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element+BAU 6/2025

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6<br />

62. Jahrgang<br />

<strong>2025</strong><br />

ISSN 0934-5914<br />

B2836<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

Bildnachweis: Hörmann / Laura Thiesbrummel<br />

SPECIAL:<br />

PFLEGEZENTREN; GESUNDHEITSBAUTEN<br />

Fassaden; Fenster; Türen; Tore; Barrierefreies Bauen; Sicherheitstechnik; Glaskonstruktionen;<br />

Hallenbau; Wirtschaftsbau; Brandschutz; Keramik; Sanitär; Holz- und Hybridbauweise; Modulbau


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Unsere Publikationen:<br />

- Technology & Marketing -


editorial<br />

Armin König<br />

Chefredakteur<br />

Liebe Leser,<br />

ein turbulentes Jahr liegt hinter unserer Branche. Der Wohnungsbau, lange Jahre der "Motor" der<br />

Bauindustrie, schwächelte ja schon seit mehreren Jahren. Und manche vollmundigen Versprechen der<br />

ehemaligen Ampelregierung zur Stärkung unserer Branche stellten sich allerdings leider nur als Lippenbekenntnisse<br />

heraus. Die Zielmarke von 400.000 Wohnungen pro Jahr, die die Koaltionäre ehemals<br />

vereinbarten, wurde den neuen politischen Realitäten, von Zeitenwende bis klapper Kassen, "geopfert".<br />

Und dann: Neuwahlen, eine neue Koalition, Sondervermögen auch für Infrastrukturmaßnahmen (ganz<br />

nach dem Motto "was geht mich mein Geschwätz von gestern an"). Hoffnung allenthalben für unsere gebeutelte<br />

Branche. Ein neue Bauministerin löste die glück- und aus meiner Sicht antriebslose Klara Geywitz<br />

ab: Verena Hubertz, neues Gesicht, selbe Partei, keine Erfahrung im Bauwesen, sollte es nun richten. Und<br />

die Hoffnungen waren groß, dass sich nicht zuletzt durch die finanziell deutlich günstigeren Rahmenbedingungen<br />

jetzt etwas zum Besseren wendet.<br />

Seit der Vereidigung unserer Bundesregierung im Mai diesen Jahres sind ja nun einige Monate ins Land<br />

gegangen, also Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und hier kann man durchaus einen kleiner Silberstreif am<br />

Horizont ausmachen: Laut einer aktuellen Pressemitteilung vom Verband "Das Deutsche Baugewerbe",<br />

zeichnet sich für <strong>2025</strong> ein leichtes Umsatzplus von 0,6 Prozent ab. Für 2026 prognostiziert der Verband<br />

sogar ein Plus von 2,5 Prozent. Verantwortlich hierfür ist vor allem der Tiefbau, der vor allem aus dem<br />

Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) profitiert. Doch auch aus dem Hochbau<br />

kommen leicht positive Signale. So ergab eine Umfrage unter 1.500 Betrieben des ZDB, dass 56 % der<br />

Unternehmen Ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend bewerten. Bis Ende des dritten Quartals stiegen<br />

im Hoch- und Tiefbau die Auftragseingänge um real acht Prozent, überwiegend getrieben von großen<br />

Objekten im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau. Doch auch im Wohnungsbau gibt es zarte Wachstumssignale.<br />

So geht der ZDB für 2026 von einem realen Umsatzwachstum von 1,6 % aus.<br />

Mir ist bewusst, dass dies natürlich lediglich ein "zartes Wachstumspflänzchen" darstellt, noch dazu, da<br />

die schwierigen Rahmenbedigungen wie steigende Baukosten, relativ hohe Zinsen, Fachkräftemangel,<br />

langwierige Genehmigungsverfahren und konjunkturelle Probleme, die den Wirtschaftsbau bremsen,<br />

nicht wegzudiskutieren sind. Und auch der Boden wird gerade in Ballungszentren immer teurer und<br />

hemmt die Entwicklung immens. Doch setzt das Bauministerium unter Verena Hubertz aus meiner Sicht<br />

positive Signale: So wurde im Sommer der Bau-Turbo auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um<br />

ein beschleunigtes Verfahren, das insbesondere Kommunen mehr Handlungsspielräume gibt, um dringend<br />

benötigten Wohnraum schnell und unbürokratisch zu schaffen. Und auch die Absicht des Ministeriums<br />

Baukosten zu senken und die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen geht in die<br />

richtige Richtung.<br />

Und so können wir doch leicht optimistisch auf ein hoffentlich wirtschaftlich positiveres neues Jahr 2026<br />

schauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch in ein frohes, gesundes und glückliches<br />

neues Jahr 2026.<br />

Ihr<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

3


inhalt<br />

SPECIAL: Pflegezentren / Gesundheitsbauten<br />

Simulationszentrum SAM in Mönchengladbach<br />

Vorzeigeprojekt moderner Modulbauarchitektur<br />

Buff Medical Resort, Konstanz<br />

Höhenklima am Bodensee<br />

Pflegewohnheim „Maria Veen“ in Reken<br />

Curve-Sliding-Feeling im Pflegewohnheim<br />

Neubau Kinderzentrum Bethel, Bielefeld<br />

Feuerschutz und Sicherheit im Fokus<br />

Onkologiezentrum in Barcelona<br />

Heilende Architektur für kleine Patienten<br />

mit intelligenten Türsystemen<br />

Produkte<br />

OBJEKTE<br />

Klosterquartier Reimlingen<br />

Bestandsbau mit Zukunft<br />

Firmensitz von BBS Motorsport in Haslach<br />

Dynamischer Neubau<br />

Wohnquartier NaturELLA in Langenargen<br />

Zukunftsweisendes Wohnen in Holz<br />

Mehrfamilienhäuser in Pforzheim<br />

Keramisches Fassadenstatement<br />

IM FOKUS<br />

Normen, Pflichten und Lösungen in öffentlichen<br />

Sanitärbereichen<br />

Verbrühungsschutz einfach und sicher umsetzen<br />

Unfallgefahr im Außenbereich minimieren<br />

Antirutschbeschichtung für naturbelassene Hölzer<br />

Vorbericht: Dach + Holz, Köln<br />

Allgemeine Infos zur Messe<br />

Interessante Produkte<br />

RUBRIKEN<br />

Branche aktuell<br />

Vorschau/Impressum<br />

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Modernste Ausbildung von Ärzten, Pflege- und<br />

Rettungskräften: Simulationszentrum SAM in<br />

Mönchengladbach in Modulbauweise errichtet.<br />

Seite 6<br />

Exklusiver Hotelkomfort vereint mit medizinischer<br />

Betreuung auf höchstem Niveau: Das<br />

Buff Medical Resort in Konstanz.<br />

Seite 9<br />

Moderne Türtechnik<br />

unterstützt<br />

"Healing Architecture":<br />

Onkologiezentrum<br />

in Barcelona.<br />

Seite 16<br />

Bildnachweise Abbildungen Cover:<br />

Winfried Heinze (oben)<br />

Christian Eblenkamp/Teckentrup (unten links)<br />

Freyler (unten rechts)<br />

4 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


inhalt<br />

Für Sie notiert...<br />

Das Thema serielles, modulares Bauen ist in aller<br />

Munde. Wie modulares Bauen in der Praxis funktioniert,<br />

war Bestandteil eines Besuchs von Verena<br />

Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung<br />

und Bauwesen, in der Alho Raumfabrik in<br />

Friesenhagen.<br />

Dynamik und Teamgeist: Neubau von BBS<br />

Motorsport in Haslach.<br />

Seite 22<br />

Modernes Bauen in Holz: Wohnquartier Natur-<br />

ELLA in Langenargen.<br />

Seite 22<br />

Verbrühungsschutz:<br />

Ein oft vernachlässigtes<br />

Thema bei<br />

der Sanitärausstattung<br />

im Objektbau.<br />

Fachleute informieren.<br />

Seite 31<br />

Wie kann man schnell bezahlbaren Wohnraum schaffen?<br />

Welche Lösungen im Infrastrukturbau bietet der<br />

Modulbau? Welche Hürden beeinträchtigen dessen<br />

schnelle und flächendeckende Umsetzung? Wie erreichen<br />

wir Klimaneutralität im Bauwesen? Über diese<br />

Themen diskutierte Bundesbauministerin Verena<br />

Hubertz mit der Inhaberfamilie und der Geschäftsführung<br />

der Alho Systembau GmbH sowie der Landtagsabgeordneten<br />

Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei<br />

einem Ortstermin am 21.11.<strong>2025</strong> in Friesenhagen.<br />

Die deutsche Wohnungswirtschaft steht unter Druck.<br />

2024 wurden gerade einmal rund 270.000 Wohnungen<br />

fertiggestellt. Die Ursachen sind bekannt:<br />

steigende Baukosten, Zinswende, Fachkräftemangel<br />

und langwierige Genehmigungsverfahren. Bundesbauministerin<br />

Verena Hubertz hat darauf reagiert:<br />

„Um Baukosten zu senken, werden wir die Planungsund<br />

Genehmigungsverfahren beschleunigen und auf<br />

serielles und modulares Bauen setzen, denn das ist<br />

die Zukunft“, heißt es in einer Pressemitteilung vom<br />

23.05.<strong>2025</strong>. Im Sommer brachte das Bundesministerium<br />

den Bau-Turbo auf den Weg. Am 20.11.<strong>2025</strong><br />

wurde zudem ein Eckpunktepapier zur rechtssicheren<br />

Einführung des sogenannten „Gebäudetyp E“ bis<br />

Ende 2026 veröffentlicht. E steht dabei für „einfach“<br />

und bedeutet, dass günstiges und schnelles Bauen<br />

ermöglicht werden soll, indem Baustandards reduziert<br />

werden, ohne jedoch die Sicherheit der Gebäude<br />

einzuschränken.<br />

„Das alles sind Maßnahmen, die für uns als Modulbauunternehmen<br />

in die richtige Richtung gehen“, sind<br />

sich Peter Orthen und Marko Grisse, Geschäftsführer<br />

der Alho Systembau GmbH, einig. „Der Bau-Turbo<br />

sorgt dafür, Verfahren nicht mehr auszubremsen,<br />

sondern zu beschleunigen. Doch das ist nur der erste<br />

Schritt: Mit innovativen Konzepten wie unserer Modulbauweise<br />

schaffen wir es, Projekte in Rekordzeit<br />

fertigzustellen – und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum<br />

für alle zu ermöglichen.“<br />

Alho realisiert derzeit deutschlandweit neben Infrastrukturprojekten<br />

wie Schulen, Kindergärten und<br />

Kliniken auch zahlreiche Wohngebäude. In Rekordzeit<br />

entstehen hier moderne, bezahlbare und architektonisch<br />

anspruchsvolle Wohnanlagen.<br />

Mehr über den Besuch von Frau Hubertz bei Alho<br />

auch unter: https://harnisch.com/element-bau/<br />

mit-modulen-den-bau-turbo-zuenden/<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

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special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Simulationszentrum SAM in Mönchengladbach<br />

Vorzeigeprojekt moderner Modulbauarchitektur<br />

Iris Darstein-Ebner<br />

Mit der Integration des SAM (Simulationszentrum und Akademie für multidisziplinäre Notfalltrainings)<br />

in das Schulzentrum für Gesundheitsberufe am Niederrhein (SGN) setzt Mönchengladbach<br />

neue Maßstäbe in der Ausbildung von Ärzten, Pflege- und Rettungskräften. Das<br />

2024 vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eröffnete innovative<br />

Zentrum entstand im Zuge der Expansion und Aufstockung des 2015 errichteten modularen<br />

Schulgebäudes. Das SGN in Mönchengladbach ist aufgrund der Flexibilität und Erweiterungsfähigkeit<br />

der Modulbauweise ein Paradebeispiel für zukunftsweisende Architektur im<br />

Gesundheitswesen. Das Projekt wurde von den Städtischen Kliniken Mönchengladbach GmbH<br />

als Bauherrin in Zusammenarbeit mit dem Schulzentrum als Betreiberin realisiert.<br />

Verbindung von Schule<br />

und Trainingszentrum unter<br />

„Die<br />

einem Dach ermöglicht uns<br />

eine praxisnahe Ausbildung auf höchstem<br />

Niveau. SAM bietet die einzigartige<br />

Chance, komplexe Szenarien in einer<br />

realitätsnahen, sicheren Umgebung zu<br />

trainieren – ein Gewinn für Kompetenz<br />

und Patientensicherheit“, betonen Petra<br />

Coenen, Geschäftsführerin des SAM, und<br />

Sabine Mansmann, Schulleiterin des SGN.<br />

Gesellschafterinnen der SGN sind neben<br />

den Städtischen Kliniken auch die Johanniter<br />

GmbH und die Sozial-Holding der<br />

Stadt Mönchengladbach GmbH. „Das<br />

Gebäude zeigt, wie die modulare Bauweise<br />

zusammen mit durchdachter Planung<br />

von Anfang an wegweisende Lösungen<br />

schaffen kann – ein Modell, das in Architektur<br />

und Gesundheitswesen gleichermaßen<br />

Maßstäbe setzt“, erklärt Schulleiterin<br />

Sabine Mansmann.<br />

Planung mit Weitblick: 2015 wurde das Schulzentrum für Gesundheitsberufe am Niederrhein<br />

(SGN) in Mönchengladbach als eingeschossiges, u-förmiges Gebäude mit nur einem Geschoss<br />

realisiert. Die Raummodule waren für eine spätere Aufstockung statisch schon ausreichend<br />

dimensioniert.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): ALHO Unternehmensgruppe<br />

6 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


Intelligent<br />

vernetzt<br />

für barrierefreie, sichere und<br />

zukunftsfähige Gebäude<br />

Seit der Aufstockung kann das Schulzentrum<br />

für Gesundheitsberufe am Niederrhein (SGN)<br />

rund 400 Ausbildungsplätze vergeben. In den<br />

hellen und freundlichen Schulungsräumen auf<br />

zwei Etagen macht das Lernen Spaß.<br />

SAM: Eine neue<br />

Dimension der<br />

Gesundheitsausbildung<br />

Der Modulbauspezialist Alho war 2015<br />

nicht nur für die Realisierung des Bestandsgebäudes,<br />

sondern jetzt auch<br />

für dessen Erweiterung verantwortlich.<br />

Ursprünglich war die Erweiterung des bestehenden<br />

Schulungszentrums noch ohne<br />

SAM geplant – mit der neuen Etage sollte<br />

lediglich Platz für weitere 150, und somit<br />

dann insgesamt rund 400 Ausbildungsplätze<br />

geschaffen werden. Doch während<br />

des Planungsprozesses kamen die Idee<br />

und der Wunsch nach einem hochmodernen<br />

Simulationszentrum auf, in dem nicht<br />

nur die Auszubildenden, sondern auch<br />

echte Teams die Patientenbehandlung<br />

und Notfallsituationen so realitätsnah wie<br />

möglich trainieren können. Bald wurde<br />

das SAM zum integralen Bestandteil der<br />

gesamten Ausbildungsphilosophie der<br />

Schule. „Wir haben das ursprüngliche<br />

Konzept der Aufstockung zusammen mit<br />

Alho weiterentwickelt und damit eine<br />

wichtige Chance für die Zukunftsfähigkeit<br />

und Innovationskraft unserer Einrichtung<br />

ergriffen“, freuen sich Coenen und Mansmann.<br />

Wie das genau aussieht, erklärt Petra<br />

Coenen: „Zentren wie SAM gibt es in<br />

Deutschland bisher nur wenige. Es ist ein<br />

wichtiger Ort, um Theorie und Praxis miteinander<br />

zu verknüpfen, in unserer Region<br />

und darüber hinaus. Mithilfe modernster<br />

Technik bildet SAM den Alltag von Hebammen,<br />

Rettungs- und Pflegekräften sowie<br />

Ärzten – also allen Fachkräften rund<br />

um die Notfallversorgung – so realistisch<br />

wie möglich ab. Bestehende Teams kommen<br />

hier zusammen um alle erdenklichen<br />

Notfälle so realitätsnah wie möglich zu<br />

trainieren. Durch die baulichen Gegebenheiten<br />

und die hochmoderne Ausstattung<br />

im SAM mit Simulatoren, die Personen<br />

aller Altersklassen darstellen, können wir<br />

alle Alltags- und Notfallsituationen wie<br />

Smarte Tür- und Fensterlösungen von GEZE unterstützen<br />

bei der Umsetzung komplexer Anforderungen<br />

moderner Gesundheitsbauten. Automatisierte<br />

Systeme tragen zu optimierten Hygienekonzepten,<br />

sicheren Flucht- und Rettungswegen und energieeffizienten<br />

Betriebsabläufen bei.<br />

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Mehr erfahren:<br />

geze.de


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Ausreichend Lehrerbüros und Kleingruppenräume<br />

waren zentrale Punkte der Gebäudekonzeption.<br />

Ein besonderes Highlight im Haus ist der<br />

vollausgestattete Rettungswagen, der – mit<br />

neuster Audio- und Videotechnik ausgestattet<br />

– sogar das Erlernen eines sicheren Kranken-<br />

Transports ermöglicht.<br />

So realitätsnah wie möglich: Durch die baulichen<br />

Gegebenheiten und die hochmoderne<br />

Ausstattung mit Simulatoren, die Personen<br />

aller Altersklassen darstellen, können im<br />

SAM alle Alltags- und Notfallsituationen wie<br />

Geburten oder Unfälle exakt dargestellt und die<br />

Behandlung mit den gewohnten medizinischen<br />

Geräten trainiert werden.<br />

Geburten oder Unfälle exakt darstellen<br />

und die Behandlung mit den gewohnten<br />

medizinischen Geräten proben. Selbst<br />

Profis vergessen hier, dass sie sich ‚nur‘ in<br />

einer Übungssituation befinden“, betont<br />

die Geschäftsführerin stolz.<br />

Ein besonderes Highlight im Haus ist der<br />

vollausgestattete Rettungswagen, der<br />

– mit neuster Audio- und Videotechnik<br />

ausgestattet – sogar das Erlernen eines<br />

sicheren Kranken-Transports ermöglicht.<br />

„Diese Idee haben wir an Alho weitergegeben<br />

und dort war man von dem<br />

Projekt begeistert! Wir haben dann lange<br />

recherchiert, wo wir den Kofferaufbau<br />

eines Rettungswagens herbekommen,<br />

und letztendlich habe ich einen Ausrangierten<br />

beim Zoll ersteigert. Alho hat sich<br />

dann alle technischen und statischen<br />

Unterlagen des Aufbaus beschafft. Wir<br />

haben diesen gemeinsam mit Alho vom<br />

Fahrgestell getrennt, danach hat ihn Alho<br />

professionell in ein Modul eingebaut. Die<br />

Elektrik im Aufbau haben wir dann wieder<br />

selbst angeschlossen. Das war ein tolles<br />

Projekt und die Zusammenarbeit hat sehr<br />

viel Freude bereitet“, erinnert sich Uwe<br />

Lefering, Technischer Leiter der Städtischen<br />

Kliniken Mönchengladbach.<br />

Gerd Reifenrath, Projektverantwortlicher<br />

des Modulbauspezialisten, betont: „Dieses<br />

Bauprojekt war eine wirkliche Herzensangelegenheit<br />

für uns, vor allem weil wir ein<br />

erfolgreich genutztes Alho Bestandsgebäude<br />

weiter ausbauen und innovativ für<br />

die Zukunft rüsten konnten. Ideen wie die<br />

Integration des Rettungswagens kreativ<br />

umzusetzen, sind dann das Tüpfelchen<br />

auf dem I. Das macht besonders viel Spaß<br />

und zeigt, dass wir für unsere Bauherren<br />

in allen Situationen echte Partner sind<br />

– auch über das „normale“ alltägliche<br />

Baugeschäft hinaus.“<br />

Auf Bewährtem aufbauen<br />

und Neues schaffen<br />

Beim Bau des Bestandsgebäudes 2015<br />

hatten die Verantwortlichen bereits<br />

weitsichtig entschieden, die Raummodule<br />

für eine mögliche Aufstockung statisch<br />

auszustatten. Eine Etage „on top“ war<br />

darum einige Jahre später ohne Probleme<br />

möglich. Dank der modularen Bauweise<br />

konnte der Bauprozess zügig und effizient<br />

umgesetzt werden. Insgesamt 26<br />

Raummodule wurden in der Fabrik des<br />

Modulherstellers präzise und unter hohen<br />

Qualitätsbedingungen vorgefertigt und in<br />

12 Monaten auf der Baustelle montiert<br />

und fertig ausgebaut – leise und schnell<br />

bei laufendem Schulbetrieb.<br />

„Da wir bereits gute Erfahrungen mit dem<br />

Bau des Erdgeschosses gemacht hatten,<br />

waren wir froh, auch bei der Aufstockung<br />

auf die kompetente Planung von Alho<br />

und das serielle Bausystem mit hochwertigen<br />

Raummodulen zurückgreifen zu<br />

können“, erklärt Sabine Mansmann.<br />

Grundrissgestaltung und Ausstattung<br />

wurden von Anfang an mit den Planern<br />

des Modulbauunternehmens in mehreren<br />

interdisziplinären Sitzungen u.a. mit<br />

Architekten, Ausbildern und Fachkräften<br />

entwickelt, um sicherzustellen, dass die<br />

Räume sowohl den funktionalen Anforderungen<br />

als auch den spezifischen Bedürfnissen<br />

der Ausbildung gerecht werden.<br />

Wünsche wie helle, einladende und<br />

moderne Klassenräume, die ein angenehmes<br />

Lernumfeld schaffen, sowie eine<br />

kreative Farbgestaltungen flossen in den<br />

Planungsprozess ein. Die Verwendung<br />

pflegeleichter und robuster Qualitäts-Materialien<br />

sowie ausreichend Lehrerbüros<br />

und Kleingruppenräume waren ebenfalls<br />

zentrale Punkte.<br />

„Als Betreiber und Nutzer der Räumlichkeiten<br />

war es uns wichtig, dass die<br />

Erweiterung eine flexible und funktionale<br />

Lösung bietet, die den Bedürfnissen<br />

unserer Auszubildenden gerecht wird“,<br />

erläutert die Schulleiterin. Je nach Simulationssituation<br />

kann zwischen einem<br />

Kreißsaal, einer Notaufnahme oder einem<br />

Rettungssetting gewählt und gewechselt<br />

werden.<br />

Teamwork ist das A&O<br />

Im SAM geht es darum die Arbeit im<br />

Team zu verbessern. Neben aller Übung<br />

ist darum das anschließende Feedback<br />

und die Kommunikation bzw. die Nachbesprechung<br />

der erlebten Situation wichtig<br />

– das sogenannte Debriefing, für das im<br />

SAM ebenfalls Räume bereitstehen. Jeder<br />

Handgriff im Training und dessen Ablauf<br />

werden von den Ausbildungsleitern an<br />

Monitoren in verspiegelten Kabinen beobachtet.<br />

Denn: „Gerade bei fachübergreifenden<br />

Übungen gibt es neben Vielem<br />

was gut läuft, immer auch Verbesserungspotential<br />

– selbst wenn Profis am Werk<br />

sind“, wissen die Verantwortlichen.<br />

Doch nicht nur beim Training im SAM,<br />

sondern auch bei der Bauaufgabe selbst<br />

ging es um die gute Leistung im Team:<br />

„Von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung<br />

war die Zusammenarbeit mit Alho<br />

sehr professionell, vertrauensvoll und<br />

effizient. Selbst während des laufenden<br />

Unterrichtsbetriebs verlief der Bau reibungslos<br />

dank der klaren Kommunikation<br />

und dem Einsatz aller Beteiligten“, loben<br />

Petra Coenen und Sabine Mansmann<br />

abschließend.<br />

Und das bietet beste Voraussetzungen für<br />

die Zukunft: „Bei Bedarf können wir das<br />

Gebäude jederzeit noch weiter ausbauen“,<br />

erklärt Gerd Reifenrath.<br />

8 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

special<br />

Buff Medical Resort, Konstanz<br />

Höhenklima am Bodensee<br />

Healthcare like no other – mit diesem Versprechen eröffnete das Buff Medical Resort in Konstanz<br />

ein neues Kapitel moderner, ganzheitlicher Präventiv- und Regenerationsmedizin. Eines<br />

der größten Holzgebäude Deutschlands beherbergt auf über 20.000 Quadratmetern 118<br />

