intelligente Sensor-, Digital- und Komplettlösungen,<br />
die entscheidende Details liefern, um Prozesse digitaler, effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Ob in der<br />
Produktion, der Lager- und innerbetrieblichen Materialflusstechnik oder der Distributionslogistik – täglich sorgen Lösungen<br />
von SICK, zunehmend auch mit Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI), für zuverlässige, effiziente, nachhaltige, anwenderfreundliche<br />
und sichere logistische Prozesse.<br />
Damit schaffen sie messbare<br />
Mehrwerte in einer Vielzahl von<br />
logistischen und logistiknahen<br />
Anwendungsfeldern wie Lagerautomatisierung,<br />
Palettenhandling,<br />
Track-and-trace sowie<br />
Personen- und Maschinensicherheit.<br />
Der Bedeutung von Mobile<br />
Plattformen (Mobile Robots und<br />
manuell geführte Flurförderzeuge)<br />
für die moderne Logistik<br />
entsprechend präsentiert SICK<br />
nicht nur auf dem Stand F51 in<br />
Halle 1, sondern auch in der Halle<br />
8 auf Stand G11 ein innovatives<br />
Lösungsportfolio, mit dem autonome<br />
und manuell geführte<br />
Fahrzeuge sicher und effizient<br />
betrieben werden können.<br />
Die jährlich stattfindende Logi-<br />
MAT ist auch <strong>2026</strong> wieder die<br />
größte internationale Fachmesse<br />
für Intralogistik-Lösungen und<br />
Prozessmanagement in Europa.<br />
„Die LogiMAT liefert nicht nur<br />
einen vollständigen Marktüberblick,<br />
sondern hat sich auch<br />
als anerkannte Plattform für<br />
Innovationen etabliert. Daher<br />
ist SICK hier mit seinen umfangreichen<br />
Kompetenzen in vielen<br />
logistischen Kernbereichen und<br />
Anwendungsfeldern als Aussteller<br />
und Anbieter von Digitalisierungs-,<br />
Vision- und Safetyslösungen<br />
bestens aufgehoben“,<br />
sagt Phil Krumbein, Market Product<br />
Manager Logistic Solutions<br />
von der SICK Vertriebs-GmbH in<br />
Düsseldorf.<br />
Lagerautomatisierung<br />
SICK sorgt im Kernbereich der<br />
Intralogistik, dem vollautomatisierten<br />
Lager, dafür, dass die<br />
Maschinen und Anlagen zuverlässig<br />
das Material bewegen.<br />
Tiefkühllager (TK) stellen dabei<br />
immer noch eine Herausforderung<br />
dar. Mit dem Lector85x<br />
stellt das Unternehmen einen<br />
kompakten, kamerabasierten<br />
Codeleser für den Dauereinsatz<br />
in Tiefkühllagern vor. Dank<br />
spezieller Antibeschlags- und Isolierungsmaßnahmen<br />
überzeugt<br />
der fremdlichtunempfindliche<br />
Sensor selbst bei Einsatzumgebungen<br />
bis -35 °C durch das<br />
zuverlässige Erfassen von 1D-,<br />
2D-Codes bspw. auf Paletten<br />
oder Produkten. Mit dem Lector85x<br />
ergänzt SICK als einer<br />
der führenden Komplettanbieter<br />
für die Automatisierung von<br />
TK-Lagern sein breites Portfolio<br />
um eine weitere innovative Baureihe<br />
für dieses herausfordernde<br />
Anwendungssegment.<br />
Digitalisierungslösungen<br />
SICK Sensoren liefern Daten für<br />
transparente Prozesse in der Intralogistik.<br />
Dabei sorgt SICK zum<br />
einen dafür, dass die vollautomatisierten<br />
Prozesse zuverlässig<br />
und effizient funktionieren.<br />
Darüber hinaus wird gewährleistet,<br />
dass aufwendige und<br />
fehleranfällige, manuelle Arbeitsschritte<br />
und Abläufe durch<br />
Materialflusslösungen von SICK<br />
transparent, handhabbar und<br />
beherrschbar werden. Das Herzstück<br />
ist dabei SICK Analytics.<br />
Die Softwareplattform bietet die<br />
Grundlage, um die Daten der<br />
Sensoren und Systeme von SICK<br />
auszuwerten und für eine effiziente,<br />
digitalisierte Intralogistik<br />
zu nutzen.<br />
Track-and-trace<br />
Das vollautomatische Sortieren<br />
von Sendungen durch Sortersysteme<br />
gehört zu den Standardfunktionalitäten<br />
moderner<br />
und zukunftssicherer Logistikunternehmen.<br />
Track-and-trace-<br />
Lösungen von SICK erfassen die<br />
notwendigen Informationen wie<br />
Inhalt der Barcodes, Volumen<br />
„Passion for Details“ – passend zum Motto der LogiMAT <strong>2026</strong> vom 24. bis 26. März in Stuttgart präsentiert<br />
SICK intelligente Sensor-, Digitale- und Komplettlösungen.<br />
und Gewicht. Zusätzlich ermöglichen<br />
KI-Funktionen u. a. das<br />
Erkennen von Gefahrgut, das<br />
Klassifizieren und Sortieren nach<br />
Objekttypen oder die Vereinzelung<br />
simultan erfasster Objekte.<br />
Die Analyse- und Visualisierungssoftware<br />
SICK TTAL ermöglicht<br />
dabei die Überwachung und<br />
Diagnose von Track-and-trace-<br />
Systemen in der Intralogistik. Die<br />
Software gewährleistet ein kontinuierliches<br />
Performancetracking<br />
anhand von Leistungskennzahlen<br />
sowie gezielte Diagnosen im<br />
Störfall – mit dem Ziel einer<br />
höchstmöglichen Verfügbarkeit<br />
derAnlagen und Prozesse. Zudem<br />
ist SICK TTAL flexibel erweiterbar<br />
und bietet eine Reihen von<br />
Zusatzfunktionen, beispielsweise<br />
die zentrale Verwaltung mehrerer<br />
Track-and-trace-Systeme.<br />
Palettenhandling<br />
Paletten und weitere Ladehilfsmittel<br />
sind das Fundament der<br />
meisten Transport- und Lagerprozesse<br />
im innerbetrieblichen<br />
Materialfluss. Ihre smarte Handhabung<br />
ist ein entscheidender<br />
Effizienzfaktor. Lösungen von<br />
SICK decken alle Bereiche des<br />
automatisierten Palettenhandlings<br />
ab: die Identifikation von<br />
Pfandpaletten, die Inspektion<br />
von Paletten und das Erkennen<br />
von Beschädigungen, die Lokalisierung<br />
von Voll- und Leerpaletten<br />
in Materialflusssystemen,<br />
die Ladungsdimensionierung<br />
in 3D und die Gewichts- und<br />
Überstandskontrolle.<br />
Mit dem neuen Cargosizer von<br />
SICK werden sogar schwarz<br />
14 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
LogiMAT <strong>2026</strong><br />
umwickelte Paletten erfasst und<br />
Volumendaten präzise nutzbar<br />
gemacht – für Abrechnung,<br />
Planung und Qualitätssicherung.<br />
Palettenhandling mit SICK bietet<br />
also viel Potenzial – für mehr Verfügbarkeit,<br />
höheren Durchsatz,<br />
mehr belastbare Daten sowie<br />
transparente und reibungslose<br />
Prozesse im intralogistischen<br />
Materialfluss.<br />
Mobile Plattformen<br />
Der Bedeutung von Mobilen<br />
Plattformen (Mobile Robots und<br />
manuell geführte Flurförderzeuge)<br />
für die moderne Intralogistik<br />
entsprechend präsentiert<br />
SICK nicht nur auf dem Stand<br />
F51 in Halle 1, sondern auch in<br />
der Halle 8 auf Stand G11 ein<br />
innovatives Lösungsportfolio,<br />
mit dem autonome und manuell<br />
geführte Fahrzeuge sicher und<br />
effizient betrieben werden können.<br />
Für die Objekterfassung und<br />
Identifikation, die Steuerung,<br />
Lokalisierung und Fahrassistenz<br />
von Fahrzeugen sowie für die<br />
intelligente Kollisionsvermeidung<br />
und Bereichsüberwachung präsentiert<br />
SICK sein Eco-System für<br />
mobile Plattformen. Die Sicherheitssteuerung<br />
Flexi Mobile als<br />
zentrales Modul integriert und<br />
koordiniert nicht nur die Signale<br />
und Daten von Standard- und<br />
Sicherheitssensorik an Bord,<br />
beispielsweise eines freifahrenden<br />
Gabelhubwagens, sondern<br />
stellt diese auch dem smarten<br />
Diagnosetools bereit. Alle Sensoren<br />
haben dabei die jeweils<br />
entscheidenden Details im Blick<br />
– und sorgen so für Transparenz,<br />
Verfügbarkeit, Sicherheit und<br />
Performance im Materialfluss.<br />
Personen- und<br />
Maschinensicherheit in der<br />
Intralogistik<br />
Risiken im Bereich der Arbeitssicherheit,<br />
ergonomische Belastungen<br />
und hoher Arbeitsdruck<br />
stellen nicht nur Gefahren für<br />
Mitarbeitende oder Servicepersonal<br />
dar, sondern können auch<br />
den effizienten Ablauf in der<br />
Intralogistik beeinträchtigen. Um<br />
bestmögliche Personensicherheit<br />
zu gewährleisten und gleichzeitig<br />
Ausfallzeiten zu minimieren,<br />
benötigen Logistikunternehmen<br />
maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte.<br />
Als bewährter Partner<br />
der Logistikbranche präsentiert<br />
SICK auf der LogiMAT eine Reihe<br />
von Sicherheitssensoren und<br />
-komplettlösungen. Sie gewährleisten<br />
einen wirksamen Schutz<br />
der Mitarbeitenden und optimieren<br />
zugleich die Verfügbarkeit<br />
von Maschinen und Anlagen –<br />
für sichere, produktive und nachhaltige<br />
Betriebsumgebungen.<br />
Über SICK<br />
www.sick.com<br />
SICK ist einer der weltweit führenden<br />
Lösungsanbieter für sensorbasierte<br />
Applikationen für industrielle Anwendungen.<br />
Das 1946 von Dr.-Ing.<br />
e. h. Erwin Sick gegründete Unternehmen<br />
mit Stammsitz in Waldkirch<br />
im Breisgau nahe Freiburg zählt zu<br />
den <strong>Technologie</strong>- und Marktführern<br />
und ist mit 63 Tochtergesellschaften<br />
und Beteiligungen sowie zahlreichen<br />
Vertretungen rund um den Globus<br />
präsent. SICK beschäftigt mehr als<br />
10.000 Mitarbeitende weltweit und<br />
erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen<br />
Konzernumsatz von 2,1 Mrd. Euro.<br />
ROBATECH<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 6B65<br />
„Sustainable Packaging. Made for tomorrow.“<br />
Auf der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart präsentiert Robatech vom 24. bis 26. März <strong>2026</strong> innovative Lösungen für eine nachhaltige<br />
Verpackungsautomation. Gemeinsam mit den Partnern Opitz Packaging Systems GmbH und H.B. Fuller Deutschland GmbH<br />
stellt Robatech am Gemeinschaftsstand 6B65 zukunftsorientierte <strong>Technologie</strong>n unter der gemeinsamen Leitbotschaft.<br />
Nachhaltiger<br />
Klebstoffauftrag<br />
für zukunftsfähige<br />
Verpackungslösungen<br />
Im Fokus des Messeauftritts<br />
steht das Zusammenspiel<br />
von Maschine, Klebstoff und<br />
Auf-tragstechnik – mit einem<br />
Volumenreduzierer von Opitz<br />
Packaging Systems, einem<br />
Kleb-stoff von Fuller und einem<br />
Klebstoff-Auftragssystem von<br />
Robatech. Dieses soll zeigen,<br />
wie moderner Klebstoffauftrag<br />
einen maßgeblichen Beitrag zu<br />
Ressourceneffizienz, Prozesssicherheit<br />
und Nachhaltigkeit<br />
leisten kann. Gerade für<br />
Volumenreduzierer, Kartonaufrichter<br />
oder automatische<br />
Verpackungslinien – wie sie im<br />
stark wachsenden E-Commerce-<br />
Sektor eingesetzt werden – ist<br />
dies besonders relevant.<br />
Für den Klebstoffauftrag setzt<br />
Robatech hier den Spritzkopf SX<br />
Longlife ein, der speziell für hohe<br />
Schaltfrequenzen und eine lange<br />
Lebensdauer entwickelt wurde.<br />
Die robuste Konstruktion reduziert<br />
Wartungsaufwand und<br />
Stillstandzeiten – ein entscheidender<br />
Vorteil in hochautomatisierten<br />
Verpackungsprozessen.<br />
Dann ist da das Schmelzgerät Vision,<br />
das durch energieeffiziente<br />
Bauweise, intelligente Steuerung<br />
und hohe Prozessstabilität überzeugt.<br />
Sowohl Vision als auch<br />
die weiteren Schmelzgeräte der<br />
neuen Generation ermöglichen<br />
einen präzisen und bedarfsgerechten<br />
Klebstoffauftrag.<br />
Anwender können dadurch<br />
ihren Energieverbrauch sowie<br />
die Betriebs-kosten nachhaltig<br />
senken.<br />
Zum Schmelzgerät gehört die<br />
automatische Befüllung, die für<br />
mehr Arbeitssicherheit, hö-here<br />
Systemverfügbarkeit und eine<br />
konstante Klebstofftemperatur<br />
im Schmelztank sorgt. Durch die<br />
Automatisierung der Klebstoffzufuhr<br />
lassen sich manuelle Eingriffe<br />
minimieren und Prozesse<br />
effizienter gestalten.<br />
„Nachhaltige Verpackung<br />
beginnt für uns beim Klebstoffauftrag“,<br />
sagt Rolf Gräser,<br />
Industriemanager Verpackung<br />
bei Robatech. „Unsere Lösungen<br />
helfen Maschinenbauern<br />
und Anwendern, Material- und<br />
Energieverbrauch zu reduzieren,<br />
ohne Kompromisse bei<br />
Per-formance und Verfügbarkeit<br />
einzugehen. Genau das<br />
erwarten unsere Kunden im<br />
E-Com-merce-Umfeld.“<br />
DIE ROBATECH<br />
Robatech optimiert den industriellen<br />
Heissleim- und Kaltleimauftrag<br />
mit nachhaltigen<br />
und innovativen Klebstoff-<br />
Auftragssystemen. Seit 1975<br />
entwickelt und produziert Robatech<br />
hochwertige Steuerungen,<br />
Auftragsköpfe, Schmelz- und<br />
Dosiersysteme, die Klebeprozesse<br />
umweltverträglicher, sicherer<br />
und einfacher machen. Die<br />
Robatech-Gruppe mit Hauptsitz<br />
im schweizerischen Muri/<br />
AG ist in über 80 Ländern vertreten.<br />
Mehr als 700 engagierte<br />
Mitarbeiter weltweit sorgen für<br />
eine persönliche und schnelle<br />
Kundenbetreuung in den unterschiedlichsten<br />
Industrien.<br />
www.robatech.com<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 15
MESSEVORSCHAU<br />
LEUZE<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 3C60<br />
Intelligent vernetzt mit Leuze<br />
Auf der LogiMAT in Stuttgart präsentiert Leuze dieses Jahr neue Lösungen für Produktion und Supply Chain – darunter die<br />
leistungsfähige Plattform identCHAIN für einen effizienten Datenaustausch auf Feldebene sowie das System scanGATE zur<br />
Palettenidentifikation .<br />
Transparent, effizient, sicher:<br />
Auf der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart<br />
zeigt Leuze vom 24. bis 26.<br />
März, wie sich Automatisierung<br />
in Produktion und Logistik auf<br />
ein neues Level heben lässt. So<br />
stellen die Sensor People mit<br />
identCHAIN eine leistungsfähige<br />
Plattform vor, um Identifikationssysteme<br />
auf Feldebene zu<br />
vernetzen. Besucher erleben am<br />
Leuze Messestand C60 in Halle<br />
3 außerdem, wie die Lösung<br />
scanGATE den Wareneingang<br />
in Distributionszentren revolutioniert<br />
und welche Vorteile der<br />
RSL 200 als kleinster Sicherheits-<br />
Laserscanner auf dem Markt<br />
bietet. Weitere Innovationen<br />
wie das Sicherheits-Barcode-<br />
Positioniersystem FBPS 600i mit<br />
PROFIsafe-Schnittstelle runden<br />
den Auftritt ab.<br />
Maximale Transparenz bei<br />
Objekt- und Prozessdaten<br />
Verteilte Daten, Medienbrüche<br />
und Statusinformationen, die<br />
nur zeitverzögert vorliegen –<br />
wer komplexe Produktions- und<br />
Logistikprozesse steuert, kennt<br />
solche Herausforderungen zur<br />
Genüge. Abhilfe schafft hier die<br />
identCHAIN-Lösung von Leuze:<br />
Sie steuert ein Netzwerk von<br />
Identifikationssystemen und<br />
Sensoren für Track-and-Trace-<br />
Mit dem RSL 200 setzt Leuze neue Maßstäbe<br />
bei der Miniaturisierung und Integration von Sicherheits-Laserscannern.<br />
Er eignet sich mit seinen<br />
konfigurierbaren Schutzfeldern optimal zur<br />
Bereichssicherung sowie für Anwendungen mit<br />
Schutzfeldumschaltung.<br />
Leuze identCHAIN bietet eine maximale Transparenz von Objekt- und Prozessdaten dank intelligenter,<br />
sicherer Identifikation auf Shopfloor-Ebene.<br />
Anwendungen. Nutzer haben<br />
an jedem Punkt der Lieferkette<br />
effizienten Zugriff auf umfangreiche<br />
Objekt- und Prozessdaten<br />
in Echtzeit. Das autark<br />
arbeitende System führt das<br />
Datenhandling vollständig auf<br />
Shopfloor-Ebene aus und nutzt<br />
dabei anwendungsspezifisch<br />
erstellte virtuelle Datenträger.<br />
Übrigens: identCHAIN ist auf der<br />
Messe auch am AIM-Gemeinschaftsstand<br />
im „Tracking &<br />
Tracing Theater“ als Teil der moderierten<br />
Führungen zu sehen<br />
(täglich 10:30, 12:30, 14:30 Uhr).<br />
Darüber hinaus stellt Leuze das<br />
Thema am 24. März, 10 Uhr, im<br />
Forum Nord (Halle 7) auch in<br />
einem Fachvortrag vor.<br />
scanGATE: Effizienz für den<br />
Wareneingang<br />
Ebenso ein Highlight am Leuze<br />
Messestand auf der LogiMAT:<br />
scanGATE – das flexible und<br />
zukunftssichere System zur<br />
Identifikation von Anlieferungen<br />
auf Paletten im Wareneingang.<br />
Die Lösung für Distributionszentren<br />
erfasst beidseitig 1D/2D-<br />
Codes auf Warenlieferungen,<br />
sobald die Palette durch das<br />
Gate gefahren wird. Das gelingt<br />
selbst bei schwierigen<br />
Lichtverhältnissen oder variabler<br />
Etikettenqualität zuverlässig bei<br />
Prozessgeschwindigkeiten von<br />
bis zu 0,5 Metern pro Sekunde.<br />
Das System ist flexibel skalierbar,<br />
robust für den 24/7-Logistikbetrieb<br />
und lässt sich einfach in<br />
bestehende IT- und Logistikprozesse<br />
integrieren.<br />
Klein, aber oho<br />
Besucherinnen und Besucher<br />
erfahren am Leuze-Messestand<br />
außerdem mehr über den<br />
Sicherheits-Laserscanner RSL<br />
200. Seine ultra-kompakte<br />
Baugröße mit nur 80 x 80 x 86<br />
Millimetern und eine innovative<br />
Anschlusstechnologie erlauben<br />
nie dagewesene Möglichkeiten<br />
bei der Sensorintegration. Mit<br />
dem leistungsfähigen Gerät<br />
sichern Anwender Maschinen,<br />
Anlagen, fahrerlose Transportsysteme<br />
oder autonome mobile<br />
Roboter zuverlässig ab.<br />
Präzise positioniert per<br />
Barcode<br />
Ebenfalls auf der Fachmesse: das<br />
Sicherheits-Barcode-Positioniersystem<br />
FBPS 600i mit PROFIsafe-<br />
Schnittstelle. Anwender können<br />
darüber das Gerät direkt an eine<br />
sichere SPS anschließen – das<br />
erlaubt einen besonders kompakten<br />
Aufbau und vereinfacht<br />
die Installation. Alternativ gibt<br />
es das Sicherheits-Barcode-<br />
Positioniersystem auch mit zwei<br />
SSI-Schnittstellen. Aller Gerätevarianten<br />
erfassen Positionen<br />
sicher mit nur einem Sensor. Anlagenbetreiber<br />
profitieren so von<br />
einem deutlich geringeren Integrations-<br />
und Wartungsaufwand.<br />
Über Leuze<br />
www.leuze.com<br />
Über 60 Jahre Erfahrung haben<br />
Leuze zum Experten für innovative<br />
und effiziente Sensor- und Sicherheitslösungen<br />
in der Automatisierungstechnik<br />
gemacht. Heute<br />
sorgen weltweit rund 1.500 Sensor<br />
People mit Neugier, Leidenschaft<br />
und Entschlossenheit für Fortschritt<br />
und Wandel. Ihr Antrieb ist der dauerhafte<br />
Erfolg ihrer Kunden in einer<br />
sich ständig wandelnden Industrie.<br />
Ihren Kunden bietet Leuze einen<br />
individuellen Wettbewerbsvorteil<br />
durch intuitive und zuverlässige<br />
Lösungen zur sicheren und nichtsicheren<br />
Positionserkennung. Zum<br />
Beispiel schaltende und messende<br />
Sensoren, Identifikationssysteme,<br />
Lösungen für die Datenübertragung<br />
und Bildverarbeitung. Einen weiteren<br />
Schwerpunkt setzt das Familienunternehmen<br />
als Safety-Experte auf<br />
Komponenten, Services und Lösungen<br />
für die Arbeitssicherheit. Durch<br />
