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Getränke! Technologie & Marketing 1/2026

Getränke! Technologie & Marketing - Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie - Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxis orientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material. Die Leser sind Führungskräfte der Firmen der Getränke industrie mit mehr als 20 Beschäftigten im deutschsprachigen Raum. Diese Unternehmen und ihre Entscheidungsträger sind Geschäftsführer, Betriebsleiter, Braumeister, Leiter der F + E, Produktion, Qualitäts kontrolle, Kaufmännische Leitung, Marketing, in Brauereien, Mineralbrunnen, Molkereien, Wein- und Sektkellereien sowie Entscheidungsträger im Getränkegroßhandel, der Logistik und Zulieferer.

Getränke! Technologie & Marketing - Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie - Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxis orientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material. Die Leser sind Führungskräfte der Firmen der Getränke industrie mit mehr als 20 Beschäftigten im deutschsprachigen Raum. Diese Unternehmen und ihre Entscheidungsträger sind Geschäftsführer, Betriebsleiter, Braumeister, Leiter der F + E, Produktion, Qualitäts kontrolle, Kaufmännische Leitung, Marketing, in Brauereien, Mineralbrunnen, Molkereien, Wein- und Sektkellereien sowie Entscheidungsträger im Getränkegroßhandel, der Logistik und Zulieferer.

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31. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034<br />

www.getraenke-tm.de<br />

TECHNOLOGIE & MARKETING 1 | <strong>2026</strong><br />

■ BRANCHEN REPORT Füllstandmessung, die den Aufwand spürbar verringert<br />

■ IM FOKUS KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse / LogiMAT<br />

■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Vom „Wengeter“ zum Weinerlebnisführer<br />

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LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart, KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse<br />

Verfahren, Prozesse und Automatisierung, Füllstandmessung, die den<br />

Aufwand spürbar verringert, VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks mit präzisen<br />

Radar-Füllstandsensoren aus, Effiziente Prozesse für pflanzliche Drinks, Hafer,<br />

Soja oder Nuss – Trenntechnik als Schlüssel für die industrielle Herstellung<br />

von pflanzlichen Milchalternativen, Sichtbare Fortschritte bei der Herstellung<br />

alternativer Proteine aus Biertreber, Proteine aus Biertreber<br />

Pilz Seminarreihe <strong>2026</strong> „Automation on Tour“, Safe und secure in die Zukunft<br />

Klimatechnik, Klimatechnische Lösungen von Kiefer bei der Brauerei Weihenstephan,<br />

Intelligente Lüftungstechnik im neuen Braukeller , Verpackung,<br />

Pomurske Mlekarne bringt aseptische SIG-Kartonpackungen mit vollem<br />

Barriereschutz ohne Aluminiumschicht auf den Markt, Wichtiger Meilenstein<br />

für nachhaltige Innovation, Tetra Pak in zusammenarbeit mit García Carrión,<br />

Weltweit erste aseptische Kartonverpackung mit Barriere auf Papierbasis<br />

für die Kategorie Saft, Fachmesse der Verpackungsindustrie, Zukunftsfähige<br />

Lebensmittelverpackungen müssen hohe Ansprüche erfüllen, Dresdner<br />

Verpackungstagung 2025, Volle Power beim Klassentreffen der Branche,<br />

Spitzenprogramm beim Trendtag Glas 2025 in München, „Konsumenten<br />

wollen Glas“, Zukunft braucht Herkunft: Glasbläserei bei JUMO, Mit Feuer und<br />

Flamme dabei, Historische Spuren, die erfolgreich die Gegenwart bereichern,<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE, Wandel in der Weinkultur, Vom „Wengeter“ zum<br />

Weinerlebnisführer, Bell Flavors & Fragrances EMEA setzt auf die Zusammenarbeit<br />

mit Brenntag, Abfüllhygiene, Wasser- und Abwasseraufbereitung<br />

Bezugsquellen-Verzeichnis, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen security<br />

transformation digitalisierung automatisierung messtechnik digitale lösungen<br />

sicherheit vernetzung dekarbonisierung intelligente steuerung innovation<br />

Raw Materials · Ingredients | Rohstoffe, Inhaltsstoffe Raw materials for beer<br />

production (Hops, Malt Yeast), Fruit extracts, Essences, Concentrates, Mixes,<br />

Flavors, Colorants, Sweeteners, Sugars, Other additives Rohstoffe für die<br />

Bierherstellung (Hopfen, Malz, Hefe), Fruchtextrakte, Essenzen, Konzentrate,<br />

Mischungen, Aromen, Farbstoffe, Süßstoffe, Zucker, Sonstige Zusatzstoffe Beer<br />

Production | Bierherstellung Machinery for malt production, Mills, Silos and<br />

tanks, Brewing room installations, Yeast treatment, Fermentation, De‐alcoholization,<br />

Microbreweries, Carbonation, Process materials Maschinen für die<br />

Malzproduktion, Mühlen, Silos und Tanks, Sudhauseinrichtungen, Hefebehandlung,<br />

Fermentierung, Entalkoholisierung, Mikrobrauereien, Carbonatisierung,<br />

Prozessmaterialien<br />

Alcoholic and Non‐alcoholic Beverage Production | Herstellung alkoholischer<br />

und alkoholfreier <strong>Getränke</strong> Machinery and equipment, Tanks, Containers,<br />

Degassing, Carbonation, Mixing and dosing, Homogenization, Equipment,<br />

Other machines, Machinery and installations for wine, Sparkling wine,<br />

Machinery for spirits, Distillation plants, Extraction Maschinen und Anlagen,<br />

Tanks, Container, Entgasung, Karbonatisierung, Mischen und Dosieren, Homogenisierung,<br />

Ausrüstung, Sonstige Maschinen, Maschinen und Anlagen zur<br />

Weinherstellung, Sekt und Schaumwein, Maschinen zur Spirituosenherstellung,<br />

Destillieranlagen, Extraktion Process Technology · Automation | Verfahrenstechnik<br />

· Prozesstechnik · Automatisierung Filtration and separation technology,<br />

Centrifuges, Decanters, Presses, Separators, Pasteurizing plants, Extraction,<br />

Drive and control technology, Robotics, Software Filtration und Trenntechnik,<br />

Zentrifugen, Dekanter, Pressen, Separatoren, Pasteurisieranlagen, Extraktion,<br />

Antriebstechnik, Steuer‐ und Regeltechnik, Robotik, Software<br />

Filling · Packaging · Labeling gea.com/contact<br />

| Abfüllung · Verpackung · Etikettierung<br />

Filling and sealing machines, Aseptic filling, Blow molding, Bottle sorting,<br />

Pasteurizing, Heat treatment, Process materials, Packaging machines, Labeling<br />

machines, Unpacking and packing machines, RFID, Glass, Cans, Kegs,<br />

Cardboard<br />

Abfüll‐ und Verschließmaschinen, Aseptische Abfüllung, Blasformen, Flaschensortierung,<br />

Pasteurisieren, Wärmebehandlung, Prozessmaterialien, Verpackungsmaschinen,<br />

Etikettierer, Aus‐ und Einpackmaschinen, RFID, Glas, Dosen,<br />

Kegs, Karton Storage and Logistics · Transport | Lagertechnik und Logistik ·<br />

Transport Storage systems, Commissioning, Transport, Conveyors, Commercial<br />

vehicles, Packaging material, Palletizers, Labeling, RFID, Software Lagersysteme,<br />

Kommissionierung, Transport, Förderanlagen, Nutzfahrzeuge, Verpackungsmaterial,<br />

Palettierer, Etikettierung, RFID, Software Components and Suppliers<br />

· Accessories | Komponenten und Zulieferer · Zubehör Tanks, Fittings, Pumps,<br />

Valves, Pipes, Hoses, Utilities, Drives Tanks, Armaturen, Pumpen, Ventile, Rohre,<br />

Schläuche, Versorgungseinrichtungen, Antriebe Control Technology · Laboratory<br />

Equipment | Kontrolltechnologie · Laborausrüstung Measuring technology,<br />

Data processing, Quality assurance, Process automation, Laboratory equipment<br />

Messtechnik, Datenverarbeitung, Qualitätssicherung, Prozessautomation,<br />

Laborgeräte Hygiene · Quality Management | Hygiene · Qualitätsmanagement<br />

Cleaning and disinfection systems, Cleaning equipment, Disinfection agents,<br />

CIP systems, Quality control systems Reinigung‐ und Desinfektionssysteme, Reinigungsausrüstung,<br />

Desinfektionsmittel, CIP‐Systeme, Qualitätskontrollsysteme<br />

Energy · Safety · Maintenance · Environment · Recycling | Energie · Sicherheit<br />

· Instandhaltung· Umwelt · Recycling Compressed air, Steam, Water, Waste<br />

water, Recycling, Cooling and refrigeration, Energy supply, Utilities Druckluft,<br />

Dampf, Wasser, Abwasser, Recycling, Kühlung und Kältetechnik, Energieversorgung,<br />

Versorgungseinrichtungen <strong>Getränke</strong>industrie, <strong>Getränke</strong> Brauerei Chlorat<br />

Nachhaltigkeit Drinktec Wasser Bier Messtechnik Wasseraufbereitung Empack<br />

Alkoholfrei Abfüllung Kennzeichnung Filtration Reinheit <strong>Getränke</strong> <strong>Technologie</strong><br />

Glasflaschen <strong>Getränke</strong>prozesse Effizienz Chlorit


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z Anlieferung „ready to fill“<br />

z Automatische Entfaltung des Liners analog zur Befüllung<br />

z Sicherer Schutz des Füllprodukts vor Kontakt mit Sauerstoff<br />

oder Kondensfeuchtigkeit<br />

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Tel. +49 2626 77 0<br />

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Wo Prozesse Zukunft lernen<br />

Verehrte Leserinnen und Leser,<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

volatile Energiepreise, steigende Rohstoffkosten,<br />

wachsender Regulierungsdruck und eine spürbare<br />

Konsumzurückhaltung prägen den Jahresauftakt<br />

<strong>2026</strong>. Die Rahmenbedingungen bleiben<br />

anspruchsvoll – und doch zeigt sich gerade jetzt,<br />

wie wandlungsfähig und innovationsstark unsere<br />

Branche ist.<br />

Mit der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart rückt die Intralogistik in den Fokus. KI-optimierte<br />

Materialflüsse, automatisierte Lagersysteme und intelligente Steuerungskonzepte<br />

machen deutlich, wie Effizienzpotenziale systematisch gehoben werden<br />

können – ein entscheidender Hebel in Zeiten steigender Kosten und knapper<br />

Ressourcen.<br />

Wie tief Innovation inzwischen in die Produktion hineinwirkt, zeigt unser Branchenreport<br />

„Verfahren, Prozesse und Automatisierung“: Präzise Radar-Füllstandmessung<br />

reduziert den Aufwand in Rohstofftanks. Moderne Trenntechnik<br />

erschließt neue Perspektiven für Hafer-, Soja- oder Nussdrinks. Und selbst Biertreber<br />

entwickelt sich durch technologische Fortschritte zur wertvollen Proteinquelle<br />

– ein konkretes Beispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft industrielle Realität wird.<br />

Ein weiteres Schlüsselthema bleibt die Verpackung. Aluminiumschichtfreie Kartonpackungen,<br />

papierbasierte Barrieren oder die intensive Diskussion um Glas als<br />

nachhaltiges Premiumgebinde zeigen, wie stark regulatorische Anforderungen<br />

und Konsumentenerwartungen Innovation antreiben. Verpackung ist längst nicht<br />

mehr reine Hülle – sie ist strategische Entscheidung.<br />

Sicherheit, die<br />

man schmeckt.<br />

Zuverlässige Filtration seit<br />

mehr als 60 Jahren.<br />

Ob Bier, Wasser oder Softdrink – wo<br />

Produktsicherheit zählt, entscheidet<br />

jedes Detail. Unsere Filterlösungen für<br />

Flüssigkeiten, Druckluft und Gas sowie<br />

Dampf schützen zuverlässig, was am<br />

Ende überzeugt: Geschmack, Qualität<br />

und Vertrauen.<br />

Parallel dazu verändert sich die Nachfrage deutlich. No- und Low-Alcohol-Produkte<br />

gewinnen weiter Marktanteile. Funktionelle <strong>Getränke</strong> mit Mehrwert – von<br />

Protein über Adaptogene bis hin zu isotonischen Konzepten – entwickeln sich<br />

dynamisch. Pflanzliche Drinks bleiben Wachstumstreiber, während klassische Kategorien<br />

stärker auf Differenzierung und Premiumisierung setzen müssen.<br />

Auch Sicherheit wird neu gedacht. Unsere Berichterstattung zur Seminarreihe<br />

„Automation on Tour“ macht deutlich: Safety und Cybersecurity gehören <strong>2026</strong><br />

untrennbar zusammen. „Safe und secure in die Zukunft“ ist keine Vision mehr,<br />

sondern betriebliche Notwendigkeit.<br />

Diese Ausgabe spannt bewusst einen weiten Bogen – von KI-gestützter Logistik<br />

über nachhaltige Rohstoffe und moderne Prozesstechnik bis hin zu zukunftsfähigen<br />

Verpackungskonzepten und Markttrends.<br />

Mit den besten Grüßen,<br />

Marta Bletek-Gonzalez und das gesamte Team<br />

der <strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

hengst.com/<br />

wenn-reinheit-zu-sicherheit-wird<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 3


Inhalt<br />

17<br />

18 40<br />

Anzeige<br />

TITELTHEMA<br />

GEA ERWEITERT SEIN VENTILPORTFOLIO UM WASSERHYDRAULISCHE ANTRIEBE UND UNTERSTÜTZT 6<br />

DAMIT EINE NACHHALTIGERE, DIGITALISIERTE GETRÄNKEPRODUKTION WELTWEIT.<br />

Mehr Präzision. Weniger Verbrauch.<br />

www.gea.com<br />

IM FOKUS<br />

LOGIMAT <strong>2026</strong> IN STUTTGART 10<br />

KI optimiert die innerbetrieblichen Materialflüsse<br />

MESSEVORSCHAU LogiMAT <strong>2026</strong> 12<br />

BRANCHEN REPORT | VERFAHREN, PROZESSE UND AUTOMATISIERUNG<br />

FÜLLSTANDMESSUNG, DIE DEN AUFWAND SPÜRBAR VERRINGERT 18<br />

VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks mit präzisen Radar-Füllstandsensoren aus<br />

EFFIZIENTE PROZESSE FÜR PFLANZLICHE DRINKS 20<br />

Hafer, Soja oder Nuss – Trenntechnik als Schlüssel für die industrielle Herstellung<br />

von pflanzlichen Milchalternativen<br />

SICHTBARE FORTSCHRITTE BEI DER HERSTELLUNG ALTERNATIVER PROTEINE AUS BIERTREBER 23<br />

Proteine aus Biertreber<br />

PILZ SEMINARREIHE <strong>2026</strong> „AUTOMATION ON TOUR“ 37<br />

Safe und secure in die Zukunft<br />

BRANCHEN REPORT | KLIMATECHNIK<br />

KLIMATECHNISCHE LÖSUNGEN VON KIEFER BEI DER BRAUEREI WEIHENSTEPHAN 24<br />

Intelligente Lüftungstechnik im neuen Braukeller<br />

BRANCHEN REPORT | VERPACKUNG<br />

POMURSKE MLEKARNE BRINGT ASEPTISCHE SIG-KARTONPACKUNGEN MIT VOLLEM BARRIERESCHUTZ<br />

OHNE ALUMINIUMSCHICHT AUF DEN MARKT 26<br />

Wichtiger Meilenstein für nachhaltige Innovation<br />

TETRA PAK IN ZUSAMMENARBEIT MIT GARCÍA CARRIÓN 27<br />

Weltweit erste aseptische Kartonverpackung mit Barriere auf Papierbasis<br />

für die Kategorie Saft<br />

FACHMESSE DER VERPACKUNGSINDUSTRIE 28<br />

Zukunftsfähige Lebensmittelverpackungen müssen hohe Ansprüche erfüllen<br />

DRESDNER VERPACKUNGSTAGUNG 2025 30<br />

Volle Power beim Klassentreffen der Branche<br />

SPITZENPROGRAMM BEIM TRENDTAG GLAS 2025 IN MÜNCHEN 33<br />

„Konsumenten wollen Glas“<br />

ZUKUNFT BRAUCHT HERKUNFT: GLASBLÄSEREI BEI JUMO 36<br />

Mit Feuer und Flamme dabei<br />

ein.blick<br />

Historische Spuren, die erfolgreich die Gegenwart bereichern 38<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE<br />

WANDEL IN DER WEINKULTUR 40<br />

Vom „Wengeter“ zum Weinerlebnisführer<br />

BELL FLAVORS & FRAGRANCES EMEA SETZT AUF DIE ZUSAMMENARBEIT MIT BRENNTAG 42<br />

Partnerschaft mit Perspektive<br />

PRODUKTE, TECHNOLOGIEN UND DIENSTLEISTUNGEN 43<br />

Bild: GEA<br />

IMPRESSUM<br />

ISSN 1431-4428<br />

<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0<br />

Fax: +49 (0) 911 2018 - 100<br />

www.getraenke-tm.de<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsführung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Redaktion<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Fachredaktion<br />

Ian Healey<br />

Roland Hensel<br />

Bert Pflüger<br />

Dr. Burkhard Schäfer<br />

Mediaberatung<br />

Thomas Mlynarik | D-A-CH<br />

Britta Steinberg | Ingredients<br />

Benjamin Costemend | Frankreich<br />

Steve Max | Nordamerika<br />

Technische Leitung<br />

Armin König<br />

Erscheinungsweise 5 x jährlich<br />

Bezugspreis<br />

Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben<br />

Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.<br />

Ausland: € 67,- inkl. Porto<br />

Bankverbindung<br />

HypoVereinsbank AG Nürnberg<br />

IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18<br />

Swift-Code: HYVEDEMM460<br />

Copyright © <strong>2026</strong><br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt<br />

einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete<br />

Bei trä ge entsprechen dabei nicht unbedingt der<br />

Meinung der Redaktionskonferenz.<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei<br />

Personenbezeichnungen und personenbezogenen<br />

Hauptwörtern das generische Maskulinum verwendet.<br />

Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung<br />

grundsätzlich für alle Geschlechter. Die<br />

verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe<br />

und beinhaltet keine Wertung.<br />

4 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


interpack<br />

PROCESSING & PACKAGING<br />

7 – 13 MAY <strong>2026</strong><br />

INTERPACK.DE<br />

PROCESSING & PACKAGING FOR BEVERAGES


TITELTHEMA | Wasserhydraulische Antriebe<br />

BASTIAN TOLLE<br />

Head of Business<br />

Development &<br />

Digitalization, GEA<br />

PETER ESPERSEN<br />

Gründer Hydract<br />

Quelle:<br />

GEA<br />

GEA ERWEITERT SEIN VENTILPORTFOLIO UM WASSERHYDRAULISCHE ANTRIEBE UND<br />

UNTERSTÜTZT DAMIT EINE NACHHALTIGERE, DIGITALISIERTE GETRÄNKEPRODUKTION<br />

WELTWEIT.<br />

Mehr Präzision. Weniger Verbrauch.<br />

Mit der Übernahme des dänischen Unternehmens Hydract Anfang <strong>2026</strong> erweitert<br />

GEA sein Ventilportfolio. Neben pneumatischen Antrieben kommt wasserhydraulische<br />

Ventilbetätigung hinzu – und eröffnet neue Möglichkeiten für Energieeffizienz,<br />

digitale Einblicke und präzise Regelung in <strong>Getränke</strong>anlagen.<br />