Zimmer und Suiten sowie einen 5.000 Quadratmeter großen medizinischen Bereich. Das visionäre<br />

Projekt vereint medizinische Exzellenz und innovative Gesundheitsprogramme mit dem<br />

Ambiente eines 5-Sterne-Superior-Resorts. So verfügt das Buff Medical Resort über eines der<br />

wenigen Cardio-MRT-Geräte in Deutschland und bietet seinen Gästen ein speziell reguliertes,<br />

simuliertes Höhenklima. Technisch auf den Punkt gebracht wird dieses Erlebnis durch smarte<br />

Gebäude- und Raumautomation.<br />

Das Herzstück der technischen<br />

Infrastruktur bildet eine modular<br />

aufgebaute KNX-Architektur mit<br />

sieben autarken Teilprojekten – jedes gesteuert<br />

durch einen eigenen Gira Home-<br />

Server. Die Teilprojekte sind über Gira F1<br />

miteinander gekoppelt, wobei ausschließlich<br />

gefilterte Informationen übermittelt<br />

werden – und zwar nur jene, die auch für<br />

die jeweils anderen Teilanlagen relevant<br />

sind, – wie zum Beispiel die einheitliche<br />

Zeitsteuerung der Fassadenbeleuchtung.<br />

Diese technische Infrastruktur gewährleistet<br />

eine hohe Ausfallsicherheit und<br />

die vom Bauherrn gewünschte Autarkie.<br />

Selbst bei einer Störung in einem Teilprojekt<br />

bleibt die Funktionalität der übrigen<br />

Bereiche erhalten.<br />

Bedient wird die KNX-Anlage über eine intuitive<br />

Visualisierungsoberfläche, den Gira<br />

QuadClient, die auch Ärzten den Zugriff<br />

auf die Einstellparameter des Höhenklimas<br />

ermöglicht.<br />

Für eine sichere Kommunikation innerhalb<br />

der Gebäudeautomation sorgt eine<br />

durchgängige KNX-IP-Secure-Verschlüsse-<br />

Das Buff Medical Resort in Konstanz vereint medizinische Exzellenz mit dem Ambiente eines<br />

5-Sterne-Superior-Resorts. Es beherbergt auf über 20.000 m 2 118 Zimmer und Suiten sowie<br />

einen 5.000 m 2 großen medizinischen Bereich.<br />

Bildnachweis (diese und nächste Seite): Winfried Heinze<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

9


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

lung. Fernwartungsaufgaben werden per<br />

Gira S1 für jede Teilanlage datensicher<br />

realisiert. Das spart Zeit und Aufwand. Die<br />

Gira HomeServer sorgen u. a. dafür, dass<br />

die Helligkeit der Beleuchtung zu definierten<br />

Zeiten automatisch angepasst wird.<br />

Zur Vereinfachung der Betriebsabläufe<br />

werden die Gewerke in den Behandlungsräumen,<br />

dem Restaurant im Erdgeschoss<br />

sowie in den Flurbereichen über sogenannte<br />

„Gebäudeszenen“ gesteuert.<br />

So lassen sich Beleuchtungsstärke und<br />

Raumtemperatur in großen Teilen des<br />

Gebäudes per Tastendruck in einen vordefinierten<br />

Zustand versetzen. Die Voreinstellungen<br />

definiert der Betreiber mobil<br />

per App – auch aus der Ferne.<br />

Smartes Raumklima trifft<br />

medizinische Präzision<br />

Ein Alleinstellungsmerkmal des Buff Medical<br />

Resorts ist die Simulation von Höhenklima<br />

in den Gästezimmern – ein innovativer<br />

therapeutischer Ansatz und für die<br />

medizinische Behandlung notwendige<br />

Maßnahme zur Stärkung des Immunsystems<br />

im Schlaf. Dazu misst ein unauffällig<br />

in den Gästezimmern integrierter Sensor<br />

kontinuierlich die Sauerstoffsättigung der<br />

Luft. Diese wird über den Gira HomeServer<br />

geregelt. Die Server dokumentieren<br />

relevante Daten der Einstellungen des<br />

Höhenklimas. Von den Ärzten definierte<br />

Sollwerte werden per Gira QuadClient<br />

direkt in das KNX System übertragen –<br />

ein Paradebeispiel für die Integration von<br />

weiteren Technologien in die intelligente<br />

KNX Gebäudesteuerung.<br />

Die Gäste können in ihren Zimmern<br />

über das Multitouch Display Gira G1 u.<br />

a. die Beleuchtung, die Vorhänge, das<br />

Insektenschutzrollo des Balkons und<br />

die Raumtemperatur bedienen sowie<br />

den vom Arzt verordneten und eingestellten<br />

Wert des Höhenklimas ablesen.<br />

Die smarten Gira Tastsensoren in den<br />

Räumen sind benutzerfreundlich mit<br />

leicht verständlichen Symbolen gelasert<br />

– eine Bedienphilosophie, von der<br />

nicht nur internationale Gäste profitieren.<br />

Das Designkonzept setzt auf hochwertige,<br />

langlebige Materialien: etwa das<br />

puristische Schalterprogramm Gira E2 in<br />

Schwarz matt. Die mehrfach ausgezeichnete<br />

Designlinie verbindet reduzierte<br />

Form mit funktionaler Qualität und setzt<br />

Akzente im Interior-Design.<br />

Die Zimmer und Suiten sind exzellent ausgestatte und bieten den Gästen ein speziell reguliertes,<br />

simuliertes Höhenklima.<br />

Auch in punkto Energieeffizienz überzeugt<br />

die Gebäudeautomation: Zimmerbuchungen<br />

werden von der Klinikverwaltungssoftware<br />

kostensparend über standardmäßig<br />

im Gira HomeServer integrierte<br />

Schnittstellen (URL-Endpunkte) an den<br />

KNX weitergegeben. So werden nur in<br />

den belegten Zimmern Beleuchtung,<br />

Raumtemperierung, Höhenklimaregelung<br />

und weitere Funktionen aktiviert. Fensterkontakte<br />

sorgen dafür, dass bei länger<br />

geöffneten Fenstern Heizung und Höhenklimaregelung<br />

automatisch abgeschaltet<br />

werden. Über einen zentralen „Eco“-Schalter<br />

an der Tür können Gäste ihre Zimmer<br />

beim Verlassen in einen Energiesparmodus<br />

versetzen - ganz im Sinne eines<br />

nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen.<br />

In den öffentlichen Bereichen des Buff<br />

Medical Resort erfassen Präsenzmelder<br />

das Nutzerverhalten und Zeitschaltuhren<br />

steuern die Helligkeit automatisch, abhängig<br />

von Tageszeit und Nutzung. Weitere<br />

Maßnahmen wie der Einsatz erneuerbarer<br />

Energien sowie anlagentechnische und<br />

bauliche Optimierungen tragen dazu bei,<br />

dass das Gebäude den KfW-Standard<br />

„Effzienzhaus 55“ erfüllt.<br />

Partnerschaftlich<br />

gedacht –<br />

optimal realisiert<br />

Statt einen Generalunternehmer zu beauftragen,<br />

entschied sich der Investor und<br />

CEO Hans Jürg Buff bewusst für ein eng<br />

koordiniertes Projektteam mit regionalen<br />

Partnern. In regelmäßig stattfindenden<br />

Jour Fixes wurde das Projekt dynamisch<br />

weiterentwickelt und funktional angepasst.<br />

Die Aufteilung in sieben einzelne<br />

KNX-Anlagen ermöglichte eine zeitsparende,<br />

parallele Inbetriebnahme der Gebäudeautomation.<br />

Effizient, nachhaltig und<br />

designorientiert<br />

Außergewöhnlich ist auch der Wellness- und Spa-Bereich: Ein Ort der Ruhe und Entspannung,<br />

der Inspiration und des Wohlbefindens.<br />

10 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Die Gäste können in ihren Zimmern über das<br />

Multitouch Display Gira G1 u. a. die Beleuchtung,<br />

die Vorhänge, das Insektenschutzrollo<br />

des Balkons und die Raumtemperatur bedienen<br />

sowie den vom Arzt verordneten und<br />

eingestellten Wert des Höhenklimas ablesen.<br />

Die smarten Gira Tastsensoren sind benutzerfreundlich<br />

mit leicht verständlichen<br />

Symbolen gelasert.<br />

Bildnachweis (+ Bild links): Gira<br />

levelZer0, die Schwelle für<br />

Hebeschiebetüren<br />

Ein Alleinstellungsmerkmal des Buff Medical Resorts ist die Simulation von Höhenklima in den<br />

Gästezimmern. Von den Ärzten definierte Sollwerte werden über die intuitive Visualisierungsoberfläche,<br />

den Gira QuadClient, eingetragen und direkt in das KNX System übertragen (im Bild).<br />

Bildnachweis: SIS System Integratoren Schweiz GmbH<br />

Bautafel<br />

Architekt &<br />

Generalplanung:<br />

Entwurf:<br />

Rebholz Architekten u. Ing. GmbH, Bad Dürrheim<br />

Pablo Horváth Architekten, Chur<br />

Systemintegrator: SIS System Integratoren Schweiz GmbH, Zeiningen<br />

Elektroplanung:<br />

EPM Planungsbüro, Bad Dürrheim<br />

Elektroinstallation: Fuchs Elektro GmbH, Konstanz<br />

Intelligente<br />

Gebäudetechnik:<br />

Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Radevormwald<br />

DIMENSIONEN<br />

ERLEBEN


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Eine großflächige doppelflügelige Schiebetüranlage gestaltet im Pflegewohnheim „Maria Veen“ im münsterländischen Reken den Übergang<br />

vom „Raum der Stille“ zum angrenzenden und lichtdurchfluteten Speisesaal fließend und schwellenlos.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Hawa Sliding Solutions AG<br />

Pflegewohnheim „Maria Veen“ in Reken<br />

Curve-Sliding-Feeling im Pflegewohnheim<br />

Er ist das Herzstück im Pflegewohnheim „Maria Veen“ im münsterländischen Reken: Der<br />

„Raum der Stille“. Kreisrund und mit klarer, auf das Wesentliche konzentrierter Einrichtung lädt<br />

er zur Einkehr, schafft den Rahmen für Ruhe und Kontemplation. Zugleich bietet er sich an als<br />

Ort für das Zusammenkommen. Den fließenden und schwellenlosen Übergang zum angrenzenden<br />

und lichtdurchfluteten Speisesaal gestaltet eine großflächige doppelflügelige Schiebetüranlage.<br />

Maßgeschneidert folgt sie dem bogenförmigen Verlauf der Wand und verschwindet<br />

geöffnet komplett im Mauerwerk.<br />

Für das planende Büro Hartig, Meyer,<br />

Wömpner Architekten aus Münster<br />

bildet der kreisrunde Raum<br />

die „neue Mitte“ des umgebauten und<br />

erweiterten dreigeschossigen Hauses<br />

und einen „Treffpunkt mit großer Nutzungsvielfalt<br />

und hoher Aufenthaltsqualität“.<br />

Darum herum entstand eine neue<br />

Wohnstruktur, die geänderten Rahmenbedingungen<br />

in der Betreuung und Pflege<br />

gerecht wird, aber auch architektonischen<br />

Anforderungen an Offenheit, Großzügigkeit<br />

und Übersicht.<br />

Schiebetüren,<br />

die den<br />

Bogen raushaben<br />

Zu dem Konzept, „mehr Licht, mehr<br />

Raum und Orientierung“ zu schaffen, leistet<br />

die vom Architekturbüro entworfene<br />

Schiebetüranlage zum „Raum der Stille“<br />

einen wesentlichen Beitrag. Die Tischlerei<br />

Brandmann aus Telgte setzte den<br />

Entwurf als maßgeschneiderte Sonderanfertigung<br />

technisch um. Die zwei 2.400<br />

x 1.980 mm großen Türflügel folgen<br />

dem Radius der Wand und verschwinden<br />

beim Öffnen vollständig in den Wandtaschen<br />

– ein Detail, das praktische Vorteile<br />

bietet: Die großzügige Durchgangsbreite<br />

12 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

special<br />

von 3,50 Metern verbindet beide Räume<br />

fließend.<br />

Für die leichtgängige Mechanik und<br />

den schwellenlosen Übergang sorgt der<br />

Schiebetürbeschlag „Hawa Media 70“.<br />

Der oben laufende Beschlag eignet sich<br />

für gebogene, aber auch gerade Holztüren<br />

bis 70 kg und minimalem Achsradius<br />

von 500 mm. Die individuell gebogene<br />

Laufschiene montierte die Tischlerei im<br />

Türsturz. Sie wird von einer zweiteiligen<br />

Blockzarge umfasst, die über die Vorderseite<br />

revisionierbar ist.<br />

Haus, das Schutz &<br />

Orientierung bietet<br />

Das Haus „Maria Veen“ wurde als erste<br />

von zwei Pflegeeinrichtungen des Vereins<br />

für katholische Arbeiterkolonien in<br />

Westfalen im Oktober 1888 gegründet.<br />

Es bietet nicht nur Wohnungslosen ein<br />

Zuhause. Auch Menschen mit einem<br />

besonderen psychosozialen Hilfebedarf<br />

oder einer Suchterkrankung finden hier<br />

Unterkunft, Begleitung und Betreuung.<br />

116 Plätze stehen Pflegebedürftigen zur<br />

Verfügung.<br />

Die maßgeschneiderte Schiebetüranlage folgt<br />

dem bogenförmigen Verlauf der Wand und<br />

verschwindet geöffnet komplett im Mauerwerk.<br />

Für die leichtgängige Mechanik und den<br />

schwellenlosen Übergang sorgt ein oben<br />

laufender Schiebetürbeschlag<br />

Nürnberg, 24.-27. März 2026<br />

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Die Weltleitmesse für Fenster, Türen und Fassaden.<br />

parallel zur<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

13


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Neubau Kinderzentrum Bethel, Bielefeld<br />

Feuerschutz und Sicherheit im Fokus<br />

Nach sechs Jahren Planung und Bauzeit eröffnete im Sommer 2023 der Neubau des Kinderzentrums<br />

Bethel, eines der modernsten Kinderkrankenhäuser Deutschlands, in Bielefeld. Von<br />

außen besticht der markante Bau durch seine vielfarbige Fassade und großen Fensterfronten.<br />

Innen zeigt sich gerade in den Details die Liebe zu den jungen Patientinnen und Patienten.<br />

Hier wurde viel Wert auf eine nutzer- und patientenfreundliche Gestaltung gelegt. Das spiegelt<br />

sich auch in der Auswahl der Türen wider, bei der die spezifische Nutzung im Vordergrund<br />

stand. Teckentrup lieferte für das Projekt verschiedene Türen, insbesondere Feuerschutzabschlüsse,<br />

je nach Einsatzort in spezifizierten Ausführungen.<br />

Mit dem Neubau des Kinderzentrums<br />

Bethel sollten die bis dato<br />

in zwei Häusern untergebrachten<br />

Abteilungen der Kinderheilkunde<br />

zu einer zeitgemäßen und funktionalen<br />

Kinderklinik zusammengefasst werden,<br />

bei der besonders auf die Bedürfnisse<br />

der kleinen Patientinnen und Patienten<br />

eingegangen wird.<br />

Zahlreiche Spender<br />

Herausgekommen ist eines der modernsten<br />

Kinderkrankenhäuser Deutschlands<br />

mit 146 Betten. Jährlich werden hier<br />

rund 50.000 Kinder stationär oder ambulant<br />

betreut. Umsetzbar war das Projekt<br />

nur dank der Unterstützung von über<br />

250.000 Spenderinnen und Spendern.<br />

60 Millionen Euro und damit die Hälfte<br />

der Baukosten kamen durch Spenden<br />

zusammen.<br />

Gewinner des Wettbewerbs für den<br />

Klinik-Neubau war das Architekturbüro<br />

Hascher Jehle aus Berlin, nach deren<br />

Entwurf die Komposition mehrerer<br />

Baukörper mit quadratischem Grundriss<br />

entstand. Die Gebäude reihen sich entlang<br />

der Talsohle an eine durchgängige<br />

Verbindungsachse, der sogenannten<br />

Magistrale.<br />

Patientenfreundliche<br />

Gestaltung<br />

Die architektonisch markante Kuben-<br />

Struktur mit verhältnismäßig großer<br />

Fensterfläche lässt viel Tageslicht in die<br />

Räume. Generell wurde viel Wert auf<br />

eine nutzer- und patientenfreundliche<br />

Gestaltung gelegt. Dies zeigt sich auch<br />

bei der Auswahl der Türen, bei deren<br />

Planung immer die jeweilige Nutzung und<br />

der Einbauort berücksichtigt wurden. So<br />

sind beispielsweise beim Transport der<br />

sperrigen Klinikbetten der Öffnungswinkel<br />

und das rechtzeitige Öffnen der Türen<br />

entscheidend.<br />

Klaus Rösler, technischer Berater bei<br />

Hanke Bauelemente und verantwortlich<br />

für die technische Realisation der Türen<br />

in dem Objekt, unterstreicht die Bedeutung<br />

des Projekts für alle Beteiligten:<br />

„Das Kinderzentrum war und ist eines der<br />

spannendsten und herausfordernsten,<br />

aber auch eines der schönsten Projekte.<br />

Für Hanke Bauelemente war es das<br />

größte in der Firmengeschichte. Das gilt<br />

sowohl vom Volumen, als auch von den<br />

technischen Herausforderungen und den<br />

Details der Türenplanung. Ich durfte die<br />

Realisierung im Anschluss an die Vergabe<br />

von Anfang an begleiten. Mit Teckentrup<br />

hatten wir dabei einen kompetenten und<br />

lösungsorientierten Partner an unserer<br />

Seite. Drei intensive Jahre liegen hinter<br />

uns, in der auch viel Herzblut in das<br />

Projekt geflossen ist. Umso schöner ist es,<br />

nun zu sehen, wofür man dies getan hat<br />

und wie wertvoll dieser Ort für die kleinen<br />

Patientinnen und Patienten ist. Ein wahres<br />

Leuchtturm-Projekt.“<br />

Farben und Tiermotive<br />

helfen bei der<br />

Orientierung<br />

Neubau Kinderzentrum Bethel in Bielefeld, eines der modernsten Kinderkrankenhäuser<br />

Deutschlands.<br />

Fünf Kindertageskliniken auf 15.500 Quadratmeter<br />

Gesamtfläche, 10.000 stationäre<br />

Aufnahmen jährlich, weitere 40.000<br />

ambulant und 25.000 Notaufnahme-<br />

Fälle. Damit sich hier keiner verirrt, helfen<br />

unterschiedliche Farbschemata und Tiermotive<br />

bei der Orientierung, insbesondere<br />

da viele der kleinen Kinder noch nicht<br />

lesen können. Entworfen vom Künstler<br />

und Illustrator Samy Löwe, zeigen die<br />

Motive an, wo man sich befindet. Bei so<br />

viel Fläche kommt auch eine stattliche<br />

Anzahl an Türen zusammen – insgesamt<br />

870. Insbesondere bei den Feuerschutzabschlüssen<br />

kommen Stahltüren von Teckentrup<br />

in unterschiedlichen Ausführungen<br />

und Kombinationen zum Einsatz: vom<br />

Rauch- und Schallschutz über Panikfunktionen,<br />

Drehflügelantriebe, Haftmagneten<br />

14 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

special<br />

Bei den Innenräumen legten die Architekten (Hascher Jehle, Berlin) viel Wert auf die Nutzer- und<br />