ihr breites und gleichzeitig tiefgreifendes<br />
Applikations-Know-how in<br />
den Branchen des Maschinen- und<br />
Anlagenbaus sind die Sensor People<br />
ihren Kunden mit den unterschiedlichsten<br />
Industrieanforderungen ein<br />
kompetenter und flexibler Partner.<br />
16 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
LogiMAT <strong>2026</strong><br />
SEW EURODRIVE<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 7D07<br />
“POWERED BY PASSION. PROVEN IN DETAIL.”<br />
Unter diesem Motto zeigt SEW-EURODRIVE vom 24. bis 26. März <strong>2026</strong> auf der Logimat ein breites Spektrum skalierbarer<br />
Lösungen für die Intralogistik. Im Mittelpunkt stehen neue Antriebseinheiten, modulare Automatisierungsbausteine und<br />
mobile Robotik. Diese Lösungen optimieren den Materialfluss und bieten den Anwender:innen höhere Energie-Effizienz,<br />
einfache Integration und maximale Anlagenverfügbarkeit.<br />
Mit MOVIONE ® präsentiert<br />
SEW-EURODRIVE eine kompakte<br />
Antriebseinheit für Rollen-, Gurtund<br />
Kettenförderer. Die Lösung<br />
kann als kompakte Antriebseinheit<br />
oder als dezentraler Umrichter<br />
in Kombination mit hocheffizienten<br />
IE3- oder IE5-Motoren<br />
eingesetzt werden. Sie eignet sich<br />
sowohl für Neuanlagen als auch<br />
für Retrofit-Projekte. Als Bestandteil<br />
des Automatisierungsbaukastens<br />
MOVI-C ® beschleunigt<br />
MOVIONE ® die Projektierung,<br />
Inbetriebnahme, Ansteuerung<br />
und Diagnose, sorgt für hohe<br />
Betriebssicherheit und reduziert<br />
die Energie- und Betriebskosten.<br />
Für die Leichtlastfördertechnik<br />
erweitert SEW-EURODRIVE das<br />
System ECDriveS ® um die 48-V-<br />
Reihe ECR A4M. Sie ermöglicht<br />
höhere Dynamik und reduzierte<br />
Ströme aus dem Netzteil. Zudem<br />
ist das Antriebssystem ideal für<br />
mobile Plattformen geeignet. Die<br />
24-V-Variante ECR I ist steckkompatibel<br />
und bietet zusätzliche<br />
Steuerungsoptionen über Feldbus,<br />
ASi oder Binärsignale. Modulare<br />
Motor-Getriebe-Kombinationen<br />
und digitale Schnittstellen<br />
verbessern die Transparenz<br />
und Effizienz und ermöglichen<br />
Condition-Monitoring.<br />
Mit den Power and Energy Solutions<br />
zeigt SEW-EURODRIVE<br />
intelligente Energiemanagementmodule.<br />
Sie reduzieren<br />
Leistungsspitzen, machen<br />
generatorische Energie nutzbar<br />
und sichern Anlagen bei Netzschwankungen<br />
zuverlässig ab.<br />
Diese Lösungen sind vollständig<br />
in MOVI C ® integriert und senken<br />
sowohl die Energie- als auch<br />
die Anschlusskosten.<br />
Ein weiteres Highlight ist die neue<br />
modulare AMR-Plattform für den<br />
autonomen Transport von Paletten,<br />
Behältern und zahlreichen<br />
weiteren Lasten bis 1600 kg. Die<br />
Fahrzeuge unterstützen kontaktloses<br />
Laden, Lasernavigation und<br />
die Kommunikation gemäß dem<br />
VDA-5050-Standard. Offene<br />
Schnittstellen erleichtern die<br />
Systemintegration, während das<br />
Konzept „Platform 2 Go“ die Inbetriebnahme-<br />
und Lieferzeiten<br />
deutlich verkürzt.<br />
Für schienengeführte Systeme<br />
stellt SEW-EURODRIVE die Automatisierungslösung<br />
EHB modular<br />
mit ASi-5 vor. Die Lösung<br />
ermöglicht schnelle Kommunikationszyklen<br />
über Strecken bis 2<br />
× 200 m mit bis zu 40 mobilen<br />
Teilnehmern. Der MOVI C ®<br />
CONTROLLER Typ UHX25A und<br />
das Softwaremodul MOVIKIT ®<br />
RailGuidedSystems ermöglichen<br />
eine effiziente Steuerung. Die<br />
modulare Architektur eignet sich<br />
gleichermaßen für den Einsatz in<br />
Neubau- und Retrofit-Anlagen in<br />
zahlreichen Branchen.<br />
Mit diesen Systemen präsentiert<br />
SEW-EURODRIVE auf der<br />
Logimat <strong>2026</strong> ein umfassendes<br />
Portfolio für zukunftssichere,<br />
flexible und energie-effiziente<br />
Intralogistikprozesse.<br />
www.sew-eurodrive.de<br />
RULMECA<br />
LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1D07<br />
Neue Hochgeschwindigkeits-Antriebsrollen für dynamische Fördertechnik<br />
RULMECA, Entwickler und<br />
Hersteller von Komponenten<br />
für Fördersysteme, präsentiert<br />
auf LogiMAT, der internationalen<br />
Fachmesse für<br />
Intralogistik-Lösungen und<br />
Prozessmanagement, zwei<br />
innovative Antriebslösungen<br />
für die Fördertechnik vor:<br />
den neuen EPS-48V Palettenantrieb<br />
in zwei Varianten für<br />
flexible Einsatzmöglichkeiten<br />
sowie den leistungsstarken<br />
RDR Drive Roller 2MS mit bis<br />
zu 2 m/s Geschwindigkeit.<br />
Zu den Highlights zählt der<br />
EPS-48V-Palettenantrieb, der in<br />
zwei Varianten erhältlich ist: mit<br />
einem Durchmesser von Ø89 mm<br />
und Kunststoff-Lagergehäuse<br />
sowie mit Ø80 mm und Stahl-<br />
Lagergehäuse. Der EPS-48V<br />
erreicht eine Maximalgeschwindigkeit<br />
von 0,4 m/s (Ø89) bzw.<br />
0,36 m/s (Ø80) – und ist damit<br />
doppelt so schnell wie die bisher<br />
verfügbare 400-V-Version. Er<br />
eignet sich zudem für den Palettentransport<br />
von Lasten bis zu<br />
1500 kg. Dank der kompakten<br />
Bauweise und der flexiblen Einsatzmöglichkeiten<br />
eignet sich der<br />
EPS-48V optimal für unterschiedlichste<br />
Förderanwendungen, bei<br />
denen hohe Leistung auf engem<br />
Raum gefragt ist.<br />
Neu im Portfolio ist der Rulmeca<br />
RDR Drive Roller 2MS – ein<br />
leistungsstarker, motorisierter<br />
Rollenantrieb für dynamische<br />
Anwendungen. Mit einer beeindruckenden<br />
Geschwindigkeit<br />
von bis zu 2 m/s, energieeffizientem<br />
Betrieb und besonders<br />
leisem Lauf eignet sich der 2MS<br />
ideal für anspruchsvolle Materialflusslösungen,<br />
bei denen<br />
Schnelligkeit und Zuverlässigkeit<br />
gefragt sind. Zudem ist die getriebelose<br />
48V-Motorrolle 2MS<br />
besonders geräuscharm. Die<br />
innovative Antriebstechnologie<br />
sorgt für einen reibungslosen<br />
und wartungsarmen Betrieb,<br />
was die Produktivität und Wirtschaftlichkeit<br />
in modernen Förderanlagen<br />
weiter steigert.<br />
www.rulmeca.de<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 17
BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />
FÜLLSTANDMESSUNG, DIE DEN AUFWAND SPÜRBAR VERRINGERT<br />
VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks<br />
mit präzisen Radar-Füllstandsensoren<br />
aus<br />
Halbfertigprodukte sind das Bindeglied zwischen Rohstoffen und fertigen <strong>Getränke</strong>n<br />
– und für viele bekannte Marken unverzichtbar. Bei Döhler, einem internationalen<br />
Hersteller solcher Halbfertigprodukte für die <strong>Getränke</strong>industrie, stehen in der<br />
Aufbereitungsabteilung 105 Tanks. Bis vor Kurzem hatten die meisten davon keine<br />
präzise Füllstandmessung in Echtzeit. Das ändert sich gerade: Nach einer Entscheidung<br />
des Unternehmens werden alle Tanks mit stationären Radar-Füllstandsensoren<br />
von VEGA ausgerüstet. Fünfzehn Sensoren sind bereits installiert und zeigen den<br />
Mitarbeitern die aktuellen Füllstände direkt am Arbeitsplatz an.<br />
„Für uns ist Arbeiten<br />
ohne transparente<br />
Messergebnisse wie<br />
diese zukünftig keine<br />
Option mehr“.<br />
In bis zu 15 Meter hohen Puffertanks<br />
erfassen Radarsensoren<br />
vom Typ VEGAPULS 31 zuverlässig<br />
die Füllstände. Die Sensoren<br />
der BASIC-Serie sind für einfache<br />
Anwendungen ausgelegt und<br />
bieten dennoch die Präzision der<br />
High-End-Radartechnologie.<br />
Döhler verarbeitet Fruchtkonzentrate<br />
und „Not From Concentrate“ (NFC)<br />
zu diesen wichtigen Halbfertigprodukten.<br />
Viele bekannte <strong>Getränke</strong>marken<br />
nutzen sie als Grundlage<br />
für ihre eigenen Rezepturen – vom<br />
Supermarkt bis zur Gastronomie. Das<br />
deutsche B2B-Unternehmen Döhler<br />
betreibt weltweit 30 Standorte,<br />
darunter zwei in den Niederlanden:<br />
In Oosterhout entstehen Blends,<br />
in Roggel vor allem alkoholische<br />
<strong>Getränke</strong>.<br />
Rohmaterialhandling<br />
mit 105 OV-Tanks<br />
Am Standort Oosterhout verarbeitet<br />
die Aufbereitungsabteilung große<br />
Mengen eingehender Rohstoffe.<br />
Die meisten davon kommen in<br />
flüssiger Form mit unterschiedlicher<br />
Viskosität an – ausgenommen einige<br />
Zusatzstoffe. Manche Stoffe werden<br />
in Fässern oder Behältern geliefert,<br />
häufigere oder lose Materialien<br />
hingegen per Tankwagen. Diese<br />
flüssigen Rohstoffe lagert das Werk<br />
in insgesamt 105 OV-Tanks.<br />
Die in Fässern angelieferten Stoffe<br />
werden nach dem Prinzip „just in<br />
time“ genau dann in die Produktionslinie<br />
eingebracht, wenn sie<br />
gebraucht werden. Die Materialien<br />
aus den Tankwagen hingegen werden<br />
meist zuerst in den OV-Tanks<br />
zwischengelagert.<br />
Nach der Verarbeitung in einer der<br />
zwölf Produktionslinien gelangen<br />
die Halbfertigprodukte in die Verpackungsabteilung,<br />
von wo aus sie an<br />
die Kunden verschickt werden. Die<br />
Verpackungsgrößen variieren dabei:<br />
Von großen IBC-Containern mit<br />
1.000 Litern und 250-Liter-Fässern<br />
bis hin zu kleineren Bag-in-Box-<br />
Behältern mit sechs bis zehn Litern.<br />
Herausforderungen bei<br />
manuellen Messungen<br />
Die OV-Tanks fassen zwischen 50<br />
und 1.000 Kubikmeter Flüssigkeit.<br />
Bisher wurden ihre Füllstände mit<br />
einem einzigen tragbaren Radar-Füllstandsensor<br />
gemessen. Projektingenieur<br />
Niels van den Hooven erklärt:<br />
„Wir nutzten einen Radarsensor von<br />
VEGA, der auf einem Stativ befestigt<br />
und auf der oberen Luke des Tanks<br />
platziert wurde. Jede Woche haben<br />
wir mehrere Tanks gemessen und die<br />
Daten per Excel in Volumen umgerechnet.<br />
Alle 105 Tanks konnten wir<br />
so nicht überprüfen. Einige waren<br />
wegen fehlender Plattformen gar<br />
nicht zugänglich. Dort haben wir die<br />
Füllstände anhand der Ein- und Ausgänge<br />
geschätzt – was in der Praxis<br />
oft ungenau war.<br />
Operative Risiken ungenauer<br />
Schätzungen<br />
Zuverlässige Schätzungen setzen<br />
voraus, dass keine Materialverluste<br />
18 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Die neueren der insgesamt 105 Aufbereitungstanks sind bereits mit Radarsensoren VEGAPULS C 23<br />
ausgestattet.<br />
auftreten. Dies ist in jeder Fabrik<br />
eine unrealistische Annahme.<br />
Van den Hooven ergänzt:<br />
„Selbst kleine Verluste summieren<br />
sich über die Zeit oder viele<br />
Rezepte hinweg. Das macht die<br />
Schätzungen unzuverlässig.“<br />
Diese Ungenauigkeiten führten<br />
zu Problemen: „Manchmal<br />
dachten wir, 25 Tonnen seien im<br />
Tank, tatsächlich waren es nur<br />
20. Dann mussten wir schnell<br />
reagieren. Umgekehrt kam es<br />
auch vor, dass Tanks überfüllt<br />
wurden, weil mehr Material drin<br />
war als geschätzt. Das passiert,<br />
wenn der Überblick über die<br />
Bestände fehlt“, so Van den<br />
Hooven.<br />
Übergang zu stationären<br />
Radar-Füllstandsensoren<br />
Der Bedarf an einer besseren<br />
Messmethode war offensichtlich.<br />
Das manuelle Vorgehen<br />
war zeitaufwändig und fehleranfällig.<br />
Van den Hooven erklärt:<br />
„Die Mitarbeiter, die messen,<br />
haben noch viele andere Aufgaben.<br />
Und bei dem heutigen<br />
Personalmangel brauchen wir<br />
eine zuverlässigere Lösung zur<br />
Füllstandüberwachung.“<br />
Da Döhler bereits gute Erfahrungen<br />
mit dem tragbaren<br />
Radarsensor von VEGA gemacht<br />
hatte, wandte sich das Unternehmen<br />
an VEGA, um eine<br />
passende Lösung zu finden.<br />
„Der Sensor funktionierte<br />
hervorragend. Deshalb luden<br />
wir VEGA ein, unsere Tanks zu<br />
prüfen. Schnell war klar: VEGA<br />
ist die richtige Wahl. Sie bieten<br />
hochwertige Geräte zu wettbewerbsfähigen<br />
Preisen“, erinnert<br />
sich Van den Hooven.<br />
Kundenspezifische<br />
Lösungen mit VEGAPULS-<br />
Sensoren<br />
VEGA-Kundenbetreuer Lode<br />
Simons arbeitete eng mit Döhler<br />
zusammen, um die passenden<br />
Sensoren zu finden: „Zuerst<br />
klären wir, was der Kunde genau<br />
braucht. Welche Flüssigkeiten<br />
sind im Spiel? Gibt es Rührwerke<br />
oder andere Störfaktoren? Wie<br />
hoch ist die Viskosität? Entsteht<br />
Schaum? Dann stellen wir sicher,<br />
dass das Radar die Füllstände<br />
präzise misst und die Daten<br />
zuverlässig in Volumen umgerechnet<br />
werden können.“<br />
Für Döhler erwiesen sich der<br />
VEGAPULS C 23 und der VE-<br />
GAPULS 31 als ideale Lösung.<br />
Diese Sensoren aus der BASIC-<br />
Serie sind für weniger komplexe<br />
Anwendungen gemacht, bieten<br />
aber dennoch die Zuverlässigkeit<br />
und Genauigkeit des High-End-<br />
Sensors VEGAPULS 6X. Simons<br />
erklärt: „Bei Döhler gibt es keine<br />
Schaumbildung, die Flüssigkeitsoberfläche<br />
ist stabil, und die<br />
Rührwerke sitzen an den Tankseiten<br />
– perfekte Bedingungen<br />
für die VEGAPULS BASIC-Serie.<br />
Installation Skalierbarkeit<br />
Döhler hat Schritt für Schritt<br />
damit begonnen, die Radarsensoren<br />
zu installieren und bereits<br />
15 Tanks damit ausgestattet.<br />
„Unser Ziel ist es, alle 105 Tanks<br />
mit Sensoren auszurüsten, aber<br />
wir gehen es langsam an. Auch<br />
wenn VEGA faire Preise bietet,<br />
bleibt es eine große Investition“,<br />
erklärt Van den Hooven. Die<br />
neueren Tanks in der Aufbereitungsabteilung<br />
sind bereits mit<br />
VEGA-Sensoren ausgestattet.<br />
Für Tanks bis zu 15 Metern Höhe<br />
kommt der VEGAPULS 31 zum<br />
Einsatz, bei größeren Entfernungen<br />
der VEGAPULS C 23. „Wir<br />
haben den 31er für flachere Tanks<br />
gewählt und den C 23 für die höheren“,<br />
so Van den Hooven.<br />
Rationalisierter<br />
Installationsprozess<br />
Die Installation lief glatt. „Die<br />
größte Herausforderung war die<br />
Verkabelung, die hatte nichts<br />
mit den Sensoren zu tun“, erzählt<br />
Van den Hooven. „Viele<br />
Schalttafeln sind in Bodennähe,<br />
deswegen mussten lange Kabel<br />
bis zum Tankdeckel verlegt werden.“<br />
Die Schweißarbeiten und<br />
Verkabelung übernahmen externe<br />
Auftragnehmer, während<br />
VEGA die Sensoren kalibrierte.<br />
Jeder Sensor war in weniger<br />
als einer Stunde einsatzbereit,<br />
wobei die Einrichtung der Linearisierungstabellen<br />
zur Umrechnung<br />
der Entfernungsmessungen<br />
in exakte Volumen etwas<br />
mehr Zeit beanspruchte.<br />
Schulung und<br />
Betriebsvorteile<br />
VEGA schulte das Döhler-Team,<br />
um die Sensoren optimal zu<br />
nutzen. „Unsere Geräte sind<br />
einfach zu konfigurieren, aber<br />
die Schulung hilft beim Umgang<br />
mit besonderen Situationen wie<br />
Fehlermeldungen oder bei der<br />
Frage, wann sofort gehandelt<br />
werden muss“, erklärt Simons.<br />
Die Vorteile der Echtzeitüberwachung<br />
zeigen sich bereits: „Die<br />
Füllstände vom Schreibtisch aus<br />
sehen zu können, ist ein großer<br />
Fortschritt“, sagt Van den<br />
Hooven. Ein maßgeschneidertes<br />
Trendwatch-Tool verarbeitet die<br />
VEGA-Daten und berücksichtigt<br />
sogar die Flüssigkeitsdichte,<br />
um die Volumen präzise zu<br />
berechnen.<br />
Zukunftssichere Investition<br />
Während die Berechnung des<br />
ROI schwierig ist, betont Van<br />
den Hooven die betrieblichen<br />
Vorteile: „Diese Investition spart<br />
viele Arbeitsstunden, reduziert<br />
unnötige Tankwagenfahrten<br />
und verhindert Überfüllungen.<br />
Für uns geht es nicht nur um ROI,<br />
sondern darum, heutige Produktionsstandards<br />
sicherzustellen.“<br />
Radar-Füllstandsensoren<br />
VEGAPULS BASIC<br />
Die VEGA-Sensoren der BASIC-<br />
Serie sind kosteneffizient<br />
ausgelegt und speziell für Standardproduktionsprozesse<br />
unter<br />
moderaten Prozessbedingungen,<br />
wie sie etwa in der Lebensmittel-<br />
und <strong>Getränke</strong>industrie<br />
vorkommen, konzipiert.<br />
Sie arbeiten mit 80-GHz-<br />
Radartechnik und sind in standardisierten<br />
Konfigurationen<br />
verfügbar. Die Ausgangssignale<br />
umfassen 4-20 mA, Modbus<br />
und HART. Optional sind Geräte<br />
mit integrierter Anzeige sowie<br />
Bluetooth-Funktionalität zur<br />
Konfiguration und Diagnose<br />
erhältlich. Die Serie umfasst<br />
neben Radar-Füllstandsensoren<br />
auch Drucksensoren und<br />
Grenzschalter zur umfassenden<br />
Überwachung von Prozessparametern.<br />
<br />
Mehr Informationen<br />
www.vega.com<br />
Die VEGAPULS-Radarsensoren der Serie BASIC für Flüssigkeiten und Schüttgüter messen Füllstände<br />
berührungslos und überzeugen durch einfache Installation und wartungsfreien Betrieb<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 19
BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />
ANDREAS METZENAUER<br />
Leiter Bereich Beverages<br />
and Dairy bei Flottweg<br />
Quelle:<br />
FLOTTWEG<br />
EFFIZIENTE PROZESSE FÜR PFLANZLICHE DRINKS<br />
Hafer, Soja oder Nuss –<br />
Trenntechnik als Schlüssel für<br />
die industrielle Herstellung von<br />
pflanzlichen Milchalternativen<br />
Vegane und vegetarische Ernährung sind in Deutschland angekommen: Immer<br />
mehr Menschen versuchen auf tierische Produkte zu verzichten und entscheiden<br />
sich bewusst für pflanzliche Alternativen. Insbesondere im Bereich der Milch- und<br />
Fleischalternativen wächst der Markt immer weiter: Von Pflanzendrinks aus Soja,<br />
Hafer, Reis oder diversen Nusssorten bis hin zu verschiedenen Fleischersatzprodukten<br />
aus Erbsen, Soja oder Lupinen gibt es immer mehr Lebensmittel, die ohne tierische<br />
Erzeugnisse oder Fleisch funktionieren.<br />
Insbesondere für die Herstellung<br />
von pflanzlichen Milchalternativen<br />
treten aber auch die Herstellungsprozesse<br />
immer mehr in den Fokus:<br />
Denn der Milchersatz muss einen<br />
gewissen Geschmack, Mundgefühl<br />
und Qualität aufweisen. In diesem<br />
Kontext spielen Industriezentrifugen,<br />
beispielsweise von Flottweg<br />
eine wichtige Rolle. Dabei gibt es<br />
allerdings eine Vielzahl an Kriterien<br />
und Entscheidungen, die von<br />
den Herstellern beachtet werden<br />
müssen und jeweils verschiedene<br />
Herausforderungen mit sich bringen.<br />
Welchen Rohstoff wähle ich?<br />
Wie verarbeite ich die Rohstoffe, um<br />
eine möglichst gute Ausbeute zu<br />
bekommen? Welche Inhaltsstoffe<br />
gebe ich danach noch dazu? Welche<br />
Maschinen helfen mir dabei mein<br />
Produkt in gewünschter Qualität zu<br />
erhalten? Wie will ich mein Produkt<br />
dann verkaufen?<br />
20 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Pflanzliche Milchalternativen<br />
– Darum spielen Zentrifugen<br />
