element+BAU 6/2025
- Keine Tags gefunden...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
6<br />
62. Jahrgang<br />
<strong>2025</strong><br />
ISSN 0934-5914<br />
B2836<br />
Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />
Bildnachweis: Hörmann / Laura Thiesbrummel<br />
SPECIAL:<br />
PFLEGEZENTREN; GESUNDHEITSBAUTEN<br />
Fassaden; Fenster; Türen; Tore; Barrierefreies Bauen; Sicherheitstechnik; Glaskonstruktionen;<br />
Hallenbau; Wirtschaftsbau; Brandschutz; Keramik; Sanitär; Holz- und Hybridbauweise; Modulbau
Besuchen Sie uns unter:<br />
www.harnisch.com<br />
Gut<br />
aufgestellt.<br />
Die internationalen Fachzeitschriften des Dr. Harnisch Verlags<br />
Ergänzend zu dem haptischen Charme<br />
klassischer Print-Magazine bieten wir<br />
Ihnen auf unseren Magazin-Websiten<br />
neben den kostenlos lesbaren digitalen<br />
Ausgaben, Newsletter, News, Events<br />
und Abonnements. Alle Informationen<br />
zu unseren Fachpublika tionen fi nden<br />
Sie auf www.harnisch.com.<br />
Unsere Publikationen:<br />
- Technology & Marketing -
editorial<br />
Armin König<br />
Chefredakteur<br />
Liebe Leser,<br />
ein turbulentes Jahr liegt hinter unserer Branche. Der Wohnungsbau, lange Jahre der "Motor" der<br />
Bauindustrie, schwächelte ja schon seit mehreren Jahren. Und manche vollmundigen Versprechen der<br />
ehemaligen Ampelregierung zur Stärkung unserer Branche stellten sich allerdings leider nur als Lippenbekenntnisse<br />
heraus. Die Zielmarke von 400.000 Wohnungen pro Jahr, die die Koaltionäre ehemals<br />
vereinbarten, wurde den neuen politischen Realitäten, von Zeitenwende bis klapper Kassen, "geopfert".<br />
Und dann: Neuwahlen, eine neue Koalition, Sondervermögen auch für Infrastrukturmaßnahmen (ganz<br />
nach dem Motto "was geht mich mein Geschwätz von gestern an"). Hoffnung allenthalben für unsere gebeutelte<br />
Branche. Ein neue Bauministerin löste die glück- und aus meiner Sicht antriebslose Klara Geywitz<br />
ab: Verena Hubertz, neues Gesicht, selbe Partei, keine Erfahrung im Bauwesen, sollte es nun richten. Und<br />
die Hoffnungen waren groß, dass sich nicht zuletzt durch die finanziell deutlich günstigeren Rahmenbedingungen<br />
jetzt etwas zum Besseren wendet.<br />
Seit der Vereidigung unserer Bundesregierung im Mai diesen Jahres sind ja nun einige Monate ins Land<br />
gegangen, also Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und hier kann man durchaus einen kleiner Silberstreif am<br />
Horizont ausmachen: Laut einer aktuellen Pressemitteilung vom Verband "Das Deutsche Baugewerbe",<br />
zeichnet sich für <strong>2025</strong> ein leichtes Umsatzplus von 0,6 Prozent ab. Für 2026 prognostiziert der Verband<br />
sogar ein Plus von 2,5 Prozent. Verantwortlich hierfür ist vor allem der Tiefbau, der vor allem aus dem<br />
Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) profitiert. Doch auch aus dem Hochbau<br />
kommen leicht positive Signale. So ergab eine Umfrage unter 1.500 Betrieben des ZDB, dass 56 % der<br />
Unternehmen Ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend bewerten. Bis Ende des dritten Quartals stiegen<br />
im Hoch- und Tiefbau die Auftragseingänge um real acht Prozent, überwiegend getrieben von großen<br />
Objekten im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau. Doch auch im Wohnungsbau gibt es zarte Wachstumssignale.<br />
So geht der ZDB für 2026 von einem realen Umsatzwachstum von 1,6 % aus.<br />
Mir ist bewusst, dass dies natürlich lediglich ein "zartes Wachstumspflänzchen" darstellt, noch dazu, da<br />
die schwierigen Rahmenbedigungen wie steigende Baukosten, relativ hohe Zinsen, Fachkräftemangel,<br />
langwierige Genehmigungsverfahren und konjunkturelle Probleme, die den Wirtschaftsbau bremsen,<br />
nicht wegzudiskutieren sind. Und auch der Boden wird gerade in Ballungszentren immer teurer und<br />
hemmt die Entwicklung immens. Doch setzt das Bauministerium unter Verena Hubertz aus meiner Sicht<br />
positive Signale: So wurde im Sommer der Bau-Turbo auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um<br />
ein beschleunigtes Verfahren, das insbesondere Kommunen mehr Handlungsspielräume gibt, um dringend<br />
benötigten Wohnraum schnell und unbürokratisch zu schaffen. Und auch die Absicht des Ministeriums<br />
Baukosten zu senken und die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen geht in die<br />
richtige Richtung.<br />
Und so können wir doch leicht optimistisch auf ein hoffentlich wirtschaftlich positiveres neues Jahr 2026<br />
schauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch in ein frohes, gesundes und glückliches<br />
neues Jahr 2026.<br />
Ihr<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
3
inhalt<br />
SPECIAL: Pflegezentren / Gesundheitsbauten<br />
Simulationszentrum SAM in Mönchengladbach<br />
Vorzeigeprojekt moderner Modulbauarchitektur<br />
Buff Medical Resort, Konstanz<br />
Höhenklima am Bodensee<br />
Pflegewohnheim „Maria Veen“ in Reken<br />
Curve-Sliding-Feeling im Pflegewohnheim<br />
Neubau Kinderzentrum Bethel, Bielefeld<br />
Feuerschutz und Sicherheit im Fokus<br />
Onkologiezentrum in Barcelona<br />
Heilende Architektur für kleine Patienten<br />
mit intelligenten Türsystemen<br />
Produkte<br />
OBJEKTE<br />
Klosterquartier Reimlingen<br />
Bestandsbau mit Zukunft<br />
Firmensitz von BBS Motorsport in Haslach<br />
Dynamischer Neubau<br />
Wohnquartier NaturELLA in Langenargen<br />
Zukunftsweisendes Wohnen in Holz<br />
Mehrfamilienhäuser in Pforzheim<br />
Keramisches Fassadenstatement<br />
IM FOKUS<br />
Normen, Pflichten und Lösungen in öffentlichen<br />
Sanitärbereichen<br />
Verbrühungsschutz einfach und sicher umsetzen<br />
Unfallgefahr im Außenbereich minimieren<br />
Antirutschbeschichtung für naturbelassene Hölzer<br />
Vorbericht: Dach + Holz, Köln<br />
Allgemeine Infos zur Messe<br />
Interessante Produkte<br />
RUBRIKEN<br />
Branche aktuell<br />
Vorschau/Impressum<br />
6<br />
9<br />
12<br />
14<br />
16<br />
18<br />
20<br />
22<br />
25<br />
28<br />
31<br />
38<br />
42<br />
43<br />
42<br />
43<br />
Modernste Ausbildung von Ärzten, Pflege- und<br />
Rettungskräften: Simulationszentrum SAM in<br />
Mönchengladbach in Modulbauweise errichtet.<br />
Seite 6<br />
Exklusiver Hotelkomfort vereint mit medizinischer<br />
Betreuung auf höchstem Niveau: Das<br />
Buff Medical Resort in Konstanz.<br />
Seite 9<br />
Moderne Türtechnik<br />
unterstützt<br />
"Healing Architecture":<br />
Onkologiezentrum<br />
in Barcelona.<br />
Seite 16<br />
Bildnachweise Abbildungen Cover:<br />
Winfried Heinze (oben)<br />
Christian Eblenkamp/Teckentrup (unten links)<br />
Freyler (unten rechts)<br />
4 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
inhalt<br />
Für Sie notiert...<br />
Das Thema serielles, modulares Bauen ist in aller<br />
Munde. Wie modulares Bauen in der Praxis funktioniert,<br />
war Bestandteil eines Besuchs von Verena<br />
Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung<br />
und Bauwesen, in der Alho Raumfabrik in<br />
Friesenhagen.<br />
Dynamik und Teamgeist: Neubau von BBS<br />
Motorsport in Haslach.<br />
Seite 22<br />
Modernes Bauen in Holz: Wohnquartier Natur-<br />
ELLA in Langenargen.<br />
Seite 22<br />
Verbrühungsschutz:<br />
Ein oft vernachlässigtes<br />
Thema bei<br />
der Sanitärausstattung<br />
im Objektbau.<br />
Fachleute informieren.<br />
Seite 31<br />
Wie kann man schnell bezahlbaren Wohnraum schaffen?<br />
Welche Lösungen im Infrastrukturbau bietet der<br />
Modulbau? Welche Hürden beeinträchtigen dessen<br />
schnelle und flächendeckende Umsetzung? Wie erreichen<br />
wir Klimaneutralität im Bauwesen? Über diese<br />
Themen diskutierte Bundesbauministerin Verena<br />
Hubertz mit der Inhaberfamilie und der Geschäftsführung<br />
der Alho Systembau GmbH sowie der Landtagsabgeordneten<br />
Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei<br />
einem Ortstermin am 21.11.<strong>2025</strong> in Friesenhagen.<br />
Die deutsche Wohnungswirtschaft steht unter Druck.<br />
2024 wurden gerade einmal rund 270.000 Wohnungen<br />
fertiggestellt. Die Ursachen sind bekannt:<br />
steigende Baukosten, Zinswende, Fachkräftemangel<br />
und langwierige Genehmigungsverfahren. Bundesbauministerin<br />
Verena Hubertz hat darauf reagiert:<br />
„Um Baukosten zu senken, werden wir die Planungsund<br />
Genehmigungsverfahren beschleunigen und auf<br />
serielles und modulares Bauen setzen, denn das ist<br />
die Zukunft“, heißt es in einer Pressemitteilung vom<br />
23.05.<strong>2025</strong>. Im Sommer brachte das Bundesministerium<br />
den Bau-Turbo auf den Weg. Am 20.11.<strong>2025</strong><br />
wurde zudem ein Eckpunktepapier zur rechtssicheren<br />
Einführung des sogenannten „Gebäudetyp E“ bis<br />
Ende 2026 veröffentlicht. E steht dabei für „einfach“<br />
und bedeutet, dass günstiges und schnelles Bauen<br />
ermöglicht werden soll, indem Baustandards reduziert<br />
werden, ohne jedoch die Sicherheit der Gebäude<br />
einzuschränken.<br />
„Das alles sind Maßnahmen, die für uns als Modulbauunternehmen<br />
in die richtige Richtung gehen“, sind<br />
sich Peter Orthen und Marko Grisse, Geschäftsführer<br />
der Alho Systembau GmbH, einig. „Der Bau-Turbo<br />
sorgt dafür, Verfahren nicht mehr auszubremsen,<br />
sondern zu beschleunigen. Doch das ist nur der erste<br />
Schritt: Mit innovativen Konzepten wie unserer Modulbauweise<br />
schaffen wir es, Projekte in Rekordzeit<br />
fertigzustellen – und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum<br />
für alle zu ermöglichen.“<br />
Alho realisiert derzeit deutschlandweit neben Infrastrukturprojekten<br />
wie Schulen, Kindergärten und<br />
Kliniken auch zahlreiche Wohngebäude. In Rekordzeit<br />
entstehen hier moderne, bezahlbare und architektonisch<br />
anspruchsvolle Wohnanlagen.<br />
Mehr über den Besuch von Frau Hubertz bei Alho<br />
auch unter: https://harnisch.com/element-bau/<br />
mit-modulen-den-bau-turbo-zuenden/<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
5
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Simulationszentrum SAM in Mönchengladbach<br />
Vorzeigeprojekt moderner Modulbauarchitektur<br />
Iris Darstein-Ebner<br />
Mit der Integration des SAM (Simulationszentrum und Akademie für multidisziplinäre Notfalltrainings)<br />
in das Schulzentrum für Gesundheitsberufe am Niederrhein (SGN) setzt Mönchengladbach<br />
neue Maßstäbe in der Ausbildung von Ärzten, Pflege- und Rettungskräften. Das<br />
2024 vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eröffnete innovative<br />
Zentrum entstand im Zuge der Expansion und Aufstockung des 2015 errichteten modularen<br />
Schulgebäudes. Das SGN in Mönchengladbach ist aufgrund der Flexibilität und Erweiterungsfähigkeit<br />
der Modulbauweise ein Paradebeispiel für zukunftsweisende Architektur im<br />
Gesundheitswesen. Das Projekt wurde von den Städtischen Kliniken Mönchengladbach GmbH<br />
als Bauherrin in Zusammenarbeit mit dem Schulzentrum als Betreiberin realisiert.<br />
Verbindung von Schule<br />
und Trainingszentrum unter<br />
„Die<br />
einem Dach ermöglicht uns<br />
eine praxisnahe Ausbildung auf höchstem<br />
Niveau. SAM bietet die einzigartige<br />
Chance, komplexe Szenarien in einer<br />
realitätsnahen, sicheren Umgebung zu<br />
trainieren – ein Gewinn für Kompetenz<br />
und Patientensicherheit“, betonen Petra<br />
Coenen, Geschäftsführerin des SAM, und<br />
Sabine Mansmann, Schulleiterin des SGN.<br />
Gesellschafterinnen der SGN sind neben<br />
den Städtischen Kliniken auch die Johanniter<br />
GmbH und die Sozial-Holding der<br />
Stadt Mönchengladbach GmbH. „Das<br />
Gebäude zeigt, wie die modulare Bauweise<br />
zusammen mit durchdachter Planung<br />
von Anfang an wegweisende Lösungen<br />
schaffen kann – ein Modell, das in Architektur<br />
und Gesundheitswesen gleichermaßen<br />
Maßstäbe setzt“, erklärt Schulleiterin<br />
Sabine Mansmann.<br />
Planung mit Weitblick: 2015 wurde das Schulzentrum für Gesundheitsberufe am Niederrhein<br />
(SGN) in Mönchengladbach als eingeschossiges, u-förmiges Gebäude mit nur einem Geschoss<br />
realisiert. Die Raummodule waren für eine spätere Aufstockung statisch schon ausreichend<br />
dimensioniert.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): ALHO Unternehmensgruppe<br />
6 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
Intelligent<br />
vernetzt<br />
für barrierefreie, sichere und<br />
zukunftsfähige Gebäude<br />
Seit der Aufstockung kann das Schulzentrum<br />
für Gesundheitsberufe am Niederrhein (SGN)<br />
rund 400 Ausbildungsplätze vergeben. In den<br />
hellen und freundlichen Schulungsräumen auf<br />
zwei Etagen macht das Lernen Spaß.<br />
SAM: Eine neue<br />
Dimension der<br />
Gesundheitsausbildung<br />
Der Modulbauspezialist Alho war 2015<br />
nicht nur für die Realisierung des Bestandsgebäudes,<br />
sondern jetzt auch<br />
für dessen Erweiterung verantwortlich.<br />
Ursprünglich war die Erweiterung des bestehenden<br />
Schulungszentrums noch ohne<br />
SAM geplant – mit der neuen Etage sollte<br />
lediglich Platz für weitere 150, und somit<br />
dann insgesamt rund 400 Ausbildungsplätze<br />
geschaffen werden. Doch während<br />
des Planungsprozesses kamen die Idee<br />
und der Wunsch nach einem hochmodernen<br />
Simulationszentrum auf, in dem nicht<br />
nur die Auszubildenden, sondern auch<br />
echte Teams die Patientenbehandlung<br />
und Notfallsituationen so realitätsnah wie<br />
möglich trainieren können. Bald wurde<br />
das SAM zum integralen Bestandteil der<br />
gesamten Ausbildungsphilosophie der<br />
Schule. „Wir haben das ursprüngliche<br />
Konzept der Aufstockung zusammen mit<br />
Alho weiterentwickelt und damit eine<br />
wichtige Chance für die Zukunftsfähigkeit<br />
und Innovationskraft unserer Einrichtung<br />
ergriffen“, freuen sich Coenen und Mansmann.<br />
Wie das genau aussieht, erklärt Petra<br />
Coenen: „Zentren wie SAM gibt es in<br />
Deutschland bisher nur wenige. Es ist ein<br />
wichtiger Ort, um Theorie und Praxis miteinander<br />
zu verknüpfen, in unserer Region<br />
und darüber hinaus. Mithilfe modernster<br />
Technik bildet SAM den Alltag von Hebammen,<br />
Rettungs- und Pflegekräften sowie<br />
Ärzten – also allen Fachkräften rund<br />
um die Notfallversorgung – so realistisch<br />
wie möglich ab. Bestehende Teams kommen<br />
hier zusammen um alle erdenklichen<br />
Notfälle so realitätsnah wie möglich zu<br />
trainieren. Durch die baulichen Gegebenheiten<br />
und die hochmoderne Ausstattung<br />
im SAM mit Simulatoren, die Personen<br />
aller Altersklassen darstellen, können wir<br />
alle Alltags- und Notfallsituationen wie<br />
Smarte Tür- und Fensterlösungen von GEZE unterstützen<br />
bei der Umsetzung komplexer Anforderungen<br />
moderner Gesundheitsbauten. Automatisierte<br />
Systeme tragen zu optimierten Hygienekonzepten,<br />
sicheren Flucht- und Rettungswegen und energieeffizienten<br />
Betriebsabläufen bei.<br />
Gestalten Sie Ihr Projekt zukunftsfähig –<br />
sprechen Sie mit unseren Experten<br />
für Krankenhausmodernisierung.<br />
Mehr erfahren:<br />
geze.de
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Ausreichend Lehrerbüros und Kleingruppenräume<br />
waren zentrale Punkte der Gebäudekonzeption.<br />
Ein besonderes Highlight im Haus ist der<br />
vollausgestattete Rettungswagen, der – mit<br />
neuster Audio- und Videotechnik ausgestattet<br />
– sogar das Erlernen eines sicheren Kranken-<br />
Transports ermöglicht.<br />
So realitätsnah wie möglich: Durch die baulichen<br />
Gegebenheiten und die hochmoderne<br />
Ausstattung mit Simulatoren, die Personen<br />
aller Altersklassen darstellen, können im<br />
SAM alle Alltags- und Notfallsituationen wie<br />
Geburten oder Unfälle exakt dargestellt und die<br />
Behandlung mit den gewohnten medizinischen<br />
Geräten trainiert werden.<br />
Geburten oder Unfälle exakt darstellen<br />
und die Behandlung mit den gewohnten<br />
medizinischen Geräten proben. Selbst<br />
Profis vergessen hier, dass sie sich ‚nur‘ in<br />
einer Übungssituation befinden“, betont<br />
die Geschäftsführerin stolz.<br />
Ein besonderes Highlight im Haus ist der<br />
vollausgestattete Rettungswagen, der<br />
– mit neuster Audio- und Videotechnik<br />
ausgestattet – sogar das Erlernen eines<br />
sicheren Kranken-Transports ermöglicht.<br />
„Diese Idee haben wir an Alho weitergegeben<br />
und dort war man von dem<br />
Projekt begeistert! Wir haben dann lange<br />
recherchiert, wo wir den Kofferaufbau<br />
eines Rettungswagens herbekommen,<br />
und letztendlich habe ich einen Ausrangierten<br />
beim Zoll ersteigert. Alho hat sich<br />
dann alle technischen und statischen<br />
Unterlagen des Aufbaus beschafft. Wir<br />
haben diesen gemeinsam mit Alho vom<br />
Fahrgestell getrennt, danach hat ihn Alho<br />
professionell in ein Modul eingebaut. Die<br />
Elektrik im Aufbau haben wir dann wieder<br />
selbst angeschlossen. Das war ein tolles<br />
Projekt und die Zusammenarbeit hat sehr<br />
viel Freude bereitet“, erinnert sich Uwe<br />
Lefering, Technischer Leiter der Städtischen<br />
Kliniken Mönchengladbach.<br />
Gerd Reifenrath, Projektverantwortlicher<br />
des Modulbauspezialisten, betont: „Dieses<br />
Bauprojekt war eine wirkliche Herzensangelegenheit<br />
für uns, vor allem weil wir ein<br />
erfolgreich genutztes Alho Bestandsgebäude<br />
weiter ausbauen und innovativ für<br />
die Zukunft rüsten konnten. Ideen wie die<br />
Integration des Rettungswagens kreativ<br />
umzusetzen, sind dann das Tüpfelchen<br />
auf dem I. Das macht besonders viel Spaß<br />
und zeigt, dass wir für unsere Bauherren<br />
in allen Situationen echte Partner sind<br />
– auch über das „normale“ alltägliche<br />
Baugeschäft hinaus.“<br />
Auf Bewährtem aufbauen<br />
und Neues schaffen<br />
Beim Bau des Bestandsgebäudes 2015<br />
hatten die Verantwortlichen bereits<br />
weitsichtig entschieden, die Raummodule<br />
für eine mögliche Aufstockung statisch<br />