Patientenfreundlichkeit.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Christian Eblenkamp/Teckentrup<br />

Großzügige Magistrale: Ein 140 Meter langer<br />

Korridor zieht sich durch alle Ebenen des<br />

Gebäudes. Überirdisch verbindet er die sechs<br />

einzelnen Gebäude miteinander.<br />

bis zu Lichtfenstern ist hier alles dabei. Ein<br />

Großteil der Brandschutztüren befindet<br />

sich zudem auf Flucht- und Rettungswegen.<br />

Je nach Einbauort kommen daher<br />

bei den meisten dieser Türen im Klinikum<br />

Schlösser mit einer Panikfunktion (D oder<br />

E) zum Einsatz.<br />

Berührungslose<br />

Hygiene<br />

In frequentierten Durchgangsbereichen<br />

sorgt die T30 RS FSA-62 mit Lichtausschnitt<br />

in Kombination mit Drehflügelantrieb,<br />

Radar und Flatscan für einen<br />

barrierefreien und komfortablen Zugang.<br />

So ist eine hygienische und berührungslose<br />

Türbegehung möglich. Schlösser mit<br />

Panikfunktion D gewährleisten in diesen<br />

Zonen, dass die Flucht- und Rettungsmöglichkeit<br />

jederzeit gegeben ist.<br />

Vorbeugender Brandschutz<br />

in der Tiefgarage<br />

Bei der Planung der Durchgänge und<br />

Abschlüsse in Tiefgaragen haben vorbeugender<br />

Feuer- und Rauchschutz und die<br />

Sicherung der Flucht- und Rettungswege<br />

Priorität. Die Brandschutzmaßnahmen<br />

müssen der Entstehung und Ausbreitung<br />

eines Brandes entgegenwirken und<br />

Rauchentwicklungen lokal begrenzen. Im<br />

vorbeugenden Brandschutz müssen Feuerschutztüren<br />

selbstschließend sein. Daher<br />

sind die Elemente mit Obentürschließern<br />

und Feststellanlagen ausgestattet. Starke<br />

Haftmagnete halten im Alltagsbetrieb die<br />

Türen offen. Damit sich die Durchgänge<br />

bei einem Brand schließen, werden die<br />

Haftmagnete über Rauchmelder stromlos<br />

geschaltet und die Türen über Türschließer<br />

automatisch geschlossen.<br />

Brandschutztüren auf den Flucht- und Rettungswegen:<br />

Je nach Einbauort kommen bei<br />

den meisten dieser Türen Schlösser mit einer<br />

Panikfunktion zum Einsatz. Die Panikfunktion<br />

E wird bei Zugängen für einen definierten<br />

Personenkreis, die Panikfunktion D ist dagegen<br />

für reine Fluchttüren vorgesehen.<br />

Bautafel<br />

Bauherr:<br />

Ev. Krankenhaus Bielefeld gGmbH, Bielefeld<br />

Architekturbüro:<br />

Hascher Jehle Architektur, Berlin<br />

Beratung, Montage und Wartung Tore/Türen:<br />

Hanke Bauelemente OHG, Oerlinghausen<br />

Nutzung:<br />

Kinderkrankenhaus mit 10.000 m² Nutzfläche, 146 Betten<br />

Eröffnung:<br />

2023 (Planung/Bau 2017-2023)<br />

Ein Rollgitter zum Mitarbeiter-Parkhaus regelt<br />

Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage und belüftet<br />

gleichzeitig die Parkflächen.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

15


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Onkologiezentrum in Barcelona<br />

Heilende Architektur für kleine Patienten<br />

mit intelligenten Türsystemen<br />

Mit dem SJD Pediatric Cancer Center hat in Barcelona eines der größten Kinder-Krebszentren<br />

Europas seinen Betrieb aufgenommen – konzipiert für rund 400 junge Patienten jährlich. Das<br />

neue Onkologiezentrum des renommierten Krankenhauses Sant Joan de Déu vereint höchste<br />

medizinische Funktionalität mit einer Architektur, die Geborgenheit schafft. Die eingesetzten,<br />

integrierten Türsysteme haben die Umsetzung der Healing Architecture mit integrierten Türsystemen<br />

unterstützt, die Barrierefreiheit, Sicherheit, Hygiene und ein ansprechendes Design<br />

vereinen.<br />

Im SJD Pediatric Cancer Center Barcelona stellt Healing Architecture eines der Leitgedanken dar.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): © Pau Esculies / GEZE Iberia<br />

Architektur kann heilsam wirken<br />

– wenn sie konsequent Komfort,<br />

Sicherheit und Barrierefreiheit mit<br />

gestalterischem Anspruch verbindet. In<br />

besonders sensiblen Bereichen wie der<br />

Kinderonkologie entscheidet die bauliche<br />

Umgebung mit darüber, ob junge Patienten<br />

zur Ruhe kommen, sich orientieren<br />

und Vertrauen fassen können. Das neue<br />

SJD Pediatric Cancer Center in Barcelona<br />

zeigt, wie sich das Prinzip der Healing<br />

Architecture – also einer Architektur, die<br />

aktiv zum Heilungsprozess beiträgt – in<br />

ein anspruchsvolles Klinikgebäude übersetzen<br />

lässt. Eine Schlüsselrolle spielen<br />

dabei durchdachte Türsysteme von Geze,<br />

die sich nahtlos in das architektonische<br />

Konzept einfügen. Sie strukturieren nicht<br />

nur Räume, sondern auch Bewegungsflüsse,<br />

Zutrittslogik und hygienische<br />

Standards.<br />

Architektur, die<br />

Vertrauen schafft<br />

Das von PINEARQ unter Leitung von<br />

Alberto de Pineda entworfene Gebäude<br />

liegt auf dem Gelände des Hospital Sant<br />

Joan de Déu. Es ist speziell auf Kinder<br />

mit Krebserkrankungen und ihre Familien<br />

ausgerichtet – inhaltlich, funktional und<br />

gestalterisch.<br />

Großzügige Fenster, helle Räume, klare<br />

Wegeführung und ruhige Materialien<br />

schaffen eine Atmosphäre, die angstlösend<br />

wirkt und Geborgenheit vermittelt.<br />

Von Beginn an war klar: Technik darf hier<br />

nicht dominieren – sie muss begleiten. Entsprechend<br />

hoch waren die Anforderungen<br />

an die Türtechnik, die zum Einsatz kam.<br />

16 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

special<br />

Klare Formen, effiziente Nutzung: Die automatischen Schiebetüren im Eingangsbereich des SJD<br />

Pediatric Cancer Center Barcelona.<br />

In den Ambulanzen ermöglicht die ECdrive-<br />

Technologie komfortables Begehen und<br />

Gestaltungsfreiheit.<br />

Türlösungen für sensibel<br />

genutzte Bereiche<br />

Die eingesetzten Türsysteme wurden<br />

präzise auf Nutzung, Hygieneanforderungen<br />

und architektonische Wirkung<br />

abgestimmt. In den zentralen Verkehrsund<br />

Übergangsbereichen des Zentrums<br />

sorgen automatische Schiebetüren mit<br />

den Antrieben ECdrive und Slimdrive<br />

SL NT für barrierefreie und kontaktlose<br />

Zugänge. Der ECdrive bietet eine klare<br />

Formensprache, geringe Bauhöhe und<br />

Zuverlässigkeit – ideal für hochfrequentierte<br />

Eingänge. Der Slimdrive SL<br />

NT ergänzt das System in sensibleren<br />

Innenzonen, wo eine dezente Integration<br />

gefordert ist.<br />

In den Bereichen mit höchsten hygienischen<br />

Anforderungen – wie OP-Zonen<br />

oder Stationen für immungeschwächte<br />

Patienten – wurde das automatische<br />

Schiebetürsystem Powerdrive PL-HT<br />

eingesetzt. Es ermöglicht die hermetische<br />

Abdichtung der Türflügel durch Absenken<br />

und Anpressen an die Zarge. Ein<br />

umlaufendes Dichtungssystem reduziert<br />

die Luftdurchlässigkeit und erfüllt erhöhte<br />

Anforderungen an Hygiene und Luftführung.<br />

Zur berührungslosen Bedienung kommt<br />

der Näherungstaster GC 307+ zum Einsatz.<br />

Er erkennt Bewegungen im Bereich<br />

von 10 bis 60 cm und öffnet Türen,<br />

ohne dass eine Berührung nötig ist. Die<br />

Empfindlichkeit lässt sich anpassen,<br />

sodass ungewollte Öffnungen vermieden<br />

werden – ein Vorteil in stark frequentierten<br />

Bereichen wie Kliniken. Alle Systeme<br />

lassen sich in die Gebäudeautomation integrieren<br />

und ermöglichen eine effiziente,<br />

zentrale Steuerung<br />

.<br />

Frühzeitige Integration<br />

als Erfolgsfaktor<br />

Die Zusammenarbeit mit Geze begann<br />

bereits in der Planungsphase. Gemeinsam<br />

mit dem Architekturbüro wurden<br />

Lösungen entwickelt, die sowohl funktional<br />

als auch gestalterisch überzeugten.<br />

Die langjährige Erfahrung des Leonberger<br />

Projekt:<br />

Architektur:<br />

Bauherr:<br />

Nutzung:<br />

Bautafel<br />

SJD Pediatric Cancer Center Barcelona<br />

PINEARQ, Alberto de Pineda<br />

Hospital Sant Joan de Déu<br />

Unternehmens im Gesundheitsbau erwies<br />

sich dabei als wertvoll: Von der Auswahl<br />

geeigneter Antriebe über die Einbindung<br />

in Sicherheits- und Zutrittssysteme bis hin<br />

zur Unterstützung bei der normgerechten<br />

Umsetzung.<br />

„Healing Architecture“ bedeutet nicht,<br />

Technik zu verstecken – sondern sie so<br />

zu integrieren, dass sie Teil des Heilungsraums<br />

wird. Das neue Zentrum in Barcelona<br />

zeigt, wie das gelingen kann: durch<br />

durchdachte Planung, interdisziplinäre<br />

Zusammenarbeit und Produkte, die Architektur<br />

nicht einschränken, sondern sie<br />

ergänzen – leise, effizient und verlässlich.<br />

Onkologiezentrum für Kinder und Jugendliche<br />

Infos: Healing Architecture in der Praxis<br />

• Großzügige Tageslichtführung durch transparente Fassaden<br />

• Visuelle Orientierung durch klare, ruhige Linienführung<br />

• Reduktion von Geräuschquellen durch leise Türantriebe<br />

• Barrierefreie Zugänge ohne Schwellen oder Kraftaufwand<br />

• Rückzugsräume mit kontrollierter Zugangstechnik<br />

• Integration technischer Systeme in das architektonische Gesamtbild<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

17


special<br />

pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

Salamander<br />

Barrierefreiheit nach DIN 18040: Formvollendet funktional<br />

sie sich flexibel an die jeweilige Topographie<br />

anpassen und ermöglicht eine<br />

leichte Überrollbarkeit. Die Lösung erfüllt<br />

vollständig die Anforderungen der DIN<br />

18040, die neben der reinen Schwellenhöhe<br />

auch Kriterien wie Bedienkräfte,<br />

Durchgangsbreiten sowie Sichtbarkeit<br />

und Sicherheit definiert. Gleichzeitig<br />

ist die Schwelle im Rahmen des KfW-<br />

Programms „Altersgerechtes Wohnen“<br />

förderfähig – ein wichtiger Aspekt für<br />

zukunftsorientierte Planung und Wohnen.<br />

Mit der neuen Schwellenlösung levelZer0 bietet Salamander eine komfortable Hebeschiebetür-<br />

Lösung für die Verbindung nach draußen.<br />

Die intelligent konstruierte Bodenschwelle hat einen nur 25 mm hohen Grundkörper.<br />

Mit einem nur 25 mm hohen<br />

Grundkörper und cleverer<br />

Modularität ermöglicht Salamanders<br />

neue Schwellenlösung levelZer0.<br />

Das durchdachte Schwellen System für<br />

Hebe-Schiebetüren vereint eine einfache<br />

Montage mit der besten Anpassbarkeit an<br />

bauliche Anforderungen und ist zudem<br />

auch KfW-förderfähig.<br />

Salamander präsentiert mit der neuen<br />

Lösung eine Nullschwelle für sein evolutionDrive_HST-System,<br />

die sowohl Designansprüchen<br />

als auch Barrierefreiheit<br />

erfüllt. Das variabel strukturierte System<br />

mit einem flachen Grundkörper überzeugt<br />

durch eine einfache Montage, wenige Einzelteile<br />

und kann sowohl im Neubau als<br />

auch im Bestand eingesetzt werden.<br />

Die neue Hebeschiebetür-Schwelle unterscheidet<br />

sich deutlich von herkömmlichen<br />

Lösungen: Viele am Markt erhältliche<br />

Systeme bestehen aus zahlreichen<br />

Einzelteilen, deren Montage und Abdichtung<br />

zeit- und kostenintensiv ist. Außerdem<br />

weisen viele am Markt verfügbaren<br />

Schwellensysteme hohe Aufbauhöhen<br />

auf. Besonders bei Renovierungsvorhaben<br />

stellt der begrenzte Bodenaufbau<br />

immer wieder eine Herausforderung dar<br />

und macht die Umsetzung schwierig bis<br />

unmöglich.<br />

Dank seines lediglich 25 mm hohen<br />

Grundkörpers bietet die Salamander levelZer0<br />

Schwelle sowohl in Neubau- wie<br />

Renovierungsszenarien eine passende<br />

Lösung. Durch variable Rampen lässt<br />

Ein besonderes Merkmal des enuen Systems<br />

ist der modulare Aufbau, der große<br />

Flexibilität bietet. Das System funktioniert<br />

wie ein Baukasten, dessen Elemente sich<br />

individuell und bedarfsgerecht kombinieren<br />

lassen. Zusätzlich verwendbare<br />

Komponenten sorgen dafür, dass selbst<br />

bei notwendigem Niveauausgleich<br />

keine Stolperkanten entstehen. Größere<br />

Höhenunterschiede lassen sich dank<br />

eines cleveren Konzepts zu den variablen<br />

Bodenanschlüssen sicher und angenehm<br />

überrollen.<br />

Mit der Standard-Führungsschiene von<br />

5 mm liegt levelZer0 deutlich unter<br />

dem Branchendurchschnitt. Die neue,<br />

patentierte Führungsschiene verbessert<br />

zudem die Überrollbarkeit barrierefreier<br />

Schwellen spürbar. Durch die reduzierte<br />

Anzahl an Einzelteilen werden Montage,<br />

Abdichtung und Lagerhaltung vereinfacht.<br />

Damit diese Vorteile in der Praxis voll<br />

zum Tragen kommen, ist eine sorgfältige<br />

gewerkeübergreifende Abstimmung<br />

erforderlich. Die Installation barrierefreier,<br />

bodentiefer Elemente erfordert insbesondere<br />

eine enge Koordination zwischen<br />

Fensterbau, Abdichtung, Estrich und<br />

Außenbelägen. Wenn Entwässerung, Abdichtung<br />

und Einbauhöhen gemeinsam<br />

geplant werden, können Nullschwellen<br />

dauerhaft funktional und schadensfrei<br />

betrieben werden.<br />

Aktuell bietet Salamander die gesamte<br />

Hebeschiebetür mit dem nachhaltigen<br />

Greta Fenster-Material in moderner Betonoptik<br />

an. So auch die Hebeschiebetür-<br />

Zarge, die ebenfalls in Greta Fenster-Material<br />

erhältlich ist, weshalb die Schwelle<br />

dadurch Ton in Ton gebaut werden kann.<br />

Somit fügt sich die Schwelle nahtlos in<br />

ein puristisches Gesamtkonzept ein und<br />

ermöglicht damit eine einheitliche Formensprache<br />

und Materialästhetik.<br />

Salamander Industrie-Produkte GmbH<br />

www.salamander-windows.com<br />

18 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


pflegezentren; gesundheitsbauten<br />

special<br />

ECO Schulte<br />

Auch im Rollstuhl immer sicher raus<br />

Im Fall eines erkannten Brandes<br />

schließen in öffentlichen Gebäuden die<br />

Brandabschnittstüren, der Strom wird<br />

auf Notversorgung umgeschaltet. Menschen<br />

mit Handicap haben dann Probleme,<br />

die oft schweren, motorisch unterstützten<br />

Brandabschnittstüren zu öffnen,<br />

wenn die Muskelkraft nicht reicht und niemand<br />

helfen kann. Wer als Rollstuhlfahrer<br />

gegen eine schwere Tür andrücken muss,<br />

ist in Lebensgefahr. ECO Schulte hat dafür<br />

eine pragmatische Lösung entwickelt,<br />

die erstmals in einem großen Bauprojekt<br />

in Hamburg zum Einsatz kam: Die Idee<br />

basiert auf einer Sondersteuerung, die<br />

dafür sorgt, dass relevante Drehtürantriebe<br />

selbst nach Auslösung durch die<br />

Brandmeldeanlage oder Rauchmelder in<br />

einem Sondermodus aktiv bleiben. Dieser<br />

Modus erlaubt die automatische Öffnung<br />

der Türen in Fluchtrichtung und ermöglicht<br />

damit ein barrierefreies Entkommen<br />

– für alle. Der notwendige elektrische<br />

Strom wird dabei entweder über lokale<br />

USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)<br />

oder Gebäude-Ersatzstrom zur<br />

Verfügung gestellt.<br />

Viele der Komponenten dazu kommen<br />

aus dem ECO Schulte Standardprogramm:<br />

Drehtürantrieb, USV und ein<br />

extra Taster, der im Sondermodus-Betrieb<br />

optisch über Lichtblinken signalisiert, dass<br />

die Tür sich noch öffnen lässt. Die Sondersteuerung<br />

wurde neu entwickelt und<br />

kann für zukünftige Projekte auch einfach<br />

adaptiert werden.<br />

Die zuständige Bauaufsichtsbehörde hat<br />

für die gesamte Lösung eine ZiE (Zustimmung<br />

im Einzelfall als bauaufsichtlicher<br />

Verwendbarkeitsnachweis) ausgesprochen.<br />

ECO Schulte GmbH & Co. KG<br />

www.eco-schulte.com<br />

Brandschutztüren sind bei abgeschaltetem<br />

Netzstrom aus dem Rollstuhl schwer zu öffnen<br />

und können im schlimmsten Fall zur tödlichen<br />

Falle werden. Eine pragmatische Lösung von<br />

ECO Schulte setzt auf eine Sondersteuerung für<br />

Drehtürantriebe. Ein blinkender Taster weist auf<br />

die Funktion hin, die auch funktioniert, wenn<br />

der Strom auf Notversorgung umgestellt ist.


objekte<br />

Klosterquartier Reimlingen<br />

Bestandsbau mit Zukunft<br />

Mit dem Abschluss der Holzbauarbeiten an der Aufstockung des ehemaligen Klostergebäudes<br />

in Reimlingen erreicht ein zukunftsweisendes Projekt der Bestandsentwicklung seinen nächsten<br />

Meilenstein. In nur drei Monaten Bauzeit realisierte Schlosser Holzbau 23 neue Wohneinheiten<br />

in serieller Holzbauweise – präzise, ressourcenschonend und emissionsarm.<br />

In Reimlingen entstanden durch die Aufstockung in Holzbauweise der "alten Druckerei" 23 neue Wohneinheiten.<br />

