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dihw 1 / 2026

Hochleistungswerkzeuge & Bearbeitungsprozesse

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Ausgabe 1 · <strong>2026</strong><br />

ZKZ 30498<br />

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall<br />

HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE & BEARBEITUNGSPROZESSE<br />

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2 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Eric Schäfer<br />

Redakteur<br />

„Wir müssen aufhören zu denken…,<br />

…dass sich die Dinge von selbst regeln“ sagte einst der eher für<br />

seine Spielkunst als für seine Redegewandtheit bekannte<br />

Ex-Fußballnationalspieler K. H. Rummenigge. Und meinte damit<br />

letztlich nichts anderes als die alte Fußballweisheit, die erarbeiteten<br />

Chancen zu nutzen und den Ball „reinzumachen“.<br />

Geschmeidiger formuliert es Alfred Graf Zedtwitz, als Referent des<br />

VDMA Werkzeugbaus im Namen des Vorsitzenden der Fachabteilung<br />

Werkzeugbau Daniel Käfer: „Auswege aus der aktuellen Notlage können<br />

für Werkzeugbauten dort entstehen, wo neue Chancen aktiv genutzt<br />

werden. Wer beispielsweise neue Kunden in sich entwickelnden Märkten<br />

sucht, dem eröffnen sich oft Möglichkeiten, die im heimischen Markt fehlen.<br />

Denn hier zählen die bekannten Stärken des deutschen Werkzeugbaus noch<br />

etwas: Präzision, Verlässlichkeit und höchste Problemlösungskompetenz.“<br />

Optimistische Worte, die auf der Jahrespressekonferenz des Fachverbands<br />

Präzisionswerkzeuge im VDMA nur selten zu hören waren. Zur aktuellen<br />

Situation der Branche lesen Sie auf Seite 13 in dieser Ausgabe.<br />

Es reicht nicht, nur Bürokratieabbau zu fordern. Man muss auch selbst<br />

aktiv werden und kleine Chancen erkennen und nutzen. Dinge allein oder<br />

mit Partnern umsetzen, konstruktiv arbeiten, Marktnischen nutzen,<br />

Prozesse verbessern. Dabei darf die Digitalisierung nicht aus den<br />

Augen verloren werden. Anregungen dazu zeigen einige<br />

beispielhafte Anwenderberichte in dieser Ausgabe.<br />

Denn „dort, wo Zukunftstechnologien, Energieprojekte oder<br />

international wettbewerbsfähige Produktionscluster wuchsen, blieben<br />

die Werkzeugbedarfe stabil. In klassischen Industriezweigen hingegen<br />

dominierten Kostendruck und Unsicherheit“, beschreibt Markus Horn,<br />

ehemaliger Präsident des Europäischen Verbandes für Schneidwerkzeuge<br />

(ECTA), die derzeitige Situation der Präzisionswerkzeugindustrie in Europa.<br />

Chancen sind da, sie müssen nur genutzt werden.<br />

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Bohr-Ø 6.5 mm bis 21.0 mm<br />

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Fasen und Senken<br />

Eric Schäfer<br />

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5 Titelstory<br />

5 Eine für alles auf der GrindingHub: Die super-einfach-Schärfmaschine Lach Diamant<br />

25 Jahre bewährte Sicherheit bei LACH DIAMANT<br />

8 News & Facts<br />

8 Interview<br />

10 Markt/Personalien<br />

16 Veranstaltungen/Messen<br />

20 Rezensionen/Forschung<br />

21 Werkstoffe & Werkzeuge<br />

22 Wie elastisch gebundene Diamantwerkzeuge die Feinstbearbeitung optimieren<br />

24 Verzahnung in die eigene Fertigung geholt<br />

26 Auf der Überholspur zur optimalen Zerspanungslösung<br />

28 Auf steigende Hartmetallkosten reagieren<br />

29 Feinbearbeitungssysteme: Drei neue Lösungen für die Praxis<br />

30 Bearbeitungsprozesse<br />

30 Präzision statt Zufall - Wie deterministische Kornanordnungen das Seilschleifen verändern<br />

36 Löten unter Hochvakuum macht’s möglich.<br />

38 Höchste Qualitätsansprüche beim Entgraten komplexer Bauteile für die Medizintechnik<br />

40 Präzise Verzahnung für die zielgerichtete Kühlung<br />

42 Zahnflanken wirtschaftlich optimieren<br />

43 Komponenten & Zubehör<br />

43 Mikro-Werkzeuge neu gedacht<br />

44 Zentrale Datenplattform verbindet Shopfloor und steigert Effizienz<br />

47 50 Jahre Granitan®: Die Erfolgsbasis für präzise STUDER-Schleifmaschinen<br />