eine wichtige Rolle<br />
Bei der Herstellung von pflanzlichen<br />
Milchalternativen wird das<br />
Rohmaterial zunächst mit Wasser<br />
angemaischt und fein vermahlen.<br />
Anschließend folgt ein sogenannter<br />
Extraktionsprozess, bei dem versucht<br />
wird, möglichst viele Inhaltsstoffe<br />
in die flüssige Phase, sprich die<br />
pflanzliche Milch, zu extrahieren. Bei<br />
stärkehaltigen Rohstoffen kommen<br />
dabei Enzyme zum Einsatz, die die<br />
Stärke und weitere Kohlenhydrate in<br />
Zucker umwandeln. Ein wesentlicher<br />
Schritt ist anschließend die effiziente<br />
Abtrennung der extrahierten Pflanzenfasern<br />
mit Hilfe von Dekanterzentrifugen.<br />
„Je nach Rezeptur wird die<br />
Pflanzenmilch mit Speiseöl homogenisiert,<br />
mit verschiedenen Zutaten<br />
vermischt, erhitzt und schließlich<br />
abgefüllt“, erklärt Andreas Metzenauer,<br />
Leiter im Bereich Beverages<br />
and Dairy bei Flottweg.<br />
Flottwegs Big Player für<br />
pflanzliche Milchalternativen:<br />
Der Flottweg Dekanter<br />
Flottwegs Dekanterzentrifugen sind<br />
dabei die effizientesten Maschinen,<br />
um die Rohmilch von den extrahierten<br />
Pflanzenteilen abzutrennen.<br />
Aus den hohen g-Kräften resultiert<br />
eine maximale Klärung, eine große<br />
Flüssigkeitsausbeute durch effiziente<br />
Entwässerung und eine kontinuierlich<br />
hohe Durchsatzleistung. „Gleichzeitig<br />
müssen die Dekanter natürlich<br />
ausreichend groß dimensioniert und<br />
optimal ausgelegt werden, damit das<br />
Trennergebnis bestmöglich ist. Hier<br />
ist das entsprechende Knowhow<br />
und Verständnis für den Prozess<br />
bedeutend, um schlussendlich die<br />
entsprechende Separationslösung<br />
zu verwenden“, beschreibt Andreas<br />
Metzenauer den Prozess weiter. Nur<br />
so kann eine maximale Ausbeute an<br />
Pflanzenmilch garantiert werden und<br />
der Rohstoff möglichst wirtschaftlich<br />
verwendet werden. Zudem ist eine<br />
effiziente Trennung entscheidend<br />
für ein angenehmes Mundgefühl<br />
des pflanzlichen Getränks, da zu<br />
viele Feststoffe zu einem „sandigen<br />
Gefühl“ beim Endverbraucher führen<br />
können.<br />
Außerdem sind Flottweg Dekanterzentrifugen<br />
nach den neusten<br />
Hygienerichtlinien gefertigt und<br />
können problemlos in eine vollautomatische<br />
Anlage mit CIP-Reinigung<br />
integriert werden. Je nach gewünschter<br />
Produktqualität und<br />
je nach Maschinendesign können<br />
auch unterschiedliche Rohstoffe auf<br />
der gleichen Produktionslinie verarbeitet<br />
werden, „allerdings muss<br />
der Hersteller hier auf die Allergenkennzeichnung<br />
der Endprodukte<br />
achten“, so Metzenauer.<br />
Zudem gibt es auch einige Herausforderungen<br />
und Rahmenbedingungen,<br />
die bei der Herstellung von<br />
pflanzlichen Milchalternativen zu<br />
beachten sind. Für Metzenauer ist<br />
dabei entscheidend: „Welchen Rohstoff<br />
wähle ich? Wie fein vermahle<br />
ich die Rohstoffe, um eine möglichst<br />
gute Ausbeute zu bekommen? Wie<br />
gestalte ich meinen Extraktionsprozess?<br />
Welche Inhaltsstoffe gebe ich<br />
danach noch dazu? Wie erhitze ich<br />
ein Produkt? Wie will ich mein Produkt<br />
dann verkaufen?“ Aus diesem<br />
Grund bietet Flottweg für jeden Prozess<br />
individuelle Lösung an: „Unsere<br />
flexiblen, maßgeschneiderten und<br />
optimal ausgelegten Trennlösungen<br />
sind natürlich immer vom Projekt,<br />
der Prozesslinie und der Ausgangslage<br />
des Kunden abhängig. Deshalb<br />
unterstützen wir im Vorfeld bei der<br />
Beratung der richtigen Maschinengrößen,<br />
bei der Einbringung und<br />
bei der Planung, so dass dann die<br />
Schnittstellen später mit verschiedenen<br />
Gewerken optimal geklärt sind.“<br />
Besonders rein dank Flottwegs<br />
Sedicanter ®<br />
Der Sedicanter ® ist eine von Flottweg<br />
produzierte Dekanterzentrifuge für<br />
weiches, fließfähiges Sediment, das<br />
sich von einem Standard-Dekanter<br />
nur schlecht verarbeiten lässt. „Denn<br />
Dekanter kommen hier oftmals an<br />
ihre Leistungsgrenzen, sodass der<br />
feine Feststoff nicht mehr effizient<br />
abgetrennt werden kann. Der Sedicanter<br />
bringt mit seinen höheren<br />
g-Zahlen von bis zu 10.000 x g den<br />
entscheidenden Vorteil. Dadurch<br />
wird eine optimale Ausbeute und<br />
Klärung erreicht.“, beschreibt Metzenauer<br />
den Flottweg Sedicanter ® .<br />
Dabei vereint dieser die Vorteile<br />
eines Separators und einer Dekanterzentrifuge<br />
und klärt die Suspension<br />
ähnlich wie ein Separator, d.h. er<br />
liefert ein optimal geklärtes Zentrat.<br />
Gleichzeitig verarbeitet er – wie der<br />
Dekanter – große Feststoffmengen<br />
OAT BARISTA<br />
DIE HAFERZUTAT<br />
FÜR BARISTAS<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 21
BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />
im Zulauf und erreicht einen trockenen<br />
Feststoff (Sediment) im Austrag.<br />
Daher kann der Sedicanter ® nicht<br />
nur im Herstellungsprozess von<br />
pflanzlichen Milchalternativen verwendet<br />
werden, sondern beispielsweise<br />
auch für die Verarbeitung von<br />
Pflanzenprotein.<br />
Die Zukunft der pflanzlichen<br />
Milchalternativen<br />
Auch zukünftig werden pflanzenbasierte<br />
Produkte, wie Milch- oder<br />
Fleischersatz eine zunehmend wichtige<br />
Rolle auf dem Lebensmittelmarkt<br />
spielen. „In diesem Bereich wird es<br />
meiner Meinung nach viele Produktinnovationen<br />
geben, die in den nächsten<br />
Jahren hinzukommen. Ich glaube<br />
außerdem, dass sich neue Produkte<br />
deutlich vom breiten Wettbewerb<br />
abheben müssen, wenn sie langfristig<br />
erfolgreich sein wollen. Hier liegen<br />
die Herausforderungen zunächst<br />
hauptsächlich in der Forschung und<br />
Produktentwicklung“, erklärt Andreas<br />
Metzenauer. Weiter sind die<br />
pflanzenbasierten Alternativen für<br />
ihn mehr als ein Trend: „Aus meiner<br />
Sicht ist es eine dauerhafte Entwicklung<br />
und das aus mehreren Gründen.<br />
Zum einen hat die Bevölkerung ein<br />
steigendes Gesundheitsbewusstsein<br />
und versucht sich möglichst abwechslungsreich<br />
und bewusst zu ernähren.<br />
Zum anderen versuchen viele auch,<br />
ihren Nachhaltigkeitsgedanken stetig<br />
weiterzuentwickeln und das Thema<br />
Tierwohl zu stärken. Weiterhin<br />
kommt hinzu, dass die Sensorik und<br />
der Geschmack der Produkte immer<br />
mehr von einer breiten Bevölkerungsgruppe<br />
akzeptiert wird. Es sind also<br />
nicht mehr nur Veganer oder Vegetarier,<br />
die pflanzliche Milchalternativen<br />
kaufen, da diese gut schmecken und<br />
sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt<br />
haben.“<br />
Pflanzenmilch_Schema: Prozessschema zur Herstellung von Pflanzenmilch mit den Flottweg Dekanter.<br />
Der Sedicanter®sorgt für eine optimale Klärung<br />
des pflanzlichen Milchersatzes<br />
Alles in allem stehen die Zeichen im<br />
Bereich pflanzlichen Alternativen auf<br />
langfristiges Wachstum. Industriezentrifugen<br />
wie der Dekanter oder<br />
speziell der Sedicanter ® von Flottweg<br />
helfen dabei, wertvolle Ressourcen<br />
schonend zu verwerten und ein optimales<br />
Trennergebnis zu erhalten. <br />
Die Dekanterzentrifuge ermöglicht die Abtrennung<br />
der pflanzlichen Milch von den Pflanzenfasern.<br />
Mehr Informationen<br />
www.flottweg.com<br />
22 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
SICHTBARE FORTSCHRITTE BEI DER HERSTELLUNG ALTERNATIVER PROTEINE<br />
AUS BIERTREBER<br />
Proteine aus Biertreber<br />
Die EAT BEER Biotech GmbH ist in die Pilotphase ihrer Produktion gestartet und treibt<br />
damit die Entwicklung ihrer Branchenlösung weiter voran. Das Schwesterunternehmen<br />
der Störtebeker Braumanufaktur ist eine Ausgründung aus dem vom Bund geförderten<br />
Forschungsprojekt MaltFungiProtein und hat sich auf die Fermentation von<br />
Brauereinebenströmen mit Hilfe von Pilzen spezialisiert.<br />
Seit dem erfolgreichen Abschluss<br />
des Forschungsprojekts im Herbst<br />
2025 dient dessen Pilotanlage<br />
EAT BEER für eigene Versuchsreihen.<br />
Dr. Mark Schneeberger, CTO<br />
von EAT BEER: „Wir nutzen das<br />
Technikum aktuell zur Optimierung<br />
des Fermentationsprozesses und<br />
des Endprodukts, ein proteinhaltiges<br />
Austernpilzmyzel. Gleichzeitig<br />
helfen uns die gewonnenen Daten<br />
bei der Weiterentwicklung unserer<br />
KI, die zusammen mit der Fermentationsanlage<br />
in Zukunft das Herzstück<br />
unserer Plattform sein wird.“<br />
EAT BEER arbeitet an einer modularen<br />
Branchenlösung, mit deren Hilfe Brauereien<br />
im Dark-Factory-Prinzip, also<br />
ohne zusätzliche Arbeitskraft, und am<br />
eigenen Standort unkompliziert aus<br />
Biertreber Proteine für die Lebensmittelindustrie<br />
herstellen können.<br />
Nutzbares Pilz-Protein aus dem<br />
Pilot-Fermenter<br />
Die Pilotanlage mit einem 500-Liter-<br />
Fermenter, die in Zusammenarbeit<br />
mit dem norddeutschen Anlagenbauer<br />
TAB entstanden ist, bildet<br />
die Basis für die lebensmitteltechnologischen<br />
Prozesse. Daneben<br />
arbeitet das junge Unternehmen<br />
um die Geschäftsführer Malte Nordmann<br />
und Jens Reineke sowie CTO<br />
Dr. Mark Schneeberger an den logistischen<br />
und digitalen Grundlagen<br />
für das ganzheitliche System. „Was<br />
wir hier machen, ist pure Innovation<br />
– da gibt es keine Lösungen von der<br />
Stange“, so Dr. Mark Schneeberger.<br />
Und weiter: „Wir mussten jeden<br />
einzelnen Schritt im Prozess erst<br />
selbst erkunden, von der der richtigen<br />
Aufbereitung des Trebers bis<br />
hin zur Lagerung des Proteins.“<br />
Mittlerweile fällt unabhängig von<br />
der Treberart – Weizen, Roggen,<br />
Gerste – am Ende des Prozesses gut<br />
verwertbare Myzelmasse aus. „Das<br />
Ziel für <strong>2026</strong> ist es, die Abläufe unter<br />
verschiedenen Bedingungen zu<br />
standardisieren und uns so schrittweise<br />
auf die Marktreife vorzubereiten“,<br />
so Mark Schneeberger.<br />
Daten sammeln und Proteine<br />
verarbeiten<br />
Die Pilotanlage wird darum auch<br />
<strong>2026</strong> im Dauerbetrieb laufen. Zum<br />
einen verwenden Störtebeker,<br />
EAT BEER und Partner aus der Lebensmittelverarbeitung<br />
das Myzel<br />
für kulinarische Versuche im Bereich<br />
der Lebensmittelproduktion, etwa<br />
zur Herstellung von Fleischalternativen.<br />
Zum anderen generiert das Unternehmen<br />
fortlaufend valide Daten<br />
und erfasst dabei im Produktionsalltag<br />
gleichzeitig alle erdenklichen<br />
Vorkommnisse. Malte Nordmann:<br />
„Unser Ziel ist es, anderen Brauereien<br />
den Fermentationsprozess am<br />
eigenen Standort zu ermöglichen.<br />
Da jeder Braubetrieb mit anderen<br />
Rohstoffen, Rezepturen und Verfahren<br />
arbeitet, muss unser System<br />
flexibel auf die unterschiedlichsten<br />
Rahmenbedingungen anwendbar<br />
sein. Darum sind alle Abweichungen<br />
vom Normprozess, die wir heute<br />
erfassen, wertvolle Informationen<br />
für die Zukunft.“ Langfristig will<br />
EAT BEER eine skalierbare Plattformlösung<br />
an Brauereistandorten<br />
implementieren, die via KI-Software<br />
autonom und individuell den gesamten<br />
Fermentations- und Herstellungsprozess<br />
übernimmt.<br />
Die Weichen stellen für den<br />
Branchen-Kickoff<br />
<strong>2026</strong> will EAT BEER auch personell<br />
wachsen, unter anderem um Kapazitäten<br />
für Strukturprojekte zu schaffen.<br />
So drängt beispielsweise das<br />
Thema EU-Zulassung: Die Proteine,<br />
die EAT BEER herstellt, fallen in die<br />
Kategorie „Novel Food“ (neuartige<br />
Lebensmittel) und müssen von der<br />
EFSA, der Europäischen Behörde für<br />
Lebensmittelsicherheit, genehmigt<br />
werden. Dr. Mark Schneeberger:<br />
„Wir können den Zulassungsprozess<br />
nicht aktiv beschleunigen, aber wir<br />
können mit belegbaren Daten und<br />
Erkenntnissen sowie mithilfe von<br />
Reallaboren die Arbeit der EFSA unterstützen.<br />
Gleichzeitig werden wir<br />
die Zeit nutzen, um bei potenziellen<br />
Partnern, Kunden und Endverbrauchern<br />
Aufklärungsarbeit rund um<br />
unser Austernpilzprotein zu leisten,<br />
um die Verbraucherakzeptanz zu<br />
fördern und so der Branche den<br />
Weg für die Herstellung von Proteinen<br />
aus Biertreber zu ebnen.“ <br />
Malte Nordmann mit Myzel aus Weizen- und<br />
Schwarzbiertreber<br />
Mehr Informationen<br />
www.eatbeer.com<br />
Von<br />
ANKE LOEPPKE<br />
Goldkniff<br />
Über EAT BEER<br />
Die EAT BEER Biotech<br />
GmbH aus Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)<br />
ist<br />
ein Biotech-Unternehmen,<br />
das sich auf die Transformation<br />
von Nebenströmen<br />
der Brau- und Lebensmittelbranche<br />
zu Pilz-Protein-<br />
Rohprodukten für die Nahrungsmittelindustrie<br />
mittels<br />
Fermentation spezialisiert<br />
hat. Das Schwesterunternehmen<br />
der Störtebeker<br />
Braumanufaktur möchte<br />
damit anderen Brauereien<br />
die Möglichkeit geben, ihre<br />
Nebenprodukte zu kapitalisieren<br />
und damit neue Umsatzquellen<br />
zu erschließen.<br />
Nachhaltig, regional und<br />
zukunftsfähig. EAT BEER<br />
übernimmt für seine Kunden<br />
den kompletten Prozess,<br />
von der Planung über<br />
die Installation der Anlage<br />
bis zur dezentralen Steuerung<br />
der Produktion aus<br />
der Ferne. Geschäftsführer<br />
ist Jan Malte Nordmann.<br />
Weitere Informationen sind<br />
auf dem LinkedIn-Kanal<br />
von EAT BEER abrufbar.<br />
Quelle:<br />
EAT BEER Biotech GmbH<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 23<br />
Der Sedicanter®sorgt
BRANCHEN REPORT | Klimatechnik<br />
KLIMATECHNISCHE LÖSUNGEN VON KIEFER BEI DER BRAUEREI WEIHENSTEPHAN<br />
Intelligente Lüftungstechnik im<br />
neuen Braukeller<br />
Die älteste Brauerei der Welt, die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, investiert<br />
nach und nach in die Modernisierung ihrer Braustätte auf dem Weihenstephaner<br />
Berg in Freising. Zuletzt wurde nach nur 1 ½ Jahren Bauzeit ein neuer Braukeller<br />
eingeweiht. Beim Bau dieses Kombikellers setzte das Unternehmen auf die Experten<br />
von Kiefer Klimatechnik, die sich unter anderem auf den Anlagenbau in der<br />
<strong>Getränke</strong>industrie spezialisiert haben.<br />
Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan investierte 2024 in einen hochmodernen neuen Braukeller am Standort Freising und holte sich hierfür die auf Brauanlagen spezialisierten<br />
Experten der Kiefer Klimatechnik GmbH an die Seite.<br />
Bild: Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan<br />
„Älteste Brauerei der Welt“ und „älteste<br />
noch bestehende Braustätte der<br />
Welt“ – die Brauerei Weihenstephan<br />
ist zurecht stolz auf ihre bewährte<br />
Tradition und besonders auf ihre<br />
verschiedenen Biersorten. Damit die<br />
rund 1000-jährige Braukunst auch in<br />
der Zukunft erfolgreich ist, erstellte<br />
das Unternehmen in Zusammenarbeit<br />
mit dem Technischen Büro Weihenstephan<br />
einen Masterplan, der nun<br />
sukzessive umgesetzt wird. Neben<br />
einem neuen Logistikzentrum, einer<br />
neuen Entalkoholisierungsanlage und<br />
einer neuen Filtration entstand nun<br />
auch ein neuer Braukeller. Die Gründe<br />
hierfür waren vielfältig: Aufgrund<br />
der vor allem im Sommer steigenden<br />
Nachfrage nach untergärigen<br />
Bieren wie Helles, Pils oder Festbier<br />
erreichte der bisherige Keller seine<br />
Kapazitätsgrenze. Denn für diese<br />
Spezialitäten benötigt man niedrigere<br />
Temperaturen sowie längere Gär- und<br />
Lagerzeiten. Als ursprünglich auf<br />
obergäriges Weißbier spezialisierte<br />
Brauerei waren die alten Tanks dafür<br />
weder volumentechnisch noch wirtschaftlich<br />
ausgelegt. Die Auslagerung<br />
des neuen Logistikzentrums schaffte<br />
wiederum freie Flächen, so dass der<br />
neue Keller direkt an die bestehenden<br />
historischen Gebäude angebaut werden<br />
konnten.<br />
Spezielle Anforderungen für<br />
optimale Modernisierung<br />
Im Juli 2024 feierte die Brauerei die Eröffnung<br />
des neuen Kombikellers. Insgesamt<br />
ist nun Platz für 24 Biertanks,<br />
davon wurden in der ersten Ausbaustufe<br />
drei kleine und vier große<br />
Drucktanks, vier Kombitanks sowie<br />
ein Althefetank installiert. Damit kann<br />
künftig sehr flexibel auf die Nachfrage<br />
nach ober- und untergärigen Bieren<br />
reagiert werden. Vorangegangen war<br />
dem Projekt eine ausführliche einjährige<br />
Planungsphase. Denn vor allem<br />
bei der Klimatechnik galt es besondere<br />
Anforderungen zu berücksichtigen.<br />
Ein Bierkeller ist ein hygienisch<br />
hochsensibler Produktionsbereich<br />
mit klaren Vorgaben an Temperatur,<br />
Feuchte und maximale Kohlendioxidwerte,<br />
Hygiene und Raumluftströmung.<br />
Beispielsweise mussten alle<br />
Einbauteile aus Edelstahl bestehen,<br />
um der regelmäßigen Reinigung mit<br />
Säuren und Laugen sowie Korrosion<br />
standzuhalten. Neben der Hygiene<br />
ist vor allem die Wärme- und Feuchteabfuhr<br />
wichtig. Hierfür holte sich<br />
die technische Leitung der Brauerei<br />
Weihenstephan erfahrene Experten in<br />
der Lüftungstechnik an die Seite. Die<br />
Kiefer Klimatechnik GmbH aus Stuttgart<br />
plant und realisiert bereits seit<br />
über 140 Jahren moderne raumluftund<br />
klimatechnische Anlagen und<br />
hat sich dabei unter anderem auf die<br />
<strong>Getränke</strong>industrie und insbesondere<br />
auf Brauanlagen spezialisiert.<br />
Jahrzehntelanges Know-How<br />
für Brauanlagen<br />
Neben zahlreichen erfolgreichen<br />
Projekten bei anderen renommierten<br />
Brauereien überzeugte Kiefer unter<br />
Alle Einbauteile, wie zum Beispiel die CO 2<br />
- Erfassungsanlage mus<br />
dern auch um Reinigung und Korrosion standzuhalten. Bild: Foto<br />
24 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
anderem bei einem früheren Auftrag<br />
in der Brauerei Weihenstephan. Für<br />
einen bereits bestehenden Lagerkeller<br />
übernahm das Stuttgarter<br />
Unternehmen seinerzeit erfolgreich<br />
die Planung und Umsetzung einer<br />
Sorptions-Entfeuchtungsanlage.<br />
„Beim neuen Kombikeller galt es,<br />
die Planungen, technischen Randbedingungen<br />
und Schnittstellen zu<br />
überprüfen sowie Einbau, Inbetriebnahme,<br />
Wartung und Inspektion<br />
sicherzustellen“, berichtet Thomas<br />
Sigle, Leiter Anlagenbau bei Kiefer<br />
Klimatechnik. Er verantwortete im<br />
Vorfeld die Abstimmung mit den<br />