Bildnachweis: Armoot Architekt GmbH<br />

Der Standort ist geschichtsträchtig<br />

und zugleich ein Beispiel für<br />

nachhaltige Nachverdichtung im<br />

ländlichen Raum. Auf dem Gelände des<br />

ehemaligen Klosters der Mariannhiller<br />

Missionare entwickelt sich ein Quartier<br />

mit sozialem und funktionalem Mehrwert<br />

– von Wohnen über Nahversorgung bis<br />

hin zu medizinischen Angeboten.<br />

Schlosser Holzbau hat nun im Auftrag der<br />

Immobiliengesellschaft Max Asset das<br />

Herzstück fertiggestellt: die zweigeschossige<br />

Aufstockung des Gebäudeteils „Alte<br />

Druckerei“, in der 23 der insgesamt 43<br />

neuen Wohneinheiten vollständig in Holz<br />

realisiert wurden.<br />

Das rund 2,5 Hektar (25.000 m²) große<br />

Areal wird vollständig von Max Asset<br />

entwickelt und geplant. Im Zuge der Sanierung<br />

entstehen im Bauabschnitt „Alte<br />

Druckerei“ neben den 43 Wohneinheiten<br />

auch eine Bankfiliale. Schlosser Holzbau<br />

verbindet den historischen Bestand mit<br />

der neuen, seriellen Aufstockung in Holzbauweise<br />

und erweitert ihn so um 23 einbis<br />

zweistöckige Wohnungen. In weiteren<br />

Bauabschnitten befinden sich ein Ärztehaus,<br />

ein ambulanter Pflegedienst, ein<br />

24/7-SB-Supermarkt, ein Blaulichtcenter<br />

sowie eine ambulant betreute Senioren-<br />

Wohngemeinschaft, die alle bereits in<br />

Betrieb sind und das Quartier funktional<br />

abrunden. In den nächsten Entwicklungsschritten<br />

entstehen zudem weitere Wohnungen<br />

und Gewerbeeinheiten innerhalb<br />

des Gebäudebestands sowie ein Neubau<br />

im Parkbereich.<br />

Mehr als Wohnen:<br />

Wie aus Bestand<br />

Lebensraum wird<br />

Für Bauherr Dr. Maximilian Weik, Gründer<br />

und Geschäftsführer der Max Asset<br />

GmbH, war die Entscheidung für eine<br />

Aufstockung aus Holz eine bewusste.<br />

„Wir wollten die Geschichte des Ortes<br />

nicht auslöschen, sondern fortschreiben“,<br />

betont Weik. „Gleichzeitig war klar: Wir<br />

brauchen zeitgemäßen, bezahlbaren und<br />

nachhaltigen Wohnraum – und zwar<br />

jetzt.“ Der Holzingenieurbau bietet für<br />

dieses Spannungsfeld aus historischer<br />

Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und<br />

Nachhaltigkeit die ideale Lösung. Durch<br />

sein geringes Eigengewicht, seine hohe<br />

Tragfähigkeit und seine hervorragende<br />

Ökobilanz ermöglicht er eine ressourcenschonende<br />

Weiterentwicklung des<br />

Bestands. „Wir wollen zeigen, dass sich<br />

ökonomisches Denken und nachhaltiges<br />

Bauen nicht ausschließen. Im Gegenteil:<br />

Sie ergänzen sich. Der Holzbau ist für<br />

uns kein Trend, sondern eine Haltung“,<br />

so Weik. Die Quartiersentwicklung in<br />

Reimlingen steht sinnbildlich für einen<br />

neuen, verantwortungsvollen Umgang<br />

mit dem Bestand, als Brücke zwischen<br />

Geschichte,<br />

Serielle Aufstockung:<br />

Chancen und Herausforderungen<br />

im Holzbau<br />

Zentrale Parameter bei einer seriellen<br />

Aufstockung sind Statik, Bauphysik und<br />

Brandschutz. Sie müssen bei jedem<br />

Projekt im Bestand sorgfältig geprüft und<br />

20<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


objekte<br />

Bildnachweis (diese Seite): Schlosser Holzbau<br />

von Anfang an berücksichtigt werden.<br />

Bei der Klosteraufstockung in Reimlingen<br />

konnten die Wände, Decken und Dachmodule<br />

unter optimalen Bedingungen<br />

in der Produktionshalle von Schlosser<br />

Holzbau in Jagstzell vorgefertigt und<br />

anschließend auf der Baustelle in kurzer<br />

Zeit montiert werden. Der hohe Vorfertigungsgrad<br />

verkürzt Bauzeiten, reduziert<br />

Verkehrsbelastung und minimiert Emissionen.<br />

Auch die Förderkulisse spielt bei<br />

Projekten dieser Art eine entscheidende<br />

Rolle. Relevante Programme – etwa die<br />

KfW-Förderung oder die Holzbau-Offensive<br />

Baden-Württemberg – können gezielt<br />

genutzt werden, um Budgets spürbar<br />

zu entlasten. Wichtig ist, Fördermittel<br />

frühzeitig und strategisch in die Planung<br />

zu integrieren.<br />

Enge Zusammenarbeit<br />

im Bauteam<br />

Mit über 775 Tonnen gebundenem CO 2<br />

,<br />

einer naturbelassenen Lärchenschalung<br />

und einem hohen Anteil an regionalem<br />

Holz beweist das Beispiel Reimlingen, wie<br />

Klimaschutz und Quartiersentwicklung<br />

Hand in Hand gehen können. „Solche<br />

Projekte gelingen nur im engen Schulterschluss<br />

aller Beteiligten“, betont Marlen<br />

Schlosser, Geschäftsführerin der Schlosser<br />

Holzbau GmbH. „Die enge Zusammenarbeit<br />

im Bauteam schafft Planungssicherheit<br />

und Kostentransparenz, also die<br />

Voraussetzungen, um komplexe<br />

Bestandsbauten erfolgreich weiterzuentwickeln.<br />

Der Holzingenieurbau ermöglicht<br />

uns dabei, technische Präzision mit nachhaltiger<br />

Baukultur zu verbinden.“<br />

Mit dem Projekt Reimlingen zeigt sich,<br />

wie serielle Holzaufstockung zur zentralen<br />

Strategie einer nachhaltigen Bestandsentwicklung<br />

werden kann – technisch präzise,<br />

wirtschaftlich tragfähig und architektonisch<br />

überzeugend. Die Übergabe der<br />

43 neu geschaffenen Wohnungen ist für<br />

Frühjahr 2026 vorgesehen.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

21


objekte<br />

Firmensitz von BBS Motorsport in Haslach<br />

Dynamischer Neubau<br />

BBS Motorsport produziert hochwertige Räder – insbesondere Magnesium-Schmiederäder<br />

– für nahezu alle renommierten Rennserien weltweit sowie für exklusive High-End-Serienfahrzeuge.<br />

Gefertigt werden sie in der eigenen Manufaktur im baden-württembergischen Haslach<br />

im Kinzigtal. Rund 27 Millionen Euro investierte das Unternehmen in einen modernen Firmenkomplex,<br />

der seit 2023 die Produktionskapazitäten erheblich erweitert.<br />

In Haslach hat die BBS Motorsport einen neuen Firmenkomplex errichtet und damit die Produktionskapazitäten deutlich erweitert. Entstanden<br />

sind eine Fertigungshalle mit Lackieranlage und Lager sowie ein modernes Bürogebäude.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Freyler<br />

Planung und Realisierung des anspruchsvollen<br />

Bauvorhabens lagen<br />

in den Händen von Freyler Industriebau<br />

aus Kenzingen.<br />

Die Firmengebäude umfassen eine<br />

Fertigung mit Lackieranlage, Lager und<br />

Logistikzentrum sowie einen direkt angeschlossenen<br />

Bürotrakt. Das Konzept bildet<br />

nicht nur die technischen und organisatorischen<br />

Prozesse optimal ab, sondern<br />

spiegelt auch die Innovationskraft und<br />

den Teamgeist von BBS Motorsport<br />

wider. Zugleich waren höchste Anforderungen<br />

an Funktionalität, Design und<br />

Brandschutz zu erfüllen – Aspekte, die<br />

von Beginn an ganzheitlich in die Planung<br />

integriert wurden.<br />

Wachstum<br />

braucht Raum<br />

Seit der Ausgründung aus der BBS-Gruppe<br />

im Jahr 2012 wuchs BBS Motorsport<br />

rasant – von 25 auf inzwischen 126<br />

Mitarbeitende. Die große Nachfrage<br />

und der damit steigende Flächenbedarf<br />

verlangten nach einem Neubau – und das<br />

in kurzer Zeit. Innerhalb weniger Wochen<br />

entwickelte Freyler gemeinsam mit dem<br />

Unternehmen eine erste Entwurfsplanung,<br />

die unmittelbar mit den japanischen<br />

Anteilseignern abgestimmt wurde.<br />

„Neben der Funktionalität war uns eine<br />

repräsentative Außenwirkung besonders<br />

wichtig – schließlich zählen Premiummarken<br />

der Automobilbranche zu unseren<br />

Kunden“, erklärt Geschäftsführer Roman<br />

Müller.<br />

Architektonische Akzente<br />

mit Markenbezug<br />

Neben funktionalen Anforderungen<br />

setzten die Freyler Architekten gezielt<br />

gestalterische Akzente. Der Gebäudekom-<br />

22<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


objekte<br />

plex präsentiert sich mit einem zurückversetzen<br />

Eingangsbereich, vollverglasten<br />

Dachgeschoss und umlaufender Terrasse.<br />

Die Unternehmensfarbe Rot wird bewusst<br />

an verschiedenen Stellen aufgegriffen –<br />

ebenso wie Designelemente, die Bezug<br />

zur Marke nehmen: Zwei 1,60 Meter<br />

große Rundfenster zitieren das ikonische<br />

BBS-Felgendesign. Entworfen wurden sie<br />

persönlich von Geschäftsführer Roman<br />

Müller – gerade bei Dunkelheit werden<br />

sie zu leuchtenden Markenbotschaftern.<br />

Auch die Wendeltreppe zum Dach ist in<br />

Anlehnung an eine Felgenkonstruktion<br />

gestaltet und stammt aus einer regionalen<br />

Schlosserei.<br />

„Die dynamische Optik des Gebäudekomplexes<br />

ergibt sich insbesondere durch die<br />

langestreckten Fensterflächen und die<br />

horizontale Ausrichtung“, erläutert Daniel<br />

Vrabl, verantwortlicher Projektleiter bei<br />

Freyler Industriebau, den individuellen<br />

Entwurf. Zwei bodentiefe Fensterfronten –<br />

als „Schaufenster“ konzipiert – gewähren<br />

Einblicke in die Hightech-Manufaktur. „Der<br />

Neubau ist perfekt auf unsere Strukturen<br />

und Prozesse abgestimmt und macht<br />

zugleich den Charakter unserer Hightech-<br />

Manufaktur sichtbar“, betont Roman<br />

Müller.<br />

Besonderen Wert legten die Architekten darauf, dass der Entwurf die Prozesse und Strukturen<br />

des Unternehmens optimal abbildet, Innovationskraft und Teamgeist widerspiegelt und zugleich<br />

eine repräsentative Außenwirkung besitzt.<br />

Transparenz, Teamgeist<br />

und Technologie<br />

Der Teamgeist aus dem Rennsport prägt<br />

nicht nur das Produkt, sondern auch die<br />

Unternehmenskultur bei BBS Motorsport.<br />

Um den interdisziplinären Austausch zu<br />

fördern sind die Aufenthalts- und Pausenräume<br />

mittig zwischen Verwaltung und<br />

Produktion platziert, direkte Durchgänge<br />

vom Bürotrakt in die Fertigung ermöglichen<br />

eine enge Zusammenarbeit. „Trotz<br />

unseres starken Wachstums sehen wir<br />

uns bis heute als große Familie“, betont<br />

Personalleiterin Elke Müller. „Die gemeinsame<br />

Nutzung der Aufenthaltsflächen, insbesondere<br />

unsere tolle Dachterrasse mit<br />

Grill, stärken die Gemeinschaft und den<br />

Zusammenhalt bei unseren Firmenfeiern.“<br />

Der Grundriss des Gebäudes orientiert<br />

sich am Verlauf der Kinzig, von den Büround<br />

Aufenthaltsräumen hat man eine<br />

wunderbare Aussicht aufs Tal. „Transparenz<br />

war ein zentrales Anliegen der Bauherren“,<br />

erinnert sich Vrabl. Deshalb sind<br />

selbst die Innenwände im Obergeschoss<br />

aus Glas gestaltet. Das zentrale Foyer mit<br />

Ausstellungsbereich und einem echten<br />

Motorsportfahrzeug bietet Einblicke in die<br />

beeindruckende Historie des Unternehmens:<br />

So hat Roman Müller etwa das erste<br />

Magnesium-Schmiederad für Ferrari in<br />

der Formel 1 konstruiert, in Folge konnte<br />

Michael Schumacher all seine Weltmeisterschaften<br />

auf BBS-Rädern gewinnen.<br />

Das Foyer bietet Einblicke in die beeindruckende Historie der BBS Motorsport, die u.a. das erste<br />

Magnesium-Schmiederad für die Formel 1 entwickelt hat.<br />

Holz<br />

Metal<br />

Stein<br />

Glas<br />

Fliese<br />

AntiRutsch<br />

Beschichtung<br />

• weltweit zertifiziert<br />

• Lotuseffekt<br />

• transparent<br />

grip-antirutsch.com


objekte<br />

Um den Teamgeist und den interdisziplinären Austausch zu fördern<br />

sind Aufenthalts- und Pausenräume mittig zwischen Verwaltung und<br />

Produktion platziert. Raumhohe Fensterflächen gewähren einen wunderbaren<br />

Blick ins Kinzigtal.<br />

In der großen Halle sind rund 2.970 m 2 Produktions- und Lagerfläche<br />

entstanden.<br />

Zuletzt war BBS Motorsport vier Jahre<br />

exklusiver Lieferant für die Formel 1.<br />

Verantwortung für die<br />

Zukunft<br />

„Nachhaltigkeit ist in der Automobilbranche<br />

inzwischen Pflicht – sowohl gesetzlich<br />

als auch seitens unserer Kunden“,<br />

berichtet Roman Müller. „Daher haben wir<br />

ein KfW-55-Gebäude realisiert, mit Photovoltaik-Anlage,<br />

extensiver Dachbegrünung<br />

und eigenem Nahwärmeanschluss.<br />

Freyler hat uns auch in dieser Hinsicht<br />

umfassend beraten und unterstützt, etwa<br />

mit Blick auf Fördermöglichkeiten.“ Für<br />

Bauherr:<br />

Konzept, Planung,<br />

Ausführung, TGA:<br />

Bautafel<br />

BBS Motorsport GmbH, Haslach<br />

FREYLER Industriebau, Kenzingen<br />

Größe: Verwaltung 1.480 m 2<br />

Produktion 2.470 m 2<br />

Lager 500 m 2<br />

Bauzeit:<br />

17 Monate<br />

Fertigstellung: April 2023<br />

den Nahwärmeanschluss wurde eigens<br />

eine 500 m lange Erdleitung zur benachbarten<br />

Schreinerei verlegt. Perspektivisch<br />

ist eine Hackschnitzelheizung vorgesehen,<br />

Schnittstellen und Pufferspeicher<br />

sind bereits integriert. „In Kombination mit<br />

umweltverträglicher Produktionstechnik<br />

sowie diversen Filteranlagen streben wir<br />

eine CO 2<br />

-neutrale Produktionsstätte an“,<br />

erklärt Roman Müller.<br />

Effiziente Umsetzung –<br />

trotz Herausforderungen<br />

Insgesamt entstanden rund 2.970 m²<br />

Produktions- und Lagerfläche sowie<br />

Projektinformation: •Brandschutztechnik abgestimmt auf Lackiertechnik<br />

•KfW 55 Standard<br />

•Photovoltaik-Anlage und Gründach<br />

•840 m 2 FREYLER Metallbau<br />

•Tragwerk FREYLER Stahlbau, 130 t Stahl<br />

1.480 m² Verwaltungsfläche. Die größte<br />

bautechnische Herausforderung war<br />

die unzureichende Tragfähigkeit des<br />

Baugrunds – eine kurzfristig umgesetzte<br />

Pfahlgründung sicherte dennoch einen<br />

zügigen Baufortschritt. Innerhalb von nur<br />

17 Monaten wurde der gesamte Komplex<br />

fertiggestellt.<br />

„Die schnelle Fertigstellung der Halle<br />

für die Lackieranlage war entscheidend,<br />

um die hochkomplexe Technik termingerecht<br />

zu installieren“, erinnert sich<br />

Vrabl. „Zu den technischen Schnittstellen<br />

haben wir uns direkt mit den Anlagenbauern<br />

abgestimmt, so gab es später im<br />

Bauverlauf auch dort keine Probleme.“<br />

Zudem garantierten Synergien innerhalb<br />

der Freyler Gruppe eine schnelle<br />

Umsetzung: Freyler Stahlbau lieferte die<br />

130 Tonnen schwere Tragkonstruktion,<br />

Freyler Metallbau realisierte 840 m²<br />

Glasfassade.<br />

Partnerschaft auf<br />

Augenhöhe<br />

Gebaut wurde überwiegend mit regionalen<br />

Firmen – ein expliziter Wunsch der<br />

Bauherren. „Freyler war für uns mehr als<br />

ein Baupartner – sie haben uns durch den<br />

gesamten Prozess begleitet, Entscheidungen<br />

angestoßen und stets das große Ganze<br />

im Blick behalten“, resümiert Müller.<br />

Auch das Kenzinger Unternehmen betont<br />

die konstruktive Zusammenarbeit: „Alle<br />

Entscheidungen wurden partnerschaftlich<br />

und zügig getroffen – die Kommunikation<br />

erfolgte stets auf Augenhöhe. So entstand<br />

ein durchweg positives Miteinander<br />

während der gesamten Planungs- und<br />

Bauphase.“<br />

24<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


objekte<br />

Wohnquartier NaturELLA in Langenargen<br />

Zukunftsweisendes Wohnen in Holz<br />

Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany<br />

In Langenargen entstand auf dem Areal einer ehemaligen Saftfabrik ein neues Wohnquartier,<br />

das hinsichtlich Nachhaltigkeit, herausragender Architektur und Lebensqualität neue Maßstäbe<br />

setzt. Es besticht nicht nur mit einem zukunftsweisenden Energiekonzept, sondern auch<br />

durch seine ökologische Bauweise. Um das Projekt zu realisieren, vertrauten die Verantwortlichen<br />

auf ein ausgefeiltes Holz-Deckensystem.<br />

Das innovative Quartier trägt den<br />

Namen NaturELLA und besteht<br />

aus neun Häusern, die jeweils vier<br />

Geschosse hoch sind. Sie beherbergen<br />

119 Wohnungen, die eine Größe von 65<br />

bis 145 Quadratmetern haben. Geplant<br />

wurde das Projekt von dem Planungsbüro<br />

Plösser Architekten aus Friedrichshafen.<br />

Sie ordneten die Gebäude so entlang<br />

der Straße an, dass diese einen parkähnlichen<br />

Innenhof bilden. Dabei werteten<br />

die Architekten gemeinsam mit den<br />

Freianlagenplanern von Planstatt Senner<br />

das Gelände ökologisch auf und senkten<br />

dessen Versiegelung von ehemals 90<br />

auf 40 Prozent. Darüber hinaus achteten<br />

sie darauf, dass der alte Baumbestand<br />

so weit wie möglich erhalten blieb. Das<br />

Grünkonzept sah vor mehr als 100 neue<br />

Bäume zu pflanzen und grüne Bereiche<br />

zu schaffen. So ist das Quartier heute<br />

grüner als je zuvor und bietet mit den<br />

schön gestalteten Gemeinschaftsflächen<br />

und dem integrierten Dorf-Café ein Stück<br />

Lebensqualität. All dies hat ein Ziel: das<br />

Nachbarschaftsleben zu fördern und<br />

sicherzustellen, dass die Mieter möglichst<br />

lange hier leben. Die Wohnungen<br />

verfügen über eine Loggia oder Terrasse<br />

und sind mit einer möblierten Küche<br />

sowie einem eingerichteten Badezimmer<br />

ausgestattet. Abgerundet wird dies durch<br />

das sorgfältig geplante Beleuchtungskonzept.<br />

Doch das Quartier ist nicht nur für<br />

Besserverdienende, 27 Wohnungen sind<br />

öffentlich gefördert. Ihr Mietpreis liegt<br />

bei zehn Euro pro Quadratmeter, dabei<br />

haben sie die gleiche Ausstattung wie alle<br />

anderen.<br />

Mit Holz gebaut<br />

Bauherr des Projektes ist die Fränkel AG.<br />

Ihr war ein Aspekt bei dem Projekt besonders<br />

wichtig: die Nachhaltigkeit. Dies zeigt<br />

sich sowohl im Energiekonzept als auch<br />

in der Bauweise. Alle neun Gebäude bestehen<br />

weitestgehend aus Holz. Lediglich<br />

die Treppenhäuser wurden aus statischen<br />

Gründen mithilfe von Stahlbeton gebaut.<br />

So kam es, dass die ausführende Firma<br />

oa.sys baut GmbH aus Alberschwende<br />

(Österreich) insgesamt 3.660 Kubikmeter<br />

Das neu geschaffene Wohnquartier NaturELLA in Langenargen: Durch die Anordnung der Häuser entsteht ein Innenhof, der allen Bewohnern<br />

zur Verfügung steht. Die Fassaden zeichnen sich durch die dunkle Holzschalung und die großen Fenster aus.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