„Heute stehen Energieund<br />

CO 2<br />

-Ziele wieder<br />

ganz oben, Digitalisierung<br />

wird vorausgesetzt,<br />

und präzise Regelung<br />

kann neue Prozesskonzepte<br />

erschließen.<br />

Werke suchen<br />

aktiv nach messbaren<br />

Verbesserungen.“<br />

PETER ESPERSEN<br />

Gründer Hydract<br />

Oft sind es die „unsichtbaren“ Aggregate,<br />

die entscheiden, ob eine<br />

Schicht rund läuft. In Brauereien und<br />

Softdrink-Anlagen leisten Prozessventile<br />

im Hintergrund Schwerstarbeit:<br />

Sie trennen Produkt- und CIP-<br />

Medien, schützen die Qualität und<br />

halten den Durchfluss stabil.<br />

Je stärker Produktionsanlagen jedoch<br />

den Energieeinsatz senken,<br />

Produktwechsel beschleunigen und<br />

bessere Daten gewinnen wollen,<br />

desto weniger geht es nur um den<br />

Ventilkörper – und desto mehr um<br />

die Frage, wie das Ventil angetrieben<br />

wird. So wächst das Interesse<br />

an hydraulischer Ventiltechnologie<br />

als Alternative zur pneumatischen<br />

Ventilbetätigung.<br />

Wenn sich Bastian Tolle, Head of<br />

Business Development & Digitalization<br />

in der GEA-Division Pure Flow<br />

Processing, und Peter Espersen,<br />

Gründer von Hydract, zusammensetzen,<br />

ist die Rollenverteilung klar:<br />

Beide kennen die Ventilwelt in- und<br />

auswendig – Tolle aus der Perspektive<br />

des modularen VARIVENT-Portfolios<br />

für den breiten industriellen Einsatz,<br />

Espersen aus der Realität, eine neue<br />

<strong>Technologie</strong> gegen Widerstände in<br />

den Markt zu bringen.<br />

? Was ist die Kernbotschaft für<br />

<strong>Getränke</strong>profis?<br />

Bastian Tolle: „Es geht darum,<br />

Kunden eine echte Wahl bei der<br />

Antriebstechnologie aus einem<br />

Portfolio zu bieten – das Beste aus<br />

zwei Welten. Die pneumatische<br />

Ventiltechnik von GEA deckt mit<br />

VARIVENT hygienische und mit<br />

ASEPTOMAG aseptische Anwendungen<br />

ab. Mit wasserhydraulischer<br />

Ventilbetätigung können wir eine zusätzliche<br />

Antriebsoption für Einsitz-,<br />

Doppelsitz- und Regelventile anbieten.<br />

Ingenieure können so je nach<br />

Anwendung den passenden Ansatz<br />

6 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


GEA<br />

„Die wasserhydraulische Ventilbetätigung ermöglicht eine<br />

deutlich präzisere Regelung. Dadurch eröffnen sich neue<br />

Prozessansätze wie die späte Produktdifferenzierung.<br />

Gleichzeitig entsteht eine attraktive Nachrüstoption für<br />

bestehende Anlagen – und die Möglichkeit, CAPEX zu<br />

reduzieren, wenn sich mit dem neuen Prozesskonzept mit<br />

weniger Tanks mehr erreichen lässt.“<br />

BASTIAN TOLLE<br />

Head of Business Development & Digitalization, GEA<br />

wählen, ohne Lieferanten oder<br />

Servicemodelle zu wechseln.“<br />

? Warum wasserhydraulisch<br />

– und warum gerade jetzt?<br />

Peter Espersen: „2008 war<br />

hydraulische Ventiltechnologie<br />

vor allem eine Energie-Story.<br />

Das Wertversprechen ist gereift.<br />

Heute stehen Energie- und CO 2<br />

-<br />

Ziele wieder ganz oben, Digitalisierung<br />

wird vorausgesetzt,<br />

und präzise Regelung kann<br />

neue Prozesskonzepte erschließen.<br />

Wir müssen nicht mehr<br />

rechtfertigen, dass wir eine Alternative<br />

anbieten – die Werke<br />

suchen aktiv nach messbaren<br />

Verbesserungen.“<br />

Bastian Tolle: „Aus GEA-Sicht<br />

ist der Fit klar: Wenn wir unseren<br />

Anspruch, Engineering for<br />

a better world‘ ernst nehmen,<br />

können wir die Vorteile wasserhydraulischer<br />

Betätigung nicht<br />

ignorieren. Die <strong>Technologie</strong><br />

unterstützt Nachhaltigkeit,<br />

ermöglicht digitales Condition<br />

Monitoring und macht<br />

jedes Ventil fähig zu stabilen<br />

Zwischenstellungen. Damit<br />

wird ein vermischungssicheres<br />

Absperrventil bei Bedarf zu<br />

einem Regelventil im Prozess.<br />

So lassen sich hochpräzise,<br />

kontinuierliche Inline-Mischprozesse<br />

realisieren – eine<br />

wichtige Voraussetzung für<br />

späte Produktdifferenzierung.<br />

Nachhaltigkeit, Digitalisierung,<br />

Effizienz, Präzision und Exzellenz<br />

– all das vereint diese<br />

<strong>Technologie</strong>. Und genau für<br />

diese Prinzipien stehen wir als<br />

Unternehmen.”<br />

? Was ändert sich ganz<br />

praktisch, wenn Betriebe<br />

von Druckluft auf Wasser<br />

umsteigen?<br />

Bastian Tolle: „Der Wechsel<br />

von Druckluft auf Hydraulik<br />

verändert das ganze Umfeld des<br />

Ventils. Man tauscht nicht nur<br />

einen Antrieb, sondern führt<br />

ein hydraulisches Versorgungssystem<br />

ein, das zur Anwendung<br />

passen muss – in Auslegung und<br />

Dimensionierung.<br />

Das Umfeld muss ganz einfach<br />

zum Prozess, zur Instandhaltung<br />

und zum Alltag auf dem<br />

Standort passen. Genau deshalb<br />

braucht die <strong>Technologie</strong> einen<br />

Partner mit Applikationswissen,<br />

Engineering-Kompetenz und<br />

der Vertrauensbasis eines etablierten<br />

Lieferanten.<br />

Die Chance ist: Wasserhydraulische<br />

Antriebe können den<br />

Bedarf an Druckluft für die<br />

Ventilbetätigung vollständig<br />

eliminieren – Luft, die typischerweise<br />

durch energieintensive<br />

Kompressoren erzeugt wird.“<br />

Peter Espersen: „Hydraulik<br />

verhält sich auch anders gegenüber<br />

Prozesskräften. Ein<br />

pneumatisches Regelventil kann<br />

durch veränderten Durchfluss<br />

und Druck beeinflusst werden.<br />

Ein hydraulischer Antrieb bleibt<br />

dort, wo er angesteuert wurde,<br />

und bewegt sich in kleinen, kontrollierten<br />

Schritten. Das stabilisiert<br />

die Regelung rund um den<br />

Sollwert.“<br />

? Und beim Thema Nachhaltigkeit<br />

– wie groß ist das<br />

Energiesparpotenzial?<br />

Bastian Tolle: „Das beginnt mit<br />

einer einfachen Realität: Druckluft<br />

hinterlässt immer einen<br />

Energie- und CO 2<br />

-Fußabdruck,<br />

Wasser kann in einem geschlossenen<br />

Kreislauf arbeiten.<br />

Wasserhydraulische Betätigung<br />

kann den Bedarf an Druckluft<br />

für Ventilbewegungen eliminieren<br />

– Druckluft, die in pneumatischen<br />

Systemen typischerweise<br />

von Kompressoren erzeugt wird.<br />

Wenn man eine große Druckluftversorgung<br />

durch ein<br />

kompakteres Hydrauliksystem<br />

ersetzt, kann der Strombedarf<br />

deutlich sinken. Insbesondere,<br />

weil sich damit die Verluste<br />

durch Leckagen im Druckluftnetz<br />

vermeiden lassen – Leckagen,<br />

die in praktisch allen<br />

Anlagen vorhanden und beim<br />

Rundgang meist sogar hörbar<br />

sind. Wie groß der Effekt genau<br />

ist, hängt von Anlagenlayout,<br />

Kompressorenauslegung und<br />

Projektumfang ab. Am spannendsten<br />

ist es bei Neubauprojekten<br />

und größeren Umbauten,<br />

aber auch bei Erweiterungen, in<br />

denen die Druckluftkapazität<br />

zum Engpass wird.<br />

In Modernisierungsprojekten,<br />

in denen Energieverbrauch und<br />

CO 2<br />

-Bilanz über das gesamte<br />

Werk optimiert werden und jeder,<br />

versteckte Verbraucher‘ sich<br />

rechtfertigen muss, wird die Art,<br />

wie Ventile angetrieben werden,<br />

plötzlich relevant. Die Richtung<br />

ist klar: Es hilft Kunden dabei,<br />

von Druckluft für die Ventilbetätigung<br />

loszukommen.“<br />

? Was heißt „digitaler werden“<br />

auf Ventilebene konkret?<br />

Bastian Tolle: „Die Basis ist<br />

eine stabile Positionierung. Bei<br />

Pneumatik können Federn und<br />

Leitungskräfte kleine Abweichungen<br />

erzeugen. Hydraulik<br />

hält Positionen mit hoher Wiederholgenauigkeit<br />

und Stabilität.<br />

Das macht Zustandsüberwachung<br />

im Alltag realistisch – zum<br />

Beispiel, wenn es darum geht,<br />

Dichtungszustände zu verfolgen<br />

und verwertbare Daten zu<br />

sammeln.“<br />

Peter Espersen: „Hydraulische<br />

Ventilbetätigung steuert die Bewegung<br />

digital im Antrieb, nicht<br />

nur, auf/zu‘. Der Antrieb fährt<br />

von einer Position in die nächste,<br />

zeichnet auf, was passiert, und<br />

kann Muster wie Dichtungsverschleiß<br />

erkennen.<br />

In der Praxis bedeutet das: Wir<br />

gehen weg von, wir glauben,<br />

das Ventil ist in Ordnung‘ hin zu,<br />

wir sehen, was sich verändert,<br />

bevor es ausfällt‘ – unter realen<br />

Produktionsbedingungen.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 7


TITELTHEMA | Wasserhydraulische Antriebe<br />

Hydraulische Ventiltechnologie<br />

im Überblick<br />

• Antriebsmedium: Wasser statt<br />

Druckluft, geringere Abhängigkeit<br />

von Kompressorsystemen.<br />

• Präzision: Stabile Zwischenstellungen<br />

unterstützen genaue Regelung.<br />

• Digitalpotenzial: Stabile Bewegung<br />

plus Intelligenz im Antrieb ermöglichen<br />

Zustandsüberwachung (z. B.<br />

Trends bei Dichtungen).<br />

• Anlagen-Fit: Größter Effekt auf<br />

Energieverbrauch und CO 2<br />

-Bilanz,<br />

wenn die Versorgungsmedien entsprechend<br />

ausgelegt sind – insbesondere<br />

bei Neubauten und größeren<br />

Modernisierungen.<br />

• Einfache Nachrüstung bestehender<br />

Ventillösungen, um vorhandene Anlagen<br />

zu einer nachhaltigen, digitalen<br />

Lösung weiterzuentwickeln.<br />

Man kann es mit einer CNC-Maschine<br />

vergleichen: kontrollierte Bewegung,<br />

nachvollziehbares Verhalten, verwertbare<br />

Daten – mit standardisierten<br />

Schnittstellen wie IO-Link, je nach<br />

Anlagenbedarf. In der Carlsberg-<br />

Brauerei in Fredericia, Dänemark,<br />

haben hydraulische Ventile kontinuierliche<br />

Inline-Mischung und späte<br />

Produktdifferenzierung im großen<br />

Maßstab ermöglicht. Das Prinzip<br />

ist simpel: Wenn Ventile präzise<br />

und wiederholbar regeln, kann die<br />

Anlage inline mischen und schneller<br />

auf Nachfrage reagieren, statt sich<br />

nur auf viele Einzel-Tanks und Batch-<br />

Staging zu stützen. Statt 50 verschiedene<br />

Biersorten auf Lager zu halten,<br />

reichen möglicherweise 10 oder 12<br />

– so wie es Carlsberg in Fredericia<br />

umgesetzt hat.“<br />

Bastian Tolle: „Es geht nicht nur<br />

um Geschwindigkeit. Wenn Prozesse<br />

und Tanknutzung sauber optimiert<br />

sind, kann das auch den Reinigungsaufwand<br />

und den Ressourceneinsatz<br />

senken – weil stabile Regelung das<br />

Spektrum der sinnvoll realisierbaren<br />

Anlagenkonzepte erweitert.“<br />

? Wie sieht der Roll-out im GEA-<br />

Portfolio aus?<br />

Bastian Tolle: „Wir fangen dort an,<br />

wo der Effekt sofort spürbar ist. In der<br />

ersten Phase fokussieren wir uns auf<br />

die wichtigsten Typen im bestehenden<br />

VARIVENT-System: N-Typ (Absperrventile),<br />

W-Typ (Wechselventile)<br />

und R-Typ (Doppelsitzventile). Damit<br />

lassen sich 60 bis 70 Prozent der <strong>Getränke</strong>anwendungen<br />

abdecken.<br />

Von dort aus wollen wir das Angebot<br />

auf das gesamte VARIVENT-System<br />

ausweiten, sodass hydraulische Betätigung<br />

als Option für hygienische<br />

Ventiltechnik im großen Maßstab<br />

verfügbar wird. Aseptische Ventile<br />

stehen ebenfalls auf der Agenda.<br />

Ein Vorteil bleibt: Die Nachrüstfähigkeit<br />

durch das modulare VARIVENT-<br />

Gehäuse. Unser Anspruch ist,<br />

hydraulische Antriebe als Option in<br />

diese modulare Systemlogik zu integrieren.<br />

So können Kunden zwischen<br />

pneumatischer und hydraulischer<br />

Betätigung wählen und behalten<br />

gleichzeitig konsistente Schnittstellen<br />

zu Engineering, Automation und<br />

Service – sowohl bei Neuanlagen als<br />

auch, und das ist ein entscheidender<br />

Vorteil, bei der Nachrüstung bestehender<br />

Anlagen mit dieser neuen<br />

nachhaltigen <strong>Technologie</strong>.<br />

? Wie stellt ihr sicher, dass die<br />

<strong>Technologie</strong> ihre Geschwindigkeit<br />

behält?<br />

Bastian Tolle: „Wir halten das Hydract-Team<br />

als fokussierte, agile Einheit<br />

innerhalb unserer Division Pure<br />

Flow Processing zusammen. Die Idee<br />

ist, das Know-how in hydraulischer<br />

Ventiltechnologie mit dem globalen<br />

Vertriebs-, Engineering- und Service-<br />

Footprint von GEA zu verbinden.“<br />

? Zum Schluss noch persönlich:<br />

Was wünschen Sie sich für die<br />

nächsten Jahre?<br />

Peter Espersen: „Nach Jahren, in<br />

denen wir um diese Vision kämpfen<br />

mussten, möchte ich sehen, wie<br />

sich die <strong>Technologie</strong> verbreitet – in<br />

Europa und darüber hinaus. Nicht<br />

als Nische, sondern als ernstzunehmende<br />

Option für moderne Produktion.<br />

Mit den GEA-Ingenieuren und<br />

ihrem Ventilportfolio können wir<br />

neue Kundenlösungen bauen und<br />

die <strong>Technologie</strong> nahtlos in die Praxis<br />

bringen.“<br />

Bastian Tolle: „Wir reden seit Jahrzehnten<br />

darüber, wie die, nächste<br />

Generation‘ der Ventiltechnologie<br />

aussehen könnte. Ich glaube, das ist<br />

einer der seltenen Schritte, die wirklich<br />

etwas bewegen können – weil<br />

Nachhaltigkeit, Digitalisierung und<br />

präzise Regelung plötzlich in einem<br />

Bauteil greifbar werden, das im Herzen<br />

jeder <strong>Getränke</strong>anlage sitzt.“<br />

Einschätzung der Experten<br />

Ich plane gerade ein Projekt. Wie<br />

gehe ich vor?<br />

Fangen Sie bei der Anwendung an,<br />

nicht beim Bauteil. Wo können stabile<br />

Regelung, Nachhaltigkeits-KPIs<br />

oder digitale Überwachung den<br />

größten Mehrwert für die Anlage<br />

bringen? Und passt ein hydraulisches<br />

Versorgungssystem zum Projektumfang<br />

– Neubau, größerer Umbau<br />

oder Erweiterung?<br />

Denken Sie in Ergebnissen: Energieprofil,<br />

Regelbarkeit, Flexibilität.<br />

Mehr erfahren und Anwendungen mit<br />

den GEA-Ventilexperten diskutieren:<br />

www.gea.com/contact<br />

8 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Druckmessung im Prozess?<br />

Überlassen Sie das uns!<br />

LogiMAT <strong>2026</strong><br />

Unsere Messtechnik für Prozess-, hydrostatischen und Differenzdruck ist bereit für alles, was die Lebensmittelindustrie<br />

braucht. Weltweit steht sie für bewährte Lösungen und zukunftsweisende Innovation. VEGA-Druckmesstechnik bedeutet<br />

mehr als optimierte Abläufe. Sie gibt Ihnen die entspannte Gewissheit, dass die beste Technik im Einsatz ist.<br />

Alles wird möglich. Mit VEGA.<br />

vega.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 9


IM FOKUS<br />

<br />

Veranstalter:<br />

EUROEXPO<br />

Messe- und<br />

Kongress-GmbH<br />

LOGIMAT <strong>2026</strong> IN STUTTGART<br />

KI optimiert die innerbetrieblichen<br />

Materialflüsse<br />

Methoden und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) bilden die Basis für<br />

effiziente Prozesse in der Intralogistik. In allen Branchensegmenten präsentieren<br />

die internationalen Aussteller auf der LogiMAT <strong>2026</strong> Neuheiten mit integrierten<br />

KI-Anwendungen und KI-Methoden. Dabei generieren KI-gestützte Lösungen durch<br />

ganzheitliches Verständnis von Geschäftsprozessen und Daten in allen Prozessschritten<br />

maximalen Mehrwert.<br />

Bei Investitionen in Innovationen<br />

zur digitalen Transformation sind<br />

Methoden und Anwendungen der<br />

Künstlichen Intelligenz (KI) inzwischen<br />

unumgänglich. Doch vielerorts, so<br />

eine aktuelle Studie von Beratungsunternehmen<br />

IDC und IT-Entwickler<br />

SAS, fehlen in vielen Unternehmen<br />

die nötigen IT-Strukturen, um KI-<br />

Vorteile effektiv zu nutzen. Infolge,<br />

so die Studie, stehe das Vertrauen<br />

in KI „auf wackeligen Füßen, weil<br />

mangelnde Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen<br />

fehlen“. Optionen dies<br />

zu ändern, stellen die internationalen<br />

Aussteller auf der LogiMAT <strong>2026</strong> vor.<br />

„Automatisierung und KI sind längst<br />

keine Trends mehr, sondern entscheidende<br />

Erfolgsfaktoren“, urteilt<br />

LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty<br />

vom Münchener Veranstalter EURO-<br />

EXPO Messe- und Kongress-GmbH.<br />

„Insbesondere, wenn sie nicht isoliert<br />

eingesetzt wird, ist KI die Basis für<br />

effiziente Prozesse. Mit ihren jüngsten<br />

Produktentwicklungen präsentieren<br />

die LogiMAT-Aussteller aller Branchensegmente<br />

Neuheiten, die mit<br />

bereits integrierten KI-Anwendungen<br />

und KI-Methoden auf durchgängige<br />

KI-Unterstützung sowie Optimierung<br />

aller Arbeitsbereiche und Geschäftsprozesse<br />

der Intralogistik ausgelegt<br />

sind und größten Mehrwert bieten.“<br />

Das betrifft per se zunächst insbesondere<br />

die in Halle 4 auf dem Stuttgarter<br />

Messegelände gezeigten Neuentwicklungen<br />

im Software-Bereich. Mit dem<br />

Ziel, KI-gestützte Prozesse schneller<br />

umzusetzen, technische Abhängigkeiten<br />

zu reduzieren und Automatisierung<br />

breiter nutzbar zu machen,<br />

stellt etwa WMS-Anbieter Logistics<br />

Reply (Halle 4, Stand 4B52) „GaliLEA<br />

Dynamic Intelligence“ vor. Die neue<br />

<strong>Technologie</strong> soll die Erstellung und<br />

den Einsatz von KI-Agenten vereinfachen.<br />

Über eine visuelle Oberfläche<br />

lassen sich die Agenten konfigurieren,<br />

die Daten aus unterschiedlichen<br />

Quellen auslesen, externe Systeme<br />

anbinden, Anomalien erkennen und<br />

operative Entscheidungen in Echtzeit<br />

unterstützen. KI-Anwendungen für<br />

bessere Entscheidungen entlang der<br />

Wertschöpfungskette zeigt mit dem<br />

neuen KI-basierten Forecast-Service<br />

„Demand AI“ auch die Inform GmbH<br />

(Halle 4, Stand D61). Die cloudbasierte<br />

Lösung erstellt kontinuierliche Forecasts<br />

für Produkte mit Verkaufshistorie,<br />

liefert belastbare Erstbedarfsprognosen<br />

für neue Artikel und soll sich<br />

ohne aufwendige Softwareeinführung<br />

in bestehende Planungsprozesse<br />

integrieren lassen. Die Ergebnisse<br />

werden an bestehende ERP- und<br />

Planungssysteme übergeben und<br />

sollen fundierte, schnellere Entscheidungen<br />

in Beschaffung und Supply<br />

Chain Planung ermöglichen. Die PSI<br />

Software SE (Stand 4D41, Halle 4)<br />

kommt unter anderem mit der Weiterentwicklungen<br />

für die letztjährig<br />

prämierte KI-Plattform „PSIwms AI“<br />

nach Stuttgart. Das in den PSIwms-<br />

Standard integrierte Modul Batch<br />

AI soll einstufige und zweistufige<br />

Kommissionierstrategien mit regelund<br />

KI-gestützter Batch-Bildung<br />

optimieren. Das reduziert Laufwege,<br />

steigert die Picking-Performance und<br />

senke die Prozesskosten. KI-gestützt<br />

werden zudem kontextbezogene<br />

Informationen direkt im Arbeitsfluss<br />

bereitgestellt.<br />

KI-Anwendungen für<br />

innerbetriebliche Transporte<br />

Neben automatisierten Bedarfs- und<br />

Absatzprognosen sowie effizienter<br />

Auftragsabwicklung sorgen neue<br />

Ansätze für KI-Anwendungen für<br />

weitere Optimierungen auch im<br />

Bereich der Planung und Steuerung<br />

innerbetrieblicher Transporte mit<br />

Transport Management Systemen<br />

(TMS). So zeigt die Schweizer Brabender<br />

Solutions GmbH (Halle 4,<br />

Stand 4F15) ihr TMS unter anderem<br />

mit KI-gestützten Rückmeldungen<br />

sowie KI-basierter Dokumentenextraktion<br />

für interne Prozesse und das<br />

integrierte Dokumenten-Management-System<br />

(DocKI). Die Flexus AG<br />

(Halle 4, Stand 4B31) hat mit „Flex-<br />

Guide4“ KI und digitale Zwillinge in<br />

die Transportsteuerung von Staplern,<br />

Routenzügen und autonomen Fahrzeugen<br />

integriert, um Prozesse effizient,<br />

sicher und flexibel zu gestalten.<br />

Mit der proaktiven Prozesssteuerung<br />

sollen sich Abläufe simulieren sowie<br />

Engpässe sich frühzeitig erkennen<br />

und vermeiden lassen. Die cloudbasierte<br />

Tourenplanungssoftware der<br />

Pass Logistics Solutions AG (Halle 4,<br />

Stand D53) vernetzt mithilfe von KI<br />

Planer, Fahrer und Endkunden und<br />

soll Routen speziell auch für den<br />

wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen<br />

berechnen können.<br />

Inzwischen hat KI Eingang auch in die<br />

direkte Unterstützung der operativen<br />

Prozesse etwa in der Anlagen- und<br />

Fördertechnik gefunden. Mit KIbasierter,<br />

selbstlernender Software<br />

bindet etwa die Robot-Picking-Lösung<br />

„eOperator“ von Element Logic<br />

(Halle1, Stand 1H21) vollautomatisierte,<br />

roboterbasierte Stückkom-<br />

10 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


LogiMAT <strong>2026</strong><br />

missionierung in AutoStore-Lösungen<br />

ein. Die advasolutions SE (Halle 3 /<br />

Stand 3C79) proklamiert mit einer adaptiven<br />

End-to-End-Automatisierung<br />

der Intralogistik das selbstlernende<br />

Lager. Dabei sollen neue KI-basierte<br />

Funktionen wie Qualitätskontrolle und<br />

Routenplanung den Wareneingang,<br />

die Lagerung, die Kommissionierung<br />

und den Versand steuerungstechnisch<br />

nahtlos miteinander verbinden. Das<br />

KI-basierte Zusammenspiel aus autonomen<br />

Shuttles, einem anpassbaren<br />

Regalsystem und flexibel konfigurierbaren<br />

advaShelves soll es ermöglichen,<br />

Artikel unterschiedlichster Größen,<br />

Formen und Verpackungen effizient<br />

zu transportieren, zu lagern und dynamisch<br />

zu bewegen. Und mit „Knapp<br />

Brain“ zeigt die Knapp AG (Halle 3,<br />

Stand 3B01/3B03 & Halle 8, Stand<br />

8A45) die nach Unternehmensangaben<br />

„erste KI-Plattform für intelligente<br />

Wertschöpfungsketten“. Sie bündelt<br />

von der Prognose über ein optimiertes<br />

Order Fulfillment bis hin zur Last<br />

Mile alle KI-gestützten Lösungen,<br />

um durch ganzheitliches Verständnis<br />

von Geschäftsprozessen und Daten<br />

in allen Prozessschritten maximalen<br />

Mehrwert zu generieren. Rückgrat für<br />

die operative Steuerung, Analyse und<br />

Integration, die alle Ebenen der Intralogistik<br />

abdecken soll, bildet dabei die<br />

Software-Suite KiSoft Solution. Diese<br />

verbindet dabei Lager, Transport und<br />

Zustellung in Echtzeit. Sie berechnet<br />

dynamisch Zustellzeitfenster, optimiert<br />

Touren und berücksichtigt dabei Faktoren<br />

wie Ladevolumen, Verkehrslage<br />

und Kundenpräferenzen.<br />

führen. Die Kombination aus<br />

kontinuierlicher Bildaufnahme<br />

und intelligenter, KI-gestützter<br />

Analyse ermöglicht dabei eine<br />

vorausschauende Bewertung<br />

von Prozessen und unterstützt<br />

Instandhaltung, Optimierung<br />

und Ursachenanalyse. Ein weiterer<br />

Anwendungsbereich zielt<br />

auf KI-gestützte Behälter- und<br />

Ladungsträgerkontrolle.<br />

Im Bereich der Flurförderzeuge<br />

und Fahrerlosen Transportfahrzeuge<br />

(FTF) unterstützen<br />

KI-Anwendungen neben<br />

der Transportplanung und<br />

-steuerung unter anderem<br />

verschiedene Sicherheits- und<br />

Analyseaspekte. So stellt Continua<br />

Systems (Halle 8, Stand<br />

8D81) die datenbasierte Analyseplattform<br />

„Automation<br />

Insights“ für hochautomatisierte<br />

FTS-Umgebungen vor.<br />

KI-gestützte Analysefunktionen,<br />

die Muster und Trends<br />

in den Daten erkennen und<br />

potenzielle Ausfälle frühzeitig<br />

vorhersagen, sollen die<br />

Transparenz in der automatisierten<br />

Intralogistik steigern<br />

und ungeplante Stillstände<br />

reduzieren.<br />

„Die genannten Beispiele zeigen:<br />

KI ist kein Hexenwerk“,<br />

resümiert LogiMAT-Messleiter<br />

Ruchty. „Sie optimiert vielmehr<br />

auf den unterschiedlichsten<br />

Prozessebenen die<br />

innerbetrieblichen Materialflüsse.<br />

Vielfach kommt dabei<br />

das diesjährige Messemotto<br />

‚Passion for Details‘ zum<br />

Tragen. Die KI-basierten<br />

Details machen mit der durchgängigen<br />

Betrachtung und<br />

Analyse von Daten sowie bei<br />

der Unterstützung effizienter<br />

Prozesse oft den kleinen aber<br />

bedeutenden Unterschied<br />

aus und erschließen so Wettbewerbsvorteile<br />

und einen<br />

maximalen Mehrwert.“<br />

www.logimat-messe.de<br />

Niedrigschwelliger Einsatz<br />

von KI in der Intralogistik<br />

KI-Algorithmen prägen vielfach auch<br />

die neuen Lösungen im AutoID-Segment.<br />

So kommt die Keyence Deutschland<br />

GmbH (Halle 1, Stand 1C14) unter<br />

anderem mit einem stationären Codeleser<br />

für Identifikation in automatisierten<br />

Sortier- und Kommissionier-Systemen.<br />

Der integrierte KI-Algorithmus soll es<br />

ermöglichen, auch schwierigste Codes<br />

in anspruchsvollen Situationen erfassen<br />

zu können. Imago <strong>Technologie</strong>s (Halle<br />

2, Stand 2A30) demonstriert auf der<br />

LogiMAT in praxisnahen Szenarien, wie<br />

KI in der Intralogistik niedrigschwellig<br />

eingesetzt werden kann und klassische<br />

Prüfkonzepte sinnvoll ergänzt. Etwa mit<br />

KI-basierten Vision-Lösungen, die Sollabweichungen<br />

in den Intralogistikprozessen<br />

frühzeitig erkennen, bevor sie zu<br />

Stillständen oder Qualitätsproblemen<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 11


MESSEVORSCHAU<br />

Westfalia <strong>Technologie</strong>s<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1C20<br />

Mit Sicherheit ein verlässlicher Partner<br />

Ob Pionier-Inhouse-Lager<br />

für den österreichischen<br />

Holzspezialisten Theurl, konsequenter<br />

Kapazitäts- und<br />

Effizienzausbau für Nahrungsmittel-Hersteller<br />

wie<br />

die Züger Frischkäse AG oder<br />

Leuchtturmprojekt für das<br />

größte Schwerwellpappenwerk<br />

der Welt am TRICOR-<br />

Standort Goch: Intralogistik-<br />

Automatisierer Westfalia<br />

<strong>Technologie</strong>s GmbH & Co. KG<br />

aus Borgholzhausen (NRW)<br />

überzeugt mit Vielseitigkeit,<br />

der konsequenten Weiterentwicklung<br />

seiner Schlüsseltechnologien<br />

und umfassenden<br />

Gesamtkonzepten<br />

aus nunmehr 55 Jahren Erfahrung<br />

bei der Realisierung<br />

sicherer, hochverfügbarer<br />

automatischer Lagersysteme.<br />

Dabei setzt das mittelständische<br />

Unternehmen auf nachhaltige<br />

<strong>Technologie</strong>n und Kundenpartnerschaften<br />

für zukunftsfähige,<br />

ausgereifte und zuverlässige<br />

Lagersysteme, die sich seit Jahrzehnten<br />

bewähren. Westfalias<br />

automatische Lager verbinden,<br />

schaffen und optimieren Wachstumsräume.<br />

„Innovation ist<br />

bei uns eng mit Sicherheit und<br />

Stabilität verknüpft“, betont<br />

der Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Andreas Gartemann.<br />

„Wir reduzieren Stillstände<br />

auf ein Minimum, sichern den<br />

Lagerbetrieb nachhaltig und<br />

verbessern die Qualität und<br />

Leistung, die unsere Kunden<br />

von uns erwarten.“ Als Generalunternehmer,<br />

Systemhersteller<br />

und -integrator liefert Westfalia<br />

alle dazu notwendigen <strong>Technologie</strong>n,<br />

integriert sie organisch<br />

und eröffnet neue Perspektiven:<br />

auch <strong>2026</strong> wieder vom 24. bis<br />

26. März auf der LogiMAT in<br />

Stuttgart.<br />

Bestandskunden vertrauen<br />

auf Westfalia<br />

„Wir verzeichnen im dritten<br />

Jahr in Folge ein Umsatzwachstum<br />

im zweitstelligen<br />

Prozentbereich“, sagt Andreas<br />

Gartemann. „Wir wachsen in<br />

allen Geschäftseinheiten. Der<br />

starke Auftragseingang bei Modernisierung<br />

und Erweiterung<br />

bestehender Anlagen, und bei<br />

Neuanlagen für langjährige<br />

Bestandskunden bestätigt uns<br />

in unserem Selbstverständnis<br />

als nachhaltiger, verlässlicher<br />

Automatisierungspartner. Unser<br />

konsequenter Fokus auf verlässliche<br />

Anlagen-Performance und<br />

nachhaltige Kundenzufriedenheit<br />

zahlt sich jetzt aus.“<br />

Sichere Gesamtsysteme im<br />

Fokus<br />

Westfalia realisiert als Generalunternehmer<br />

und Hersteller Gesamtsysteme<br />

mit fein aufeinander<br />

abgestimmten modernsten<br />

Komponenten im Bereich der Lagertechnik,<br />

der Elektromechanik,<br />

der Steuerung und der Software.<br />

Ihre Schlüsselkomponenten<br />

werden inhouse gefertigt, aggregiert,<br />

programmiert und beim<br />

Kunden installiert: maßgeschneiderte<br />

Lösungen für unterschiedliche<br />

Produkte, Ladungsträger<br />

und Temperaturzonen, Systeme<br />

und Sonderausführungen für<br />

branchentypische und spezielle<br />

Anforderungen – anlagen- und<br />

softwareseitig.<br />

Dabei liegt ein Fokus auf der<br />

Sicherheit von Anlagen, Daten,<br />

Investitionen und Produktionen.<br />

Westfalia-Lagersysteme<br />

erreichen durch konsequente<br />

Anlagenbetreuung und robuste<br />

<strong>Technologie</strong>n eine hohe Anlagenverfügbarkeit<br />

und Anlagensicherheit<br />

über Jahrzehnte.<br />

Westfalia-Systeme reduzieren<br />

Schnittstellen, die Fehlerquellen<br />

sein können. Westfalias automatische<br />

Lagersysteme werden<br />

zudem auf die ab Januar 2027<br />

gültige neue EU-Maschinenverordnung<br />

vorbereitet. „Schon<br />

jetzt können wir unsere Kunden<br />

im Hinblick auf die neue EU-Maschinenverordnung<br />

kompetent<br />

beraten“, so Gartemann.<br />

Optimal aufgestellt ist Westfalia<br />

auch bei der Datensicherheit im<br />

Rahmen der EU-Richtlinie NIS 2.<br />

Westfalia bietet mit den Möglichkeiten<br />

der WORTMANNeigenen<br />

terra Cloud schnelle<br />

Back-up-Strategien, um kritische<br />

Daten zu schützen und<br />

wiederherzustellen. Mit der<br />

starken WORTMANN-Gruppe<br />

im Rücken schafft das Unternehmen<br />

zudem höchste<br />

Investitions- und Produktionssicherheit<br />

mit individuellen<br />

Finanzierungsmöglichkeiten.<br />

Satellitenlager ® verbinden<br />

Räume neu<br />

Die 1981 entwickelte Satellitentechnologie<br />

ist etablierte<br />

Messlatte für die mehrfachtiefe<br />

Lagerung: langlebig, effizient,<br />

geeignet für viele Branchen,<br />

vom Standard bis zur Sonderanfertigung.<br />

Das Gassen, Platz,<br />

Betriebs- und Instandhaltungskosten<br />

sparende Prinzip maximaler<br />

Lagerkapazität nahe an Produktionslinien<br />

senkt Rüstzeiten,<br />

Lager- und Produktionskosten,<br />

strafft, entkoppelt und flexibilisiert<br />

die Prozesse bei höchster<br />

Betriebssicherheit. Satelliten ®<br />

und spezielle Schienenprofile in<br />

den Lagerkanälen sorgen für materialschonende,<br />

schnelle Lagervorgänge.<br />

Westfalias leistungsstarkes<br />

Warehouse Execution<br />

System (WES) Savanna.NET ® ,<br />

das bei Bedarf Teilbereiche oder<br />

die gesamte Lagerverwaltung<br />

und Materialflusssteuerung manueller,<br />

teilautomatisierter und<br />

automatisierter Lagerbereiche<br />

abdeckt, sorgt für pünktliches<br />

und fehlerfreies Fulfillment.<br />

Die Bündelung von Lagerstandorten<br />

und die effiziente<br />

Lagerverwaltung reduzieren<br />

LKW-Kilometer, Retouren und<br />

CO 2<br />

-Ausstoß; die intelligenten<br />

Steuerungen, modernen Antriebe,<br />

Energierückführungsund<br />

-speichersysteme den<br />

Energieverbrauch. Auch der zu<br />

kühlende Raum pro Stellplatz<br />

sinkt. Die großen Wand- und<br />

Dachflächen eignen sich für<br />

die Eigenversorgung mit<br />

Photovoltaik.<br />

Budgettreuer Anschluss an<br />

die Zukunft<br />

Westfalia macht Bestandslagersysteme<br />

zukunftsfest, modernisiert,<br />

erweitert und baut<br />

sie anlagen- und softwareseitig<br />

schrittweise und wirtschaftlich<br />

um. Die neue und bereits am<br />

Markt etablierte Regalbediengeräte-Klasse<br />

„S“ ermöglicht<br />

den effizienten Austausch alter<br />

Geräte. Konsequente Anlagenbetreuung,<br />

vorausschauende<br />

Wartungs- und Ersatzteilplanung<br />

sowie Eigenfertigung von<br />

Schlüsselkomponenten, Sicherheitsprüfungen,<br />

Schulungen<br />

und Trainings verlängern den<br />

Anlagen-Lebenszyklus bei voller<br />

Effizienz und Zuverlässigkeit.<br />

„Wir haben unser Portfolio an<br />

Dienstleistungen weiter verstärkt“,<br />

so Andreas Gartemann,<br />

„etwa um zusätzliche Services<br />

wie Schaltschrankreinigung,<br />

Schienenschleifen oder Wärmebild-Analysen<br />

für das lückenlose<br />

Zustandsmonitoring. Mit<br />

individuellen Instandhaltungsplänen,<br />

System-Monitoring,<br />

einem schnellen Support,<br />

kurzen Reaktionszeiten und<br />

ergebnisorientiertem Vor-Ort-<br />

Service unterstützen wir unsere<br />

Kunden während des gesamten<br />

Anlagenlebenszyklus optimal.<br />

In Zusammenarbeit mit der<br />

WORTMANN-Tochter Terra Robotics<br />

bieten wir künftig auch<br />

die KI-gestützte Lagerreinigung<br />

an.“ Terra Robotics präsentiert<br />

sich erstmals auf der LogiMAT<br />

an Stand B57 in Halle 8 und<br />

wird auch am Westfalia-Stand<br />

in Aktion zu erleben sein. „Unternehmen,<br />

die mit Westfalia-<br />

Lagersystemen automatisieren,<br />

handeln nachhaltig wirtschaftlich“,<br />

fasst Andreas Gartemann<br />

zusammen.<br />

www.westfaliaeurope.com<br />

12 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


LogiMAT <strong>2026</strong><br />

TRAPO<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 5D53<br />

Efficiency in Motion. Inbound to outbound. One connected material flow.<br />

Unter dem Messe-Motto „Efficiency in Motion” präsentiert sich die TRAPO GmbH in Halle 5 an Stand D53 als kompetenter Maschinenbauer<br />

und Systemintegrator mit eigenem umfangreichem Portfolio für durchgängige Materialfluss-Automatisierung.<br />

Live erleben die Fachbesucher vor Ort, wie autonome LKW-Be- und Entladung, intelligente Fördertechnik, mobile Robotik<br />

(AMR) und roboterbasierte (De-)Palettierung als nahtlos verbundenes Gesamtsystem optimal harmonieren – gesteuert und<br />

überwacht über das TRAPO Intelligent Management (TIM) als digitales Rückgrat. Der Mehrwert: stabile Taktleistung, hohe<br />