Architekten und der technischen<br />
Leitung, übernahm die Prüfung<br />
und koordinierte die anschließende<br />
Umsetzung. Bei der Planung gab es<br />
verschiedene Vorgaben zu beachten:<br />
Die Einhaltung eines bestimmten<br />
Feuchtefensters – das heißt maximal<br />
70 % relative Luftfeuchte im Raum<br />
– sollte im Zusammenhang mit den<br />
zu erwartenden Oberflächentemperaturen<br />
von Raumumschließungsflächen<br />
wie Boden, Decke, Wände und<br />
Teilen der Brauanlage gewährleistet<br />
sein. „Da Medienleitungen mit<br />
zugehörigen Einbauteilen teilweise<br />
Oberflächentemperaturen unter 0°C<br />
aufweisen, soll die Kondensatmenge<br />
auf diesen Installationen weitgehend<br />
reduziert werden. Das haben wir unter<br />
anderem durch eine gleichmäßige<br />
Luftverteilung im Raum erreicht“,<br />
erläutert Sigle weiter.<br />
sten aus Edelstahl sein um nicht nur optisch zu überzeugen, soncraft:<br />
Christian Schranner<br />
Die Klima- und Lüftungstechnik muss insbesondere bei Brauanlagen besondere Anforderungen berücksichtigen.<br />
Für die ideale Raumentfeuchtung wurde moderne Technik zur Zulufteinbringung installiert.<br />
Bild: Fototcraft: Christian Schranner<br />
Darüber hinaus galt es auch, die relative<br />
Raumluftfeuchte zu begrenzen,<br />
um Schimmelbildung zu vermeiden.<br />
Dafür musste an den kalten Gebäudeoberflächen<br />
die Taupunkttemperatur<br />
begrenzt werden. Aufgrund<br />
teilweise nasser Bodenflächen in den<br />
Kellerräumen und der Infiltration<br />
von Außenluft mit hoher absoluter<br />
Feuchte ist daher vor allem die<br />
Entfeuchtung ein wichtiger Punkt.<br />
Dies wird durch Einbringen von entfeuchteter<br />
Außenluft gewährleistet.<br />
Die Entfeuchtung erfolgt sowohl im<br />
Lüftungszentralgerät bei hohen Außenluftfeuchten<br />
durch Kondensation<br />
in der Wärmerückgewinnungseinheit<br />
als auch am Luftkühler der folgenden<br />
Nachbehandlungseinheit. Damit<br />
können Zuluftfeuchten von 6,1 g/kg<br />
entsprechend einer Taupunkttemperatur<br />
von 6,5°C erzielt werden. Sollte<br />
nach vorliegenden Betriebserfahrungen<br />
noch weiter entfeuchtet werden<br />
müssen, ist die Nachrüstung von<br />
Sorptionselementen möglich. Damit<br />
können absolute Zuluftfeuchten<br />
von 1,8 g/kg entsprechend einem<br />
Taupunkt von -3°C erreicht werden.<br />
Zusätzlich sind die Tanks und die<br />
Anlagentechnik so intelligent verrohrt,<br />
dass ein Auslaufen des Bieres<br />
verbunden mit anschließendem<br />
Wegspritzen überwiegend vermieden<br />
wird.<br />
Da Kohlendioxid schwerer als Luft<br />
ist und sich in geschlossenen Räumen<br />
oder tieferliegenden Bereichen<br />
wie Kellern leicht ansammeln kann,<br />
musste eine solche Anhäufung oder<br />
auch das Abströmen in weitere<br />
Räume grundsätzlich vermieden<br />
werden. Auch in solchen Fällen wird<br />
die nachzuführende Außenluft entfeuchtet<br />
und das bei der Gärung entstehende<br />
Kohlendioxid abgesaugt.<br />
Im Havariefall strömt die Außenluft<br />
direkt über die in der Außenwand<br />
integrierte Jalousieklappe nach.<br />
Beste Technik und modernes<br />
Design<br />
In der Brauerei finden oftmals Veranstaltungen,<br />
Führungen, Feiern sowie<br />
Touristen- und Kundenbesuche statt.<br />
Da im neuen Keller auch direkt Bier<br />
gezapft werden kann, sollte der<br />
Raum bei Bedarf durch eine LED-<br />
Showbeleuchtung entsprechend in<br />
Szene gesetzt werden können. Aus<br />
diesem Grund wurden an das Design<br />
der Anlagenplanung und der Raumgestaltung<br />
hohe Anforderungen<br />
gestellt. Beispielsweise sollten die<br />
lufttechnischen Bauteile visuell so integriert<br />
werden, dass sie sich optisch<br />
ansprechend in den Raum integrieren.<br />
Sigle ergänzt: „Deshalb haben<br />
wir die an der Wand angebrachten<br />
CO 2- Erfassungseinrichtungen und<br />
die Außenluftnachströmeinheiten<br />
aus Edelstahl in enger Abstimmung<br />
mit dem Architekten gestaltet.“<br />
Dass sich der neue Kombikeller wie<br />
gewünscht bestens auch für große<br />
Feierlichkeiten eignet, zeigte sich<br />
bei der Einweihung: „Alle Projektbeteiligten<br />
waren begeistert und sehr<br />
zufrieden mit dem Ergebnis“, freut<br />
sich Sigle. So kann in Weihenstephan<br />
weiterhin auf technisch höchstem<br />
Niveau Bier gebraut werden – idealerweise<br />
noch weitere 1000 Jahre. <br />
Mehr Informationen<br />
www.kieferklima.de<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 25
BRANCHEN REPORT | Verpackung<br />
POMURSKE MLEKARNE BRINGT ASEPTISCHE SIG-KARTONPACKUNGEN MIT VOLLEM<br />
BARRIERESCHUTZ OHNE ALUMINIUMSCHICHT AUF DEN MARKT<br />
Wichtiger Meilenstein<br />
für nachhaltige Innovation<br />
Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach aseptischen Kartonpackungen<br />
ohne Aluminiumschicht arbeitet Pomurske Mlekarne, ein bedeutender Milchproduzent<br />
in Slowenien, zusammen mit SIG, um sein erstes Milchprodukt in aseptischen SIG Terra<br />
MidiBloc Alu-free + Full barrier Kartonpackungen auf den Markt zu bringen.<br />
Mit einer langen Tradition bei der<br />
Markteinführung von Produkten<br />
in SIG-Kartonpackungen ist der<br />
jüngste Relaunch der fettarmen<br />
Milch Pomurske Mlejko 2,8 % in<br />
SIG-Kartonpackungen, hergestellt<br />
aus dem Verpackungsmaterial SIG<br />
Terra Alu-free + Full barrier, ein<br />
wichtiger Meilenstein für die lokale<br />
Milchwirtschaft, denn sie bieten<br />
den vollen Barriereschutz ohne<br />
Aluminiumschicht.<br />
Durch die Entfernung der Aluminiumschicht<br />
aus aseptischen Kartonpackungen<br />
hat SIG einen bedeutenden<br />
Schritt zur Verringerung der Umweltauswirkungen<br />
und zur Schaffung<br />
eines regenerativen Lebensmittelverpackungssystems<br />
getan. Das Verpackungsmaterial<br />
SIG Terra Alu-free +<br />
Full barrier besteht zu mehr als 80 %<br />
aus Rohkarton (ohne Verschluss). Die<br />
Aluminiumschicht wird durch eine<br />
ultradünne Polymerbeschichtung ersetzt,<br />
die die Produkte vor Sauerstoff,<br />
Licht, Feuchtigkeit und Aromaverlust<br />
schützt. Diese Innovation reduziert<br />
die Anzahl der Rohstoffe von drei auf<br />
zwei und senkt den CO 2<br />
-Fußabdruck<br />
von aseptischen Multiserve-Kartonpackungen<br />
von SIG 1 . Das Verpackungsmaterial<br />
eignet sich für eine<br />
Vielzahl von Produkten, darunter<br />
Milchprodukte, Säfte und pflanzenbasierte<br />
<strong>Getränke</strong>. Pomurske Mlekarne<br />
profitiert auch im Bereich der<br />
Produktion, da SIG Terra Alu-free +<br />
Full barrier nahtlos auf bestehenden<br />
SIG-Füllmaschinen verarbeitet werden<br />
kann, ohne die Leistung der Anlage<br />
zu beeinträchtigen. Der Wechsel<br />
zwischen Verpackungsmaterial ohne<br />
Aluminiumschicht und Standardverpackungsmaterial<br />
ist jederzeit schnell<br />
und einfach möglich.<br />
Jovana Pinter, Head of Sales South-<br />
East Europe bei SIG: „Unsere<br />
enge Partnerschaft mit Pomurske<br />
Mlekarne basiert auf unseren gemeinsamen<br />
Werten und unserem<br />
Engagement, immer das Beste anzustreben.<br />
Die Markteinführung von<br />
aseptischen Kartonpackungen aus<br />
dem Verpackungsmaterial SIG Terra<br />
Alu-free + Full barrier bietet Verbrauchern<br />
eine noch nachhaltigere<br />
Verpackungslösung, ohne Kompromisse<br />
beim Barriereschutz oder der<br />
Produkthaltbarkeit einzugehen.“<br />
SIG war 2010 mit der Markteinführung<br />
eines Verpackungsmaterials<br />
ohne Aluminiumschicht für aseptische<br />
Kartonpackungen der Pionier<br />
in seiner Branche – entwickelt für<br />
sauerstoffunempfindliche Produkte<br />
wie pure Milch. Mit SIG Terra Alufree<br />
+ Full barrier erreichte SIG<br />
einen neuen Meilenstein in der Barrieretechnologie<br />
für Verpackungen,<br />
denn dieses Verpackungsmaterial<br />
ohne Aluminiumschicht ist auch für<br />
den Einsatz bei sauerstoffempfindlichen<br />
Produkten wie Fruchtsäften,<br />
Nektaren, aromatisierter Milch oder<br />
pflanzlichen <strong>Getränke</strong>n geeignet.<br />
Bis heute hat SIG insgesamt über 4<br />
Milliarden Verpackungen ohne Aluminiumschicht<br />
verkauft.<br />
Quelle:<br />
1. basierend auf einer unabhängigen ISO-konformen<br />
Ökobilanzanalyse (cradle to grave) für<br />
EU27+3: https://api.sig.biz/media/0dhjrkj1/lca_<br />
sig-terra-alu-free-plus-full-barrier-and-sig-terraalu-free-plus-full-barrier-plus-forest-based-polymers-for-sig-midibloc-and-sig-midifit.pdf<br />
Quelle:<br />
SIG<br />
Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach aseptischen Kartonpackungen ohne Aluminiumschicht arbeitet<br />
Pomurske Mlekarne, ein bedeutender Milchproduzent in Slowenien, zusammen mit SIG, um sein erstes Milchprodukt<br />
in aseptischen SIG Terra MidiBloc Alu-free + Full barrier Kartonpackungen auf den Markt zu bringen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.sig.biz<br />
26 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
TETRA PAK IN ZUSAMMENARBEIT MIT GARCÍA CARRIÓN<br />
Weltweit erste aseptische Kartonverpackung<br />
mit Barriere auf<br />
Papierbasis für die Kategorie Saft<br />
Tetra Pak hat heute in Zusammenarbeit mit García Carrión die erste Nutzung seiner<br />
Barrieretechnologie auf Papierbasis für Saftverpackungen vorgestellt. Diese Innovation im<br />
Bereich nachhaltiger Verpackungslösungen für Lebensmittel stellt einen bedeutenden Schritt<br />
zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Materialien dar. Das neue Verpackungsmaterial<br />
wird nun in mehreren Märkten eingeführt.<br />
Tetra Pak hat gemeinsam mit dem<br />
führenden spanischen <strong>Getränke</strong>hersteller<br />
García Carrión erstmals eine<br />
Saftverpackung mit einer Barriere auf<br />
Papierbasis auf den Markt gebracht.<br />
Die Flagschiffmarke des Unternehmens,<br />
Don Simón, ist in einer Tetra<br />
Brik ® Aseptic Slim Leaf 200-ml-Verpackung<br />
erhältlich. Dies ist die weltweit<br />
erste Portionspackung für Saft, die<br />
die innovative Barriereschicht verwendet<br />
– und die erste Verpackung dieser<br />
Art, die in Spanien angeboten wird.<br />
Die Verpackung besteht aus bis zu<br />
80 % Papier, was ihre Nachhaltigkeitsmerkmale<br />
hervorhebt. Die Kombination<br />
der Barriere auf Papierbasis<br />
mit pflanzlichen Polymeren, die in den<br />
Beschichtungen des Verpackungsmaterials<br />
verwendet werden, erhöht den<br />
Anteil erneuerbarer Inhaltsstoffe auf<br />
bemerkenswerte 92 % und reduziert<br />
den CO 2<br />
-Fußabdruck um 43 % im<br />
Vergleich zu einer aseptischen Verpackung,<br />
die Aluminiumfolie und fossile<br />
Polymere verwendet. Dies wurde vom<br />
Carbon Trust bestätigt 1 .<br />
„Wir sind stolz darauf, Pionierarbeit<br />
im Bereich Nachhaltigkeit bei Verpackungslösungen<br />
für die Kategorie<br />
Saft zu leisten. Seit mehr als 135<br />
Jahren setzt sich García Carrión für<br />
verantwortungsvolle Innovationen<br />
und den Respekt vor der Umwelt ein“,<br />
sagt Don José García Carrión, Präsident<br />
von García Carrión. „Diese Innovation<br />
unterstützt unsere Mission, die<br />
Umweltbelastung zu reduzieren und<br />
gleichzeitig hochwertige Produkte<br />
für unsere Verbraucher anzubieten“,<br />
fügt Fala Corujo, Vizepräsidentin von<br />
García Carrión, hinzu.<br />
Für García Carrión stellt diese Verpackungslösung<br />
eine neue industrielle<br />
Anwendung seiner 360°-Nachhaltigkeitsstrategie<br />
dar, die mit dem Factories<br />
of the Future Award 2024 für<br />
Exzellenz im Bereich Nachhaltigkeit<br />
und Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet<br />
wurde.<br />
Tatiana Liceti, Executive Vice President,<br />
Packaging Solutions bei Tetra Pak,<br />
kommentiert: „Diese Produkteinführung<br />
stellt einen bedeutenden Schritt<br />
auf unserem Weg zu vollständig<br />
nachwachsenden und recycelbaren<br />
Verpackungen dar. Indem wir eng mit<br />
unseren Kunden zusammenarbeiten,<br />
zeigen wir, dass nachhaltige Innovationen<br />
über Märkte und Kategorien<br />
hinweg skalierbar sind und dabei<br />
die Funktionalität und Qualität der<br />
Verpackungen gewährleistet werden<br />
kann.“<br />
Was ist eine Barriere auf<br />
Papierbasis?<br />
Die Barriere auf Papierbasis von<br />
Tetra Pak ist ein Durchbruch in der<br />
Entwicklung aseptischer Kartons. Sie<br />
ersetzt die traditionelle Aluminiumfolie<br />
durch eine erneuerbare Barriere<br />
auf Papierbasis, fördert den Umstieg<br />
von fossilbasiertem Material auf eine<br />
kohlenstoffarme, erneuerbare Alternative<br />
und reduziert die Kohlenstoffbilanz<br />
der Verpackung. Zusammen<br />
mit anderen Verpackungsschichten<br />
schützt die Barriere auf Papierbasis<br />
vor Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit<br />
und Bakterien. So stellt sie sicher,<br />
dass die Lebensmittelsicherheit nicht<br />
beeinträchtigt wird und die Haltbarkeit<br />
mit Verpackungen vergleichbar<br />
ist, die eine Aluminiumfolienschicht<br />
verwenden. Aseptische Kartons mit<br />
einer neuen Barriere auf Papierbasis<br />
können bei vorhandener Recyclinginfrastruktur<br />
im großen Maßstab<br />
gesammelt, sortiert und recycelt<br />
werden. Die neue Barriere auf Papierbasis<br />
wird voraussichtlich zusätzliche<br />
Vorteile für die Effizienz der nachgeschalteten<br />
Recyclinginfrastruktur<br />
bieten. Dazu gehört unter anderem,<br />
dass wir den Altpapieranteil aus dem<br />
Recyclingprozess unserer Kartonverpackungen<br />
maximieren können,<br />
wodurch hochwertige faserhaltige<br />
und nicht-faserhaltige Bestandteile<br />
zurückgewonnen werden.<br />
Die Barrieretechnologie auf Papierbasis<br />
von Tetra Pak ist Teil des umfassenderen<br />
Ziels, die nachhaltigste<br />
Lebensmittelverpackung der Welt<br />
zu schaffen – eine papierbasierte<br />
Verpackung, die ausschließlich aus<br />
verantwortungsvoll bezogenen nachwachsenden<br />
oder recycelten Materialien<br />
besteht, eine geringstmögliche<br />
Kohlenstoffbilanz aufweist und vollständig<br />
recycelbar ist 2 .<br />
Der aseptische <strong>Getränke</strong>karton von<br />
Tetra Pak mit Barriere auf Papierbasis<br />
wurde 2023 in Zusammenarbeit mit<br />
einem Milchunternehmen in Portugal<br />
auf den Markt gebracht. Er wurde<br />
als bahnbrechende Innovation im<br />
Bereich nachhaltiger Verpackungen<br />
angesehen und erhielt den „Resource<br />
Efficiency“-Preis bei den Sustainable<br />
Packaging News Awards 2024. <br />
Mehr Informationen<br />
www.tetrapak.com<br />
Quelle:<br />
1. Carbon Trust- verifiziertes<br />
Tetra Pak „Carton CO 2<br />
Calculator“-Modell, Version 9<br />
(gültig ab 01.01.2023). Umfang:<br />
Lebenszyklusbewertung von der<br />
Herstellung bis zur Entsorgung<br />
eines Tetra Brik® Aseptic 200<br />
Slim Leaf Kartons mit Polymeren<br />
auf pflanzlicher Basis in der<br />
Beschichtung und einer Barriere<br />
auf Papierbasis im Vergleich mit<br />
einer normalen Verpackung vom<br />
Typ Tetra Brik® Aseptic 200 Slim<br />
Leaf. Region: EU-Branchendaten.<br />
2. Darunter verstehen wir einen<br />
Karton, der aus vollständig verantwortungsvoll<br />
beschafften,<br />
nachwachsenden oder recycelten<br />
Rohstoffen hergestellt wird<br />
und dabei hilft, Klima, Ressourcen<br />
und Artenvielfalt auf unse<br />
rem Planeten zu schützen und<br />
wiederherzustellen. Eine solche<br />
Verpackung leistet einen Beitrag<br />
zur klimaneutralen Herstellung<br />
und Distribution, ist praktisch<br />
und sicher. So hilft sie beim Aufbau<br />
widerstandsfähiger Lebensmittelsysteme.<br />
Zudem ist sie vollständig<br />
recycelbar.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 27
BRANCHEN REPORT | Verpackung<br />
FACHMESSE DER VERPACKUNGSINDUSTRIE<br />
Zukunftsfähige Lebensmittelverpackungen<br />
müssen<br />
hohe Ansprüche erfüllen<br />
Als weltweit führende Fachmesse der Verpackungsindustrie ist die interpack<br />
der zentrale Treffpunkt für alle, die Lösungen für die drängendsten<br />
Herausforderungen der Lebensmittelindustrie entwickeln. Denn die Anforderungen<br />
an Lebensmittelverpackungen sind hoch: maximaler Produktschutz bei minimalem<br />
Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit trotz hoher Hygieneanforderungen, regulatorische<br />
Konformität bei gleichzeitig steigendem Kostendruck. Gerade im Foodbereich<br />
entscheidet die richtige Verpackung über Haltbarkeit, Produktsicherheit und<br />
Transportfähigkeit – und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung von<br />
Lebensmittelverlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.<br />
Mockuuups/unsplash<br />
Dass hier weiterhin großer Handlungsbedarf<br />
besteht, zeigen aktuelle<br />
Zahlen des UN-Umweltprogramms<br />
(UNEP): Laut dem „Food Waste<br />
Index Report 2024“ werden weltweit<br />
jährlich rund 1,05 Milliarden<br />
Tonnen Lebensmittel verschwendet.<br />
Neben wirtschaftlichen Schäden<br />
hat dies erhebliche ökologische<br />
Auswirkungen – schätzungsweise<br />
acht bis zehn Prozent der globalen<br />
Treibhausgasemissionen sind auf<br />
Lebensmittel zurückzuführen, die<br />
nie verzehrt werden. Initiativen wie<br />
SAVE FOOD, die von der interpack<br />
gemeinsam mit Partnern aus Industrie<br />
und Institutionen angestoßen<br />
wurden, haben dazu beigetragen,<br />
das Bewusstsein für diese Zusammenhänge<br />
zu schärfen. Auf der<br />
interpack stehen heute vor allem<br />
konkrete technologische Antworten<br />
im Fokus: nachhaltige Materialien,<br />
intelligente Verpackungskonzepte<br />
und automatisierte, ressourcenschonende<br />
Prozesse für die Lebensmittelverpackung<br />
von morgen.<br />
Recycling wird<br />
lebensmitteltauglich<br />
Die neue EU-Verpackungsverordnung<br />
PPWR schreibt eine deutliche<br />
Reduzierung von Verpackungsabfällen,<br />
verbindliche Recyclingquoten<br />
und den verstärkten Einsatz von<br />
Rezyklaten vor. Vor allem der Rezyklateinsatz<br />
im Lebensmittelkontakt<br />
gilt aber als große Herausforderung.<br />
Immerhin hat kürzlich die erste<br />
Recyclinganlage in Europa eine<br />
RecyClass-Zertifizierung für die<br />
Sortierung lebensmitteltauglicher<br />
Kunststoffe erhalten. Der Betreiber<br />
Swedish Plastic Recycling sortiert<br />
derzeit PET-Flaschen, PET-Trays und<br />
PS-Verpackungen aus getrennter<br />
Haushaltssammlung – vollständig<br />
rückverfolgbar von der Sammlung<br />
über die Sortierung bis zur Aufbereitung.<br />
Im Forschungsprojekt CRISP<br />
wird bereits an der lebensmitteltauglichen<br />
Aufbereitung von PE und<br />
PP gearbeitet.<br />
Parallel investieren Materialhersteller<br />