25


objekte<br />

Holz verarbeitete. Dieses stammt aus Österreich<br />

und Deutschland und bindet ca.<br />

3.600 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Bei den<br />

Geschossdecken vertrauten die Planer auf<br />

die best wood CLT Box-Decke FS des Unternehmens<br />

best wood Schneider GmbH<br />

aus Süddeutschland.<br />

Hochwertiges<br />

Deckensystem<br />

Hierbei handelt es sich um ein Hohlkastenelement,<br />

das aus zwei CLT-Platten und<br />

mehreren Brettschichthölzern besteht,<br />

die als Abstandhalter fungieren. Ein<br />

integrierter Gefachschallschutz sorgt für<br />

verbesserte Trittschalldämmung im tieffrequenten<br />

Bereich. Ein großer Vorteil des<br />

Deckensystems: Mit ihm sind bis zu 40<br />

Prozent weniger Material erforderlich als<br />

bei einer einschaligen Massivholzdecke.<br />

Die statische Leistungsfähigkeit bleibt jedoch<br />

die gleiche. Das bedeutet, dass das<br />

Deckenelement eine hohe Tragfähigkeit<br />

bei vergleichsweise geringem Gewicht<br />

hat und sich so leicht verarbeiten lässt.<br />

Alexander Schneider, Ansprechpartner<br />

bei oa.sys baut, dazu: „Bei diesem Objekt<br />

haben wir ungefähr 9.100 m² der CLT-<br />

Boxen eingebaut, sowie 5.100m² CLT<br />

Decken. Obwohl wir das System bis dahin<br />

noch nie verarbeitet haben, ging uns die<br />

Arbeit gut von der Hand.”<br />

Decken mit hochwertiger<br />

Untersicht ab Werk<br />

Zudem sind mit dem Deckensystem<br />

geringe Konstruktionshöhen und große<br />

Spannweiten möglich. In Kombination<br />

mit der Tatsache, dass die Deckenelemente<br />

im Brandfall bis 90 Minuten<br />

standhalten und mit einfachen Mitteln<br />

raumabschließend hergestellt werden<br />

können, eignen sie sich hervorragend<br />

für den Mehrgeschossbau. Doch bei den<br />

Architekten war ein anderer Aspekt dafür<br />

ausschlaggebend, sich für die Geschossdeckenelemente:<br />

Die CLT-BOX weist auf<br />

der Unterseite eine hochwertige Sichtqualität<br />

auf und kann dementsprechend ohne<br />

weitere Bearbeitung als Zimmerdecke<br />

verwendet werden. Möglich wird dies,<br />

indem der Hersteller entweder nur Holz<br />

nutzt, das wenig Äste besitzt, oder dank<br />

einer besonderen Schnitttechnik eine<br />

gleichmäßig gerade Holzstruktur zeigt.<br />

Manuel Plösser, der verantwortliche<br />

Architekt des Projekts, sagt: „Zum Thema<br />

Nachhaltigkeit gehört auch der ressourcenschonende<br />

Umgang mit Baumaterialien.<br />

Dies war bei dem Deckensystem<br />

gegeben. Die geschlitzte Sichtholzuntersicht<br />

in Weißtanne sorgt für eine wertige<br />

Gestaltung.“ Darüber hinaus spart der<br />

hohe Vorfertigungsgrad Zeit.<br />

Das Deckensystem hat den Vorteil, dass die Unterseite schon ab Werk so bearbeitet ist, dass<br />

es sich als Zimmerdecke eignet. Auf Wunsch bietet der Hersteller zudem an, die Decke mit<br />

unterschiedlichen Lasuren zu versehen und stattet die Elemente bereits ab Werk mit den Bohrungen<br />

für Kabeldurchführungen aus.<br />

Bildnachweis (alle Bilder bis auf untenstehendes Bild): Nina Baisch<br />

Mit dem eingesetzten Deckensystem sind große Spannweiten und dadurch stützenfreie Räume<br />

möglich.<br />

Bildnachweis: best wood SCHNEIDER GmbH<br />

26<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


objekte<br />

Nachhaltigkeit<br />

konsequent<br />

umgesetzt<br />

dass sich die Wohneinheiten von April bis<br />

September größtenteils autark versorgen<br />

können. Zudem ist geplant, im Sommer<br />

den Energieüberschuss in Wasserstoff<br />

umzuwandeln und diesen zu lagern. Er soll<br />

in den Monaten Oktober bis März Strom<br />

für die Wärmepumpen, E-Ladestationen<br />

und andere Nutzungen liefern.<br />

Die konsequente Verwendung von Holz<br />

ist jedoch nur ein Teil des Nachhaltigkeitsgedankens,<br />

der sich durch das gesamte<br />

Projekt zieht. Neben der Bauweise wurde<br />

auch bei der Energieversorgung und der<br />

Gestaltung des Geländes großer Wert auf<br />

zukunftsorientierte Lösungen gelegt. Alle<br />

Gebäude werden dem Standard eines<br />

KfW-Effizienzhauses 40 gerecht. Die<br />

Dächer der Gebäude sind mit Photovoltaikanlagen<br />

ausgestattet und werden begrünt.<br />

Dies erhöht die Leistungsfähigkeit der Anlage<br />

im Sommer um vier bis fünf Prozent,<br />

da durch die Bepflanzung die Umgebungstemperatur<br />

spürbar reduziert wird. Dies<br />

wirkt sich positiv auf den Ertrag der Anlage<br />

aus. Ergänzt wird das System durch eine<br />

Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzt<br />

die Energie aus drei Grundwasserentnahmebrunnen<br />

und weist einen deutlich<br />

höheren Wirkungsgrad auf als herkömmliche<br />

Luft-Wasser-Wärmepumpen. Ziel ist,<br />

Standort:<br />

Bauherr:<br />

Architekt:<br />

Ausführende Holzbauarbeiten:<br />

Bautafel<br />

Langenargen, Bierkeller<br />

Fränkel AG, Friedrichshafen<br />

Plösser Architekten GmbH, Friedrichshafen<br />

oa.sys baut GmbH, Alberschwende<br />

(Österreich)<br />

Hersteller der Deckenelemente: best wood SCHNEIDER GmbH, Eberhardzell<br />

Bauzeit 2021-<strong>2025</strong><br />

Wohnfläche gesamt: 11.000,00 m²<br />

Parken:<br />

Tiefgarage mit 180 Stellplätzen<br />

Brandschutz –<br />

eine der vielen Stärken von Steinwolle<br />

Das Plus an Sicherheit<br />

Nichtbrennbare ROCKWOOL Steinwolle-Dämmstoffe stellen im Brandfall eine ideale<br />

Brandsperre dar. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz,<br />

schützen im Ernstfall Menschen und Werte und minimieren die Auswirkungen von Bränden.<br />

www.rockwool.de/brandschutz


objekte<br />

Mehrfamilienhäuser in Pforzheim<br />

Keramisches Fassadenstatement<br />

Den Austausch zwischen den Bewohnern fördern, eine lebendige Atmosphäre schaffen und<br />

nicht zuletzt ein langlebiges Gebäude realisieren: Vor diesem Hintergrund sind in Pforzheim<br />

vier neue Wohnhäuser mit vielfältigen Grundrissen entstanden – entworfen und geplant vom<br />

Freiburger Architekturbüro Sacker. Beim Bau kamen ausschließlich robuste, wartungsfreie<br />

Baustoffe höchster Qualität zum Einsatz. Diesem Gedanken folgend wurde eine vorgehängte<br />

hinterlüftete Keramikfassade realisiert. Mit ihrer reliefartigen Oberfläche und der hellen Farbgestaltung<br />

verleihen die Fassadenelemente den Gebäuden einen einzigartigen Charakter.<br />

Gleichzeitig stellt der Rohstoff Ton eine Verbindung und architektonische Kontinuität der<br />

Architektur in der unmittelbaren Umgebung her.<br />

Vier Mehrfamilienhäuser mit<br />

insgesamt 90 Wohnungen bilden<br />

die neue Wohnbebauung an<br />

der Rembrandtstraße in Pforzheim. Sie<br />

stellen ein wegweisendes Projekt dar,<br />

das den Bedürfnissen einer vielfältigen<br />

Gesellschaft gerecht wird. Dabei wurden<br />

die Grundrisse mit Blick auf verschiedene<br />

Anforderungen gestaltet. Der<br />

Mietwohnungsbau für Senioren, Singles<br />

und Kleinfamilien besteht aus praktisch<br />

gestalteten 2-Zimmer-Wohnungen mit bis<br />

zu 58 Quadratmetern, aber auch größeren<br />

Einheiten mit vier und fünf Zimmern.<br />

Durch diese bewusste Kombination<br />

unterschiedlicher Raumangebote entsteht<br />

eine sozial durchmischte Nachbarschaft.<br />

Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit<br />

und generationenübergreifendes Wohnen<br />

definierten die Planung des Projekts.<br />

Am Baubestand<br />

orientiert<br />

Die vier kompakten Baukörper wurden<br />

so auf dem Grundstück platziert, dass sie<br />

sich in Anordnung und Maßstäblichkeit<br />

an der nördlich angrenzenden Bebauung<br />

orientieren und sich nahtlos in den<br />

Bestand einfügen. Jede Wohnung ist<br />

Vier Mehrfamilienhäuser bilden die neue Wohnbebauung an der Rembrandtstraße in Pforzheim.<br />

28<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


We create<br />

ceramic tiles<br />

with harmony<br />

and nature.<br />

Die Fassade aus natürlichen Tonality-Keramikelementen spiegelt den naturnahen Ansatz des<br />

gesamten Projektes wider.<br />

besonnt und ermöglicht einen Blick in<br />

Richtung der Pforzheimer Innenstadt.<br />

Das innenliegende, helle Treppenhaus<br />

erschließt jeweils bis zu sechs Wohnungen.<br />

Blickbeziehungen über die Geschosse<br />

fördern eine nachbarschaftliche<br />

Hausgemeinschaft und schaffen einen<br />

großzügigen Raumeindruck. Die Wohn-<br />

Ess-Bereiche der Wohnungen befinden<br />

sich an den Gebäudeecken. Eine Loggia<br />

gliedert den Innenraum und schafft diagonale<br />

Blickachsen ins Freie. Die großen<br />

Bäder liegen an der Fassade.<br />

Inmitten von Grün<br />

Besonderes Augenmerk lag auch auf<br />

der Gestaltung der Freiflächen, um ein<br />

lebenswertes Umfeld zu schaffen. In<br />

diesem Kontext griffen die Planer das Thema<br />

der angrenzenden Streuobstwiesen<br />

auf. Die Architektur wurde so gestaltet,<br />

dass großzügige, naturnahe Freiräume<br />

zwischen den Gebäuden entstehen. Jeder<br />

Zwischenraum wurde dabei mit verschiedenen<br />

Bäumen und Pflanzen begrünt und<br />

erhält so seinen eigenen Charakter. Der<br />

mittlere Hof fungiert als Quartiersplatz<br />

und bietet auch Spielmöglichkeiten für<br />

Kinder. Die privaten Freibereiche wurden<br />

mit niedrigen Mauern abgegrenzt. Diese<br />

bilden einen Kontrast zur umliegenden<br />

weichen, fließenden Landschaft.<br />

Profilierter<br />

Hingucker<br />

Um die naturnahe Umgebung und die<br />

Klinkerfassaden des angrenzenden Bestandes<br />

optimal zu begleiten, fiel die Wahl<br />

auch bei der Fassadengestaltung auf ein<br />

reines Naturprodukt aus Ton. Die vorgehängte<br />

hinterlüftete Tonality-Fassade<br />

(VHF) von Leipfinger-Bader besteht dabei<br />

im sichtbaren Bereich aus hochwertigen<br />

Keramikelementen mit Reliefoberfläche,<br />

von denen einzelne Abschnitte zusätzlich<br />

gerillt sind. Sie wurden eigens für dieses<br />

Projekt in den Breiten 340, 370 und 400<br />

Millimeter und mit Längen bis zu 1.600<br />

Millimetern angefertigt. Die Profilierung<br />

lockert die Fassade angenehm auf und<br />

verleiht ihr eine Lebendigkeit, die das<br />

bunte Leben in den Wohnhäusern widerspiegelt.<br />

Die Farbgebung „Creme hell“ wirkt dabei<br />

besonders einladend, hell, optimistisch<br />

und unaufdringlich. Die hochwertige<br />

Gebäudehülle stellt damit nicht nur einen<br />

optischen Hingucker mit hoher ökologischer<br />

Qualität dar, sondern trägt zugleich<br />

zur langfristigen Ausrichtung der Wohnkomplexe<br />

bei. Aufgrund der hohen Temperaturen<br />

beim Brennvorgang sind die<br />

Keramikelemente besonders langlebig. So<br />

sind sie zuverlässig UV-beständig, weisen<br />

eine hohe Kratz- und Stoßfestigkeit auf<br />

und sind ein Gebäudeleben lang farbecht.<br />

Der integrierte Graffitischutz muss<br />

niemals erneuert werden, da er durch den<br />

Produktionsprozess erzeugt und nicht aufgetragen<br />

wird. Weil die High-End-Keramik<br />

wenig Wasser aufnimmt, reduziert sich<br />

auch die Verschmutzung durch Moos und<br />

Algen. Im Vergleich zu vielen anderen Außenwandbekleidungen<br />

– beispielsweise<br />

mehrschichtige und verklebte Fassadensysteme<br />

– ist die Tonality-Keramik überdies<br />

sortenrein rückbaubar und in gleicher<br />

Funktion und Qualität wieder verwendbar.<br />

Damit sorgt sie für ressourcenschonendes<br />

serie<br />

core<br />

R10/B / R11/C / R11/B<br />

60×120 / 60×60 / 30×60<br />

60×120 / 60×60<br />

colors night / sunrise / day / twillight<br />

r a k o . e u<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

29


objekte<br />

Die profilierten Keramikelemente sind ein besonderer Hingucker. Vertikal montiert, entfalten sie je nach Tageszeit und Sonneneinfall verschiedene<br />

Optiken und wirken damit sehr lebendig.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Dietmar Strauß<br />

und nachhaltiges Bauen. Weiterer Vorteil:<br />

Die Keramikelemente werden als nicht<br />

brennbar in die Baustoffklasse A1 nach<br />

EN 13501-1 eingestuft. Ein wichtiger<br />

Sicherheitsaspekt gerade in Hinblick auf<br />

die Tatsache, dass die Brandbeteiligung<br />

von einigen Fassadendämmstoffen immer<br />

wieder diskutiert wird.<br />

Schattenspiel durch<br />

vertikale Profilierung<br />

Im nicht sichtbaren Bereich wird die<br />

Keramikfassade durch eine hochwertige<br />

Unterkonstruktion getragen, die sich als<br />

flexibel und stabil erweist. Zudem ist sie<br />

selbst sehr leicht – eine Eigenschaft, die<br />

sich aus dem geringen Eigengewicht der<br />

einschalig produzierten Keramikelemente<br />

ergibt. In Pforzheim werden diese vertikal<br />

auf der Unterkonstruktion montiert – und<br />

bei der Montage zum Teil um 180 Grad<br />

gedreht. Auf diese Weise entsteht eine<br />

einzigartige, lebendige Fassadengestaltung,<br />

welche durch das Schattenspiel der<br />

Profilierung zusätzlich verstärkt wird. Aufgrund<br />

des geringen Eigen- und Fremdgewichtes<br />

kommt die Unterkonstruktion mit<br />

weniger Wandankern aus. Dies reduziert<br />

die Entstehung von Wärmebrücken an<br />

der Gebäudedämmung und spart zudem<br />

Material und Arbeitszeit ein. Auch lassen<br />

sich die Keramikelemente einfach und<br />

schnell in die Unterkonstruktion einhängen.<br />

Fassade als Teil<br />

des Lebensraums<br />

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade ist<br />

aufgrund der konstruktiven Trennung der<br />

Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz<br />

ein hochwirksames System.<br />

Die Luft zirkuliert zwischen Fassadenbekleidung<br />

und Dämmung automatisch<br />

und führt vorhandene Feuchtigkeit sicher<br />

und zuverlässig ab. Der Hinterlüftungsspalt<br />

gewährleistet damit eine dauerhafte<br />

und ununterbrochene Trockenhaltung<br />

der Fassade und schafft ein gesundes<br />

Raumklima, von dem die Bewohner<br />

profitieren.<br />

Außenecke mit<br />

offener Fuge<br />

Bauvorhaben:<br />

Bauherr:<br />

Architektur:<br />

Fassadenbauer:<br />

Bautafel<br />

Neubau von vier Wohnhäusern an der<br />

Rembrandtstraße in Pforzheim<br />

Vorgehängte hinterlüftete Keramikfassaden<br />

eröffnen Architekten und Planern<br />

auch bei der Ausprägung von Fensterlaibungen<br />

oder Außenecken viele Gestaltungsmöglichkeiten<br />

und unterschiedliche<br />

Optionen. Außenecklösungen mit offenen<br />

Fugen beispielsweise schaffen ein präzises,<br />

geometrisches Erscheinungsbild, das<br />

die Fassadenoberfläche in klar definierte<br />

Raster unterteilt. Zudem erzeugen die<br />

Fugen einen Kontrast zwischen der Keramikoberfläche<br />

und den Schattenlinien der<br />

Fuge. Dieser Effekt verleiht der Fassade<br />

Tiefe und Dynamik – besonders bei<br />

wechselnden Lichtverhältnissen. Voraussetzung<br />

für die technisch einwandfreie<br />

Funktionalität der Außenecke ist dabei<br />

eine sorgfältige Detailplanung, die Tonality<br />

auch bei dem Pforzheimer Projekt<br />

gewissenhaft angegangen ist.<br />

Auf diese Weise realisiert, ist die Keramikfassade<br />

in der Lage, aktiv den Lebensraum<br />

der Bewohnerinnen und Bewohner<br />

zu gestalten und Einfluss auf ihr Umfeld<br />

zu nehmen. „Fassadengestaltung ist eine<br />

technische Meisterleistung und am Ende<br />

eine Emotion, die alle Beteiligten trägt“,<br />

resümiert Michael Klein, Experte für Keramikfassaden<br />

bei Tonality.<br />

ARGE Pforzheimer Wohnungsunternehmen Postwiesen-/<br />

Rembrandtstraße GbR, Familienheim Pforzheim Baugenossenschaft<br />

eG und Pforzheimer Bau und Grund GmbH<br />

Sacker Architekten GmbH, Freiburg<br />

Wittenauer GmbH, Sasbach<br />

Fassadenkeramik: Tonality GmbH, Weroth<br />

30<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


im fokus<br />

Normen, Pflichten und Lösungen in öffentlichen Sanitärbereichen<br />

Verbrühungsschutz einfach und sicher umsetzen<br />

Benjamin Kraus, Leiter Produktmanagement bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe<br />

Dr. Peter Arens, Hygieneexperte bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe<br />

Die Gefahren durch heißes Wasser werden oft unterschätzt, obwohl bereits relativ niedrige<br />

Temperaturen Hautverletzungen verursachen. Sehr hohe Temperaturen können bei vulnerablen<br />

Personen zu schweren Verbrühungen führen, in Extremfällen mit Todesfolge. Gerade<br />

in Schulen, Kindertagesstätten, Pflegeheimen oder Kliniken ist ein zuverlässiger Verbrühungsschutz<br />

entscheidend, um Umfälle zu verhindern. Dazu nimmt die DIN EN 806-2, Kapitel 9.3.2<br />

Stellung. Auch wenn Normen gesondert vereinbart werden müssen, also lediglich empfehlenden<br />

Charakter haben, ist der Schutz vor Verbrühungen in diesen Objekten in jedem Fall Teil<br />

der Verkehrssicherungspflicht der Betreiber.<br />

Heißes Wasser mit einer Temperatur<br />

von 55 °C ist an jeder<br />

Stelle in Trinkwasserinstallationen<br />

notwendig, um eine übermäßige Legionellenvermehrung<br />

zu verhindern und die<br />

Trinkwassergüte zu erhalten – zugleich<br />

bergen hohe Temperaturen aber auch ein<br />

ernstzunehmendes Verbrühungsrisiko.<br />

Wie schwerwiegend eine Verbrühung<br />

ist, hängt von der Wassertemperatur, der<br />

Dauer des Hautkontakts, der Hautbeschaffenheit<br />

sowie der betroffenen Hautfläche<br />

ab. Bei längerem Kontakt können bereits<br />

vergleichsweise niedrige Wassertemperaturen<br />

wie 45 °C zu ernsthaften Hautschädigungen<br />

ersten Grades (Hautrötungen,<br />

Schwellungen und Schmerzen) führen.<br />

Verbrennungen zweiten (Blasenbildung,<br />

unvollständige Hautzerstörung) und<br />

dritten Grades (vollständige Hautzerstörung)<br />

treten nach maximal 8 Sekunden<br />

Kontakt mit 60 °C heißem Wasser auf<br />

– bei Kindern sogar bereits nach etwa<br />

3 Sekunden. Neben der unmittelbaren<br />

Verbrühung und Schädigung der Haut<br />

kann es bei Kontakt mit heißem Wasser<br />

auch zu sekundären Verletzungen – etwa<br />

Stürzen in Folge einer Fluchtreaktion –<br />

kommen.<br />

Richtwerte für das Risiko von Verbrühungen in Abhängigkeit von der Warmwassertemperatur<br />

und der Kontaktzeit gemäß CEN/TR 16355.<br />

Diese Nutzergruppen<br />

sind besonders gefährdet<br />

Für bestimmte Personengruppen wie<br />

Kinder, Senioren, Menschen mit eingeschränkter<br />

Mobilität oder Demenz ist das<br />

Risiko von Verbrühungen besonders hoch.<br />

Einerseits können sie Gefahren durch<br />

heißes Wasser teils nicht hinreichend<br />

einschätzen, andererseits ist das Reaktionsvermögen<br />

bei diesen Personen oft<br />

eingeschränkt. Kinder haben zudem eine<br />

weitaus sensiblere Haut als Erwachsene –<br />

Verbrühungen treten hier noch schneller<br />

und bei niedrigeren Temperaturen ein. Se-<br />

Grad der Verbrennung in Abhängigkeit von Hauttemperatur und Einwirkzeit (verändert nach<br />

Skiba 1979).<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

31


im fokus<br />

In Sanitärbereichen, die von vulnerablen Personen genutzt werden,<br />

z. B. in Pflegeheimen, ist ein Verbrühungsschutz besonders wichtig.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): SCHELL GmbH & Co. KG<br />