4 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

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Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />

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Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


Titelstory<br />

Eine für alles auf der GrindingHub:<br />

Die super-einfach-Schärfmaschine<br />

LACH DIAMANT präsentiert die neue<br />

„Dia-2200-mini“ – jetzt mit Achswinkeln<br />

größer als 45 ° für Service und Fertigung<br />

von Dia-Werkzeugen. Live zu sehen auf<br />

der GrindingHub im Mai in Stuttgart<br />

(Halle 7, Stand C56). Ausschlaggebend<br />

für diese Neuentwicklung war die in den<br />

letzten Jahren stark zunehmende Materialvielfalt<br />

der zu bearbeitenden Werkstoffe.<br />

Der Bereich der Faserverbundwerkstoffe<br />

(Composite) gewinnt weiter deutlich<br />

an Bedeutung – von Glasfasergewebe<br />

(GFK) in der Freizeitindustrie über<br />

Kohlefasergewebe (CFK) im Flugzeugbau<br />

bis hin zu Anwendungen in der Landmaschinentechnik<br />

und im Automobilbau mit<br />

Basaltgewebe. Auch in der Möbelindustrie<br />

gewinnt beispielsweise die sogenannte<br />

„Nullfuge“ zunehmend an Bedeutung.<br />

Mit ihrem erweiterten Programm für extreme<br />

Achswinkel ist die Universal-Schleifmaschine<br />

„Dia-2200-mini“ bestens gerüstet,<br />

um diese Herausforderungen sowohl in<br />

der Werkzeug-Neuherstellung als auch im<br />

Service zu meistern. Der folgende Werkzeugeinsatz<br />

sorgt für einwandfreie Fräsergebnisse<br />

und hochwertige Oberflächen –<br />

etwa bei der Bearbeitung von Composite-<br />

Werkstücken – ganz ohne Nacharbeit.<br />

Schärfen eines hochpräzisen PKD-Oberfräsers<br />

Nie war es einfacher, eine<br />

Säge zu schärfen<br />

Doch die neue „Dia-2200-mini“ bietet<br />

noch mehr: für den Service aller Dia-Werkzeuge<br />

in der Holz- und Kunststoffbearbeitung<br />

überzeugt sie durch ihre beeindruckende<br />

Vielseitigkeit im kompakten<br />

Gehäuse. Service und Neufertigung sämtlicher<br />

PKD-Diamant-Werkzeuge – Fräser,<br />

Ritzer, Zerspaner sowie Sägen bis Ø 530 mm<br />

oder Ø 800 mm, je nach Maschinentype –<br />

auch in Mehrfachaufspannung – werden<br />

dank der ausgeklügelten Programme von<br />

LACH DIAMANT schnell, präzise und wirtschaftlich<br />

umgesetzt.<br />

GrindingHub Halle 7, Stand C56<br />

Die «Dia-2200-mini»<br />

«mini 2» goes extreme: Achswinkel größer als 45°<br />

6 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Titelstory<br />

25 Jahre bewährte Sicherheit bei LACH DIAMANT<br />

Erodiermaschinen bergen immer<br />

ein Brandrisiko. Im Erodierprozess entsteht<br />

ein Funken, der durch ein Dielektrikum<br />

– meist auf Öl-Basis – vor Sauerstoff<br />

geschützt wird. Gelangt dennoch<br />

Sauerstoff an den Funken, kann ein Feuer<br />

ausbrechen.<br />

In der Praxis wird das Dielektrikum über<br />

verstellbare Schläuche zugeführt. Werden<br />

diese vom Maschinenbediener nicht sorgfältig<br />

eingestellt, erhöht sich die Brandgefahr<br />