gezielt in zertifizierte Rezyklate. Interpack-Aussteller<br />
WIS Kunststoffe<br />
bietet rPE- und rPP-Materialien mit<br />
FDA-Zulassung für den direkten<br />
Lebensmittelkontakt an. Die Materialien<br />
erfüllen bereits die PPWR-<br />
Anforderungen für 2030 und sollen<br />
Verpackungsherstellern Planungssicherheit<br />
geben. Einen anderen technologischen<br />
Ansatz verfolgt Mopack.<br />
Die Polyolefin-Feinschrumpffolien<br />
der eco+35-Serie enthalten<br />
35 Prozent chemisch recyceltes PCR.<br />
Es wird auf molekularer Ebene gereinigt<br />
und neu polymerisiert und<br />
erreicht eine hohe Homogenität –<br />
mit klarer Optik, neutralem Geruch<br />
und stabiler Maschinengängigkeit.<br />
Seit März 2025 liegt für die Folien<br />
eine DEKRA-Zulassung für den direkten<br />
Lebensmittelkontakt vor.<br />
Die Schrumpffolien von Mopack enthalten einen Anteil<br />
chemisch recyceltes PCR. Bild: Mopack<br />
28 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Verpackungskonzepte<br />
neu gedacht<br />
Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur<br />
im Material, sondern auch im Design<br />
der Verpackung selbst. GEA<br />
demonstriert dies mit einer neu<br />
entwickelten Mehrkammerverpackung<br />
für Aufschnitt. Zwei separat<br />
versiegelte Frischekammern erlauben<br />
portionsweises Öffnen und<br />
senken den Kunststoffverbrauch<br />
um mehr als 70 Prozent gegenüber<br />
klassischen Blisterverpackungen.<br />
Möglich wird dies durch den stabilisierenden<br />
Kammeraufbau und<br />
eine Folienstärke von nur 50 µm.<br />
Produziert wird die Verpackung auf<br />
einer vollautomatischen Linie mit<br />
GEA PowerPak-Thermoformer, MegaSlicer<br />
und ShingleLoader.<br />
Auf der kommenden interpack<br />
zeigen Maschinenbauer in den<br />
Düsseldorfer Messehallen, wie sie<br />
ihre Systeme zunehmend auf recyclingfähige<br />
Materialien ausrichten.<br />
Ulma Packaging entwickelt Flowpack-<br />
und Traysealer-Lösungen für<br />
Monomaterialien sowie papier- und<br />
kartonbasierte Trays. So verarbeitet<br />
die vertikale Hochleistungsmaschine<br />
VTC 800 geschnittene Salate und<br />
Gemüsemischungen vollautomatisch<br />
– bei hoher Ausbringung und mit<br />
recyclingfähigen Monomaterialien.<br />
Die VTC 800 verarbeitet recyclingfähige Monomaterialien.<br />
Bild: Ulma Packaging<br />
Auch Multivac kombiniert nachhaltige<br />
Verpackungslösungen mit<br />
hoher Automatisierung. Eine neue<br />
Traysealerlinie für Fertiggerichte versiegelt<br />
beispielsweise Kartontrays mit<br />
dünner, recyclingfähiger Folie unter<br />
Schutzatmosphäre. Ergänzt wird die<br />
Linie durch KI-gestützte Inspektionssysteme,<br />
Etikettenkontrolle und<br />
Cobots für das automatische Stapeln.<br />
Robotik und Automatisierung<br />
gewinnen an Bedeutung<br />
Mit wachsender Produktvielfalt und<br />
steigenden Hygienestandards rückt<br />
die Automatisierung weiter in den<br />
Fokus. Stäubli Robotics bietet ein<br />
breites Portfolio an HE-Robotern<br />
(Humid Environment), die so modifiziert<br />
sind, dass sie auch in rauen Umgebungen<br />
prozesssicher arbeiten. In<br />
der Fleischverarbeitung schneiden<br />
beispielsweise TX2-Roboter Produkte<br />
per Wasserstrahl. Visionsysteme<br />
ermöglichen zudem die schonende<br />
Hochgeschwindigkeitshandhabung<br />
empfindlicher Lebensmittel.<br />
Ishida hat kürzlich mit der Übernahme<br />
des schwedischen Unternehmens<br />
RobotGrader AB sein Angebot<br />
um robotergestützte Wiege-, Sortierund<br />
Verpackungssysteme erweitert.<br />
Davon profitieren Verarbeiter von<br />
Fleisch, Geflügel oder Fisch sowie<br />
insbesondere Hersteller von Proteinprodukten,<br />
die nun smarte und automatisierte<br />
Lösungen zum exakten<br />
Verpacken ihrer Frischprodukte in<br />
Schalen nutzen können.<br />
Nachhaltige Lösungen<br />
gemeinsam entwickeln<br />
Parallel treiben Papier- und Faserlösungen<br />
den Wandel voran. Sappi<br />
Europe hat zwei recycelbare Hochbarrierepapiere<br />
mit Sauerstoff-, Fett- und<br />
Wasserdampfbarrieren entwickelt,<br />
die für den direkten Lebensmittelkontakt<br />
geeignet sind. Das heißsiegelfähige<br />
Guard Pro OHS eignet sich<br />
für Flow-Wraps, Sachets, Pillow Bags<br />
und Doypacks, während Guard Pro<br />
OMH für Kaltsiegelanwendungen<br />
konzipiert wurde.<br />
Papierverpackungen für Lebensmittel brauchen gute<br />
Barrierefunktionen. Bild: Sappi<br />
Aluminiumlaminate ersetzen UPM<br />
Specialty Papers und Royal Vaassen<br />
durch ein faserbasiertes Barrierepapier<br />
für die Verpackung von<br />
Kaffee, Brühe oder Schokolade. Als<br />
Trägermaterial für Barryrwrap dient<br />
das Verpackungspapier UPM Solide<br />
Lucent. Es ist glatt, dicht und zugleich<br />
stabil, sodass geringe Beschichtungsgewichte<br />
genügen. UPM testet<br />
die Barrierepapierlösungen auch in<br />
neuen Anwendungsfeldern, darunter<br />
faserbasierte Dosenformate für Chips,<br />
Tee oder <strong>Getränke</strong>pulver.<br />
Heidelberg hat gemeinsam mit<br />
Solenis ein Verfahren für Barrierebeschichtungen<br />
auf flexiblen Papierverpackungen<br />
entwickelt, die ebenfalls<br />
für Lebensmittel geeignet sind.<br />
Der Druckmaschinenhersteller hat<br />
dazu die Solenis-<strong>Technologie</strong> in den<br />
Rollen-Flexodruckprozess mit seiner<br />
Boardmaster integriert. Die Barrieren<br />
werden im laufenden Prozess ausschließlich<br />
an den notwendigen Stellen<br />
registergenau auf die Papierbahn<br />
übertragen.<br />
UPM testet faserbasierte Barrierepapiere für neue Anwendungen. Bild: UPM<br />
Nachhaltig verkleben<br />
Auch scheinbar nachgelagerte Komponenten<br />
werden zum Nachhaltigkeitsfaktor.<br />
Jowat senkt mit energieeffizienten<br />
Schmelzklebstoffen den<br />
Energiebedarf im Kartonverschluss in<br />
der Lebensmittel- und Tiefkühlindustrie.<br />
Ein neuer Jowatherm-Klebstoff<br />
eignet sich durch seine niedrige<br />
Schmelztemperatur für temperaturempfindliche<br />
Produkte wie Schokolade,<br />
während ein weiterer für den<br />
Einsatz im Tiefkühlbereich entwickelt<br />
wurde, etwa für Pizza-, Fertiggerichte-<br />
oder Eisverpackungen. Und<br />
Kunden, die Wert auf nachhaltige<br />
Rohstoffe legen, finden eine biobasierte<br />
Jowatherm-Alternative, die<br />
aus Nebenprodukten der Papierherstellung<br />
gewonnen wird und nicht in<br />
Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion<br />
steht.<br />
Mehr Informationen<br />
www.interpack.de<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 29
BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />
DRESDNER VERPACKUNGSTAGUNG 2025<br />
Volle Power beim Klassentreffen<br />
der Branche<br />
Mehr als 250 Mitglieder der Wertschöpfungskette und ein reichhaltiges Programm<br />
machten die 35. Dresdner Verpackungstagung am 4. und 5. Dezember 2025 zu<br />
einem kraftvollen Jahresabschluss für die versammelte Branche. Mit ausgesuchten<br />
Expertinnen und Experten ging es unter dem Motto „Wunsch, Wirklichkeit, Wege<br />
nach vorn“ unter anderem um den Status Quo und beste Wege rund um die PPWR,<br />
um Rezyklat und die Zukunft von Kunststoff, um Innovation bei Glas und das Thema<br />
Mehrweg sowie um den richtigen Umgang mit Green Claims.<br />
Quelle:<br />
dvi / Fotografin: Sabine<br />
Felber<br />
Herausforderungen verstehen, Lösungen<br />
gestalten: Zum Einstieg in die<br />
35. Dresdner Verpackungstagung<br />
wurde es gleich komplex – und konkret.<br />
Im PPWR-Talk ging es um Rollen<br />
und Pflichten für Unternehmen, um<br />
Konformitätsarbeit und technische<br />
Dokumentation sowie das Thema<br />
Recyclingfähigkeit und Normung. Als<br />
Querschnittsthema thematisierten<br />
die Expertinnen und Experten auf<br />
dem Podium gemeinsam mit dem<br />
Auditorium jeweils konkrete Erfahrungen<br />
und beste Wege aus Sicht<br />
der Praxis.<br />
Status Quo und beste Wege<br />
rund um die PPWR<br />
Es wurde deutlich, dass die am 12.<br />
August <strong>2026</strong> in Kraft tretende europäische<br />
Verpackungsverordnung die<br />
Rollen und die damit verbundenen<br />
Pflichten für Unternehmen zum Teil<br />
erheblich aber nicht immer offensichtlich<br />
verändert. Dazu kommt,<br />
dass sich das „komplexe Konstrukt“<br />
der Rollen und Pflichten durch die<br />
PPWR selbst nicht erklärt und bis<br />
jetzt weder die EU-Kommission noch<br />
die Zentrale Stelle Verpackungsregister<br />
(ZSVR) Klarstellungen, Leitlinien<br />
oder FAQ zur Verfügung stellen.<br />
Zusätzliche Komplexität bekommt<br />
das Thema dadurch, dass man als<br />
Unternehmen durchaus verschiedene<br />
Rollen einnehmen muss, wenn<br />
man beispielsweise als Erzeuger ein<br />
Produkt in einem Land herstellt, es<br />
aber als Vertreiber bzw. Hersteller<br />
in anderen Ländern der EU auf den<br />
Markt bringt. Es wurde klar, dass<br />
der Teufel dabei durchaus im Detail<br />
steckt, wenn beispielsweise ein<br />
Bezug aus nicht-EU-Ländern stattfindet,<br />
das Produkt für den „Endmarkt“<br />
jedoch mit einem Aufkleber in neuer<br />
Sprache versehen wird, was dann<br />
Einfluss auf Rolle und Pflichten des<br />
Unternehmens hat.<br />
Beim Thema Konformitätsarbeit<br />
und technische Dokumentation<br />
wurde schnell klar, dass hier für<br />
Unternehmen erhebliche Aufwände<br />
enstehen und eine penible Vorbereitung<br />
nötig ist. In der Diskussion<br />
ging es beispielsweise um Wege für<br />
standardisierte Datenerhebung und<br />
die Datenübertragung an und von<br />
Herstellerpartner, die nicht selten<br />
auch für andere Kunden herstellen.<br />
Deutlich wurde, dass man über<br />
die Schnittstelle Industrie-Handel<br />
hinaus denken, alle betroffenen<br />
Stakeholder mit ins Boot holen und<br />
schauen muss, wo es beispielsweise<br />
bei maschinellen Ausleseprozessen<br />
schon Lösungen gibt, gegebenenfalls<br />
auch aus anderen Branchen. Die<br />
Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer<br />
erfuhren, wie sich effiziente<br />
Prozesse über Standardisierung und<br />
Automatisierung gestalten lassen,<br />
welche Attribute man braucht, wie<br />
man den Prozess organisieren kann,<br />
wenn beispielsweise im Fall von<br />
Rezepturen sensible und geschützte<br />
Daten betroffen sind und wie man<br />
die Datenbereitstellung aufbaut.<br />
Die Zukunft des Kunststoffs -<br />
Wunsch und Wirklichkeit beim<br />
Kunststoffrecycling<br />
Dass Wunsch und Wirklichkeit nicht<br />
immer die besten Freunde sind,<br />
zeigt sich aktuell sehr deutlich beim<br />
Thema Rezyklat, wo die Widersprüche<br />
zum Teil existenzielle Ausmaße<br />
annehmen. So klafft zwischen den<br />
anstehenden Quoten und Herausforderungen<br />
durch die PPWR und<br />
der bedrohlichen wirtschaftlichen<br />
Situation für Recycler und mit Blick<br />
auf die Versorgungssicherheit eine<br />
enorme Lücke. Die Dresdner Verpackungstagung<br />
nahm deshalb eine<br />
Bestandsaufnahme vor und diskutierte<br />
mit Expertinnen und Experten<br />
von Recyclern, Markenartiklern und<br />
der Politik, was die Akteure entlang<br />
der Lieferkette heute wissen und<br />
verstehen müssen, um morgen<br />
handlungsfähig zu sein, wie aktuelle<br />
Studien den Status Quo und das<br />
Potenzial von chemischem und mechanischem<br />
Recycling bewerten, wie<br />
sich Best und Worst Cases mit Blick<br />
auf die Versorgung mit Post Consu-<br />
30 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Langjährig etablierte Mehrwegsysteme sind ein fester Sortimentsbaustein der Alnatura <strong>Getränke</strong>. Quelle: Alnatura – Oliver Brachat<br />
mer Rezyklat (PCR) darstellen<br />
und wie man als Brandowner für<br />
den sicheren und zuverlässigen<br />
Einsatz von PCR sorgen kann.<br />
Alternative Fasern:<br />
Potential oder Pleite?<br />
Welche Möglichkeiten und<br />
Chancen alternative Fasern<br />
haben, stand im Zentrum des<br />
dritten Blocks der Dresdner Verpackungstagung<br />
2025. Dabei<br />
wurde das Thema sowohl von<br />
der Rohstoff- als auch von der<br />
Maschinenseite aus aufgefaltet.<br />
Bei den Faserquellen standen<br />
Paludi-Fasern im Mittelpunkt.<br />
Sie stammen von Pflanzen, die<br />
in Mooren wachsen und deshalb<br />
auch unter Klimagesichtspunkten<br />
besonders interessant<br />
sind. Maschinenseitig gab es<br />
spannende Einblicke in eine<br />
hochinnovative und prämierte<br />
Möglichkeit zum Tiefziehen mit<br />
trockenen Fasern. Abgerundet<br />
wurde der Block in einer<br />
Gesprächs-Runde, die sich mit<br />
dem Potenzial alternativer Fasern<br />
unterschiedlichster Quellen<br />
für innovative Verpackungen<br />
befasste.<br />
Glas und Mehrweg<br />
Mit Innovationen rund um die<br />
Glasherstellung, neuen Packstoffqualitäten<br />
und praxisnahen<br />
Einblicken in das Thema Mehrweg<br />
aus Sicht des Lebensmitteleinzelhandels<br />
startete der<br />
Tagungs-Freitag. Trotz eines<br />
intensiven, stimmungsvollen<br />
und langen Netzwerkabends am<br />
Vortag gab es vom Start weg nur<br />
wenige Lücken im Auditorium.<br />
Annelene Ilkemann, Sustainability<br />
Director, und Joris Goossens,<br />
F&E Projektmanager von Ardagh<br />
Glass Packaging Europe stellten<br />
in ihrem Vortrag einen beeindruckenden<br />
Fortschritt in der Behälterglasproduktion<br />
vor. „Es geht<br />
um Emissionen, aber auch um<br />
Wasser und Abfall“, beschrieb<br />
Ilkemann die Beweggründe von<br />
Ardagh bei der Entwicklung der<br />
innovativen „Next Gen Furnace“<br />
Hybrid-Schmelzwanne. Dafür<br />
kombinierte man auf innovative<br />
Weise bekannte Schmelzwannen-Designelemente<br />
wie Schattenwand,<br />
beheizte Läuterbank<br />
und einen vertieften Läuterteil<br />
mit einer Matrix von 42 Bodenelektroden<br />
und einigen Design-<br />
Optimierungen. Das Ergebnis<br />
überzeugt. Nach Angaben von<br />
Goossens zeigt die Life Cycle<br />
Analysis bzw. Ökobilanz einer in<br />
der “NextGen”-Schmelzwanne<br />
produzierten Braunglas-Flasche<br />
(330 ml / 190 g) im Vergleich zu<br />
einer Flasche aus einer konventionellen<br />
Schmelzwanne eine Reduzierung<br />
des CO 2<br />
-Fußabdrucks<br />
um 69 Prozent auf 43 Gramm<br />
bei 80 Prozent elektrischer<br />
Schmelze und um 64 Prozent<br />
auf 56 Gramm bei 60 Prozent<br />
elektrischer Schmelze. Während<br />
die kommerzielle Produktion<br />
des Braunglas mit erneuerbarem<br />
Strom bereits seit Anfang<br />
Oktober 2023 läuft, setzen<br />
Weiß- und Grünglas-Produktion<br />
im vierten Quartal 2025 ein.<br />
Isabell Kuhl, Abteilungsverantwortliche<br />
Nachhaltige Qualität<br />
von Alnatura, bereicherte die<br />
Tagung mit einem erkenntnisreichen<br />
und spannenden Einblick<br />
in das Thema Glasmehrweg. Sie<br />
beschrieb zu Anfang die Verpackungsziele<br />
des Bio-Lebensmittelhändlers,<br />
die sich an der EU-<br />
Abfallhierarchie orientieren und<br />
entsprechend die Felder Reduce,<br />
Reuse und Recycle umfassen.<br />
Das Thema Mehrweg stelle für<br />
Alnatura dabei nicht zuletzt aufgrund<br />
der Vertriebsstruktur mit<br />
150 eigenen Märkten, getrennter<br />
Trocken- und Frischelogistik<br />
sowie Handelspartnern in 19<br />
Ländern mit 15.000 Filialen die<br />
größte Herausforderung dar.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 31
BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />
Isabell Kuhl, Abteilungsverantwortliche Nachhaltige Qualität,<br />
Alnatura<br />
Annelene Ilkemann, Sustainability Director, Ardagh Glass<br />
Packaging Europe<br />
Dr. Natalie Brandenburg, dvi-Geschäftsführerin<br />
Joris Goossens, F&E Projektmanager, Ardagh Glass<br />
Packaging Europe<br />
Michael Heidan, CEO ReViSalt<br />
Als Schwierigkeit beim Einsatz<br />
der nachhaltigsten Verpackung<br />
zeigt sich nach Auskunft von<br />
Kuhl immer wieder auch die<br />
vielen Verpackungsmythen,<br />
die die Kommunikation mit<br />
Kundschaft schwierig machen.<br />
„Bio-Kunden sind gerade bei<br />
Verpackungsfrage sehr kritisch.<br />
Da ist aber auch oft viel Halbwissen<br />
unterwegs.“ Glas gelte oft<br />
pauschal als Umweltschonend<br />
und Abfallvermeidend. Der Idealweg<br />
„Wenn Glas, dann Mehrweg<br />
und als Ersatz für schwere<br />
Einwegverpackungen“, sei oft<br />
schwer zu vermitteln.<br />
In der Folge gab Isabell Kuhl<br />
interessante Einblicke in die<br />
langjährigen Erfahrungen von<br />
Alnatura mit Glasmehrweg-Verpackungen.<br />
Viele Produkte seien<br />
in der Beziehung eingeschränkt,<br />
gerade wenn Handelspartner<br />
außerhalb Deutschlands oder<br />
auch Drogeriemärkte einbezogen<br />
seien. Lange Transportwege<br />
und ein großer Platzbedarf seien<br />
dabei entscheidende Kriterien.<br />
Zum Abschluss ihres Vortrags<br />
schilderte Kuhl positive Erfahrungen<br />
bei neuen Glas-Mehrwegsystemen<br />
für Öle, die sinnvoll<br />
und vielversprechend aber kein<br />
Selbstläufer seien und nannte<br />
sinnvolle Einsatzgebiete für<br />
Einwegglas, wie beispielsweise<br />
internationalen Vertriebswegen<br />
oder aus Sicherheitsgründen bei<br />
Babynahrung.<br />
Um einen Durchbruch bei der<br />
Glasverfestigung von ultraleichten<br />
Glasverpackungen ging es<br />
im Vortrag Michael Heidan, CEO<br />
von ReViSalt. Um Glas stabiler<br />
und bruchsicherer zu bekommen,<br />
habe man es bisher dicker<br />
und schwerer machen oder<br />
chemisch verfestigen müssen.<br />
Während der eine Weg also zu<br />
mehr Materialverbrauch und<br />
damit einhergehend zu höheren<br />
Kosten und einem größeren<br />
Fußabdruck führe, benötige<br />
das chemische Verfahren bis zu<br />
25 Stunden und ein zeit- sowie<br />
platzaufwändiges Batch-Verfahren<br />
mit vielen Stationen. Die<br />
innovative Alternative von ReVi-<br />
Salt ist eine One-Step-Lösung,<br />
die Formung und Verfestigung<br />
in einer Linie sowie einen automatisierten,<br />
integrierten Prozess<br />
von der Schmelze zum fertigen<br />
Produkt ermöglicht. Im Kern der<br />
Innovation steht das Kühlen der<br />
geformten Glasbehälter mit einer<br />
„Salzdusche“. „Wir können<br />
durch unsere Technik 20 bis 30<br />
Prozent Gewicht reduzieren bei<br />
gleichen Festigkeitswerten“,<br />
so Heidan.<br />
Green Claims<br />
Was Werbung mit Blick auf<br />
Green Claims versprechen darf<br />
und wie die Umsetzung in der<br />
Praxis gelingt und sich rechnet,<br />
stand zum Abschluss der<br />
Dresdner Verpackungstagung<br />
auf dem Programm. Für die Teilnehmerinnen<br />
und Teilnehmer der<br />
Tagung gab es deshalb nicht nur<br />
einen umfassenden juristischen<br />
Einblick mit konkreten Beispielen,<br />