auszustatten. Eine Etage „on top“ war<br />
darum einige Jahre später ohne Probleme<br />
möglich. Dank der modularen Bauweise<br />
konnte der Bauprozess zügig und effizient<br />
umgesetzt werden. Insgesamt 26<br />
Raummodule wurden in der Fabrik des<br />
Modulherstellers präzise und unter hohen<br />
Qualitätsbedingungen vorgefertigt und in<br />
12 Monaten auf der Baustelle montiert<br />
und fertig ausgebaut – leise und schnell<br />
bei laufendem Schulbetrieb.<br />
„Da wir bereits gute Erfahrungen mit dem<br />
Bau des Erdgeschosses gemacht hatten,<br />
waren wir froh, auch bei der Aufstockung<br />
auf die kompetente Planung von Alho<br />
und das serielle Bausystem mit hochwertigen<br />
Raummodulen zurückgreifen zu<br />
können“, erklärt Sabine Mansmann.<br />
Grundrissgestaltung und Ausstattung<br />
wurden von Anfang an mit den Planern<br />
des Modulbauunternehmens in mehreren<br />
interdisziplinären Sitzungen u.a. mit<br />
Architekten, Ausbildern und Fachkräften<br />
entwickelt, um sicherzustellen, dass die<br />
Räume sowohl den funktionalen Anforderungen<br />
als auch den spezifischen Bedürfnissen<br />
der Ausbildung gerecht werden.<br />
Wünsche wie helle, einladende und<br />
moderne Klassenräume, die ein angenehmes<br />
Lernumfeld schaffen, sowie eine<br />
kreative Farbgestaltungen flossen in den<br />
Planungsprozess ein. Die Verwendung<br />
pflegeleichter und robuster Qualitäts-Materialien<br />
sowie ausreichend Lehrerbüros<br />
und Kleingruppenräume waren ebenfalls<br />
zentrale Punkte.<br />
„Als Betreiber und Nutzer der Räumlichkeiten<br />
war es uns wichtig, dass die<br />
Erweiterung eine flexible und funktionale<br />
Lösung bietet, die den Bedürfnissen<br />
unserer Auszubildenden gerecht wird“,<br />
erläutert die Schulleiterin. Je nach Simulationssituation<br />
kann zwischen einem<br />
Kreißsaal, einer Notaufnahme oder einem<br />
Rettungssetting gewählt und gewechselt<br />
werden.<br />
Teamwork ist das A&O<br />
Im SAM geht es darum die Arbeit im<br />
Team zu verbessern. Neben aller Übung<br />
ist darum das anschließende Feedback<br />
und die Kommunikation bzw. die Nachbesprechung<br />
der erlebten Situation wichtig<br />
– das sogenannte Debriefing, für das im<br />
SAM ebenfalls Räume bereitstehen. Jeder<br />
Handgriff im Training und dessen Ablauf<br />
werden von den Ausbildungsleitern an<br />
Monitoren in verspiegelten Kabinen beobachtet.<br />
Denn: „Gerade bei fachübergreifenden<br />
Übungen gibt es neben Vielem<br />
was gut läuft, immer auch Verbesserungspotential<br />
– selbst wenn Profis am Werk<br />
sind“, wissen die Verantwortlichen.<br />
Doch nicht nur beim Training im SAM,<br />
sondern auch bei der Bauaufgabe selbst<br />
ging es um die gute Leistung im Team:<br />
„Von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung<br />
war die Zusammenarbeit mit Alho<br />
sehr professionell, vertrauensvoll und<br />
effizient. Selbst während des laufenden<br />
Unterrichtsbetriebs verlief der Bau reibungslos<br />
dank der klaren Kommunikation<br />
und dem Einsatz aller Beteiligten“, loben<br />
Petra Coenen und Sabine Mansmann<br />
abschließend.<br />
Und das bietet beste Voraussetzungen für<br />
die Zukunft: „Bei Bedarf können wir das<br />
Gebäude jederzeit noch weiter ausbauen“,<br />
erklärt Gerd Reifenrath.<br />
8 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
special<br />
Buff Medical Resort, Konstanz<br />
Höhenklima am Bodensee<br />
Healthcare like no other – mit diesem Versprechen eröffnete das Buff Medical Resort in Konstanz<br />
ein neues Kapitel moderner, ganzheitlicher Präventiv- und Regenerationsmedizin. Eines<br />
der größten Holzgebäude Deutschlands beherbergt auf über 20.000 Quadratmetern 118<br />
Zimmer und Suiten sowie einen 5.000 Quadratmeter großen medizinischen Bereich. Das visionäre<br />
Projekt vereint medizinische Exzellenz und innovative Gesundheitsprogramme mit dem<br />
Ambiente eines 5-Sterne-Superior-Resorts. So verfügt das Buff Medical Resort über eines der<br />
wenigen Cardio-MRT-Geräte in Deutschland und bietet seinen Gästen ein speziell reguliertes,<br />
simuliertes Höhenklima. Technisch auf den Punkt gebracht wird dieses Erlebnis durch smarte<br />
Gebäude- und Raumautomation.<br />
Das Herzstück der technischen<br />
Infrastruktur bildet eine modular<br />
aufgebaute KNX-Architektur mit<br />
sieben autarken Teilprojekten – jedes gesteuert<br />
durch einen eigenen Gira Home-<br />
Server. Die Teilprojekte sind über Gira F1<br />
miteinander gekoppelt, wobei ausschließlich<br />
gefilterte Informationen übermittelt<br />
werden – und zwar nur jene, die auch für<br />
die jeweils anderen Teilanlagen relevant<br />
sind, – wie zum Beispiel die einheitliche<br />
Zeitsteuerung der Fassadenbeleuchtung.<br />
Diese technische Infrastruktur gewährleistet<br />
eine hohe Ausfallsicherheit und<br />
die vom Bauherrn gewünschte Autarkie.<br />
Selbst bei einer Störung in einem Teilprojekt<br />
bleibt die Funktionalität der übrigen<br />
Bereiche erhalten.<br />
Bedient wird die KNX-Anlage über eine intuitive<br />
Visualisierungsoberfläche, den Gira<br />
QuadClient, die auch Ärzten den Zugriff<br />
auf die Einstellparameter des Höhenklimas<br />
ermöglicht.<br />
Für eine sichere Kommunikation innerhalb<br />
der Gebäudeautomation sorgt eine<br />
durchgängige KNX-IP-Secure-Verschlüsse-<br />
Das Buff Medical Resort in Konstanz vereint medizinische Exzellenz mit dem Ambiente eines<br />
5-Sterne-Superior-Resorts. Es beherbergt auf über 20.000 m 2 118 Zimmer und Suiten sowie<br />
einen 5.000 m 2 großen medizinischen Bereich.<br />
Bildnachweis (diese und nächste Seite): Winfried Heinze<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
9
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
lung. Fernwartungsaufgaben werden per<br />
Gira S1 für jede Teilanlage datensicher<br />
realisiert. Das spart Zeit und Aufwand. Die<br />
Gira HomeServer sorgen u. a. dafür, dass<br />
die Helligkeit der Beleuchtung zu definierten<br />
Zeiten automatisch angepasst wird.<br />
Zur Vereinfachung der Betriebsabläufe<br />
werden die Gewerke in den Behandlungsräumen,<br />
dem Restaurant im Erdgeschoss<br />
sowie in den Flurbereichen über sogenannte<br />
„Gebäudeszenen“ gesteuert.<br />
So lassen sich Beleuchtungsstärke und<br />
Raumtemperatur in großen Teilen des<br />
Gebäudes per Tastendruck in einen vordefinierten<br />
Zustand versetzen. Die Voreinstellungen<br />
definiert der Betreiber mobil<br />
per App – auch aus der Ferne.<br />
Smartes Raumklima trifft<br />
medizinische Präzision<br />
Ein Alleinstellungsmerkmal des Buff Medical<br />
Resorts ist die Simulation von Höhenklima<br />
in den Gästezimmern – ein innovativer<br />
therapeutischer Ansatz und für die<br />
medizinische Behandlung notwendige<br />
Maßnahme zur Stärkung des Immunsystems<br />
im Schlaf. Dazu misst ein unauffällig<br />
in den Gästezimmern integrierter Sensor<br />
kontinuierlich die Sauerstoffsättigung der<br />
Luft. Diese wird über den Gira HomeServer<br />
geregelt. Die Server dokumentieren<br />
relevante Daten der Einstellungen des<br />
Höhenklimas. Von den Ärzten definierte<br />
Sollwerte werden per Gira QuadClient<br />
direkt in das KNX System übertragen –<br />
ein Paradebeispiel für die Integration von<br />
weiteren Technologien in die intelligente<br />
KNX Gebäudesteuerung.<br />
Die Gäste können in ihren Zimmern<br />
über das Multitouch Display Gira G1 u.<br />
a. die Beleuchtung, die Vorhänge, das<br />
Insektenschutzrollo des Balkons und<br />
die Raumtemperatur bedienen sowie<br />
den vom Arzt verordneten und eingestellten<br />
Wert des Höhenklimas ablesen.<br />
Die smarten Gira Tastsensoren in den<br />
Räumen sind benutzerfreundlich mit<br />
leicht verständlichen Symbolen gelasert<br />
– eine Bedienphilosophie, von der<br />
nicht nur internationale Gäste profitieren.<br />
Das Designkonzept setzt auf hochwertige,<br />
langlebige Materialien: etwa das<br />
puristische Schalterprogramm Gira E2 in<br />
Schwarz matt. Die mehrfach ausgezeichnete<br />
Designlinie verbindet reduzierte<br />
Form mit funktionaler Qualität und setzt<br />
Akzente im Interior-Design.<br />
Die Zimmer und Suiten sind exzellent ausgestatte und bieten den Gästen ein speziell reguliertes,<br />
simuliertes Höhenklima.<br />
Auch in punkto Energieeffizienz überzeugt<br />
die Gebäudeautomation: Zimmerbuchungen<br />
werden von der Klinikverwaltungssoftware<br />
kostensparend über standardmäßig<br />
im Gira HomeServer integrierte<br />
Schnittstellen (URL-Endpunkte) an den<br />
KNX weitergegeben. So werden nur in<br />
den belegten Zimmern Beleuchtung,<br />
Raumtemperierung, Höhenklimaregelung<br />
und weitere Funktionen aktiviert. Fensterkontakte<br />
sorgen dafür, dass bei länger<br />
geöffneten Fenstern Heizung und Höhenklimaregelung<br />
automatisch abgeschaltet<br />
werden. Über einen zentralen „Eco“-Schalter<br />
an der Tür können Gäste ihre Zimmer<br />
beim Verlassen in einen Energiesparmodus<br />
versetzen - ganz im Sinne eines<br />
nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen.<br />
In den öffentlichen Bereichen des Buff<br />
Medical Resort erfassen Präsenzmelder<br />
das Nutzerverhalten und Zeitschaltuhren<br />
steuern die Helligkeit automatisch, abhängig<br />
von Tageszeit und Nutzung. Weitere<br />
Maßnahmen wie der Einsatz erneuerbarer<br />
Energien sowie anlagentechnische und<br />
bauliche Optimierungen tragen dazu bei,<br />
dass das Gebäude den KfW-Standard<br />
„Effzienzhaus 55“ erfüllt.<br />
Partnerschaftlich<br />
gedacht –<br />
optimal realisiert<br />
Statt einen Generalunternehmer zu beauftragen,<br />
entschied sich der Investor und<br />
CEO Hans Jürg Buff bewusst für ein eng<br />
koordiniertes Projektteam mit regionalen<br />
Partnern. In regelmäßig stattfindenden<br />
Jour Fixes wurde das Projekt dynamisch<br />
weiterentwickelt und funktional angepasst.<br />
Die Aufteilung in sieben einzelne<br />
KNX-Anlagen ermöglichte eine zeitsparende,<br />
parallele Inbetriebnahme der Gebäudeautomation.<br />
Effizient, nachhaltig und<br />
designorientiert<br />
Außergewöhnlich ist auch der Wellness- und Spa-Bereich: Ein Ort der Ruhe und Entspannung,<br />
der Inspiration und des Wohlbefindens.<br />
10 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Die Gäste können in ihren Zimmern über das<br />
Multitouch Display Gira G1 u. a. die Beleuchtung,<br />
die Vorhänge, das Insektenschutzrollo<br />
des Balkons und die Raumtemperatur bedienen<br />
sowie den vom Arzt verordneten und<br />
eingestellten Wert des Höhenklimas ablesen.<br />
Die smarten Gira Tastsensoren sind benutzerfreundlich<br />
mit leicht verständlichen<br />
Symbolen gelasert.<br />
Bildnachweis (+ Bild links): Gira<br />
levelZer0, die Schwelle für<br />
Hebeschiebetüren<br />
Ein Alleinstellungsmerkmal des Buff Medical Resorts ist die Simulation von Höhenklima in den<br />
Gästezimmern. Von den Ärzten definierte Sollwerte werden über die intuitive Visualisierungsoberfläche,<br />
den Gira QuadClient, eingetragen und direkt in das KNX System übertragen (im Bild).<br />
Bildnachweis: SIS System Integratoren Schweiz GmbH<br />
Bautafel<br />
Architekt &<br />
Generalplanung:<br />
Entwurf:<br />
Rebholz Architekten u. Ing. GmbH, Bad Dürrheim<br />
Pablo Horváth Architekten, Chur<br />
Systemintegrator: SIS System Integratoren Schweiz GmbH, Zeiningen<br />
Elektroplanung:<br />
EPM Planungsbüro, Bad Dürrheim<br />
Elektroinstallation: Fuchs Elektro GmbH, Konstanz<br />
Intelligente<br />
Gebäudetechnik:<br />
Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Radevormwald<br />
DIMENSIONEN<br />
ERLEBEN
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Eine großflächige doppelflügelige Schiebetüranlage gestaltet im Pflegewohnheim „Maria Veen“ im münsterländischen Reken den Übergang<br />
vom „Raum der Stille“ zum angrenzenden und lichtdurchfluteten Speisesaal fließend und schwellenlos.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Hawa Sliding Solutions AG<br />
Pflegewohnheim „Maria Veen“ in Reken<br />
Curve-Sliding-Feeling im Pflegewohnheim<br />
Er ist das Herzstück im Pflegewohnheim „Maria Veen“ im münsterländischen Reken: Der<br />
„Raum der Stille“. Kreisrund und mit klarer, auf das Wesentliche konzentrierter Einrichtung lädt<br />
er zur Einkehr, schafft den Rahmen für Ruhe und Kontemplation. Zugleich bietet er sich an als<br />
Ort für das Zusammenkommen. Den fließenden und schwellenlosen Übergang zum angrenzenden<br />
und lichtdurchfluteten Speisesaal gestaltet eine großflächige doppelflügelige Schiebetüranlage.<br />
Maßgeschneidert folgt sie dem bogenförmigen Verlauf der Wand und verschwindet<br />
geöffnet komplett im Mauerwerk.<br />
Für das planende Büro Hartig, Meyer,<br />
Wömpner Architekten aus Münster<br />
bildet der kreisrunde Raum<br />
die „neue Mitte“ des umgebauten und<br />
erweiterten dreigeschossigen Hauses<br />
und einen „Treffpunkt mit großer Nutzungsvielfalt<br />
und hoher Aufenthaltsqualität“.<br />
Darum herum entstand eine neue<br />
Wohnstruktur, die geänderten Rahmenbedingungen<br />
in der Betreuung und Pflege<br />
gerecht wird, aber auch architektonischen<br />
Anforderungen an Offenheit, Großzügigkeit<br />
und Übersicht.<br />
Schiebetüren,<br />
die den<br />
Bogen raushaben<br />
Zu dem Konzept, „mehr Licht, mehr<br />
Raum und Orientierung“ zu schaffen, leistet<br />
die vom Architekturbüro entworfene<br />
Schiebetüranlage zum „Raum der Stille“<br />
einen wesentlichen Beitrag. Die Tischlerei<br />
Brandmann aus Telgte setzte den<br />
Entwurf als maßgeschneiderte Sonderanfertigung<br />
technisch um. Die zwei 2.400<br />
x 1.980 mm großen Türflügel folgen<br />
dem Radius der Wand und verschwinden<br />
beim Öffnen vollständig in den Wandtaschen<br />
– ein Detail, das praktische Vorteile<br />
bietet: Die großzügige Durchgangsbreite<br />
12 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
special<br />
von 3,50 Metern verbindet beide Räume<br />
fließend.<br />
Für die leichtgängige Mechanik und<br />
den schwellenlosen Übergang sorgt der<br />
Schiebetürbeschlag „Hawa Media 70“.<br />
Der oben laufende Beschlag eignet sich<br />
für gebogene, aber auch gerade Holztüren<br />
bis 70 kg und minimalem Achsradius<br />
von 500 mm. Die individuell gebogene<br />
Laufschiene montierte die Tischlerei im<br />
Türsturz. Sie wird von einer zweiteiligen<br />
Blockzarge umfasst, die über die Vorderseite<br />
revisionierbar ist.<br />
Haus, das Schutz &<br />
Orientierung bietet<br />
Das Haus „Maria Veen“ wurde als erste<br />
von zwei Pflegeeinrichtungen des Vereins<br />
für katholische Arbeiterkolonien in<br />
Westfalen im Oktober 1888 gegründet.<br />
Es bietet nicht nur Wohnungslosen ein<br />
Zuhause. Auch Menschen mit einem<br />
besonderen psychosozialen Hilfebedarf<br />
oder einer Suchterkrankung finden hier<br />
Unterkunft, Begleitung und Betreuung.<br />
116 Plätze stehen Pflegebedürftigen zur<br />
Verfügung.<br />
Die maßgeschneiderte Schiebetüranlage folgt<br />
dem bogenförmigen Verlauf der Wand und<br />
verschwindet geöffnet komplett im Mauerwerk.<br />
Für die leichtgängige Mechanik und den<br />
schwellenlosen Übergang sorgt ein oben<br />
laufender Schiebetürbeschlag<br />
Nürnberg, 24.-27. März 2026<br />
FRAMING<br />
WHAT’S<br />
NEXT.<br />
JETZT<br />
TICKET<br />
SICHERN<br />
FRONTALE.DE/TICKET<br />
Die Weltleitmesse für Fenster, Türen und Fassaden.<br />
parallel zur<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
13
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Neubau Kinderzentrum Bethel, Bielefeld<br />
Feuerschutz und Sicherheit im Fokus<br />
Nach sechs Jahren Planung und Bauzeit eröffnete im Sommer 2023 der Neubau des Kinderzentrums<br />
Bethel, eines der modernsten Kinderkrankenhäuser Deutschlands, in Bielefeld. Von<br />
außen besticht der markante Bau durch seine vielfarbige Fassade und großen Fensterfronten.<br />
Innen zeigt sich gerade in den Details die Liebe zu den jungen Patientinnen und Patienten.<br />
Hier wurde viel Wert auf eine nutzer- und patientenfreundliche Gestaltung gelegt. Das spiegelt<br />
sich auch in der Auswahl der Türen wider, bei der die spezifische Nutzung im Vordergrund<br />
stand. Teckentrup lieferte für das Projekt verschiedene Türen, insbesondere Feuerschutzabschlüsse,<br />
je nach Einsatzort in spezifizierten Ausführungen.<br />
Mit dem Neubau des Kinderzentrums<br />
Bethel sollten die bis dato<br />
in zwei Häusern untergebrachten<br />
Abteilungen der Kinderheilkunde<br />
zu einer zeitgemäßen und funktionalen<br />
Kinderklinik zusammengefasst werden,<br />
bei der besonders auf die Bedürfnisse<br />
der kleinen Patientinnen und Patienten<br />
eingegangen wird.<br />
Zahlreiche Spender<br />
Herausgekommen ist eines der modernsten<br />
Kinderkrankenhäuser Deutschlands<br />
mit 146 Betten. Jährlich werden hier<br />
rund 50.000 Kinder stationär oder ambulant<br />
betreut. Umsetzbar war das Projekt<br />
nur dank der Unterstützung von über<br />
250.000 Spenderinnen und Spendern.<br />
60 Millionen Euro und damit die Hälfte<br />
der Baukosten kamen durch Spenden<br />
zusammen.<br />
Gewinner des Wettbewerbs für den<br />
Klinik-Neubau war das Architekturbüro<br />
Hascher Jehle aus Berlin, nach deren<br />
Entwurf die Komposition mehrerer<br />
Baukörper mit quadratischem Grundriss<br />
entstand. Die Gebäude reihen sich entlang<br />
der Talsohle an eine durchgängige<br />
Verbindungsachse, der sogenannten<br />
Magistrale.<br />
Patientenfreundliche<br />
Gestaltung<br />
Die architektonisch markante Kuben-<br />
Struktur mit verhältnismäßig großer<br />
Fensterfläche lässt viel Tageslicht in die<br />
Räume. Generell wurde viel Wert auf<br />
eine nutzer- und patientenfreundliche<br />
Gestaltung gelegt. Dies zeigt sich auch<br />
bei der Auswahl der Türen, bei deren<br />
Planung immer die jeweilige Nutzung und<br />
der Einbauort berücksichtigt wurden. So<br />
sind beispielsweise beim Transport der<br />
sperrigen Klinikbetten der Öffnungswinkel<br />