Anlagenverfügbarkeit und maximale Transparenz in Produktion und Lager.<br />

Vom Wareneingang bis zur<br />

Versandrampe und vom Produktionsausstoß<br />

bis zur LKW-<br />

Beladung – TRAPO beherrscht<br />

perfekt die End-to-End-Automatisierung<br />

entlang der gesamten<br />

Materialflusskette und für alle<br />

Branchen. In Stuttgart stellt das<br />

renommierte Unternehmen aus<br />

dem westfälischen Gescher-<br />

Hochmoor wieder einmal in einer<br />

spannenden Live-Applikation<br />

unter Beweis, dass Automatisierung<br />

„Made by TRAPO“ mehr ist<br />

als die Integration leistungsfähiger<br />

Einzelkomponenten in Produktion<br />

und Intralogistik. Denn:<br />

Erst die perfekte Symbiose aus<br />

Automatisierung und digitaler<br />

Prozessintelligenz steigert die<br />

Effizienz, Qualität und Transparenz,<br />

entlastet Mitarbeitende<br />

und gewährleistet Schicht für<br />

Schicht einen durchgängigen, sicheren<br />

Materialfluss „from dock<br />

to pallet“, also bis zu einer standardisierten<br />

Ladeeinheit, die am<br />

Ende des Prozesses produktionsoder<br />

versandfertig bereitsteht.<br />

Autonome Be- und<br />

Entladung mit dem TRAPO<br />

Loading System (TLS)<br />

Herzstück des ersten Prozessschritts<br />

auf der Messe ist das<br />

bewährte TRAPO Loading<br />

System (TLS). Es kommt für<br />

das vollautomatische Be- und<br />

Entladen von Palettenreihen<br />

an einem Dummy-Aufbau<br />

zum Einsatz. Hierbei werden je<br />

zwei Palettenreihen mit je drei<br />

Paletten entladen und anschließend<br />

taktoptimiert und sicher<br />

wieder beladen. Schon in dieser<br />

Phase zeigt sich, wie dank eines<br />

autonom arbeitenden Andocksystems<br />

Standzeiten reduziert,<br />

Unfälle vermieden und der<br />

Materialfluss bereits am Dock<br />

beschleunigt werden kann.<br />

Fördertechnik als<br />

verbindendes Element<br />

Vom Dock übernehmen dann<br />

Rollen- und Kettenförderer<br />

sowie Hub- und Umsetzstationen<br />

den weiteren Transport.<br />

Sie bilden somit die Brücke<br />

zwischen Be- bzw. Entladung,<br />

AMR und Roboterzelle. Durch<br />

die vollständige Einbindung der<br />

Fördertechnik in das TRAPO Intelligent<br />

Management entsteht<br />

eine durchgängige Prozessführung<br />

mit Synchronisierung,<br />

Zustandsrückmeldung und<br />

Transparenz in Echtzeit – eine<br />

starke Grundlage für planbare<br />

Effizienz und vorausschauende<br />

Instandhaltung.<br />

Autonomer Transport: AMR<br />

als Teil des Gesamtsystems<br />

In der dritten Phase ist ein<br />

OMRON AMR für den autonomen<br />

Transport zwischen definierten<br />

Stationen zuständig. Das<br />

AMR dockt automatisch an und<br />

übernimmt die Paletten im laufenden<br />

Takt. TRAPO zeigt damit<br />

eine Intralogistik, in der mobile<br />

Robotik nicht eine Insellösung,<br />

sondern ein integrierter Systembaustein<br />

ist. Besonders dort, wo<br />

Fläche flexibel genutzt werden<br />

muss oder Prozesse variieren,<br />

schafft das Konzept zusätzliche<br />

Handlungsspielräume.<br />

Depalettieren und<br />

Palettieren mit<br />

zuverlässiger Robotik<br />

Wie auch robotergestützte Palettierprozesse<br />

vom Handling bis<br />

zur bereitgestellten Ladeeinheit<br />

durchgängig den Materialfluss<br />

weiter optimieren, ist im Anschluss<br />

zu sehen. Hierfür steht<br />

ein Knickarmroboter mit speziell<br />

entwickeltem Greifer für die<br />

Umpalettierung von E2-Kisten<br />

bereit. Seine konkrete Aufgabe:<br />

depalettieren, parallel palettieren<br />

und präzise ausrichten.<br />

Ausgefeilte Sensorik und Steuerungslogik<br />

sind dabei Garanten<br />

für einen geregelten, hocheffizienten<br />

Ablauf. Zusätzlich werden<br />

Paletten und Fördergut vor dem<br />

Depalettieren automatisiert ausgemessen<br />

– eine intelligente Lösung<br />

zur Positionserkennung, die<br />

Lage- und Maßabweichungen<br />

zuverlässig erfasst und so eine<br />

noch präzisere, prozesssichere<br />

Handhabung ermöglicht.<br />

Präzise Steuerung,<br />

komfortables Monitoring<br />

und maximale OEE-<br />

Transparenz dank TIM<br />

Alle Komponenten, vom TLS und<br />

der Fördertechnik angefangen<br />

bis hin zu AMR und Roboter, sind<br />

in der Messe-Applikation über<br />

das TRAPO Intelligent Management<br />

verbunden. Das smarte<br />

Software-Tool koordiniert Abläufe,<br />

unterstützt das Monitoring<br />

und erfasst Prozessdaten in<br />

Echtzeit. So werden Kennzahlen<br />

zur Anlagenverfügbarkeit (OEE)<br />

sichtbar, Prozesszustände transparent<br />

und Optimierungspotenziale<br />

systematisch erschließbar.<br />

In Stuttgart<br />

… informieren die Automatisierungsexperten<br />

an allen drei<br />

Messetagen gerne über ihr<br />

beeindruckendes Produkt- und<br />

Leistungs-Spektrum. Denn: Der<br />

Name TRAPO steht für höchste<br />

Qualität, enorme Innovationskraft<br />

und für mehr als ein halbes<br />

Jahrhundert Spezialwissen<br />

in puncto Fördertechnik und<br />

Automatisierung.<br />

www.trapo.de<br />

Über TRAPO<br />

Aus der Tradition als deutscher Sondermaschinenbauer<br />

entwickelte sich<br />

die in Gescher-Hochmoor ansässige<br />

TRAPO GmbH seit ihrer Gründung<br />

im Jahr 1957 konsequent zu einem<br />

der führenden und zugleich innovativsten<br />

Anbieter für standardisierte,<br />

skalierbare Automatisierungsplattformen<br />

für Produktion, End of Line<br />

und Intralogistik. Heute installieren<br />

hochmotivierte TRAPO-Teams in<br />

nahezu allen Branchen weltweit<br />

sowohl einzelne Maschinen als auch<br />

komplexe Gesamtanlagen mit dem<br />

Ziel, die Materialflüsse ihrer Industrie<br />

und FMCG Kunden schneller, effizienter<br />

und vor allem zukunftssicher<br />

zu gestalten. Ein Schwerpunkt liegt<br />

insbesondere auf der Stärkung versorgungssichernder<br />

Branchen wie<br />

der Lebensmittel- und <strong>Getränke</strong>industrie,<br />

der Logistik insgesamt, der<br />

Pharma- und Medizingüterindustrie,<br />

der Verpackungsindustrie, der Chemie-<br />

und Petrochemie sowie der<br />

Automotive-Industrie.<br />

Dank ihrer langjährigen Expertise im<br />

Maschinenbau und in der Systemintegration<br />

ist die TRAPO GmbH ein<br />

kompetenter und vor allem zuverlässiger<br />

Partner für unterschiedlichste<br />

Aufgabenstellungen – u.a. beim<br />

(De-)Palettieren, Verpacken, Fördern,<br />

im Warehouse, in der Sortierund<br />

Verteiltechnik und ebenso beim<br />

autonomen Beladen und Entladen.<br />

Das differenzierte Portfolio reicht<br />

von mechanischen Modulen über<br />

Robotik Zellen bis hin zu kompletten,<br />

schlüsselfertigen Systemlösungen<br />

– aus einer Hand, von der Planung<br />

bis zur Inbetriebnahme. Mit tiefem<br />

Engineering Know how in Mechanik,<br />

Elektrik, Software, Robotik und AMR<br />

<strong>Technologie</strong> entwickeln die Experten<br />

dabei Lösungen, die sich flexibel an<br />

wechselnde Produkte und Formate<br />

anpassen lassen und somit echte<br />

Wettbewerbsvorteile bieten.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 13


MESSEVORSCHAU<br />

SICK<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1F51<br />

Smarte Sensorik und digitale Lösungen für die Intralogistik<br />

„Passion for Details“ – passend zum Motto der LogiMAT <strong>2026</strong> präsentiert SICK intelligente Sensor-, Digital- und Komplettlösungen,<br />

die entscheidende Details liefern, um Prozesse digitaler, effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Ob in der<br />

Produktion, der Lager- und innerbetrieblichen Materialflusstechnik oder der Distributionslogistik – täglich sorgen Lösungen<br />

von SICK, zunehmend auch mit Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI), für zuverlässige, effiziente, nachhaltige, anwenderfreundliche<br />

und sichere logistische Prozesse.<br />

Damit schaffen sie messbare<br />

Mehrwerte in einer Vielzahl von<br />

logistischen und logistiknahen<br />

Anwendungsfeldern wie Lagerautomatisierung,<br />

Palettenhandling,<br />

Track-and-trace sowie<br />

Personen- und Maschinensicherheit.<br />

Der Bedeutung von Mobile<br />

Plattformen (Mobile Robots und<br />

manuell geführte Flurförderzeuge)<br />

für die moderne Logistik<br />

entsprechend präsentiert SICK<br />

nicht nur auf dem Stand F51 in<br />

Halle 1, sondern auch in der Halle<br />

8 auf Stand G11 ein innovatives<br />

Lösungsportfolio, mit dem autonome<br />

und manuell geführte<br />

Fahrzeuge sicher und effizient<br />

betrieben werden können.<br />

Die jährlich stattfindende Logi-<br />

MAT ist auch <strong>2026</strong> wieder die<br />

größte internationale Fachmesse<br />

für Intralogistik-Lösungen und<br />

Prozessmanagement in Europa.<br />

„Die LogiMAT liefert nicht nur<br />

einen vollständigen Marktüberblick,<br />

sondern hat sich auch<br />

als anerkannte Plattform für<br />

Innovationen etabliert. Daher<br />

ist SICK hier mit seinen umfangreichen<br />

Kompetenzen in vielen<br />

logistischen Kernbereichen und<br />

Anwendungsfeldern als Aussteller<br />

und Anbieter von Digitalisierungs-,<br />

Vision- und Safetyslösungen<br />

bestens aufgehoben“,<br />

sagt Phil Krumbein, Market Product<br />

Manager Logistic Solutions<br />

von der SICK Vertriebs-GmbH in<br />

Düsseldorf.<br />

Lagerautomatisierung<br />

SICK sorgt im Kernbereich der<br />

Intralogistik, dem vollautomatisierten<br />

Lager, dafür, dass die<br />

Maschinen und Anlagen zuverlässig<br />

das Material bewegen.<br />

Tiefkühllager (TK) stellen dabei<br />

immer noch eine Herausforderung<br />

dar. Mit dem Lector85x<br />

stellt das Unternehmen einen<br />

kompakten, kamerabasierten<br />

Codeleser für den Dauereinsatz<br />

in Tiefkühllagern vor. Dank<br />

spezieller Antibeschlags- und Isolierungsmaßnahmen<br />

überzeugt<br />

der fremdlichtunempfindliche<br />

Sensor selbst bei Einsatzumgebungen<br />

bis -35 °C durch das<br />

zuverlässige Erfassen von 1D-,<br />

2D-Codes bspw. auf Paletten<br />

oder Produkten. Mit dem Lector85x<br />

ergänzt SICK als einer<br />

der führenden Komplettanbieter<br />

für die Automatisierung von<br />

TK-Lagern sein breites Portfolio<br />

um eine weitere innovative Baureihe<br />

für dieses herausfordernde<br />

Anwendungssegment.<br />

Digitalisierungslösungen<br />

SICK Sensoren liefern Daten für<br />

transparente Prozesse in der Intralogistik.<br />

Dabei sorgt SICK zum<br />

einen dafür, dass die vollautomatisierten<br />

Prozesse zuverlässig<br />

und effizient funktionieren.<br />

Darüber hinaus wird gewährleistet,<br />

dass aufwendige und<br />

fehleranfällige, manuelle Arbeitsschritte<br />

und Abläufe durch<br />

Materialflusslösungen von SICK<br />

transparent, handhabbar und<br />

beherrschbar werden. Das Herzstück<br />

ist dabei SICK Analytics.<br />

Die Softwareplattform bietet die<br />

Grundlage, um die Daten der<br />

Sensoren und Systeme von SICK<br />

auszuwerten und für eine effiziente,<br />

digitalisierte Intralogistik<br />

zu nutzen.<br />

Track-and-trace<br />

Das vollautomatische Sortieren<br />

von Sendungen durch Sortersysteme<br />

gehört zu den Standardfunktionalitäten<br />

moderner<br />

und zukunftssicherer Logistikunternehmen.<br />

Track-and-trace-<br />

Lösungen von SICK erfassen die<br />

notwendigen Informationen wie<br />

Inhalt der Barcodes, Volumen<br />

„Passion for Details“ – passend zum Motto der LogiMAT <strong>2026</strong> vom 24. bis 26. März in Stuttgart präsentiert<br />

SICK intelligente Sensor-, Digitale- und Komplettlösungen.<br />

und Gewicht. Zusätzlich ermöglichen<br />

KI-Funktionen u. a. das<br />

Erkennen von Gefahrgut, das<br />

Klassifizieren und Sortieren nach<br />

Objekttypen oder die Vereinzelung<br />

simultan erfasster Objekte.<br />

Die Analyse- und Visualisierungssoftware<br />

SICK TTAL ermöglicht<br />

dabei die Überwachung und<br />

Diagnose von Track-and-trace-<br />

Systemen in der Intralogistik. Die<br />

Software gewährleistet ein kontinuierliches<br />

Performancetracking<br />

anhand von Leistungskennzahlen<br />

sowie gezielte Diagnosen im<br />

Störfall – mit dem Ziel einer<br />

höchstmöglichen Verfügbarkeit<br />

derAnlagen und Prozesse. Zudem<br />

ist SICK TTAL flexibel erweiterbar<br />

und bietet eine Reihen von<br />

Zusatzfunktionen, beispielsweise<br />

die zentrale Verwaltung mehrerer<br />

Track-and-trace-Systeme.<br />

Palettenhandling<br />

Paletten und weitere Ladehilfsmittel<br />

sind das Fundament der<br />

meisten Transport- und Lagerprozesse<br />

im innerbetrieblichen<br />

Materialfluss. Ihre smarte Handhabung<br />

ist ein entscheidender<br />

Effizienzfaktor. Lösungen von<br />

SICK decken alle Bereiche des<br />

automatisierten Palettenhandlings<br />

ab: die Identifikation von<br />

Pfandpaletten, die Inspektion<br />

von Paletten und das Erkennen<br />

von Beschädigungen, die Lokalisierung<br />

von Voll- und Leerpaletten<br />

in Materialflusssystemen,<br />

die Ladungsdimensionierung<br />

in 3D und die Gewichts- und<br />

Überstandskontrolle.<br />

Mit dem neuen Cargosizer von<br />

SICK werden sogar schwarz<br />

14 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


LogiMAT <strong>2026</strong><br />

umwickelte Paletten erfasst und<br />

Volumendaten präzise nutzbar<br />

gemacht – für Abrechnung,<br />

Planung und Qualitätssicherung.<br />

Palettenhandling mit SICK bietet<br />

also viel Potenzial – für mehr Verfügbarkeit,<br />

höheren Durchsatz,<br />

mehr belastbare Daten sowie<br />

transparente und reibungslose<br />

Prozesse im intralogistischen<br />

Materialfluss.<br />

Mobile Plattformen<br />

Der Bedeutung von Mobilen<br />

Plattformen (Mobile Robots und<br />

manuell geführte Flurförderzeuge)<br />

für die moderne Intralogistik<br />

entsprechend präsentiert<br />

SICK nicht nur auf dem Stand<br />

F51 in Halle 1, sondern auch in<br />

der Halle 8 auf Stand G11 ein<br />

innovatives Lösungsportfolio,<br />

mit dem autonome und manuell<br />

geführte Fahrzeuge sicher und<br />

effizient betrieben werden können.<br />

Für die Objekterfassung und<br />

Identifikation, die Steuerung,<br />

Lokalisierung und Fahrassistenz<br />

von Fahrzeugen sowie für die<br />

intelligente Kollisionsvermeidung<br />

und Bereichsüberwachung präsentiert<br />

SICK sein Eco-System für<br />

mobile Plattformen. Die Sicherheitssteuerung<br />

Flexi Mobile als<br />

zentrales Modul integriert und<br />

koordiniert nicht nur die Signale<br />

und Daten von Standard- und<br />

Sicherheitssensorik an Bord,<br />

beispielsweise eines freifahrenden<br />

Gabelhubwagens, sondern<br />

stellt diese auch dem smarten<br />

Diagnosetools bereit. Alle Sensoren<br />

haben dabei die jeweils<br />

entscheidenden Details im Blick<br />

– und sorgen so für Transparenz,<br />

Verfügbarkeit, Sicherheit und<br />

Performance im Materialfluss.<br />

Personen- und<br />

Maschinensicherheit in der<br />

Intralogistik<br />

Risiken im Bereich der Arbeitssicherheit,<br />

ergonomische Belastungen<br />

und hoher Arbeitsdruck<br />

stellen nicht nur Gefahren für<br />

Mitarbeitende oder Servicepersonal<br />

dar, sondern können auch<br />

den effizienten Ablauf in der<br />

Intralogistik beeinträchtigen. Um<br />

bestmögliche Personensicherheit<br />

zu gewährleisten und gleichzeitig<br />

Ausfallzeiten zu minimieren,<br />

benötigen Logistikunternehmen<br />

maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte.<br />

Als bewährter Partner<br />

der Logistikbranche präsentiert<br />

SICK auf der LogiMAT eine Reihe<br />

von Sicherheitssensoren und<br />

-komplettlösungen. Sie gewährleisten<br />

einen wirksamen Schutz<br />

der Mitarbeitenden und optimieren<br />

zugleich die Verfügbarkeit<br />

von Maschinen und Anlagen –<br />

für sichere, produktive und nachhaltige<br />

Betriebsumgebungen.<br />

Über SICK<br />

www.sick.com<br />

SICK ist einer der weltweit führenden<br />

Lösungsanbieter für sensorbasierte<br />

Applikationen für industrielle Anwendungen.<br />

Das 1946 von Dr.-Ing.<br />

e. h. Erwin Sick gegründete Unternehmen<br />

mit Stammsitz in Waldkirch<br />

im Breisgau nahe Freiburg zählt zu<br />

den <strong>Technologie</strong>- und Marktführern<br />

und ist mit 63 Tochtergesellschaften<br />

und Beteiligungen sowie zahlreichen<br />

Vertretungen rund um den Globus<br />

präsent. SICK beschäftigt mehr als<br />

10.000 Mitarbeitende weltweit und<br />

erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen<br />

Konzernumsatz von 2,1 Mrd. Euro.<br />

ROBATECH<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 6B65<br />

„Sustainable Packaging. Made for tomorrow.“<br />

Auf der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart präsentiert Robatech vom 24. bis 26. März <strong>2026</strong> innovative Lösungen für eine nachhaltige<br />

Verpackungsautomation. Gemeinsam mit den Partnern Opitz Packaging Systems GmbH und H.B. Fuller Deutschland GmbH<br />

stellt Robatech am Gemeinschaftsstand 6B65 zukunftsorientierte <strong>Technologie</strong>n unter der gemeinsamen Leitbotschaft.<br />

Nachhaltiger<br />

Klebstoffauftrag<br />

für zukunftsfähige<br />

Verpackungslösungen<br />

Im Fokus des Messeauftritts<br />

steht das Zusammenspiel<br />

von Maschine, Klebstoff und<br />

Auf-tragstechnik – mit einem<br />

Volumenreduzierer von Opitz<br />

Packaging Systems, einem<br />

Kleb-stoff von Fuller und einem<br />

Klebstoff-Auftragssystem von<br />

Robatech. Dieses soll zeigen,<br />

wie moderner Klebstoffauftrag<br />

einen maßgeblichen Beitrag zu<br />

Ressourceneffizienz, Prozesssicherheit<br />

und Nachhaltigkeit<br />

leisten kann. Gerade für<br />

Volumenreduzierer, Kartonaufrichter<br />

oder automatische<br />

Verpackungslinien – wie sie im<br />

stark wachsenden E-Commerce-<br />

Sektor eingesetzt werden – ist<br />

dies besonders relevant.<br />

Für den Klebstoffauftrag setzt<br />

Robatech hier den Spritzkopf SX<br />

Longlife ein, der speziell für hohe<br />

Schaltfrequenzen und eine lange<br />

Lebensdauer entwickelt wurde.<br />

Die robuste Konstruktion reduziert<br />

Wartungsaufwand und<br />

Stillstandzeiten – ein entscheidender<br />

Vorteil in hochautomatisierten<br />

Verpackungsprozessen.<br />

Dann ist da das Schmelzgerät Vision,<br />

das durch energieeffiziente<br />

Bauweise, intelligente Steuerung<br />

und hohe Prozessstabilität überzeugt.<br />

Sowohl Vision als auch<br />

die weiteren Schmelzgeräte der<br />

neuen Generation ermöglichen<br />

einen präzisen und bedarfsgerechten<br />

Klebstoffauftrag.<br />

Anwender können dadurch<br />

ihren Energieverbrauch sowie<br />

die Betriebs-kosten nachhaltig<br />

senken.<br />

Zum Schmelzgerät gehört die<br />

automatische Befüllung, die für<br />

mehr Arbeitssicherheit, hö-here<br />

Systemverfügbarkeit und eine<br />

konstante Klebstofftemperatur<br />

im Schmelztank sorgt. Durch die<br />

Automatisierung der Klebstoffzufuhr<br />

lassen sich manuelle Eingriffe<br />

minimieren und Prozesse<br />

effizienter gestalten.<br />

„Nachhaltige Verpackung<br />

beginnt für uns beim Klebstoffauftrag“,<br />

sagt Rolf Gräser,<br />

Industriemanager Verpackung<br />

bei Robatech. „Unsere Lösungen<br />

helfen Maschinenbauern<br />

und Anwendern, Material- und<br />

Energieverbrauch zu reduzieren,<br />

ohne Kompromisse bei<br />

Per-formance und Verfügbarkeit<br />

einzugehen. Genau das<br />

erwarten unsere Kunden im<br />

E-Com-merce-Umfeld.“<br />

DIE ROBATECH<br />

Robatech optimiert den industriellen<br />

Heissleim- und Kaltleimauftrag<br />

mit nachhaltigen<br />

und innovativen Klebstoff-<br />

Auftragssystemen. Seit 1975<br />

entwickelt und produziert Robatech<br />

hochwertige Steuerungen,<br />

Auftragsköpfe, Schmelz- und<br />

Dosiersysteme, die Klebeprozesse<br />

umweltverträglicher, sicherer<br />

und einfacher machen. Die<br />

Robatech-Gruppe mit Hauptsitz<br />

im schweizerischen Muri/<br />

AG ist in über 80 Ländern vertreten.<br />

Mehr als 700 engagierte<br />

Mitarbeiter weltweit sorgen für<br />

eine persönliche und schnelle<br />

Kundenbetreuung in den unterschiedlichsten<br />

Industrien.<br />

www.robatech.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 15


MESSEVORSCHAU<br />

LEUZE<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 3C60<br />

Intelligent vernetzt mit Leuze<br />

Auf der LogiMAT in Stuttgart präsentiert Leuze dieses Jahr neue Lösungen für Produktion und Supply Chain – darunter die<br />

leistungsfähige Plattform identCHAIN für einen effizienten Datenaustausch auf Feldebene sowie das System scanGATE zur<br />

Palettenidentifikation .<br />

Transparent, effizient, sicher:<br />

Auf der LogiMAT <strong>2026</strong> in Stuttgart<br />

zeigt Leuze vom 24. bis 26.<br />

März, wie sich Automatisierung<br />

in Produktion und Logistik auf<br />

ein neues Level heben lässt. So<br />

stellen die Sensor People mit<br />

identCHAIN eine leistungsfähige<br />

Plattform vor, um Identifikationssysteme<br />

auf Feldebene zu<br />

vernetzen. Besucher erleben am<br />

Leuze Messestand C60 in Halle<br />

3 außerdem, wie die Lösung<br />

scanGATE den Wareneingang<br />

in Distributionszentren revolutioniert<br />

und welche Vorteile der<br />

RSL 200 als kleinster Sicherheits-<br />

Laserscanner auf dem Markt<br />

bietet. Weitere Innovationen<br />

wie das Sicherheits-Barcode-<br />

Positioniersystem FBPS 600i mit<br />

PROFIsafe-Schnittstelle runden<br />

den Auftritt ab.<br />

Maximale Transparenz bei<br />

Objekt- und Prozessdaten<br />

Verteilte Daten, Medienbrüche<br />

und Statusinformationen, die<br />

nur zeitverzögert vorliegen –<br />

wer komplexe Produktions- und<br />

Logistikprozesse steuert, kennt<br />

solche Herausforderungen zur<br />

Genüge. Abhilfe schafft hier die<br />

identCHAIN-Lösung von Leuze:<br />

Sie steuert ein Netzwerk von<br />

Identifikationssystemen und<br />

Sensoren für Track-and-Trace-<br />

Mit dem RSL 200 setzt Leuze neue Maßstäbe<br />

bei der Miniaturisierung und Integration von Sicherheits-Laserscannern.<br />

Er eignet sich mit seinen<br />

konfigurierbaren Schutzfeldern optimal zur<br />

Bereichssicherung sowie für Anwendungen mit<br />

Schutzfeldumschaltung.<br />

Leuze identCHAIN bietet eine maximale Transparenz von Objekt- und Prozessdaten dank intelligenter,<br />

sicherer Identifikation auf Shopfloor-Ebene.<br />

Anwendungen. Nutzer haben<br />

an jedem Punkt der Lieferkette<br />

effizienten Zugriff auf umfangreiche<br />

Objekt- und Prozessdaten<br />

in Echtzeit. Das autark<br />

arbeitende System führt das<br />

Datenhandling vollständig auf<br />

Shopfloor-Ebene aus und nutzt<br />

dabei anwendungsspezifisch<br />

erstellte virtuelle Datenträger.<br />

Übrigens: identCHAIN ist auf der<br />

Messe auch am AIM-Gemeinschaftsstand<br />

im „Tracking &<br />

Tracing Theater“ als Teil der moderierten<br />

Führungen zu sehen<br />

(täglich 10:30, 12:30, 14:30 Uhr).<br />

Darüber hinaus stellt Leuze das<br />

Thema am 24. März, 10 Uhr, im<br />

Forum Nord (Halle 7) auch in<br />

einem Fachvortrag vor.<br />

scanGATE: Effizienz für den<br />

Wareneingang<br />

Ebenso ein Highlight am Leuze<br />

Messestand auf der LogiMAT:<br />

scanGATE – das flexible und<br />

zukunftssichere System zur<br />

Identifikation von Anlieferungen<br />

auf Paletten im Wareneingang.<br />

Die Lösung für Distributionszentren<br />

erfasst beidseitig 1D/2D-<br />

Codes auf Warenlieferungen,<br />

sobald die Palette durch das<br />

Gate gefahren wird. Das gelingt<br />

selbst bei schwierigen<br />

Lichtverhältnissen oder variabler<br />

Etikettenqualität zuverlässig bei<br />

Prozessgeschwindigkeiten von<br />

bis zu 0,5 Metern pro Sekunde.<br />

Das System ist flexibel skalierbar,<br />

robust für den 24/7-Logistikbetrieb<br />

und lässt sich einfach in<br />

bestehende IT- und Logistikprozesse<br />

integrieren.<br />

Klein, aber oho<br />

Besucherinnen und Besucher<br />

erfahren am Leuze-Messestand<br />

außerdem mehr über den<br />

Sicherheits-Laserscanner RSL<br />

200. Seine ultra-kompakte<br />

Baugröße mit nur 80 x 80 x 86<br />

Millimetern und eine innovative<br />

Anschlusstechnologie erlauben<br />

nie dagewesene Möglichkeiten<br />

bei der Sensorintegration. Mit<br />

dem leistungsfähigen Gerät<br />

sichern Anwender Maschinen,<br />

Anlagen, fahrerlose Transportsysteme<br />

oder autonome mobile<br />

Roboter zuverlässig ab.<br />

Präzise positioniert per<br />

Barcode<br />

Ebenfalls auf der Fachmesse: das<br />

Sicherheits-Barcode-Positioniersystem<br />

FBPS 600i mit PROFIsafe-<br />

Schnittstelle. Anwender können<br />

darüber das Gerät direkt an eine<br />

sichere SPS anschließen – das<br />

erlaubt einen besonders kompakten<br />

Aufbau und vereinfacht<br />

die Installation. Alternativ gibt<br />

es das Sicherheits-Barcode-<br />

Positioniersystem auch mit zwei<br />

SSI-Schnittstellen. Aller Gerätevarianten<br />

erfassen Positionen<br />

sicher mit nur einem Sensor. Anlagenbetreiber<br />

profitieren so von<br />

einem deutlich geringeren Integrations-<br />

und Wartungsaufwand.<br />

Über Leuze<br />

www.leuze.com<br />

Über 60 Jahre Erfahrung haben<br />

Leuze zum Experten für innovative<br />

und effiziente Sensor- und Sicherheitslösungen<br />

in der Automatisierungstechnik<br />

gemacht. Heute<br />

sorgen weltweit rund 1.500 Sensor<br />

People mit Neugier, Leidenschaft<br />

und Entschlossenheit für Fortschritt<br />

und Wandel. Ihr Antrieb ist der dauerhafte<br />

Erfolg ihrer Kunden in einer<br />

sich ständig wandelnden Industrie.<br />

Ihren Kunden bietet Leuze einen<br />

individuellen Wettbewerbsvorteil<br />

durch intuitive und zuverlässige<br />

Lösungen zur sicheren und nichtsicheren<br />

Positionserkennung. Zum<br />

Beispiel schaltende und messende<br />

Sensoren, Identifikationssysteme,<br />

Lösungen für die Datenübertragung<br />

und Bildverarbeitung. Einen weiteren<br />

Schwerpunkt setzt das Familienunternehmen<br />

als Safety-Experte auf<br />

Komponenten, Services und Lösungen<br />

für die Arbeitssicherheit. Durch<br />

ihr breites und gleichzeitig tiefgreifendes<br />

Applikations-Know-how in<br />

den Branchen des Maschinen- und<br />

Anlagenbaus sind die Sensor People<br />

ihren Kunden mit den unterschiedlichsten<br />

Industrieanforderungen ein<br />

kompetenter und flexibler Partner.<br />

16 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


LogiMAT <strong>2026</strong><br />

SEW EURODRIVE<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 7D07<br />

“POWERED BY PASSION. PROVEN IN DETAIL.”<br />

Unter diesem Motto zeigt SEW-EURODRIVE vom 24. bis 26. März <strong>2026</strong> auf der Logimat ein breites Spektrum skalierbarer<br />