Doppelter Schutz beim Duschen: Die Aufputz-Duscharmatur Modus<br />

MD-T schützt mit ThermoProtect-Technologie und IsoBody-Technologie<br />

zuverlässig vor Verbrühungen und Verbrennungen.<br />

nioren sind wiederum durch Folgeverletzungen,<br />

wie beispielsweise Stürze, stärker<br />

gefährdet, da die Knochendichte mit dem<br />

Alter abnimmt und die Knochen anfälliger<br />

für Brüche werden. In Einrichtungen wie<br />

Kindertagesstätten, Grundschulen, Pflegeund<br />

Seniorenheime, Kliniken, Arztpraxen<br />

und alle weiteren Einrichtungen, die von<br />

vulnerablen Personen genutzt werden, ist<br />

ein Verbrühungsschutz im Sanitärbereich<br />

besonders wichtig.<br />

Die wichtigsten Normen<br />

zum Verbrühungsschutz<br />

in öffentlichen<br />

Sanitärbereichen<br />

Zum Thema Verbrühungsschutz in sanitären<br />

Anlagen existieren in Deutschland<br />

mehrere Regelwerke, die allerdings nur<br />

empfehlenden Charakter besitzen. Bei<br />

allen Regelungen steht die Risikominimierung<br />

im Vordergrund – spezifische<br />

Maßnahmen zur Umsetzung des Verbrühungsschutzes<br />

sind allerdings nicht<br />

vorgeschrieben. Angaben darüber, ob der<br />

Verbrühungsschutz durch bauliche Vorkehrungen,<br />

beispielsweise Thermostate,<br />

oder andere Sicherheitsmaßnahmen wie<br />

die Betreuung durch Fachpersonal oder<br />

Pflegekräfte umgesetzt wird, ist ebenfalls<br />

offen.<br />

Die DIN EN 806-2 (Technische Regeln<br />

für Trinkwasserinstallationen – Teil 2:<br />

Planung, Kapitel 9.3.2) schreibt vor, dass<br />

Anlagen für erwärmtes Trinkwasser so<br />

zu gestalten sind, „dass das Risiko der<br />

Verbrühung gering ist.“ Weiter empfiehlt<br />

die Norm, in sensiblen Bereichen wie<br />

Krankenhäusern, Schulen oder Seniorenheimen<br />

thermostatische Mischventile<br />

oder Batterien mit Begrenzung der<br />

oberen Temperatur einzusetzen, um das<br />

Risiko von Verbrühungen zu vermeiden.<br />

Angeraten ist eine Höchsttemperatur<br />

von 43 °C sowie in Duschanlagen in<br />

Kindergärten und speziellen Bereichen<br />

von Pflegheimen von 38 °C. Auch die<br />

Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und<br />

Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) empfiehlt<br />

in Räumlichkeiten der direkten Patientenversorgung,<br />

in denen ein erhöhtes<br />

Verbrühungsrisiko für betreute Personen<br />

besteht, die Installation oder Nachrüstung<br />

von Verbrühungsschutz.<br />

Weitere Bezüge zum Verbrühungsschutz<br />

finden sich in DVGW W551 Kapitel 5.5.1,<br />

in DIN 1988-200 und den „Technische<br />

Regeln für Arbeitsstätten“ ASR A 4.1<br />

Sanitärräume.<br />

Verbrühungsschutz<br />

als Teil der Verkehrssicherungspflicht<br />

von Betreibern<br />

Obgleich die genannten Normen<br />

lediglich Empfehlungscharakter besitzen,<br />

greift für Betreiber von Trinkwasserinstallationen<br />

und Sanitäranlagen in<br />

öffentlichen Einrichtungen grundsätzlich<br />

die Verkehrssicherungspflicht. Die Verkehrssicherungspflicht<br />

ist ein zentraler<br />

Bestandteil des deutschen Zivilrechts<br />

und schreibt vor, dass Gefahrenquellen,<br />

die von einer Sache oder einem Bereich<br />

ausgehen könnten, so weit wie möglich<br />

gesichert werden müssen, um Schäden<br />

an Dritten zu verhindern. Kommen Betreiber<br />

dieser Pflicht nicht nach und kommt<br />

es dadurch zu Schäden, besteht Schadensersatzpflicht.<br />

Im öffentlichen Sanitärbereich<br />

umfasst diese Pflicht immer<br />

auch einen Verbrühungsschutz. Betreiber<br />

einer Trinkwasserinstallation müssen<br />

entsprechend geeignete Maßnahmen<br />

ergreifen, um Personenschäden durch zu<br />

heißes Wasser zu verhindern – ob durch<br />

bautechnische oder betriebstechnische<br />

Sicherheitsvorkehrungen obliegt dem<br />

Betreiber.<br />

Pflichten für Planer<br />

und Betreiber von<br />

Trinkwasserinstallationen<br />

Nach den werkvertraglichen Regelungen<br />

haben Fachplaner und Installationsbetriebe<br />

die Trinkwasseranlage so zu planen<br />

und zu erstellen, dass sie mangelfrei und<br />

verkehrssicher ist. Die entsprechenden<br />

Planerpflichten sind im Zusammenhang<br />

mit den Planungsregelungen der DIN<br />

EN 806- und DIN 1988-Reihe zu sehen.<br />

Sofern keine bestimmte Beschaffenheit<br />

der Anlage im Vertrag ausdrücklich vereinbart<br />

wurde, muss sie für die im Vertrag<br />

vorgesehene Nutzung oder den üblichen<br />

Verwendungszweck geeignet sein und<br />

den „allgemein anerkannten Regeln<br />

der Technik“ entsprechen. Kurz gesagt:<br />

Gibt es im Vertrag – beispielsweise im<br />

Leistungsverzeichnis oder in der Baubeschreibung<br />

– keine explizite Vorgabe<br />

zum Verbrühungsschutz, muss dieser nur<br />

dann eingebaut werden, wenn er durch<br />

Gesetze, Verordnungen oder anerkannte<br />

technische Regeln vorgeschrieben ist.<br />

Daher ist es für Betreiber, Planer und<br />

Handwerker entscheidend zu wissen,<br />

ob und in welchem Umfang technische<br />

Regelwerke Anforderungen zum Verbrühungsschutz<br />

festlegen.<br />

Wenn die geplante Einrichtung von<br />

Personen genutzt wird, die sich vor den<br />

Gefahren von heißem Wasser nicht selbst<br />

schützen können, müssen Planer im<br />

Sinne der Verkehrssicherungspflicht den<br />

Auftraggeber bzw. späteren Betreiber<br />

32 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


im fokus<br />

Bei nicht thermostatisch geregelten Armaturen kann ein Verbrühungsschutz<br />

mit dem Schell Eckventil-Thermostat einfach und schnell<br />

nachgerüstet werden.<br />

Die elektronische Waschtisch-Armatur Xeris E²-T mit ThermoProtect-<br />

Technologie und ToF-Sensor-Steuerung erfüllt hohe Ansprüche an<br />

Sicherheit und Nutzerhygiene im barrierefreien Bad.<br />

auf jeden Fall auf einen Verbrühungsschutz<br />

hinweisen und bautechnische<br />

bzw. betriebstechnische Maßnahmen<br />

vorschlagen. Wie der Verbrühungsschutz<br />

als Teil der Verkehrssicherungspflicht<br />

letztlich umgesetzt wird, bleibt Sache des<br />

Betreibers der Einrichtung. Es empfiehlt<br />

sich, das Besprechungsergebnis zwischen<br />

Planer und Betreiber zu dokumentieren,<br />

damit im Falle eines Schadensersatzanspruches<br />

der Nachweis erbracht werden<br />

kann, dass der Fachplaner die notwendige<br />

Aufklärungsarbeit zum Verbrühungsschutz<br />

geleistet hat.<br />

Zuverlässiger Verbrühungsschutz:<br />

ganzheitliche<br />

Lösungen<br />

Dr. Peter Arens, Hygieneexperte bei der<br />

Schell GmbH & Co. KG, Olpe.<br />

Gerade in Duschen besteht erhöhte Verletzungsgefahr<br />

durch heißes Wasser. Zur<br />

Gestaltung eines sicheren, barrierefreien<br />

Duschplatzes sollte daher immer auch ein<br />

Duschthermostat mit Verbrühungsschutz<br />

gehören, was dafür sorgt, dass die Wassertemperatur<br />

auch bei Druckschwankungen<br />

im System konstant bleibt. Bei Ausfall<br />

der Kaltwasserversorgung stoppt der<br />

Wasserfluss automatisch (DIN EN 1111).<br />

Eine zusätzliche entriegelbare Temperatursperre<br />

stellt sicher, dass sich die Wassertemperatur<br />

im normalen Gebrauch<br />

nur bis maximal 38 °C – wie in DIN EN<br />

806-2 empfohlen – einstellen lässt. Damit<br />

nicht nur Verbrühungen durch zu heißes<br />

Wasser, sondern auch Verbrennungen<br />

durch ein heißes Gehäuse verhindert werden,<br />

eignen sich Brausethermostate mit<br />

thermisch entkoppeltem Gehäuse. Diese<br />

sorgen dafür, dass sich das Gehäuse nicht<br />

erhitzt, sondern nahezu die Umgebungstemperatur<br />

beibehält, sodass ein Verbrennungsrisiko<br />

nahezu ausgeschlossen<br />

werden kann.<br />

Für einen ganzheitlichen Schutz in<br />

Sanitärbereichen von Pflegeeinrichtungen,<br />

Kindertagesstätten und Co. sollten<br />

auch Waschtisch-Armaturen über einen<br />

zuverlässigen Verbrühungsschutz verfügen.<br />

Armaturen mit Thermostat beugen<br />

Verbrühungen effektiv vor – auch hier<br />

Benjamin Kraus, Leiter Produktmanagement<br />

bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe.<br />

wird eine Temperatur von maximal 38 °C<br />

nicht überschritten.<br />

Eckventil-Thermostate bieten eine unkomplizierte<br />

Lösung zum Nachrüsten von nicht<br />

thermostatisch geregelten Armaturen an<br />

Waschtischen. Das Eckventil-Thermostat<br />

begrenzt die maximale Auslauftemperatur<br />

und erhöht so den Verbrühungsschutz.<br />

Die Temperatur ist frei wählbar und kann<br />

z.B. gemäß DIN EN 806-2 auf maximal<br />

43 °C festgelegt werden.<br />

Fazit: Verbrühungsschutz<br />

ist Pflicht – einheitliche<br />

Regeln fehlen<br />

Im technischen Regelwerk werden für<br />

definierte Gebäudetypen und für bestimmte<br />

Nutzergruppen Maßnahmen zur<br />

Verhinderung von Verbrühungen eindeutig<br />

gefordert. Welche Maßnahmen zum<br />

Verbrühungsschutz konkret zu treffen<br />

sind, wird hingegen nicht festgelegt.<br />

Zugleich besitzt ein Großteil der Regeln<br />

lediglich normativen Charakter. Einheitliche<br />

Regelungen gibt es nur für wenige<br />

deutsche Bundesländer und ausgewählte<br />

Einrichtungen. Gesetzlich verpflichtend ist<br />

für alle Betreiber jedoch die allgemeine<br />

Verkehrssicherungspflicht, unter die auch<br />

die Sicherung der sanitären Anlagen und<br />

der Trinkwasserinstallation eines Gebäudes<br />

fällt. Teil davon ist ein Verbrühungsschutz.<br />

Sinnvoll und empfehlenswert<br />

sind, insbesondere in Bereichen, die von<br />

vulnerablen Personen genutzt werden,<br />

bautechnische Sicherheitsvorkehrungen.<br />

Optimal eignen sich z. B. thermostatisch<br />

geregelte Armaturen mit mechanischer<br />

Begrenzung der maximalen Auslauftemperatur.<br />

So wird das Pflegepersonal<br />

entlastet und die Unfallgefahr effektiv<br />

verringert.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

33


im fokus<br />

Unfallgefahr im Außenbereich minimieren<br />

Antirutschbeschichtung für naturbelassene Hölzer<br />

Terrassen, Brücken, Fahrradstrecken oder Laufwege aus Holz – sie sind natürlich und schön,<br />

bergen jedoch auch ein hohes Rutschrisiko. Mit einer neuen Antirutschbeschichtung lässt sich<br />

die witterungsbedingte Unfallgefahr auf Holz minimieren. Die Applikation können beispielsweise<br />

Mitarbeiter von Kommunen ganz einfach und praktisch selbst vornehmen. Diese Schrittfür-Schritt-Anleitung<br />

zeigt, was es dafür braucht und wie das geht.<br />

Reinigung.<br />

Durch die Antirutschbeschichtung kann eine Rutschsicherheitsklasse von R 12 erreicht werden.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Jonathan Stütz<br />