erheblich. Doch auch andere Faktoren<br />

– etwa ungeeignete Elektroden oder<br />

falsche Prozesseinstellungen – können ein<br />

Feuer auslösen.<br />

Deshalb sind Erodiermaschinen heute<br />

standardmäßig vollgekapselt und mit<br />

Feuerlöschanlagen ausgestattet. Dennoch<br />

können selbst kurze Brände großen<br />

Schaden anrichten: Kabel, Motoren, Messsysteme<br />

oder Faltenbälge werden beschädigt,<br />

Prozesse unterbrochen und Maschinen<br />

fallen aus. Selbst wenn die Löschanlage<br />

rechtzeitig reagiert, muss der Feuerlöscher<br />

nach dem Einsatz ersetzt werden –<br />

was zwangsläufig Stillstand bedeutet.<br />

Um genau das zu verhindern, ent wickelte<br />

LACH DIAMANT im Jahr 1999 ein neuartiges<br />

Feuerwarnsystem für alle Erodiermaschinen<br />

zur PKD-Werkzeugbearbeitung.<br />

Herzstück ist ein extrem schnell reagierender<br />

Temperatursensor der direkt über dem<br />

Funken positioniert wird. Erkennt er einen<br />

Brand, schaltet er sofort Generator und<br />

Dielektrikumzufuhr ab, stoppt den Erodierprozess<br />

und informiert den Bediener. Dem<br />

Feuer wird buchstäblich der Atem genommen<br />

– in neun von zehn Fällen erlischt es<br />

sofort.<br />

In den meisten Fällen genügt es, wenn<br />

der Bediener die Position eines Schlauches<br />

korrigiert. Der Prozess kann dann<br />

ohne Neustart der Maschine fortgeführt<br />

wer den – Ausfallzeit gleich null. Sollte das<br />

Feuer dennoch weiterbestehen, über nimmt<br />

ein unabhängiges CO₂-Löschsystem.<br />

Ein Jahr später, im Jahr 2000, ging<br />

LACH DIAMANT noch einen Schritt<br />

weiter: ein mehrstufiges Sensorsystem<br />

wurde eingeführt. Neben dem Temperatursensor<br />

überwacht seither eine Infrarotkamera<br />

den gesamten Maschinenraum.<br />

Das System schaltet im ersten Schritt<br />

alle Aggregate ab – und aktiviert erst im<br />

zweiten Schritt das CO₂-Löschsystem.<br />

Heute – 25 Jahre später – liefert<br />

LACH DIAMANT jede Erodiermaschine zur<br />

PKD-Bearbeitung serienmäßig mit diesem<br />

Temperatur-Sensor<br />

Infrarot-Sensorsystem<br />

dreifachen Sicherheitskonzept aus. Das<br />

Ergebnis: seit der Einführung hat kein<br />

Kunde, der dieses System installiert und<br />

aktiviert hatte, ernsthafte Brandschäden<br />

erlitten.<br />

Im Gegenteil – das Feuerwarnsystem<br />

hat in tausenden von Fällen kleine<br />

Brände im Keim erstickt, ohne dass das<br />

CO₂-Löschsystem eingreifen musste. Damit<br />

konnten nicht nur Kosten und Ausfallzeiten<br />

vermieden, sondern auch unzählige Tonnen<br />

CO₂-Emissionen eingespart werden.<br />

25 Jahre Sicherheit. 25 Jahre Vertrauen.<br />

25 Jahre ohne ernsthafte Brandschäden –<br />

dank LACH DIAMANT.<br />

Feuerwarnsystem<br />

GrindingHub Halle 7, Stand C56<br />

Informationen: www.lach-diamant.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 7


News & Facts<br />

Das aktuelle Interview zum Thema:<br />

„Diamant in der Mikroproduktionstechnik“<br />

mit Dr. Evan Thomas, Institut für Mikroproduktionstechnik (IMPT) in Hannover<br />