Lösungen für die Intralogistik. Im Mittelpunkt stehen neue Antriebseinheiten, modulare Automatisierungsbausteine und<br />

mobile Robotik. Diese Lösungen optimieren den Materialfluss und bieten den Anwender:innen höhere Energie-Effizienz,<br />

einfache Integration und maximale Anlagenverfügbarkeit.<br />

Mit MOVIONE ® präsentiert<br />

SEW-EURODRIVE eine kompakte<br />

Antriebseinheit für Rollen-, Gurtund<br />

Kettenförderer. Die Lösung<br />

kann als kompakte Antriebseinheit<br />

oder als dezentraler Umrichter<br />

in Kombination mit hocheffizienten<br />

IE3- oder IE5-Motoren<br />

eingesetzt werden. Sie eignet sich<br />

sowohl für Neuanlagen als auch<br />

für Retrofit-Projekte. Als Bestandteil<br />

des Automatisierungsbaukastens<br />

MOVI-C ® beschleunigt<br />

MOVIONE ® die Projektierung,<br />

Inbetriebnahme, Ansteuerung<br />

und Diagnose, sorgt für hohe<br />

Betriebssicherheit und reduziert<br />

die Energie- und Betriebskosten.<br />

Für die Leichtlastfördertechnik<br />

erweitert SEW-EURODRIVE das<br />

System ECDriveS ® um die 48-V-<br />

Reihe ECR A4M. Sie ermöglicht<br />

höhere Dynamik und reduzierte<br />

Ströme aus dem Netzteil. Zudem<br />

ist das Antriebssystem ideal für<br />

mobile Plattformen geeignet. Die<br />

24-V-Variante ECR I ist steckkompatibel<br />

und bietet zusätzliche<br />

Steuerungsoptionen über Feldbus,<br />

ASi oder Binärsignale. Modulare<br />

Motor-Getriebe-Kombinationen<br />

und digitale Schnittstellen<br />

verbessern die Transparenz<br />

und Effizienz und ermöglichen<br />

Condition-Monitoring.<br />

Mit den Power and Energy Solutions<br />

zeigt SEW-EURODRIVE<br />

intelligente Energiemanagementmodule.<br />

Sie reduzieren<br />

Leistungsspitzen, machen<br />

generatorische Energie nutzbar<br />

und sichern Anlagen bei Netzschwankungen<br />

zuverlässig ab.<br />

Diese Lösungen sind vollständig<br />

in MOVI C ® integriert und senken<br />

sowohl die Energie- als auch<br />

die Anschlusskosten.<br />

Ein weiteres Highlight ist die neue<br />

modulare AMR-Plattform für den<br />

autonomen Transport von Paletten,<br />

Behältern und zahlreichen<br />

weiteren Lasten bis 1600 kg. Die<br />

Fahrzeuge unterstützen kontaktloses<br />

Laden, Lasernavigation und<br />

die Kommunikation gemäß dem<br />

VDA-5050-Standard. Offene<br />

Schnittstellen erleichtern die<br />

Systemintegration, während das<br />

Konzept „Platform 2 Go“ die Inbetriebnahme-<br />

und Lieferzeiten<br />

deutlich verkürzt.<br />

Für schienengeführte Systeme<br />

stellt SEW-EURODRIVE die Automatisierungslösung<br />

EHB modular<br />

mit ASi-5 vor. Die Lösung<br />

ermöglicht schnelle Kommunikationszyklen<br />

über Strecken bis 2<br />

× 200 m mit bis zu 40 mobilen<br />

Teilnehmern. Der MOVI C ®<br />

CONTROLLER Typ UHX25A und<br />

das Softwaremodul MOVIKIT ®<br />

RailGuidedSystems ermöglichen<br />

eine effiziente Steuerung. Die<br />

modulare Architektur eignet sich<br />

gleichermaßen für den Einsatz in<br />

Neubau- und Retrofit-Anlagen in<br />

zahlreichen Branchen.<br />

Mit diesen Systemen präsentiert<br />

SEW-EURODRIVE auf der<br />

Logimat <strong>2026</strong> ein umfassendes<br />

Portfolio für zukunftssichere,<br />

flexible und energie-effiziente<br />

Intralogistikprozesse.<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

RULMECA<br />

LogiMAT <strong>2026</strong> | Stand 1D07<br />

Neue Hochgeschwindigkeits-Antriebsrollen für dynamische Fördertechnik<br />

RULMECA, Entwickler und<br />

Hersteller von Komponenten<br />

für Fördersysteme, präsentiert<br />

auf LogiMAT, der internationalen<br />

Fachmesse für<br />

Intralogistik-Lösungen und<br />

Prozessmanagement, zwei<br />

innovative Antriebslösungen<br />

für die Fördertechnik vor:<br />

den neuen EPS-48V Palettenantrieb<br />

in zwei Varianten für<br />

flexible Einsatzmöglichkeiten<br />

sowie den leistungsstarken<br />

RDR Drive Roller 2MS mit bis<br />

zu 2 m/s Geschwindigkeit.<br />

Zu den Highlights zählt der<br />

EPS-48V-Palettenantrieb, der in<br />

zwei Varianten erhältlich ist: mit<br />

einem Durchmesser von Ø89 mm<br />

und Kunststoff-Lagergehäuse<br />

sowie mit Ø80 mm und Stahl-<br />

Lagergehäuse. Der EPS-48V<br />

erreicht eine Maximalgeschwindigkeit<br />

von 0,4 m/s (Ø89) bzw.<br />

0,36 m/s (Ø80) – und ist damit<br />

doppelt so schnell wie die bisher<br />

verfügbare 400-V-Version. Er<br />

eignet sich zudem für den Palettentransport<br />

von Lasten bis zu<br />

1500 kg. Dank der kompakten<br />

Bauweise und der flexiblen Einsatzmöglichkeiten<br />

eignet sich der<br />

EPS-48V optimal für unterschiedlichste<br />

Förderanwendungen, bei<br />

denen hohe Leistung auf engem<br />

Raum gefragt ist.<br />

Neu im Portfolio ist der Rulmeca<br />

RDR Drive Roller 2MS – ein<br />

leistungsstarker, motorisierter<br />

Rollenantrieb für dynamische<br />

Anwendungen. Mit einer beeindruckenden<br />

Geschwindigkeit<br />

von bis zu 2 m/s, energieeffizientem<br />

Betrieb und besonders<br />

leisem Lauf eignet sich der 2MS<br />

ideal für anspruchsvolle Materialflusslösungen,<br />

bei denen<br />

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit<br />

gefragt sind. Zudem ist die getriebelose<br />

48V-Motorrolle 2MS<br />

besonders geräuscharm. Die<br />

innovative Antriebstechnologie<br />

sorgt für einen reibungslosen<br />

und wartungsarmen Betrieb,<br />

was die Produktivität und Wirtschaftlichkeit<br />

in modernen Förderanlagen<br />

weiter steigert.<br />

www.rulmeca.de<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 17


BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />

FÜLLSTANDMESSUNG, DIE DEN AUFWAND SPÜRBAR VERRINGERT<br />

VEGA stattet Döhler-Rohstofftanks<br />

mit präzisen Radar-Füllstandsensoren<br />

aus<br />

Halbfertigprodukte sind das Bindeglied zwischen Rohstoffen und fertigen <strong>Getränke</strong>n<br />

– und für viele bekannte Marken unverzichtbar. Bei Döhler, einem internationalen<br />

Hersteller solcher Halbfertigprodukte für die <strong>Getränke</strong>industrie, stehen in der<br />

Aufbereitungsabteilung 105 Tanks. Bis vor Kurzem hatten die meisten davon keine<br />

präzise Füllstandmessung in Echtzeit. Das ändert sich gerade: Nach einer Entscheidung<br />

des Unternehmens werden alle Tanks mit stationären Radar-Füllstandsensoren<br />

von VEGA ausgerüstet. Fünfzehn Sensoren sind bereits installiert und zeigen den<br />

Mitarbeitern die aktuellen Füllstände direkt am Arbeitsplatz an.<br />

„Für uns ist Arbeiten<br />

ohne transparente<br />

Messergebnisse wie<br />

diese zukünftig keine<br />

Option mehr“.<br />

In bis zu 15 Meter hohen Puffertanks<br />

erfassen Radarsensoren<br />

vom Typ VEGAPULS 31 zuverlässig<br />

die Füllstände. Die Sensoren<br />

der BASIC-Serie sind für einfache<br />

Anwendungen ausgelegt und<br />

bieten dennoch die Präzision der<br />

High-End-Radartechnologie.<br />

Döhler verarbeitet Fruchtkonzentrate<br />

und „Not From Concentrate“ (NFC)<br />

zu diesen wichtigen Halbfertigprodukten.<br />

Viele bekannte <strong>Getränke</strong>marken<br />

nutzen sie als Grundlage<br />

für ihre eigenen Rezepturen – vom<br />

Supermarkt bis zur Gastronomie. Das<br />

deutsche B2B-Unternehmen Döhler<br />

betreibt weltweit 30 Standorte,<br />

darunter zwei in den Niederlanden:<br />

In Oosterhout entstehen Blends,<br />

in Roggel vor allem alkoholische<br />

<strong>Getränke</strong>.<br />

Rohmaterialhandling<br />

mit 105 OV-Tanks<br />

Am Standort Oosterhout verarbeitet<br />

die Aufbereitungsabteilung große<br />

Mengen eingehender Rohstoffe.<br />

Die meisten davon kommen in<br />

flüssiger Form mit unterschiedlicher<br />

Viskosität an – ausgenommen einige<br />

Zusatzstoffe. Manche Stoffe werden<br />

in Fässern oder Behältern geliefert,<br />

häufigere oder lose Materialien<br />

hingegen per Tankwagen. Diese<br />

flüssigen Rohstoffe lagert das Werk<br />

in insgesamt 105 OV-Tanks.<br />

Die in Fässern angelieferten Stoffe<br />

werden nach dem Prinzip „just in<br />

time“ genau dann in die Produktionslinie<br />

eingebracht, wenn sie<br />

gebraucht werden. Die Materialien<br />

aus den Tankwagen hingegen werden<br />

meist zuerst in den OV-Tanks<br />

zwischengelagert.<br />

Nach der Verarbeitung in einer der<br />

zwölf Produktionslinien gelangen<br />

die Halbfertigprodukte in die Verpackungsabteilung,<br />

von wo aus sie an<br />

die Kunden verschickt werden. Die<br />

Verpackungsgrößen variieren dabei:<br />

Von großen IBC-Containern mit<br />

1.000 Litern und 250-Liter-Fässern<br />

bis hin zu kleineren Bag-in-Box-<br />

Behältern mit sechs bis zehn Litern.<br />

Herausforderungen bei<br />

manuellen Messungen<br />

Die OV-Tanks fassen zwischen 50<br />

und 1.000 Kubikmeter Flüssigkeit.<br />

Bisher wurden ihre Füllstände mit<br />

einem einzigen tragbaren Radar-Füllstandsensor<br />

gemessen. Projektingenieur<br />

Niels van den Hooven erklärt:<br />

„Wir nutzten einen Radarsensor von<br />

VEGA, der auf einem Stativ befestigt<br />

und auf der oberen Luke des Tanks<br />

platziert wurde. Jede Woche haben<br />

wir mehrere Tanks gemessen und die<br />

Daten per Excel in Volumen umgerechnet.<br />

Alle 105 Tanks konnten wir<br />

so nicht überprüfen. Einige waren<br />

wegen fehlender Plattformen gar<br />

nicht zugänglich. Dort haben wir die<br />

Füllstände anhand der Ein- und Ausgänge<br />

geschätzt – was in der Praxis<br />

oft ungenau war.<br />

Operative Risiken ungenauer<br />

Schätzungen<br />

Zuverlässige Schätzungen setzen<br />

voraus, dass keine Materialverluste<br />

18 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Die neueren der insgesamt 105 Aufbereitungstanks sind bereits mit Radarsensoren VEGAPULS C 23<br />

ausgestattet.<br />

auftreten. Dies ist in jeder Fabrik<br />

eine unrealistische Annahme.<br />

Van den Hooven ergänzt:<br />

„Selbst kleine Verluste summieren<br />

sich über die Zeit oder viele<br />

Rezepte hinweg. Das macht die<br />

Schätzungen unzuverlässig.“<br />

Diese Ungenauigkeiten führten<br />

zu Problemen: „Manchmal<br />

dachten wir, 25 Tonnen seien im<br />

Tank, tatsächlich waren es nur<br />

20. Dann mussten wir schnell<br />

reagieren. Umgekehrt kam es<br />

auch vor, dass Tanks überfüllt<br />

wurden, weil mehr Material drin<br />

war als geschätzt. Das passiert,<br />

wenn der Überblick über die<br />

Bestände fehlt“, so Van den<br />

Hooven.<br />

Übergang zu stationären<br />

Radar-Füllstandsensoren<br />

Der Bedarf an einer besseren<br />

Messmethode war offensichtlich.<br />

Das manuelle Vorgehen<br />

war zeitaufwändig und fehleranfällig.<br />

Van den Hooven erklärt:<br />

„Die Mitarbeiter, die messen,<br />

haben noch viele andere Aufgaben.<br />

Und bei dem heutigen<br />

Personalmangel brauchen wir<br />

eine zuverlässigere Lösung zur<br />

Füllstandüberwachung.“<br />

Da Döhler bereits gute Erfahrungen<br />

mit dem tragbaren<br />

Radarsensor von VEGA gemacht<br />

hatte, wandte sich das Unternehmen<br />

an VEGA, um eine<br />

passende Lösung zu finden.<br />

„Der Sensor funktionierte<br />

hervorragend. Deshalb luden<br />

wir VEGA ein, unsere Tanks zu<br />

prüfen. Schnell war klar: VEGA<br />

ist die richtige Wahl. Sie bieten<br />

hochwertige Geräte zu wettbewerbsfähigen<br />

Preisen“, erinnert<br />

sich Van den Hooven.<br />

Kundenspezifische<br />

Lösungen mit VEGAPULS-<br />

Sensoren<br />

VEGA-Kundenbetreuer Lode<br />

Simons arbeitete eng mit Döhler<br />

zusammen, um die passenden<br />

Sensoren zu finden: „Zuerst<br />

klären wir, was der Kunde genau<br />

braucht. Welche Flüssigkeiten<br />

sind im Spiel? Gibt es Rührwerke<br />

oder andere Störfaktoren? Wie<br />

hoch ist die Viskosität? Entsteht<br />

Schaum? Dann stellen wir sicher,<br />

dass das Radar die Füllstände<br />

präzise misst und die Daten<br />

zuverlässig in Volumen umgerechnet<br />

werden können.“<br />

Für Döhler erwiesen sich der<br />

VEGAPULS C 23 und der VE-<br />

GAPULS 31 als ideale Lösung.<br />

Diese Sensoren aus der BASIC-<br />

Serie sind für weniger komplexe<br />

Anwendungen gemacht, bieten<br />

aber dennoch die Zuverlässigkeit<br />

und Genauigkeit des High-End-<br />

Sensors VEGAPULS 6X. Simons<br />

erklärt: „Bei Döhler gibt es keine<br />

Schaumbildung, die Flüssigkeitsoberfläche<br />

ist stabil, und die<br />

Rührwerke sitzen an den Tankseiten<br />

– perfekte Bedingungen<br />

für die VEGAPULS BASIC-Serie.<br />

Installation Skalierbarkeit<br />

Döhler hat Schritt für Schritt<br />

damit begonnen, die Radarsensoren<br />

zu installieren und bereits<br />

15 Tanks damit ausgestattet.<br />

„Unser Ziel ist es, alle 105 Tanks<br />

mit Sensoren auszurüsten, aber<br />

wir gehen es langsam an. Auch<br />

wenn VEGA faire Preise bietet,<br />

bleibt es eine große Investition“,<br />

erklärt Van den Hooven. Die<br />

neueren Tanks in der Aufbereitungsabteilung<br />

sind bereits mit<br />

VEGA-Sensoren ausgestattet.<br />

Für Tanks bis zu 15 Metern Höhe<br />

kommt der VEGAPULS 31 zum<br />

Einsatz, bei größeren Entfernungen<br />

der VEGAPULS C 23. „Wir<br />

haben den 31er für flachere Tanks<br />

gewählt und den C 23 für die höheren“,<br />

so Van den Hooven.<br />

Rationalisierter<br />

Installationsprozess<br />

Die Installation lief glatt. „Die<br />

größte Herausforderung war die<br />

Verkabelung, die hatte nichts<br />

mit den Sensoren zu tun“, erzählt<br />

Van den Hooven. „Viele<br />

Schalttafeln sind in Bodennähe,<br />

deswegen mussten lange Kabel<br />

bis zum Tankdeckel verlegt werden.“<br />

Die Schweißarbeiten und<br />

Verkabelung übernahmen externe<br />

Auftragnehmer, während<br />

VEGA die Sensoren kalibrierte.<br />

Jeder Sensor war in weniger<br />

als einer Stunde einsatzbereit,<br />

wobei die Einrichtung der Linearisierungstabellen<br />

zur Umrechnung<br />

der Entfernungsmessungen<br />

in exakte Volumen etwas<br />

mehr Zeit beanspruchte.<br />

Schulung und<br />

Betriebsvorteile<br />

VEGA schulte das Döhler-Team,<br />

um die Sensoren optimal zu<br />

nutzen. „Unsere Geräte sind<br />

einfach zu konfigurieren, aber<br />

die Schulung hilft beim Umgang<br />

mit besonderen Situationen wie<br />

Fehlermeldungen oder bei der<br />

Frage, wann sofort gehandelt<br />

werden muss“, erklärt Simons.<br />

Die Vorteile der Echtzeitüberwachung<br />

zeigen sich bereits: „Die<br />

Füllstände vom Schreibtisch aus<br />

sehen zu können, ist ein großer<br />

Fortschritt“, sagt Van den<br />

Hooven. Ein maßgeschneidertes<br />

Trendwatch-Tool verarbeitet die<br />

VEGA-Daten und berücksichtigt<br />

sogar die Flüssigkeitsdichte,<br />

um die Volumen präzise zu<br />

berechnen.<br />

Zukunftssichere Investition<br />

Während die Berechnung des<br />

ROI schwierig ist, betont Van<br />

den Hooven die betrieblichen<br />

Vorteile: „Diese Investition spart<br />

viele Arbeitsstunden, reduziert<br />

unnötige Tankwagenfahrten<br />

und verhindert Überfüllungen.<br />

Für uns geht es nicht nur um ROI,<br />

sondern darum, heutige Produktionsstandards<br />

sicherzustellen.“<br />

Radar-Füllstandsensoren<br />

VEGAPULS BASIC<br />

Die VEGA-Sensoren der BASIC-<br />

Serie sind kosteneffizient<br />

ausgelegt und speziell für Standardproduktionsprozesse<br />

unter<br />

moderaten Prozessbedingungen,<br />

wie sie etwa in der Lebensmittel-<br />

und <strong>Getränke</strong>industrie<br />

vorkommen, konzipiert.<br />

Sie arbeiten mit 80-GHz-<br />

Radartechnik und sind in standardisierten<br />

Konfigurationen<br />

verfügbar. Die Ausgangssignale<br />

umfassen 4-20 mA, Modbus<br />

und HART. Optional sind Geräte<br />

mit integrierter Anzeige sowie<br />

Bluetooth-Funktionalität zur<br />

Konfiguration und Diagnose<br />

erhältlich. Die Serie umfasst<br />

neben Radar-Füllstandsensoren<br />

auch Drucksensoren und<br />

Grenzschalter zur umfassenden<br />

Überwachung von Prozessparametern.<br />

<br />

Mehr Informationen<br />

www.vega.com<br />

Die VEGAPULS-Radarsensoren der Serie BASIC für Flüssigkeiten und Schüttgüter messen Füllstände<br />

berührungslos und überzeugen durch einfache Installation und wartungsfreien Betrieb<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 19


BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />

ANDREAS METZENAUER<br />

Leiter Bereich Beverages<br />

and Dairy bei Flottweg<br />

Quelle:<br />

FLOTTWEG<br />

EFFIZIENTE PROZESSE FÜR PFLANZLICHE DRINKS<br />

Hafer, Soja oder Nuss –<br />

Trenntechnik als Schlüssel für<br />

die industrielle Herstellung von<br />

pflanzlichen Milchalternativen<br />

Vegane und vegetarische Ernährung sind in Deutschland angekommen: Immer<br />

mehr Menschen versuchen auf tierische Produkte zu verzichten und entscheiden<br />

sich bewusst für pflanzliche Alternativen. Insbesondere im Bereich der Milch- und<br />

Fleischalternativen wächst der Markt immer weiter: Von Pflanzendrinks aus Soja,<br />

Hafer, Reis oder diversen Nusssorten bis hin zu verschiedenen Fleischersatzprodukten<br />

aus Erbsen, Soja oder Lupinen gibt es immer mehr Lebensmittel, die ohne tierische<br />

Erzeugnisse oder Fleisch funktionieren.<br />

Insbesondere für die Herstellung<br />

von pflanzlichen Milchalternativen<br />

treten aber auch die Herstellungsprozesse<br />

immer mehr in den Fokus:<br />

Denn der Milchersatz muss einen<br />

gewissen Geschmack, Mundgefühl<br />

und Qualität aufweisen. In diesem<br />

Kontext spielen Industriezentrifugen,<br />

beispielsweise von Flottweg<br />

eine wichtige Rolle. Dabei gibt es<br />

allerdings eine Vielzahl an Kriterien<br />

und Entscheidungen, die von<br />

den Herstellern beachtet werden<br />

müssen und jeweils verschiedene<br />

Herausforderungen mit sich bringen.<br />

Welchen Rohstoff wähle ich?<br />

Wie verarbeite ich die Rohstoffe, um<br />

eine möglichst gute Ausbeute zu<br />

bekommen? Welche Inhaltsstoffe<br />

gebe ich danach noch dazu? Welche<br />

Maschinen helfen mir dabei mein<br />

Produkt in gewünschter Qualität zu<br />

erhalten? Wie will ich mein Produkt<br />

dann verkaufen?<br />

20 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Pflanzliche Milchalternativen<br />

– Darum spielen Zentrifugen<br />

eine wichtige Rolle<br />

Bei der Herstellung von pflanzlichen<br />

Milchalternativen wird das<br />

Rohmaterial zunächst mit Wasser<br />

angemaischt und fein vermahlen.<br />

Anschließend folgt ein sogenannter<br />

Extraktionsprozess, bei dem versucht<br />

wird, möglichst viele Inhaltsstoffe<br />

in die flüssige Phase, sprich die<br />

pflanzliche Milch, zu extrahieren. Bei<br />

stärkehaltigen Rohstoffen kommen<br />

dabei Enzyme zum Einsatz, die die<br />

Stärke und weitere Kohlenhydrate in<br />

Zucker umwandeln. Ein wesentlicher<br />

Schritt ist anschließend die effiziente<br />

Abtrennung der extrahierten Pflanzenfasern<br />

mit Hilfe von Dekanterzentrifugen.<br />

„Je nach Rezeptur wird die<br />

Pflanzenmilch mit Speiseöl homogenisiert,<br />

mit verschiedenen Zutaten<br />

vermischt, erhitzt und schließlich<br />

abgefüllt“, erklärt Andreas Metzenauer,<br />

Leiter im Bereich Beverages<br />

and Dairy bei Flottweg.<br />

Flottwegs Big Player für<br />

pflanzliche Milchalternativen:<br />

Der Flottweg Dekanter<br />

Flottwegs Dekanterzentrifugen sind<br />

dabei die effizientesten Maschinen,<br />

um die Rohmilch von den extrahierten<br />

Pflanzenteilen abzutrennen.<br />

Aus den hohen g-Kräften resultiert<br />

eine maximale Klärung, eine große<br />

Flüssigkeitsausbeute durch effiziente<br />

Entwässerung und eine kontinuierlich<br />

hohe Durchsatzleistung. „Gleichzeitig<br />

müssen die Dekanter natürlich<br />

ausreichend groß dimensioniert und<br />

optimal ausgelegt werden, damit das<br />

Trennergebnis bestmöglich ist. Hier<br />

ist das entsprechende Knowhow<br />

und Verständnis für den Prozess<br />

bedeutend, um schlussendlich die<br />

entsprechende Separationslösung<br />

zu verwenden“, beschreibt Andreas<br />

Metzenauer den Prozess weiter. Nur<br />

so kann eine maximale Ausbeute an<br />

Pflanzenmilch garantiert werden und<br />

der Rohstoff möglichst wirtschaftlich<br />

verwendet werden. Zudem ist eine<br />

effiziente Trennung entscheidend<br />

für ein angenehmes Mundgefühl<br />

des pflanzlichen Getränks, da zu<br />

viele Feststoffe zu einem „sandigen<br />

Gefühl“ beim Endverbraucher führen<br />

können.<br />

Außerdem sind Flottweg Dekanterzentrifugen<br />

nach den neusten<br />

Hygienerichtlinien gefertigt und<br />

können problemlos in eine vollautomatische<br />

Anlage mit CIP-Reinigung<br />

integriert werden. Je nach gewünschter<br />

Produktqualität und<br />

je nach Maschinendesign können<br />

auch unterschiedliche Rohstoffe auf<br />

der gleichen Produktionslinie verarbeitet<br />

werden, „allerdings muss<br />

der Hersteller hier auf die Allergenkennzeichnung<br />

der Endprodukte<br />

achten“, so Metzenauer.<br />

Zudem gibt es auch einige Herausforderungen<br />

und Rahmenbedingungen,<br />

die bei der Herstellung von<br />

pflanzlichen Milchalternativen zu<br />

beachten sind. Für Metzenauer ist<br />

dabei entscheidend: „Welchen Rohstoff<br />

wähle ich? Wie fein vermahle<br />

ich die Rohstoffe, um eine möglichst<br />

gute Ausbeute zu bekommen? Wie<br />

gestalte ich meinen Extraktionsprozess?<br />

Welche Inhaltsstoffe gebe ich<br />

danach noch dazu? Wie erhitze ich<br />

ein Produkt? Wie will ich mein Produkt<br />

dann verkaufen?“ Aus diesem<br />

Grund bietet Flottweg für jeden Prozess<br />

individuelle Lösung an: „Unsere<br />

flexiblen, maßgeschneiderten und<br />

optimal ausgelegten Trennlösungen<br />

sind natürlich immer vom Projekt,<br />

der Prozesslinie und der Ausgangslage<br />

des Kunden abhängig. Deshalb<br />

unterstützen wir im Vorfeld bei der<br />

Beratung der richtigen Maschinengrößen,<br />

bei der Einbringung und<br />

bei der Planung, so dass dann die<br />

Schnittstellen später mit verschiedenen<br />

Gewerken optimal geklärt sind.“<br />

Besonders rein dank Flottwegs<br />

Sedicanter ®<br />

Der Sedicanter ® ist eine von Flottweg<br />

produzierte Dekanterzentrifuge für<br />

weiches, fließfähiges Sediment, das<br />

sich von einem Standard-Dekanter<br />

nur schlecht verarbeiten lässt. „Denn<br />

Dekanter kommen hier oftmals an<br />

ihre Leistungsgrenzen, sodass der<br />

feine Feststoff nicht mehr effizient<br />

abgetrennt werden kann. Der Sedicanter<br />

bringt mit seinen höheren<br />

g-Zahlen von bis zu 10.000 x g den<br />

entscheidenden Vorteil. Dadurch<br />

wird eine optimale Ausbeute und<br />

Klärung erreicht.“, beschreibt Metzenauer<br />

den Flottweg Sedicanter ® .<br />

Dabei vereint dieser die Vorteile<br />

eines Separators und einer Dekanterzentrifuge<br />

und klärt die Suspension<br />

ähnlich wie ein Separator, d.h. er<br />

liefert ein optimal geklärtes Zentrat.<br />

Gleichzeitig verarbeitet er – wie der<br />

Dekanter – große Feststoffmengen<br />

OAT BARISTA<br />

DIE HAFERZUTAT<br />

FÜR BARISTAS<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 21


BRANCHEN REPORT | Verfahren, Prozesse und Automatisierung<br />

im Zulauf und erreicht einen trockenen<br />

Feststoff (Sediment) im Austrag.<br />

Daher kann der Sedicanter ® nicht<br />

nur im Herstellungsprozess von<br />

pflanzlichen Milchalternativen verwendet<br />

werden, sondern beispielsweise<br />

auch für die Verarbeitung von<br />

Pflanzenprotein.<br />

Die Zukunft der pflanzlichen<br />

Milchalternativen<br />

Auch zukünftig werden pflanzenbasierte<br />

Produkte, wie Milch- oder<br />

Fleischersatz eine zunehmend wichtige<br />

Rolle auf dem Lebensmittelmarkt<br />

spielen. „In diesem Bereich wird es<br />

meiner Meinung nach viele Produktinnovationen<br />

geben, die in den nächsten<br />

Jahren hinzukommen. Ich glaube<br />

außerdem, dass sich neue Produkte<br />

deutlich vom breiten Wettbewerb<br />

abheben müssen, wenn sie langfristig<br />

erfolgreich sein wollen. Hier liegen<br />

die Herausforderungen zunächst<br />

hauptsächlich in der Forschung und<br />

Produktentwicklung“, erklärt Andreas<br />

Metzenauer. Weiter sind die<br />

pflanzenbasierten Alternativen für<br />

ihn mehr als ein Trend: „Aus meiner<br />

Sicht ist es eine dauerhafte Entwicklung<br />

und das aus mehreren Gründen.<br />

Zum einen hat die Bevölkerung ein<br />

steigendes Gesundheitsbewusstsein<br />

und versucht sich möglichst abwechslungsreich<br />

und bewusst zu ernähren.<br />

Zum anderen versuchen viele auch,<br />

ihren Nachhaltigkeitsgedanken stetig<br />

weiterzuentwickeln und das Thema<br />

Tierwohl zu stärken. Weiterhin<br />

kommt hinzu, dass die Sensorik und<br />

der Geschmack der Produkte immer<br />

mehr von einer breiten Bevölkerungsgruppe<br />

akzeptiert wird. Es sind also<br />

nicht mehr nur Veganer oder Vegetarier,<br />

die pflanzliche Milchalternativen<br />

kaufen, da diese gut schmecken und<br />

sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt<br />

haben.“<br />

Pflanzenmilch_Schema: Prozessschema zur Herstellung von Pflanzenmilch mit den Flottweg Dekanter.<br />

Der Sedicanter®sorgt für eine optimale Klärung<br />

des pflanzlichen Milchersatzes<br />

Alles in allem stehen die Zeichen im<br />

Bereich pflanzlichen Alternativen auf<br />

langfristiges Wachstum. Industriezentrifugen<br />

wie der Dekanter oder<br />

speziell der Sedicanter ® von Flottweg<br />

helfen dabei, wertvolle Ressourcen<br />

schonend zu verwerten und ein optimales<br />

Trennergebnis zu erhalten. <br />

Die Dekanterzentrifuge ermöglicht die Abtrennung<br />

der pflanzlichen Milch von den Pflanzenfasern.<br />

Mehr Informationen<br />

www.flottweg.com<br />

22 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


SICHTBARE FORTSCHRITTE BEI DER HERSTELLUNG ALTERNATIVER PROTEINE<br />

AUS BIERTREBER<br />

Proteine aus Biertreber<br />

Die EAT BEER Biotech GmbH ist in die Pilotphase ihrer Produktion gestartet und treibt<br />

damit die Entwicklung ihrer Branchenlösung weiter voran. Das Schwesterunternehmen<br />

der Störtebeker Braumanufaktur ist eine Ausgründung aus dem vom Bund geförderten<br />