Trocknung.<br />

Auf Holzoberflächen im Außenbereich<br />

bildet sich oft, trotz gründlicher<br />

Reinigung, eine glitschige<br />

Grünschicht. Moos und Algen, Blütenpollen<br />

und Feinstaub, Flechte und Pilze<br />

setzen sich fest, das Material verwittert<br />

und verschmutzt, wird es bei Feuchtigkeit<br />

und Nässe extrem rutschig. Das<br />

Betreten und Befahren ist sowohl für<br />

Fahrradfahrer als auch Fußgänger sehr<br />

gefährlich.<br />

Weil Holz eine Oberfläche ist, die nonstop<br />

lebt und arbeitet, ist es fast unmöglich,<br />

etwas darauf zu applizieren, das<br />

überhaupt oder sogar längerfristig hält.<br />

Feuchtigkeit im Holz, Temperaturwechsel,<br />

Trocknungszeiten und Härte – das<br />

alles erschwert die Oberflächenbeschichtung<br />

von Holz. Das gilt unabhängig von<br />

der Holzart und Oberflächenbeschaffenheit.<br />

Holz zu beschichten ist eine echte<br />

Herausforderung – erst recht im Außenbereich.<br />

Wetterfester Antirutschbelag<br />

für Holz – Rutschsicherheitsklasse<br />

R12<br />

Dieser Aufgabenstellung hat sich die<br />

Schweizer GriP Safety Coatings AG angenommen<br />

und die Antirutschbeschichtung<br />

GriP New Wood P5/R12 entwickelt. Diese<br />

eignet sich für naturbelassene Hölzer<br />

im Außenbereich und sorgt für eine nachhaltige<br />

Rutschhemmung. Der wetterfeste<br />

Antirutschbelag für Holz ist nach Rutschsicherheitsklasse<br />

R12/P5 klassifiziert, das<br />

entspricht der DIN EN 16165 Anhang C.<br />

Es gibt bereits eine Reihe an erfolgreichen<br />

Anwendungsbeispielen, dazu gehören<br />

beschichtete Holzbrücken und Holzbänke,<br />

Holzterrassen und Dielen.<br />

Wenig Equipment und lediglich eine<br />

Online-Einweisung – mehr braucht es<br />

tatsächlich nicht, um Holzflächen im Au-<br />

34 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


im fokus<br />

ßenbereich rutschfest zu bekommen. Die<br />

Applikation der Antirutschbeschichtung<br />

können beispielsweise Mitarbeiter von<br />

Kommunen ganz einfach und praktisch<br />

selbst vornehmen. „Für die Ausführung<br />

bedarf es keiner großen handwerklichen<br />

Fähigkeiten“, erklärt Dieter Stelker, technischer<br />

Leiter der Schweizer GriP Safety<br />

Coatings AG.<br />

Praktische Applikation<br />

der Antirutschbeschichtung<br />

Schritt 1 "Reinigung": Um den feinen<br />

Schmierfilm auf der Holzoberfläche und<br />

auch in den Ritzen und Fugen zu entfernen,<br />

kann ein Hochdruckreiniger oder eine<br />

Bürstenmaschine genutzt werden. Motorisierte<br />

Reinigungsgeräte mit rotierenden<br />

Bürstenwalzen eignen sich gut, um den<br />

Schmutz möglichst porentief zu beseitigen.<br />

Schritt 2 "Trocknen": „Mit dem Haarföhn<br />

dauert es doch etwas zu lange“, scherzt<br />

Stelker. Er nutzt einen an eine Gasflasche<br />

angeschlossenen Bunsenbrenner, die<br />

auch Dachdecker für die Dachfolien verwenden.<br />

Wichtig dabei: genug Abstand<br />

halten, sonst bekommt das Holz schwarze<br />

Flecken. Damit die oberen 1 bis 2<br />

Millimeter der Holzschicht genug trocken<br />

sind, reicht auch die Sonneneinstrahlung:<br />

Nach der Reinigung die Oberfläche drei<br />

Tage bei gutem Wetter trocknen lassen.<br />

Schritt 3 "Messen": Hier genügt ein<br />

gängiges Feuchtigkeitsmessgerät, das die<br />

oberen 1 bis 2 Millimeter vom Holz misst.<br />

Es darf nicht mehr als 13 Prozent relative<br />

Restfeuchte enthalten sein.<br />

Schritt 4 "Aufrühren": GriP New Wood<br />

ist eine körnige Zwei-Komponenten-<br />

Beschichtung. Komponente A ist das Coating<br />

mit Korn, dieses wird gut aufgerührt.<br />

Unmittelbar danach die Flüssigkeit sofort<br />

in einen runden Eimer füllen und auf<br />

einer handelsüblichen digitalen Waage<br />

platzieren. Stelker: „Nicht lange warten,<br />

sonst sinken die Komponenten auf den<br />

Boden ab.“<br />

Schritt 5 "Mischen": Nun mit der Komponente<br />

B im Verhältnis 2:1 mischen. Ein<br />

runder Behälter eignet sich, um optimal<br />

umrühren zu können. Dafür eine Bohrmaschine<br />

mit Farbrührer verwenden. Das<br />

Grundgebinde beinhaltet 10 Kilogramm<br />

von der Komponente A und 5 Kilogramm<br />

von B. Bei optimal und glatt verlegtem<br />

Holz (ohne verzogene Dielen, Kanten<br />

oder Rissen) reicht diese Menge für 100<br />

Quadratmeter Oberfläche.<br />

Schritt 6 "Aufwalzen": Die Mischung<br />

wird nun in einen rechteckigen Behälter<br />

umgefüllt, der sich für eine 20 bis 25<br />

Zentimeter breite Walze eignet. Die<br />

Walze sollte nicht aus Lammfell sondern<br />

aus Kurzfloor bestehen, Florstärke 5 bis<br />

7 Millimeter. Vier Walzen sind in der<br />

Produktlieferung enthalten. Stelker: „Ich<br />

nutze eine Farbwalze mit Lanze. Weil ich<br />

ja nicht auf den Knien auswalzen will,<br />

habe ich ein Teleskop und kann damit<br />

20 Quadratmeter gut bearbeiten.“ Beim<br />

Aufwalzen ist diagonales Auftragen<br />

empfehlenswert. Tipp: Der Eimer sollte<br />

Material für mindestens 20 Quadratmeter<br />

enthalten. So bleibt das Mischverhältnis<br />

von Korn und Flüssigkeit konstant,<br />

Kornflecken werden vermieden. Weil das<br />

Korn schnell absackt, empfiehlt der Fachmann:<br />

„Immer wieder aufrühren und das<br />

Material in Wallung bringen, dann erst die<br />

Walze benetzten und seitlich abstreifen.<br />

Schritt 7 "Nachwalzen": Nachdem das<br />

Material im Kreuzgang aufgetragen wurde,<br />

rät der Fachmann: „Mit derselben Walze<br />

mehrfach nachwalzen, um das Korn<br />

herauszuheben. Je öfter, desto besser.<br />

Und es ist sehr wichtig zu beachten, dass<br />

das Nachwalzen innerhalb der ersten 15<br />

Minuten passieren muss. Das ist ein wichtiger<br />

Aspekt, damit die Beschichtung rau<br />

genug wird.“ Eine Grundierung braucht<br />

das trockene Holz übrigens nicht, die Beschichtung<br />

funktioniert ohne Haftgrund.<br />

Schritt 8 "Trocknungszeit": Nach einer<br />

Stunde ist GriP New Wood getrocknet,<br />

die Holzoberfläche ist dann wieder<br />

begehbar.<br />

Vielfältig einsetzbar<br />

Einsetzbar ist die transparente und wetterfeste<br />

Antirutschbeschichtung für alle<br />

Arten von naturbelassenen Hölzern speziell<br />

im Außenbereich. GriP New Wood<br />

ist umweltfreundlich, UV-beständig und<br />

extrem widerstandsfähig. Die Beschichtung<br />

hat eine nennenswerte Standzeit,<br />

das Unternehmen gibt aktuell ein Jahre<br />

Garantie auf die Materialhaftung. Durch<br />

seine wässrige Viskosität sind auch große<br />

Flächen mit der Antirutschbeschichtung<br />

gut zu bearbeiten.<br />

Technische Unterlagen werden vom<br />

Hersteller mitgeliefert. Im Datenblatt und<br />

im Video ist der Ablauf genau beschrieben.<br />

Eine Schulung vor Ort oder eine<br />

Online-Einweisung werden auf Wunsch<br />

absolviert. Dieter Stelker unterstreicht:<br />

„Es ist uns wichtig, dass GriP New Wood<br />

ohne komplizierte oder teure Maschinen<br />

applizierbar ist.“<br />

www.grip-antirutsch.com/holzbodenaussen.html<br />

Video: https://www.youtube.com/<br />

watch?v=DJ8SsTxg84I<br />

Messen.<br />

Mischen.<br />

Aufbringen.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

35


vorbericht: dach + holz<br />

Dach+Holz International 2026<br />

Köln wird zum Branchenerlebnis<br />

Vom 24. bis 27. Februar<br />

verwandelt die<br />

Fachmesse die Stadt<br />

Köln in einen lebendigen<br />

Treffpunkt für<br />

Dach- und Holzbauprofis<br />

– mit interaktiven<br />

Workspaces,<br />

Live-Vorführungen<br />

und außergewöhnlichen<br />

Aktionen.<br />

Die Dach+Holz International<br />

kehrt vom<br />

24. bis 27. Februar<br />

2026 nach Köln zurück und<br />

überrascht mit neuen Formaten:<br />

Drei Workspaces laden<br />

zum Mitmachen ein, eine<br />

Netzwerkfläche im Außenbereich<br />

bringt die Community<br />

zusammen und außergewöhnliche<br />

Aktionen schaffen völlig<br />

neue Messeerlebnisse. Zudem<br />

rückt die Messe besonders<br />

die Start-up- und Innovationsfläche<br />

in den Mittelpunkt, die<br />

2026 auf 30 ausstellende<br />

Unternehmen anwächst. Junge<br />

Technologien, digitale Lösungen,<br />

nachhaltige Ansätze<br />

und neue Impulse im Bereich<br />

Personal und KI werden hier<br />

erlebbar gemacht.<br />

Drei Workspaces für praxisnahen<br />

Austausch<br />

Der Workspace Zukunft in<br />

Halle 6 setzt starke Impulse<br />

zu den Themen Nachhaltigkeit,<br />

KI, Digitalisierung und<br />

Personal. In Kooperation<br />

mit Ausstellern entsteht ein<br />

tägliches Programm aus Vorträgen,<br />

Produktvorführungen<br />

und Podiumsdiskussionen. Im<br />

Anschluss sorgt ein Netzwerkformat<br />

mit Musik und<br />

Getränken jeden Abend für<br />

entspannten Austausch. Am<br />

Donnerstag, 26. Februar, wird<br />

hier der „Start-up & Innovation<br />

Award“ verliehen.<br />

Der Workspace Retentionsdach<br />

in Halle 8 widmet sich<br />

einem der wichtigsten Zukunftsthemen<br />

urbaner Räume:<br />

Wasserrückhaltung, Gründach,<br />

Flachdach, Entwässerung<br />

und urbane Klimathematik.<br />

Auf der Forumsbühne laufen<br />

handwerksorientierte Fachvorträge.<br />

Der Bereich verbindet<br />

Ausstellungsfläche, Praxisbeispiele<br />

und Austauschzonen zu<br />

einem zentralen Treffpunkt für<br />

Dachaufbau und nachhaltige<br />

Systemlösungen.<br />

Der Workspace Klempner-<br />

Handwerk wird von der<br />

SpenglerMeisterschule<br />

Würzburg als lebende Werkstatt<br />

betrieben und zeigt in<br />

Live-Vorführungen moderne<br />

Handwerkstechniken und<br />

Restaurierungsarbeiten.<br />

Neue Sonderflächen für<br />

mehr Messeerlebnis<br />

Unter dem Motto „Wir wollen<br />

jedem zeigen, wie geil das<br />

Handwerk ist“ gestaltet<br />

Dachdecker Florian Hemmersbach<br />

aus Köln eine<br />

offene Community-Area auf<br />

dem Freigelände der Messe<br />

– ein moderner Treffpunkt für<br />

Austausch, Employer Branding<br />

und LiveContent.<br />

Die neue Aktionsfläche "Handwerk<br />

trifft Sport" verbindet die<br />

Messe handwerkliches Können<br />

mit sportlichem Nervenkitzel:<br />

Täglich zeigt Dachdeckermeister<br />

und leidenschaftlicher<br />

Mountainbiker Niels Gehrke<br />

in Halle 8 am Stand 531 eine<br />

spektakuläre Mountainbike-<br />

Show mit Freestyle-Saltos und<br />

beeindruckenden Tricks.<br />

Ein besonders ungewöhnliches<br />

Format bietet darüber hinaus<br />

"Dein Branchen-Tattoo".<br />

In Zusammenarbeit mit dem<br />

regionalen Tätowierer Dennis<br />

können sich Besucher kleine,<br />

von Verbänden und Ausstellern<br />

ausgewählte Branchentattoos<br />

stechen lassen.<br />

Nachwuchsförderung ebenfalls<br />

im Messe-Fokus<br />

Die Dach+Holz International<br />

2026 in Köln legt wieder<br />

einen starken Fokus auf den<br />

Nachwuchs. Am Stand von<br />

Holzbau Deutschland (Halle<br />

9, Stand 9.417) präsentieren<br />

die drei Kompetenzzentren<br />

– Komzet Bau Bühl, Bildungszentrum<br />

Holzbau Baden-Württemberg<br />

und Bubiza – ihre<br />

Bildungsangebote. Höhepunkt<br />

für Besucher ist das öffentliche<br />

Training der Zimmerer-<br />

Nationalmannschaft auf Stand<br />

9.312, das Einblicke in Präzision,<br />

Ausdauer und Teamarbeit<br />

unter Wettbewerbsbedingungen<br />

bietet. Auch die DachdeckerNationalmannschaft<br />

kann live bei der Arbeit erlebt<br />

werden. Ergänzt wird das<br />

Programm durch die Nachwuchskampagne<br />

„Dachdecker<br />

Dein Beruf“ mit interaktiven<br />

VR-Erlebnissen, die spannende<br />

Einblicke auf den Dächern<br />

des Kölner Doms ermöglichen.<br />

Außerdem erwartet die<br />

Besucher eine Racing-Area<br />

mit echten Rennsimulatoren<br />

sowie spielerische Aktivitäten<br />

wie Tischtennis.<br />

Ziel der vielfältigen Aktionen ist<br />

es, nicht nur junge Leute für eine<br />

Ausbildung im Holz- und Dachbau<br />

zu begeistern, sondern auch<br />

Betriebe und Landesverbände<br />

aktiv einzubinden.<br />

Starke Branchenpartnerschaft<br />

und Event-Programm<br />

Die Träger der Dach+Holz International<br />

– Holzbau Deutschland<br />

und der ZVDH – sowie die BG<br />

Bau schaffen vielfältige Anlässe,<br />

die Branche zusammenzubringen.<br />

Kooperationen mit den<br />

Landesverbänden Nordrhein<br />

und der Dachdecker- und<br />

Zimmerer-Innung Köln unterstreichen<br />

die Verbundenheit zur<br />

Region. Das Event-Programm<br />

der Messe umfasst unter anderem<br />

die Eröffnungsfeier mit<br />

Ribboncutting und den International<br />

Tuesday am 24. Februar,<br />

den Verbandsabend am 25.<br />

Februar und den Empfang der<br />

Dachdeckermädelz am 27.<br />

Februar.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.dach-holz.com<br />

36 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


vorbericht: dach + holz<br />

Remmers<br />

Effizient abdichten, schützen, dämmen<br />

Die flüssig aufzubringende PU-Hybridabdichtung MB PUReactive+<br />

überzeugt durch Wirtschaftlichkeit, eine hervorragende Performance<br />

und eine hohe Brandsicherheit.<br />

Prefab Woodprotection 25 lässt sich effizient und gleichmäßig per<br />

Spritztechnik aufbringen – ideal für den temporären Witterungsschutz<br />

von Holzbauelementen in der Vorfertigung.<br />

Remmers präsentiert in<br />

Köln wirtschaftliche<br />

Systemlösungen für die<br />

Regeneration von Flachdächern<br />

sowie für den modularen<br />

und seriellen Holzbau.<br />

Während der Messe finden<br />

zudem täglich interessante<br />

Live-Vorführungen zur Verarbeitung<br />

und zum Einsatz der<br />

vorgestellten Produktsysteme<br />

statt.<br />

Die Regeneration bestehender<br />

Dachabdichtungen gewinnt<br />

angesichts steigender<br />

Anforderungen an Wirtschaftlichkeit,<br />

Nachhaltigkeit und<br />

auch durch die zunehmende<br />

Nachrüstung von Photovoltaikanlagen<br />

weiter an Bedeutung.<br />

Remmers zeigt mit der<br />

PU-Hybridabdichtung MB<br />

PUReactive+ eine Lösung,<br />

die speziell für diese Anforderungen<br />

konzipiert wurde. Die<br />

faserarmierte 2K-Komponente<br />

lässt sich per Spritzverfahren<br />

direkt auf bestehende Abdichtungen<br />

auftragen – zum<br />

Beispiel Bitumen-, FPO- oder<br />

PVC-Bahnen – und erzielt in<br />

Kombination mit der passenden<br />

Maschinentechnik<br />

hohe Flächenleistungen von<br />

über 150 m²/h. Die Verarbeitung<br />

erfolgt dabei ohne<br />

Vlies. Gleichzeitig erfüllt das<br />

Produkt hohe Anforderungen<br />

an den Brandschutz (B-s1, d0<br />

sowie Broof T1 bis T4) und<br />

die Langzeitbeständigkeit.<br />

Darüber hinaus präsentiert<br />

der Hersteller gleich zwei<br />

Lösungen für den modularen<br />

Holzbau bzw. die Fertighausindustrie.<br />

Die temporäre<br />

Beschichtung Prefab Woodprotection<br />

25 bietet sich<br />

als Alternative zu konventionellen<br />

Schutzfolien für den<br />

Transport und auch zum<br />

vorübergehenden Bauteilschutz<br />

auf der Baustelle an.<br />

Die diffusionsfähige Schutzschicht<br />

wird gleichmäßig per<br />

Streichen, Rollen, Spritzen<br />

oder auch automatisiert<br />

appliziert und bietet nicht nur<br />

Sicherheit vor Feuchtigkeitseintrag,<br />

sondern reduziert<br />

im Vergleich zu Folien auch<br />

Materialverbrauch und Entsorgungsaufwand.<br />

Für den optimalen Schallschutz<br />

auf Massivholzdecken<br />

eignet sich das reaktive<br />

Bindemittel Prefab Silent Floor.<br />

Dieses wurde unter anderem<br />

bereits erfolgreich im Hamburger<br />

Holzhybrid-Hochhaus<br />

Roots eingesetzt, wo es als Teil<br />

eines mehrstufigen Fußboden-<br />

Aufbaus eine effektive Körperund<br />

Trittschalldämmung bis in<br />

150 Meter Höhe ermöglichte<br />

– ohne zusätzlichen Wassereintrag,<br />

schnell applizierbar<br />

und nach kurzer Trocknungszeit<br />

bereit für den weiteren<br />

Bodenaufbau. Holger Klenke,<br />

Leiter des Bereichs Prefabricated<br />

Housing/Modular<br />

Construction bei Remmers,<br />

sieht großes Potenzial: „Unser<br />

Prefab Silent Floor sichert<br />

nicht nur die Möglichkeit der<br />

Verarbeitung in großen Höhen,<br />

sondern lässt sich auch schnell<br />

und wirtschaftlich einbauen.<br />

LORO-X<br />

Eine ideale Lösung für den<br />

mehrgeschossigen Holzbau, in<br />

dem hohe akustische Anforderungen<br />

bestehen.“<br />

Remmers<br />

Halle 8 / Stand 403<br />

Kaskadenentwässerung<br />

mit drückender Freispiegelströmung<br />

Vorteile:<br />

• mit Sammelleitung zwischen Dachabdichtung<br />

und Plattenbelag oder in der Wärmedämmung<br />

• mit Mehrgeschossabläufen direkt in der Attika<br />

Besuchen Sie uns!<br />

DACH + HOLZ, Köln<br />

24.– 27. Februar 2026<br />

Halle 8 / Stand 109<br />

www.loro.de<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

37


vorbericht: dach + holz<br />

Fleck<br />

Anschauen, Anfassen, Ausprobieren<br />

Erhältlich in großer Formen- und<br />

Farbvielfalt: Die Solar-Trägerpfanne<br />

mit einstellbarer VA-Halterung.<br />

Die Fleck GmbH präsentiert<br />

unter dem Motto<br />

„#Fleckit“ intelligente<br />

Lösungen für Gründach,<br />

Flachdach und Solar. Im Fokus<br />

stehen praxisnahe Produkte<br />

wie Solar-Trägerpfannen,<br />

Flachdachlüfter, Retentionsabläufe<br />

und Gründachlüfter.<br />

Besucherinnen und Besucher<br />

können Produkte live erleben,<br />

ausprobieren und mit den<br />

Expertinnen und Experten des<br />

Fleck-Teams in den Austausch<br />

gehen. Highlights sind Einbauvorführungen,<br />

anschauliche<br />

Modelle und digitale Services<br />

wie Konfiguratoren.<br />

Ein Schwerpunktthema am<br />

Fleck-Stand ist der Bereich<br />

Solar. Hier sind neben der Präsentation<br />

eines umfangreichen<br />

Sortiments auch Einbauvorführungen<br />

geplant, beispielsweise<br />

der Solar-Trägerpfannen von<br />

Fleck. Ausgestattet mit einer<br />

Montagestütze aus korrosionsbeständigem<br />

VA-Stahl, lassen<br />

sich Schienen-Unterkonstruktionen<br />

sowohl vertikal als auch<br />

horizontal besonders einfach<br />

und sicher befestigen. Auch<br />

Weiterentwicklungen wie der<br />

optimierte PV-VogelStop werden<br />

ausgestellt. Veränderte<br />

Befestigungsklammern sorgen<br />

für weniger Materialeinsatz,<br />

kürzere Montagezeiten und<br />

eine vereinfachte Handhabung.<br />

Der größere Flachdach-<br />

Schwanenhals DN 150 mit<br />

Klappelement zählt ebenfalls<br />

zu den Weiterentwicklungen<br />

von Fleck. Durch einen erweiterten<br />

Querschnitt sowie arretierbare<br />

Klappelemente lassen<br />

sich auch dickere Kabelstränge<br />

und gedämmte Leitungen<br />

unkompliziert verlegen.<br />

Mit dem Gründachsortiment<br />

zeigt Fleck in Köln außerdem<br />

zukunftsweisende Lösungen<br />

für nachhaltige Flachdächer.<br />

Im Fokus stehen dabei die<br />

Gründachlüfter Classic und<br />

Max, welche für eine optimale<br />

Belüftung sorgen sowie der<br />

Schrumpfi-XL für Dachdurchdringungen<br />

im Bereich der<br />

extensiven Gründachflächen.<br />

Speziell für den Umbau eines<br />

Flachdachablaufs zum Retentionsablauf<br />

präsentiert Fleck<br />

die Retentionsdrossel und die<br />

ReDro-Box.<br />

Mit Produkten wie den 4 in<br />

1-Flachdachlüftern oder dem<br />

Flachdach-Zwangslüfter mit<br />

Rotor rückt Fleck das Flachdach<br />

weiter in den Fokus und<br />

zeigt hierzu eine adäquate<br />

Belüftung. Den Roofguard und<br />

Notentwässerungsprodukte<br />

wie die Flachdach-Rechteck-<br />

Notüberläufe thematisiert<br />

Fleck ebenfalls. Hierzu steht<br />

der entsprechende Konfigurator<br />

am Messestand zur Verfügung.<br />

Interessierte können mit<br />

diesem und weiteren Tools die<br />

digitalen Services von Fleck in<br />

konkreter Anwendung erleben<br />

und sich von den Expertinnen<br />

und Experten vor Ort zusätzlich<br />

beraten lassen. So kann<br />

auch der Konfigurator für Wrasenlüfter<br />

am Stand genutzt<br />

werden. Darüber hinaus bietet<br />

der Spezialist für Dachzubehör<br />

Flachdach-Berechnungsservices<br />

für Entwässerung<br />

und Retention an, mit denen<br />

passende Dimensionierungen<br />

schnell und unkompliziert<br />

ermittelt werden. Im Rahmen<br />

der Themen Sanierung,<br />

Renovierung und Modernisierung<br />

widmet sich Fleck<br />

mit dem SanReMo-Sortiment<br />

der nachhaltigen Nutzung<br />

von Steil- und Flachdächern.<br />

Nachrüstbare Produkte zur<br />

Belüftung, Entwässerung und<br />

Notentwässerung sowie dem<br />

Monitoring der Dachfläche<br />

verlängern die Lebensdauer<br />

dieser.<br />

Fleck GmbH<br />

Halle 6 / Stand 532<br />

Puren<br />

Drei Systemlösungen fürs Dach<br />

Mit neuem Unterdach,<br />

schwerentflammbaren<br />

PU-Elementen<br />

und einer innovativen Deckendämmung<br />

präsentiert sich<br />

puren in Köln.<br />

Ein Schwerpunkt liegt auf dem<br />

Steildach-Dämmsystem puren<br />

Unterdach. Das bewährte<br />

System erhält eine Unterdachbahn<br />

mit erhöhter Grammatur<br />

von 350 g/m². Damit<br />

Komplettiert wird der Messeauftritt durch ein neu aufgelegtes Dämmelement<br />

für die oberste Geschossdecke.<br />

wird den Dachhandwerkern<br />

künftig mehr Robustheit und<br />

Spielraum in der Anwendung<br />

geboten. Die neue Variante<br />

erfüllt die Anforderungen<br />

für diffusionsoffene Unterdeckbahnen<br />

für erweiterte<br />

Anwendungen (UDB eA) nach<br />

ZVDH-Regelwerk – und steht<br />

für maximale Sicherheit auch<br />

unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt ist<br />

die Produktlinie puren Secure.<br />

Hier stehen Brandschutz<br />

und Effizienz im Mittelpunkt:<br />

Die schwerentflammbaren<br />

PU-Dämmelemente der<br />

Brandverhaltensklasse B s1,d0<br />

eröffnen neue Möglichkeiten<br />

für Flach- und Gefälledächer<br />

sowie weitere Anwendungsgebiete,<br />

ohne Kompromisse<br />

bei Dämmleistung, Druckfestigkeit<br />

oder Lebensdauer.<br />

Komplettiert wird der Messeauftritt<br />

durch ein neu aufgelegtes<br />

Dämmelement für die<br />

oberste Geschossdecke. Es<br />

kombiniert eine PU-Dämmschicht<br />

mit einer oberseitig<br />

aufkaschierten purenit-Platte.<br />

Der feuchtigkeitsresistente<br />

Werkstoff bleibt formstabil<br />

und lässt sich präzise verarbeiten<br />

– ideal für Sanierung und<br />

Neubau gleichermaßen.<br />

Puren GmbH<br />

Halle 6 / Stand 416<br />

38 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


vorbericht: dach + holz<br />

Kingspan Essmann<br />

Zwischen Fachgesprächen, Neuheiten und Challenge<br />

Zur Dach+Holz zeigt<br />

Kingspan Light + Air,<br />

was heute bei der<br />

Sanierung von Oberlichtern<br />

möglich ist. Unter dem Motto<br />

„SanierungsJOKER“ präsentiert<br />

das Unternehmen ein<br />

Messekonzept, das technische<br />

Neuheiten, Weiterentwicklungen<br />

für Flachdach und<br />

Fassade sowie ein aktives<br />

Mitmachprogramm verbindet.<br />

Besucherinnen und Besucher<br />

erhalten einen umfassenden<br />

Einblick in Produktwelt und<br />

Services des Unternehmens,<br />

mit denen sich Sanierungen<br />

sicher, schnell und zuverlässig<br />

umsetzen lassen.<br />

Der Mittelpunkt des Auftritts<br />

ist die SanierungsJOKER<br />

Aktionsfläche. Auf dieser<br />

können Messegäste das<br />

neue FlexFix Aufstocksystem<br />

selbst montieren und dabei<br />

live erleben, wie schnell und<br />

sauber sich Lichtkuppeln mit<br />

Bestands-Aufsetzkränzen ganz<br />

ohne Eingriffe in die Dachabdichtung<br />

sanieren lassen.<br />

Begleitet wird die Aktion von<br />

Dachdeckermeisterin Sonja<br />

Theisen sowie den Dachdeckern<br />

Yannick Menkhoff und<br />

Lukas Hemmersbach, die die<br />

Montagezeit stoppen und ihre<br />

Praxiserfahrungen teilen. Jede<br />

Teilnahme wird mit einem<br />

„sportlichen“ Preis belohnt.<br />

Zusätzlich wird täglich ein<br />

Tagessieger gekürt, der sich<br />

auf einen attraktiven Hauptgewinn<br />

freuen kann.<br />

Auch technologisch hat Kingspan<br />

viel zu zeigen. Das FlexFix<br />

Aufstocksystem, das in der<br />

Challenge eingesetzt wird, bildet<br />

die Grundlage für schnelle<br />

Sanierungen bestehender<br />

Lichtkuppeln in wenigen<br />

Montageschritten. Darüber<br />

hinaus stellt das Unternehmen<br />

das neue patentierte AirFlip<br />

NRWG Klappen- und Lamellensystem<br />

für Sattel-Lichtbänder<br />

vor, das natürliche Lüftung<br />

und Rauch- und Wärmeabzug<br />

in einem Gerät vereint. Ergänzend<br />

dazu wird das NRWG-<br />

Klappensystem FlatFlap für<br />

Sattel- und Shedlichtbänder<br />

präsentiert, welches ebenfalls<br />

RWA- und Lüftungsfunktionen<br />

kombiniert und die Optionen<br />

für verschiedene Gebäudesituationen<br />

erweitert.<br />

Im Bereich der Glasdachkonstruktionen<br />

zeigt der Hersteller<br />

die thermisch getrennte,<br />

modulare Lösung Arcilite mit<br />

dem Ventria Lüftungsflügel<br />

und der EasyConnect Steuerzentrale.<br />

Die Kombination aus<br />

energieeffizienter Konstruktion<br />

und steuerbarer Lüftung<br />

zeigt, wie sich Tageslicht, Ästhetik,<br />

Komfort und Sicherheit<br />

im Dachbereich verbinden<br />

lassen.<br />

Im Bereich der Glasdachkonstruktionen wird die thermisch getrennte,<br />

modulare Lösung Arcilite mit dem Ventria Lüftungsflügel und der<br />

EasyConnect Steuerzentrale gezeigt.<br />

Mit der neuen modularen<br />

Funktionsfassade Aurora<br />

präsentiert das Unternehmen<br />

zudem sein erweitertes<br />

Portfolio für die Gebäudehülle.<br />

Mit ColtLite Glaslamelle,<br />

AirLift Lamellensystem<br />

und Schwingflügel vereint<br />

Aurora Tageslichttechnik,<br />

Lüftung und architektonische<br />

Gestaltung. Diese Systemlösung<br />

zeigt, wie flexibel sich<br />

Fassaden heute planen und<br />

ausstatten lassen.<br />

Mit dem Stufenglas ERUglaz,<br />

das speziell für die energetische<br />

Sanierung von Lichtbändern<br />

ohne Austausch der<br />

Profilkonstruktion entwickelt<br />

wurde, wird eine weitere<br />

Neuheit auf der Messe vorgestellt.<br />

Auch neu ist die Konstruktion<br />

des Insektenschutzgitters MosquitoMesh,<br />

das ein mehrfaches<br />

Auslösen von natürlichen<br />

Rauch- und Wärmeabzugsgeräten<br />

ermöglicht und damit<br />

die Funktionalität der Systeme<br />

nachhaltig verbessert.<br />

Neben den zahlreichen Neuheiten<br />

werden auch auch bereits<br />

etablierte Systeme ausgestellt<br />

– darunter Lichtkuppeln<br />

mit Hagel-, Durchsturz- und<br />

Sonnenschutzsystemen, den<br />

Ab- und Durchsturzsicherungen<br />

EAD und RSM sowie das<br />

integrierte Built-In Lichtkuppel-<br />

Element mit vormontierter LK<br />

neo plus in Dachpaneelen.<br />

Kingspan Light + Air GmbH<br />

Halle 6 / Stand 410<br />

Mit der neuen modularen Aurora Funktionsfassade stellt das Unternehmen<br />

zudem sein erweitertes Portfolio für die Gebäudehülle vor, das<br />

Tageslichttechnik, Lüftung und architektonische Gestaltung vereint.<br />

Neu ist die Konstruktion des Insektenschutzgitters MosquitoMesh, das<br />

ein mehrfaches Auslösen von natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten<br />