Dr. Evan Thomas erforscht Diamanten<br />

– erst in London, dann in Cardiff,<br />

jetzt in Hannover am Institut für<br />

Mikroproduktionstechnik (IMPT). Im<br />

Interview spricht er über die faszinierenden<br />

Eigenschaften und den verblüffenden<br />

Nutzen von Diamanten.<br />

Evan, du hast dich schon im<br />

Bachelorstudium mit Diamanten<br />

beschäftigt und bist diesem<br />

Forschungsthema bis heute treu<br />

geblieben. Was fasziniert dich an<br />

Diamanten?<br />

Dr. Evan Thomas: Ich finde es faszinierend,<br />

dass Diamanten für viel mehr als<br />

nur Schmuck verwendet werden können.<br />

Die Anwendungen reichen von Schneid-,<br />

Schleif- und Formwerkzeugen bis hin<br />

zu Hochleistungselektronikgeräten und<br />

Nacht sichtgeräten. Letztere haben mein<br />

Inter esse an diesem Material geweckt. Das<br />

war im dritten Studienjahr meines Bachelorstudiums<br />

am University College London.<br />

Wofür werden Diamanten in der<br />

Mikroproduktionstechnologie<br />

verwendet?<br />

Diamanten haben eine Reihe bemerkenswerter<br />

Eigenschaften und sind deshalb<br />

ideal geeignet für zahlreiche mikrosystembasierte<br />

Anwendungen.<br />

Beispielsweise ist das Material Diamant<br />

eins der stärksten, wenn nicht sogar das<br />

stärkste Material, das Forschern im Sinne<br />

von Festigkeit bekannt ist. Schallwellen<br />

können sich deshalb unglaublich schnell<br />

darin ausbreiten. Dies ermöglicht es, miniaturisierte<br />

mechanische Resonatoren zu<br />

entwickeln, die mit viel höheren Frequenzen<br />

arbeiten als Resonatoren aus anderen<br />

Materialien. Diese Diamantresonatoren<br />

können in grundlegenden physikalischen<br />

Anwendungen eingesetzt werden, beispielsweise<br />

um die Anwendbarkeit der<br />

Quantenmechanik auf makroskopische<br />

Objekte zu demonstrieren. Sie haben auch<br />

praktische Anwendungen, wie beispielsweise<br />

die Hochfrequenzfilterung zur<br />

Trennung von Signalen, die über Kommunikationstechnologien<br />

wie WLAN, 5G und<br />

so weiter gesendet werden.<br />

Was die optischen Eigenschaften an geht<br />

hat Diamant einen hohen Brechungsindex<br />

und ein breites Transmissionsfenster. Dadurch<br />

eignet sich das Material gut für photonische<br />

Schaltungen, die Licht anstelle<br />

von Elektronen für die Informationsverarbeitung<br />

verwenden. Werden kleine Mengen<br />

von Elementen wie Stickstoff oder<br />

Dr. Evan Thomas<br />

Silizium zum Diamantgitter hinzugefügt,<br />

können auch Defekte erzeugt werden –<br />

sogenannte Farbzentren. Solche Farbzentren<br />

können genutzt werden, um winzige<br />

Veränderungen in der Umgebung zu<br />

erkennen und als Bausteine für Quantencomputer<br />

dienen. Das macht Diamant für<br />

die Optik- und Photonikforschung an der<br />

Leibniz Universität Hannover und innerhalb<br />

des PhoenixD-Konsortiums hochinteressant.<br />

Darüber hinaus gibt es auch einen<br />

wachsenden Trend zur Miniaturisierung<br />

von Hochleistungs-III-V-Halbleiterbauelementen,<br />

um mehr in einem gegebenen<br />

Dr. Evan Thomas studierte in<br />

London Elektrotechnik und<br />

Kommunikationstechnik<br />

■ 2012 bis 2015:<br />

Wissenschaftlicher Mitarbeiter<br />

an der Cardiff University<br />

■ Promotion zum Thema<br />

„Nanodiamant für<br />

mikroelektromechanische<br />

Systeme (MEMS)“<br />

■ 2016 bis 2023:<br />

Postdoc an der Cardiff University<br />

SEM-Querschnitt einer 20 μm dicken polykristallinen Diamantschicht (Foto: IMPT)<br />

■ seit September 2023:<br />

Aufbau der Gruppe<br />

„Diamantforschung“ am<br />

IMPT in Hannover<br />

8 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Diamant- und<br />

CBN-Schleifwerkzeugen<br />

mit galvanischer Bindung<br />

Bauvolumen unterzubringen und gleichzeitig höhere elektrische Ströme zu bewältigen.<br />