Forschungsprojekt MaltFungiProtein und hat sich auf die Fermentation von<br />

Brauereinebenströmen mit Hilfe von Pilzen spezialisiert.<br />

Seit dem erfolgreichen Abschluss<br />

des Forschungsprojekts im Herbst<br />

2025 dient dessen Pilotanlage<br />

EAT BEER für eigene Versuchsreihen.<br />

Dr. Mark Schneeberger, CTO<br />

von EAT BEER: „Wir nutzen das<br />

Technikum aktuell zur Optimierung<br />

des Fermentationsprozesses und<br />

des Endprodukts, ein proteinhaltiges<br />

Austernpilzmyzel. Gleichzeitig<br />

helfen uns die gewonnenen Daten<br />

bei der Weiterentwicklung unserer<br />

KI, die zusammen mit der Fermentationsanlage<br />

in Zukunft das Herzstück<br />

unserer Plattform sein wird.“<br />

EAT BEER arbeitet an einer modularen<br />

Branchenlösung, mit deren Hilfe Brauereien<br />

im Dark-Factory-Prinzip, also<br />

ohne zusätzliche Arbeitskraft, und am<br />

eigenen Standort unkompliziert aus<br />

Biertreber Proteine für die Lebensmittelindustrie<br />

herstellen können.<br />

Nutzbares Pilz-Protein aus dem<br />

Pilot-Fermenter<br />

Die Pilotanlage mit einem 500-Liter-<br />

Fermenter, die in Zusammenarbeit<br />

mit dem norddeutschen Anlagenbauer<br />

TAB entstanden ist, bildet<br />

die Basis für die lebensmitteltechnologischen<br />

Prozesse. Daneben<br />

arbeitet das junge Unternehmen<br />

um die Geschäftsführer Malte Nordmann<br />

und Jens Reineke sowie CTO<br />

Dr. Mark Schneeberger an den logistischen<br />

und digitalen Grundlagen<br />

für das ganzheitliche System. „Was<br />

wir hier machen, ist pure Innovation<br />

– da gibt es keine Lösungen von der<br />

Stange“, so Dr. Mark Schneeberger.<br />

Und weiter: „Wir mussten jeden<br />

einzelnen Schritt im Prozess erst<br />

selbst erkunden, von der der richtigen<br />

Aufbereitung des Trebers bis<br />

hin zur Lagerung des Proteins.“<br />

Mittlerweile fällt unabhängig von<br />

der Treberart – Weizen, Roggen,<br />

Gerste – am Ende des Prozesses gut<br />

verwertbare Myzelmasse aus. „Das<br />

Ziel für <strong>2026</strong> ist es, die Abläufe unter<br />

verschiedenen Bedingungen zu<br />

standardisieren und uns so schrittweise<br />

auf die Marktreife vorzubereiten“,<br />

so Mark Schneeberger.<br />

Daten sammeln und Proteine<br />

verarbeiten<br />

Die Pilotanlage wird darum auch<br />

<strong>2026</strong> im Dauerbetrieb laufen. Zum<br />

einen verwenden Störtebeker,<br />

EAT BEER und Partner aus der Lebensmittelverarbeitung<br />

das Myzel<br />

für kulinarische Versuche im Bereich<br />

der Lebensmittelproduktion, etwa<br />

zur Herstellung von Fleischalternativen.<br />

Zum anderen generiert das Unternehmen<br />

fortlaufend valide Daten<br />

und erfasst dabei im Produktionsalltag<br />

gleichzeitig alle erdenklichen<br />

Vorkommnisse. Malte Nordmann:<br />

„Unser Ziel ist es, anderen Brauereien<br />

den Fermentationsprozess am<br />

eigenen Standort zu ermöglichen.<br />

Da jeder Braubetrieb mit anderen<br />

Rohstoffen, Rezepturen und Verfahren<br />

arbeitet, muss unser System<br />

flexibel auf die unterschiedlichsten<br />

Rahmenbedingungen anwendbar<br />

sein. Darum sind alle Abweichungen<br />

vom Normprozess, die wir heute<br />

erfassen, wertvolle Informationen<br />

für die Zukunft.“ Langfristig will<br />

EAT BEER eine skalierbare Plattformlösung<br />

an Brauereistandorten<br />

implementieren, die via KI-Software<br />

autonom und individuell den gesamten<br />

Fermentations- und Herstellungsprozess<br />

übernimmt.<br />

Die Weichen stellen für den<br />

Branchen-Kickoff<br />

<strong>2026</strong> will EAT BEER auch personell<br />

wachsen, unter anderem um Kapazitäten<br />

für Strukturprojekte zu schaffen.<br />

So drängt beispielsweise das<br />

Thema EU-Zulassung: Die Proteine,<br />

die EAT BEER herstellt, fallen in die<br />

Kategorie „Novel Food“ (neuartige<br />

Lebensmittel) und müssen von der<br />

EFSA, der Europäischen Behörde für<br />

Lebensmittelsicherheit, genehmigt<br />

werden. Dr. Mark Schneeberger:<br />

„Wir können den Zulassungsprozess<br />

nicht aktiv beschleunigen, aber wir<br />

können mit belegbaren Daten und<br />

Erkenntnissen sowie mithilfe von<br />

Reallaboren die Arbeit der EFSA unterstützen.<br />

Gleichzeitig werden wir<br />

die Zeit nutzen, um bei potenziellen<br />

Partnern, Kunden und Endverbrauchern<br />

Aufklärungsarbeit rund um<br />

unser Austernpilzprotein zu leisten,<br />

um die Verbraucherakzeptanz zu<br />

fördern und so der Branche den<br />

Weg für die Herstellung von Proteinen<br />

aus Biertreber zu ebnen.“ <br />

Malte Nordmann mit Myzel aus Weizen- und<br />

Schwarzbiertreber<br />

Mehr Informationen<br />

www.eatbeer.com<br />

Von<br />

ANKE LOEPPKE<br />

Goldkniff<br />

Über EAT BEER<br />

Die EAT BEER Biotech<br />

GmbH aus Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)<br />

ist<br />

ein Biotech-Unternehmen,<br />

das sich auf die Transformation<br />

von Nebenströmen<br />

der Brau- und Lebensmittelbranche<br />

zu Pilz-Protein-<br />

Rohprodukten für die Nahrungsmittelindustrie<br />

mittels<br />

Fermentation spezialisiert<br />

hat. Das Schwesterunternehmen<br />

der Störtebeker<br />

Braumanufaktur möchte<br />

damit anderen Brauereien<br />

die Möglichkeit geben, ihre<br />

Nebenprodukte zu kapitalisieren<br />

und damit neue Umsatzquellen<br />

zu erschließen.<br />

Nachhaltig, regional und<br />

zukunftsfähig. EAT BEER<br />

übernimmt für seine Kunden<br />

den kompletten Prozess,<br />

von der Planung über<br />

die Installation der Anlage<br />

bis zur dezentralen Steuerung<br />

der Produktion aus<br />

der Ferne. Geschäftsführer<br />

ist Jan Malte Nordmann.<br />

Weitere Informationen sind<br />

auf dem LinkedIn-Kanal<br />

von EAT BEER abrufbar.<br />

Quelle:<br />

EAT BEER Biotech GmbH<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 23<br />

Der Sedicanter®sorgt


BRANCHEN REPORT | Klimatechnik<br />

KLIMATECHNISCHE LÖSUNGEN VON KIEFER BEI DER BRAUEREI WEIHENSTEPHAN<br />

Intelligente Lüftungstechnik im<br />

neuen Braukeller<br />

Die älteste Brauerei der Welt, die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, investiert<br />

nach und nach in die Modernisierung ihrer Braustätte auf dem Weihenstephaner<br />

Berg in Freising. Zuletzt wurde nach nur 1 ½ Jahren Bauzeit ein neuer Braukeller<br />

eingeweiht. Beim Bau dieses Kombikellers setzte das Unternehmen auf die Experten<br />

von Kiefer Klimatechnik, die sich unter anderem auf den Anlagenbau in der<br />

<strong>Getränke</strong>industrie spezialisiert haben.<br />

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan investierte 2024 in einen hochmodernen neuen Braukeller am Standort Freising und holte sich hierfür die auf Brauanlagen spezialisierten<br />

Experten der Kiefer Klimatechnik GmbH an die Seite.<br />

Bild: Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan<br />

„Älteste Brauerei der Welt“ und „älteste<br />

noch bestehende Braustätte der<br />

Welt“ – die Brauerei Weihenstephan<br />

ist zurecht stolz auf ihre bewährte<br />

Tradition und besonders auf ihre<br />

verschiedenen Biersorten. Damit die<br />

rund 1000-jährige Braukunst auch in<br />

der Zukunft erfolgreich ist, erstellte<br />

das Unternehmen in Zusammenarbeit<br />

mit dem Technischen Büro Weihenstephan<br />

einen Masterplan, der nun<br />

sukzessive umgesetzt wird. Neben<br />

einem neuen Logistikzentrum, einer<br />

neuen Entalkoholisierungsanlage und<br />

einer neuen Filtration entstand nun<br />

auch ein neuer Braukeller. Die Gründe<br />

hierfür waren vielfältig: Aufgrund<br />

der vor allem im Sommer steigenden<br />

Nachfrage nach untergärigen<br />

Bieren wie Helles, Pils oder Festbier<br />

erreichte der bisherige Keller seine<br />

Kapazitätsgrenze. Denn für diese<br />

Spezialitäten benötigt man niedrigere<br />

Temperaturen sowie längere Gär- und<br />

Lagerzeiten. Als ursprünglich auf<br />

obergäriges Weißbier spezialisierte<br />

Brauerei waren die alten Tanks dafür<br />

weder volumentechnisch noch wirtschaftlich<br />

ausgelegt. Die Auslagerung<br />

des neuen Logistikzentrums schaffte<br />

wiederum freie Flächen, so dass der<br />

neue Keller direkt an die bestehenden<br />

historischen Gebäude angebaut werden<br />

konnten.<br />

Spezielle Anforderungen für<br />

optimale Modernisierung<br />

Im Juli 2024 feierte die Brauerei die Eröffnung<br />

des neuen Kombikellers. Insgesamt<br />

ist nun Platz für 24 Biertanks,<br />

davon wurden in der ersten Ausbaustufe<br />

drei kleine und vier große<br />

Drucktanks, vier Kombitanks sowie<br />

ein Althefetank installiert. Damit kann<br />

künftig sehr flexibel auf die Nachfrage<br />

nach ober- und untergärigen Bieren<br />

reagiert werden. Vorangegangen war<br />

dem Projekt eine ausführliche einjährige<br />

Planungsphase. Denn vor allem<br />

bei der Klimatechnik galt es besondere<br />

Anforderungen zu berücksichtigen.<br />

Ein Bierkeller ist ein hygienisch<br />

hochsensibler Produktionsbereich<br />

mit klaren Vorgaben an Temperatur,<br />

Feuchte und maximale Kohlendioxidwerte,<br />

Hygiene und Raumluftströmung.<br />

Beispielsweise mussten alle<br />

Einbauteile aus Edelstahl bestehen,<br />

um der regelmäßigen Reinigung mit<br />

Säuren und Laugen sowie Korrosion<br />

standzuhalten. Neben der Hygiene<br />

ist vor allem die Wärme- und Feuchteabfuhr<br />

wichtig. Hierfür holte sich<br />

die technische Leitung der Brauerei<br />

Weihenstephan erfahrene Experten in<br />

der Lüftungstechnik an die Seite. Die<br />

Kiefer Klimatechnik GmbH aus Stuttgart<br />

plant und realisiert bereits seit<br />

über 140 Jahren moderne raumluftund<br />

klimatechnische Anlagen und<br />

hat sich dabei unter anderem auf die<br />

<strong>Getränke</strong>industrie und insbesondere<br />

auf Brauanlagen spezialisiert.<br />

Jahrzehntelanges Know-How<br />

für Brauanlagen<br />

Neben zahlreichen erfolgreichen<br />

Projekten bei anderen renommierten<br />

Brauereien überzeugte Kiefer unter<br />

Alle Einbauteile, wie zum Beispiel die CO 2<br />

- Erfassungsanlage mus<br />

dern auch um Reinigung und Korrosion standzuhalten. Bild: Foto<br />

24 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


anderem bei einem früheren Auftrag<br />

in der Brauerei Weihenstephan. Für<br />

einen bereits bestehenden Lagerkeller<br />

übernahm das Stuttgarter<br />

Unternehmen seinerzeit erfolgreich<br />

die Planung und Umsetzung einer<br />

Sorptions-Entfeuchtungsanlage.<br />

„Beim neuen Kombikeller galt es,<br />

die Planungen, technischen Randbedingungen<br />

und Schnittstellen zu<br />

überprüfen sowie Einbau, Inbetriebnahme,<br />

Wartung und Inspektion<br />

sicherzustellen“, berichtet Thomas<br />

Sigle, Leiter Anlagenbau bei Kiefer<br />

Klimatechnik. Er verantwortete im<br />

Vorfeld die Abstimmung mit den<br />

Architekten und der technischen<br />

Leitung, übernahm die Prüfung<br />

und koordinierte die anschließende<br />

Umsetzung. Bei der Planung gab es<br />

verschiedene Vorgaben zu beachten:<br />

Die Einhaltung eines bestimmten<br />

Feuchtefensters – das heißt maximal<br />

70 % relative Luftfeuchte im Raum<br />

– sollte im Zusammenhang mit den<br />

zu erwartenden Oberflächentemperaturen<br />

von Raumumschließungsflächen<br />

wie Boden, Decke, Wände und<br />

Teilen der Brauanlage gewährleistet<br />

sein. „Da Medienleitungen mit<br />

zugehörigen Einbauteilen teilweise<br />

Oberflächentemperaturen unter 0°C<br />

aufweisen, soll die Kondensatmenge<br />

auf diesen Installationen weitgehend<br />

reduziert werden. Das haben wir unter<br />

anderem durch eine gleichmäßige<br />

Luftverteilung im Raum erreicht“,<br />

erläutert Sigle weiter.<br />

sten aus Edelstahl sein um nicht nur optisch zu überzeugen, soncraft:<br />

Christian Schranner<br />

Die Klima- und Lüftungstechnik muss insbesondere bei Brauanlagen besondere Anforderungen berücksichtigen.<br />

Für die ideale Raumentfeuchtung wurde moderne Technik zur Zulufteinbringung installiert.<br />

Bild: Fototcraft: Christian Schranner<br />

Darüber hinaus galt es auch, die relative<br />

Raumluftfeuchte zu begrenzen,<br />

um Schimmelbildung zu vermeiden.<br />

Dafür musste an den kalten Gebäudeoberflächen<br />

die Taupunkttemperatur<br />

begrenzt werden. Aufgrund<br />

teilweise nasser Bodenflächen in den<br />

Kellerräumen und der Infiltration<br />

von Außenluft mit hoher absoluter<br />

Feuchte ist daher vor allem die<br />

Entfeuchtung ein wichtiger Punkt.<br />

Dies wird durch Einbringen von entfeuchteter<br />

Außenluft gewährleistet.<br />

Die Entfeuchtung erfolgt sowohl im<br />

Lüftungszentralgerät bei hohen Außenluftfeuchten<br />

durch Kondensation<br />

in der Wärmerückgewinnungseinheit<br />

als auch am Luftkühler der folgenden<br />

Nachbehandlungseinheit. Damit<br />

können Zuluftfeuchten von 6,1 g/kg<br />

entsprechend einer Taupunkttemperatur<br />

von 6,5°C erzielt werden. Sollte<br />

nach vorliegenden Betriebserfahrungen<br />

noch weiter entfeuchtet werden<br />

müssen, ist die Nachrüstung von<br />

Sorptionselementen möglich. Damit<br />

können absolute Zuluftfeuchten<br />

von 1,8 g/kg entsprechend einem<br />

Taupunkt von -3°C erreicht werden.<br />

Zusätzlich sind die Tanks und die<br />

Anlagentechnik so intelligent verrohrt,<br />

dass ein Auslaufen des Bieres<br />

verbunden mit anschließendem<br />

Wegspritzen überwiegend vermieden<br />

wird.<br />

Da Kohlendioxid schwerer als Luft<br />

ist und sich in geschlossenen Räumen<br />

oder tieferliegenden Bereichen<br />

wie Kellern leicht ansammeln kann,<br />

musste eine solche Anhäufung oder<br />

auch das Abströmen in weitere<br />

Räume grundsätzlich vermieden<br />

werden. Auch in solchen Fällen wird<br />

die nachzuführende Außenluft entfeuchtet<br />

und das bei der Gärung entstehende<br />

Kohlendioxid abgesaugt.<br />

Im Havariefall strömt die Außenluft<br />

direkt über die in der Außenwand<br />

integrierte Jalousieklappe nach.<br />

Beste Technik und modernes<br />

Design<br />

In der Brauerei finden oftmals Veranstaltungen,<br />

Führungen, Feiern sowie<br />

Touristen- und Kundenbesuche statt.<br />

Da im neuen Keller auch direkt Bier<br />

gezapft werden kann, sollte der<br />

Raum bei Bedarf durch eine LED-<br />

Showbeleuchtung entsprechend in<br />

Szene gesetzt werden können. Aus<br />

diesem Grund wurden an das Design<br />

der Anlagenplanung und der Raumgestaltung<br />

hohe Anforderungen<br />

gestellt. Beispielsweise sollten die<br />

lufttechnischen Bauteile visuell so integriert<br />

werden, dass sie sich optisch<br />

ansprechend in den Raum integrieren.<br />

Sigle ergänzt: „Deshalb haben<br />

wir die an der Wand angebrachten<br />

CO 2- Erfassungseinrichtungen und<br />

die Außenluftnachströmeinheiten<br />

aus Edelstahl in enger Abstimmung<br />

mit dem Architekten gestaltet.“<br />

Dass sich der neue Kombikeller wie<br />

gewünscht bestens auch für große<br />

Feierlichkeiten eignet, zeigte sich<br />

bei der Einweihung: „Alle Projektbeteiligten<br />

waren begeistert und sehr<br />

zufrieden mit dem Ergebnis“, freut<br />

sich Sigle. So kann in Weihenstephan<br />

weiterhin auf technisch höchstem<br />

Niveau Bier gebraut werden – idealerweise<br />

noch weitere 1000 Jahre. <br />

Mehr Informationen<br />

www.kieferklima.de<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 25


BRANCHEN REPORT | Verpackung<br />

POMURSKE MLEKARNE BRINGT ASEPTISCHE SIG-KARTONPACKUNGEN MIT VOLLEM<br />

BARRIERESCHUTZ OHNE ALUMINIUMSCHICHT AUF DEN MARKT<br />

Wichtiger Meilenstein<br />

für nachhaltige Innovation<br />

Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach aseptischen Kartonpackungen<br />

ohne Aluminiumschicht arbeitet Pomurske Mlekarne, ein bedeutender Milchproduzent<br />

in Slowenien, zusammen mit SIG, um sein erstes Milchprodukt in aseptischen SIG Terra<br />

MidiBloc Alu-free + Full barrier Kartonpackungen auf den Markt zu bringen.<br />

Mit einer langen Tradition bei der<br />

Markteinführung von Produkten<br />

in SIG-Kartonpackungen ist der<br />

jüngste Relaunch der fettarmen<br />

Milch Pomurske Mlejko 2,8 % in<br />

SIG-Kartonpackungen, hergestellt<br />

aus dem Verpackungsmaterial SIG<br />

Terra Alu-free + Full barrier, ein<br />

wichtiger Meilenstein für die lokale<br />

Milchwirtschaft, denn sie bieten<br />

den vollen Barriereschutz ohne<br />

Aluminiumschicht.<br />

Durch die Entfernung der Aluminiumschicht<br />

aus aseptischen Kartonpackungen<br />

hat SIG einen bedeutenden<br />

Schritt zur Verringerung der Umweltauswirkungen<br />

und zur Schaffung<br />

eines regenerativen Lebensmittelverpackungssystems<br />

getan. Das Verpackungsmaterial<br />

SIG Terra Alu-free +<br />

Full barrier besteht zu mehr als 80 %<br />

aus Rohkarton (ohne Verschluss). Die<br />

Aluminiumschicht wird durch eine<br />

ultradünne Polymerbeschichtung ersetzt,<br />

die die Produkte vor Sauerstoff,<br />

Licht, Feuchtigkeit und Aromaverlust<br />

schützt. Diese Innovation reduziert<br />

die Anzahl der Rohstoffe von drei auf<br />

zwei und senkt den CO 2<br />

-Fußabdruck<br />

von aseptischen Multiserve-Kartonpackungen<br />

von SIG 1 . Das Verpackungsmaterial<br />

eignet sich für eine<br />

Vielzahl von Produkten, darunter<br />

Milchprodukte, Säfte und pflanzenbasierte<br />

<strong>Getränke</strong>. Pomurske Mlekarne<br />

profitiert auch im Bereich der<br />

Produktion, da SIG Terra Alu-free +<br />

Full barrier nahtlos auf bestehenden<br />

SIG-Füllmaschinen verarbeitet werden<br />

kann, ohne die Leistung der Anlage<br />

zu beeinträchtigen. Der Wechsel<br />

zwischen Verpackungsmaterial ohne<br />

Aluminiumschicht und Standardverpackungsmaterial<br />

ist jederzeit schnell<br />

und einfach möglich.<br />

Jovana Pinter, Head of Sales South-<br />

East Europe bei SIG: „Unsere<br />

enge Partnerschaft mit Pomurske<br />

Mlekarne basiert auf unseren gemeinsamen<br />

Werten und unserem<br />

Engagement, immer das Beste anzustreben.<br />

Die Markteinführung von<br />

aseptischen Kartonpackungen aus<br />

dem Verpackungsmaterial SIG Terra<br />

Alu-free + Full barrier bietet Verbrauchern<br />

eine noch nachhaltigere<br />

Verpackungslösung, ohne Kompromisse<br />

beim Barriereschutz oder der<br />

Produkthaltbarkeit einzugehen.“<br />

SIG war 2010 mit der Markteinführung<br />

eines Verpackungsmaterials<br />

ohne Aluminiumschicht für aseptische<br />

Kartonpackungen der Pionier<br />

in seiner Branche – entwickelt für<br />

sauerstoffunempfindliche Produkte<br />

wie pure Milch. Mit SIG Terra Alufree<br />

+ Full barrier erreichte SIG<br />

einen neuen Meilenstein in der Barrieretechnologie<br />

für Verpackungen,<br />

denn dieses Verpackungsmaterial<br />

ohne Aluminiumschicht ist auch für<br />

den Einsatz bei sauerstoffempfindlichen<br />

Produkten wie Fruchtsäften,<br />

Nektaren, aromatisierter Milch oder<br />

pflanzlichen <strong>Getränke</strong>n geeignet.<br />

Bis heute hat SIG insgesamt über 4<br />

Milliarden Verpackungen ohne Aluminiumschicht<br />

verkauft.<br />

Quelle:<br />

1. basierend auf einer unabhängigen ISO-konformen<br />

Ökobilanzanalyse (cradle to grave) für<br />

EU27+3: https://api.sig.biz/media/0dhjrkj1/lca_<br />

sig-terra-alu-free-plus-full-barrier-and-sig-terraalu-free-plus-full-barrier-plus-forest-based-polymers-for-sig-midibloc-and-sig-midifit.pdf<br />

Quelle:<br />

SIG<br />

Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach aseptischen Kartonpackungen ohne Aluminiumschicht arbeitet<br />

Pomurske Mlekarne, ein bedeutender Milchproduzent in Slowenien, zusammen mit SIG, um sein erstes Milchprodukt<br />

in aseptischen SIG Terra MidiBloc Alu-free + Full barrier Kartonpackungen auf den Markt zu bringen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.sig.biz<br />

26 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


TETRA PAK IN ZUSAMMENARBEIT MIT GARCÍA CARRIÓN<br />

Weltweit erste aseptische Kartonverpackung<br />

mit Barriere auf<br />

Papierbasis für die Kategorie Saft<br />

Tetra Pak hat heute in Zusammenarbeit mit García Carrión die erste Nutzung seiner<br />

Barrieretechnologie auf Papierbasis für Saftverpackungen vorgestellt. Diese Innovation im<br />

Bereich nachhaltiger Verpackungslösungen für Lebensmittel stellt einen bedeutenden Schritt<br />

zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Materialien dar. Das neue Verpackungsmaterial<br />

wird nun in mehreren Märkten eingeführt.<br />

Tetra Pak hat gemeinsam mit dem<br />

führenden spanischen <strong>Getränke</strong>hersteller<br />

García Carrión erstmals eine<br />

Saftverpackung mit einer Barriere auf<br />

Papierbasis auf den Markt gebracht.<br />

Die Flagschiffmarke des Unternehmens,<br />

Don Simón, ist in einer Tetra<br />

Brik ® Aseptic Slim Leaf 200-ml-Verpackung<br />

erhältlich. Dies ist die weltweit<br />

erste Portionspackung für Saft, die<br />

die innovative Barriereschicht verwendet<br />

– und die erste Verpackung dieser<br />

Art, die in Spanien angeboten wird.<br />

Die Verpackung besteht aus bis zu<br />

80 % Papier, was ihre Nachhaltigkeitsmerkmale<br />

hervorhebt. Die Kombination<br />

der Barriere auf Papierbasis<br />

mit pflanzlichen Polymeren, die in den<br />

Beschichtungen des Verpackungsmaterials<br />

verwendet werden, erhöht den<br />

Anteil erneuerbarer Inhaltsstoffe auf<br />

bemerkenswerte 92 % und reduziert<br />

den CO 2<br />

-Fußabdruck um 43 % im<br />

Vergleich zu einer aseptischen Verpackung,<br />

die Aluminiumfolie und fossile<br />

Polymere verwendet. Dies wurde vom<br />

Carbon Trust bestätigt 1 .<br />

„Wir sind stolz darauf, Pionierarbeit<br />

im Bereich Nachhaltigkeit bei Verpackungslösungen<br />

für die Kategorie<br />

Saft zu leisten. Seit mehr als 135<br />

Jahren setzt sich García Carrión für<br />

verantwortungsvolle Innovationen<br />

und den Respekt vor der Umwelt ein“,<br />

sagt Don José García Carrión, Präsident<br />

von García Carrión. „Diese Innovation<br />

unterstützt unsere Mission, die<br />

Umweltbelastung zu reduzieren und<br />

gleichzeitig hochwertige Produkte<br />

für unsere Verbraucher anzubieten“,<br />

fügt Fala Corujo, Vizepräsidentin von<br />

García Carrión, hinzu.<br />

Für García Carrión stellt diese Verpackungslösung<br />

eine neue industrielle<br />

Anwendung seiner 360°-Nachhaltigkeitsstrategie<br />

dar, die mit dem Factories<br />

of the Future Award 2024 für<br />

Exzellenz im Bereich Nachhaltigkeit<br />

und Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet<br />

wurde.<br />

Tatiana Liceti, Executive Vice President,<br />

Packaging Solutions bei Tetra Pak,<br />

kommentiert: „Diese Produkteinführung<br />

stellt einen bedeutenden Schritt<br />

auf unserem Weg zu vollständig<br />

nachwachsenden und recycelbaren<br />

Verpackungen dar. Indem wir eng mit<br />

unseren Kunden zusammenarbeiten,<br />

zeigen wir, dass nachhaltige Innovationen<br />

über Märkte und Kategorien<br />

hinweg skalierbar sind und dabei<br />

die Funktionalität und Qualität der<br />

Verpackungen gewährleistet werden<br />

kann.“<br />

Was ist eine Barriere auf<br />

Papierbasis?<br />

Die Barriere auf Papierbasis von<br />

Tetra Pak ist ein Durchbruch in der<br />

Entwicklung aseptischer Kartons. Sie<br />

ersetzt die traditionelle Aluminiumfolie<br />

durch eine erneuerbare Barriere<br />

auf Papierbasis, fördert den Umstieg<br />

von fossilbasiertem Material auf eine<br />

kohlenstoffarme, erneuerbare Alternative<br />

und reduziert die Kohlenstoffbilanz<br />

der Verpackung. Zusammen<br />

mit anderen Verpackungsschichten<br />

schützt die Barriere auf Papierbasis<br />

vor Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit<br />

und Bakterien. So stellt sie sicher,<br />

dass die Lebensmittelsicherheit nicht<br />

beeinträchtigt wird und die Haltbarkeit<br />

mit Verpackungen vergleichbar<br />

ist, die eine Aluminiumfolienschicht<br />

verwenden. Aseptische Kartons mit<br />

einer neuen Barriere auf Papierbasis<br />

können bei vorhandener Recyclinginfrastruktur<br />

im großen Maßstab<br />

gesammelt, sortiert und recycelt<br />

werden. Die neue Barriere auf Papierbasis<br />

wird voraussichtlich zusätzliche<br />

Vorteile für die Effizienz der nachgeschalteten<br />

Recyclinginfrastruktur<br />

bieten. Dazu gehört unter anderem,<br />

dass wir den Altpapieranteil aus dem<br />

Recyclingprozess unserer Kartonverpackungen<br />

maximieren können,<br />

wodurch hochwertige faserhaltige<br />

und nicht-faserhaltige Bestandteile<br />

zurückgewonnen werden.<br />

Die Barrieretechnologie auf Papierbasis<br />

von Tetra Pak ist Teil des umfassenderen<br />

Ziels, die nachhaltigste<br />

Lebensmittelverpackung der Welt<br />

zu schaffen – eine papierbasierte<br />

Verpackung, die ausschließlich aus<br />

verantwortungsvoll bezogenen nachwachsenden<br />

oder recycelten Materialien<br />

besteht, eine geringstmögliche<br />

Kohlenstoffbilanz aufweist und vollständig<br />

recycelbar ist 2 .<br />

Der aseptische <strong>Getränke</strong>karton von<br />

Tetra Pak mit Barriere auf Papierbasis<br />

wurde 2023 in Zusammenarbeit mit<br />

einem Milchunternehmen in Portugal<br />

auf den Markt gebracht. Er wurde<br />

als bahnbrechende Innovation im<br />

Bereich nachhaltiger Verpackungen<br />

angesehen und erhielt den „Resource<br />

Efficiency“-Preis bei den Sustainable<br />

Packaging News Awards 2024. <br />

Mehr Informationen<br />

www.tetrapak.com<br />

Quelle:<br />

1. Carbon Trust- verifiziertes<br />

Tetra Pak „Carton CO 2<br />

Calculator“-Modell, Version 9<br />

(gültig ab 01.01.2023). Umfang:<br />

Lebenszyklusbewertung von der<br />

Herstellung bis zur Entsorgung<br />

eines Tetra Brik® Aseptic 200<br />

Slim Leaf Kartons mit Polymeren<br />

auf pflanzlicher Basis in der<br />

Beschichtung und einer Barriere<br />

auf Papierbasis im Vergleich mit<br />

einer normalen Verpackung vom<br />

Typ Tetra Brik® Aseptic 200 Slim<br />

Leaf. Region: EU-Branchendaten.<br />

2. Darunter verstehen wir einen<br />

Karton, der aus vollständig verantwortungsvoll<br />

beschafften,<br />

nachwachsenden oder recycelten<br />

Rohstoffen hergestellt wird<br />

und dabei hilft, Klima, Ressourcen<br />

und Artenvielfalt auf unse<br />

rem Planeten zu schützen und<br />

wiederherzustellen. Eine solche<br />

Verpackung leistet einen Beitrag<br />

zur klimaneutralen Herstellung<br />

und Distribution, ist praktisch<br />

und sicher. So hilft sie beim Aufbau<br />

widerstandsfähiger Lebensmittelsysteme.<br />

Zudem ist sie vollständig<br />

recycelbar.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 27


BRANCHEN REPORT | Verpackung<br />

FACHMESSE DER VERPACKUNGSINDUSTRIE<br />

Zukunftsfähige Lebensmittelverpackungen<br />

müssen<br />

hohe Ansprüche erfüllen<br />

Als weltweit führende Fachmesse der Verpackungsindustrie ist die interpack<br />

der zentrale Treffpunkt für alle, die Lösungen für die drängendsten<br />

Herausforderungen der Lebensmittelindustrie entwickeln. Denn die Anforderungen<br />

an Lebensmittelverpackungen sind hoch: maximaler Produktschutz bei minimalem<br />

Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit trotz hoher Hygieneanforderungen, regulatorische<br />

Konformität bei gleichzeitig steigendem Kostendruck. Gerade im Foodbereich<br />

entscheidet die richtige Verpackung über Haltbarkeit, Produktsicherheit und<br />

Transportfähigkeit – und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung von<br />

Lebensmittelverlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.<br />

Mockuuups/unsplash<br />

Dass hier weiterhin großer Handlungsbedarf<br />

besteht, zeigen aktuelle<br />

Zahlen des UN-Umweltprogramms<br />

(UNEP): Laut dem „Food Waste<br />

Index Report 2024“ werden weltweit<br />

jährlich rund 1,05 Milliarden<br />

Tonnen Lebensmittel verschwendet.<br />

Neben wirtschaftlichen Schäden<br />

hat dies erhebliche ökologische<br />

Auswirkungen – schätzungsweise<br />

acht bis zehn Prozent der globalen<br />

Treibhausgasemissionen sind auf<br />

Lebensmittel zurückzuführen, die<br />

nie verzehrt werden. Initiativen wie<br />

SAVE FOOD, die von der interpack<br />

gemeinsam mit Partnern aus Industrie<br />

und Institutionen angestoßen<br />

wurden, haben dazu beigetragen,<br />

das Bewusstsein für diese Zusammenhänge<br />

zu schärfen. Auf der<br />

interpack stehen heute vor allem<br />

konkrete technologische Antworten<br />

im Fokus: nachhaltige Materialien,<br />

intelligente Verpackungskonzepte<br />

und automatisierte, ressourcenschonende<br />

Prozesse für die Lebensmittelverpackung<br />

von morgen.<br />

Recycling wird<br />

lebensmitteltauglich<br />

Die neue EU-Verpackungsverordnung<br />

PPWR schreibt eine deutliche<br />

Reduzierung von Verpackungsabfällen,<br />

verbindliche Recyclingquoten<br />

und den verstärkten Einsatz von<br />

Rezyklaten vor. Vor allem der Rezyklateinsatz<br />

im Lebensmittelkontakt<br />

gilt aber als große Herausforderung.<br />

Immerhin hat kürzlich die erste<br />

Recyclinganlage in Europa eine<br />

RecyClass-Zertifizierung für die<br />

Sortierung lebensmitteltauglicher<br />

Kunststoffe erhalten. Der Betreiber<br />

Swedish Plastic Recycling sortiert<br />

derzeit PET-Flaschen, PET-Trays und<br />

PS-Verpackungen aus getrennter<br />

Haushaltssammlung – vollständig<br />

rückverfolgbar von der Sammlung<br />

über die Sortierung bis zur Aufbereitung.<br />

Im Forschungsprojekt CRISP<br />

wird bereits an der lebensmitteltauglichen<br />

Aufbereitung von PE und<br />

PP gearbeitet.<br />

Parallel investieren Materialhersteller<br />

gezielt in zertifizierte Rezyklate. Interpack-Aussteller<br />

WIS Kunststoffe<br />

bietet rPE- und rPP-Materialien mit<br />

FDA-Zulassung für den direkten<br />

Lebensmittelkontakt an. Die Materialien<br />

erfüllen bereits die PPWR-<br />

Anforderungen für 2030 und sollen<br />

Verpackungsherstellern Planungssicherheit<br />

geben. Einen anderen technologischen<br />

Ansatz verfolgt Mopack.<br />

Die Polyolefin-Feinschrumpffolien<br />

der eco+35-Serie enthalten<br />

35 Prozent chemisch recyceltes PCR.<br />

Es wird auf molekularer Ebene gereinigt<br />

und neu polymerisiert und<br />

erreicht eine hohe Homogenität –<br />

mit klarer Optik, neutralem Geruch<br />

und stabiler Maschinengängigkeit.<br />

Seit März 2025 liegt für die Folien<br />

eine DEKRA-Zulassung für den direkten<br />

Lebensmittelkontakt vor.<br />

Die Schrumpffolien von Mopack enthalten einen Anteil<br />

chemisch recyceltes PCR. Bild: Mopack<br />

28 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Verpackungskonzepte<br />

neu gedacht<br />

Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur<br />

im Material, sondern auch im Design<br />

der Verpackung selbst. GEA<br />

demonstriert dies mit einer neu<br />

entwickelten Mehrkammerverpackung<br />

für Aufschnitt. Zwei separat<br />

versiegelte Frischekammern erlauben<br />

portionsweises Öffnen und<br />

senken den Kunststoffverbrauch<br />

um mehr als 70 Prozent gegenüber<br />

klassischen Blisterverpackungen.<br />

Möglich wird dies durch den stabilisierenden<br />

Kammeraufbau und<br />

eine Folienstärke von nur 50 µm.<br />

Produziert wird die Verpackung auf<br />

einer vollautomatischen Linie mit<br />

GEA PowerPak-Thermoformer, MegaSlicer<br />

und ShingleLoader.<br />

Auf der kommenden interpack<br />

zeigen Maschinenbauer in den<br />

Düsseldorfer Messehallen, wie sie<br />

ihre Systeme zunehmend auf recyclingfähige<br />

Materialien ausrichten.<br />

Ulma Packaging entwickelt Flowpack-<br />

und Traysealer-Lösungen für<br />

Monomaterialien sowie papier- und<br />

kartonbasierte Trays. So verarbeitet<br />

die vertikale Hochleistungsmaschine<br />

VTC 800 geschnittene Salate und<br />

Gemüsemischungen vollautomatisch<br />

– bei hoher Ausbringung und mit<br />

recyclingfähigen Monomaterialien.<br />

Die VTC 800 verarbeitet recyclingfähige Monomaterialien.<br />

Bild: Ulma Packaging<br />

Auch Multivac kombiniert nachhaltige<br />

Verpackungslösungen mit<br />

hoher Automatisierung. Eine neue<br />

Traysealerlinie für Fertiggerichte versiegelt<br />

beispielsweise Kartontrays mit<br />

dünner, recyclingfähiger Folie unter<br />

Schutzatmosphäre. Ergänzt wird die<br />

Linie durch KI-gestützte Inspektionssysteme,<br />

Etikettenkontrolle und<br />

Cobots für das automatische Stapeln.<br />

Robotik und Automatisierung<br />

gewinnen an Bedeutung<br />

Mit wachsender Produktvielfalt und<br />

steigenden Hygienestandards rückt<br />

die Automatisierung weiter in den<br />

Fokus. Stäubli Robotics bietet ein<br />

breites Portfolio an HE-Robotern<br />

(Humid Environment), die so modifiziert<br />

sind, dass sie auch in rauen Umgebungen<br />

prozesssicher arbeiten. In<br />

der Fleischverarbeitung schneiden<br />

beispielsweise TX2-Roboter Produkte<br />

per Wasserstrahl. Visionsysteme<br />

ermöglichen zudem die schonende<br />

Hochgeschwindigkeitshandhabung<br />

empfindlicher Lebensmittel.<br />

Ishida hat kürzlich mit der Übernahme<br />

des schwedischen Unternehmens<br />

RobotGrader AB sein Angebot<br />

um robotergestützte Wiege-, Sortierund<br />

Verpackungssysteme erweitert.<br />

Davon profitieren Verarbeiter von<br />

Fleisch, Geflügel oder Fisch sowie<br />

insbesondere Hersteller von Proteinprodukten,<br />

die nun smarte und automatisierte<br />

Lösungen zum exakten<br />

Verpacken ihrer Frischprodukte in<br />

Schalen nutzen können.<br />

Nachhaltige Lösungen<br />

gemeinsam entwickeln<br />

Parallel treiben Papier- und Faserlösungen<br />

den Wandel voran. Sappi<br />

Europe hat zwei recycelbare Hochbarrierepapiere<br />

mit Sauerstoff-, Fett- und<br />

Wasserdampfbarrieren entwickelt,<br />

die für den direkten Lebensmittelkontakt<br />

geeignet sind. Das heißsiegelfähige<br />

Guard Pro OHS eignet sich<br />

für Flow-Wraps, Sachets, Pillow Bags<br />

und Doypacks, während Guard Pro<br />

OMH für Kaltsiegelanwendungen<br />

konzipiert wurde.<br />

Papierverpackungen für Lebensmittel brauchen gute<br />

Barrierefunktionen. Bild: Sappi<br />

Aluminiumlaminate ersetzen UPM<br />

Specialty Papers und Royal Vaassen<br />

durch ein faserbasiertes Barrierepapier<br />

für die Verpackung von<br />

Kaffee, Brühe oder Schokolade. Als<br />

Trägermaterial für Barryrwrap dient<br />

das Verpackungspapier UPM Solide<br />

Lucent. Es ist glatt, dicht und zugleich<br />

stabil, sodass geringe Beschichtungsgewichte<br />

genügen. UPM testet<br />

die Barrierepapierlösungen auch in<br />

neuen Anwendungsfeldern, darunter<br />

faserbasierte Dosenformate für Chips,<br />

Tee oder <strong>Getränke</strong>pulver.<br />

Heidelberg hat gemeinsam mit<br />

Solenis ein Verfahren für Barrierebeschichtungen<br />

auf flexiblen Papierverpackungen<br />

entwickelt, die ebenfalls<br />

für Lebensmittel geeignet sind.<br />

Der Druckmaschinenhersteller hat<br />

dazu die Solenis-<strong>Technologie</strong> in den<br />

Rollen-Flexodruckprozess mit seiner<br />

Boardmaster integriert. Die Barrieren<br />

werden im laufenden Prozess ausschließlich<br />

an den notwendigen Stellen<br />

registergenau auf die Papierbahn<br />

übertragen.<br />

UPM testet faserbasierte Barrierepapiere für neue Anwendungen. Bild: UPM<br />

Nachhaltig verkleben<br />

Auch scheinbar nachgelagerte Komponenten<br />

werden zum Nachhaltigkeitsfaktor.<br />

Jowat senkt mit energieeffizienten<br />

Schmelzklebstoffen den<br />

Energiebedarf im Kartonverschluss in<br />

der Lebensmittel- und Tiefkühlindustrie.<br />

Ein neuer Jowatherm-Klebstoff<br />

eignet sich durch seine niedrige<br />

Schmelztemperatur für temperaturempfindliche<br />

Produkte wie Schokolade,<br />

während ein weiterer für den<br />

Einsatz im Tiefkühlbereich entwickelt<br />

wurde, etwa für Pizza-, Fertiggerichte-<br />

oder Eisverpackungen. Und<br />

Kunden, die Wert auf nachhaltige<br />

Rohstoffe legen, finden eine biobasierte<br />

Jowatherm-Alternative, die<br />

aus Nebenprodukten der Papierherstellung<br />

gewonnen wird und nicht in<br />

Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion<br />

steht.<br />

Mehr Informationen<br />

www.interpack.de<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 29


BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />

DRESDNER VERPACKUNGSTAGUNG 2025<br />

Volle Power beim Klassentreffen<br />

der Branche<br />

Mehr als 250 Mitglieder der Wertschöpfungskette und ein reichhaltiges Programm<br />

machten die 35. Dresdner Verpackungstagung am 4. und 5. Dezember 2025 zu<br />

einem kraftvollen Jahresabschluss für die versammelte Branche. Mit ausgesuchten<br />

Expertinnen und Experten ging es unter dem Motto „Wunsch, Wirklichkeit, Wege<br />

nach vorn“ unter anderem um den Status Quo und beste Wege rund um die PPWR,<br />

um Rezyklat und die Zukunft von Kunststoff, um Innovation bei Glas und das Thema<br />

Mehrweg sowie um den richtigen Umgang mit Green Claims.<br />

Quelle:<br />

dvi / Fotografin: Sabine<br />

Felber<br />

Herausforderungen verstehen, Lösungen<br />

gestalten: Zum Einstieg in die<br />

35. Dresdner Verpackungstagung<br />

wurde es gleich komplex – und konkret.<br />

Im PPWR-Talk ging es um Rollen<br />

und Pflichten für Unternehmen, um<br />

Konformitätsarbeit und technische<br />

Dokumentation sowie das Thema<br />

Recyclingfähigkeit und Normung. Als<br />

Querschnittsthema thematisierten<br />

die Expertinnen und Experten auf<br />

dem Podium gemeinsam mit dem<br />

Auditorium jeweils konkrete Erfahrungen<br />

und beste Wege aus Sicht<br />

der Praxis.<br />

Status Quo und beste Wege<br />

rund um die PPWR<br />

Es wurde deutlich, dass die am 12.<br />

August <strong>2026</strong> in Kraft tretende europäische<br />

Verpackungsverordnung die<br />

Rollen und die damit verbundenen<br />

Pflichten für Unternehmen zum Teil<br />

erheblich aber nicht immer offensichtlich<br />

verändert. Dazu kommt,<br />

dass sich das „komplexe Konstrukt“<br />

der Rollen und Pflichten durch die<br />

PPWR selbst nicht erklärt und bis<br />

jetzt weder die EU-Kommission noch<br />

die Zentrale Stelle Verpackungsregister<br />

(ZSVR) Klarstellungen, Leitlinien<br />

oder FAQ zur Verfügung stellen.<br />

Zusätzliche Komplexität bekommt<br />

das Thema dadurch, dass man als<br />

Unternehmen durchaus verschiedene<br />

Rollen einnehmen muss, wenn<br />

man beispielsweise als Erzeuger ein<br />

Produkt in einem Land herstellt, es<br />

aber als Vertreiber bzw. Hersteller<br />

in anderen Ländern der EU auf den<br />

Markt bringt. Es wurde klar, dass<br />

der Teufel dabei durchaus im Detail<br />

steckt, wenn beispielsweise ein<br />

Bezug aus nicht-EU-Ländern stattfindet,<br />

das Produkt für den „Endmarkt“<br />

jedoch mit einem Aufkleber in neuer<br />

Sprache versehen wird, was dann<br />

Einfluss auf Rolle und Pflichten des<br />

Unternehmens hat.<br />

Beim Thema Konformitätsarbeit<br />

und technische Dokumentation<br />

wurde schnell klar, dass hier für<br />

Unternehmen erhebliche Aufwände<br />

enstehen und eine penible Vorbereitung<br />

nötig ist. In der Diskussion<br />

ging es beispielsweise um Wege für<br />

standardisierte Datenerhebung und<br />

die Datenübertragung an und von<br />

Herstellerpartner, die nicht selten<br />

auch für andere Kunden herstellen.<br />

Deutlich wurde, dass man über<br />

die Schnittstelle Industrie-Handel<br />

hinaus denken, alle betroffenen<br />

Stakeholder mit ins Boot holen und<br />

schauen muss, wo es beispielsweise<br />

bei maschinellen Ausleseprozessen<br />

schon Lösungen gibt, gegebenenfalls<br />

auch aus anderen Branchen. Die<br />

Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer<br />

erfuhren, wie sich effiziente<br />

Prozesse über Standardisierung und<br />

Automatisierung gestalten lassen,<br />

welche Attribute man braucht, wie<br />

man den Prozess organisieren kann,<br />

wenn beispielsweise im Fall von<br />

Rezepturen sensible und geschützte<br />

Daten betroffen sind und wie man<br />

die Datenbereitstellung aufbaut.<br />

Die Zukunft des Kunststoffs -<br />

Wunsch und Wirklichkeit beim<br />

Kunststoffrecycling<br />

Dass Wunsch und Wirklichkeit nicht<br />

immer die besten Freunde sind,<br />

zeigt sich aktuell sehr deutlich beim<br />

Thema Rezyklat, wo die Widersprüche<br />

zum Teil existenzielle Ausmaße<br />

annehmen. So klafft zwischen den<br />

anstehenden Quoten und Herausforderungen<br />

durch die PPWR und<br />

der bedrohlichen wirtschaftlichen<br />

Situation für Recycler und mit Blick<br />

auf die Versorgungssicherheit eine<br />

enorme Lücke. Die Dresdner Verpackungstagung<br />

nahm deshalb eine<br />

Bestandsaufnahme vor und diskutierte<br />

mit Expertinnen und Experten<br />

von Recyclern, Markenartiklern und<br />

der Politik, was die Akteure entlang<br />

der Lieferkette heute wissen und<br />

verstehen müssen, um morgen<br />

handlungsfähig zu sein, wie aktuelle<br />

Studien den Status Quo und das<br />

Potenzial von chemischem und mechanischem<br />

Recycling bewerten, wie<br />

sich Best und Worst Cases mit Blick<br />

auf die Versorgung mit Post Consu-<br />

30 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Langjährig etablierte Mehrwegsysteme sind ein fester Sortimentsbaustein der Alnatura <strong>Getränke</strong>. Quelle: Alnatura – Oliver Brachat<br />

mer Rezyklat (PCR) darstellen<br />

und wie man als Brandowner für<br />

den sicheren und zuverlässigen<br />

Einsatz von PCR sorgen kann.<br />

Alternative Fasern:<br />

Potential oder Pleite?<br />

Welche Möglichkeiten und<br />

Chancen alternative Fasern<br />

haben, stand im Zentrum des<br />

dritten Blocks der Dresdner Verpackungstagung<br />

2025. Dabei<br />

wurde das Thema sowohl von<br />

der Rohstoff- als auch von der<br />

Maschinenseite aus aufgefaltet.<br />

Bei den Faserquellen standen<br />

Paludi-Fasern im Mittelpunkt.<br />

Sie stammen von Pflanzen, die<br />

in Mooren wachsen und deshalb<br />

auch unter Klimagesichtspunkten<br />

besonders interessant<br />

sind. Maschinenseitig gab es<br />

spannende Einblicke in eine<br />

hochinnovative und prämierte<br />

Möglichkeit zum Tiefziehen mit<br />

trockenen Fasern. Abgerundet<br />

wurde der Block in einer<br />

Gesprächs-Runde, die sich mit<br />

dem Potenzial alternativer Fasern<br />

unterschiedlichster Quellen<br />

für innovative Verpackungen<br />

befasste.<br />

Glas und Mehrweg<br />

Mit Innovationen rund um die<br />

Glasherstellung, neuen Packstoffqualitäten<br />

und praxisnahen<br />

Einblicken in das Thema Mehrweg<br />

aus Sicht des Lebensmitteleinzelhandels<br />

startete der<br />

Tagungs-Freitag. Trotz eines<br />

intensiven, stimmungsvollen<br />

und langen Netzwerkabends am<br />

Vortag gab es vom Start weg nur<br />

wenige Lücken im Auditorium.<br />

Annelene Ilkemann, Sustainability<br />

Director, und Joris Goossens,<br />

F&E Projektmanager von Ardagh<br />

Glass Packaging Europe stellten<br />

in ihrem Vortrag einen beeindruckenden<br />

Fortschritt in der Behälterglasproduktion<br />

vor. „Es geht<br />

um Emissionen, aber auch um<br />

Wasser und Abfall“, beschrieb<br />

Ilkemann die Beweggründe von<br />

Ardagh bei der Entwicklung der<br />

innovativen „Next Gen Furnace“<br />

Hybrid-Schmelzwanne. Dafür<br />

kombinierte man auf innovative<br />

Weise bekannte Schmelzwannen-Designelemente<br />

wie Schattenwand,<br />

beheizte Läuterbank<br />

und einen vertieften Läuterteil<br />

mit einer Matrix von 42 Bodenelektroden<br />

und einigen Design-<br />

Optimierungen. Das Ergebnis<br />

überzeugt. Nach Angaben von<br />

Goossens zeigt die Life Cycle<br />

Analysis bzw. Ökobilanz einer in<br />

der “NextGen”-Schmelzwanne<br />

produzierten Braunglas-Flasche<br />

(330 ml / 190 g) im Vergleich zu<br />

einer Flasche aus einer konventionellen<br />

Schmelzwanne eine Reduzierung<br />

des CO 2<br />

-Fußabdrucks<br />

um 69 Prozent auf 43 Gramm<br />

bei 80 Prozent elektrischer<br />

Schmelze und um 64 Prozent<br />

auf 56 Gramm bei 60 Prozent<br />

elektrischer Schmelze. Während<br />

die kommerzielle Produktion<br />

des Braunglas mit erneuerbarem<br />

Strom bereits seit Anfang<br />

Oktober 2023 läuft, setzen<br />

Weiß- und Grünglas-Produktion<br />

im vierten Quartal 2025 ein.<br />

Isabell Kuhl, Abteilungsverantwortliche<br />

Nachhaltige Qualität<br />

von Alnatura, bereicherte die<br />

Tagung mit einem erkenntnisreichen<br />

und spannenden Einblick<br />

in das Thema Glasmehrweg. Sie<br />

beschrieb zu Anfang die Verpackungsziele<br />

des Bio-Lebensmittelhändlers,<br />

die sich an der EU-<br />

Abfallhierarchie orientieren und<br />

entsprechend die Felder Reduce,<br />

Reuse und Recycle umfassen.<br />

Das Thema Mehrweg stelle für<br />

Alnatura dabei nicht zuletzt aufgrund<br />

der Vertriebsstruktur mit<br />

150 eigenen Märkten, getrennter<br />

Trocken- und Frischelogistik<br />

sowie Handelspartnern in 19<br />

Ländern mit 15.000 Filialen die<br />

größte Herausforderung dar.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 31


BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />

Isabell Kuhl, Abteilungsverantwortliche Nachhaltige Qualität,<br />

Alnatura<br />

Annelene Ilkemann, Sustainability Director, Ardagh Glass<br />

Packaging Europe<br />

Dr. Natalie Brandenburg, dvi-Geschäftsführerin<br />

Joris Goossens, F&E Projektmanager, Ardagh Glass<br />

Packaging Europe<br />

Michael Heidan, CEO ReViSalt<br />

Als Schwierigkeit beim Einsatz<br />

der nachhaltigsten Verpackung<br />

zeigt sich nach Auskunft von<br />

Kuhl immer wieder auch die<br />

vielen Verpackungsmythen,<br />

die die Kommunikation mit<br />

Kundschaft schwierig machen.<br />

„Bio-Kunden sind gerade bei<br />

Verpackungsfrage sehr kritisch.<br />

Da ist aber auch oft viel Halbwissen<br />

unterwegs.“ Glas gelte oft<br />

pauschal als Umweltschonend<br />

und Abfallvermeidend. Der Idealweg<br />

„Wenn Glas, dann Mehrweg<br />

und als Ersatz für schwere<br />

Einwegverpackungen“, sei oft<br />

schwer zu vermitteln.<br />

In der Folge gab Isabell Kuhl<br />

interessante Einblicke in die<br />

langjährigen Erfahrungen von<br />

Alnatura mit Glasmehrweg-Verpackungen.<br />

Viele Produkte seien<br />

in der Beziehung eingeschränkt,<br />

gerade wenn Handelspartner<br />

außerhalb Deutschlands oder<br />

auch Drogeriemärkte einbezogen<br />

seien. Lange Transportwege<br />

und ein großer Platzbedarf seien<br />

dabei entscheidende Kriterien.<br />

Zum Abschluss ihres Vortrags<br />

schilderte Kuhl positive Erfahrungen<br />

bei neuen Glas-Mehrwegsystemen<br />

für Öle, die sinnvoll<br />

und vielversprechend aber kein<br />

Selbstläufer seien und nannte<br />

sinnvolle Einsatzgebiete für<br />

Einwegglas, wie beispielsweise<br />

internationalen Vertriebswegen<br />

oder aus Sicherheitsgründen bei<br />

Babynahrung.<br />

Um einen Durchbruch bei der<br />

Glasverfestigung von ultraleichten<br />

Glasverpackungen ging es<br />

im Vortrag Michael Heidan, CEO<br />

von ReViSalt. Um Glas stabiler<br />

und bruchsicherer zu bekommen,<br />

habe man es bisher dicker<br />

und schwerer machen oder<br />

chemisch verfestigen müssen.<br />

Während der eine Weg also zu<br />

mehr Materialverbrauch und<br />

damit einhergehend zu höheren<br />

Kosten und einem größeren<br />

Fußabdruck führe, benötige<br />

das chemische Verfahren bis zu<br />

25 Stunden und ein zeit- sowie<br />

platzaufwändiges Batch-Verfahren<br />

mit vielen Stationen. Die<br />

innovative Alternative von ReVi-<br />

Salt ist eine One-Step-Lösung,<br />

die Formung und Verfestigung<br />

in einer Linie sowie einen automatisierten,<br />

integrierten Prozess<br />

von der Schmelze zum fertigen<br />

Produkt ermöglicht. Im Kern der<br />

Innovation steht das Kühlen der<br />

geformten Glasbehälter mit einer<br />

„Salzdusche“. „Wir können<br />

durch unsere Technik 20 bis 30<br />

Prozent Gewicht reduzieren bei<br />

gleichen Festigkeitswerten“,<br />

so Heidan.<br />

Green Claims<br />

Was Werbung mit Blick auf<br />

Green Claims versprechen darf<br />

und wie die Umsetzung in der<br />

Praxis gelingt und sich rechnet,<br />

stand zum Abschluss der<br />

Dresdner Verpackungstagung<br />

auf dem Programm. Für die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer der<br />

Tagung gab es deshalb nicht nur<br />

einen umfassenden juristischen<br />

Einblick mit konkreten Beispielen,<br />

sondern auch einen klaren<br />

Lösungsweg, der aufzeigte, wie<br />

eine Green Claims Erstellung in<br />

vier Schritten konform funktionieren<br />

kann.<br />

Nachwuchs und Partner<br />

Traditionell ist die Dresdner<br />

Verpackungstagung auch ein<br />

Ort, an dem die Profis aus der<br />

Branche den Erstkontakt zum<br />

studierenden Nachwuchs herstellen<br />

können. „Auch dieses<br />

Jahr hatten wir rund 40 Studierende<br />

aus Berlin, Dresden,<br />

Hannover, Karlsruhe, Kempten,<br />

Leipzig, Stuttgart, München und<br />

Wien vor Ort. Sie konnten sich<br />

an einer Studi-Wall mit ihren<br />

Lebensläufen vorstellen und<br />

nach Praktikumsplätzen oder<br />

Themen für Masterarbeiten<br />

suchen. Gleichzeitig konnten<br />

Unternehmen auf einer eigenen<br />

Wand den Studierenden<br />

Angebote unterbreiten. Unser<br />

spezielles Networking-Angebot<br />

hat sehr gut funktioniert und<br />

es gab in den Tagungspausen<br />

und am Netzwerkabend viele<br />

gute Kontakte mit viel Potenzial<br />

für die Zukunft“, berichtet dvi-<br />

Geschäftsführerin Dr. Natalie<br />

Brandenburg. Das dvi bedankt<br />

sich bei seinem Premiumpartner<br />

FACHPACK und bei seinem<br />

langjährigen Partner Gerhard<br />

Schubert sowie seinen Partnern<br />

FormerFab, Jokey und WIS<br />

Kunststoffe für die tatkräftige<br />

Unterstützung und lädt alle<br />

Über die Dresdner<br />

Verpackungstagung<br />

Auf der jährlich Anfang Dezember<br />

stattfindenden Dresdner Verpackungstagung<br />

treffen sich Teilnehmer<br />

aus Industrie, Wissenschaft<br />

und Forschung sowie Studierende<br />

relevanter Fachbereiche. Die Tagung<br />

versteht sich als Netzwerktreffpunkt<br />

und Dialog-Plattform für zentrale<br />

Themen und Innovationen rund um<br />

die Verpackung. Dazu gehören z.<br />

B. neue Entwicklungen, Anforderungen,<br />

Konzepte und Erkenntnisse<br />

in den Bereichen Material, Funktionalität,<br />

Wissens- und Innovationsmanagement,<br />

Nachhaltigkeit oder<br />

Recycling.<br />

www.verpackungstagung.de<br />

Über das Deutsche<br />

Verpackungsinstitut<br />

Das Deutsche Verpackungsinstitut<br />

e. V. (dvi) wurde 1990 gegründet.<br />

Es verbindet branchenübergreifend<br />

Menschen der gesamten Wertschöpfungskette<br />

der Verpackung vom<br />

Maschinenbau über alle Segmente<br />

der Verpackungs- und Konsumgüterindustrie<br />

sowie dem Handel und<br />

Markenunternehmen bis hin zur<br />

Kreislaufwirtschafts- und Recyclingindustrie<br />

mit dem Ziel, innovative<br />

und nachhaltige Ansätze zu initiieren.<br />

Das dvi setzt sich branchen- und<br />

materialübergreifend für Themen<br />

der Verpackungswirtschaft ein und<br />

lehnt ideologisch geführte Diskussionen<br />

ab. Es macht Verpackung zum<br />

Thema in der Öffentlichkeit, bringt<br />

Objektivität in die oft mit Vorurteilen<br />

und falschen Gemeinplätzen durchzogene<br />

Diskussion und informiert<br />

mit Tatsachen über die Leistungen<br />

der Verpackung und ihrer Akteure.<br />

Zu den Initiativen des dvi zählen<br />

der Deutsche Verpackungspreis,<br />

der Deutsche Verpackungskongress,<br />

der Tag der Verpackung,<br />

die Dresdner Verpackungstagung,<br />

die Verpackungsakademie, das<br />

Forum Packaging Strategies, die<br />

dvi-Studierendenkonferenz und das<br />

Nachwuchsprojekt PackVision.<br />

www.verpackung.org<br />

Stakeholdern der Branche schon<br />

jetzt zur nächsten Dresdner<br />

Verpackungstagung ein, die am<br />

3. und 4. Dezember <strong>2026</strong> ihre<br />

Pforten öffnen wird. <br />

32 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


SPITZENPROGRAMM BEIM TRENDTAG GLAS 2025 IN MÜNCHEN<br />

„Konsumenten wollen Glas“<br />

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Lebensmittel-, <strong>Getränke</strong>- und<br />

Glasindustrie folgten der Einladung des Aktionsforums Glasverpackung zum 18. Trendtag<br />

Glas, der am 13. November 2025 in München stattfand. Ein echtes Highlight war der<br />

Auftaktvortrag von Professor Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts.<br />

Zu einem festen Programmpunkt gehören inzwischen die Shopper-Insights der GfK/<br />

YouGov, die stets wertvolle Einblicke liefern. Spannende Cases kamen in diesem<br />

Jahr von der Carl Kühne KG und dem Spezialisten für fermentiertes Bio-Gemüse<br />

Completeorganics. Auf der Agenda standen darüber hinaus Themen wie die PPWR und<br />

– als humorvolle, aber durchaus ernst gemeinte Einlage – ein Beitrag zu den Gefahren<br />

durch Cyberkriminalität.<br />

Eingestimmt auf den diesjährigen<br />

Trendtag Glas wurden die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer von einem<br />