sondern auch einen klaren<br />
Lösungsweg, der aufzeigte, wie<br />
eine Green Claims Erstellung in<br />
vier Schritten konform funktionieren<br />
kann.<br />
Nachwuchs und Partner<br />
Traditionell ist die Dresdner<br />
Verpackungstagung auch ein<br />
Ort, an dem die Profis aus der<br />
Branche den Erstkontakt zum<br />
studierenden Nachwuchs herstellen<br />
können. „Auch dieses<br />
Jahr hatten wir rund 40 Studierende<br />
aus Berlin, Dresden,<br />
Hannover, Karlsruhe, Kempten,<br />
Leipzig, Stuttgart, München und<br />
Wien vor Ort. Sie konnten sich<br />
an einer Studi-Wall mit ihren<br />
Lebensläufen vorstellen und<br />
nach Praktikumsplätzen oder<br />
Themen für Masterarbeiten<br />
suchen. Gleichzeitig konnten<br />
Unternehmen auf einer eigenen<br />
Wand den Studierenden<br />
Angebote unterbreiten. Unser<br />
spezielles Networking-Angebot<br />
hat sehr gut funktioniert und<br />
es gab in den Tagungspausen<br />
und am Netzwerkabend viele<br />
gute Kontakte mit viel Potenzial<br />
für die Zukunft“, berichtet dvi-<br />
Geschäftsführerin Dr. Natalie<br />
Brandenburg. Das dvi bedankt<br />
sich bei seinem Premiumpartner<br />
FACHPACK und bei seinem<br />
langjährigen Partner Gerhard<br />
Schubert sowie seinen Partnern<br />
FormerFab, Jokey und WIS<br />
Kunststoffe für die tatkräftige<br />
Unterstützung und lädt alle<br />
Über die Dresdner<br />
Verpackungstagung<br />
Auf der jährlich Anfang Dezember<br />
stattfindenden Dresdner Verpackungstagung<br />
treffen sich Teilnehmer<br />
aus Industrie, Wissenschaft<br />
und Forschung sowie Studierende<br />
relevanter Fachbereiche. Die Tagung<br />
versteht sich als Netzwerktreffpunkt<br />
und Dialog-Plattform für zentrale<br />
Themen und Innovationen rund um<br />
die Verpackung. Dazu gehören z.<br />
B. neue Entwicklungen, Anforderungen,<br />
Konzepte und Erkenntnisse<br />
in den Bereichen Material, Funktionalität,<br />
Wissens- und Innovationsmanagement,<br />
Nachhaltigkeit oder<br />
Recycling.<br />
www.verpackungstagung.de<br />
Über das Deutsche<br />
Verpackungsinstitut<br />
Das Deutsche Verpackungsinstitut<br />
e. V. (dvi) wurde 1990 gegründet.<br />
Es verbindet branchenübergreifend<br />
Menschen der gesamten Wertschöpfungskette<br />
der Verpackung vom<br />
Maschinenbau über alle Segmente<br />
der Verpackungs- und Konsumgüterindustrie<br />
sowie dem Handel und<br />
Markenunternehmen bis hin zur<br />
Kreislaufwirtschafts- und Recyclingindustrie<br />
mit dem Ziel, innovative<br />
und nachhaltige Ansätze zu initiieren.<br />
Das dvi setzt sich branchen- und<br />
materialübergreifend für Themen<br />
der Verpackungswirtschaft ein und<br />
lehnt ideologisch geführte Diskussionen<br />
ab. Es macht Verpackung zum<br />
Thema in der Öffentlichkeit, bringt<br />
Objektivität in die oft mit Vorurteilen<br />
und falschen Gemeinplätzen durchzogene<br />
Diskussion und informiert<br />
mit Tatsachen über die Leistungen<br />
der Verpackung und ihrer Akteure.<br />
Zu den Initiativen des dvi zählen<br />
der Deutsche Verpackungspreis,<br />
der Deutsche Verpackungskongress,<br />
der Tag der Verpackung,<br />
die Dresdner Verpackungstagung,<br />
die Verpackungsakademie, das<br />
Forum Packaging Strategies, die<br />
dvi-Studierendenkonferenz und das<br />
Nachwuchsprojekt PackVision.<br />
www.verpackung.org<br />
Stakeholdern der Branche schon<br />
jetzt zur nächsten Dresdner<br />
Verpackungstagung ein, die am<br />
3. und 4. Dezember <strong>2026</strong> ihre<br />
Pforten öffnen wird. <br />
32 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
SPITZENPROGRAMM BEIM TRENDTAG GLAS 2025 IN MÜNCHEN<br />
„Konsumenten wollen Glas“<br />
Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Lebensmittel-, <strong>Getränke</strong>- und<br />
Glasindustrie folgten der Einladung des Aktionsforums Glasverpackung zum 18. Trendtag<br />
Glas, der am 13. November 2025 in München stattfand. Ein echtes Highlight war der<br />
Auftaktvortrag von Professor Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts.<br />
Zu einem festen Programmpunkt gehören inzwischen die Shopper-Insights der GfK/<br />
YouGov, die stets wertvolle Einblicke liefern. Spannende Cases kamen in diesem<br />
Jahr von der Carl Kühne KG und dem Spezialisten für fermentiertes Bio-Gemüse<br />
Completeorganics. Auf der Agenda standen darüber hinaus Themen wie die PPWR und<br />
– als humorvolle, aber durchaus ernst gemeinte Einlage – ein Beitrag zu den Gefahren<br />
durch Cyberkriminalität.<br />
Eingestimmt auf den diesjährigen<br />
Trendtag Glas wurden die Teilnehmerinnen<br />
und Teilnehmer von einem<br />
Trailer, der die Ergebnisse einer<br />
repräsentativen YouGov-Umfrage*<br />
zusammenfasste. Diese hatte das<br />
Aktionsforum Glasverpackung im<br />
August 2025 in Auftrag gegeben,<br />
um mehr über die Verpackungsvorlieben<br />
der Deutschen zu erfahren.<br />
Das erfreuliche Resultat: Glas ist<br />
mit großem Abstand Konsumentenliebling.<br />
45 Prozent der Befragten<br />
bevorzugen eindeutig Glasverpackungen,<br />
15 Prozent Karton, 11<br />
Prozent PET und 4 Prozent Metall<br />
(21 Prozent haben keine Präferenz).<br />
Das ist ein starkes Ergebnis und ein<br />
klares Signal an die Lebensmittelund<br />
<strong>Getränke</strong>industrie – ebenso wie<br />
an den Handel. Offiziell eröffnete<br />
Dr. Florian Herrmann, Mitglied des<br />
Landtags, Leiter der Bayerischen<br />
Staatskanzlei und Staatsminister<br />
für Bundesangelegenheiten und<br />
Medien für das Land Bayern anschließend<br />
per Videogruß den<br />
Trendtag Glas 2025 im Kohlebunker<br />
– einer Eventlocation mit viel<br />
Industriecharme aus Beton und<br />
Glas in der Motorworld München.<br />
Er überbrachte herzliche Grüße der<br />
Bayerischen Staatskanzlei sowie von<br />
Ministerpräsident Dr. Markus Söder.<br />
„Die Behälterglasindustrie<br />
braucht bessere wirtschaftliche<br />
Rahmenbedingungen“<br />
Für das Aktionsforum Glasverpackung<br />
ergriff Karsten Fuchs, neuer<br />
Vizepräsident des Bundesverbands<br />
Glasindustrie e.V., das Wort. Er<br />
schilderte die aktuell angespannte<br />
wirtschaftliche Situation der Behälterglasindustrie<br />
in Deutschland.<br />
Maßgeblich verantwortlich dafür<br />
seien die allgemeine Konsumstimmung<br />
und die hohen Energiekosten.<br />
Die Einführung eines Industriestrompreises<br />
wertete Fuchs als gutes Signal,<br />
das Grund zur Hoffnung gebe.<br />
Der Bundesverband Glasindustrie<br />
e.V. setzt sich intensiv dafür ein, die<br />
Rahmenbedingungen für die Produktion<br />
von Glas so zu gestalten,<br />
dass sie am Standort Deutschland<br />
weiterhin möglich ist. „Es kann nicht<br />
im Interesse der Politik sein, dass sich<br />
ganze Wertschöpfungsketten aus<br />
Deutschland verlagern, weil die Herstellung<br />
von Glas hier wirtschaftlich<br />
nicht mehr machbar ist“, betonte<br />
Fuchs.<br />
Wie kommt Deutschland<br />
wieder zu Wachstum?<br />
Dieser Frage widmete sich der<br />
Präsident des ifo Instituts Professor<br />
Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest in einem<br />
spannenden und hochaktuellen<br />
40-minütigen Vortrag „Die deutsche<br />
Wirtschaft: Wende oder Krise<br />
ohne Ende?“. Er zeigte zu Beginn<br />
ein eher deprimierendes Bild: Der<br />
Quelle:<br />
Aktionsforum<br />
Glasverpackung /<br />
Marc Thürbach<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 33
BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />
ifo Geschäftsklimaindex ist in den<br />
vergangenen fünf Jahren deutlich<br />
gesunken, die Konsumkonjunktur<br />
gemäß GfK-Konsumklima und<br />
HDE-Konsumbarometer spürbar gedämpft.<br />
Für die nächsten Jahre prognostiziert<br />
das ifo Institut eine leichte<br />
Erholung und rechnet mit einem<br />
BIP-Zuwachs von 0,2 Prozent für<br />
2025 sowie 1,3 Prozent für <strong>2026</strong> und<br />
1,6 Prozent für 2027 (Stand: Herbst<br />
2025). Der private Konsum zeigt<br />
sich ähnlich schwach wie das BIP.<br />
Deutlich schlechter sieht es bei den<br />
Investitionen der privaten Wirtschaft<br />
aus. Sie bewegen sich auf dem Niveau<br />
von 2015 und haben den Tiefstand<br />
der letzten 10 Jahre erreicht.<br />
„Gleichzeitig steigen die Staatsausgaben,<br />
als gäbe es keine Krise“,<br />
sagte Fuest. „Das geht so nicht.“ Das<br />
Sofortprogramm der Bundesregierung<br />
bewertete er differenziert. Für<br />
„wachstumsorientiert“ hält er eine<br />
Senkung der Körperschaftssteuer<br />
ab 2028 sowie eine F&E-Förderung.<br />
„Gute Ansätze“ sieht Fuest im Bürokratieabbau<br />
und in der Abschaffung<br />
des Lieferkettengesetzes. Und Potenzial<br />
mit „noch viel Arbeit“ hat seiner<br />
Auffassung nach eine <strong>Technologie</strong>und<br />
Start-Up-Offensive, die existenziell<br />
für zukünftiges Wachstum sei<br />
– vor allem zum Ausgleich des demografischen<br />
Wandels. Innovation,<br />
Bürokratieabbau, eine Reform von<br />
Bürgergeld bzw. Grundsicherung<br />
sowie der Abbau von Handelshemmnissen<br />
für Dienstleistungen innerhalb<br />
der EU – das sind laut Fuest die vier<br />
wesentlichen Ansatzpunkte für eine<br />
Reformagenda, über die Deutschland<br />
wieder zu Wachstum kommen<br />
könne. Und darauf hoffen alle!<br />
„Besser als Gemüse – perfekt<br />
im Glas verpackt“<br />
So lautete der Case von Boris Varchmin,<br />
Co-Founder und Geschäftsführer<br />
von Completeorganics, der<br />
mit fermentiertem Bio-Gemüse eine<br />
Erfolgsgeschichte präsentierte. In nur<br />
fünf Jahren konnte das Unternehmen<br />
seinen Umsatz verzehnfachen.<br />
Zur Produkt-Range zählen drei Hot-<br />
Sauces sowie zehn verschiedene Gemüsesorten.<br />
Varchmins großes Ziel:<br />
mit Naturprodukten eine echte Alternative<br />
zu hochverarbeiteten Lebensmitteln<br />
bieten. „Die Fermentation ist<br />
die älteste und natürlichste Konservierungsmethode,<br />
die gesundheitsfördernde<br />
Aspekte mit einer langen<br />
Haltbarkeit vereint“, erläuterte<br />
er. Auf eine Pasteurisierung und<br />
Konservierungsstoffe können seine<br />
Produkte darum verzichten. Gekühlt<br />
werden müssen sie allerdings. In<br />
rund 5.000 Bioläden, Reformhäusern<br />
und Supermärkten sind die Kimchi-<br />
Gemüsegläser inzwischen gelistet.<br />
International exportiert Completeorganics<br />
mittlerweile in neun Länder.<br />
Das Kimchi Original wurde 2025<br />
sogar mit dem Label „Bestes Bio“<br />
ausgezeichnet. „Der Bereich der asiatischen<br />
Lebensmittel ist das größte<br />
wachsende Segment im LEH“, stellte<br />
Varchmin fest. Die Glasverpackung<br />
war von Anfang an gesetzt. „Ein<br />
Produkt, wie wir es herstellen, passt<br />
nur in eine Glasverpackung“, fasste<br />
er zusammen. „Bestes Gemüse, bestens<br />
verarbeitet, braucht die beste<br />
Verpackung. Deshalb war Glas für<br />
uns alternativlos.“<br />
Eine neue Rahmenordnung für<br />
Verpackungen – wie weit reicht<br />
die PPWR?<br />
Produktinnovation in Glas 2025. Die Gewinner<br />
Die PPWR (Packaging and Packaging<br />
Waste Regulation) ist seit Februar<br />
2025 in Kraft – viele Bestimmungen<br />
sind für 2030 und später vorgesehen.<br />
Was genau kommt mit der PPWR auf<br />
die lebensmittel- und getränkeabfüllende<br />
Industrie zu und wie müssen<br />
sich Verpackungen verändern? Diesem<br />
wichtigen Thema widmete sich<br />
Dr. Carl Dominik Klepper, Vorstandsvorsitzender<br />
Allianz Verpackung<br />
und Umwelt (AVU). Im Zentrum der<br />
neuen Rahmenverordnung für Verpackungen<br />
stehen dabei vor allem<br />
die Aspekte Recyclingfähigkeit, Minimierung<br />
von Verpackungen, Rezyklategehalt<br />
und Mehrwegfähigkeit.<br />
Fest steht, dass jede Verpackung ab<br />
2030 recyclingfähig sein muss. Dafür<br />
gelten drei Stufen: Bei einer Recyclingfähigkeit<br />
von weniger als 70 Prozent<br />
gibt es ein Vermarktungsverbot.<br />
Stufe C soll ab 2038, so der aktuelle<br />
Stand, nicht mehr zulässig sein. „Die<br />
Glasindustrie ist angesichts ihres<br />
hohen Einsatzes von Altglasscherben<br />
in puncto Recyclingfähigkeit sehr gut<br />
aufgestellt“, lobte Klepper. Bezüglich<br />
der Mehrwegquoten für <strong>Getränke</strong>verpackungen<br />
sei vor allem der<br />
Handel gefragt. Denn ab 2030 müssen<br />
Endvertreiber mit einer Verkaufsfläche<br />
von über 100 m 2 mindestens<br />
10 Prozent Mehrweg im Angebot<br />
haben – 2040 soll diese Quote auf<br />
40 Prozent steigen. Das könnte, so<br />
Klepper, einen positiven Einfluss auf<br />
den Absatz von Mehrweg-<strong>Getränke</strong>flaschen<br />
haben. Und darüber hinaus<br />
gilt ebenfalls: Ab 2030 müssen Verpackungen<br />
hinsichtlich Gewicht und<br />
Volumen minimiert sein.<br />
Cyberkriminelle im Darknet<br />
Darum ging es nach der Mittagspause<br />
in der humorvollen Einlage von Tobias<br />
Schrödel. Der IT-Sicherheitsexperte,<br />
Computerexperte im TV, Autor und<br />
erster Comedyhacker ® schaffte es,<br />
sehr anschaulich und mit einigen<br />
Experimenten für die Gefahren der<br />
Cyberwelt zu sensibilisieren. Über 90<br />
Prozent der Hackerangriffe kommen<br />
über E-Mails mit Anhängen. Die E-<br />
Mail-Adressen sind dabei täuschend<br />
ähnlich zu denen vertrauenswürdiger<br />
Absender. Schrödels Aufforderung<br />
lautete daher: „Schauen Sie<br />
genau hin, bevor Sie einen Anhang<br />
öffnen – im Zweifelsfall fragen Sie<br />
nach.“ Denn eine solche Mail kann<br />
für Unternehmen ernsthafte Folgen<br />
haben: Datenverschlüsselung, Datenklau<br />
und Erpressung. 451.000<br />
US-Dollar Lösegeld verlangen sogenannte<br />
Ransomware-Banden im<br />
Durchschnitt von ihren Opfern. Im<br />
Darknet lässt sich live verfolgen, welche<br />
Unternehmen gehackt wurden<br />
– und es ist möglich, deren Daten<br />
einzusehen, wenn das Lösegeld nicht<br />
gezahlt wird. Kaufen kann man dort<br />
unter anderem auch jede Menge<br />
gestohlene Passwörter. Schrödel appellierte<br />
an das Publikum, sich starke<br />
Passwörter zuzulegen, ein Passwort<br />
niemals für verschiedene Anwendungen<br />
zu nutzen und die Zwei-Faktor-<br />
Authentifizierung zu aktivieren.<br />
34 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Idealerweise werden Passwörter<br />
in einem digitalen Passwort-Tresor<br />
verwaltet. Generell gilt: Vorsicht und<br />
eine gesunde Portion Skepsis – denn<br />
angesichts der wachsenden technischen<br />
Möglichkeiten lassen sich auch<br />
Rufnummern, Stimmen und sogar<br />
Bewegtbilder manipulieren.<br />
Wandel verstehen – Wachstum<br />
gestalten: Shopper-Bedürfnisse<br />
neu denken<br />
Die Polarisierung der Gesellschaft<br />
nimmt zu – das war die einleitende<br />
These von Anna-Katharina Kraus,<br />
Senior Director Insights & Future<br />
Growth, YouGov Shopper. Ein gefühlter<br />
Verlust an Selbstwirksamkeit<br />
trifft dabei auf zahlreiche wahrgenommene<br />
Verbote: „Ich darf nichts<br />
mehr sagen, essen, kaufen.“ Das<br />
führt zu einer Reaktanz, die wir aktuell<br />
beobachten! Gleichzeitig blicken<br />
immer mehr Deutsche pessimistisch<br />
in die Zukunft. Die Auswirkungen<br />
auf das Kaufverhalten sind dabei<br />
aktuell sogar eher positiv. Die Menschen<br />
wollen wieder mehr Spaß am<br />
Leben haben und sich etwas gönnen!<br />
Zudem wächst „Das Bestreben<br />
nach Selbstoptimierung, die Bedeutung<br />
von Resilienz und mentaler<br />
Gesundheit steigt, der Bedarf nach<br />
Premium-Produkten nimmt zu“,<br />
erklärt Kraus die Entwicklungen. Im<br />
Trend liegen alkohol- und zuckerfreie<br />
Produkte ebenso wie Proteinprodukte<br />
und Supplements. Funktionale<br />
Drinks und Wasser mit Zusätzen<br />
greifen diesen Trend auf. Lebensfreude<br />
wird für die Shopper immer<br />
wichtiger – allerdings im Einklang mit<br />
ihrer Gesundheit. Das unterstreicht<br />
auch der weitere Erfolg der Readyto-Drink-<strong>Getränke</strong><br />
in der Glasflasche,<br />
die weiter neue Käufer anlocken. Im<br />
ersten Halbjahr 2025 profitierten vor<br />
allem Premium-Hersteller und auch<br />
Premium Handelsmarken von Umsatzzuwächsen.<br />
Diese Entwicklung<br />
steht im Zusammenhang mit einer<br />
querfinanzierten Premiumisierung:<br />
Verbraucher sparen in manchen<br />
Bereichen, um sich in anderen bewusst<br />
höherwertigere Produkte zu<br />
gönnen. „Insgesamt erholt sich der<br />
AFG-Markt wieder und Glas gewinnt<br />
auch innerhalb des wachsenden<br />
Marktes an Bedeutung“, fasst Kraus<br />
die Faktenlage zusammen. Und da<br />
ist sich die Shopper-Expertin mit<br />
Professor Fuest einig: Innovationen<br />
treiben das Wachstum. Eine erfreuliche<br />
Botschaft!<br />
Verpackungsentwicklung<br />
– Herausforderungen<br />
und Chancen für die<br />
Behälterglasindustrie<br />
Mit einem Umsatz von 427 Millionen<br />
Euro im Geschäftsjahr 2023/24,<br />
1.500 Mitarbeitenden und einer<br />
Markenbekanntheit von 90 Prozent<br />
gehört Kühne zu den führenden<br />
Lebensmittelherstellern in Deutschland.<br />
Die Marke steht für Tradition<br />
und ausgeprägten Innovationsgeist.<br />
2025 brachte Kühne verschiedene<br />
neue Konzepte auf den Markt: die<br />
Dressings „Sweet Onion“ und „Balsamico<br />
Feige“, das Gurkenwasser in<br />
Shot-Form „Kater Hero“ sowie den<br />
Essig-Mix „Trink Apfel“. „Innovation<br />
bedeutet für uns immer auch, Verantwortung<br />
zu übernehmen – besonders<br />
beim Thema Glas“, sagte Maxi<br />
Hoyer, R&D Packaging Developer bei<br />
der Carl Kühne KG. „Denn Glas ist zu<br />
100 Prozent recycelbar, unterstützt<br />
die Kreislaufwirtschaft und schont<br />
Ressourcen.“ Am Beispiel der klassischen,<br />
ikonischen Dressingflasche<br />
von 1973 beschrieb Maxi Hoyer den<br />
Verpackungsentwicklungsprozess bei<br />
Kühne – angefangen beim direkten<br />
Konsumentenfeedback, das in die<br />
Verpackungsentwicklung einfloss, bis<br />
hin zu einem umfassenden Anforderungsprofil<br />
an Funktionalität, Wirtschaftlichkeit<br />
und Markenwirkung<br />
der neuen Glasflasche. Das Ergebnis<br />
ist eine moderne Dressingflasche, die<br />
mit 28 Prozent weniger Glasgewicht<br />
auskommt, jährlich 984 Tonnen Glas<br />
einspart und Platz für 192 zusätzliche<br />
Flaschen auf einer Palette ermöglicht.<br />
Ein weiterer positiver Effekt: Das<br />
neue Design fördert den Kaufimpuls.<br />
Das Kühne-Konzept ist aufgegangen.<br />
*Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews<br />
mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme<br />
vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung<br />
wurden im Zeitraum 15. und 18.08.2025 insgesamt<br />