Dabei entsteht Wärme, welche die Leistung verringert und die Lebensdauer der Bauelemente<br />

verkürzt. Da Diamant die höchste Wärmeleitfähigkeit aller massiven Materialien<br />

besitzt, besteht großes Interesse daran, dünne Diamantschichten in direktem Kontakt<br />

mit diesen Bauelementen zu verwenden. Dadurch ließe sich die Wärme ableiten und<br />

eine weitere Miniaturisierung ermöglichen.<br />

Seit September 2023 baust du am IMPT die Gruppe „Diamantforschung“ auf.<br />

Woran arbeitet ihr im Moment?<br />

Im Moment versuchen wir, alle Prozesse zu etablieren, die notwendig sind, um die<br />

von uns im Labor gezüchteten Diamanten routinemäßig nutzen zu können.<br />

Eine der größten Herausforderungen bei dünnen Diamantschichten ist die oft erhebliche<br />

Rauheit, die nach dem Wachstum zurückbleibt und wegpoliert werden muss. Bei<br />

meiner vorherigen Arbeitsstelle haben wir dafür das Verfahren des chemisch-mechanischen<br />

Polierens (CMP) verwendet. Dabei kommt Siliziumdioxid zum Einsatz, also<br />

im Wesentlichen Sand im Nanomaßstab. Die Technik funktioniert, ist aber sehr langsam.<br />

Deshalb arbeiten wir hier am IMPT an alternativen Poliertechniken und versuchen<br />

gleichzeitig, den CMP-Prozess selbst zu beschleunigen. Das ist derzeit meine Hauptaufgabe<br />

im Labor.<br />

Präzision,<br />

die man sieht.<br />

WE DO.<br />

NON STOP.<br />

Stell dir vor, du blickst in zehn Jahren auf deine Arbeit am IMPT zurück:<br />

Was möchtest du bis dahin erreicht haben?<br />

Ich würde mir wünschen, dass das IMPT über eine gut etablierte Diamantgruppe verfügt,<br />

die für ihre solide Arbeit im Bereich der Verwendung von Diamanten in Mikrosystemen<br />

bekannt ist. Das IMPT verfügt über eine Reihe von Reinraumanlagen, und<br />

weitere werden zurzeit beschafft. Damit wird das Institut bestens ausgestattet sein,<br />

um fortschrittliche Diamantkomponenten herzustellen – und als Fertigungspartner<br />

für andere Diamantgruppen zu fungieren, die über neuartige Anwendungen und<br />

Methoden zur Charakterisierung verfügen, aber nicht unbedingt über die Mittel zur<br />

Herstellung.<br />

Was unterscheidet die akademische Arbeit in Deutschland von der<br />

in Großbritannien? Welche Unterschiede haben dich überrascht?l<br />

PASSION.<br />

Beschichtung,<br />

die sitzt.<br />

Hier am IMPT ist mir aufgefallen, dass die Arbeit viel weniger spezialisiert ist. In<br />

Großbritannien hat man als Doktorand und später als Postdoktorand eng gezogene,<br />

bestimmte Aufgaben, die in den eigenen Zuständigkeitsbereich fallen. Hier am IMPT<br />

scheinen wissenschaftliche Mitarbeitende und Postdocs zu einem breiteren Spektrum<br />

von Aufgaben beizutragen. Dazu gehört zum Beispiel die Drittmittelakquise, die<br />

technische Unterstützung, der tägliche Betrieb des Reinraums und so weiter. Das<br />

hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass man schon früh in seiner beruflichen<br />

Laufbahn mit diesen breiteren akademischen Themen vertraut gemacht wird. Das<br />

erleichtert zum einen den Aufstieg in der akademischen Laufbahn und vermittelt<br />

zum anderen ein breiteres Spektrum an Fähigkeiten, wenn man die akademische<br />

Laufbahn verlässt.<br />

Was ist der Unterschied zwischen dem Leben in Niedersachsen und Wales?<br />

Das Lebenstempo ist ähnlich wie in Südwales, und die Kultur und der Humor sind<br />

mir vertrauter als in vielen anderen Ländern.<br />

Was vermisst du an Großbritannien?<br />

Abgesehen von den offensichtlichen Dingen wie Familie und Freunden, vermisse ich<br />

eine gute Tasse Tee, Pub-Besuche am Freitag nach der Arbeit und Diskussionen über<br />

Rugby.<br />

Informationen: www.phi-hannover.de<br />

Besuchen Sie uns!<br />

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Finzler, Schrock & Kimmel GmbH<br />