und das rechtzeitige Öffnen der Türen<br />
entscheidend.<br />
Klaus Rösler, technischer Berater bei<br />
Hanke Bauelemente und verantwortlich<br />
für die technische Realisation der Türen<br />
in dem Objekt, unterstreicht die Bedeutung<br />
des Projekts für alle Beteiligten:<br />
„Das Kinderzentrum war und ist eines der<br />
spannendsten und herausfordernsten,<br />
aber auch eines der schönsten Projekte.<br />
Für Hanke Bauelemente war es das<br />
größte in der Firmengeschichte. Das gilt<br />
sowohl vom Volumen, als auch von den<br />
technischen Herausforderungen und den<br />
Details der Türenplanung. Ich durfte die<br />
Realisierung im Anschluss an die Vergabe<br />
von Anfang an begleiten. Mit Teckentrup<br />
hatten wir dabei einen kompetenten und<br />
lösungsorientierten Partner an unserer<br />
Seite. Drei intensive Jahre liegen hinter<br />
uns, in der auch viel Herzblut in das<br />
Projekt geflossen ist. Umso schöner ist es,<br />
nun zu sehen, wofür man dies getan hat<br />
und wie wertvoll dieser Ort für die kleinen<br />
Patientinnen und Patienten ist. Ein wahres<br />
Leuchtturm-Projekt.“<br />
Farben und Tiermotive<br />
helfen bei der<br />
Orientierung<br />
Neubau Kinderzentrum Bethel in Bielefeld, eines der modernsten Kinderkrankenhäuser<br />
Deutschlands.<br />
Fünf Kindertageskliniken auf 15.500 Quadratmeter<br />
Gesamtfläche, 10.000 stationäre<br />
Aufnahmen jährlich, weitere 40.000<br />
ambulant und 25.000 Notaufnahme-<br />
Fälle. Damit sich hier keiner verirrt, helfen<br />
unterschiedliche Farbschemata und Tiermotive<br />
bei der Orientierung, insbesondere<br />
da viele der kleinen Kinder noch nicht<br />
lesen können. Entworfen vom Künstler<br />
und Illustrator Samy Löwe, zeigen die<br />
Motive an, wo man sich befindet. Bei so<br />
viel Fläche kommt auch eine stattliche<br />
Anzahl an Türen zusammen – insgesamt<br />
870. Insbesondere bei den Feuerschutzabschlüssen<br />
kommen Stahltüren von Teckentrup<br />
in unterschiedlichen Ausführungen<br />
und Kombinationen zum Einsatz: vom<br />
Rauch- und Schallschutz über Panikfunktionen,<br />
Drehflügelantriebe, Haftmagneten<br />
14 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
special<br />
Bei den Innenräumen legten die Architekten (Hascher Jehle, Berlin) viel Wert auf die Nutzer- und<br />
Patientenfreundlichkeit.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Christian Eblenkamp/Teckentrup<br />
Großzügige Magistrale: Ein 140 Meter langer<br />
Korridor zieht sich durch alle Ebenen des<br />
Gebäudes. Überirdisch verbindet er die sechs<br />
einzelnen Gebäude miteinander.<br />
bis zu Lichtfenstern ist hier alles dabei. Ein<br />
Großteil der Brandschutztüren befindet<br />
sich zudem auf Flucht- und Rettungswegen.<br />
Je nach Einbauort kommen daher<br />
bei den meisten dieser Türen im Klinikum<br />
Schlösser mit einer Panikfunktion (D oder<br />
E) zum Einsatz.<br />
Berührungslose<br />
Hygiene<br />
In frequentierten Durchgangsbereichen<br />
sorgt die T30 RS FSA-62 mit Lichtausschnitt<br />
in Kombination mit Drehflügelantrieb,<br />
Radar und Flatscan für einen<br />
barrierefreien und komfortablen Zugang.<br />
So ist eine hygienische und berührungslose<br />
Türbegehung möglich. Schlösser mit<br />
Panikfunktion D gewährleisten in diesen<br />
Zonen, dass die Flucht- und Rettungsmöglichkeit<br />
jederzeit gegeben ist.<br />
Vorbeugender Brandschutz<br />
in der Tiefgarage<br />
Bei der Planung der Durchgänge und<br />
Abschlüsse in Tiefgaragen haben vorbeugender<br />
Feuer- und Rauchschutz und die<br />
Sicherung der Flucht- und Rettungswege<br />
Priorität. Die Brandschutzmaßnahmen<br />
müssen der Entstehung und Ausbreitung<br />
eines Brandes entgegenwirken und<br />
Rauchentwicklungen lokal begrenzen. Im<br />
vorbeugenden Brandschutz müssen Feuerschutztüren<br />
selbstschließend sein. Daher<br />
sind die Elemente mit Obentürschließern<br />
und Feststellanlagen ausgestattet. Starke<br />
Haftmagnete halten im Alltagsbetrieb die<br />
Türen offen. Damit sich die Durchgänge<br />
bei einem Brand schließen, werden die<br />
Haftmagnete über Rauchmelder stromlos<br />
geschaltet und die Türen über Türschließer<br />
automatisch geschlossen.<br />
Brandschutztüren auf den Flucht- und Rettungswegen:<br />
Je nach Einbauort kommen bei<br />
den meisten dieser Türen Schlösser mit einer<br />
Panikfunktion zum Einsatz. Die Panikfunktion<br />
E wird bei Zugängen für einen definierten<br />
Personenkreis, die Panikfunktion D ist dagegen<br />
für reine Fluchttüren vorgesehen.<br />
Bautafel<br />
Bauherr:<br />
Ev. Krankenhaus Bielefeld gGmbH, Bielefeld<br />
Architekturbüro:<br />
Hascher Jehle Architektur, Berlin<br />
Beratung, Montage und Wartung Tore/Türen:<br />
Hanke Bauelemente OHG, Oerlinghausen<br />
Nutzung:<br />
Kinderkrankenhaus mit 10.000 m² Nutzfläche, 146 Betten<br />
Eröffnung:<br />
2023 (Planung/Bau 2017-2023)<br />
Ein Rollgitter zum Mitarbeiter-Parkhaus regelt<br />
Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage und belüftet<br />
gleichzeitig die Parkflächen.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
15
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Onkologiezentrum in Barcelona<br />
Heilende Architektur für kleine Patienten<br />
mit intelligenten Türsystemen<br />
Mit dem SJD Pediatric Cancer Center hat in Barcelona eines der größten Kinder-Krebszentren<br />
Europas seinen Betrieb aufgenommen – konzipiert für rund 400 junge Patienten jährlich. Das<br />
neue Onkologiezentrum des renommierten Krankenhauses Sant Joan de Déu vereint höchste<br />
medizinische Funktionalität mit einer Architektur, die Geborgenheit schafft. Die eingesetzten,<br />
integrierten Türsysteme haben die Umsetzung der Healing Architecture mit integrierten Türsystemen<br />
unterstützt, die Barrierefreiheit, Sicherheit, Hygiene und ein ansprechendes Design<br />
vereinen.<br />
Im SJD Pediatric Cancer Center Barcelona stellt Healing Architecture eines der Leitgedanken dar.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): © Pau Esculies / GEZE Iberia<br />
Architektur kann heilsam wirken<br />
– wenn sie konsequent Komfort,<br />
Sicherheit und Barrierefreiheit mit<br />
gestalterischem Anspruch verbindet. In<br />
besonders sensiblen Bereichen wie der<br />
Kinderonkologie entscheidet die bauliche<br />
Umgebung mit darüber, ob junge Patienten<br />
zur Ruhe kommen, sich orientieren<br />
und Vertrauen fassen können. Das neue<br />
SJD Pediatric Cancer Center in Barcelona<br />
zeigt, wie sich das Prinzip der Healing<br />
Architecture – also einer Architektur, die<br />
aktiv zum Heilungsprozess beiträgt – in<br />
ein anspruchsvolles Klinikgebäude übersetzen<br />
lässt. Eine Schlüsselrolle spielen<br />
dabei durchdachte Türsysteme von Geze,<br />
die sich nahtlos in das architektonische<br />
Konzept einfügen. Sie strukturieren nicht<br />
nur Räume, sondern auch Bewegungsflüsse,<br />
Zutrittslogik und hygienische<br />
Standards.<br />
Architektur, die<br />
Vertrauen schafft<br />
Das von PINEARQ unter Leitung von<br />
Alberto de Pineda entworfene Gebäude<br />
liegt auf dem Gelände des Hospital Sant<br />
Joan de Déu. Es ist speziell auf Kinder<br />
mit Krebserkrankungen und ihre Familien<br />
ausgerichtet – inhaltlich, funktional und<br />
gestalterisch.<br />
Großzügige Fenster, helle Räume, klare<br />
Wegeführung und ruhige Materialien<br />
schaffen eine Atmosphäre, die angstlösend<br />
wirkt und Geborgenheit vermittelt.<br />
Von Beginn an war klar: Technik darf hier<br />
nicht dominieren – sie muss begleiten. Entsprechend<br />
hoch waren die Anforderungen<br />
an die Türtechnik, die zum Einsatz kam.<br />
16 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
special<br />
Klare Formen, effiziente Nutzung: Die automatischen Schiebetüren im Eingangsbereich des SJD<br />
Pediatric Cancer Center Barcelona.<br />
In den Ambulanzen ermöglicht die ECdrive-<br />
Technologie komfortables Begehen und<br />
Gestaltungsfreiheit.<br />
Türlösungen für sensibel<br />
genutzte Bereiche<br />
Die eingesetzten Türsysteme wurden<br />
präzise auf Nutzung, Hygieneanforderungen<br />
und architektonische Wirkung<br />
abgestimmt. In den zentralen Verkehrsund<br />
Übergangsbereichen des Zentrums<br />
sorgen automatische Schiebetüren mit<br />
den Antrieben ECdrive und Slimdrive<br />
SL NT für barrierefreie und kontaktlose<br />
Zugänge. Der ECdrive bietet eine klare<br />
Formensprache, geringe Bauhöhe und<br />
Zuverlässigkeit – ideal für hochfrequentierte<br />
Eingänge. Der Slimdrive SL<br />
NT ergänzt das System in sensibleren<br />
Innenzonen, wo eine dezente Integration<br />
gefordert ist.<br />
In den Bereichen mit höchsten hygienischen<br />
Anforderungen – wie OP-Zonen<br />
oder Stationen für immungeschwächte<br />
Patienten – wurde das automatische<br />
Schiebetürsystem Powerdrive PL-HT<br />
eingesetzt. Es ermöglicht die hermetische<br />
Abdichtung der Türflügel durch Absenken<br />
und Anpressen an die Zarge. Ein<br />
umlaufendes Dichtungssystem reduziert<br />
die Luftdurchlässigkeit und erfüllt erhöhte<br />
Anforderungen an Hygiene und Luftführung.<br />
Zur berührungslosen Bedienung kommt<br />
der Näherungstaster GC 307+ zum Einsatz.<br />
Er erkennt Bewegungen im Bereich<br />
von 10 bis 60 cm und öffnet Türen,<br />
ohne dass eine Berührung nötig ist. Die<br />
Empfindlichkeit lässt sich anpassen,<br />
sodass ungewollte Öffnungen vermieden<br />
werden – ein Vorteil in stark frequentierten<br />
Bereichen wie Kliniken. Alle Systeme<br />
lassen sich in die Gebäudeautomation integrieren<br />
und ermöglichen eine effiziente,<br />
zentrale Steuerung<br />
.<br />
Frühzeitige Integration<br />
als Erfolgsfaktor<br />
Die Zusammenarbeit mit Geze begann<br />
bereits in der Planungsphase. Gemeinsam<br />
mit dem Architekturbüro wurden<br />
Lösungen entwickelt, die sowohl funktional<br />
als auch gestalterisch überzeugten.<br />
Die langjährige Erfahrung des Leonberger<br />
Projekt:<br />
Architektur:<br />
Bauherr:<br />
Nutzung:<br />
Bautafel<br />
SJD Pediatric Cancer Center Barcelona<br />
PINEARQ, Alberto de Pineda<br />
Hospital Sant Joan de Déu<br />
Unternehmens im Gesundheitsbau erwies<br />
sich dabei als wertvoll: Von der Auswahl<br />
geeigneter Antriebe über die Einbindung<br />
in Sicherheits- und Zutrittssysteme bis hin<br />
zur Unterstützung bei der normgerechten<br />
Umsetzung.<br />
„Healing Architecture“ bedeutet nicht,<br />
Technik zu verstecken – sondern sie so<br />
zu integrieren, dass sie Teil des Heilungsraums<br />
wird. Das neue Zentrum in Barcelona<br />
zeigt, wie das gelingen kann: durch<br />
durchdachte Planung, interdisziplinäre<br />
Zusammenarbeit und Produkte, die Architektur<br />
nicht einschränken, sondern sie<br />
ergänzen – leise, effizient und verlässlich.<br />
Onkologiezentrum für Kinder und Jugendliche<br />
Infos: Healing Architecture in der Praxis<br />
• Großzügige Tageslichtführung durch transparente Fassaden<br />
• Visuelle Orientierung durch klare, ruhige Linienführung<br />
• Reduktion von Geräuschquellen durch leise Türantriebe<br />
• Barrierefreie Zugänge ohne Schwellen oder Kraftaufwand<br />
• Rückzugsräume mit kontrollierter Zugangstechnik<br />
• Integration technischer Systeme in das architektonische Gesamtbild<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
17
special<br />
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
Salamander<br />
Barrierefreiheit nach DIN 18040: Formvollendet funktional<br />
sie sich flexibel an die jeweilige Topographie<br />
anpassen und ermöglicht eine<br />
leichte Überrollbarkeit. Die Lösung erfüllt<br />
vollständig die Anforderungen der DIN<br />
18040, die neben der reinen Schwellenhöhe<br />
auch Kriterien wie Bedienkräfte,<br />
Durchgangsbreiten sowie Sichtbarkeit<br />
und Sicherheit definiert. Gleichzeitig<br />
ist die Schwelle im Rahmen des KfW-<br />
Programms „Altersgerechtes Wohnen“<br />
förderfähig – ein wichtiger Aspekt für<br />
zukunftsorientierte Planung und Wohnen.<br />
Mit der neuen Schwellenlösung levelZer0 bietet Salamander eine komfortable Hebeschiebetür-<br />
Lösung für die Verbindung nach draußen.<br />
Die intelligent konstruierte Bodenschwelle hat einen nur 25 mm hohen Grundkörper.<br />
Mit einem nur 25 mm hohen<br />
Grundkörper und cleverer<br />
Modularität ermöglicht Salamanders<br />
neue Schwellenlösung levelZer0.<br />
Das durchdachte Schwellen System für<br />
Hebe-Schiebetüren vereint eine einfache<br />
Montage mit der besten Anpassbarkeit an<br />
bauliche Anforderungen und ist zudem<br />
auch KfW-förderfähig.<br />
Salamander präsentiert mit der neuen<br />
Lösung eine Nullschwelle für sein evolutionDrive_HST-System,<br />
die sowohl Designansprüchen<br />
als auch Barrierefreiheit<br />
erfüllt. Das variabel strukturierte System<br />
mit einem flachen Grundkörper überzeugt<br />
durch eine einfache Montage, wenige Einzelteile<br />
und kann sowohl im Neubau als<br />
auch im Bestand eingesetzt werden.<br />
Die neue Hebeschiebetür-Schwelle unterscheidet<br />
sich deutlich von herkömmlichen<br />
Lösungen: Viele am Markt erhältliche<br />
Systeme bestehen aus zahlreichen<br />
Einzelteilen, deren Montage und Abdichtung<br />
zeit- und kostenintensiv ist. Außerdem<br />
weisen viele am Markt verfügbaren<br />
Schwellensysteme hohe Aufbauhöhen<br />
auf. Besonders bei Renovierungsvorhaben<br />
stellt der begrenzte Bodenaufbau<br />
immer wieder eine Herausforderung dar<br />
und macht die Umsetzung schwierig bis<br />
unmöglich.<br />
Dank seines lediglich 25 mm hohen<br />
Grundkörpers bietet die Salamander levelZer0<br />
Schwelle sowohl in Neubau- wie<br />
Renovierungsszenarien eine passende<br />
Lösung. Durch variable Rampen lässt<br />
Ein besonderes Merkmal des enuen Systems<br />
ist der modulare Aufbau, der große<br />
Flexibilität bietet. Das System funktioniert<br />
wie ein Baukasten, dessen Elemente sich<br />
individuell und bedarfsgerecht kombinieren<br />
lassen. Zusätzlich verwendbare<br />
Komponenten sorgen dafür, dass selbst<br />
bei notwendigem Niveauausgleich<br />
keine Stolperkanten entstehen. Größere<br />
Höhenunterschiede lassen sich dank<br />
eines cleveren Konzepts zu den variablen<br />
Bodenanschlüssen sicher und angenehm<br />
überrollen.<br />
Mit der Standard-Führungsschiene von<br />
5 mm liegt levelZer0 deutlich unter<br />
dem Branchendurchschnitt. Die neue,<br />
patentierte Führungsschiene verbessert<br />
zudem die Überrollbarkeit barrierefreier<br />
Schwellen spürbar. Durch die reduzierte<br />
Anzahl an Einzelteilen werden Montage,<br />
Abdichtung und Lagerhaltung vereinfacht.<br />
Damit diese Vorteile in der Praxis voll<br />
zum Tragen kommen, ist eine sorgfältige<br />
gewerkeübergreifende Abstimmung<br />
erforderlich. Die Installation barrierefreier,<br />
bodentiefer Elemente erfordert insbesondere<br />
eine enge Koordination zwischen<br />
Fensterbau, Abdichtung, Estrich und<br />
Außenbelägen. Wenn Entwässerung, Abdichtung<br />
und Einbauhöhen gemeinsam<br />
geplant werden, können Nullschwellen<br />
dauerhaft funktional und schadensfrei<br />
betrieben werden.<br />
Aktuell bietet Salamander die gesamte<br />
Hebeschiebetür mit dem nachhaltigen<br />
Greta Fenster-Material in moderner Betonoptik<br />
an. So auch die Hebeschiebetür-<br />
Zarge, die ebenfalls in Greta Fenster-Material<br />
erhältlich ist, weshalb die Schwelle<br />
dadurch Ton in Ton gebaut werden kann.<br />
Somit fügt sich die Schwelle nahtlos in<br />
ein puristisches Gesamtkonzept ein und<br />
ermöglicht damit eine einheitliche Formensprache<br />
und Materialästhetik.<br />
Salamander Industrie-Produkte GmbH<br />
www.salamander-windows.com<br />
18 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
pflegezentren; gesundheitsbauten<br />
special<br />
ECO Schulte<br />
Auch im Rollstuhl immer sicher raus<br />
Im Fall eines erkannten Brandes<br />
schließen in öffentlichen Gebäuden die<br />
Brandabschnittstüren, der Strom wird<br />
auf Notversorgung umgeschaltet. Menschen<br />
mit Handicap haben dann Probleme,<br />
die oft schweren, motorisch unterstützten<br />
Brandabschnittstüren zu öffnen,<br />
wenn die Muskelkraft nicht reicht und niemand<br />
helfen kann. Wer als Rollstuhlfahrer<br />
gegen eine schwere Tür andrücken muss,<br />
ist in Lebensgefahr. ECO Schulte hat dafür<br />
eine pragmatische Lösung entwickelt,<br />
die erstmals in einem großen Bauprojekt<br />
in Hamburg zum Einsatz kam: Die Idee<br />
basiert auf einer Sondersteuerung, die<br />
dafür sorgt, dass relevante Drehtürantriebe<br />
selbst nach Auslösung durch die<br />
Brandmeldeanlage oder Rauchmelder in<br />
einem Sondermodus aktiv bleiben. Dieser<br />
Modus erlaubt die automatische Öffnung<br />
der Türen in Fluchtrichtung und ermöglicht<br />
damit ein barrierefreies Entkommen<br />
– für alle. Der notwendige elektrische<br />
Strom wird dabei entweder über lokale<br />
USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)<br />
oder Gebäude-Ersatzstrom zur<br />
Verfügung gestellt.<br />
Viele der Komponenten dazu kommen<br />
aus dem ECO Schulte Standardprogramm:<br />
Drehtürantrieb, USV und ein<br />
extra Taster, der im Sondermodus-Betrieb<br />
optisch über Lichtblinken signalisiert, dass<br />
die Tür sich noch öffnen lässt. Die Sondersteuerung<br />
wurde neu entwickelt und<br />
kann für zukünftige Projekte auch einfach<br />
adaptiert werden.<br />
Die zuständige Bauaufsichtsbehörde hat<br />
für die gesamte Lösung eine ZiE (Zustimmung<br />
im Einzelfall als bauaufsichtlicher<br />
Verwendbarkeitsnachweis) ausgesprochen.<br />
ECO Schulte GmbH & Co. KG<br />
www.eco-schulte.com<br />
Brandschutztüren sind bei abgeschaltetem<br />
Netzstrom aus dem Rollstuhl schwer zu öffnen<br />
und können im schlimmsten Fall zur tödlichen<br />
Falle werden. Eine pragmatische Lösung von<br />
ECO Schulte setzt auf eine Sondersteuerung für<br />
Drehtürantriebe. Ein blinkender Taster weist auf<br />
die Funktion hin, die auch funktioniert, wenn<br />
der Strom auf Notversorgung umgestellt ist.