2011 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter,<br />
Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse<br />
anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse<br />
sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in<br />
Deutschland ab 18 Jahren.<br />
Verpackungen aus Glas<br />
Glas verpackt. Es bewahrt den Geschmack<br />
von <strong>Getränke</strong>n, erhält die<br />
Nährstoffe von Lebensmitteln und<br />
bildet die hochwertige Hülle für Parfüm<br />
und Kosmetika. Zudem gibt Glas Arzneimitteln<br />
unterschiedlicher Art einen<br />
absolut sicheren Schutz. Kurzum: Kaum<br />
ein Verpackungswerkstoff lässt sich so<br />
branchenübergreifend und vielseitig<br />
einsetzen wie Glas. Dabei ist Glas nicht<br />
nur eine funktionell intelligente und<br />
wertvolle Verpackung. Glas gibt es<br />
auch in vielen Farben. Und es lässt sich<br />
nicht nur sehr formschön und individuell<br />
gestalten, es unterstützt ferner auch<br />
die Markenbildung. Glas wird fast ausschließlich<br />
aus in der Natur vorkommenden<br />
– meist heimischen – Rohstoffen<br />
hergestellt und lässt sich zu 100 Prozent<br />
recyceln. Es schützt also Umwelt, Klima<br />
und Gesundheit. So zählen Glasverpackungen<br />
zu den nachhaltigsten Verpackungen,<br />
die es auf dem Markt gibt.<br />
Das Aktionsforum<br />
Glasverpackung<br />
Das Aktionsforum Glasverpackung ist<br />
eine Initiative der Behälterglasindustrie<br />
in Deutschland und Teil des Spitzenverbandes<br />
der deutschen Glasindustrie,<br />
dem Bundesverband Glasindustrie e. V.<br />
Seit dem Jahr 2000 gibt es das Aktionsforum<br />
Glasverpackung, dessen Anliegen<br />
es ist, die vielen Besonderheiten und<br />
Pluspunkte der Glasverpackung gegenüber<br />
Verpackungsentscheidern und<br />
der Öffentlichkeit zu kommunizieren.<br />
Das Aktionsforum Glasverpackung ist<br />
darüber hinaus erster Ansprechpartner<br />
in Deutschland für alle Fragen rund um<br />
den Verpackungswerkstoff Glas. Zu den<br />
wichtigsten Informationsmedien zählen<br />
die Website www.glasaktuell.de und<br />
der regelmäßig erscheinende Newsletter<br />
GLASKLAR, den Interessierte über die<br />
Website kostenlos abonnieren können.<br />
Mehr Informationen<br />
www.glasaktuell.de<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 35
BRANCHEN REPORT<br />
<br />
ZUKUNFT BRAUCHT HERKUNFT: GLASBLÄSEREI BEI JUMO<br />
Mit Feuer und Flamme dabei<br />
Der Beruf des Glasapparatebauers bei JUMO verbindet jahrhundertealte Handwerkskunst<br />
mit modernster <strong>Technologie</strong>. In der Sensorfertigung reicht das Spektrum von<br />
feinster Handarbeit bis zur vollautomatischen, robotergestützen Produktion. Mit<br />
„Feuer und Flamme“ entstehen hochpräzise Sensoren, die weltweit in der Wasser-,<br />
Abwasser- und Pooltechnik eingesetzt werden.<br />
D ie Arbeit mit Glas ist faszinierend: Es<br />
lässt sich in unterschiedlichste Formen<br />
bringen und ist in seiner Funktion und<br />
Anwendung nahezu grenzenlos. Als<br />
Glasapparatebauer/in sind die Azubis<br />
Teil einer langen Tradition, die bei<br />
JUMO seit über 70 Jahren gepflegt<br />
und stetig weiterentwickelt wird. Sie<br />
arbeiten mit einem Material, das sowohl<br />
filigran als auch robust ist, und<br />
erschaffen Produkte, die einen echten<br />
Unterschied machen. Aus der ehemaligen<br />
Glas-Thermometerfabrikation<br />
ist heute ein hochmoderne Fachabteilung<br />
für elektrochemische Sensoren<br />
für die Wasseranalyse geworden.<br />
Der Beruf bietet Abwechslung,<br />
Kreativität und die Möglichkeit, mit<br />
modernsten Maschinen und Anlagen<br />
zu arbeiten. Die Azubis sind gefragt,<br />
wenn es um Präzision, Innovation und<br />
handwerkliches Geschick geht. Die<br />
Ausbildung ist spannend und vielseitig<br />
– und wer kann schon stolz darauf<br />
sein, ein echtes Unikat zu fertigen,<br />
das weltweit gebraucht wird?<br />
„Glas ist vielfältig in dessen Funktion,<br />
Formung und Einsatz, genauso wie<br />
der Beruf und die Ausbildung zum<br />
Das Handwerk Glasapparatebau hat einen jahrzehntelange<br />
Tradition bei JUMO<br />
Glasapparatebauer beziehungsweise<br />
Glasapparatebauerin. Ich war immer<br />
mit Feuer und Flamme dabei“, sagt<br />
Natalie Müller, Glasapparatebauermeisterin<br />
bei JUMO.<br />
Glasbau hat lange Tradition<br />
bei JUMO<br />
Als Hermann Juchheim im Jahr 1907<br />
im thüringischen Ilmenau eine Fabrik<br />
für Glasthermometer gründete hatte<br />
er sicher noch keine Weitsicht, was<br />
daraus einmal werden sollte. Sein<br />
Sohn Moritz Kurt Juchheim gründete<br />
nach der Patentierung des verstellbaren<br />
Glaskontaktthermometers im<br />
Jahr 1934 mit zwei Brüdern die Gebr.<br />
Juchheim Glasinstrumentenfabrik,<br />
ebenfalls in Ilmenau.<br />
Nach den Wirren des Krieges siedelte<br />
Moritz Kurt Juchheim 1946 ins hessische<br />
Fulda über, im Gepäck eine<br />
Handvoll treuer Mitarbeiter mit ihren<br />
Familien - allesamt Glasbläser. Eine<br />
Zunft, die es bis dahin in Fulda noch<br />
nicht gab. 1948 war es dann soweit -<br />
die M. K. Juchheim GmbH wurde gegründet<br />
und der Markenname JUMO<br />
geboren. Man fertigte weiterhin Glasund<br />
Glaskontaktthermometer. Stetig<br />
wurde der Betrieb erweitert. Später<br />
kamen neben dem Schaltgerätebau<br />
auch neue Produkte wie Zeigerthermometer<br />
und Druckmessgeräte dazu.<br />
Vom Glasthermometer zum<br />
pH-/Redox-Sensor für die<br />
Poolkontrolle<br />
Als das Glasthermometer in den<br />
1970er Jahren seinen Zenit überschritten<br />
hatte, setzte man bei JUMO<br />
früh auf Temperaturfühler Pt100/<br />
Pt1000. Ende der 1970 Jahre wurde<br />
die Messung von Wasserparametern<br />
immer wichtiger - die vorhandene Expertise<br />
in der Herstellung komplexer<br />
Glasapparate wurde bei JUMO für die<br />
Mit Leidenschaft, Geschick, Feuer und Flamme ist Natalie<br />
Müller, Glasapparatebauermeisterin bei JUMO, bei<br />
der Sache.<br />
Herstellung erster elektrochemischer<br />
Sensoren eingesetzt.<br />
Seit 1980 stellt JUMO nun auch Sensoren<br />
für pH. Redox und freies Chlor aus<br />
Glas her. Weitere Messgrößen für den<br />
Wasserbereich kamen parallel dazu.<br />
Leitfähigkeit, Trübung, Durchfluss,<br />
Sauerstoff, Füllstand und komplette<br />
Automatisierungslösungen bis in die<br />
Cloud sind heute das runde Allround-<br />
Paket für die Wasserbranche.<br />
JUMO ist heute in der Schwimmbadbranche<br />
ein wichtiger Systempartner<br />
der etablierten Mess- und Dosiertechnikanbieter<br />
- selbst tritt man nun<br />
dezent in der sehr eigenen Branche<br />
auf. Wichtig ist hierbei, dass man sich<br />
nicht als reiner Lieferant sieht, sondern<br />
JUMO berät die Anwender und<br />
bietet individualisierte Sensorlösungen<br />
nach Anforderung und Wunsch.<br />
Als Zulieferer von pH-, Redox- und<br />
Chlorsensoren ist verlässlicher Komponentenlieferant<br />
in Europa<br />
Den Beitrag „JUMO Sensoren überwachen<br />
Wasserqualität“ finden Sie<br />
in der Ausgabe 4/2025. <br />
Mehr Informationen<br />
www.jumo.de<br />
36 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
PILZ STELLT <strong>2026</strong> AUF SEINER SEMINARREIHE „AUTOMATION ON TOUR“<br />
DIE MASCHINENVERORDNUNG IN DEN FOKUS<br />
Safe und secure in die Zukunft<br />
Der 20. Januar 2027 als Stichtag für die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 (MVO) rückt näher.<br />
Damit verbunden steigen die Anforderungen besonders im Bereich der Security. Unter dem<br />
Motto „Safe und secure in die Zukunft“ informiert der Automatisierungsexperte Pilz praxisnah<br />
über die Anforderungen der MVO sowie den aktuellen Stand zu Normen für Schutz- und<br />
für Verriegelungseinrichtungen. Zudem stehen die I/O-Link-Safety-<strong>Technologie</strong> und Themen<br />
rund um Verantwortlichkeiten und Dokumentationspflichten im Mittelpunkt der kostenlosen<br />
Seminarreihe. Die „Automation on Tour“ startete am 26. Februar <strong>2026</strong> in Rostock.<br />
Die Themen der Veranstaltungsreihe<br />
richten sich an Maschinenhersteller,<br />
Konstrukteure, Sicherheitsbeauftragte<br />
sowie Instandhalter und<br />
Produktionsleiter.<br />
MVO und Normen<br />
im Praxistest<br />
Ein Schwerpunkt sind die gesetzlichen<br />
Anforderungen der MVO.<br />
Anhand konkreter Beispiele zeigt<br />
Pilz, wie sich diese Vorgaben speziell<br />
im Bereich Security in der Praxis<br />
umsetzen lassen. Zudem sind die<br />
Änderungen der EN ISO 13855 zur<br />
„Sicherheit von Maschinen – Anordnung<br />
von Schutzeinrichtungen<br />
im Hinblick auf Annäherungsgeschwindigkeiten<br />
von Körperteilen“<br />
und die Anpassungen der EN ISO<br />
14119 zur „Sicherheit von Maschinen<br />
– Verriegelungseinrichtungen<br />
in Verbindung mit trennenden<br />
Schutzeinrichtungen“ thematische<br />
Schwerpunkte.<br />
Kommunikation<br />
praxisorientiert umsetzen<br />
Der Kommunikationsstandard I/O-<br />
Link Safety treibt die Entwicklung<br />
zukunftsfähiger Konzepte in der industriellen<br />
Sicherheit, Diagnose und<br />
Wartung voran. Hierzu vermittelt die<br />
Seminarreihe anwendbares Wissen<br />
darüber, wie sich eine dezentrale<br />
Kommunikation über I/O-Link Safety<br />
flexibel umsetzen lässt – inklusive<br />
der Aspekte Integration von Sensoren<br />
und Aktoren im Feld, Möglichkeiten<br />
zur Diagnoseauswertung<br />
sowie Predictive Maintenance und<br />
Manipulationsschutz.<br />
Ein weiterer Fokus der Seminarreihe:<br />
Die Verantwortlichkeiten und<br />
Dokumentationspflichten, die auf<br />
Maschinenhersteller, Konstrukteure,<br />
Sicherheitsbeauftragte sowie auch<br />
auf Instandhalter und Produktionsleiter<br />
zukommen. Hier bietet die<br />
„Automation on Tour“ einen Überblick<br />
und zeigt, wie Unternehmen<br />
ihre Prozesse anpassen können, um<br />
Produktivität und Sicherheit gleichermaßen<br />
zu gewährleisten.<br />
Die Veranstaltungsreihe von<br />
Pilz umfasst über 30 Termine<br />
deutschlandweit.<br />
Weitere Informationen unter: Automation<br />
on Tour - Pilz DE <br />
Mehr Informationen<br />
www.pilz.com<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 37
Eine Kolumne von<br />
Dr. BURKHARD SCHÄFER<br />
Historische Spuren, die erfolgreich<br />
die Gegenwart bereichern<br />
„Meine hochverehrte Leserschaft, habe ich Ihnen gefehlt?“ Diese fragenden Zeilen der<br />
Lady Whistledown dürfte für viele Fans bis zur kompletten Ausstrahlung der vierten<br />
Staffel (seit Ende Januar ist der erste und seit 26. Februar dieses Jahres ist der zweite<br />
Teil von Staffel vier veröffentlicht) eindeutig mit einem klaren „Ja“ zu beantworten<br />
gewesen sein. Denn schließlich gehört die Serie „Bridgerton“ von ihrem Start im<br />
Dezember 2020 an zu den meistgesehenen Serien des Streaming-Dienstes Netflix.<br />
Für eine weitere Beruhigung unter den Bridgerton-Anhängern dürfte immerhin die<br />
Tatsache sorgen, dass die Autorin der Bridgerton-Bücher, Julia Quinns,mit den acht<br />
Bridgerton-Geschwistern und ihren Geschichten eine Menge an Erzählmaterial schon<br />
einmal vorgelegt hat und somit die (Liebes-) Irrungen und Wirrungen aus dem England<br />
der Regency-Ära des 19. Jahrhunderts in weiteren Staffeln erwartet werden können.<br />
Mit der „diesjährigen Eröffnung“<br />
der Ballsaison in Bridgerton durch<br />
die vierte „Season“ stehen nun nicht<br />
nur Benedict Bridgerton und die „geheimnisvolle<br />
Dame unter der Maske“<br />
im Zentrum des Erzählrahmens. Im<br />
schon länger währenden Gegenwarts-Zeitalter<br />
sehr erfolgreicher<br />
Merchandising-Produkte konnte<br />
sich die Serie auch über Roman und<br />
Bildschirm hinaus durch diverse Merchandising-Artikel<br />
weitere Wege in<br />
die Herzen ihrer Liebhaber und Liebhaberinnen<br />
bahnen. Merchandising<br />
und Kooperationen mit erfolgreichen<br />
Filmen, Musicals oder Serien bilden<br />
deshalb auch für den <strong>Getränke</strong>bereich<br />
eine spannende Möglichkeit,<br />
das eigene Produkt über die Grenzen<br />
der bisherigen Käuferschaft hinaus<br />
zu puschen und neue Zielgruppen<br />
zu erreichen, zu begeistern und im<br />
Idealfall längerfristig an die eigene<br />
<strong>Getränke</strong>marke zu binden. Zumal<br />
diverse Social-Media-Kanäle heutzutage<br />
erfolgreich bespielt werden<br />
können und dabei die Möglichkeit<br />
besteht, die erwünschte Käuferschicht<br />
nachhaltig anzusprechen.<br />
„Meßmer x Bridgerton“<br />
Auf diese positiven Synergieeffekte<br />
setzt auch die Ostfriesische Tee Gesellschaft<br />
GmbH & Co. KG aus Seevetal,<br />
welche die Marke „Meßmer Tee“<br />
beherbergt. Und so ergeben Meßmer<br />
Tee und die Erfolgsserie Bridgerton<br />
die Kooperation „Meßmer x Bridgerton“.<br />
Im Zuge dessen wandte sich<br />
die erfolgreiche Tee-Marke auf ihrer<br />
Homepage im Vorfeld zur Veröffentlichung<br />
der vierten Staffel an alle<br />
Teeliebhaber und Bridgerton-Enthusiasten<br />
mit einer Botschaft ganz in Stil<br />
und Diktion von Lady Whistledown.<br />
„Verehrte Leserschaft“, ist dort zu<br />
vernehmen, „ein gesellschaftliches<br />
Ereignis kündigt sich an“. Unter dem<br />
original Film-Konterfei von Benedict<br />
Bridgerton und der mit einer weißen<br />
Maske maskierten Sophie wird dabei<br />
nicht nur - per fingiertem „Lady-<br />
Whistledown-Klatsch“ - auf die leckeren<br />
Bridgerton-Teekreationen von<br />
Meßmer Tee hingewiesen, sondern<br />
eben auch darauf, dass die wahre<br />
Tuschel-Aufregung der Society der<br />
„Limited Bridgerton-Edition of Meßmer“<br />
gelte. Dies konnte nicht nur<br />
den Serien-durstigen Fans die Wartezeit<br />
bis zur neuen Staffel verkürzen,<br />
sondern erfreut nun auch nach<br />
deren Veröffentlichung bei weiteren<br />
Watch-Partys oder dem alleinigen<br />
Genießen von Bridgerton und Tee.<br />
Dabei sind insgesamt neun Teesorten<br />
liebevoll als Limited Edition gestaltet<br />
worden und eben alle zieren die<br />
Konterfeis beliebter Paare bzw. Duos<br />
aus der Serie. Drei Tee-Sorten davon<br />
zählen hierbei zur „Bridgerton Exclusive<br />
Selection“: „Earl of Blue“, „Pink<br />
Grapefruit“ und „Mint Caramel“.<br />
Dabei überzeugt „Earl of Blue“ als<br />
Schwarzer Tee mit natürlichem Bergamottearoma,<br />
Aroma und Blaubeeren.<br />
Die Kräuterteemischung „Mint<br />
Caramel“ besticht durch die gelungene<br />
Mischung von 63 Prozent Pfefferminze,<br />
Zitronengras, Süßholzwur-<br />
© AdobeStock
zeln, Aroma, Süßkraut, Vanille und<br />
Karamellgranulat. Und auch „Pink<br />
Grapefruit“ weiß den Teefreund „verführerisch-fruchtig“<br />
zu umgarnen.<br />
Der Früchtetee vereinigt genussvoll<br />
Äpfel, Hibiskus, Orangenschalen, natürliches<br />
Aroma, geröstete Zichorienwurzeln,<br />
Süßkraut, Rote Bete, sowie<br />
Grapefruitschalen. Dabei birgt jede<br />
Sorte ein „Tee-Geheimnis“, das unter<br />
„Spill the Tea“ mit einer Weisheit den<br />
Teegenuss begleitet. So verrät Lady<br />
Whistledown etwa den Genießern<br />
von „Pink Grapefruit“ unter „Spill<br />
the Tea“: „Verehrte Leserschaft, eine<br />
Beziehung, die auf Vertrautheit und<br />
Ungezwungenheit beruht, ist von<br />
beneidenswertem Glück“. Zu den<br />
weiteren Bridgerton-Sorten zählen<br />
diese Saison außerdem noch die<br />
Klassiker: Feinster Grüner Tee, Earl<br />
Grey, Kamille, Klassik, Fenchel-Anis-<br />
Kümmel sowie Pfefferminze.<br />
Zu all dem findet sich auf Facebook<br />
– im Short-Format unter dem Claim<br />
„Join the High Socie-tea!“ – eine<br />
Anleitung, wie der Bridgerton-Fan<br />
eine stilechte Bridgerton Watch Party<br />
hosten kann. Hierzu werden von<br />
einer jungen Frau zum Meßmer-Tee<br />
und dem passenden Teeservice auch<br />
Fingerfood-Snacks im Bridgerton-<br />
Stil dekoriert – für die passenden<br />
„Cottage-Core-Vibes“. Und auch<br />
zum Ende des kurzen Clips lädt Meßmer<br />
seine Kunden – ganz im Sinne<br />
einer erfolgreichen Kundenbindung<br />
– dazu ein: „Werde Teil der High-<br />
Socie-tea“. Ob bei der gemeinsamen<br />
Watch Party oder allein zuhause im<br />
romantischen Bridgerton-Flair: Die<br />
Kombination Meßmer x Bridgerton<br />
verspricht in vielerlei Hinsicht nicht<br />
nur Genuss pur, sondern auch die<br />
Erfüllung von Sehnsüchten und die<br />
Zugehörigkeit zu einer harmonischfreundlichen<br />
Gruppe. Ein positives<br />
Gefühl, das in der heutigen krisengebeutelten<br />
Zeit nicht hoch genug<br />
eingeschätzt werden kann und<br />
damit auch für <strong>Getränke</strong>hersteller im<br />
Sinne der Kundenbindung ein hohes<br />
Gut darstellt.<br />
Dänisches Kino<br />
und dänisches Bier<br />
Eine andere Form der Zusammenarbeit<br />
von <strong>Getränke</strong>herstellern mit<br />
Medien aus Film und Fernsehen<br />
stellt das Product Placement dar, in<br />
der ein bestimmtes „Brand“ gezielt<br />
innerhalb eines Filmes oder einer Serie<br />
geschickt platziert wird und der<br />
Zuschauer beim Schauen des Werks<br />
mit der Markenwerbung unvermittelt<br />
konfrontiert wird. Dabei findet<br />
sich Product Placement mittlerweile<br />
in vielen Medienformaten, so etwa<br />
auch in der hochdekorierten und<br />
erstklassig besetzten dänischen<br />
Bierkastenrennens um einen See<br />
vertraut gemacht. So wird gleich in<br />
der Anfangsszene mit Blick auf die<br />
Aufschrift der gezeigten Bierkästen<br />
klar: bei diesen handelt es sich um<br />
Tuborg-Bier – das in in nicht weniger<br />
als 70 Ländern der Welt erhältlich ist.<br />
Tuborg bewirbt seine Marke damit,<br />
dass die Erfolgsgeschichte des Bieres<br />
nicht nur in Dänemark ihren Ausgang<br />
nahm, sondern auch schon mehr als<br />
125 Jahre für erstklassige Qualität<br />
steht. In Deutschland zeichnet für<br />
die Marke Tuborg die Carlsberg<br />
Deutschland GmbH in Hamburg verantwortlich.<br />
Doch die Ursprünge von<br />
Tuborg finden sich bereits 1873 im<br />
Norden Kopenhagens, im dänischen<br />
Hellerup. Da die Brauerei von da ab<br />
zügig zu einem dänischen Markenartikel<br />
avancierte, war es auch Anno<br />
2020 ein so kluger wie konsequenter<br />
Schachzug, die Traditionsbrauerei zu<br />
Alles für die Watch Party<br />
Tragik-Komödie „Der Rausch“,<br />
u.a. mit dem weltweit berühmten<br />
Schauspieler Mads Mikkelsen in der<br />
Hauptrolle und Dogma-Schauspieler<br />
Thomas Bo Larsen in der Nebenrolle,<br />
gedreht vom nicht minder<br />
berühmten Dogma-Regisseur Thomas<br />
Vinterberg. Im Plot nehmen<br />
vier vom Alltag desillusionierte<br />
Gymnasial-Lehrer die Behauptung<br />
eines norwegischen Psychologen,<br />