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Karriere<br />

85 Jahre Präzision und Qualität.


News & Facts<br />

Generationenwechsel<br />

Die HEULE Werkzeug AG erreicht einen<br />

bedeutenden Meilenstein in ihrer Unternehmensgeschichte:<br />

Per 1. Januar <strong>2026</strong> hat<br />

Rik Heule die operative Geschäftsführung<br />

als CEO von seinem Vater Ulf Heule übernommen.<br />

Somit führt nun bereits die 3. Ge -<br />

neration das seit 1961 familiengeführte<br />

Unternehmen in die Zukunft.<br />

Ulf Heule hat die Firma während rund<br />

20 Jahren als CEO geprägt und mit seinem<br />

Engagement, seiner Marktkenntnis und<br />

seinem strategischen Weitblick erfolgreich<br />

weiterentwickelt. Bereits seit mehreren<br />

Jahren ist er zudem als Verwaltungsratspräsident<br />

tätig. Mit der Übergabe der<br />

operativen Verantwortung an seinen Sohn<br />

konzentriert er sich künftig vollständig<br />

auf diese Rolle, unterstützt die Geschäftsleitung<br />

beratend und stellt damit sicher,<br />

dass die familiengeführte Struktur nachhaltig<br />

gestärkt bleibt. Ulf Heule zeigt sich<br />

stolz über die gelungene Nachfolgeregelung:<br />

„Die Übergabe der Firmenleitung an<br />

den eigenen Sohn ist wohl das schönste<br />

Geschenk zur Pension. Ich bin überzeugt,<br />

dass er die Firma im Sinne von meinem<br />

Vater Heiri und mir weitertragen wird.“<br />

Rik Heule kennt das Unternehmen und<br />

deren Werte seit über zehn Jahren. Nach<br />

seiner Ausbildung zum Polymechaniker in<br />

einem externen Betrieb kehrte er rasch zu<br />

HEULE zurück. Dort arbeitete er während<br />

mehreren Jahren in verschiedensten Abteilungen<br />

mit und baute sich ein umfassendes<br />

Verständnis über Produkte, Pro zesse<br />

und Kundenbedürfnisse auf. Mit zusätzlichen<br />

betriebswirtschaftlichen Weiterbildungen<br />

ist Rik Heule somit bestens vorbereitet<br />

für seine neue Rolle als CEO. Er<br />

möchte die Erfolgsgeschichte von HEULE<br />

mit modernen Ansätzen, neuen Technologien<br />

und Innovationskraft weiterschreiben.<br />

Gleichzeitig sind ihm die bewährten<br />

Werte wie Qualität, Zuverlässigkeit oder<br />

auch Swissness besonders wichtig: „Ich<br />

darf 65 Jahre Firmenerfahrung mit neuen<br />

Ideen und Innovationen verbinden. Ich<br />

freue mich sehr, die Verantwortung für<br />

Rik Heule (links) übernimmt als 3. Generation<br />

die operative Verantwortung für die<br />

HEULE Werkzeug AG von seinem Vater<br />

Ulf Heule (rechts), der als Verwaltungsratspräsident<br />

weiter agiert<br />

HEULE zu übernehmen und die Arbeit von<br />

meinem Vater und auch Großvater erfolgreich<br />

weiterzuführen.“<br />

Informationen: www.heule.com<br />

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im Blick<br />

Prof. Jürgen Fleischer, Leiter des<br />

Instituts für Produktionstechnik (wbk) am<br />

Karlsruher Institut für Technologie (KIT),<br />

ist der neue Präsident der WGP (Wissenschaftliche<br />

Gesellschaft für Produktionstechnik).<br />

Sein Ziel für die zweijährige<br />

Amtszeit ist es, gemeinsam mit den Kolleginnen<br />

und Kollegen der WGP die Wettbewerbsfähigkeit<br />

der deutschen produzierenden<br />

Industrie zu stärken: „Mit unserem<br />

Domänenwissen haben wir ein Alleinstellungsmerkmal<br />

und mit diesem Pfund<br />

sollten wir angesichts des weltweiten Konkurrenzdrucks<br />

auch wuchern.“ Fleischer,<br />

der zum 1. Januar <strong>2026</strong> Prof. Michael Zäh<br />

vom iwb München turnusgemäß abgelöst<br />

hat, hat vor seiner Tätigkeit an der Universität<br />

Karlsruhe elf Jahre lang in der Industrie<br />

gearbeitet. „Wir verfügen nicht nur<br />

über geballtes wissenschaftliches Knowhow<br />

über das gesamte Spektrum der<br />

Fertigungstechnik, sondern bringen auch<br />

viel Industrieerfahrung mit ein. Wir kennen<br />

die Herausforderungen produzierender<br />

Unternehmen, und wir können und wol -<br />

len ihnen helfen.“<br />

In der WGP haben sich über 70 führende<br />

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />

zusammengeschlossen. „Produzierende<br />

Unternehmen können sich das einmalige<br />

Know-how der WGP zu allen Bereichen der<br />

Produktionstechnik – bis hin zu Zukunftsthemen<br />

wie Quantentechnologien – zunutze<br />

machen und gemeinsam mit uns<br />

passgenaue Lösungen für ihre spezifischen<br />

Anliegen entwickeln“, berichtet Fleischer.<br />

Im Verbund können zukunftsfähige Technologien<br />

entwickelt und wettbewerbsfähige<br />

Produktionssysteme konzipiert<br />

werden. „Das tiefe Verständnis von Fertigungssystemen<br />

in Deutschland und die<br />

Fähigkeit, innovative Entwicklungen für<br />

den Weltmarkt bereitzustellen, verschafft<br />

uns einen Vorsprung, den wir mit Blick<br />

auf die sinkende Wettbewerbsfähigkeit<br />

Übergabe des Ruders der WGP von<br />

Professor Michael Zäh (rechts) an<br />

Professor Jürgen Fleischer, Leiter des<br />

wbk am KIT, auf der WGP-Herbsttagung<br />

der deutschen Industrie dringlicher denn<br />

je nutzen müssen“, mahnt der neue WGP-<br />

Präsident. Die Herausforderungen der<br />

10 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

neuen Technologien sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen<br />