ermöglicht.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

39


vorbericht: dach + holz<br />

Metsä Wood<br />

Mit eigenem Stand auf der Dach+Holz<br />

Das Furnierschichtholz des finnischen Unternehmens wird aus drei<br />

Millimeter starken Nadelholz-Furnieren hergestellt, die eine hohe Festigkeit<br />

bei geringem Eigengewicht ermöglichen.<br />

Bildnachweis: Metsä Wood<br />

Material- und Kosteneffizienz kombiniert mit reduziertem Transportund<br />

Montageaufwand: Je nach Anwendungsfall lässt sich mit Kerto<br />

LVL im Vergleich zu Brettsperrholz bis zu 50 Prozent Material einsparen.<br />

Bildnachweis: Arca Nova AS<br />

Metsä Wood ist 2026<br />

mit eigenem Messestand<br />

auf der<br />

Dach+Holz vertreten und stellt<br />

Materialeffizienz beim Bauen<br />

mit Holz in den Mittelpunkt. Im<br />

Fokus stehen die vielseitigen<br />

Einsatzmöglichkeiten des Furnierschichtholzes<br />

Kerto LVL<br />

– darunter schlanke Wand-,<br />

Decken- und Dachkonstruktionen<br />

für Neubauten, bei Aufstockungen<br />

oder für das modulare<br />

Bauen. Besucher erleben,<br />

wie Kerto LVL durch Stabilität,<br />

Material- und Kosteneffizienz<br />

sowie Nachhaltigkeit Akzente<br />

im Holzbau setzt.<br />

Das Furnierschichtholz<br />

kommt in Wand-, Decken- und<br />

Dachelementen ebenso zum<br />

Einsatz wie in Sturzlösungen,<br />

Top-Plate-Auflagern oder<br />

im Ständerwerk. Durch die<br />

Kombination aus Maßhaltigkeit,<br />

Formstabilität und<br />

Ressourceneffizienz entstehen<br />

schlanke und präzise Konstruktionen,<br />

die sowohl die<br />

Vorfertigung im Werk als auch<br />

die Verarbeitung auf der Baustelle<br />

spürbar erleichtern und<br />

beschleunigen. Gefertigt wird<br />

Kerto LVL dabei aus nachwachsendem,<br />

nordischem<br />

Nadelholz, das einen außergewöhnlich<br />

hohen Ertrag pro<br />

Stamm bietet.<br />

Die Vorteile von Kerto LVL<br />

lassen sich in konkreten Zahlen<br />

untermauern: So können<br />

in den Erdgeschosswänden<br />

eines achtstöckigen Gebäudes<br />

beispielsweise bis zu 50<br />

Prozent des Holzmaterials im<br />

Vergleich zu Massivholzkonstruktionen<br />

eingespart werden.<br />

Dies ist auf die Verklebung<br />

der drei Millimeter starken<br />

Nadelholz-Furniere zurückzuführen.<br />

Dank großer Elemente<br />

mit hohem Vorfertigungsgrad<br />

lassen sich zudem bis zu<br />

1.500 Quadratmeter fertiges<br />

Dach an einem einzigen Tag<br />

installieren – bei Spannweiten<br />

bis zu 24 Metern.<br />

Kerto LVL ermöglicht darüber<br />

hinaus bis zu 25 Prozent breitere<br />

Balkenabstände als OSB3<br />

bei gleicher Plattendicke.<br />

Als Deckenplatte performt<br />

es bis zu 50 Prozent besser<br />

im Vergleich zu einer Dreischichtplatte<br />

– bezogen auf<br />

Festigkeit, Durchbiegung und<br />

Steifigkeit.<br />

Metsä Group<br />

Halle 7 / Stand 211<br />

Mage<br />

Neuer Auftritt, neue Lösungen<br />

Mit FireSafe und<br />

FaçaTec zeigt Mage<br />

in Köln zwei interessante<br />

Systeme. Zugleich soll<br />

der Auftritt einen Wandel des<br />

Unternehmens hervorheben:<br />

Vom Lieferanten zum Partner<br />

des Handwerks.<br />

Nach mehrjähriger Pause<br />

kehrt die Mage Roof & Building<br />

Components GmbH auf<br />

die Dach+Holz zurück. Mage<br />

richtet sich künftig stärker auf<br />

Beratung, Systemverständnis<br />

und praxisgerechte Lösungen<br />

für Dach und Fassade aus –<br />

mit dem Ziel, das Handwerk<br />

intensiv zu unterstützen.<br />

Im Mittelpunkt des Messeauftritts<br />

steht die neue FireSafe-<br />

Familie. Sie kombiniert<br />

Feuchtigkeitsschutz, Brandsicherheit<br />

und Energieeffizienz<br />

in Steildachkonstruktionen.<br />

Die aus Aluminium und<br />

Glasgewebe aufgebauten<br />

Bahnen und Klebesysteme<br />

sind nicht brennbar, schützen<br />

vor Feuchte, Überhitzung<br />

und Feuer und<br />

senken den Energiebedarf<br />

spürbar. Für das Dachhandwerk<br />

eröffnet FireSafe neue<br />

Möglichkeiten, Gebäude<br />

sicher und nachhaltig auszuführen<br />

– ob im Neubau oder<br />

bei der Sanierung.<br />

Außerdem wird das System<br />

Mage FaçaTec vorgestellt –<br />

eine Lösung für vorgehängte<br />

hinterlüftete Fassaden (VHF)<br />

und abgehängte Decken. Systemkern<br />

sind die patentierten<br />

Wandstützen Spidi, die Tragfähigkeit,<br />

einfache Montage und<br />

Gestaltungsfreiheit vereinen.<br />

MAGE Roof & Building<br />

Components GmbH<br />

Halle 6, Stand 321<br />

40 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


vorbericht: dach + holz<br />

Triflex<br />

Sanieren statt neu bauen<br />

Triflex hat seine Servicedienstleistung Dachcheck mit im Messegepäck.<br />

Mit diesem bewertet der Flüssigkunststoffspezialist den Zustand von<br />

Dächern, um Schäden frühzeitig zu erkennen.<br />

Das einkomponentige System Triflex SmartTec ist mit dem Blauen Engel<br />

zertifiziert und steht für besonders umweltfreundliche und nachhaltige<br />

Bauwerksabdichtung.<br />

Der Mindener Flüssigkunststoffspezialist<br />

Triflex ist erneut in Köln<br />

vertreten und legt im kommenden<br />

Jahr den Fokus auf<br />

die Sanierung von Bestandsdächern,<br />

insbesondere bei Industrie-<br />

und Gewerbeobjekten.<br />

Schwerpunkt des Messeauftritts<br />

ist der Triflex Dachcheck,<br />

eine Servicedienstleistung<br />

zur Zustandsbewertung und<br />

Sanierungsplanung. Ergänzt<br />

wird das Programm durch<br />

praxisnahe Live-Vorführungen<br />

und Weiterentwicklungen im<br />

Produktportfolio.<br />

Vor dem Hintergrund des<br />

Messethemas Nachhaltigkeit<br />

beleuchtet Triflex die sich<br />

verändernden Anforderungen<br />

an Bestandsdächer, die heute<br />

weit mehr leisten müssen als<br />

den reinen Witterungsschutz.<br />

Industrie- und Gewerbedächer<br />

sollen langlebig, wirtschaftlich<br />

sanierbar und idealerweise<br />

PV-kompatibel sein. Mit<br />

dem Dachcheck bietet das<br />

Unternehmen eine praxisnahe<br />

Lösung, die den Zustand von<br />

Dächern zuverlässig bewertet<br />

und eine fundierte Grundlage<br />

für Sanierungsentscheidungen<br />

liefert. Der Check hilft<br />

dabei, Schäden frühzeitig zu<br />

erkennen und so den Wert<br />

des Gebäudes langfristig zu<br />

sichern. Die transparente<br />

Zustandsbewertung dient<br />

dabei als Basis für Investitionsentscheidungen<br />

mit dem<br />

klaren Fokus auf nachhaltige<br />

Instandhaltung durch Regeneration<br />

statt Rückbau.<br />

Erstmals auf der Dach +<br />

Holz präsentiert Triflex eine<br />

Reihe praxisnaher Live-Vorführungen<br />

am Messestand,<br />

bei denen Fachbesucher<br />

die Abdichtungssysteme in<br />

Aktion sehen können. Dabei<br />

zeigt der Spezialist, wie die<br />

Abdichtungssysteme Schritt<br />

für Schritt in der Praxis funktionieren,<br />

angefangen bei der<br />

sorgfältigen Untergrundvorbereitung<br />

bis hin zum fertigen<br />

Detail. Gezeigt werden praxisrelevante<br />

Anwendungen wie<br />

die Abdichtung von Balkonund<br />

Fensteranschlüssen, der<br />

Einsatz von Triflex SmartTec<br />

und Triflex ProDetail sowie<br />

Dachanschlüsse und Übergänge.<br />

Mit Triflex ProSolar Finish+<br />

zeigt das Unternehmen ein<br />

besonders witterungsbeständiges<br />

Finish für Photovoltaikdächer.<br />

Das Produkt schützt<br />

die Abdichtung dauerhaft vor<br />

UV- und thermischen Belastungen,<br />

verbessert die Haftung<br />

und trägt so zur Verlängerung<br />

der Lebensdauer der<br />

PV-Anlage bei. Die hochreflektierende,<br />

zweikomponentige,<br />

UV-beständige Versiegelung<br />

reduziert die Oberflächenerwärmung<br />

dauerhaft und senkt<br />

die Innenraumtemperatur um<br />

bis zu 4 °C. Zudem optimiert<br />

sie die Modultemperaturen<br />

bestehender PV-Anlagen. Das<br />

Ergebnis ist ein geringerer<br />

Energieverbrauch, längere<br />

Materiallebensdauer und eine<br />

messbar höhere Gesamteffizienz<br />

von Gebäuden.<br />

Ein weiteres Messehighlight<br />

ist das einkomponentige<br />

Abdichtungssystem Triflex<br />

SmartTec. Dieses wurde speziell<br />

für kleinere Dachflächen<br />

und Detailanschlüsse entwickelt.<br />

Das System zeichnet<br />

sich durch seine besonders<br />

einfache Verarbeitung aus.<br />

Bei komplexen Details, aber<br />

auch in der flächigen Anwendung<br />

fügt sich das Material<br />

naht- und fugenlos an den<br />

Untergrund der Konstruktion<br />

an und bietet so eine dauerhaft<br />

sichere Lösung. Triflex<br />

SmartTec ist zudem mit dem<br />

Blauen Engel zertifiziert.<br />

Diese Auszeichnung bestätigt<br />

die umweltfreundlichen<br />

Eigenschaften der Technologie<br />

und unterstreicht das<br />

Engagement von Triflex für<br />

nachhaltige Bauwerksabdichtungen.<br />

Triflex GmbH & Co. KG<br />

Halle 8 / Stand 307<br />

Live-Vorführungen am Messestand: Triflex zeigt Schritt für Schritt, wie<br />

Abdichtungssysteme sicher und effizient verarbeitet werden.<br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

41


anche aktuell<br />

VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong> in Köln<br />

Großer internationaler Branchentreff<br />

Die VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong> verzeichneten 5.200 Fachbesucherinnen<br />

und -besucher.<br />

Eine der Attraktionen war der VdS-BrandSchutzTalk auf der Messebühne.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): VdS<br />

Die VdS-BrandSchutz-<br />

Tage <strong>2025</strong>, einer der<br />

wichtigsten Branchentermine<br />

für den vorbeugenden<br />

Brandschutz in Europa, haben<br />

erneut Rekorde gebrochen:<br />

Brandschutzinteressierte aus<br />

insgesamt 24 Ländern kamen<br />

nach Köln, um sich über<br />

neueste Brandschutztrends zu<br />

informieren und miteinander<br />

auszutauschen.<br />

Der Branchentreff verzeichnete<br />

180 Aussteller und 5200<br />

Besucherinnen und Besucher.<br />

Insgesamt gab es in den sechs<br />

Fachtagungen und den Foren<br />

auf der Messebühne über 100<br />

Vorträge, vorgetragen von<br />

mehr als 120 Referierenden<br />

und Moderatoren.<br />

Diese Kombination aus<br />

Brandschutz-Messe, Fachforen<br />

und themenspezifischen<br />

Fachtagungen ist einzigartig<br />

in Europa. Die Rückmeldungen<br />

von Besucherinnen und<br />

Besuchern, Referierenden und<br />

Ausstellenden waren ausgesprochen<br />

positiv.<br />

Messe, Fachtagungen, Technik<br />

zum Anfassen<br />

Das vielseitige Angebot der<br />

VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong><br />

umfasste die große internationale<br />

Fachmesse, viele<br />

Live-Vorführungen aktueller<br />

Brandschutzlösungen, die<br />

Jobbörse und den Treffpunkt<br />

Bildung und Karriere, ein<br />

buntes Rahmenprogramm auf<br />

der Messebühne sowie sechs<br />

VdS-Fachtagungen in den<br />

angrenzenden Sälen. Eine der<br />

Fachtagungen, „Feuerlöschanlagen<br />

International“, mit Referierenden<br />

aus sieben Ländern<br />

fand mit Deutsch-Englischer<br />

Simultanübersetzung statt.<br />

Ein beliebter Anlaufpunkt war<br />

auch die neue Sonderfläche<br />

Baulicher Brandschutz auf<br />

rund 230 m². Hier wurde<br />

aktuelle Technik vorgeführt,<br />

dazu bot das Forum Baulicher<br />

Brandschutz by asecos<br />

academy ein hochwertiges<br />

Vortragsprogramm.<br />

Zapp Zimmermann war eines<br />

der Unternehmen, das auf der<br />

Sonderfläche Baulicher Brandschutz<br />

Technik zum Anfassen<br />

präsentierte, mit großem Erfolg,<br />

wie Michael Gasper von<br />

Zapp Zimmermann berichtet:<br />

„Es war viel los bei unseren<br />

Exponaten, die Besucher<br />

hatten großes Interesse, die<br />

Anwendungen zu erleben. Wir<br />

haben festgestellt, dass die<br />

Sonderfläche es noch einmal<br />

leichter gemacht hat, mit den<br />

Menschen ins Gespräch zu<br />

kommen. Ich kann aber auch<br />

sagen: Bei den VdS-Brand-<br />

SchutzTagen erleben wir<br />

immer viel Zuspruch, auch im<br />

Vergleich mit vielen anderen<br />

Veranstaltungen dieser Art.<br />

Durch das Vortragsprogramm<br />

und die gut gesetzten Pausen<br />

in den Fachtagungen kommt<br />

viel Fachpublikum zu uns. Das<br />

zeichnet VdS wirklich aus.“<br />

Auf einer weiteren Sonderfläche<br />

gab es Live-Vorführungen<br />

von Sprinkleranlagen, bei denen<br />

Interessierte selbst Hand<br />

anlegen konnten.<br />

Daneben zeigte das VdS-Labor,<br />

wie Sprinkler aus Altanlagen<br />

auf ihre Funktionsfähigkeit<br />

überprüft werden. Zudem<br />

konnte die VdS-Software für<br />

die Dimensionierung von Gaslöschanlagen<br />

live erlebt und<br />

ausprobiert werden.<br />

Fachforen auf der<br />

Messebühne<br />

Live auf der Bühne wurden<br />

an beiden Messetagen drei<br />

Fachforen ausgerichtet: das<br />

„Zukunftsforum Brandschutz“<br />

zu wichtigen Zukunftsthemen,<br />

das „Ausstellerforum“ zu innovativen<br />

Lösungen sowie der<br />

VdS-BrandSchutzTalk.<br />

Im Rahmen des „Zukunftsforums<br />

Brandschutz“ und des<br />

„Ausstellerforums“ wurden<br />

neben vielen weiteren die Themen<br />

„Brandschutz für Lithium-<br />

Ionen-Batterien“, „Die Zukunft<br />

des IoT-Brandschutzes“, „Thermografische<br />

Brandfrüherkennung“,<br />

„innovative Abgasnachreinigung“<br />

behandelt.<br />

In den beiden jeweils 90-minütigen<br />

Runden des „VdS-<br />

BrandSchutzTalks“ diskutierten<br />

hochrangige Expertinnen<br />

und Experten vor gut gefüllten<br />

Rängen über die Themen<br />

„Genehmigt und bereit zum<br />

Ausbrennen – Baurecht erfüllt,<br />

Betrieb zerstört" und „Brandschutz<br />

bei PV-Anlagen – Risiko<br />

oder beherrschbare Technik?".<br />

Messetouren mit Begleitung<br />

Geführte Messerundgänge<br />

boten Besucherinnen und Besuchern<br />

einen guten Überblick<br />

über interessante Innovationen.<br />

Sie wurden von zwei<br />

Studenten des Studiengangs<br />

„Security und Safety Engineering“<br />

an der Hochschule<br />

Furtwangen konzipiert und<br />

durchgeführt.<br />

Hochkarätige Fachtagungen<br />

Die insgesamt sechs Fachtagungen<br />

in den angrenzenden<br />

Kongresssälen waren<br />

weitestgehend ausgebucht.<br />

Die Fachtagungsbesucherinnen<br />

und -besucher nahmen<br />

gerne die Gelegenheit wahr,<br />

vor Tagungsbeginn und in<br />

den Pausen die Fachmesse<br />

samt Rahmenprogramm zu<br />

besuchen.<br />

Die nächsten VdS-Brand-<br />

SchutzTage finden am 2.<br />

und 3. Dezember 2026 statt,<br />

in der Koelnmesse in Messehalle<br />

10.2.<br />

Detaillierte Informationen:<br />

www.vds-brandschutztage.de<br />

42 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>


vorschau<br />

Bildnachweis: Schlichtmann Hallenbau GmbH<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

ISSN 0934-5914<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0)911 2018-0<br />

Fax: +49 (0)911 2018-100<br />

E-Mail: e+b@harnisch.com<br />

internet: http://www.harnisch.com<br />

Geschäftsleitung:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König<br />

Redaktionsteam:<br />

Armin König (verantw.)<br />

Mediaberatung:<br />

Verlagsvertretung Petra Diews<br />

Tel.: 089/8641955<br />

Abonnement:<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Erscheinungsweise:<br />

6 x jährlich: Ausgaben im Februar, April,<br />

Juli, September, Oktober, Dezember<br />

Zwei Specials in Ausgabe 1/2026:<br />

•<br />

Frühjahrsmessen Vorberichte<br />

(Fensterbau Frontale; Light + Building)<br />

•<br />

Industriebau / Wirtschaftsbau<br />

Gleich zwei Specials im nächsten Jahr<br />

behandeln wir in unserer ersten Ausgabe:<br />

Zum einen widmen wir uns der Thematik<br />

Industrie- und Wirtschaftsbau,<br />

einem sehr spannenden Segment des<br />

Objektbaus. Im industriellen Sektor<br />

bestimmen heutzutage mehr denn je<br />

klar strukturierte, durchgetaktete Abläufe<br />

den Alltag. Diesen Anforderungen muss<br />

auch baulich Rechnung getragen werden,<br />

um das Zusammenspiel verschiedener<br />

Fertigungsschritte und Abläufe im Betrieb<br />

möglichst wirtschaftlich und reibungslos<br />

zu gestalten. Doch auch gestalterische<br />

Aspekte dürfen im modernen Wirtschaftsbau<br />

nicht zu kurz kommen, stellt gerade<br />

die Firmenimmobilie ein unübersehbares<br />

Statement und damit eine Visitenkarte<br />

jedes Unternehmens dar.<br />

Zum anderen werden wir eine Vorschau<br />

zu den beiden Messen Fensterbau Frontale<br />

in Nürnberg und Light + Building in<br />

Frankfurt a.M. veröffentlichen, in dem wir<br />

Ihnen eine Reihe von interessanten Innovationen<br />

und News präsentieren werden.<br />

Weitere Themen werden sein: Lichttechnik;<br />

Sanierung; Innenausbau; Glasanwendung<br />

im Innenbereich; Hallenbau; Klima-/<br />

Heiztechnik; Lüftungstechnik; Brandschutz;<br />

Wohnungsbau; Schallschutz und<br />

Trennwandsysteme.<br />

element + BAU 1/26 erscheint am<br />

27.02.2026<br />

Bezugspreis:<br />

Jahresabonnement:<br />

EUR 48,- + EUR 12,- Versandkosten<br />

zzgl. MwSt.<br />

Auslandsbezugspreis:<br />

EUR 48,- + EUR 18,- Versandkosten<br />

Druck:<br />

AKONTEXT s.r.o,<br />

Zárydničná 2048 / 7<br />

141 00 Praha 4<br />

Tschechien<br />

Derzeit gültige Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 58, ab 01.01.2026<br />

© Copyright <strong>2025</strong><br />

element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />

43


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