objekte<br />
Klosterquartier Reimlingen<br />
Bestandsbau mit Zukunft<br />
Mit dem Abschluss der Holzbauarbeiten an der Aufstockung des ehemaligen Klostergebäudes<br />
in Reimlingen erreicht ein zukunftsweisendes Projekt der Bestandsentwicklung seinen nächsten<br />
Meilenstein. In nur drei Monaten Bauzeit realisierte Schlosser Holzbau 23 neue Wohneinheiten<br />
in serieller Holzbauweise – präzise, ressourcenschonend und emissionsarm.<br />
In Reimlingen entstanden durch die Aufstockung in Holzbauweise der "alten Druckerei" 23 neue Wohneinheiten.<br />
Bildnachweis: Armoot Architekt GmbH<br />
Der Standort ist geschichtsträchtig<br />
und zugleich ein Beispiel für<br />
nachhaltige Nachverdichtung im<br />
ländlichen Raum. Auf dem Gelände des<br />
ehemaligen Klosters der Mariannhiller<br />
Missionare entwickelt sich ein Quartier<br />
mit sozialem und funktionalem Mehrwert<br />
– von Wohnen über Nahversorgung bis<br />
hin zu medizinischen Angeboten.<br />
Schlosser Holzbau hat nun im Auftrag der<br />
Immobiliengesellschaft Max Asset das<br />
Herzstück fertiggestellt: die zweigeschossige<br />
Aufstockung des Gebäudeteils „Alte<br />
Druckerei“, in der 23 der insgesamt 43<br />
neuen Wohneinheiten vollständig in Holz<br />
realisiert wurden.<br />
Das rund 2,5 Hektar (25.000 m²) große<br />
Areal wird vollständig von Max Asset<br />
entwickelt und geplant. Im Zuge der Sanierung<br />
entstehen im Bauabschnitt „Alte<br />
Druckerei“ neben den 43 Wohneinheiten<br />
auch eine Bankfiliale. Schlosser Holzbau<br />
verbindet den historischen Bestand mit<br />
der neuen, seriellen Aufstockung in Holzbauweise<br />
und erweitert ihn so um 23 einbis<br />
zweistöckige Wohnungen. In weiteren<br />
Bauabschnitten befinden sich ein Ärztehaus,<br />
ein ambulanter Pflegedienst, ein<br />
24/7-SB-Supermarkt, ein Blaulichtcenter<br />
sowie eine ambulant betreute Senioren-<br />
Wohngemeinschaft, die alle bereits in<br />
Betrieb sind und das Quartier funktional<br />
abrunden. In den nächsten Entwicklungsschritten<br />
entstehen zudem weitere Wohnungen<br />
und Gewerbeeinheiten innerhalb<br />
des Gebäudebestands sowie ein Neubau<br />
im Parkbereich.<br />
Mehr als Wohnen:<br />
Wie aus Bestand<br />
Lebensraum wird<br />
Für Bauherr Dr. Maximilian Weik, Gründer<br />
und Geschäftsführer der Max Asset<br />
GmbH, war die Entscheidung für eine<br />
Aufstockung aus Holz eine bewusste.<br />
„Wir wollten die Geschichte des Ortes<br />
nicht auslöschen, sondern fortschreiben“,<br />
betont Weik. „Gleichzeitig war klar: Wir<br />
brauchen zeitgemäßen, bezahlbaren und<br />
nachhaltigen Wohnraum – und zwar<br />
jetzt.“ Der Holzingenieurbau bietet für<br />
dieses Spannungsfeld aus historischer<br />
Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und<br />
Nachhaltigkeit die ideale Lösung. Durch<br />
sein geringes Eigengewicht, seine hohe<br />
Tragfähigkeit und seine hervorragende<br />
Ökobilanz ermöglicht er eine ressourcenschonende<br />
Weiterentwicklung des<br />
Bestands. „Wir wollen zeigen, dass sich<br />
ökonomisches Denken und nachhaltiges<br />
Bauen nicht ausschließen. Im Gegenteil:<br />
Sie ergänzen sich. Der Holzbau ist für<br />
uns kein Trend, sondern eine Haltung“,<br />
so Weik. Die Quartiersentwicklung in<br />
Reimlingen steht sinnbildlich für einen<br />
neuen, verantwortungsvollen Umgang<br />
mit dem Bestand, als Brücke zwischen<br />
Geschichte,<br />
Serielle Aufstockung:<br />
Chancen und Herausforderungen<br />
im Holzbau<br />
Zentrale Parameter bei einer seriellen<br />
Aufstockung sind Statik, Bauphysik und<br />
Brandschutz. Sie müssen bei jedem<br />
Projekt im Bestand sorgfältig geprüft und<br />
20<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
objekte<br />
Bildnachweis (diese Seite): Schlosser Holzbau<br />
von Anfang an berücksichtigt werden.<br />
Bei der Klosteraufstockung in Reimlingen<br />
konnten die Wände, Decken und Dachmodule<br />
unter optimalen Bedingungen<br />
in der Produktionshalle von Schlosser<br />
Holzbau in Jagstzell vorgefertigt und<br />
anschließend auf der Baustelle in kurzer<br />
Zeit montiert werden. Der hohe Vorfertigungsgrad<br />
verkürzt Bauzeiten, reduziert<br />
Verkehrsbelastung und minimiert Emissionen.<br />
Auch die Förderkulisse spielt bei<br />
Projekten dieser Art eine entscheidende<br />
Rolle. Relevante Programme – etwa die<br />
KfW-Förderung oder die Holzbau-Offensive<br />
Baden-Württemberg – können gezielt<br />
genutzt werden, um Budgets spürbar<br />
zu entlasten. Wichtig ist, Fördermittel<br />
frühzeitig und strategisch in die Planung<br />
zu integrieren.<br />
Enge Zusammenarbeit<br />
im Bauteam<br />
Mit über 775 Tonnen gebundenem CO 2<br />
,<br />
einer naturbelassenen Lärchenschalung<br />
und einem hohen Anteil an regionalem<br />
Holz beweist das Beispiel Reimlingen, wie<br />
Klimaschutz und Quartiersentwicklung<br />
Hand in Hand gehen können. „Solche<br />
Projekte gelingen nur im engen Schulterschluss<br />
aller Beteiligten“, betont Marlen<br />
Schlosser, Geschäftsführerin der Schlosser<br />
Holzbau GmbH. „Die enge Zusammenarbeit<br />
im Bauteam schafft Planungssicherheit<br />
und Kostentransparenz, also die<br />
Voraussetzungen, um komplexe<br />
Bestandsbauten erfolgreich weiterzuentwickeln.<br />
Der Holzingenieurbau ermöglicht<br />
uns dabei, technische Präzision mit nachhaltiger<br />
Baukultur zu verbinden.“<br />
Mit dem Projekt Reimlingen zeigt sich,<br />
wie serielle Holzaufstockung zur zentralen<br />
Strategie einer nachhaltigen Bestandsentwicklung<br />
werden kann – technisch präzise,<br />
wirtschaftlich tragfähig und architektonisch<br />
überzeugend. Die Übergabe der<br />
43 neu geschaffenen Wohnungen ist für<br />
Frühjahr 2026 vorgesehen.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
21
objekte<br />
Firmensitz von BBS Motorsport in Haslach<br />
Dynamischer Neubau<br />
BBS Motorsport produziert hochwertige Räder – insbesondere Magnesium-Schmiederäder<br />
– für nahezu alle renommierten Rennserien weltweit sowie für exklusive High-End-Serienfahrzeuge.<br />
Gefertigt werden sie in der eigenen Manufaktur im baden-württembergischen Haslach<br />
im Kinzigtal. Rund 27 Millionen Euro investierte das Unternehmen in einen modernen Firmenkomplex,<br />
der seit 2023 die Produktionskapazitäten erheblich erweitert.<br />
In Haslach hat die BBS Motorsport einen neuen Firmenkomplex errichtet und damit die Produktionskapazitäten deutlich erweitert. Entstanden<br />
sind eine Fertigungshalle mit Lackieranlage und Lager sowie ein modernes Bürogebäude.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Freyler<br />
Planung und Realisierung des anspruchsvollen<br />
Bauvorhabens lagen<br />
in den Händen von Freyler Industriebau<br />
aus Kenzingen.<br />
Die Firmengebäude umfassen eine<br />
Fertigung mit Lackieranlage, Lager und<br />
Logistikzentrum sowie einen direkt angeschlossenen<br />
Bürotrakt. Das Konzept bildet<br />
nicht nur die technischen und organisatorischen<br />
Prozesse optimal ab, sondern<br />
spiegelt auch die Innovationskraft und<br />
den Teamgeist von BBS Motorsport<br />
wider. Zugleich waren höchste Anforderungen<br />
an Funktionalität, Design und<br />
Brandschutz zu erfüllen – Aspekte, die<br />
von Beginn an ganzheitlich in die Planung<br />
integriert wurden.<br />
Wachstum<br />
braucht Raum<br />
Seit der Ausgründung aus der BBS-Gruppe<br />
im Jahr 2012 wuchs BBS Motorsport<br />
rasant – von 25 auf inzwischen 126<br />
Mitarbeitende. Die große Nachfrage<br />
und der damit steigende Flächenbedarf<br />
verlangten nach einem Neubau – und das<br />
in kurzer Zeit. Innerhalb weniger Wochen<br />
entwickelte Freyler gemeinsam mit dem<br />
Unternehmen eine erste Entwurfsplanung,<br />
die unmittelbar mit den japanischen<br />
Anteilseignern abgestimmt wurde.<br />
„Neben der Funktionalität war uns eine<br />
repräsentative Außenwirkung besonders<br />
wichtig – schließlich zählen Premiummarken<br />
der Automobilbranche zu unseren<br />
Kunden“, erklärt Geschäftsführer Roman<br />
Müller.<br />
Architektonische Akzente<br />
mit Markenbezug<br />
Neben funktionalen Anforderungen<br />
setzten die Freyler Architekten gezielt<br />
gestalterische Akzente. Der Gebäudekom-<br />
22<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
objekte<br />
plex präsentiert sich mit einem zurückversetzen<br />
Eingangsbereich, vollverglasten<br />
Dachgeschoss und umlaufender Terrasse.<br />
Die Unternehmensfarbe Rot wird bewusst<br />
an verschiedenen Stellen aufgegriffen –<br />
ebenso wie Designelemente, die Bezug<br />
zur Marke nehmen: Zwei 1,60 Meter<br />
große Rundfenster zitieren das ikonische<br />
BBS-Felgendesign. Entworfen wurden sie<br />
persönlich von Geschäftsführer Roman<br />
Müller – gerade bei Dunkelheit werden<br />
sie zu leuchtenden Markenbotschaftern.<br />
Auch die Wendeltreppe zum Dach ist in<br />
Anlehnung an eine Felgenkonstruktion<br />
gestaltet und stammt aus einer regionalen<br />
Schlosserei.<br />
„Die dynamische Optik des Gebäudekomplexes<br />
ergibt sich insbesondere durch die<br />
langestreckten Fensterflächen und die<br />
horizontale Ausrichtung“, erläutert Daniel<br />
Vrabl, verantwortlicher Projektleiter bei<br />
Freyler Industriebau, den individuellen<br />
Entwurf. Zwei bodentiefe Fensterfronten –<br />
als „Schaufenster“ konzipiert – gewähren<br />
Einblicke in die Hightech-Manufaktur. „Der<br />
Neubau ist perfekt auf unsere Strukturen<br />
und Prozesse abgestimmt und macht<br />
zugleich den Charakter unserer Hightech-<br />
Manufaktur sichtbar“, betont Roman<br />
Müller.<br />
Besonderen Wert legten die Architekten darauf, dass der Entwurf die Prozesse und Strukturen<br />
des Unternehmens optimal abbildet, Innovationskraft und Teamgeist widerspiegelt und zugleich<br />
eine repräsentative Außenwirkung besitzt.<br />
Transparenz, Teamgeist<br />
und Technologie<br />
Der Teamgeist aus dem Rennsport prägt<br />
nicht nur das Produkt, sondern auch die<br />
Unternehmenskultur bei BBS Motorsport.<br />
Um den interdisziplinären Austausch zu<br />
fördern sind die Aufenthalts- und Pausenräume<br />
mittig zwischen Verwaltung und<br />
Produktion platziert, direkte Durchgänge<br />
vom Bürotrakt in die Fertigung ermöglichen<br />
eine enge Zusammenarbeit. „Trotz<br />
unseres starken Wachstums sehen wir<br />
uns bis heute als große Familie“, betont<br />
Personalleiterin Elke Müller. „Die gemeinsame<br />
Nutzung der Aufenthaltsflächen, insbesondere<br />
unsere tolle Dachterrasse mit<br />
Grill, stärken die Gemeinschaft und den<br />
Zusammenhalt bei unseren Firmenfeiern.“<br />
Der Grundriss des Gebäudes orientiert<br />
sich am Verlauf der Kinzig, von den Büround<br />
Aufenthaltsräumen hat man eine<br />
wunderbare Aussicht aufs Tal. „Transparenz<br />
war ein zentrales Anliegen der Bauherren“,<br />
erinnert sich Vrabl. Deshalb sind<br />
selbst die Innenwände im Obergeschoss<br />
aus Glas gestaltet. Das zentrale Foyer mit<br />
Ausstellungsbereich und einem echten<br />
Motorsportfahrzeug bietet Einblicke in die<br />
beeindruckende Historie des Unternehmens:<br />
So hat Roman Müller etwa das erste<br />
Magnesium-Schmiederad für Ferrari in<br />
der Formel 1 konstruiert, in Folge konnte<br />
Michael Schumacher all seine Weltmeisterschaften<br />
auf BBS-Rädern gewinnen.<br />
Das Foyer bietet Einblicke in die beeindruckende Historie der BBS Motorsport, die u.a. das erste<br />
Magnesium-Schmiederad für die Formel 1 entwickelt hat.<br />
Holz<br />
Metal<br />
Stein<br />
Glas<br />
Fliese<br />
AntiRutsch<br />
Beschichtung<br />
• weltweit zertifiziert<br />
• Lotuseffekt<br />
• transparent<br />
grip-antirutsch.com
objekte<br />
Um den Teamgeist und den interdisziplinären Austausch zu fördern<br />
sind Aufenthalts- und Pausenräume mittig zwischen Verwaltung und<br />
Produktion platziert. Raumhohe Fensterflächen gewähren einen wunderbaren<br />
Blick ins Kinzigtal.<br />
In der großen Halle sind rund 2.970 m 2 Produktions- und Lagerfläche<br />
entstanden.<br />
Zuletzt war BBS Motorsport vier Jahre<br />
exklusiver Lieferant für die Formel 1.<br />
Verantwortung für die<br />
Zukunft<br />
„Nachhaltigkeit ist in der Automobilbranche<br />
inzwischen Pflicht – sowohl gesetzlich<br />
als auch seitens unserer Kunden“,<br />
berichtet Roman Müller. „Daher haben wir<br />
ein KfW-55-Gebäude realisiert, mit Photovoltaik-Anlage,<br />
extensiver Dachbegrünung<br />
und eigenem Nahwärmeanschluss.<br />
Freyler hat uns auch in dieser Hinsicht<br />
umfassend beraten und unterstützt, etwa<br />
mit Blick auf Fördermöglichkeiten.“ Für<br />
Bauherr:<br />
Konzept, Planung,<br />
Ausführung, TGA:<br />
Bautafel<br />
BBS Motorsport GmbH, Haslach<br />
FREYLER Industriebau, Kenzingen<br />
Größe: Verwaltung 1.480 m 2<br />
Produktion 2.470 m 2<br />
Lager 500 m 2<br />
Bauzeit:<br />
17 Monate<br />
Fertigstellung: April 2023<br />
den Nahwärmeanschluss wurde eigens<br />
eine 500 m lange Erdleitung zur benachbarten<br />
Schreinerei verlegt. Perspektivisch<br />
ist eine Hackschnitzelheizung vorgesehen,<br />
Schnittstellen und Pufferspeicher<br />
sind bereits integriert. „In Kombination mit<br />
umweltverträglicher Produktionstechnik<br />
sowie diversen Filteranlagen streben wir<br />
eine CO 2<br />
-neutrale Produktionsstätte an“,<br />
erklärt Roman Müller.<br />
Effiziente Umsetzung –<br />
trotz Herausforderungen<br />
Insgesamt entstanden rund 2.970 m²<br />
Produktions- und Lagerfläche sowie<br />
Projektinformation: •Brandschutztechnik abgestimmt auf Lackiertechnik<br />
•KfW 55 Standard<br />
•Photovoltaik-Anlage und Gründach<br />
•840 m 2 FREYLER Metallbau<br />
•Tragwerk FREYLER Stahlbau, 130 t Stahl<br />
1.480 m² Verwaltungsfläche. Die größte<br />
bautechnische Herausforderung war<br />
die unzureichende Tragfähigkeit des<br />
Baugrunds – eine kurzfristig umgesetzte<br />
Pfahlgründung sicherte dennoch einen<br />
zügigen Baufortschritt. Innerhalb von nur<br />
17 Monaten wurde der gesamte Komplex<br />
fertiggestellt.<br />
„Die schnelle Fertigstellung der Halle<br />
für die Lackieranlage war entscheidend,<br />
um die hochkomplexe Technik termingerecht<br />
zu installieren“, erinnert sich<br />
Vrabl. „Zu den technischen Schnittstellen<br />
haben wir uns direkt mit den Anlagenbauern<br />
abgestimmt, so gab es später im<br />
Bauverlauf auch dort keine Probleme.“<br />
Zudem garantierten Synergien innerhalb<br />
der Freyler Gruppe eine schnelle<br />
Umsetzung: Freyler Stahlbau lieferte die<br />
130 Tonnen schwere Tragkonstruktion,<br />
Freyler Metallbau realisierte 840 m²<br />
Glasfassade.<br />
Partnerschaft auf<br />
Augenhöhe<br />
Gebaut wurde überwiegend mit regionalen<br />
Firmen – ein expliziter Wunsch der<br />
Bauherren. „Freyler war für uns mehr als<br />
ein Baupartner – sie haben uns durch den<br />
gesamten Prozess begleitet, Entscheidungen<br />
angestoßen und stets das große Ganze<br />
im Blick behalten“, resümiert Müller.<br />
Auch das Kenzinger Unternehmen betont<br />
die konstruktive Zusammenarbeit: „Alle<br />
Entscheidungen wurden partnerschaftlich<br />
und zügig getroffen – die Kommunikation<br />
erfolgte stets auf Augenhöhe. So entstand<br />
ein durchweg positives Miteinander<br />
während der gesamten Planungs- und<br />
Bauphase.“<br />
24<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
objekte<br />
Wohnquartier NaturELLA in Langenargen<br />
Zukunftsweisendes Wohnen in Holz<br />
Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany<br />
In Langenargen entstand auf dem Areal einer ehemaligen Saftfabrik ein neues Wohnquartier,<br />
das hinsichtlich Nachhaltigkeit, herausragender Architektur und Lebensqualität neue Maßstäbe<br />
setzt. Es besticht nicht nur mit einem zukunftsweisenden Energiekonzept, sondern auch<br />
durch seine ökologische Bauweise. Um das Projekt zu realisieren, vertrauten die Verantwortlichen<br />
auf ein ausgefeiltes Holz-Deckensystem.<br />
Das innovative Quartier trägt den<br />
Namen NaturELLA und besteht<br />
aus neun Häusern, die jeweils vier<br />
Geschosse hoch sind. Sie beherbergen<br />
119 Wohnungen, die eine Größe von 65<br />
bis 145 Quadratmetern haben. Geplant<br />
wurde das Projekt von dem Planungsbüro<br />
Plösser Architekten aus Friedrichshafen.<br />
Sie ordneten die Gebäude so entlang<br />
der Straße an, dass diese einen parkähnlichen<br />
Innenhof bilden. Dabei werteten<br />
die Architekten gemeinsam mit den<br />
Freianlagenplanern von Planstatt Senner<br />
das Gelände ökologisch auf und senkten<br />
dessen Versiegelung von ehemals 90<br />
auf 40 Prozent. Darüber hinaus achteten<br />
sie darauf, dass der alte Baumbestand<br />
so weit wie möglich erhalten blieb. Das<br />
Grünkonzept sah vor mehr als 100 neue<br />
Bäume zu pflanzen und grüne Bereiche<br />
zu schaffen. So ist das Quartier heute<br />
grüner als je zuvor und bietet mit den<br />
schön gestalteten Gemeinschaftsflächen<br />
und dem integrierten Dorf-Café ein Stück<br />
Lebensqualität. All dies hat ein Ziel: das<br />
Nachbarschaftsleben zu fördern und<br />
sicherzustellen, dass die Mieter möglichst<br />
lange hier leben. Die Wohnungen<br />
verfügen über eine Loggia oder Terrasse<br />
und sind mit einer möblierten Küche<br />
sowie einem eingerichteten Badezimmer<br />
ausgestattet. Abgerundet wird dies durch<br />
das sorgfältig geplante Beleuchtungskonzept.<br />
Doch das Quartier ist nicht nur für<br />
Besserverdienende, 27 Wohnungen sind<br />
öffentlich gefördert. Ihr Mietpreis liegt<br />
bei zehn Euro pro Quadratmeter, dabei<br />
haben sie die gleiche Ausstattung wie alle<br />
anderen.<br />
Mit Holz gebaut<br />
Bauherr des Projektes ist die Fränkel AG.<br />
Ihr war ein Aspekt bei dem Projekt besonders<br />
wichtig: die Nachhaltigkeit. Dies zeigt<br />
sich sowohl im Energiekonzept als auch<br />
in der Bauweise. Alle neun Gebäude bestehen<br />
weitestgehend aus Holz. Lediglich<br />
die Treppenhäuser wurden aus statischen<br />
Gründen mithilfe von Stahlbeton gebaut.<br />
So kam es, dass die ausführende Firma<br />
oa.sys baut GmbH aus Alberschwende<br />
(Österreich) insgesamt 3.660 Kubikmeter<br />
Das neu geschaffene Wohnquartier NaturELLA in Langenargen: Durch die Anordnung der Häuser entsteht ein Innenhof, der allen Bewohnern<br />
zur Verfügung steht. Die Fassaden zeichnen sich durch die dunkle Holzschalung und die großen Fenster aus.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
25
objekte<br />
Holz verarbeitete. Dieses stammt aus Österreich<br />