(KMU) wichtig, um sich zukunftsfähig zu machen. „Die<br />

WGP-Institute bieten ihnen hierfür hervorragende Möglichkeiten<br />

zur Zusammenarbeit.“<br />

WGP arbeitet an Produktion von morgen<br />

Die insgesamt 46 international renommierten Universitäts- und<br />

Fraunhofer-Institute der Mitglieder verfügen in ihren jeweiligen<br />

Themenfeldern über Labore auf höchstem technischen Stand,<br />

die als reale Experimentierfelder genutzt werden können. So können<br />

neue Ansätze etwa zu Digitalisierung, Automatisierung oder<br />

Nachhaltigkeit erarbeitet werden. Die Karlsruher beispielsweise<br />

entwickelten für einen Maschinen- und Anlagenbauer einen<br />

3D-Drucker für Faserverbundbauteile. Eine andere Firma unterstützten<br />

sie bei der Einführung von KI-gestützter optischer<br />

Qualitätskontrolle von im Sekundentakt gestanzten Biegeteilen.<br />

Aber auch mit Konsortien größerer Unternehmen arbeiten<br />

die Forschenden zusammen und schufen beispielsweise die<br />

weltweit erste hochflexible Produktionsanlage für Batteriezellen<br />

(AgiloBat).<br />

Brings solutions<br />

to the surface.<br />

Stuttgart, 05-08/05/<strong>2026</strong><br />

Insbesondere Künstliche Intelligenz wird die Produktion radikal<br />

verändern. „Doch gerade kleine und mittelständische Unternehmen<br />

– das Rückgrat unseres Wohlstands – haben oft nicht<br />

die notwendigen personellen und finanziellen Mittel für die<br />

Transformation“, gibt der Karlsruher Wissenschaftler zu bedenken.<br />

Die WGP hat daher das vom Bundesforschungsministerium geförderte<br />

Projekt ProKI im Januar 2025 unter ihrem Dach verstetigt<br />

und bietet seither Workshops, Beratungen, Seminare und<br />

Demonstratoren an – eine niedrigschwellige Unterstützung, die<br />

allen zugutekommt.<br />

Von den Chinesen Geschwindigkeit lernen<br />

Fleischer ist seit über zehn Jahren auch Advisory Professor an<br />

der Tongji Universität in Shanghai, wo er ein Technologiezentrum<br />

für „Advanced Manufacturing“ aufgebaut hat. „China ist und<br />

bleibt ein wichtiger Markt für uns“, betont er. „Früher war ich<br />

unter anderem dort, um deutsche Unternehmen zu unterstützen.<br />

Heute bin ich dort, um von den Chinesen zu lernen, wie<br />

man in einer derart erstaunlichen Geschwindigkeit und Effizienz<br />

den Maschinen- und Anlagenbau vorantreiben kann. Das müssen<br />

wir uns abgucken, wenn wir nicht auf dem Weltmarkt ins<br />

Hintertreffen geraten wollen.“<br />

Ein schnellerer Transfer innovativer Lösungen in die unternehmerische<br />

Praxis ist seit jeher ein Anliegen der Professorinnen und<br />

Professoren, zumal sich die neuen Technologien rasant weiterentwickeln.<br />

So hat Fleischer vor zehn Jahren die WGP-Produktionsakademie<br />