Trailer, der die Ergebnisse einer<br />

repräsentativen YouGov-Umfrage*<br />

zusammenfasste. Diese hatte das<br />

Aktionsforum Glasverpackung im<br />

August 2025 in Auftrag gegeben,<br />

um mehr über die Verpackungsvorlieben<br />

der Deutschen zu erfahren.<br />

Das erfreuliche Resultat: Glas ist<br />

mit großem Abstand Konsumentenliebling.<br />

45 Prozent der Befragten<br />

bevorzugen eindeutig Glasverpackungen,<br />

15 Prozent Karton, 11<br />

Prozent PET und 4 Prozent Metall<br />

(21 Prozent haben keine Präferenz).<br />

Das ist ein starkes Ergebnis und ein<br />

klares Signal an die Lebensmittelund<br />

<strong>Getränke</strong>industrie – ebenso wie<br />

an den Handel. Offiziell eröffnete<br />

Dr. Florian Herrmann, Mitglied des<br />

Landtags, Leiter der Bayerischen<br />

Staatskanzlei und Staatsminister<br />

für Bundesangelegenheiten und<br />

Medien für das Land Bayern anschließend<br />

per Videogruß den<br />

Trendtag Glas 2025 im Kohlebunker<br />

– einer Eventlocation mit viel<br />

Industriecharme aus Beton und<br />

Glas in der Motorworld München.<br />

Er überbrachte herzliche Grüße der<br />

Bayerischen Staatskanzlei sowie von<br />

Ministerpräsident Dr. Markus Söder.<br />

„Die Behälterglasindustrie<br />

braucht bessere wirtschaftliche<br />

Rahmenbedingungen“<br />

Für das Aktionsforum Glasverpackung<br />

ergriff Karsten Fuchs, neuer<br />

Vizepräsident des Bundesverbands<br />

Glasindustrie e.V., das Wort. Er<br />

schilderte die aktuell angespannte<br />

wirtschaftliche Situation der Behälterglasindustrie<br />

in Deutschland.<br />

Maßgeblich verantwortlich dafür<br />

seien die allgemeine Konsumstimmung<br />

und die hohen Energiekosten.<br />

Die Einführung eines Industriestrompreises<br />

wertete Fuchs als gutes Signal,<br />

das Grund zur Hoffnung gebe.<br />

Der Bundesverband Glasindustrie<br />

e.V. setzt sich intensiv dafür ein, die<br />

Rahmenbedingungen für die Produktion<br />

von Glas so zu gestalten,<br />

dass sie am Standort Deutschland<br />

weiterhin möglich ist. „Es kann nicht<br />

im Interesse der Politik sein, dass sich<br />

ganze Wertschöpfungsketten aus<br />

Deutschland verlagern, weil die Herstellung<br />

von Glas hier wirtschaftlich<br />

nicht mehr machbar ist“, betonte<br />

Fuchs.<br />

Wie kommt Deutschland<br />

wieder zu Wachstum?<br />

Dieser Frage widmete sich der<br />

Präsident des ifo Instituts Professor<br />

Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest in einem<br />

spannenden und hochaktuellen<br />

40-minütigen Vortrag „Die deutsche<br />

Wirtschaft: Wende oder Krise<br />

ohne Ende?“. Er zeigte zu Beginn<br />

ein eher deprimierendes Bild: Der<br />

Quelle:<br />

Aktionsforum<br />

Glasverpackung /<br />

Marc Thürbach<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 33


BRANCHEN REPORT | Verpackung <br />

ifo Geschäftsklimaindex ist in den<br />

vergangenen fünf Jahren deutlich<br />

gesunken, die Konsumkonjunktur<br />

gemäß GfK-Konsumklima und<br />

HDE-Konsumbarometer spürbar gedämpft.<br />

Für die nächsten Jahre prognostiziert<br />

das ifo Institut eine leichte<br />

Erholung und rechnet mit einem<br />

BIP-Zuwachs von 0,2 Prozent für<br />

2025 sowie 1,3 Prozent für <strong>2026</strong> und<br />

1,6 Prozent für 2027 (Stand: Herbst<br />

2025). Der private Konsum zeigt<br />

sich ähnlich schwach wie das BIP.<br />

Deutlich schlechter sieht es bei den<br />

Investitionen der privaten Wirtschaft<br />

aus. Sie bewegen sich auf dem Niveau<br />

von 2015 und haben den Tiefstand<br />

der letzten 10 Jahre erreicht.<br />

„Gleichzeitig steigen die Staatsausgaben,<br />

als gäbe es keine Krise“,<br />

sagte Fuest. „Das geht so nicht.“ Das<br />

Sofortprogramm der Bundesregierung<br />

bewertete er differenziert. Für<br />

„wachstumsorientiert“ hält er eine<br />

Senkung der Körperschaftssteuer<br />

ab 2028 sowie eine F&E-Förderung.<br />

„Gute Ansätze“ sieht Fuest im Bürokratieabbau<br />

und in der Abschaffung<br />

des Lieferkettengesetzes. Und Potenzial<br />

mit „noch viel Arbeit“ hat seiner<br />

Auffassung nach eine <strong>Technologie</strong>und<br />

Start-Up-Offensive, die existenziell<br />

für zukünftiges Wachstum sei<br />

– vor allem zum Ausgleich des demografischen<br />

Wandels. Innovation,<br />

Bürokratieabbau, eine Reform von<br />

Bürgergeld bzw. Grundsicherung<br />

sowie der Abbau von Handelshemmnissen<br />

für Dienstleistungen innerhalb<br />

der EU – das sind laut Fuest die vier<br />

wesentlichen Ansatzpunkte für eine<br />

Reformagenda, über die Deutschland<br />

wieder zu Wachstum kommen<br />

könne. Und darauf hoffen alle!<br />

„Besser als Gemüse – perfekt<br />

im Glas verpackt“<br />

So lautete der Case von Boris Varchmin,<br />

Co-Founder und Geschäftsführer<br />

von Completeorganics, der<br />

mit fermentiertem Bio-Gemüse eine<br />

Erfolgsgeschichte präsentierte. In nur<br />

fünf Jahren konnte das Unternehmen<br />

seinen Umsatz verzehnfachen.<br />

Zur Produkt-Range zählen drei Hot-<br />

Sauces sowie zehn verschiedene Gemüsesorten.<br />

Varchmins großes Ziel:<br />

mit Naturprodukten eine echte Alternative<br />

zu hochverarbeiteten Lebensmitteln<br />

bieten. „Die Fermentation ist<br />

die älteste und natürlichste Konservierungsmethode,<br />

die gesundheitsfördernde<br />

Aspekte mit einer langen<br />

Haltbarkeit vereint“, erläuterte<br />

er. Auf eine Pasteurisierung und<br />

Konservierungsstoffe können seine<br />

Produkte darum verzichten. Gekühlt<br />

werden müssen sie allerdings. In<br />

rund 5.000 Bioläden, Reformhäusern<br />

und Supermärkten sind die Kimchi-<br />

Gemüsegläser inzwischen gelistet.<br />

International exportiert Completeorganics<br />

mittlerweile in neun Länder.<br />

Das Kimchi Original wurde 2025<br />

sogar mit dem Label „Bestes Bio“<br />

ausgezeichnet. „Der Bereich der asiatischen<br />

Lebensmittel ist das größte<br />

wachsende Segment im LEH“, stellte<br />

Varchmin fest. Die Glasverpackung<br />

war von Anfang an gesetzt. „Ein<br />

Produkt, wie wir es herstellen, passt<br />

nur in eine Glasverpackung“, fasste<br />

er zusammen. „Bestes Gemüse, bestens<br />

verarbeitet, braucht die beste<br />

Verpackung. Deshalb war Glas für<br />

uns alternativlos.“<br />

Eine neue Rahmenordnung für<br />

Verpackungen – wie weit reicht<br />

die PPWR?<br />

Produktinnovation in Glas 2025. Die Gewinner<br />

Die PPWR (Packaging and Packaging<br />

Waste Regulation) ist seit Februar<br />

2025 in Kraft – viele Bestimmungen<br />

sind für 2030 und später vorgesehen.<br />

Was genau kommt mit der PPWR auf<br />

die lebensmittel- und getränkeabfüllende<br />

Industrie zu und wie müssen<br />

sich Verpackungen verändern? Diesem<br />

wichtigen Thema widmete sich<br />

Dr. Carl Dominik Klepper, Vorstandsvorsitzender<br />

Allianz Verpackung<br />

und Umwelt (AVU). Im Zentrum der<br />

neuen Rahmenverordnung für Verpackungen<br />

stehen dabei vor allem<br />

die Aspekte Recyclingfähigkeit, Minimierung<br />

von Verpackungen, Rezyklategehalt<br />

und Mehrwegfähigkeit.<br />

Fest steht, dass jede Verpackung ab<br />

2030 recyclingfähig sein muss. Dafür<br />

gelten drei Stufen: Bei einer Recyclingfähigkeit<br />

von weniger als 70 Prozent<br />

gibt es ein Vermarktungsverbot.<br />

Stufe C soll ab 2038, so der aktuelle<br />

Stand, nicht mehr zulässig sein. „Die<br />

Glasindustrie ist angesichts ihres<br />

hohen Einsatzes von Altglasscherben<br />

in puncto Recyclingfähigkeit sehr gut<br />

aufgestellt“, lobte Klepper. Bezüglich<br />

der Mehrwegquoten für <strong>Getränke</strong>verpackungen<br />

sei vor allem der<br />

Handel gefragt. Denn ab 2030 müssen<br />

Endvertreiber mit einer Verkaufsfläche<br />

von über 100 m 2 mindestens<br />

10 Prozent Mehrweg im Angebot<br />

haben – 2040 soll diese Quote auf<br />

40 Prozent steigen. Das könnte, so<br />

Klepper, einen positiven Einfluss auf<br />

den Absatz von Mehrweg-<strong>Getränke</strong>flaschen<br />

haben. Und darüber hinaus<br />

gilt ebenfalls: Ab 2030 müssen Verpackungen<br />

hinsichtlich Gewicht und<br />

Volumen minimiert sein.<br />

Cyberkriminelle im Darknet<br />

Darum ging es nach der Mittagspause<br />

in der humorvollen Einlage von Tobias<br />

Schrödel. Der IT-Sicherheitsexperte,<br />

Computerexperte im TV, Autor und<br />

erster Comedyhacker ® schaffte es,<br />

sehr anschaulich und mit einigen<br />

Experimenten für die Gefahren der<br />

Cyberwelt zu sensibilisieren. Über 90<br />

Prozent der Hackerangriffe kommen<br />

über E-Mails mit Anhängen. Die E-<br />

Mail-Adressen sind dabei täuschend<br />

ähnlich zu denen vertrauenswürdiger<br />

Absender. Schrödels Aufforderung<br />

lautete daher: „Schauen Sie<br />

genau hin, bevor Sie einen Anhang<br />

öffnen – im Zweifelsfall fragen Sie<br />

nach.“ Denn eine solche Mail kann<br />

für Unternehmen ernsthafte Folgen<br />

haben: Datenverschlüsselung, Datenklau<br />

und Erpressung. 451.000<br />

US-Dollar Lösegeld verlangen sogenannte<br />

Ransomware-Banden im<br />

Durchschnitt von ihren Opfern. Im<br />

Darknet lässt sich live verfolgen, welche<br />

Unternehmen gehackt wurden<br />

– und es ist möglich, deren Daten<br />

einzusehen, wenn das Lösegeld nicht<br />

gezahlt wird. Kaufen kann man dort<br />

unter anderem auch jede Menge<br />

gestohlene Passwörter. Schrödel appellierte<br />

an das Publikum, sich starke<br />

Passwörter zuzulegen, ein Passwort<br />

niemals für verschiedene Anwendungen<br />

zu nutzen und die Zwei-Faktor-<br />

Authentifizierung zu aktivieren.<br />

34 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Idealerweise werden Passwörter<br />

in einem digitalen Passwort-Tresor<br />

verwaltet. Generell gilt: Vorsicht und<br />

eine gesunde Portion Skepsis – denn<br />

angesichts der wachsenden technischen<br />

Möglichkeiten lassen sich auch<br />

Rufnummern, Stimmen und sogar<br />

Bewegtbilder manipulieren.<br />

Wandel verstehen – Wachstum<br />

gestalten: Shopper-Bedürfnisse<br />

neu denken<br />

Die Polarisierung der Gesellschaft<br />

nimmt zu – das war die einleitende<br />

These von Anna-Katharina Kraus,<br />

Senior Director Insights & Future<br />

Growth, YouGov Shopper. Ein gefühlter<br />

Verlust an Selbstwirksamkeit<br />

trifft dabei auf zahlreiche wahrgenommene<br />

Verbote: „Ich darf nichts<br />

mehr sagen, essen, kaufen.“ Das<br />

führt zu einer Reaktanz, die wir aktuell<br />

beobachten! Gleichzeitig blicken<br />

immer mehr Deutsche pessimistisch<br />

in die Zukunft. Die Auswirkungen<br />

auf das Kaufverhalten sind dabei<br />

aktuell sogar eher positiv. Die Menschen<br />

wollen wieder mehr Spaß am<br />

Leben haben und sich etwas gönnen!<br />

Zudem wächst „Das Bestreben<br />

nach Selbstoptimierung, die Bedeutung<br />

von Resilienz und mentaler<br />

Gesundheit steigt, der Bedarf nach<br />

Premium-Produkten nimmt zu“,<br />

erklärt Kraus die Entwicklungen. Im<br />

Trend liegen alkohol- und zuckerfreie<br />

Produkte ebenso wie Proteinprodukte<br />

und Supplements. Funktionale<br />

Drinks und Wasser mit Zusätzen<br />

greifen diesen Trend auf. Lebensfreude<br />

wird für die Shopper immer<br />

wichtiger – allerdings im Einklang mit<br />

ihrer Gesundheit. Das unterstreicht<br />

auch der weitere Erfolg der Readyto-Drink-<strong>Getränke</strong><br />

in der Glasflasche,<br />

die weiter neue Käufer anlocken. Im<br />

ersten Halbjahr 2025 profitierten vor<br />

allem Premium-Hersteller und auch<br />

Premium Handelsmarken von Umsatzzuwächsen.<br />

Diese Entwicklung<br />

steht im Zusammenhang mit einer<br />

querfinanzierten Premiumisierung:<br />

Verbraucher sparen in manchen<br />

Bereichen, um sich in anderen bewusst<br />

höherwertigere Produkte zu<br />

gönnen. „Insgesamt erholt sich der<br />

AFG-Markt wieder und Glas gewinnt<br />

auch innerhalb des wachsenden<br />

Marktes an Bedeutung“, fasst Kraus<br />

die Faktenlage zusammen. Und da<br />

ist sich die Shopper-Expertin mit<br />

Professor Fuest einig: Innovationen<br />

treiben das Wachstum. Eine erfreuliche<br />

Botschaft!<br />

Verpackungsentwicklung<br />

– Herausforderungen<br />

und Chancen für die<br />

Behälterglasindustrie<br />

Mit einem Umsatz von 427 Millionen<br />

Euro im Geschäftsjahr 2023/24,<br />

1.500 Mitarbeitenden und einer<br />

Markenbekanntheit von 90 Prozent<br />

gehört Kühne zu den führenden<br />

Lebensmittelherstellern in Deutschland.<br />

Die Marke steht für Tradition<br />

und ausgeprägten Innovationsgeist.<br />

2025 brachte Kühne verschiedene<br />

neue Konzepte auf den Markt: die<br />

Dressings „Sweet Onion“ und „Balsamico<br />

Feige“, das Gurkenwasser in<br />

Shot-Form „Kater Hero“ sowie den<br />

Essig-Mix „Trink Apfel“. „Innovation<br />

bedeutet für uns immer auch, Verantwortung<br />

zu übernehmen – besonders<br />

beim Thema Glas“, sagte Maxi<br />

Hoyer, R&D Packaging Developer bei<br />

der Carl Kühne KG. „Denn Glas ist zu<br />

100 Prozent recycelbar, unterstützt<br />

die Kreislaufwirtschaft und schont<br />

Ressourcen.“ Am Beispiel der klassischen,<br />

ikonischen Dressingflasche<br />

von 1973 beschrieb Maxi Hoyer den<br />

Verpackungsentwicklungsprozess bei<br />

Kühne – angefangen beim direkten<br />

Konsumentenfeedback, das in die<br />

Verpackungsentwicklung einfloss, bis<br />

hin zu einem umfassenden Anforderungsprofil<br />

an Funktionalität, Wirtschaftlichkeit<br />

und Markenwirkung<br />

der neuen Glasflasche. Das Ergebnis<br />

ist eine moderne Dressingflasche, die<br />

mit 28 Prozent weniger Glasgewicht<br />

auskommt, jährlich 984 Tonnen Glas<br />

einspart und Platz für 192 zusätzliche<br />

Flaschen auf einer Palette ermöglicht.<br />

Ein weiterer positiver Effekt: Das<br />

neue Design fördert den Kaufimpuls.<br />

Das Kühne-Konzept ist aufgegangen.<br />

*Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews<br />

mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme<br />

vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung<br />

wurden im Zeitraum 15. und 18.08.2025 insgesamt<br />

2011 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter,<br />

Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse<br />

anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse<br />

sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in<br />

Deutschland ab 18 Jahren.<br />

Verpackungen aus Glas<br />

Glas verpackt. Es bewahrt den Geschmack<br />

von <strong>Getränke</strong>n, erhält die<br />

Nährstoffe von Lebensmitteln und<br />

bildet die hochwertige Hülle für Parfüm<br />

und Kosmetika. Zudem gibt Glas Arzneimitteln<br />

unterschiedlicher Art einen<br />

absolut sicheren Schutz. Kurzum: Kaum<br />

ein Verpackungswerkstoff lässt sich so<br />

branchenübergreifend und vielseitig<br />

einsetzen wie Glas. Dabei ist Glas nicht<br />

nur eine funktionell intelligente und<br />

wertvolle Verpackung. Glas gibt es<br />

auch in vielen Farben. Und es lässt sich<br />

nicht nur sehr formschön und individuell<br />

gestalten, es unterstützt ferner auch<br />

die Markenbildung. Glas wird fast ausschließlich<br />

aus in der Natur vorkommenden<br />

– meist heimischen – Rohstoffen<br />

hergestellt und lässt sich zu 100 Prozent<br />

recyceln. Es schützt also Umwelt, Klima<br />

und Gesundheit. So zählen Glasverpackungen<br />

zu den nachhaltigsten Verpackungen,<br />

die es auf dem Markt gibt.<br />

Das Aktionsforum<br />

Glasverpackung<br />

Das Aktionsforum Glasverpackung ist<br />

eine Initiative der Behälterglasindustrie<br />

in Deutschland und Teil des Spitzenverbandes<br />

der deutschen Glasindustrie,<br />

dem Bundesverband Glasindustrie e. V.<br />

Seit dem Jahr 2000 gibt es das Aktionsforum<br />

Glasverpackung, dessen Anliegen<br />

es ist, die vielen Besonderheiten und<br />

Pluspunkte der Glasverpackung gegenüber<br />

Verpackungsentscheidern und<br />

der Öffentlichkeit zu kommunizieren.<br />

Das Aktionsforum Glasverpackung ist<br />

darüber hinaus erster Ansprechpartner<br />

in Deutschland für alle Fragen rund um<br />

den Verpackungswerkstoff Glas. Zu den<br />

wichtigsten Informationsmedien zählen<br />

die Website www.glasaktuell.de und<br />

der regelmäßig erscheinende Newsletter<br />

GLASKLAR, den Interessierte über die<br />

Website kostenlos abonnieren können.<br />

Mehr Informationen<br />

www.glasaktuell.de<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 35


BRANCHEN REPORT<br />

<br />

ZUKUNFT BRAUCHT HERKUNFT: GLASBLÄSEREI BEI JUMO<br />

Mit Feuer und Flamme dabei<br />

Der Beruf des Glasapparatebauers bei JUMO verbindet jahrhundertealte Handwerkskunst<br />

mit modernster <strong>Technologie</strong>. In der Sensorfertigung reicht das Spektrum von<br />

feinster Handarbeit bis zur vollautomatischen, robotergestützen Produktion. Mit<br />

„Feuer und Flamme“ entstehen hochpräzise Sensoren, die weltweit in der Wasser-,<br />

Abwasser- und Pooltechnik eingesetzt werden.<br />

D ie Arbeit mit Glas ist faszinierend: Es<br />

lässt sich in unterschiedlichste Formen<br />

bringen und ist in seiner Funktion und<br />

Anwendung nahezu grenzenlos. Als<br />

Glasapparatebauer/in sind die Azubis<br />

Teil einer langen Tradition, die bei<br />

JUMO seit über 70 Jahren gepflegt<br />

und stetig weiterentwickelt wird. Sie<br />

arbeiten mit einem Material, das sowohl<br />

filigran als auch robust ist, und<br />

erschaffen Produkte, die einen echten<br />

Unterschied machen. Aus der ehemaligen<br />

Glas-Thermometerfabrikation<br />

ist heute ein hochmoderne Fachabteilung<br />

für elektrochemische Sensoren<br />

für die Wasseranalyse geworden.<br />

Der Beruf bietet Abwechslung,<br />

Kreativität und die Möglichkeit, mit<br />

modernsten Maschinen und Anlagen<br />

zu arbeiten. Die Azubis sind gefragt,<br />

wenn es um Präzision, Innovation und<br />

handwerkliches Geschick geht. Die<br />

Ausbildung ist spannend und vielseitig<br />

– und wer kann schon stolz darauf<br />

sein, ein echtes Unikat zu fertigen,<br />

das weltweit gebraucht wird?<br />

„Glas ist vielfältig in dessen Funktion,<br />

Formung und Einsatz, genauso wie<br />

der Beruf und die Ausbildung zum<br />

Das Handwerk Glasapparatebau hat einen jahrzehntelange<br />

Tradition bei JUMO<br />

Glasapparatebauer beziehungsweise<br />

Glasapparatebauerin. Ich war immer<br />

mit Feuer und Flamme dabei“, sagt<br />

Natalie Müller, Glasapparatebauermeisterin<br />

bei JUMO.<br />

Glasbau hat lange Tradition<br />

bei JUMO<br />

Als Hermann Juchheim im Jahr 1907<br />

im thüringischen Ilmenau eine Fabrik<br />

für Glasthermometer gründete hatte<br />

er sicher noch keine Weitsicht, was<br />

daraus einmal werden sollte. Sein<br />

Sohn Moritz Kurt Juchheim gründete<br />

nach der Patentierung des verstellbaren<br />

Glaskontaktthermometers im<br />

Jahr 1934 mit zwei Brüdern die Gebr.<br />

Juchheim Glasinstrumentenfabrik,<br />

ebenfalls in Ilmenau.<br />

Nach den Wirren des Krieges siedelte<br />

Moritz Kurt Juchheim 1946 ins hessische<br />

Fulda über, im Gepäck eine<br />

Handvoll treuer Mitarbeiter mit ihren<br />

Familien - allesamt Glasbläser. Eine<br />

Zunft, die es bis dahin in Fulda noch<br />

nicht gab. 1948 war es dann soweit -<br />

die M. K. Juchheim GmbH wurde gegründet<br />

und der Markenname JUMO<br />

geboren. Man fertigte weiterhin Glasund<br />

Glaskontaktthermometer. Stetig<br />

wurde der Betrieb erweitert. Später<br />

kamen neben dem Schaltgerätebau<br />

auch neue Produkte wie Zeigerthermometer<br />

und Druckmessgeräte dazu.<br />

Vom Glasthermometer zum<br />

pH-/Redox-Sensor für die<br />

Poolkontrolle<br />

Als das Glasthermometer in den<br />

1970er Jahren seinen Zenit überschritten<br />

hatte, setzte man bei JUMO<br />

früh auf Temperaturfühler Pt100/<br />

Pt1000. Ende der 1970 Jahre wurde<br />

die Messung von Wasserparametern<br />

immer wichtiger - die vorhandene Expertise<br />

in der Herstellung komplexer<br />

Glasapparate wurde bei JUMO für die<br />

Mit Leidenschaft, Geschick, Feuer und Flamme ist Natalie<br />

Müller, Glasapparatebauermeisterin bei JUMO, bei<br />

der Sache.<br />

Herstellung erster elektrochemischer<br />

Sensoren eingesetzt.<br />

Seit 1980 stellt JUMO nun auch Sensoren<br />

für pH. Redox und freies Chlor aus<br />

Glas her. Weitere Messgrößen für den<br />

Wasserbereich kamen parallel dazu.<br />

Leitfähigkeit, Trübung, Durchfluss,<br />

Sauerstoff, Füllstand und komplette<br />

Automatisierungslösungen bis in die<br />

Cloud sind heute das runde Allround-<br />

Paket für die Wasserbranche.<br />

JUMO ist heute in der Schwimmbadbranche<br />

ein wichtiger Systempartner<br />

der etablierten Mess- und Dosiertechnikanbieter<br />

- selbst tritt man nun<br />

dezent in der sehr eigenen Branche<br />

auf. Wichtig ist hierbei, dass man sich<br />

nicht als reiner Lieferant sieht, sondern<br />

JUMO berät die Anwender und<br />

bietet individualisierte Sensorlösungen<br />

nach Anforderung und Wunsch.<br />

Als Zulieferer von pH-, Redox- und<br />

Chlorsensoren ist verlässlicher Komponentenlieferant<br />

in Europa<br />

Den Beitrag „JUMO Sensoren überwachen<br />

Wasserqualität“ finden Sie<br />

in der Ausgabe 4/2025. <br />

Mehr Informationen<br />

www.jumo.de<br />

36 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


PILZ STELLT <strong>2026</strong> AUF SEINER SEMINARREIHE „AUTOMATION ON TOUR“<br />

DIE MASCHINENVERORDNUNG IN DEN FOKUS<br />

Safe und secure in die Zukunft<br />

Der 20. Januar 2027 als Stichtag für die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 (MVO) rückt näher.<br />

Damit verbunden steigen die Anforderungen besonders im Bereich der Security. Unter dem<br />

Motto „Safe und secure in die Zukunft“ informiert der Automatisierungsexperte Pilz praxisnah<br />

über die Anforderungen der MVO sowie den aktuellen Stand zu Normen für Schutz- und<br />

für Verriegelungseinrichtungen. Zudem stehen die I/O-Link-Safety-<strong>Technologie</strong> und Themen<br />

rund um Verantwortlichkeiten und Dokumentationspflichten im Mittelpunkt der kostenlosen<br />

Seminarreihe. Die „Automation on Tour“ startete am 26. Februar <strong>2026</strong> in Rostock.<br />

Die Themen der Veranstaltungsreihe<br />

richten sich an Maschinenhersteller,<br />

Konstrukteure, Sicherheitsbeauftragte<br />

sowie Instandhalter und<br />

Produktionsleiter.<br />

MVO und Normen<br />

im Praxistest<br />

Ein Schwerpunkt sind die gesetzlichen<br />

Anforderungen der MVO.<br />

Anhand konkreter Beispiele zeigt<br />

Pilz, wie sich diese Vorgaben speziell<br />

im Bereich Security in der Praxis<br />

umsetzen lassen. Zudem sind die<br />

Änderungen der EN ISO 13855 zur<br />

„Sicherheit von Maschinen – Anordnung<br />

von Schutzeinrichtungen<br />

im Hinblick auf Annäherungsgeschwindigkeiten<br />

von Körperteilen“<br />

und die Anpassungen der EN ISO<br />

14119 zur „Sicherheit von Maschinen<br />

– Verriegelungseinrichtungen<br />

in Verbindung mit trennenden<br />

Schutzeinrichtungen“ thematische<br />

Schwerpunkte.<br />

Kommunikation<br />

praxisorientiert umsetzen<br />

Der Kommunikationsstandard I/O-<br />

Link Safety treibt die Entwicklung<br />

zukunftsfähiger Konzepte in der industriellen<br />

Sicherheit, Diagnose und<br />

Wartung voran. Hierzu vermittelt die<br />

Seminarreihe anwendbares Wissen<br />

darüber, wie sich eine dezentrale<br />

Kommunikation über I/O-Link Safety<br />

flexibel umsetzen lässt – inklusive<br />

der Aspekte Integration von Sensoren<br />

und Aktoren im Feld, Möglichkeiten<br />

zur Diagnoseauswertung<br />

sowie Predictive Maintenance und<br />

Manipulationsschutz.<br />

Ein weiterer Fokus der Seminarreihe:<br />

Die Verantwortlichkeiten und<br />

Dokumentationspflichten, die auf<br />

Maschinenhersteller, Konstrukteure,<br />

Sicherheitsbeauftragte sowie auch<br />

auf Instandhalter und Produktionsleiter<br />

zukommen. Hier bietet die<br />

„Automation on Tour“ einen Überblick<br />

und zeigt, wie Unternehmen<br />

ihre Prozesse anpassen können, um<br />

Produktivität und Sicherheit gleichermaßen<br />

zu gewährleisten.<br />

Die Veranstaltungsreihe von<br />

Pilz umfasst über 30 Termine<br />

deutschlandweit.<br />

Weitere Informationen unter: Automation<br />

on Tour - Pilz DE <br />

Mehr Informationen<br />

www.pilz.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 37


Eine Kolumne von<br />

Dr. BURKHARD SCHÄFER<br />

Historische Spuren, die erfolgreich<br />

die Gegenwart bereichern<br />

„Meine hochverehrte Leserschaft, habe ich Ihnen gefehlt?“ Diese fragenden Zeilen der<br />

Lady Whistledown dürfte für viele Fans bis zur kompletten Ausstrahlung der vierten<br />

Staffel (seit Ende Januar ist der erste und seit 26. Februar dieses Jahres ist der zweite<br />

Teil von Staffel vier veröffentlicht) eindeutig mit einem klaren „Ja“ zu beantworten<br />

gewesen sein. Denn schließlich gehört die Serie „Bridgerton“ von ihrem Start im<br />

Dezember 2020 an zu den meistgesehenen Serien des Streaming-Dienstes Netflix.<br />

Für eine weitere Beruhigung unter den Bridgerton-Anhängern dürfte immerhin die<br />

Tatsache sorgen, dass die Autorin der Bridgerton-Bücher, Julia Quinns,mit den acht<br />

Bridgerton-Geschwistern und ihren Geschichten eine Menge an Erzählmaterial schon<br />

einmal vorgelegt hat und somit die (Liebes-) Irrungen und Wirrungen aus dem England<br />

der Regency-Ära des 19. Jahrhunderts in weiteren Staffeln erwartet werden können.<br />