und Deutschland und bindet ca.<br />
3.600 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Bei den<br />
Geschossdecken vertrauten die Planer auf<br />
die best wood CLT Box-Decke FS des Unternehmens<br />
best wood Schneider GmbH<br />
aus Süddeutschland.<br />
Hochwertiges<br />
Deckensystem<br />
Hierbei handelt es sich um ein Hohlkastenelement,<br />
das aus zwei CLT-Platten und<br />
mehreren Brettschichthölzern besteht,<br />
die als Abstandhalter fungieren. Ein<br />
integrierter Gefachschallschutz sorgt für<br />
verbesserte Trittschalldämmung im tieffrequenten<br />
Bereich. Ein großer Vorteil des<br />
Deckensystems: Mit ihm sind bis zu 40<br />
Prozent weniger Material erforderlich als<br />
bei einer einschaligen Massivholzdecke.<br />
Die statische Leistungsfähigkeit bleibt jedoch<br />
die gleiche. Das bedeutet, dass das<br />
Deckenelement eine hohe Tragfähigkeit<br />
bei vergleichsweise geringem Gewicht<br />
hat und sich so leicht verarbeiten lässt.<br />
Alexander Schneider, Ansprechpartner<br />
bei oa.sys baut, dazu: „Bei diesem Objekt<br />
haben wir ungefähr 9.100 m² der CLT-<br />
Boxen eingebaut, sowie 5.100m² CLT<br />
Decken. Obwohl wir das System bis dahin<br />
noch nie verarbeitet haben, ging uns die<br />
Arbeit gut von der Hand.”<br />
Decken mit hochwertiger<br />
Untersicht ab Werk<br />
Zudem sind mit dem Deckensystem<br />
geringe Konstruktionshöhen und große<br />
Spannweiten möglich. In Kombination<br />
mit der Tatsache, dass die Deckenelemente<br />
im Brandfall bis 90 Minuten<br />
standhalten und mit einfachen Mitteln<br />
raumabschließend hergestellt werden<br />
können, eignen sie sich hervorragend<br />
für den Mehrgeschossbau. Doch bei den<br />
Architekten war ein anderer Aspekt dafür<br />
ausschlaggebend, sich für die Geschossdeckenelemente:<br />
Die CLT-BOX weist auf<br />
der Unterseite eine hochwertige Sichtqualität<br />
auf und kann dementsprechend ohne<br />
weitere Bearbeitung als Zimmerdecke<br />
verwendet werden. Möglich wird dies,<br />
indem der Hersteller entweder nur Holz<br />
nutzt, das wenig Äste besitzt, oder dank<br />
einer besonderen Schnitttechnik eine<br />
gleichmäßig gerade Holzstruktur zeigt.<br />
Manuel Plösser, der verantwortliche<br />
Architekt des Projekts, sagt: „Zum Thema<br />
Nachhaltigkeit gehört auch der ressourcenschonende<br />
Umgang mit Baumaterialien.<br />
Dies war bei dem Deckensystem<br />
gegeben. Die geschlitzte Sichtholzuntersicht<br />
in Weißtanne sorgt für eine wertige<br />
Gestaltung.“ Darüber hinaus spart der<br />
hohe Vorfertigungsgrad Zeit.<br />
Das Deckensystem hat den Vorteil, dass die Unterseite schon ab Werk so bearbeitet ist, dass<br />
es sich als Zimmerdecke eignet. Auf Wunsch bietet der Hersteller zudem an, die Decke mit<br />
unterschiedlichen Lasuren zu versehen und stattet die Elemente bereits ab Werk mit den Bohrungen<br />
für Kabeldurchführungen aus.<br />
Bildnachweis (alle Bilder bis auf untenstehendes Bild): Nina Baisch<br />
Mit dem eingesetzten Deckensystem sind große Spannweiten und dadurch stützenfreie Räume<br />
möglich.<br />
Bildnachweis: best wood SCHNEIDER GmbH<br />
26<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
objekte<br />
Nachhaltigkeit<br />
konsequent<br />
umgesetzt<br />
dass sich die Wohneinheiten von April bis<br />
September größtenteils autark versorgen<br />
können. Zudem ist geplant, im Sommer<br />
den Energieüberschuss in Wasserstoff<br />
umzuwandeln und diesen zu lagern. Er soll<br />
in den Monaten Oktober bis März Strom<br />
für die Wärmepumpen, E-Ladestationen<br />
und andere Nutzungen liefern.<br />
Die konsequente Verwendung von Holz<br />
ist jedoch nur ein Teil des Nachhaltigkeitsgedankens,<br />
der sich durch das gesamte<br />
Projekt zieht. Neben der Bauweise wurde<br />
auch bei der Energieversorgung und der<br />
Gestaltung des Geländes großer Wert auf<br />
zukunftsorientierte Lösungen gelegt. Alle<br />
Gebäude werden dem Standard eines<br />
KfW-Effizienzhauses 40 gerecht. Die<br />
Dächer der Gebäude sind mit Photovoltaikanlagen<br />
ausgestattet und werden begrünt.<br />
Dies erhöht die Leistungsfähigkeit der Anlage<br />
im Sommer um vier bis fünf Prozent,<br />
da durch die Bepflanzung die Umgebungstemperatur<br />
spürbar reduziert wird. Dies<br />
wirkt sich positiv auf den Ertrag der Anlage<br />
aus. Ergänzt wird das System durch eine<br />
Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzt<br />
die Energie aus drei Grundwasserentnahmebrunnen<br />
und weist einen deutlich<br />
höheren Wirkungsgrad auf als herkömmliche<br />
Luft-Wasser-Wärmepumpen. Ziel ist,<br />
Standort:<br />
Bauherr:<br />
Architekt:<br />
Ausführende Holzbauarbeiten:<br />
Bautafel<br />
Langenargen, Bierkeller<br />
Fränkel AG, Friedrichshafen<br />
Plösser Architekten GmbH, Friedrichshafen<br />
oa.sys baut GmbH, Alberschwende<br />
(Österreich)<br />
Hersteller der Deckenelemente: best wood SCHNEIDER GmbH, Eberhardzell<br />
Bauzeit 2021-<strong>2025</strong><br />
Wohnfläche gesamt: 11.000,00 m²<br />
Parken:<br />
Tiefgarage mit 180 Stellplätzen<br />
Brandschutz –<br />
eine der vielen Stärken von Steinwolle<br />
Das Plus an Sicherheit<br />
Nichtbrennbare ROCKWOOL Steinwolle-Dämmstoffe stellen im Brandfall eine ideale<br />
Brandsperre dar. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz,<br />
schützen im Ernstfall Menschen und Werte und minimieren die Auswirkungen von Bränden.<br />
www.rockwool.de/brandschutz
objekte<br />
Mehrfamilienhäuser in Pforzheim<br />
Keramisches Fassadenstatement<br />
Den Austausch zwischen den Bewohnern fördern, eine lebendige Atmosphäre schaffen und<br />
nicht zuletzt ein langlebiges Gebäude realisieren: Vor diesem Hintergrund sind in Pforzheim<br />
vier neue Wohnhäuser mit vielfältigen Grundrissen entstanden – entworfen und geplant vom<br />
Freiburger Architekturbüro Sacker. Beim Bau kamen ausschließlich robuste, wartungsfreie<br />
Baustoffe höchster Qualität zum Einsatz. Diesem Gedanken folgend wurde eine vorgehängte<br />
hinterlüftete Keramikfassade realisiert. Mit ihrer reliefartigen Oberfläche und der hellen Farbgestaltung<br />
verleihen die Fassadenelemente den Gebäuden einen einzigartigen Charakter.<br />
Gleichzeitig stellt der Rohstoff Ton eine Verbindung und architektonische Kontinuität der<br />
Architektur in der unmittelbaren Umgebung her.<br />
Vier Mehrfamilienhäuser mit<br />
insgesamt 90 Wohnungen bilden<br />
die neue Wohnbebauung an<br />
der Rembrandtstraße in Pforzheim. Sie<br />
stellen ein wegweisendes Projekt dar,<br />
das den Bedürfnissen einer vielfältigen<br />
Gesellschaft gerecht wird. Dabei wurden<br />
die Grundrisse mit Blick auf verschiedene<br />
Anforderungen gestaltet. Der<br />
Mietwohnungsbau für Senioren, Singles<br />
und Kleinfamilien besteht aus praktisch<br />
gestalteten 2-Zimmer-Wohnungen mit bis<br />
zu 58 Quadratmetern, aber auch größeren<br />
Einheiten mit vier und fünf Zimmern.<br />
Durch diese bewusste Kombination<br />
unterschiedlicher Raumangebote entsteht<br />
eine sozial durchmischte Nachbarschaft.<br />
Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit<br />
und generationenübergreifendes Wohnen<br />
definierten die Planung des Projekts.<br />
Am Baubestand<br />
orientiert<br />
Die vier kompakten Baukörper wurden<br />
so auf dem Grundstück platziert, dass sie<br />
sich in Anordnung und Maßstäblichkeit<br />
an der nördlich angrenzenden Bebauung<br />
orientieren und sich nahtlos in den<br />
Bestand einfügen. Jede Wohnung ist<br />
Vier Mehrfamilienhäuser bilden die neue Wohnbebauung an der Rembrandtstraße in Pforzheim.<br />
28<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
We create<br />
ceramic tiles<br />
with harmony<br />
and nature.<br />
Die Fassade aus natürlichen Tonality-Keramikelementen spiegelt den naturnahen Ansatz des<br />
gesamten Projektes wider.<br />
besonnt und ermöglicht einen Blick in<br />
Richtung der Pforzheimer Innenstadt.<br />
Das innenliegende, helle Treppenhaus<br />
erschließt jeweils bis zu sechs Wohnungen.<br />
Blickbeziehungen über die Geschosse<br />
fördern eine nachbarschaftliche<br />
Hausgemeinschaft und schaffen einen<br />
großzügigen Raumeindruck. Die Wohn-<br />
Ess-Bereiche der Wohnungen befinden<br />
sich an den Gebäudeecken. Eine Loggia<br />
gliedert den Innenraum und schafft diagonale<br />
Blickachsen ins Freie. Die großen<br />
Bäder liegen an der Fassade.<br />
Inmitten von Grün<br />
Besonderes Augenmerk lag auch auf<br />
der Gestaltung der Freiflächen, um ein<br />
lebenswertes Umfeld zu schaffen. In<br />
diesem Kontext griffen die Planer das Thema<br />
der angrenzenden Streuobstwiesen<br />
auf. Die Architektur wurde so gestaltet,<br />
dass großzügige, naturnahe Freiräume<br />
zwischen den Gebäuden entstehen. Jeder<br />
Zwischenraum wurde dabei mit verschiedenen<br />
Bäumen und Pflanzen begrünt und<br />
erhält so seinen eigenen Charakter. Der<br />
mittlere Hof fungiert als Quartiersplatz<br />
und bietet auch Spielmöglichkeiten für<br />
Kinder. Die privaten Freibereiche wurden<br />
mit niedrigen Mauern abgegrenzt. Diese<br />
bilden einen Kontrast zur umliegenden<br />
weichen, fließenden Landschaft.<br />
Profilierter<br />
Hingucker<br />
Um die naturnahe Umgebung und die<br />
Klinkerfassaden des angrenzenden Bestandes<br />
optimal zu begleiten, fiel die Wahl<br />
auch bei der Fassadengestaltung auf ein<br />
reines Naturprodukt aus Ton. Die vorgehängte<br />
hinterlüftete Tonality-Fassade<br />
(VHF) von Leipfinger-Bader besteht dabei<br />
im sichtbaren Bereich aus hochwertigen<br />
Keramikelementen mit Reliefoberfläche,<br />
von denen einzelne Abschnitte zusätzlich<br />
gerillt sind. Sie wurden eigens für dieses<br />
Projekt in den Breiten 340, 370 und 400<br />
Millimeter und mit Längen bis zu 1.600<br />
Millimetern angefertigt. Die Profilierung<br />
lockert die Fassade angenehm auf und<br />
verleiht ihr eine Lebendigkeit, die das<br />
bunte Leben in den Wohnhäusern widerspiegelt.<br />
Die Farbgebung „Creme hell“ wirkt dabei<br />
besonders einladend, hell, optimistisch<br />
und unaufdringlich. Die hochwertige<br />
Gebäudehülle stellt damit nicht nur einen<br />
optischen Hingucker mit hoher ökologischer<br />
Qualität dar, sondern trägt zugleich<br />
zur langfristigen Ausrichtung der Wohnkomplexe<br />
bei. Aufgrund der hohen Temperaturen<br />
beim Brennvorgang sind die<br />
Keramikelemente besonders langlebig. So<br />
sind sie zuverlässig UV-beständig, weisen<br />
eine hohe Kratz- und Stoßfestigkeit auf<br />
und sind ein Gebäudeleben lang farbecht.<br />
Der integrierte Graffitischutz muss<br />
niemals erneuert werden, da er durch den<br />
Produktionsprozess erzeugt und nicht aufgetragen<br />
wird. Weil die High-End-Keramik<br />
wenig Wasser aufnimmt, reduziert sich<br />
auch die Verschmutzung durch Moos und<br />
Algen. Im Vergleich zu vielen anderen Außenwandbekleidungen<br />
– beispielsweise<br />
mehrschichtige und verklebte Fassadensysteme<br />
– ist die Tonality-Keramik überdies<br />
sortenrein rückbaubar und in gleicher<br />
Funktion und Qualität wieder verwendbar.<br />
Damit sorgt sie für ressourcenschonendes<br />
serie<br />
core<br />
R10/B / R11/C / R11/B<br />
60×120 / 60×60 / 30×60<br />
60×120 / 60×60<br />
colors night / sunrise / day / twillight<br />
r a k o . e u<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
29
objekte<br />
Die profilierten Keramikelemente sind ein besonderer Hingucker. Vertikal montiert, entfalten sie je nach Tageszeit und Sonneneinfall verschiedene<br />
Optiken und wirken damit sehr lebendig.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Dietmar Strauß<br />
und nachhaltiges Bauen. Weiterer Vorteil:<br />
Die Keramikelemente werden als nicht<br />
brennbar in die Baustoffklasse A1 nach<br />
EN 13501-1 eingestuft. Ein wichtiger<br />
Sicherheitsaspekt gerade in Hinblick auf<br />
die Tatsache, dass die Brandbeteiligung<br />
von einigen Fassadendämmstoffen immer<br />
wieder diskutiert wird.<br />
Schattenspiel durch<br />
vertikale Profilierung<br />
Im nicht sichtbaren Bereich wird die<br />
Keramikfassade durch eine hochwertige<br />
Unterkonstruktion getragen, die sich als<br />
flexibel und stabil erweist. Zudem ist sie<br />
selbst sehr leicht – eine Eigenschaft, die<br />
sich aus dem geringen Eigengewicht der<br />
einschalig produzierten Keramikelemente<br />
ergibt. In Pforzheim werden diese vertikal<br />
auf der Unterkonstruktion montiert – und<br />
bei der Montage zum Teil um 180 Grad<br />
gedreht. Auf diese Weise entsteht eine<br />
einzigartige, lebendige Fassadengestaltung,<br />
welche durch das Schattenspiel der<br />
Profilierung zusätzlich verstärkt wird. Aufgrund<br />
des geringen Eigen- und Fremdgewichtes<br />
kommt die Unterkonstruktion mit<br />
weniger Wandankern aus. Dies reduziert<br />
die Entstehung von Wärmebrücken an<br />
der Gebäudedämmung und spart zudem<br />
Material und Arbeitszeit ein. Auch lassen<br />
sich die Keramikelemente einfach und<br />
schnell in die Unterkonstruktion einhängen.<br />
Fassade als Teil<br />
des Lebensraums<br />
Die vorgehängte hinterlüftete Fassade ist<br />
aufgrund der konstruktiven Trennung der<br />
Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz<br />
ein hochwirksames System.<br />
Die Luft zirkuliert zwischen Fassadenbekleidung<br />
und Dämmung automatisch<br />
und führt vorhandene Feuchtigkeit sicher<br />
und zuverlässig ab. Der Hinterlüftungsspalt<br />
gewährleistet damit eine dauerhafte<br />
und ununterbrochene Trockenhaltung<br />
der Fassade und schafft ein gesundes<br />
Raumklima, von dem die Bewohner<br />
profitieren.<br />
Außenecke mit<br />
offener Fuge<br />
Bauvorhaben:<br />
Bauherr:<br />
Architektur:<br />
Fassadenbauer:<br />
Bautafel<br />
Neubau von vier Wohnhäusern an der<br />
Rembrandtstraße in Pforzheim<br />
Vorgehängte hinterlüftete Keramikfassaden<br />
eröffnen Architekten und Planern<br />
auch bei der Ausprägung von Fensterlaibungen<br />
oder Außenecken viele Gestaltungsmöglichkeiten<br />
und unterschiedliche<br />
Optionen. Außenecklösungen mit offenen<br />
Fugen beispielsweise schaffen ein präzises,<br />
geometrisches Erscheinungsbild, das<br />
die Fassadenoberfläche in klar definierte<br />
Raster unterteilt. Zudem erzeugen die<br />
Fugen einen Kontrast zwischen der Keramikoberfläche<br />
und den Schattenlinien der<br />
Fuge. Dieser Effekt verleiht der Fassade<br />
Tiefe und Dynamik – besonders bei<br />
wechselnden Lichtverhältnissen. Voraussetzung<br />
für die technisch einwandfreie<br />
Funktionalität der Außenecke ist dabei<br />
eine sorgfältige Detailplanung, die Tonality<br />
auch bei dem Pforzheimer Projekt<br />
gewissenhaft angegangen ist.<br />
Auf diese Weise realisiert, ist die Keramikfassade<br />
in der Lage, aktiv den Lebensraum<br />
der Bewohnerinnen und Bewohner<br />
zu gestalten und Einfluss auf ihr Umfeld<br />
zu nehmen. „Fassadengestaltung ist eine<br />
technische Meisterleistung und am Ende<br />
eine Emotion, die alle Beteiligten trägt“,<br />
resümiert Michael Klein, Experte für Keramikfassaden<br />
bei Tonality.<br />
ARGE Pforzheimer Wohnungsunternehmen Postwiesen-/<br />
Rembrandtstraße GbR, Familienheim Pforzheim Baugenossenschaft<br />
eG und Pforzheimer Bau und Grund GmbH<br />
Sacker Architekten GmbH, Freiburg<br />
Wittenauer GmbH, Sasbach<br />
Fassadenkeramik: Tonality GmbH, Weroth<br />
30<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
im fokus<br />
Normen, Pflichten und Lösungen in öffentlichen Sanitärbereichen<br />
Verbrühungsschutz einfach und sicher umsetzen<br />
Benjamin Kraus, Leiter Produktmanagement bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe<br />
Dr. Peter Arens, Hygieneexperte bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe<br />
Die Gefahren durch heißes Wasser werden oft unterschätzt, obwohl bereits relativ niedrige<br />
Temperaturen Hautverletzungen verursachen. Sehr hohe Temperaturen können bei vulnerablen<br />
Personen zu schweren Verbrühungen führen, in Extremfällen mit Todesfolge. Gerade<br />
in Schulen, Kindertagesstätten, Pflegeheimen oder Kliniken ist ein zuverlässiger Verbrühungsschutz<br />
entscheidend, um Umfälle zu verhindern. Dazu nimmt die DIN EN 806-2, Kapitel 9.3.2<br />
Stellung. Auch wenn Normen gesondert vereinbart werden müssen, also lediglich empfehlenden<br />
Charakter haben, ist der Schutz vor Verbrühungen in diesen Objekten in jedem Fall Teil<br />
der Verkehrssicherungspflicht der Betreiber.<br />
Heißes Wasser mit einer Temperatur<br />
von 55 °C ist an jeder<br />
Stelle in Trinkwasserinstallationen<br />
notwendig, um eine übermäßige Legionellenvermehrung<br />
zu verhindern und die<br />
Trinkwassergüte zu erhalten – zugleich<br />
bergen hohe Temperaturen aber auch ein<br />
ernstzunehmendes Verbrühungsrisiko.<br />
Wie schwerwiegend eine Verbrühung<br />
ist, hängt von der Wassertemperatur, der<br />
Dauer des Hautkontakts, der Hautbeschaffenheit<br />
sowie der betroffenen Hautfläche<br />
ab. Bei längerem Kontakt können bereits<br />
vergleichsweise niedrige Wassertemperaturen<br />
wie 45 °C zu ernsthaften Hautschädigungen<br />
ersten Grades (Hautrötungen,<br />
Schwellungen und Schmerzen) führen.<br />
Verbrennungen zweiten (Blasenbildung,<br />
unvollständige Hautzerstörung) und<br />
dritten Grades (vollständige Hautzerstörung)<br />
treten nach maximal 8 Sekunden<br />
Kontakt mit 60 °C heißem Wasser auf<br />
– bei Kindern sogar bereits nach etwa<br />
3 Sekunden. Neben der unmittelbaren<br />
Verbrühung und Schädigung der Haut<br />
kann es bei Kontakt mit heißem Wasser<br />
auch zu sekundären Verletzungen – etwa<br />
Stürzen in Folge einer Fluchtreaktion –<br />
kommen.<br />
Richtwerte für das Risiko von Verbrühungen in Abhängigkeit von der Warmwassertemperatur<br />
und der Kontaktzeit gemäß CEN/TR 16355.<br />
Diese Nutzergruppen<br />
sind besonders gefährdet<br />
Für bestimmte Personengruppen wie<br />
Kinder, Senioren, Menschen mit eingeschränkter<br />
Mobilität oder Demenz ist das<br />
Risiko von Verbrühungen besonders hoch.<br />
Einerseits können sie Gefahren durch<br />
heißes Wasser teils nicht hinreichend<br />
einschätzen, andererseits ist das Reaktionsvermögen<br />
bei diesen Personen oft<br />
eingeschränkt. Kinder haben zudem eine<br />
weitaus sensiblere Haut als Erwachsene –<br />
Verbrühungen treten hier noch schneller<br />
und bei niedrigeren Temperaturen ein. Se-<br />
Grad der Verbrennung in Abhängigkeit von Hauttemperatur und Einwirkzeit (verändert nach<br />