dass der Mensch eigentlich erst mit<br />
täglich 0,5 Promille Alkohol im Blut<br />
zu seiner wahren Höchstleistung<br />
kommt, als Ausgangspunkt für ihren<br />
alkoholischen Selbstversuch – bis<br />
zum von ihnen „live“ angestrebten<br />
antik-katharsischen Rausch.<br />
Tuborg macht das Rennen<br />
Zu Anfang der Geschichte und nach<br />
der Einblendung des Sören-Kierkegaard-Zitats<br />
„Was ist die Jugend? Ein<br />
Traum. Was ist die Liebe? Der Inhalt<br />
des Traums“ wird der Zuschauer<br />
mit dem gymnasialen Ritual des<br />
Beginn des herausragenden dänischen<br />
Films mit dem firmeneigenen<br />
Markenlogo prominent zu platzieren.<br />
Kreativität und Einfallsreichtum<br />
Kreativität und Einfallsreichtum sind<br />
sowohl in der Kunst als auch im<br />
Business gefragt, um Weiterentwicklungen<br />
anzustreben und die Rezipienten<br />
bzw. Kunden zu erreichen.<br />
Hierbei ist auch immer psychologisch<br />
geschultes Denken hilfreich. Gerade<br />
der dänische Philosoph Kierkegaard<br />
war es, der den „Begriff Angst“ als<br />
erster in die Philosophie einbrachte<br />
und weitere Schlüsse für die Lebensführung<br />
daraus zog und schrieb:<br />
„Die Angst ist der Schwindel der<br />
Freiheit, der entsteht, indem die<br />
Freiheit hinabschaut in ihre eigene<br />
Möglichkeit.“ Und so gilt es gerade<br />
in herausfordernden Krisenzeiten,<br />
mit Bedacht, die eigenen Möglichkeiten<br />
zu bedenken und eben auch<br />
solch erfolgreiche Kooperationen zu<br />
erwägen. <br />
Dr. B. Sch.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 39
ROH- UND INHALTSSTOFFE | <strong>Getränke</strong>trends<br />
WANDEL IN DER WEINKULTUR<br />
Vom „Wengeter“<br />
zum Weinerlebnisführer<br />
Ob helles Fleisch, Fisch oder ein leichtes Gemüsegericht, wer solche kulinarischen<br />
Köstlichkeiten mit einem „Guten Tropfen“ abrunden möchte, ist nicht mehr länger auf<br />
alkoholische Varianten angewiesen. Längst haben sich auch auf den <strong>Getränke</strong>karten<br />
der Feinschmeckerlokale erstklassige Säfte und hochwertige alkoholfreie Weine<br />
ihren festen Platz erobert. Denn mittlerweile ist das Thema „Wein ohne Alkohol“<br />
oder „Zero-Wein“ nicht nur zu Beginn des Jahres – beim „Dry January“ – eine stabile<br />
Größe unter Weinliebhabern. Auch wenn der prozentuale Anteil alkoholfreier<br />
Weine am Gesamt-Weinkonsum mit einem Prozent noch sehr gering ist, so zeigt<br />
die Beliebtheitskurve im Verkauf dennoch deutlich nach oben. Das bundesweit<br />
zweistellige Absatz-Wachstum spricht eine deutliche Sprache zugunsten dieser<br />
vergleichsweise jungen Weintradition. Von dieser Entwicklung weiß auch der Winzer<br />
Werner Mönch zu berichten. Der „Weinmönch“ erfreut sich nicht nur seit langem einer<br />
regionalen Bekanntheit, er ist auch seit 2020 Weinerlebnisführer im Neuffener Tal und<br />
damit ebenfalls Botschafter für das Weinland Baden-Württemberg.<br />
Voll auf der Höhe – Wein aus<br />
Baden-Württemberg<br />
Laut dem größten Weinlexikon der<br />
Welt von „wein.plus“ gibt es in<br />
Deutschland rund 200 Winzergenossenschaften,<br />
von denen rund<br />
ein Drittel der insgesamt 100.000<br />
Hektar Rebfläche bewirtschaftet<br />
wird und was zudem ein Drittel der<br />
Produktion ausmacht. Dabei findet<br />
man die verschiedenen Weingebiete<br />
in landschaftlich imposanten Gegenden,<br />
unter denen etwa auch das<br />
Neuffener Tal herausragt und sich<br />
großer Beliebtheit erfreut. Als einer<br />
der drei dortigen Weinerlebnisführer<br />
bietet Werner Mönch vor Ort individuelle<br />
Touren und Weinerlebnisse in<br />
den Weinbergen der Weingärtnergenossenschaft<br />
Hohenneuffen-Teck<br />
eG an. Hierbei wird die Geschichte<br />
des rund 1000jährigen Weinbaus<br />
im Neuffener Tal beleuchtet, und<br />
die hat es sowohl geschmacklich als<br />
auch von der Landschaft her in sich.<br />
Schließlich wird diese Gegend nicht<br />
umsonst als „Neuffener Toskana“<br />
bezeichnet. Auf der Bergspitze des<br />
herrlich rundum bewaldeten Gebiets<br />
thront die Burgruine Hohenneuffen<br />
und am Albtrauf darunter liegen<br />
die traditionsreichen Weinberge<br />
und runden ein geradezu mediterran<br />
anmutendes Landschaftsbild<br />
ab. Diese Weinberge unterhalb der<br />
40 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
Burg Hohenneuffen gehören mit<br />
530 Höhenmetern zu den höchsten<br />
Weinanbau-Lagen in Deutschland.<br />
Und so kann Mönch die günstigen<br />
Bedingungen für edle alkoholhaltige<br />
wie alkoholfreie Tropfen wie folgt<br />
näher erläutern: „Unsere Trauben im<br />
Neuffener Tal reifen in den höchstgelegenen<br />
Weinbergen Württembergs.<br />
Hier zeichnen kühle Nächte und nebelfreie,<br />
warme Herbsttage – neben<br />
dem aus dem Burgund bekannten<br />
Jura- Boden – das besondere Terroir<br />
der Neuffener Weine aus. Gesteine<br />
aus dem Weiß- und Braunjura in<br />
Verbindung mit der Bodenstruktur<br />
ergeben den Weißjurahang-<br />
Schuttboden. Der dort herrschende<br />
Temperaturunterschied ist ideal für<br />
die optimale Aromabildung und gibt<br />
dem Wein einen mineralischen und<br />
kraftvollen Körper, abgerundet mit<br />
einer filigranen und feinen Frucht.“<br />
Tatsächlich, wer das Tal näher in<br />
Augenschein nimmt, findet ein besonderes<br />
landschaftliches Kleinod<br />
vor, das sich natürlich dann eben<br />
auch im herausragenden Geschmack<br />
der Weine wiederfindet. Und hierbei,<br />
und das ist das Besondere und<br />
Innovative an dieser Weingärtnergenossenschaft,<br />
schlagen sich diese<br />
Merkmale nicht nur in den traditionell<br />
alkoholhaltigen Weinen dieses<br />
Anbaugebiets nieder, sondern all das<br />
wird von den Winzern auch in ihren<br />
beiden alkoholfreien Kreationen<br />
herausgearbeitet. Zur Zeit bieten<br />
die Winzer der Weingärtnergenossenschaft<br />
Hohenneufen-Teck zwei<br />
süffige alkoholfreie Alternativen an:<br />
Den entalkoholisierten Weißwein<br />
„Libero“, abgefüllt für die WG<br />
Hohenneuffen-Teck eG, zu dessen<br />
aufgelisteten Zutaten Trauben, Traubenmost,<br />
Säureregulatoren: Weinsäure,<br />
Milchsäure, Antioxidantien:<br />
Ascorbinsäure und Sulfite gehören.<br />
Sowie den „Prickelnden Rosé“, ein<br />
entalkoholisierter Schaumwein mit<br />
zugesetzter Kohlensäure.<br />
PiWi im Trend<br />
Werner Mönch glaubt aus eigener<br />
Erfahrung fest an die positive<br />
Zukunft des alkoholfreien Weines:<br />
„Ich persönlich bin davon überzeugt,<br />
dass die Entwicklung beim<br />
alkoholfreien Wein denselben Weg<br />
wie beim alkoholfreien Bier nimmt.<br />
Hierbei hat die Bierindustrie in der<br />
Entwicklung einen Vorsprung von<br />
mehreren Jahren.“ Und Mönch muss<br />
es wissen, denn er ist wie viele der<br />
in Deutschland vertretenen Winzer<br />
schon lange im „Wein-Business“<br />
zuhause und schlussendlich selbst<br />
das, was im schwäbischen Dialekt<br />
als ein „schaffiger Wengerter mit<br />
Herzblut“ bezeichnet wird, der von<br />
Kindesbeinen an mit dem Winzerleben<br />
vertraut ist: „Da der Weinbau in<br />
unserer Familie seit mehreren Generationen<br />
im Nebenerwerb betrieben<br />
wird, bin ich schon seit meiner Kindheit<br />
mit dem Weinberg verwurzelt.“<br />
Das Wort „Wengerter“ für Winzer<br />
stammt übrigens vom althochdeutschen<br />
„win“ und „garto“ ab und<br />
zielt auf die Arbeit im „Wein(berg)-<br />
Garten ab. Mönch ergänzt zur regionalen<br />
Besonderheit im Neuffener Tal:<br />
„Unsere Hauptrebsorten bei der WG<br />
Hohenneuffen-Teck sind im Weißwein<br />
immer noch der Silvaner und<br />
im Rotweinbereich dominiert der<br />
Spätburgunder. Ich persönlich habe<br />
PiWis angepflanzt; Rotwein Regent<br />
seit 2003 und Weißwein Muscaris<br />
seit 2012.“ Hierbei sei ergänzt, dass<br />
man unter PiWis sogenannte pilzwiderstandsfähige<br />
Rebsorten versteht,<br />
die eine besondere Widerstandskraft<br />
gegen die Rebkrankheiten echter<br />
und falscher Mehltau aufweisen.<br />
Der „Libero“ steht nicht im<br />
Abseits!<br />
Nun ist der „Libero“, der seit Juni<br />
2022 im Verkauf ist, nicht nur etwa<br />
bei der Weingärtnergenossenschaft<br />
Hohenneuffen-Teck erhältlich, sondern<br />
er steht auch auf der <strong>Getränke</strong>karte<br />
der Event-Location „Sunset<br />
Lounge“, die innerhalb der Neuffener<br />
Weinberge beherbergt ist. Hierzu<br />
weiß Mönch: „In der Sunset Lounge<br />
bei unserem Weinausschank im<br />
Weinberg, können wir uns das Weinangebot<br />
ohne unseren ‚Libero‘ nicht<br />
mehr vorstellen. Am Anfang war die<br />
Nachfrage nach alkoholfreiem Wein<br />
sehr gering. Zwischenzeitlich hat<br />
unser ‚Libero‘ einen festen Platz auf<br />
unserer <strong>Getränke</strong>karte und wird von<br />
allen Altersgruppen angenommen.<br />
Auch als Alternativerbei den Weinerlebnisführungen<br />
kommt der ‚Libero‘<br />
zunehmend gut an.“<br />
Aromaträger Alkohol<br />
Doch wie entsteht nun der alkoholfreie<br />
Tropfen, der ja auch geschmacklich<br />
ein echter Gewinn für<br />
die <strong>Getränke</strong>karte ist? Dazu Mönch:<br />
„Alkoholfreier Wein entsteht ausschließlich<br />
durch die technische<br />
Entfernung des Alkohols aus Wein.<br />
Aromaintensive Weine bilden dabei<br />
die Basis. Die technische Alkoholreduzierung<br />
erfolgt über ein Destillationsverfahren,<br />
der sogenannten<br />
Vakuumdestillation. Die Durchführung<br />
der Entalkoholisierung erfolgt<br />
in großen Unternehmen bzw. über<br />
Lohnunternehmer. Zu beachten<br />
ist, dass bei diesem Prozess ein<br />
Mengenverlust von etwa 20 Prozent<br />
sowie ein Verlust von Aromen<br />
erfolgt. Und genau hier kann das<br />
Ausgangsprodukt mit seinem mineralischen<br />
und kraftvollen Körper<br />
damit punkten, dass trotz des<br />
Aromenverlustes ein geschmacklich<br />
ansprechendes Produkt für den<br />
Liebhaber eines entalkoholisierten<br />
Weines entsteht.“ Und was ist nun<br />
der Unterschied in der Deklaration<br />
zwischen alkoholfreiem Wein und<br />
einer Zero-Variante? Ein als alkoholfrei<br />
deklarierter Wein enthält unter<br />
0,5% Volumenprozent Alkohol und<br />
die als „Zero“ deklarierte Variante<br />
enthält unter 0,049% Volumenprozent<br />
Alkohol. Und hierbei gilt laut<br />
Werner Mönch auch die Gleichung:<br />
„Je mehr man den Alkoholgehalt<br />
reduziert umso mehr Aromen gehen<br />
dabei verloren.“<br />
Wer die malerischen Weinberge<br />
auf „Schusters Rappen“ erschließen<br />
möchte, kann dies auf eigene<br />
Faust auf einem der Wanderwege<br />
tun oder sich auch einer der angebotenen<br />
Weinerlebnistouren<br />
anschließen. Werner Mönch: „Mir<br />
als Weinerlebnisführer ist es ein persönliches<br />
Anliegen, den Menschen<br />
mit unserer schönen Natur mit ihren<br />
Weinbergen und Streuobstwiesen<br />
vor unserer Haustüre näher zu bringen.“<br />
Hierbei werden u.a. als nächstes<br />
im März ein „Frühlingserwachen<br />
im Weinberg“, „Ostern in der Sunset<br />
Lounge“ oder auch „Frühling“<br />
sowie „Muttertag im Weinberg“<br />
angeboten. So werden von Werner<br />
Mönch die Weinerlebnisführungen<br />
für Gruppen ab 15 Personen durchgeführt.<br />
Geburtstagsfeiern und<br />
Hochzeiten bis 40 Personen runden<br />
das Programm in der Sunset Lounge<br />
ab. Und dies alles natürlich in wunderschöner<br />
Landschaft und auch mit<br />
dem entalkoholisierten „Libero“.<br />
Denn, so krönt der „Weinmönch“<br />
selbst sein Angebot mit dem passenden<br />
Friedrich-Hebbel-Zitat: „Der<br />
Wein ist die edelste Verkörperung<br />
des Naturgeistes“. Dr. B. Sch.<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 41
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromatrends<br />
BELL FLAVORS & FRAGRANCES EMEA SETZT AUF DIE ZUSAMMENARBEIT MIT BRENNTAG<br />
Partnerschaft mit Perspektive<br />
Der Leipziger Aromenhersteller Bell Flavors & Fragrances EMEAI setzt langfristig<br />
auf die 2025 gestartete Zusammenarbeit mit Brenntag, dem weltweit führenden<br />
Distributor für Chemikalien und Inhaltsstoffe. Bei einem gemeinsamen Treffen des<br />
Brenntag-Managements mit der Unternehmensleitung von Bell am Standort Leipzig<br />
bekräftigten beide Partner den weiteren Ausbau der Kooperation.<br />
Aromen, die durch Brenntag effizient<br />
in den Markt getragen werden. Insbesondere<br />
mittelständische Hersteller,<br />
die keine Einzelaromen beziehen oder<br />
komplexe Anwendungen selbst entwickeln<br />
können, profitieren von der<br />
gebündelten Produkt-, Anwendungsund<br />
Marktkenntnis beider Partner.<br />
Die Kombination aus Brenntags<br />
System- und Anwendungskompetenz<br />
sowie Bells sensorischer und technologischer<br />
Expertise schafft passgenaue<br />
Lösungen für unterschiedliche<br />
Produktionsanforderungen.<br />
Langfristige Kooperation<br />
im Fokus<br />
Holger Wetzler, CEO Bell Flavors & Fragrances EMEAI, und Sandra Vennemann-Toppka, Regional Business Director<br />
DACH bei Brenntag, unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung in der historischen Bibliothek von Bell.<br />
Bell verfolgt mit der Zusammenarbeit<br />
eine klare strategische Zielsetzung:<br />
Die eigene Entwicklungs- und Aromenkompetenz<br />
soll dort ergänzt<br />
werden, wo Kunden anwendungsnahe<br />
Lösungen, Marktverständnis<br />
und technische Beratung aus einer<br />
Hand erwarten. „Für uns ist entscheidend,<br />
unsere Stärken gezielt<br />
mit Partnern zu verbinden, die nah<br />
am Markt und nah am Kunden agieren“,<br />
sagt Holger Wetzler, CEO von<br />
Bell. „Gerade mittelständische Lebensmittel-<br />
und <strong>Getränke</strong>hersteller<br />
erwarten heute Lösungen, die technisch<br />
fundiert und zugleich praxisnah<br />
umsetzbar sind.“<br />
Brenntag bringt hierfür ein breit<br />
aufgestelltes technisches Vertriebsteam<br />
mit tiefgehender Markt- und<br />
Anwendungskompetenz ein. Diese<br />
ermöglicht es, Bell-Aromen gezielt<br />
in kundenspezifische Konzepte zu<br />
integrieren und als anwendungsnahe<br />
Komplettlösungen anzubieten.<br />
„Unsere Stärke liegt darin,<br />
komplexe Kundenanforderungen<br />
zu verstehen und in marktfähige<br />
Lösungen zu übersetzen“, erklärt<br />
Sandra Vennemann-Toppka, Regional<br />
Business Director DACH von<br />
Brenntag.<br />
Für uns ist entscheidend, unsere<br />
Stärken gezielt mit Partnern zu<br />
verbinden, die nah am Markt und<br />
nah am Kunden agieren. Gerade<br />
mittelständische Lebensmittelund<br />
<strong>Getränke</strong>hersteller erwarten<br />
heute Lösungen, die technisch<br />
fundiert und zugleich praxisnah<br />
umsetzbar sind.<br />
HOLGER WETZLER, CEO Bell EMEAI<br />
Mehrwert für mittelständische<br />
Hersteller<br />
Bell entwickelt als spezialisierter<br />
Grundstoffproduzent hochwertige<br />
Seit dem vergangenen Jahr stimmten<br />
beide Partner ihre Prozesse eng<br />
aufeinander ab und entwickelten<br />
ein gemeinsames Verständnis für<br />
Markt- und Kundenanforderungen.<br />
Bell stellte Aromen-Kollektionen für<br />
verschiedene Anwendungen – von<br />
Backwaren und Milchprodukten über<br />
Würzprodukte bis hin zu <strong>Getränke</strong>n<br />
– zusammen, die gemeinsam bewertet<br />
und in das Brenntag-Portfolio<br />
integriert wurden.<br />
Dieser strukturierte Auswahl- und<br />
Integrationsprozess bildet heute das<br />
Fundament der Zusammenarbeit.<br />
Mit der bestätigten Partnerschaft<br />
stärken Bell und Brenntag ihre<br />
Präsenz im deutschen Markt für Lebensmittel-<br />
und <strong>Getränke</strong>-Aromen.<br />
Mittelständische Hersteller profitieren<br />
von gebündelter technischer,<br />
sensorischer und anwendungsbezogener<br />
Expertise und von Lösungen,<br />
die passgenau auf ihre Produktionsrealitäten<br />
zugeschnitten sind. <br />
Mehr Informationen<br />
www.brenntag.com<br />
42 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>
BEZUGSQUELLEN-VERZEICHNIS | Produkte, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen<br />
<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />
Institute | Organisationen | Verbände<br />
Partyfässer<br />
Die Dr. Harnisch Publikations App<br />
mit E-Paper unserer Fachzeitschriften,<br />
kostenlos für mobile Endgeräte<br />
www.getraenke-tm.de<br />
Die deutschen Brauer<br />
Deutscher Brauer-Bund e.V.<br />
Neustädtische Kirchstraße 7a | 10117 Berlin<br />
www.brauer-bund.de<br />
Pumpen<br />
Ihr kompetenter Partner in allen<br />
Pumpenbereichen seit 1954<br />
Hygienekonzepte<br />
Deutsches Verpackungsinstitut e.V. (dvi)<br />
Kunzendorstr. 19 | 14165 Berlin<br />
www.verpackung.org<br />
PUMPEN-CENTER „SKM“ GmbH<br />
Hüttenstr. 8 | 65201 Wiesbaden<br />
info@pumpen-center.de | www.pumpen-center.de<br />
Deutsches Weininstitut GmbH (DWI)<br />
Platz des Weines 2 | 5294 Bodenheim<br />
www.deutscheweine.de<br />
Pumpen<br />
für die Lebensmittel- und <strong>Getränke</strong>industrie<br />
Dr. JESSBERGER GmbH<br />
Jägerweg 5 | 85521 Ottobrunn<br />
info@jesspumpen.de |<br />
Institute | Organisationen | Verbände<br />
Alter Hellweg 46 | 44379 Dortmund<br />
www.akademie-fresenius.de<br />
Schmierstoffe | Instandhaltung<br />
Bundesverband der<br />
Deutschen Spirituosen-Industrie<br />
und -Importeure e. V.<br />
Pfaffenweg 15 | 53227 Bonn<br />
www.spirituosen-verband.de<br />
Verband der deutschen<br />
Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)<br />
Mainzer Str. 253 | 53179 Bonn<br />
Telefon +49 (0) 228-95 46 00<br />
info@fruchtsaft.de<br />
www.fruchtsaft.net<br />
Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V.<br />
Godesberger Allee 142-148 | 53175 Bonn<br />
www.fei-bonn.de<br />
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.<br />
Lyoner Str. 18 | 60528 Frankfurt<br />
Telefon +49 (0) 69 66 03 0<br />
www.vdma.org<br />
Wasseraufbereitung<br />
Spezialschmierstoffe<br />
für die Lebensmittelindustrie<br />
NSF-H1 gelistet<br />
Bremer & Leguil GmbH<br />
Am Burgacker 30-42<br />
D-47051 Duisburg<br />
Tel. +49 (0) 203 99 23-0<br />
Fax +49 (0) 203 259 01<br />
E-Mail: info@bremer-leguil.de<br />
Internet: www.bremer-leguil.de<br />
Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.<br />
Kennedyallee 28 | 53175 Bonn<br />
www.vdm-bonn.de<br />
Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei<br />
in Berlin e.V.<br />
Seestraße 13 | 13353 Berlin<br />
www.vlb-berlin.org<br />
Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie <strong>Getränke</strong> e. V.<br />
Monbijouplatz 11 | 10178 Berlin<br />
www.wafg.de<br />
<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 43