Mit der „diesjährigen Eröffnung“<br />

der Ballsaison in Bridgerton durch<br />

die vierte „Season“ stehen nun nicht<br />

nur Benedict Bridgerton und die „geheimnisvolle<br />

Dame unter der Maske“<br />

im Zentrum des Erzählrahmens. Im<br />

schon länger währenden Gegenwarts-Zeitalter<br />

sehr erfolgreicher<br />

Merchandising-Produkte konnte<br />

sich die Serie auch über Roman und<br />

Bildschirm hinaus durch diverse Merchandising-Artikel<br />

weitere Wege in<br />

die Herzen ihrer Liebhaber und Liebhaberinnen<br />

bahnen. Merchandising<br />

und Kooperationen mit erfolgreichen<br />

Filmen, Musicals oder Serien bilden<br />

deshalb auch für den <strong>Getränke</strong>bereich<br />

eine spannende Möglichkeit,<br />

das eigene Produkt über die Grenzen<br />

der bisherigen Käuferschaft hinaus<br />

zu puschen und neue Zielgruppen<br />

zu erreichen, zu begeistern und im<br />

Idealfall längerfristig an die eigene<br />

<strong>Getränke</strong>marke zu binden. Zumal<br />

diverse Social-Media-Kanäle heutzutage<br />

erfolgreich bespielt werden<br />

können und dabei die Möglichkeit<br />

besteht, die erwünschte Käuferschicht<br />

nachhaltig anzusprechen.<br />

„Meßmer x Bridgerton“<br />

Auf diese positiven Synergieeffekte<br />

setzt auch die Ostfriesische Tee Gesellschaft<br />

GmbH & Co. KG aus Seevetal,<br />

welche die Marke „Meßmer Tee“<br />

beherbergt. Und so ergeben Meßmer<br />

Tee und die Erfolgsserie Bridgerton<br />

die Kooperation „Meßmer x Bridgerton“.<br />

Im Zuge dessen wandte sich<br />

die erfolgreiche Tee-Marke auf ihrer<br />

Homepage im Vorfeld zur Veröffentlichung<br />

der vierten Staffel an alle<br />

Teeliebhaber und Bridgerton-Enthusiasten<br />

mit einer Botschaft ganz in Stil<br />

und Diktion von Lady Whistledown.<br />

„Verehrte Leserschaft“, ist dort zu<br />

vernehmen, „ein gesellschaftliches<br />

Ereignis kündigt sich an“. Unter dem<br />

original Film-Konterfei von Benedict<br />

Bridgerton und der mit einer weißen<br />

Maske maskierten Sophie wird dabei<br />

nicht nur - per fingiertem „Lady-<br />

Whistledown-Klatsch“ - auf die leckeren<br />

Bridgerton-Teekreationen von<br />

Meßmer Tee hingewiesen, sondern<br />

eben auch darauf, dass die wahre<br />

Tuschel-Aufregung der Society der<br />

„Limited Bridgerton-Edition of Meßmer“<br />

gelte. Dies konnte nicht nur<br />

den Serien-durstigen Fans die Wartezeit<br />

bis zur neuen Staffel verkürzen,<br />

sondern erfreut nun auch nach<br />

deren Veröffentlichung bei weiteren<br />

Watch-Partys oder dem alleinigen<br />

Genießen von Bridgerton und Tee.<br />

Dabei sind insgesamt neun Teesorten<br />

liebevoll als Limited Edition gestaltet<br />

worden und eben alle zieren die<br />

Konterfeis beliebter Paare bzw. Duos<br />

aus der Serie. Drei Tee-Sorten davon<br />

zählen hierbei zur „Bridgerton Exclusive<br />

Selection“: „Earl of Blue“, „Pink<br />

Grapefruit“ und „Mint Caramel“.<br />

Dabei überzeugt „Earl of Blue“ als<br />

Schwarzer Tee mit natürlichem Bergamottearoma,<br />

Aroma und Blaubeeren.<br />

Die Kräuterteemischung „Mint<br />

Caramel“ besticht durch die gelungene<br />

Mischung von 63 Prozent Pfefferminze,<br />

Zitronengras, Süßholzwur-<br />

© AdobeStock


zeln, Aroma, Süßkraut, Vanille und<br />

Karamellgranulat. Und auch „Pink<br />

Grapefruit“ weiß den Teefreund „verführerisch-fruchtig“<br />

zu umgarnen.<br />

Der Früchtetee vereinigt genussvoll<br />

Äpfel, Hibiskus, Orangenschalen, natürliches<br />

Aroma, geröstete Zichorienwurzeln,<br />

Süßkraut, Rote Bete, sowie<br />

Grapefruitschalen. Dabei birgt jede<br />

Sorte ein „Tee-Geheimnis“, das unter<br />

„Spill the Tea“ mit einer Weisheit den<br />

Teegenuss begleitet. So verrät Lady<br />

Whistledown etwa den Genießern<br />

von „Pink Grapefruit“ unter „Spill<br />

the Tea“: „Verehrte Leserschaft, eine<br />

Beziehung, die auf Vertrautheit und<br />

Ungezwungenheit beruht, ist von<br />

beneidenswertem Glück“. Zu den<br />

weiteren Bridgerton-Sorten zählen<br />

diese Saison außerdem noch die<br />

Klassiker: Feinster Grüner Tee, Earl<br />

Grey, Kamille, Klassik, Fenchel-Anis-<br />

Kümmel sowie Pfefferminze.<br />

Zu all dem findet sich auf Facebook<br />

– im Short-Format unter dem Claim<br />

„Join the High Socie-tea!“ – eine<br />

Anleitung, wie der Bridgerton-Fan<br />

eine stilechte Bridgerton Watch Party<br />

hosten kann. Hierzu werden von<br />

einer jungen Frau zum Meßmer-Tee<br />

und dem passenden Teeservice auch<br />

Fingerfood-Snacks im Bridgerton-<br />

Stil dekoriert – für die passenden<br />

„Cottage-Core-Vibes“. Und auch<br />

zum Ende des kurzen Clips lädt Meßmer<br />

seine Kunden – ganz im Sinne<br />

einer erfolgreichen Kundenbindung<br />

– dazu ein: „Werde Teil der High-<br />

Socie-tea“. Ob bei der gemeinsamen<br />

Watch Party oder allein zuhause im<br />

romantischen Bridgerton-Flair: Die<br />

Kombination Meßmer x Bridgerton<br />

verspricht in vielerlei Hinsicht nicht<br />

nur Genuss pur, sondern auch die<br />

Erfüllung von Sehnsüchten und die<br />

Zugehörigkeit zu einer harmonischfreundlichen<br />

Gruppe. Ein positives<br />

Gefühl, das in der heutigen krisengebeutelten<br />

Zeit nicht hoch genug<br />

eingeschätzt werden kann und<br />

damit auch für <strong>Getränke</strong>hersteller im<br />

Sinne der Kundenbindung ein hohes<br />

Gut darstellt.<br />

Dänisches Kino<br />

und dänisches Bier<br />

Eine andere Form der Zusammenarbeit<br />

von <strong>Getränke</strong>herstellern mit<br />

Medien aus Film und Fernsehen<br />

stellt das Product Placement dar, in<br />

der ein bestimmtes „Brand“ gezielt<br />

innerhalb eines Filmes oder einer Serie<br />

geschickt platziert wird und der<br />

Zuschauer beim Schauen des Werks<br />

mit der Markenwerbung unvermittelt<br />

konfrontiert wird. Dabei findet<br />

sich Product Placement mittlerweile<br />

in vielen Medienformaten, so etwa<br />

auch in der hochdekorierten und<br />

erstklassig besetzten dänischen<br />

Bierkastenrennens um einen See<br />

vertraut gemacht. So wird gleich in<br />

der Anfangsszene mit Blick auf die<br />

Aufschrift der gezeigten Bierkästen<br />

klar: bei diesen handelt es sich um<br />

Tuborg-Bier – das in in nicht weniger<br />

als 70 Ländern der Welt erhältlich ist.<br />

Tuborg bewirbt seine Marke damit,<br />

dass die Erfolgsgeschichte des Bieres<br />

nicht nur in Dänemark ihren Ausgang<br />

nahm, sondern auch schon mehr als<br />

125 Jahre für erstklassige Qualität<br />

steht. In Deutschland zeichnet für<br />

die Marke Tuborg die Carlsberg<br />

Deutschland GmbH in Hamburg verantwortlich.<br />

Doch die Ursprünge von<br />

Tuborg finden sich bereits 1873 im<br />

Norden Kopenhagens, im dänischen<br />

Hellerup. Da die Brauerei von da ab<br />

zügig zu einem dänischen Markenartikel<br />

avancierte, war es auch Anno<br />

2020 ein so kluger wie konsequenter<br />

Schachzug, die Traditionsbrauerei zu<br />

Alles für die Watch Party<br />

Tragik-Komödie „Der Rausch“,<br />

u.a. mit dem weltweit berühmten<br />

Schauspieler Mads Mikkelsen in der<br />

Hauptrolle und Dogma-Schauspieler<br />

Thomas Bo Larsen in der Nebenrolle,<br />

gedreht vom nicht minder<br />

berühmten Dogma-Regisseur Thomas<br />

Vinterberg. Im Plot nehmen<br />

vier vom Alltag desillusionierte<br />

Gymnasial-Lehrer die Behauptung<br />

eines norwegischen Psychologen,<br />

dass der Mensch eigentlich erst mit<br />

täglich 0,5 Promille Alkohol im Blut<br />

zu seiner wahren Höchstleistung<br />

kommt, als Ausgangspunkt für ihren<br />

alkoholischen Selbstversuch – bis<br />

zum von ihnen „live“ angestrebten<br />

antik-katharsischen Rausch.<br />

Tuborg macht das Rennen<br />

Zu Anfang der Geschichte und nach<br />

der Einblendung des Sören-Kierkegaard-Zitats<br />

„Was ist die Jugend? Ein<br />

Traum. Was ist die Liebe? Der Inhalt<br />

des Traums“ wird der Zuschauer<br />

mit dem gymnasialen Ritual des<br />

Beginn des herausragenden dänischen<br />

Films mit dem firmeneigenen<br />

Markenlogo prominent zu platzieren.<br />

Kreativität und Einfallsreichtum<br />

Kreativität und Einfallsreichtum sind<br />

sowohl in der Kunst als auch im<br />

Business gefragt, um Weiterentwicklungen<br />

anzustreben und die Rezipienten<br />

bzw. Kunden zu erreichen.<br />

Hierbei ist auch immer psychologisch<br />

geschultes Denken hilfreich. Gerade<br />

der dänische Philosoph Kierkegaard<br />

war es, der den „Begriff Angst“ als<br />

erster in die Philosophie einbrachte<br />

und weitere Schlüsse für die Lebensführung<br />

daraus zog und schrieb:<br />

„Die Angst ist der Schwindel der<br />

Freiheit, der entsteht, indem die<br />

Freiheit hinabschaut in ihre eigene<br />

Möglichkeit.“ Und so gilt es gerade<br />

in herausfordernden Krisenzeiten,<br />

mit Bedacht, die eigenen Möglichkeiten<br />

zu bedenken und eben auch<br />

solch erfolgreiche Kooperationen zu<br />

erwägen. <br />

Dr. B. Sch.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 39


ROH- UND INHALTSSTOFFE | <strong>Getränke</strong>trends<br />

WANDEL IN DER WEINKULTUR<br />

Vom „Wengeter“<br />

zum Weinerlebnisführer<br />

Ob helles Fleisch, Fisch oder ein leichtes Gemüsegericht, wer solche kulinarischen<br />

Köstlichkeiten mit einem „Guten Tropfen“ abrunden möchte, ist nicht mehr länger auf<br />

alkoholische Varianten angewiesen. Längst haben sich auch auf den <strong>Getränke</strong>karten<br />

der Feinschmeckerlokale erstklassige Säfte und hochwertige alkoholfreie Weine<br />

ihren festen Platz erobert. Denn mittlerweile ist das Thema „Wein ohne Alkohol“<br />

oder „Zero-Wein“ nicht nur zu Beginn des Jahres – beim „Dry January“ – eine stabile<br />

Größe unter Weinliebhabern. Auch wenn der prozentuale Anteil alkoholfreier<br />

Weine am Gesamt-Weinkonsum mit einem Prozent noch sehr gering ist, so zeigt<br />

die Beliebtheitskurve im Verkauf dennoch deutlich nach oben. Das bundesweit<br />

zweistellige Absatz-Wachstum spricht eine deutliche Sprache zugunsten dieser<br />

vergleichsweise jungen Weintradition. Von dieser Entwicklung weiß auch der Winzer<br />

Werner Mönch zu berichten. Der „Weinmönch“ erfreut sich nicht nur seit langem einer<br />

regionalen Bekanntheit, er ist auch seit 2020 Weinerlebnisführer im Neuffener Tal und<br />

damit ebenfalls Botschafter für das Weinland Baden-Württemberg.<br />

Voll auf der Höhe – Wein aus<br />

Baden-Württemberg<br />

Laut dem größten Weinlexikon der<br />

Welt von „wein.plus“ gibt es in<br />

Deutschland rund 200 Winzergenossenschaften,<br />

von denen rund<br />

ein Drittel der insgesamt 100.000<br />

Hektar Rebfläche bewirtschaftet<br />

wird und was zudem ein Drittel der<br />

Produktion ausmacht. Dabei findet<br />

man die verschiedenen Weingebiete<br />

in landschaftlich imposanten Gegenden,<br />

unter denen etwa auch das<br />

Neuffener Tal herausragt und sich<br />

großer Beliebtheit erfreut. Als einer<br />

der drei dortigen Weinerlebnisführer<br />

bietet Werner Mönch vor Ort individuelle<br />

Touren und Weinerlebnisse in<br />

den Weinbergen der Weingärtnergenossenschaft<br />

Hohenneuffen-Teck<br />

eG an. Hierbei wird die Geschichte<br />

des rund 1000jährigen Weinbaus<br />

im Neuffener Tal beleuchtet, und<br />

die hat es sowohl geschmacklich als<br />

auch von der Landschaft her in sich.<br />

Schließlich wird diese Gegend nicht<br />

umsonst als „Neuffener Toskana“<br />

bezeichnet. Auf der Bergspitze des<br />

herrlich rundum bewaldeten Gebiets<br />

thront die Burgruine Hohenneuffen<br />

und am Albtrauf darunter liegen<br />

die traditionsreichen Weinberge<br />

und runden ein geradezu mediterran<br />

anmutendes Landschaftsbild<br />

ab. Diese Weinberge unterhalb der<br />

40 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


Burg Hohenneuffen gehören mit<br />

530 Höhenmetern zu den höchsten<br />

Weinanbau-Lagen in Deutschland.<br />

Und so kann Mönch die günstigen<br />

Bedingungen für edle alkoholhaltige<br />

wie alkoholfreie Tropfen wie folgt<br />

näher erläutern: „Unsere Trauben im<br />

Neuffener Tal reifen in den höchstgelegenen<br />

Weinbergen Württembergs.<br />

Hier zeichnen kühle Nächte und nebelfreie,<br />

warme Herbsttage – neben<br />

dem aus dem Burgund bekannten<br />

Jura- Boden – das besondere Terroir<br />

der Neuffener Weine aus. Gesteine<br />

aus dem Weiß- und Braunjura in<br />

Verbindung mit der Bodenstruktur<br />

ergeben den Weißjurahang-<br />

Schuttboden. Der dort herrschende<br />

Temperaturunterschied ist ideal für<br />

die optimale Aromabildung und gibt<br />

dem Wein einen mineralischen und<br />

kraftvollen Körper, abgerundet mit<br />

einer filigranen und feinen Frucht.“<br />

Tatsächlich, wer das Tal näher in<br />

Augenschein nimmt, findet ein besonderes<br />

landschaftliches Kleinod<br />

vor, das sich natürlich dann eben<br />

auch im herausragenden Geschmack<br />

der Weine wiederfindet. Und hierbei,<br />

und das ist das Besondere und<br />

Innovative an dieser Weingärtnergenossenschaft,<br />

schlagen sich diese<br />

Merkmale nicht nur in den traditionell<br />

alkoholhaltigen Weinen dieses<br />

Anbaugebiets nieder, sondern all das<br />

wird von den Winzern auch in ihren<br />

beiden alkoholfreien Kreationen<br />

herausgearbeitet. Zur Zeit bieten<br />

die Winzer der Weingärtnergenossenschaft<br />

Hohenneufen-Teck zwei<br />

süffige alkoholfreie Alternativen an:<br />

Den entalkoholisierten Weißwein<br />

„Libero“, abgefüllt für die WG<br />

Hohenneuffen-Teck eG, zu dessen<br />

aufgelisteten Zutaten Trauben, Traubenmost,<br />

Säureregulatoren: Weinsäure,<br />

Milchsäure, Antioxidantien:<br />

Ascorbinsäure und Sulfite gehören.<br />

Sowie den „Prickelnden Rosé“, ein<br />

entalkoholisierter Schaumwein mit<br />

zugesetzter Kohlensäure.<br />

PiWi im Trend<br />

Werner Mönch glaubt aus eigener<br />

Erfahrung fest an die positive<br />

Zukunft des alkoholfreien Weines:<br />

„Ich persönlich bin davon überzeugt,<br />

dass die Entwicklung beim<br />

alkoholfreien Wein denselben Weg<br />

wie beim alkoholfreien Bier nimmt.<br />

Hierbei hat die Bierindustrie in der<br />

Entwicklung einen Vorsprung von<br />

mehreren Jahren.“ Und Mönch muss<br />

es wissen, denn er ist wie viele der<br />

in Deutschland vertretenen Winzer<br />

schon lange im „Wein-Business“<br />

zuhause und schlussendlich selbst<br />

das, was im schwäbischen Dialekt<br />

als ein „schaffiger Wengerter mit<br />

Herzblut“ bezeichnet wird, der von<br />

Kindesbeinen an mit dem Winzerleben<br />

vertraut ist: „Da der Weinbau in<br />

unserer Familie seit mehreren Generationen<br />

im Nebenerwerb betrieben<br />

wird, bin ich schon seit meiner Kindheit<br />

mit dem Weinberg verwurzelt.“<br />

Das Wort „Wengerter“ für Winzer<br />

stammt übrigens vom althochdeutschen<br />

„win“ und „garto“ ab und<br />

zielt auf die Arbeit im „Wein(berg)-<br />

Garten ab. Mönch ergänzt zur regionalen<br />

Besonderheit im Neuffener Tal:<br />

„Unsere Hauptrebsorten bei der WG<br />

Hohenneuffen-Teck sind im Weißwein<br />

immer noch der Silvaner und<br />

im Rotweinbereich dominiert der<br />

Spätburgunder. Ich persönlich habe<br />

PiWis angepflanzt; Rotwein Regent<br />

seit 2003 und Weißwein Muscaris<br />

seit 2012.“ Hierbei sei ergänzt, dass<br />

man unter PiWis sogenannte pilzwiderstandsfähige<br />

Rebsorten versteht,<br />

die eine besondere Widerstandskraft<br />

gegen die Rebkrankheiten echter<br />

und falscher Mehltau aufweisen.<br />

Der „Libero“ steht nicht im<br />

Abseits!<br />

Nun ist der „Libero“, der seit Juni<br />

2022 im Verkauf ist, nicht nur etwa<br />

bei der Weingärtnergenossenschaft<br />

Hohenneuffen-Teck erhältlich, sondern<br />

er steht auch auf der <strong>Getränke</strong>karte<br />

der Event-Location „Sunset<br />

Lounge“, die innerhalb der Neuffener<br />

Weinberge beherbergt ist. Hierzu<br />

weiß Mönch: „In der Sunset Lounge<br />

bei unserem Weinausschank im<br />

Weinberg, können wir uns das Weinangebot<br />

ohne unseren ‚Libero‘ nicht<br />

mehr vorstellen. Am Anfang war die<br />

Nachfrage nach alkoholfreiem Wein<br />

sehr gering. Zwischenzeitlich hat<br />

unser ‚Libero‘ einen festen Platz auf<br />

unserer <strong>Getränke</strong>karte und wird von<br />

allen Altersgruppen angenommen.<br />

Auch als Alternativerbei den Weinerlebnisführungen<br />

kommt der ‚Libero‘<br />

zunehmend gut an.“<br />

Aromaträger Alkohol<br />

Doch wie entsteht nun der alkoholfreie<br />

Tropfen, der ja auch geschmacklich<br />

ein echter Gewinn für<br />

die <strong>Getränke</strong>karte ist? Dazu Mönch:<br />

„Alkoholfreier Wein entsteht ausschließlich<br />

durch die technische<br />

Entfernung des Alkohols aus Wein.<br />

Aromaintensive Weine bilden dabei<br />

die Basis. Die technische Alkoholreduzierung<br />

erfolgt über ein Destillationsverfahren,<br />

der sogenannten<br />

Vakuumdestillation. Die Durchführung<br />

der Entalkoholisierung erfolgt<br />

in großen Unternehmen bzw. über<br />

Lohnunternehmer. Zu beachten<br />

ist, dass bei diesem Prozess ein<br />

Mengenverlust von etwa 20 Prozent<br />

sowie ein Verlust von Aromen<br />

erfolgt. Und genau hier kann das<br />

Ausgangsprodukt mit seinem mineralischen<br />

und kraftvollen Körper<br />

damit punkten, dass trotz des<br />

Aromenverlustes ein geschmacklich<br />

ansprechendes Produkt für den<br />

Liebhaber eines entalkoholisierten<br />

Weines entsteht.“ Und was ist nun<br />

der Unterschied in der Deklaration<br />

zwischen alkoholfreiem Wein und<br />

einer Zero-Variante? Ein als alkoholfrei<br />

deklarierter Wein enthält unter<br />

0,5% Volumenprozent Alkohol und<br />

die als „Zero“ deklarierte Variante<br />

enthält unter 0,049% Volumenprozent<br />

Alkohol. Und hierbei gilt laut<br />

Werner Mönch auch die Gleichung:<br />

„Je mehr man den Alkoholgehalt<br />

reduziert umso mehr Aromen gehen<br />

dabei verloren.“<br />

Wer die malerischen Weinberge<br />

auf „Schusters Rappen“ erschließen<br />

möchte, kann dies auf eigene<br />

Faust auf einem der Wanderwege<br />

tun oder sich auch einer der angebotenen<br />

Weinerlebnistouren<br />

anschließen. Werner Mönch: „Mir<br />

als Weinerlebnisführer ist es ein persönliches<br />

Anliegen, den Menschen<br />

mit unserer schönen Natur mit ihren<br />

Weinbergen und Streuobstwiesen<br />

vor unserer Haustüre näher zu bringen.“<br />

Hierbei werden u.a. als nächstes<br />

im März ein „Frühlingserwachen<br />

im Weinberg“, „Ostern in der Sunset<br />

Lounge“ oder auch „Frühling“<br />

sowie „Muttertag im Weinberg“<br />

angeboten. So werden von Werner<br />

Mönch die Weinerlebnisführungen<br />

für Gruppen ab 15 Personen durchgeführt.<br />

Geburtstagsfeiern und<br />

Hochzeiten bis 40 Personen runden<br />

das Programm in der Sunset Lounge<br />

ab. Und dies alles natürlich in wunderschöner<br />

Landschaft und auch mit<br />

dem entalkoholisierten „Libero“.<br />

Denn, so krönt der „Weinmönch“<br />

selbst sein Angebot mit dem passenden<br />

Friedrich-Hebbel-Zitat: „Der<br />

Wein ist die edelste Verkörperung<br />

des Naturgeistes“. Dr. B. Sch.<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 41


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromatrends<br />

BELL FLAVORS & FRAGRANCES EMEA SETZT AUF DIE ZUSAMMENARBEIT MIT BRENNTAG<br />

Partnerschaft mit Perspektive<br />

Der Leipziger Aromenhersteller Bell Flavors & Fragrances EMEAI setzt langfristig<br />

auf die 2025 gestartete Zusammenarbeit mit Brenntag, dem weltweit führenden<br />

Distributor für Chemikalien und Inhaltsstoffe. Bei einem gemeinsamen Treffen des<br />

Brenntag-Managements mit der Unternehmensleitung von Bell am Standort Leipzig<br />

bekräftigten beide Partner den weiteren Ausbau der Kooperation.<br />

Aromen, die durch Brenntag effizient<br />

in den Markt getragen werden. Insbesondere<br />

mittelständische Hersteller,<br />

die keine Einzelaromen beziehen oder<br />

komplexe Anwendungen selbst entwickeln<br />

können, profitieren von der<br />

gebündelten Produkt-, Anwendungsund<br />

Marktkenntnis beider Partner.<br />

Die Kombination aus Brenntags<br />

System- und Anwendungskompetenz<br />

sowie Bells sensorischer und technologischer<br />

Expertise schafft passgenaue<br />

Lösungen für unterschiedliche<br />

Produktionsanforderungen.<br />

Langfristige Kooperation<br />

im Fokus<br />

Holger Wetzler, CEO Bell Flavors & Fragrances EMEAI, und Sandra Vennemann-Toppka, Regional Business Director<br />

DACH bei Brenntag, unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung in der historischen Bibliothek von Bell.<br />

Bell verfolgt mit der Zusammenarbeit<br />

eine klare strategische Zielsetzung:<br />

Die eigene Entwicklungs- und Aromenkompetenz<br />

soll dort ergänzt<br />

werden, wo Kunden anwendungsnahe<br />

Lösungen, Marktverständnis<br />

und technische Beratung aus einer<br />

Hand erwarten. „Für uns ist entscheidend,<br />

unsere Stärken gezielt<br />

mit Partnern zu verbinden, die nah<br />

am Markt und nah am Kunden agieren“,<br />

sagt Holger Wetzler, CEO von<br />

Bell. „Gerade mittelständische Lebensmittel-<br />

und <strong>Getränke</strong>hersteller<br />

erwarten heute Lösungen, die technisch<br />

fundiert und zugleich praxisnah<br />

umsetzbar sind.“<br />

Brenntag bringt hierfür ein breit<br />

aufgestelltes technisches Vertriebsteam<br />

mit tiefgehender Markt- und<br />

Anwendungskompetenz ein. Diese<br />

ermöglicht es, Bell-Aromen gezielt<br />

in kundenspezifische Konzepte zu<br />

integrieren und als anwendungsnahe<br />

Komplettlösungen anzubieten.<br />

„Unsere Stärke liegt darin,<br />

komplexe Kundenanforderungen<br />

zu verstehen und in marktfähige<br />

Lösungen zu übersetzen“, erklärt<br />

Sandra Vennemann-Toppka, Regional<br />

Business Director DACH von<br />

Brenntag.<br />

Für uns ist entscheidend, unsere<br />

Stärken gezielt mit Partnern zu<br />

verbinden, die nah am Markt und<br />

nah am Kunden agieren. Gerade<br />

mittelständische Lebensmittelund<br />

<strong>Getränke</strong>hersteller erwarten<br />

heute Lösungen, die technisch<br />

fundiert und zugleich praxisnah<br />

umsetzbar sind.<br />

HOLGER WETZLER, CEO Bell EMEAI<br />

Mehrwert für mittelständische<br />

Hersteller<br />

Bell entwickelt als spezialisierter<br />

Grundstoffproduzent hochwertige<br />

Seit dem vergangenen Jahr stimmten<br />

beide Partner ihre Prozesse eng<br />

aufeinander ab und entwickelten<br />

ein gemeinsames Verständnis für<br />

Markt- und Kundenanforderungen.<br />

Bell stellte Aromen-Kollektionen für<br />

verschiedene Anwendungen – von<br />

Backwaren und Milchprodukten über<br />

Würzprodukte bis hin zu <strong>Getränke</strong>n<br />

– zusammen, die gemeinsam bewertet<br />

und in das Brenntag-Portfolio<br />

integriert wurden.<br />

Dieser strukturierte Auswahl- und<br />

Integrationsprozess bildet heute das<br />

Fundament der Zusammenarbeit.<br />

Mit der bestätigten Partnerschaft<br />

stärken Bell und Brenntag ihre<br />

Präsenz im deutschen Markt für Lebensmittel-<br />

und <strong>Getränke</strong>-Aromen.<br />

Mittelständische Hersteller profitieren<br />

von gebündelter technischer,<br />

sensorischer und anwendungsbezogener<br />

Expertise und von Lösungen,<br />

die passgenau auf ihre Produktionsrealitäten<br />

zugeschnitten sind. <br />

Mehr Informationen<br />

www.brenntag.com<br />

42 | <strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong>


BEZUGSQUELLEN-VERZEICHNIS | Produkte, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen<br />

<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

Partyfässer<br />

Die Dr. Harnisch Publikations App<br />

mit E-Paper unserer Fachzeitschriften,<br />

kostenlos für mobile Endgeräte<br />

www.getraenke-tm.de<br />

Die deutschen Brauer<br />

Deutscher Brauer-Bund e.V.<br />

Neustädtische Kirchstraße 7a | 10117 Berlin<br />

www.brauer-bund.de<br />

Pumpen<br />

Ihr kompetenter Partner in allen<br />

Pumpenbereichen seit 1954<br />

Hygienekonzepte<br />

Deutsches Verpackungsinstitut e.V. (dvi)<br />

Kunzendorstr. 19 | 14165 Berlin<br />

www.verpackung.org<br />

PUMPEN-CENTER „SKM“ GmbH<br />

Hüttenstr. 8 | 65201 Wiesbaden<br />

info@pumpen-center.de | www.pumpen-center.de<br />

Deutsches Weininstitut GmbH (DWI)<br />

Platz des Weines 2 | 5294 Bodenheim<br />

www.deutscheweine.de<br />

Pumpen<br />

für die Lebensmittel- und <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Dr. JESSBERGER GmbH<br />

Jägerweg 5 | 85521 Ottobrunn<br />

info@jesspumpen.de |<br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

Alter Hellweg 46 | 44379 Dortmund<br />

www.akademie-fresenius.de<br />

Schmierstoffe | Instandhaltung<br />

Bundesverband der<br />

Deutschen Spirituosen-Industrie<br />

und -Importeure e. V.<br />

Pfaffenweg 15 | 53227 Bonn<br />

www.spirituosen-verband.de<br />

Verband der deutschen<br />

Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)<br />

Mainzer Str. 253 | 53179 Bonn<br />

Telefon +49 (0) 228-95 46 00<br />

info@fruchtsaft.de<br />

www.fruchtsaft.net<br />

Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V.<br />

Godesberger Allee 142-148 | 53175 Bonn<br />

www.fei-bonn.de<br />

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.<br />

Lyoner Str. 18 | 60528 Frankfurt<br />

Telefon +49 (0) 69 66 03 0<br />

www.vdma.org<br />

Wasseraufbereitung<br />

Spezialschmierstoffe<br />

für die Lebensmittelindustrie<br />

NSF-H1 gelistet<br />

Bremer & Leguil GmbH<br />

Am Burgacker 30-42<br />

D-47051 Duisburg<br />

Tel. +49 (0) 203 99 23-0<br />

Fax +49 (0) 203 259 01<br />

E-Mail: info@bremer-leguil.de<br />

Internet: www.bremer-leguil.de<br />

Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.<br />

Kennedyallee 28 | 53175 Bonn<br />

www.vdm-bonn.de<br />

Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei<br />

in Berlin e.V.<br />

Seestraße 13 | 13353 Berlin<br />

www.vlb-berlin.org<br />

Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie <strong>Getränke</strong> e. V.<br />

Monbijouplatz 11 | 10178 Berlin<br />

www.wafg.de<br />

<strong>Getränke</strong>! 1 | <strong>2026</strong> | 43

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