Skiba 1979).<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
31
im fokus<br />
In Sanitärbereichen, die von vulnerablen Personen genutzt werden,<br />
z. B. in Pflegeheimen, ist ein Verbrühungsschutz besonders wichtig.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): SCHELL GmbH & Co. KG<br />
Doppelter Schutz beim Duschen: Die Aufputz-Duscharmatur Modus<br />
MD-T schützt mit ThermoProtect-Technologie und IsoBody-Technologie<br />
zuverlässig vor Verbrühungen und Verbrennungen.<br />
nioren sind wiederum durch Folgeverletzungen,<br />
wie beispielsweise Stürze, stärker<br />
gefährdet, da die Knochendichte mit dem<br />
Alter abnimmt und die Knochen anfälliger<br />
für Brüche werden. In Einrichtungen wie<br />
Kindertagesstätten, Grundschulen, Pflegeund<br />
Seniorenheime, Kliniken, Arztpraxen<br />
und alle weiteren Einrichtungen, die von<br />
vulnerablen Personen genutzt werden, ist<br />
ein Verbrühungsschutz im Sanitärbereich<br />
besonders wichtig.<br />
Die wichtigsten Normen<br />
zum Verbrühungsschutz<br />
in öffentlichen<br />
Sanitärbereichen<br />
Zum Thema Verbrühungsschutz in sanitären<br />
Anlagen existieren in Deutschland<br />
mehrere Regelwerke, die allerdings nur<br />
empfehlenden Charakter besitzen. Bei<br />
allen Regelungen steht die Risikominimierung<br />
im Vordergrund – spezifische<br />
Maßnahmen zur Umsetzung des Verbrühungsschutzes<br />
sind allerdings nicht<br />
vorgeschrieben. Angaben darüber, ob der<br />
Verbrühungsschutz durch bauliche Vorkehrungen,<br />
beispielsweise Thermostate,<br />
oder andere Sicherheitsmaßnahmen wie<br />
die Betreuung durch Fachpersonal oder<br />
Pflegekräfte umgesetzt wird, ist ebenfalls<br />
offen.<br />
Die DIN EN 806-2 (Technische Regeln<br />
für Trinkwasserinstallationen – Teil 2:<br />
Planung, Kapitel 9.3.2) schreibt vor, dass<br />
Anlagen für erwärmtes Trinkwasser so<br />
zu gestalten sind, „dass das Risiko der<br />
Verbrühung gering ist.“ Weiter empfiehlt<br />
die Norm, in sensiblen Bereichen wie<br />
Krankenhäusern, Schulen oder Seniorenheimen<br />
thermostatische Mischventile<br />
oder Batterien mit Begrenzung der<br />
oberen Temperatur einzusetzen, um das<br />
Risiko von Verbrühungen zu vermeiden.<br />
Angeraten ist eine Höchsttemperatur<br />
von 43 °C sowie in Duschanlagen in<br />
Kindergärten und speziellen Bereichen<br />
von Pflegheimen von 38 °C. Auch die<br />
Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und<br />
Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) empfiehlt<br />
in Räumlichkeiten der direkten Patientenversorgung,<br />
in denen ein erhöhtes<br />
Verbrühungsrisiko für betreute Personen<br />
besteht, die Installation oder Nachrüstung<br />
von Verbrühungsschutz.<br />
Weitere Bezüge zum Verbrühungsschutz<br />
finden sich in DVGW W551 Kapitel 5.5.1,<br />
in DIN 1988-200 und den „Technische<br />
Regeln für Arbeitsstätten“ ASR A 4.1<br />
Sanitärräume.<br />
Verbrühungsschutz<br />
als Teil der Verkehrssicherungspflicht<br />
von Betreibern<br />
Obgleich die genannten Normen<br />
lediglich Empfehlungscharakter besitzen,<br />
greift für Betreiber von Trinkwasserinstallationen<br />
und Sanitäranlagen in<br />
öffentlichen Einrichtungen grundsätzlich<br />
die Verkehrssicherungspflicht. Die Verkehrssicherungspflicht<br />
ist ein zentraler<br />
Bestandteil des deutschen Zivilrechts<br />
und schreibt vor, dass Gefahrenquellen,<br />
die von einer Sache oder einem Bereich<br />
ausgehen könnten, so weit wie möglich<br />
gesichert werden müssen, um Schäden<br />
an Dritten zu verhindern. Kommen Betreiber<br />
dieser Pflicht nicht nach und kommt<br />
es dadurch zu Schäden, besteht Schadensersatzpflicht.<br />
Im öffentlichen Sanitärbereich<br />
umfasst diese Pflicht immer<br />
auch einen Verbrühungsschutz. Betreiber<br />
einer Trinkwasserinstallation müssen<br />
entsprechend geeignete Maßnahmen<br />
ergreifen, um Personenschäden durch zu<br />
heißes Wasser zu verhindern – ob durch<br />
bautechnische oder betriebstechnische<br />
Sicherheitsvorkehrungen obliegt dem<br />
Betreiber.<br />
Pflichten für Planer<br />
und Betreiber von<br />
Trinkwasserinstallationen<br />
Nach den werkvertraglichen Regelungen<br />
haben Fachplaner und Installationsbetriebe<br />
die Trinkwasseranlage so zu planen<br />
und zu erstellen, dass sie mangelfrei und<br />
verkehrssicher ist. Die entsprechenden<br />
Planerpflichten sind im Zusammenhang<br />
mit den Planungsregelungen der DIN<br />
EN 806- und DIN 1988-Reihe zu sehen.<br />
Sofern keine bestimmte Beschaffenheit<br />
der Anlage im Vertrag ausdrücklich vereinbart<br />
wurde, muss sie für die im Vertrag<br />
vorgesehene Nutzung oder den üblichen<br />
Verwendungszweck geeignet sein und<br />
den „allgemein anerkannten Regeln<br />
der Technik“ entsprechen. Kurz gesagt:<br />
Gibt es im Vertrag – beispielsweise im<br />
Leistungsverzeichnis oder in der Baubeschreibung<br />
– keine explizite Vorgabe<br />
zum Verbrühungsschutz, muss dieser nur<br />
dann eingebaut werden, wenn er durch<br />
Gesetze, Verordnungen oder anerkannte<br />
technische Regeln vorgeschrieben ist.<br />
Daher ist es für Betreiber, Planer und<br />
Handwerker entscheidend zu wissen,<br />
ob und in welchem Umfang technische<br />
Regelwerke Anforderungen zum Verbrühungsschutz<br />
festlegen.<br />
Wenn die geplante Einrichtung von<br />
Personen genutzt wird, die sich vor den<br />
Gefahren von heißem Wasser nicht selbst<br />
schützen können, müssen Planer im<br />
Sinne der Verkehrssicherungspflicht den<br />
Auftraggeber bzw. späteren Betreiber<br />
32 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
im fokus<br />
Bei nicht thermostatisch geregelten Armaturen kann ein Verbrühungsschutz<br />
mit dem Schell Eckventil-Thermostat einfach und schnell<br />
nachgerüstet werden.<br />
Die elektronische Waschtisch-Armatur Xeris E²-T mit ThermoProtect-<br />
Technologie und ToF-Sensor-Steuerung erfüllt hohe Ansprüche an<br />
Sicherheit und Nutzerhygiene im barrierefreien Bad.<br />
auf jeden Fall auf einen Verbrühungsschutz<br />
hinweisen und bautechnische<br />
bzw. betriebstechnische Maßnahmen<br />
vorschlagen. Wie der Verbrühungsschutz<br />
als Teil der Verkehrssicherungspflicht<br />
letztlich umgesetzt wird, bleibt Sache des<br />
Betreibers der Einrichtung. Es empfiehlt<br />
sich, das Besprechungsergebnis zwischen<br />
Planer und Betreiber zu dokumentieren,<br />
damit im Falle eines Schadensersatzanspruches<br />
der Nachweis erbracht werden<br />
kann, dass der Fachplaner die notwendige<br />
Aufklärungsarbeit zum Verbrühungsschutz<br />
geleistet hat.<br />
Zuverlässiger Verbrühungsschutz:<br />
ganzheitliche<br />
Lösungen<br />
Dr. Peter Arens, Hygieneexperte bei der<br />
Schell GmbH & Co. KG, Olpe.<br />
Gerade in Duschen besteht erhöhte Verletzungsgefahr<br />
durch heißes Wasser. Zur<br />
Gestaltung eines sicheren, barrierefreien<br />
Duschplatzes sollte daher immer auch ein<br />
Duschthermostat mit Verbrühungsschutz<br />
gehören, was dafür sorgt, dass die Wassertemperatur<br />
auch bei Druckschwankungen<br />
im System konstant bleibt. Bei Ausfall<br />
der Kaltwasserversorgung stoppt der<br />
Wasserfluss automatisch (DIN EN 1111).<br />
Eine zusätzliche entriegelbare Temperatursperre<br />
stellt sicher, dass sich die Wassertemperatur<br />
im normalen Gebrauch<br />
nur bis maximal 38 °C – wie in DIN EN<br />
806-2 empfohlen – einstellen lässt. Damit<br />
nicht nur Verbrühungen durch zu heißes<br />
Wasser, sondern auch Verbrennungen<br />
durch ein heißes Gehäuse verhindert werden,<br />
eignen sich Brausethermostate mit<br />
thermisch entkoppeltem Gehäuse. Diese<br />
sorgen dafür, dass sich das Gehäuse nicht<br />
erhitzt, sondern nahezu die Umgebungstemperatur<br />
beibehält, sodass ein Verbrennungsrisiko<br />
nahezu ausgeschlossen<br />
werden kann.<br />
Für einen ganzheitlichen Schutz in<br />
Sanitärbereichen von Pflegeeinrichtungen,<br />
Kindertagesstätten und Co. sollten<br />
auch Waschtisch-Armaturen über einen<br />
zuverlässigen Verbrühungsschutz verfügen.<br />
Armaturen mit Thermostat beugen<br />
Verbrühungen effektiv vor – auch hier<br />
Benjamin Kraus, Leiter Produktmanagement<br />
bei der Schell GmbH & Co. KG, Olpe.<br />
wird eine Temperatur von maximal 38 °C<br />
nicht überschritten.<br />
Eckventil-Thermostate bieten eine unkomplizierte<br />
Lösung zum Nachrüsten von nicht<br />
thermostatisch geregelten Armaturen an<br />
Waschtischen. Das Eckventil-Thermostat<br />
begrenzt die maximale Auslauftemperatur<br />
und erhöht so den Verbrühungsschutz.<br />
Die Temperatur ist frei wählbar und kann<br />
z.B. gemäß DIN EN 806-2 auf maximal<br />
43 °C festgelegt werden.<br />
Fazit: Verbrühungsschutz<br />
ist Pflicht – einheitliche<br />
Regeln fehlen<br />
Im technischen Regelwerk werden für<br />
definierte Gebäudetypen und für bestimmte<br />
Nutzergruppen Maßnahmen zur<br />
Verhinderung von Verbrühungen eindeutig<br />
gefordert. Welche Maßnahmen zum<br />
Verbrühungsschutz konkret zu treffen<br />
sind, wird hingegen nicht festgelegt.<br />
Zugleich besitzt ein Großteil der Regeln<br />
lediglich normativen Charakter. Einheitliche<br />
Regelungen gibt es nur für wenige<br />
deutsche Bundesländer und ausgewählte<br />
Einrichtungen. Gesetzlich verpflichtend ist<br />
für alle Betreiber jedoch die allgemeine<br />
Verkehrssicherungspflicht, unter die auch<br />
die Sicherung der sanitären Anlagen und<br />
der Trinkwasserinstallation eines Gebäudes<br />
fällt. Teil davon ist ein Verbrühungsschutz.<br />
Sinnvoll und empfehlenswert<br />
sind, insbesondere in Bereichen, die von<br />
vulnerablen Personen genutzt werden,<br />
bautechnische Sicherheitsvorkehrungen.<br />
Optimal eignen sich z. B. thermostatisch<br />
geregelte Armaturen mit mechanischer<br />
Begrenzung der maximalen Auslauftemperatur.<br />
So wird das Pflegepersonal<br />
entlastet und die Unfallgefahr effektiv<br />
verringert.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
33
im fokus<br />
Unfallgefahr im Außenbereich minimieren<br />
Antirutschbeschichtung für naturbelassene Hölzer<br />
Terrassen, Brücken, Fahrradstrecken oder Laufwege aus Holz – sie sind natürlich und schön,<br />
bergen jedoch auch ein hohes Rutschrisiko. Mit einer neuen Antirutschbeschichtung lässt sich<br />
die witterungsbedingte Unfallgefahr auf Holz minimieren. Die Applikation können beispielsweise<br />
Mitarbeiter von Kommunen ganz einfach und praktisch selbst vornehmen. Diese Schrittfür-Schritt-Anleitung<br />
zeigt, was es dafür braucht und wie das geht.<br />
Reinigung.<br />
Durch die Antirutschbeschichtung kann eine Rutschsicherheitsklasse von R 12 erreicht werden.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Jonathan Stütz<br />
Trocknung.<br />
Auf Holzoberflächen im Außenbereich<br />
bildet sich oft, trotz gründlicher<br />
Reinigung, eine glitschige<br />
Grünschicht. Moos und Algen, Blütenpollen<br />
und Feinstaub, Flechte und Pilze<br />
setzen sich fest, das Material verwittert<br />
und verschmutzt, wird es bei Feuchtigkeit<br />
und Nässe extrem rutschig. Das<br />
Betreten und Befahren ist sowohl für<br />
Fahrradfahrer als auch Fußgänger sehr<br />
gefährlich.<br />
Weil Holz eine Oberfläche ist, die nonstop<br />
lebt und arbeitet, ist es fast unmöglich,<br />
etwas darauf zu applizieren, das<br />
überhaupt oder sogar längerfristig hält.<br />
Feuchtigkeit im Holz, Temperaturwechsel,<br />
Trocknungszeiten und Härte – das<br />
alles erschwert die Oberflächenbeschichtung<br />
von Holz. Das gilt unabhängig von<br />
der Holzart und Oberflächenbeschaffenheit.<br />
Holz zu beschichten ist eine echte<br />
Herausforderung – erst recht im Außenbereich.<br />
Wetterfester Antirutschbelag<br />
für Holz – Rutschsicherheitsklasse<br />
R12<br />
Dieser Aufgabenstellung hat sich die<br />
Schweizer GriP Safety Coatings AG angenommen<br />
und die Antirutschbeschichtung<br />
GriP New Wood P5/R12 entwickelt. Diese<br />
eignet sich für naturbelassene Hölzer<br />
im Außenbereich und sorgt für eine nachhaltige<br />
Rutschhemmung. Der wetterfeste<br />
Antirutschbelag für Holz ist nach Rutschsicherheitsklasse<br />
R12/P5 klassifiziert, das<br />
entspricht der DIN EN 16165 Anhang C.<br />
Es gibt bereits eine Reihe an erfolgreichen<br />
Anwendungsbeispielen, dazu gehören<br />
beschichtete Holzbrücken und Holzbänke,<br />
Holzterrassen und Dielen.<br />
Wenig Equipment und lediglich eine<br />
Online-Einweisung – mehr braucht es<br />
tatsächlich nicht, um Holzflächen im Au-<br />
34 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
im fokus<br />
ßenbereich rutschfest zu bekommen. Die<br />
Applikation der Antirutschbeschichtung<br />
können beispielsweise Mitarbeiter von<br />
Kommunen ganz einfach und praktisch<br />
selbst vornehmen. „Für die Ausführung<br />
bedarf es keiner großen handwerklichen<br />
Fähigkeiten“, erklärt Dieter Stelker, technischer<br />
Leiter der Schweizer GriP Safety<br />
Coatings AG.<br />
Praktische Applikation<br />
der Antirutschbeschichtung<br />
Schritt 1 "Reinigung": Um den feinen<br />
Schmierfilm auf der Holzoberfläche und<br />
auch in den Ritzen und Fugen zu entfernen,<br />
kann ein Hochdruckreiniger oder eine<br />
Bürstenmaschine genutzt werden. Motorisierte<br />
Reinigungsgeräte mit rotierenden<br />
Bürstenwalzen eignen sich gut, um den<br />
Schmutz möglichst porentief zu beseitigen.<br />
Schritt 2 "Trocknen": „Mit dem Haarföhn<br />
dauert es doch etwas zu lange“, scherzt<br />
Stelker. Er nutzt einen an eine Gasflasche<br />
angeschlossenen Bunsenbrenner, die<br />
auch Dachdecker für die Dachfolien verwenden.<br />
Wichtig dabei: genug Abstand<br />
halten, sonst bekommt das Holz schwarze<br />
Flecken. Damit die oberen 1 bis 2<br />
Millimeter der Holzschicht genug trocken<br />
sind, reicht auch die Sonneneinstrahlung:<br />
Nach der Reinigung die Oberfläche drei<br />
Tage bei gutem Wetter trocknen lassen.<br />
Schritt 3 "Messen": Hier genügt ein<br />
gängiges Feuchtigkeitsmessgerät, das die<br />
oberen 1 bis 2 Millimeter vom Holz misst.<br />
Es darf nicht mehr als 13 Prozent relative<br />
Restfeuchte enthalten sein.<br />
Schritt 4 "Aufrühren": GriP New Wood<br />
ist eine körnige Zwei-Komponenten-<br />
Beschichtung. Komponente A ist das Coating<br />
mit Korn, dieses wird gut aufgerührt.<br />
Unmittelbar danach die Flüssigkeit sofort<br />
in einen runden Eimer füllen und auf<br />
einer handelsüblichen digitalen Waage<br />
platzieren. Stelker: „Nicht lange warten,<br />
sonst sinken die Komponenten auf den<br />
Boden ab.“<br />
Schritt 5 "Mischen": Nun mit der Komponente<br />
B im Verhältnis 2:1 mischen. Ein<br />
runder Behälter eignet sich, um optimal<br />
umrühren zu können. Dafür eine Bohrmaschine<br />
mit Farbrührer verwenden. Das<br />
Grundgebinde beinhaltet 10 Kilogramm<br />
von der Komponente A und 5 Kilogramm<br />
von B. Bei optimal und glatt verlegtem<br />
Holz (ohne verzogene Dielen, Kanten<br />
oder Rissen) reicht diese Menge für 100<br />
Quadratmeter Oberfläche.<br />
Schritt 6 "Aufwalzen": Die Mischung<br />
wird nun in einen rechteckigen Behälter<br />
umgefüllt, der sich für eine 20 bis 25<br />
Zentimeter breite Walze eignet. Die<br />
Walze sollte nicht aus Lammfell sondern<br />
aus Kurzfloor bestehen, Florstärke 5 bis<br />
7 Millimeter. Vier Walzen sind in der<br />
Produktlieferung enthalten. Stelker: „Ich<br />
nutze eine Farbwalze mit Lanze. Weil ich<br />
ja nicht auf den Knien auswalzen will,<br />
habe ich ein Teleskop und kann damit<br />
20 Quadratmeter gut bearbeiten.“ Beim<br />
Aufwalzen ist diagonales Auftragen<br />
empfehlenswert. Tipp: Der Eimer sollte<br />
Material für mindestens 20 Quadratmeter<br />
enthalten. So bleibt das Mischverhältnis<br />
von Korn und Flüssigkeit konstant,<br />
Kornflecken werden vermieden. Weil das<br />
Korn schnell absackt, empfiehlt der Fachmann:<br />
„Immer wieder aufrühren und das<br />
Material in Wallung bringen, dann erst die<br />
Walze benetzten und seitlich abstreifen.<br />
Schritt 7 "Nachwalzen": Nachdem das<br />
Material im Kreuzgang aufgetragen wurde,<br />
rät der Fachmann: „Mit derselben Walze<br />
mehrfach nachwalzen, um das Korn<br />
herauszuheben. Je öfter, desto besser.<br />
Und es ist sehr wichtig zu beachten, dass<br />
das Nachwalzen innerhalb der ersten 15<br />
Minuten passieren muss. Das ist ein wichtiger<br />
Aspekt, damit die Beschichtung rau<br />
genug wird.“ Eine Grundierung braucht<br />
das trockene Holz übrigens nicht, die Beschichtung<br />
funktioniert ohne Haftgrund.<br />
Schritt 8 "Trocknungszeit": Nach einer<br />
Stunde ist GriP New Wood getrocknet,<br />
die Holzoberfläche ist dann wieder<br />
begehbar.<br />
Vielfältig einsetzbar<br />
Einsetzbar ist die transparente und wetterfeste<br />
Antirutschbeschichtung für alle<br />
Arten von naturbelassenen Hölzern speziell<br />
im Außenbereich. GriP New Wood<br />
ist umweltfreundlich, UV-beständig und<br />
extrem widerstandsfähig. Die Beschichtung<br />
hat eine nennenswerte Standzeit,<br />
das Unternehmen gibt aktuell ein Jahre<br />
Garantie auf die Materialhaftung. Durch<br />
seine wässrige Viskosität sind auch große<br />
Flächen mit der Antirutschbeschichtung<br />
gut zu bearbeiten.<br />
Technische Unterlagen werden vom<br />
Hersteller mitgeliefert. Im Datenblatt und<br />
im Video ist der Ablauf genau beschrieben.<br />
Eine Schulung vor Ort oder eine<br />
Online-Einweisung werden auf Wunsch<br />
absolviert. Dieter Stelker unterstreicht:<br />
„Es ist uns wichtig, dass GriP New Wood<br />
ohne komplizierte oder teure Maschinen<br />
applizierbar ist.“<br />
www.grip-antirutsch.com/holzbodenaussen.html<br />
Video: https://www.youtube.com/<br />
watch?v=DJ8SsTxg84I<br />
Messen.<br />
Mischen.<br />
Aufbringen.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
35
vorbericht: dach + holz<br />
Dach+Holz International 2026<br />
Köln wird zum Branchenerlebnis<br />
Vom 24. bis 27. Februar<br />
verwandelt die<br />
Fachmesse die Stadt<br />
Köln in einen lebendigen<br />
Treffpunkt für<br />
Dach- und Holzbauprofis<br />
– mit interaktiven<br />
Workspaces,<br />
Live-Vorführungen<br />
und außergewöhnlichen<br />
Aktionen.<br />
Die Dach+Holz International<br />
kehrt vom<br />
24. bis 27. Februar<br />
2026 nach Köln zurück und<br />
überrascht mit neuen Formaten:<br />
Drei Workspaces laden<br />
zum Mitmachen ein, eine<br />
Netzwerkfläche im Außenbereich<br />
bringt die Community<br />
zusammen und außergewöhnliche<br />
Aktionen schaffen völlig<br />
neue Messeerlebnisse. Zudem<br />
rückt die Messe besonders<br />
die Start-up- und Innovationsfläche<br />
in den Mittelpunkt, die<br />
2026 auf 30 ausstellende<br />
Unternehmen anwächst. Junge<br />
Technologien, digitale Lösungen,<br />
nachhaltige Ansätze<br />
und neue Impulse im Bereich<br />
Personal und KI werden hier<br />
erlebbar gemacht.<br />
Drei Workspaces für praxisnahen<br />
Austausch<br />
Der Workspace Zukunft in<br />
Halle 6 setzt starke Impulse<br />
zu den Themen Nachhaltigkeit,<br />
KI, Digitalisierung und<br />
Personal. In Kooperation<br />
mit Ausstellern entsteht ein<br />
tägliches Programm aus Vorträgen,<br />
Produktvorführungen<br />
und Podiumsdiskussionen. Im<br />
Anschluss sorgt ein Netzwerkformat<br />
mit Musik und<br />
Getränken jeden Abend für<br />
entspannten Austausch. Am<br />
Donnerstag, 26. Februar, wird<br />
hier der „Start-up & Innovation<br />
Award“ verliehen.<br />
Der Workspace Retentionsdach<br />
in Halle 8 widmet sich<br />
einem der wichtigsten Zukunftsthemen<br />
urbaner Räume:<br />
Wasserrückhaltung, Gründach,<br />
Flachdach, Entwässerung<br />
und urbane Klimathematik.<br />
Auf der Forumsbühne laufen<br />
handwerksorientierte Fachvorträge.<br />
Der Bereich verbindet<br />
Ausstellungsfläche, Praxisbeispiele<br />
und Austauschzonen zu<br />
einem zentralen Treffpunkt für<br />
Dachaufbau und nachhaltige<br />
Systemlösungen.<br />
Der Workspace Klempner-<br />
Handwerk wird von der<br />
SpenglerMeisterschule<br />
Würzburg als lebende Werkstatt<br />
betrieben und zeigt in<br />
Live-Vorführungen moderne<br />
Handwerkstechniken und<br />
Restaurierungsarbeiten.<br />
Neue Sonderflächen für<br />
mehr Messeerlebnis<br />
Unter dem Motto „Wir wollen<br />
jedem zeigen, wie geil das<br />
Handwerk ist“ gestaltet<br />
Dachdecker Florian Hemmersbach<br />
aus Köln eine<br />
offene Community-Area auf<br />
dem Freigelände der Messe<br />
– ein moderner Treffpunkt für<br />
Austausch, Employer Branding<br />
und LiveContent.<br />
Die neue Aktionsfläche "Handwerk<br />
trifft Sport" verbindet die<br />
Messe handwerkliches Können<br />
mit sportlichem Nervenkitzel:<br />
Täglich zeigt Dachdeckermeister<br />
und leidenschaftlicher<br />
Mountainbiker Niels Gehrke<br />
in Halle 8 am Stand 531 eine<br />
spektakuläre Mountainbike-<br />
Show mit Freestyle-Saltos und<br />
beeindruckenden Tricks.<br />
Ein besonders ungewöhnliches<br />
Format bietet darüber hinaus<br />
"Dein Branchen-Tattoo".<br />
In Zusammenarbeit mit dem<br />
regionalen Tätowierer Dennis<br />
können sich Besucher kleine,<br />
von Verbänden und Ausstellern<br />
ausgewählte Branchentattoos<br />
stechen lassen.<br />
Nachwuchsförderung ebenfalls<br />
im Messe-Fokus<br />
Die Dach+Holz International<br />
2026 in Köln legt wieder<br />
einen starken Fokus auf den<br />
Nachwuchs. Am Stand von<br />
Holzbau Deutschland (Halle<br />
9, Stand 9.417) präsentieren<br />
die drei Kompetenzzentren<br />
– Komzet Bau Bühl, Bildungszentrum<br />
Holzbau Baden-Württemberg<br />
und Bubiza – ihre<br />
Bildungsangebote. Höhepunkt<br />
für Besucher ist das öffentliche<br />
Training der Zimmerer-<br />
Nationalmannschaft auf Stand<br />
9.312, das Einblicke in Präzision,<br />
Ausdauer und Teamarbeit<br />
unter Wettbewerbsbedingungen<br />
bietet. Auch die DachdeckerNationalmannschaft<br />
kann live bei der Arbeit erlebt<br />
werden. Ergänzt wird das<br />
Programm durch die Nachwuchskampagne<br />
„Dachdecker<br />
Dein Beruf“ mit interaktiven<br />
VR-Erlebnissen, die spannende<br />
Einblicke auf den Dächern<br />
des Kölner Doms ermöglichen.<br />
Außerdem erwartet die<br />
Besucher eine Racing-Area<br />
mit echten Rennsimulatoren<br />
sowie spielerische Aktivitäten<br />
wie Tischtennis.<br />
Ziel der vielfältigen Aktionen ist<br />
es, nicht nur junge Leute für eine<br />
Ausbildung im Holz- und Dachbau<br />
zu begeistern, sondern auch<br />
Betriebe und Landesverbände<br />
aktiv einzubinden.<br />
Starke Branchenpartnerschaft<br />
und Event-Programm<br />
Die Träger der Dach+Holz International<br />
– Holzbau Deutschland<br />
und der ZVDH – sowie die BG<br />
Bau schaffen vielfältige Anlässe,<br />
die Branche zusammenzubringen.<br />
Kooperationen mit den<br />
Landesverbänden Nordrhein<br />
und der Dachdecker- und<br />
Zimmerer-Innung Köln unterstreichen<br />
die Verbundenheit zur<br />
Region. Das Event-Programm<br />
der Messe umfasst unter anderem<br />
die Eröffnungsfeier mit<br />
Ribboncutting und den International<br />
Tuesday am 24. Februar,<br />
den Verbandsabend am 25.<br />
Februar und den Empfang der<br />
Dachdeckermädelz am 27.<br />
Februar.<br />
Weitere Informationen:<br />
www.dach-holz.com<br />
36 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
vorbericht: dach + holz<br />
Remmers<br />
Effizient abdichten, schützen, dämmen<br />
Die flüssig aufzubringende PU-Hybridabdichtung MB PUReactive+<br />
überzeugt durch Wirtschaftlichkeit, eine hervorragende Performance<br />
und eine hohe Brandsicherheit.<br />
Prefab Woodprotection 25 lässt sich effizient und gleichmäßig per<br />
Spritztechnik aufbringen – ideal für den temporären Witterungsschutz<br />
von Holzbauelementen in der Vorfertigung.<br />
Remmers präsentiert in<br />
Köln wirtschaftliche<br />
Systemlösungen für die<br />
Regeneration von Flachdächern<br />
sowie für den modularen<br />
und seriellen Holzbau.<br />
Während der Messe finden<br />
zudem täglich interessante<br />
Live-Vorführungen zur Verarbeitung<br />
und zum Einsatz der<br />
vorgestellten Produktsysteme<br />
statt.<br />
Die Regeneration bestehender<br />
Dachabdichtungen gewinnt<br />
angesichts steigender<br />
Anforderungen an Wirtschaftlichkeit,<br />
Nachhaltigkeit und<br />
auch durch die zunehmende<br />
Nachrüstung von Photovoltaikanlagen<br />
weiter an Bedeutung.<br />
Remmers zeigt mit der<br />
PU-Hybridabdichtung MB<br />
PUReactive+ eine Lösung,<br />
die speziell für diese Anforderungen<br />
konzipiert wurde. Die<br />
faserarmierte 2K-Komponente<br />
lässt sich per Spritzverfahren<br />
direkt auf bestehende Abdichtungen<br />
auftragen – zum<br />
Beispiel Bitumen-, FPO- oder<br />
PVC-Bahnen – und erzielt in<br />
Kombination mit der passenden<br />
Maschinentechnik<br />
hohe Flächenleistungen von<br />
über 150 m²/h. Die Verarbeitung<br />
erfolgt dabei ohne<br />
Vlies. Gleichzeitig erfüllt das<br />
Produkt hohe Anforderungen<br />
an den Brandschutz (B-s1, d0<br />
sowie Broof T1 bis T4) und<br />
die Langzeitbeständigkeit.<br />
Darüber hinaus präsentiert<br />
der Hersteller gleich zwei<br />
Lösungen für den modularen<br />
Holzbau bzw. die Fertighausindustrie.<br />
Die temporäre<br />
Beschichtung Prefab Woodprotection<br />
25 bietet sich<br />
als Alternative zu konventionellen<br />
Schutzfolien für den<br />
Transport und auch zum<br />
vorübergehenden Bauteilschutz<br />
auf der Baustelle an.<br />
Die diffusionsfähige Schutzschicht<br />
wird gleichmäßig per<br />
Streichen, Rollen, Spritzen<br />
oder auch automatisiert<br />
appliziert und bietet nicht nur<br />
Sicherheit vor Feuchtigkeitseintrag,<br />
sondern reduziert<br />
im Vergleich zu Folien auch<br />
Materialverbrauch und Entsorgungsaufwand.<br />
Für den optimalen Schallschutz<br />
auf Massivholzdecken<br />
eignet sich das reaktive<br />
Bindemittel Prefab Silent Floor.<br />
Dieses wurde unter anderem<br />
bereits erfolgreich im Hamburger<br />
Holzhybrid-Hochhaus<br />
Roots eingesetzt, wo es als Teil<br />
eines mehrstufigen Fußboden-<br />
Aufbaus eine effektive Körperund<br />
Trittschalldämmung bis in<br />
150 Meter Höhe ermöglichte<br />
– ohne zusätzlichen Wassereintrag,<br />
schnell applizierbar<br />
und nach kurzer Trocknungszeit<br />
bereit für den weiteren<br />
Bodenaufbau. Holger Klenke,<br />
Leiter des Bereichs Prefabricated<br />
Housing/Modular<br />
Construction bei Remmers,<br />
sieht großes Potenzial: „Unser<br />
Prefab Silent Floor sichert<br />
nicht nur die Möglichkeit der<br />
Verarbeitung in großen Höhen,<br />
sondern lässt sich auch schnell<br />
und wirtschaftlich einbauen.<br />
LORO-X<br />
Eine ideale Lösung für den<br />
mehrgeschossigen Holzbau, in<br />
dem hohe akustische Anforderungen<br />
bestehen.“<br />
Remmers<br />
Halle 8 / Stand 403<br />
Kaskadenentwässerung<br />
mit drückender Freispiegelströmung<br />
Vorteile:<br />
• mit Sammelleitung zwischen Dachabdichtung<br />
und Plattenbelag oder in der Wärmedämmung<br />
• mit Mehrgeschossabläufen direkt in der Attika<br />
Besuchen Sie uns!<br />
DACH + HOLZ, Köln<br />
24.– 27. Februar 2026<br />
Halle 8 / Stand 109<br />
www.loro.de<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
37
vorbericht: dach + holz<br />
Fleck<br />
Anschauen, Anfassen, Ausprobieren<br />
Erhältlich in großer Formen- und<br />
Farbvielfalt: Die Solar-Trägerpfanne<br />
mit einstellbarer VA-Halterung.<br />
Die Fleck GmbH präsentiert<br />
unter dem Motto<br />
„#Fleckit“ intelligente<br />
Lösungen für Gründach,<br />
Flachdach und Solar. Im Fokus<br />
stehen praxisnahe Produkte<br />
wie Solar-Trägerpfannen,<br />
Flachdachlüfter, Retentionsabläufe<br />
und Gründachlüfter.<br />
Besucherinnen und Besucher<br />
können Produkte live erleben,<br />
ausprobieren und mit den<br />
Expertinnen und Experten des<br />
Fleck-Teams in den Austausch<br />
gehen. Highlights sind Einbauvorführungen,<br />
anschauliche<br />
Modelle und digitale Services<br />
wie Konfiguratoren.<br />
Ein Schwerpunktthema am<br />
Fleck-Stand ist der Bereich<br />
Solar. Hier sind neben der Präsentation<br />
eines umfangreichen<br />
Sortiments auch Einbauvorführungen<br />
geplant, beispielsweise<br />
der Solar-Trägerpfannen von<br />
Fleck. Ausgestattet mit einer<br />
Montagestütze aus korrosionsbeständigem<br />
VA-Stahl, lassen<br />
sich Schienen-Unterkonstruktionen<br />
sowohl vertikal als auch<br />
horizontal besonders einfach<br />
und sicher befestigen. Auch<br />
Weiterentwicklungen wie der<br />
optimierte PV-VogelStop werden<br />
ausgestellt. Veränderte<br />
Befestigungsklammern sorgen<br />
für weniger Materialeinsatz,<br />
kürzere Montagezeiten und<br />
eine vereinfachte Handhabung.<br />
Der größere Flachdach-<br />
Schwanenhals DN 150 mit<br />
Klappelement zählt ebenfalls<br />
zu den Weiterentwicklungen<br />
von Fleck. Durch einen erweiterten<br />
Querschnitt sowie arretierbare<br />
Klappelemente lassen<br />
sich auch dickere Kabelstränge<br />
und gedämmte Leitungen<br />
unkompliziert verlegen.<br />
Mit dem Gründachsortiment<br />
zeigt Fleck in Köln außerdem<br />
zukunftsweisende Lösungen<br />
für nachhaltige Flachdächer.<br />
Im Fokus stehen dabei die<br />
Gründachlüfter Classic und<br />
Max, welche für eine optimale<br />
Belüftung sorgen sowie der<br />
Schrumpfi-XL für Dachdurchdringungen<br />
im Bereich der<br />
extensiven Gründachflächen.<br />
Speziell für den Umbau eines<br />
Flachdachablaufs zum Retentionsablauf<br />
präsentiert Fleck<br />
die Retentionsdrossel und die<br />
ReDro-Box.<br />
Mit Produkten wie den 4 in<br />
1-Flachdachlüftern oder dem<br />
Flachdach-Zwangslüfter mit<br />
Rotor rückt Fleck das Flachdach<br />
weiter in den Fokus und<br />
zeigt hierzu eine adäquate<br />
Belüftung. Den Roofguard und<br />
Notentwässerungsprodukte<br />
wie die Flachdach-Rechteck-<br />
Notüberläufe thematisiert<br />
Fleck ebenfalls. Hierzu steht<br />
der entsprechende Konfigurator<br />
am Messestand zur Verfügung.<br />
Interessierte können mit<br />
diesem und weiteren Tools die<br />
digitalen Services von Fleck in<br />
konkreter Anwendung erleben<br />
und sich von den Expertinnen<br />
und Experten vor Ort zusätzlich<br />
beraten lassen. So kann<br />
auch der Konfigurator für Wrasenlüfter<br />
am Stand genutzt<br />
werden. Darüber hinaus bietet<br />
der Spezialist für Dachzubehör<br />
Flachdach-Berechnungsservices<br />
für Entwässerung<br />
und Retention an, mit denen<br />
passende Dimensionierungen<br />
schnell und unkompliziert<br />
ermittelt werden. Im Rahmen<br />
der Themen Sanierung,<br />
Renovierung und Modernisierung<br />
widmet sich Fleck<br />
mit dem SanReMo-Sortiment<br />
der nachhaltigen Nutzung<br />
von Steil- und Flachdächern.<br />
Nachrüstbare Produkte zur<br />
Belüftung, Entwässerung und<br />
Notentwässerung sowie dem<br />
Monitoring der Dachfläche<br />
verlängern die Lebensdauer<br />
dieser.<br />
Fleck GmbH<br />
Halle 6 / Stand 532<br />
Puren<br />
Drei Systemlösungen fürs Dach<br />
Mit neuem Unterdach,<br />
schwerentflammbaren<br />
PU-Elementen<br />
und einer innovativen Deckendämmung<br />
präsentiert sich<br />
puren in Köln.<br />
Ein Schwerpunkt liegt auf dem<br />
Steildach-Dämmsystem puren<br />
Unterdach. Das bewährte<br />
System erhält eine Unterdachbahn<br />
mit erhöhter Grammatur<br />
von 350 g/m². Damit<br />
Komplettiert wird der Messeauftritt durch ein neu aufgelegtes Dämmelement<br />
für die oberste Geschossdecke.<br />
wird den Dachhandwerkern<br />
künftig mehr Robustheit und<br />
Spielraum in der Anwendung<br />
geboten. Die neue Variante<br />
erfüllt die Anforderungen<br />
für diffusionsoffene Unterdeckbahnen<br />
für erweiterte<br />
Anwendungen (UDB eA) nach<br />
ZVDH-Regelwerk – und steht<br />
für maximale Sicherheit auch<br />
unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen.<br />
Ein weiterer Schwerpunkt ist<br />
die Produktlinie puren Secure.<br />
Hier stehen Brandschutz<br />
und Effizienz im Mittelpunkt:<br />
Die schwerentflammbaren<br />
PU-Dämmelemente der<br />
Brandverhaltensklasse B s1,d0<br />
eröffnen neue Möglichkeiten<br />
für Flach- und Gefälledächer<br />
sowie weitere Anwendungsgebiete,<br />
ohne Kompromisse<br />
bei Dämmleistung, Druckfestigkeit<br />
oder Lebensdauer.<br />
Komplettiert wird der Messeauftritt<br />
durch ein neu aufgelegtes<br />
Dämmelement für die<br />
oberste Geschossdecke. Es<br />
kombiniert eine PU-Dämmschicht<br />
mit einer oberseitig<br />
aufkaschierten purenit-Platte.<br />
Der feuchtigkeitsresistente<br />
Werkstoff bleibt formstabil<br />
und lässt sich präzise verarbeiten<br />
– ideal für Sanierung und<br />
Neubau gleichermaßen.<br />
Puren GmbH<br />
Halle 6 / Stand 416<br />
38 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
vorbericht: dach + holz<br />
Kingspan Essmann<br />
Zwischen Fachgesprächen, Neuheiten und Challenge<br />
Zur Dach+Holz zeigt<br />
Kingspan Light + Air,<br />
was heute bei der<br />
Sanierung von Oberlichtern<br />
möglich ist. Unter dem Motto<br />
„SanierungsJOKER“ präsentiert<br />
das Unternehmen ein<br />
Messekonzept, das technische<br />
Neuheiten, Weiterentwicklungen<br />
für Flachdach und<br />
Fassade sowie ein aktives<br />
Mitmachprogramm verbindet.<br />
Besucherinnen und Besucher<br />
erhalten einen umfassenden<br />
Einblick in Produktwelt und<br />
Services des Unternehmens,<br />
mit denen sich Sanierungen<br />
sicher, schnell und zuverlässig<br />
umsetzen lassen.<br />
Der Mittelpunkt des Auftritts<br />
ist die SanierungsJOKER<br />
Aktionsfläche. Auf dieser<br />
können Messegäste das<br />
neue FlexFix Aufstocksystem<br />
selbst montieren und dabei<br />
live erleben, wie schnell und<br />
sauber sich Lichtkuppeln mit<br />
Bestands-Aufsetzkränzen ganz<br />
ohne Eingriffe in die Dachabdichtung<br />
sanieren lassen.<br />
Begleitet wird die Aktion von<br />
Dachdeckermeisterin Sonja<br />
Theisen sowie den Dachdeckern<br />
Yannick Menkhoff und<br />
Lukas Hemmersbach, die die<br />
Montagezeit stoppen und ihre<br />
Praxiserfahrungen teilen. Jede<br />
Teilnahme wird mit einem<br />
„sportlichen“ Preis belohnt.<br />
Zusätzlich wird täglich ein<br />
Tagessieger gekürt, der sich<br />
auf einen attraktiven Hauptgewinn<br />
freuen kann.<br />
Auch technologisch hat Kingspan<br />
viel zu zeigen. Das FlexFix<br />
Aufstocksystem, das in der<br />
Challenge eingesetzt wird, bildet<br />
die Grundlage für schnelle<br />
Sanierungen bestehender<br />
Lichtkuppeln in wenigen<br />
Montageschritten. Darüber<br />
hinaus stellt das Unternehmen<br />
das neue patentierte AirFlip<br />
NRWG Klappen- und Lamellensystem<br />
für Sattel-Lichtbänder<br />
vor, das natürliche Lüftung<br />
und Rauch- und Wärmeabzug<br />
in einem Gerät vereint. Ergänzend<br />
dazu wird das NRWG-<br />
Klappensystem FlatFlap für<br />
Sattel- und Shedlichtbänder<br />
präsentiert, welches ebenfalls<br />
RWA- und Lüftungsfunktionen<br />
kombiniert und die Optionen<br />
für verschiedene Gebäudesituationen<br />
erweitert.<br />
Im Bereich der Glasdachkonstruktionen<br />
zeigt der Hersteller<br />
die thermisch getrennte,<br />
modulare Lösung Arcilite mit<br />
dem Ventria Lüftungsflügel<br />
und der EasyConnect Steuerzentrale.<br />
Die Kombination aus<br />
energieeffizienter Konstruktion<br />
und steuerbarer Lüftung<br />
zeigt, wie sich Tageslicht, Ästhetik,<br />
Komfort und Sicherheit<br />
im Dachbereich verbinden<br />
lassen.<br />
Im Bereich der Glasdachkonstruktionen wird die thermisch getrennte,<br />
modulare Lösung Arcilite mit dem Ventria Lüftungsflügel und der<br />
EasyConnect Steuerzentrale gezeigt.<br />
Mit der neuen modularen<br />
Funktionsfassade Aurora<br />
präsentiert das Unternehmen<br />
zudem sein erweitertes<br />
Portfolio für die Gebäudehülle.<br />
Mit ColtLite Glaslamelle,<br />
AirLift Lamellensystem<br />
und Schwingflügel vereint<br />
Aurora Tageslichttechnik,<br />
Lüftung und architektonische<br />
Gestaltung. Diese Systemlösung<br />
zeigt, wie flexibel sich<br />
Fassaden heute planen und<br />
ausstatten lassen.<br />
Mit dem Stufenglas ERUglaz,<br />
das speziell für die energetische<br />
Sanierung von Lichtbändern<br />
ohne Austausch der<br />
Profilkonstruktion entwickelt<br />
wurde, wird eine weitere<br />
Neuheit auf der Messe vorgestellt.<br />
Auch neu ist die Konstruktion<br />
des Insektenschutzgitters MosquitoMesh,<br />
das ein mehrfaches<br />
Auslösen von natürlichen<br />
Rauch- und Wärmeabzugsgeräten<br />
ermöglicht und damit<br />
die Funktionalität der Systeme<br />
nachhaltig verbessert.<br />
Neben den zahlreichen Neuheiten<br />
werden auch auch bereits<br />
etablierte Systeme ausgestellt<br />
– darunter Lichtkuppeln<br />
mit Hagel-, Durchsturz- und<br />
Sonnenschutzsystemen, den<br />
Ab- und Durchsturzsicherungen<br />
EAD und RSM sowie das<br />
integrierte Built-In Lichtkuppel-<br />
Element mit vormontierter LK<br />
neo plus in Dachpaneelen.<br />
Kingspan Light + Air GmbH<br />
Halle 6 / Stand 410<br />
Mit der neuen modularen Aurora Funktionsfassade stellt das Unternehmen<br />
zudem sein erweitertes Portfolio für die Gebäudehülle vor, das<br />
Tageslichttechnik, Lüftung und architektonische Gestaltung vereint.<br />
Neu ist die Konstruktion des Insektenschutzgitters MosquitoMesh, das<br />
ein mehrfaches Auslösen von natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten<br />
ermöglicht.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
39
vorbericht: dach + holz<br />
Metsä Wood<br />
Mit eigenem Stand auf der Dach+Holz<br />
Das Furnierschichtholz des finnischen Unternehmens wird aus drei<br />
Millimeter starken Nadelholz-Furnieren hergestellt, die eine hohe Festigkeit<br />
bei geringem Eigengewicht ermöglichen.<br />
Bildnachweis: Metsä Wood<br />
Material- und Kosteneffizienz kombiniert mit reduziertem Transportund<br />
Montageaufwand: Je nach Anwendungsfall lässt sich mit Kerto<br />
LVL im Vergleich zu Brettsperrholz bis zu 50 Prozent Material einsparen.<br />
Bildnachweis: Arca Nova AS<br />
Metsä Wood ist 2026<br />
mit eigenem Messestand<br />
auf der<br />
Dach+Holz vertreten und stellt<br />
Materialeffizienz beim Bauen<br />
mit Holz in den Mittelpunkt. Im<br />
Fokus stehen die vielseitigen<br />
Einsatzmöglichkeiten des Furnierschichtholzes<br />
Kerto LVL<br />
– darunter schlanke Wand-,<br />
Decken- und Dachkonstruktionen<br />
für Neubauten, bei Aufstockungen<br />
oder für das modulare<br />
Bauen. Besucher erleben,<br />
wie Kerto LVL durch Stabilität,<br />
Material- und Kosteneffizienz<br />
sowie Nachhaltigkeit Akzente<br />
im Holzbau setzt.<br />
Das Furnierschichtholz<br />
kommt in Wand-, Decken- und<br />
Dachelementen ebenso zum<br />
Einsatz wie in Sturzlösungen,<br />
Top-Plate-Auflagern oder<br />
im Ständerwerk. Durch die<br />
Kombination aus Maßhaltigkeit,<br />
Formstabilität und<br />
Ressourceneffizienz entstehen<br />
schlanke und präzise Konstruktionen,<br />
die sowohl die<br />
Vorfertigung im Werk als auch<br />
die Verarbeitung auf der Baustelle<br />
spürbar erleichtern und<br />
beschleunigen. Gefertigt wird<br />
Kerto LVL dabei aus nachwachsendem,<br />
nordischem<br />
Nadelholz, das einen außergewöhnlich<br />
hohen Ertrag pro<br />
Stamm bietet.<br />
Die Vorteile von Kerto LVL<br />
lassen sich in konkreten Zahlen<br />
untermauern: So können<br />
in den Erdgeschosswänden<br />
eines achtstöckigen Gebäudes<br />
beispielsweise bis zu 50<br />
Prozent des Holzmaterials im<br />
Vergleich zu Massivholzkonstruktionen<br />
eingespart werden.<br />
Dies ist auf die Verklebung<br />
der drei Millimeter starken<br />
Nadelholz-Furniere zurückzuführen.<br />
Dank großer Elemente<br />
mit hohem Vorfertigungsgrad<br />
lassen sich zudem bis zu<br />
1.500 Quadratmeter fertiges<br />
Dach an einem einzigen Tag<br />
installieren – bei Spannweiten<br />
bis zu 24 Metern.<br />
Kerto LVL ermöglicht darüber<br />
hinaus bis zu 25 Prozent breitere<br />
Balkenabstände als OSB3<br />
bei gleicher Plattendicke.<br />
Als Deckenplatte performt<br />
es bis zu 50 Prozent besser<br />
im Vergleich zu einer Dreischichtplatte<br />
– bezogen auf<br />
Festigkeit, Durchbiegung und<br />
Steifigkeit.<br />
Metsä Group<br />
Halle 7 / Stand 211<br />
Mage<br />
Neuer Auftritt, neue Lösungen<br />
Mit FireSafe und<br />
FaçaTec zeigt Mage<br />
in Köln zwei interessante<br />
Systeme. Zugleich soll<br />
der Auftritt einen Wandel des<br />
Unternehmens hervorheben:<br />
Vom Lieferanten zum Partner<br />
des Handwerks.<br />
Nach mehrjähriger Pause<br />
kehrt die Mage Roof & Building<br />
Components GmbH auf<br />
die Dach+Holz zurück. Mage<br />
richtet sich künftig stärker auf<br />
Beratung, Systemverständnis<br />
und praxisgerechte Lösungen<br />
für Dach und Fassade aus –<br />
mit dem Ziel, das Handwerk<br />
intensiv zu unterstützen.<br />
Im Mittelpunkt des Messeauftritts<br />
steht die neue FireSafe-<br />
Familie. Sie kombiniert<br />
Feuchtigkeitsschutz, Brandsicherheit<br />
und Energieeffizienz<br />
in Steildachkonstruktionen.<br />
Die aus Aluminium und<br />
Glasgewebe aufgebauten<br />
Bahnen und Klebesysteme<br />
sind nicht brennbar, schützen<br />
vor Feuchte, Überhitzung<br />
und Feuer und<br />
senken den Energiebedarf<br />
spürbar. Für das Dachhandwerk<br />
eröffnet FireSafe neue<br />
Möglichkeiten, Gebäude<br />
sicher und nachhaltig auszuführen<br />
– ob im Neubau oder<br />
bei der Sanierung.<br />
Außerdem wird das System<br />
Mage FaçaTec vorgestellt –<br />
eine Lösung für vorgehängte<br />
hinterlüftete Fassaden (VHF)<br />
und abgehängte Decken. Systemkern<br />
sind die patentierten<br />
Wandstützen Spidi, die Tragfähigkeit,<br />
einfache Montage und<br />
Gestaltungsfreiheit vereinen.<br />
MAGE Roof & Building<br />
Components GmbH<br />
Halle 6, Stand 321<br />
40 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
vorbericht: dach + holz<br />
Triflex<br />
Sanieren statt neu bauen<br />
Triflex hat seine Servicedienstleistung Dachcheck mit im Messegepäck.<br />
Mit diesem bewertet der Flüssigkunststoffspezialist den Zustand von<br />
Dächern, um Schäden frühzeitig zu erkennen.<br />
Das einkomponentige System Triflex SmartTec ist mit dem Blauen Engel<br />
zertifiziert und steht für besonders umweltfreundliche und nachhaltige<br />
Bauwerksabdichtung.<br />
Der Mindener Flüssigkunststoffspezialist<br />
Triflex ist erneut in Köln<br />
vertreten und legt im kommenden<br />
Jahr den Fokus auf<br />
die Sanierung von Bestandsdächern,<br />
insbesondere bei Industrie-<br />
und Gewerbeobjekten.<br />
Schwerpunkt des Messeauftritts<br />
ist der Triflex Dachcheck,<br />
eine Servicedienstleistung<br />
zur Zustandsbewertung und<br />
Sanierungsplanung. Ergänzt<br />
wird das Programm durch<br />
praxisnahe Live-Vorführungen<br />
und Weiterentwicklungen im<br />
Produktportfolio.<br />
Vor dem Hintergrund des<br />
Messethemas Nachhaltigkeit<br />
beleuchtet Triflex die sich<br />
verändernden Anforderungen<br />
an Bestandsdächer, die heute<br />
weit mehr leisten müssen als<br />
den reinen Witterungsschutz.<br />
Industrie- und Gewerbedächer<br />
sollen langlebig, wirtschaftlich<br />
sanierbar und idealerweise<br />
PV-kompatibel sein. Mit<br />
dem Dachcheck bietet das<br />
Unternehmen eine praxisnahe<br />
Lösung, die den Zustand von<br />
Dächern zuverlässig bewertet<br />
und eine fundierte Grundlage<br />
für Sanierungsentscheidungen<br />
liefert. Der Check hilft<br />
dabei, Schäden frühzeitig zu<br />
erkennen und so den Wert<br />
des Gebäudes langfristig zu<br />
sichern. Die transparente<br />
Zustandsbewertung dient<br />
dabei als Basis für Investitionsentscheidungen<br />
mit dem<br />
klaren Fokus auf nachhaltige<br />
Instandhaltung durch Regeneration<br />
statt Rückbau.<br />
Erstmals auf der Dach +<br />
Holz präsentiert Triflex eine<br />
Reihe praxisnaher Live-Vorführungen<br />
am Messestand,<br />
bei denen Fachbesucher<br />
die Abdichtungssysteme in<br />
Aktion sehen können. Dabei<br />
zeigt der Spezialist, wie die<br />
Abdichtungssysteme Schritt<br />
für Schritt in der Praxis funktionieren,<br />
angefangen bei der<br />
sorgfältigen Untergrundvorbereitung<br />
bis hin zum fertigen<br />
Detail. Gezeigt werden praxisrelevante<br />
Anwendungen wie<br />
die Abdichtung von Balkonund<br />
Fensteranschlüssen, der<br />
Einsatz von Triflex SmartTec<br />
und Triflex ProDetail sowie<br />
Dachanschlüsse und Übergänge.<br />
Mit Triflex ProSolar Finish+<br />
zeigt das Unternehmen ein<br />
besonders witterungsbeständiges<br />
Finish für Photovoltaikdächer.<br />
Das Produkt schützt<br />
die Abdichtung dauerhaft vor<br />
UV- und thermischen Belastungen,<br />
verbessert die Haftung<br />
und trägt so zur Verlängerung<br />
der Lebensdauer der<br />
PV-Anlage bei. Die hochreflektierende,<br />
zweikomponentige,<br />
UV-beständige Versiegelung<br />
reduziert die Oberflächenerwärmung<br />
dauerhaft und senkt<br />
die Innenraumtemperatur um<br />
bis zu 4 °C. Zudem optimiert<br />
sie die Modultemperaturen<br />
bestehender PV-Anlagen. Das<br />
Ergebnis ist ein geringerer<br />
Energieverbrauch, längere<br />
Materiallebensdauer und eine<br />
messbar höhere Gesamteffizienz<br />
von Gebäuden.<br />
Ein weiteres Messehighlight<br />
ist das einkomponentige<br />
Abdichtungssystem Triflex<br />
SmartTec. Dieses wurde speziell<br />
für kleinere Dachflächen<br />
und Detailanschlüsse entwickelt.<br />
Das System zeichnet<br />
sich durch seine besonders<br />
einfache Verarbeitung aus.<br />
Bei komplexen Details, aber<br />
auch in der flächigen Anwendung<br />
fügt sich das Material<br />
naht- und fugenlos an den<br />
Untergrund der Konstruktion<br />
an und bietet so eine dauerhaft<br />
sichere Lösung. Triflex<br />
SmartTec ist zudem mit dem<br />
Blauen Engel zertifiziert.<br />
Diese Auszeichnung bestätigt<br />
die umweltfreundlichen<br />
Eigenschaften der Technologie<br />
und unterstreicht das<br />
Engagement von Triflex für<br />
nachhaltige Bauwerksabdichtungen.<br />
Triflex GmbH & Co. KG<br />
Halle 8 / Stand 307<br />
Live-Vorführungen am Messestand: Triflex zeigt Schritt für Schritt, wie<br />
Abdichtungssysteme sicher und effizient verarbeitet werden.<br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
41
anche aktuell<br />
VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong> in Köln<br />
Großer internationaler Branchentreff<br />
Die VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong> verzeichneten 5.200 Fachbesucherinnen<br />
und -besucher.<br />
Eine der Attraktionen war der VdS-BrandSchutzTalk auf der Messebühne.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): VdS<br />
Die VdS-BrandSchutz-<br />
Tage <strong>2025</strong>, einer der<br />
wichtigsten Branchentermine<br />
für den vorbeugenden<br />
Brandschutz in Europa, haben<br />
erneut Rekorde gebrochen:<br />
Brandschutzinteressierte aus<br />
insgesamt 24 Ländern kamen<br />
nach Köln, um sich über<br />
neueste Brandschutztrends zu<br />
informieren und miteinander<br />
auszutauschen.<br />
Der Branchentreff verzeichnete<br />
180 Aussteller und 5200<br />
Besucherinnen und Besucher.<br />
Insgesamt gab es in den sechs<br />
Fachtagungen und den Foren<br />
auf der Messebühne über 100<br />
Vorträge, vorgetragen von<br />
mehr als 120 Referierenden<br />
und Moderatoren.<br />
Diese Kombination aus<br />
Brandschutz-Messe, Fachforen<br />
und themenspezifischen<br />
Fachtagungen ist einzigartig<br />
in Europa. Die Rückmeldungen<br />
von Besucherinnen und<br />
Besuchern, Referierenden und<br />
Ausstellenden waren ausgesprochen<br />
positiv.<br />
Messe, Fachtagungen, Technik<br />
zum Anfassen<br />
Das vielseitige Angebot der<br />
VdS-BrandSchutzTage <strong>2025</strong><br />
umfasste die große internationale<br />
Fachmesse, viele<br />
Live-Vorführungen aktueller<br />
Brandschutzlösungen, die<br />
Jobbörse und den Treffpunkt<br />
Bildung und Karriere, ein<br />
buntes Rahmenprogramm auf<br />
der Messebühne sowie sechs<br />
VdS-Fachtagungen in den<br />
angrenzenden Sälen. Eine der<br />
Fachtagungen, „Feuerlöschanlagen<br />
International“, mit Referierenden<br />
aus sieben Ländern<br />
fand mit Deutsch-Englischer<br />
Simultanübersetzung statt.<br />
Ein beliebter Anlaufpunkt war<br />
auch die neue Sonderfläche<br />
Baulicher Brandschutz auf<br />
rund 230 m². Hier wurde<br />
aktuelle Technik vorgeführt,<br />
dazu bot das Forum Baulicher<br />
Brandschutz by asecos<br />
academy ein hochwertiges<br />
Vortragsprogramm.<br />
Zapp Zimmermann war eines<br />
der Unternehmen, das auf der<br />
Sonderfläche Baulicher Brandschutz<br />
Technik zum Anfassen<br />
präsentierte, mit großem Erfolg,<br />
wie Michael Gasper von<br />
Zapp Zimmermann berichtet:<br />
„Es war viel los bei unseren<br />
Exponaten, die Besucher<br />
hatten großes Interesse, die<br />
Anwendungen zu erleben. Wir<br />
haben festgestellt, dass die<br />
Sonderfläche es noch einmal<br />
leichter gemacht hat, mit den<br />
Menschen ins Gespräch zu<br />
kommen. Ich kann aber auch<br />
sagen: Bei den VdS-Brand-<br />
SchutzTagen erleben wir<br />
immer viel Zuspruch, auch im<br />
Vergleich mit vielen anderen<br />
Veranstaltungen dieser Art.<br />
Durch das Vortragsprogramm<br />
und die gut gesetzten Pausen<br />
in den Fachtagungen kommt<br />
viel Fachpublikum zu uns. Das<br />
zeichnet VdS wirklich aus.“<br />
Auf einer weiteren Sonderfläche<br />
gab es Live-Vorführungen<br />
von Sprinkleranlagen, bei denen<br />
Interessierte selbst Hand<br />
anlegen konnten.<br />
Daneben zeigte das VdS-Labor,<br />
wie Sprinkler aus Altanlagen<br />
auf ihre Funktionsfähigkeit<br />
überprüft werden. Zudem<br />
konnte die VdS-Software für<br />
die Dimensionierung von Gaslöschanlagen<br />
live erlebt und<br />
ausprobiert werden.<br />
Fachforen auf der<br />
Messebühne<br />
Live auf der Bühne wurden<br />
an beiden Messetagen drei<br />
Fachforen ausgerichtet: das<br />
„Zukunftsforum Brandschutz“<br />
zu wichtigen Zukunftsthemen,<br />
das „Ausstellerforum“ zu innovativen<br />
Lösungen sowie der<br />
VdS-BrandSchutzTalk.<br />
Im Rahmen des „Zukunftsforums<br />
Brandschutz“ und des<br />
„Ausstellerforums“ wurden<br />
neben vielen weiteren die Themen<br />
„Brandschutz für Lithium-<br />
Ionen-Batterien“, „Die Zukunft<br />
des IoT-Brandschutzes“, „Thermografische<br />
Brandfrüherkennung“,<br />
„innovative Abgasnachreinigung“<br />
behandelt.<br />
In den beiden jeweils 90-minütigen<br />
Runden des „VdS-<br />
BrandSchutzTalks“ diskutierten<br />
hochrangige Expertinnen<br />
und Experten vor gut gefüllten<br />
Rängen über die Themen<br />
„Genehmigt und bereit zum<br />
Ausbrennen – Baurecht erfüllt,<br />
Betrieb zerstört" und „Brandschutz<br />
bei PV-Anlagen – Risiko<br />
oder beherrschbare Technik?".<br />
Messetouren mit Begleitung<br />
Geführte Messerundgänge<br />
boten Besucherinnen und Besuchern<br />
einen guten Überblick<br />
über interessante Innovationen.<br />
Sie wurden von zwei<br />
Studenten des Studiengangs<br />
„Security und Safety Engineering“<br />
an der Hochschule<br />
Furtwangen konzipiert und<br />
durchgeführt.<br />
Hochkarätige Fachtagungen<br />
Die insgesamt sechs Fachtagungen<br />
in den angrenzenden<br />
Kongresssälen waren<br />
weitestgehend ausgebucht.<br />
Die Fachtagungsbesucherinnen<br />
und -besucher nahmen<br />
gerne die Gelegenheit wahr,<br />
vor Tagungsbeginn und in<br />
den Pausen die Fachmesse<br />
samt Rahmenprogramm zu<br />
besuchen.<br />
Die nächsten VdS-Brand-<br />
SchutzTage finden am 2.<br />
und 3. Dezember 2026 statt,<br />
in der Koelnmesse in Messehalle<br />
10.2.<br />
Detaillierte Informationen:<br />
www.vds-brandschutztage.de<br />
42 element + BAU • 6/<strong>2025</strong>
vorschau<br />
Bildnachweis: Schlichtmann Hallenbau GmbH<br />
Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />
ISSN 0934-5914<br />
Verlag:<br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />
Eschenstraße 25<br />
90441 Nürnberg<br />
Tel.: +49 (0)911 2018-0<br />
Fax: +49 (0)911 2018-100<br />
E-Mail: e+b@harnisch.com<br />
internet: http://www.harnisch.com<br />
Geschäftsleitung:<br />
Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />
Benno Keller<br />
Technische Leitung:<br />
Armin König<br />
Redaktionsteam:<br />
Armin König (verantw.)<br />
Mediaberatung:<br />
Verlagsvertretung Petra Diews<br />
Tel.: 089/8641955<br />
Abonnement:<br />
Marta Bletek-Gonzalez<br />
Erscheinungsweise:<br />
6 x jährlich: Ausgaben im Februar, April,<br />
Juli, September, Oktober, Dezember<br />
Zwei Specials in Ausgabe 1/2026:<br />
•<br />
Frühjahrsmessen Vorberichte<br />
(Fensterbau Frontale; Light + Building)<br />
•<br />
Industriebau / Wirtschaftsbau<br />
Gleich zwei Specials im nächsten Jahr<br />
behandeln wir in unserer ersten Ausgabe:<br />
Zum einen widmen wir uns der Thematik<br />
Industrie- und Wirtschaftsbau,<br />
einem sehr spannenden Segment des<br />
Objektbaus. Im industriellen Sektor<br />
bestimmen heutzutage mehr denn je<br />
klar strukturierte, durchgetaktete Abläufe<br />
den Alltag. Diesen Anforderungen muss<br />
auch baulich Rechnung getragen werden,<br />
um das Zusammenspiel verschiedener<br />
Fertigungsschritte und Abläufe im Betrieb<br />
möglichst wirtschaftlich und reibungslos<br />
zu gestalten. Doch auch gestalterische<br />
Aspekte dürfen im modernen Wirtschaftsbau<br />
nicht zu kurz kommen, stellt gerade<br />
die Firmenimmobilie ein unübersehbares<br />
Statement und damit eine Visitenkarte<br />
jedes Unternehmens dar.<br />
Zum anderen werden wir eine Vorschau<br />
zu den beiden Messen Fensterbau Frontale<br />
in Nürnberg und Light + Building in<br />
Frankfurt a.M. veröffentlichen, in dem wir<br />
Ihnen eine Reihe von interessanten Innovationen<br />
und News präsentieren werden.<br />
Weitere Themen werden sein: Lichttechnik;<br />
Sanierung; Innenausbau; Glasanwendung<br />
im Innenbereich; Hallenbau; Klima-/<br />
Heiztechnik; Lüftungstechnik; Brandschutz;<br />
Wohnungsbau; Schallschutz und<br />
Trennwandsysteme.<br />
element + BAU 1/26 erscheint am<br />
27.02.2026<br />
Bezugspreis:<br />
Jahresabonnement:<br />
EUR 48,- + EUR 12,- Versandkosten<br />
zzgl. MwSt.<br />
Auslandsbezugspreis:<br />
EUR 48,- + EUR 18,- Versandkosten<br />
Druck:<br />
AKONTEXT s.r.o,<br />
Zárydničná 2048 / 7<br />
141 00 Praha 4<br />
Tschechien<br />
Derzeit gültige Anzeigenpreisliste:<br />
Nr. 58, ab 01.01.2026<br />
© Copyright <strong>2025</strong><br />
element + BAU • 6/<strong>2025</strong><br />
43
GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />
GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />
DE 1/25<br />
Wasserstoff und Prozesstechnik<br />
Energie- und Wärmenetzwerke Speichertechnik<br />
Kreislaufwirtschaft Ressourcen Logistik<br />
Die unabhängige Medienplattform<br />
für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />
und alternative Energieträger und -speicher<br />
Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />
Prozesstechnologie<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
Unabhängiges Fachmagazin für richtungsweisende Technologien<br />
Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />
Produktionsprozess<br />
Themenbereiche H 2<br />
, Synthetische<br />
Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />
Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />
Batterietechnologie, Systemintegration<br />
und weitere Alternativmöglichkeiten<br />
Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com