ins Leben gerufen, ein modulares Weiterbildungsangebot<br />

für Praktiker, die sich auf den neuesten Stand der Technik<br />

bringen wollen. Die Module können individuell zu einem<br />

maßgeschneiderten Angebot zusammengestellt werden. „Produzierende<br />

Unternehmen, die ganz vorne mithalten wollen,<br />

müssen innovative Fertigungsverfahren nutzen, um die immensen<br />

Potenziale der neuen Technologien zu nutzen“, so Fleischer.<br />

„Wer sich heute nicht weiterentwickelt, ist morgen nicht mehr<br />

wettbewerbsfähig.“<br />

Hier dreht sich alles ums<br />

Schleifen – und um Sie!<br />

Die Leitmesse<br />

der Schleiftechnik.<br />

grindinghub.de<br />

Informationen: www.wgp.de<br />

In Zusammenarbeit mit<br />

In cooperation with<br />

Trägerschaft<br />

Sponsorship


News & Facts<br />

Vom CTO zum CEO<br />

Bei ISCAR Germany geht eine Ära zu<br />

Ende: Hans-Jürgen Büchner zieht sich nach<br />

einem Vierteljahrhundert an der Unternehmensspitze<br />

in den verdienten Ruhestand<br />

zurück. Den Staffelstab als CEO gibt er an<br />

Erich Timons weiter. Zum 1. Januar <strong>2026</strong><br />

übernahm der bisherige CTO von ISCAR<br />

Germany die Gesamtleitung des Werkzeugspezialisten<br />

mit Sitz in Ettlingen.<br />

Erich Timons ist bei ISCAR Germany kein<br />

Unbekannter: Über 20 Jahre hinweg hatte<br />

der 54-jährige Maschinenbautechniker<br />

unterschiedliche Führungsrollen im Unternehmen<br />

inne. Seit 2015 verantwortete er<br />

als Chief Technical Officer (CTO) die technische<br />

Ausrichtung des deutschen Standorts,<br />

von dem wichtige Impulse für Neuund<br />

Weiterentwicklungen für alle ISCAR-<br />

Gesellschaften ausgehen. Seine bisherige<br />

Position übernimmt Gerhard Bonfert, der<br />

zuletzt Head of Production and Design bei<br />

ISCAR Germany war.<br />

In seiner neuen Rolle wird Erich Timons<br />

an ISCARs erfolgreichem Kurs festhalten:<br />

„Wir werden weiterhin so nah wie möglich<br />

am Kunden sein“, sagt er. „Daran wird sich<br />

nichts ändern.“ Eckpfeiler seiner Strategie<br />

sind der Service rund um die innovativen<br />

Produkte, der partnerschaftliche Umgang,<br />

gute Kommunikation und Nachhaltigkeit<br />

entlang der gesamten Lieferkette. Auf dem<br />

Plan stehen zudem weitere Investitionen<br />

in die Mitarbeiter und den Standort. „Ich<br />

bin stolz, Teil der ISCAR-Familie zu sein und<br />

unsere Werte vorzuleben – jetzt aus einer<br />

anderen Position heraus“, sagt der CEO.<br />

Erich Timons folgt als Geschäftsführer<br />

auf Hans-Jürgen Büchner, der sich in den<br />

wohlverdienten Ruhestand zurückzieht.<br />

Büchner hat ISCAR Germany in den vergangenen<br />

25 Jahren geprägt und das Unternehmen<br />

sicher und erfolgreich auch durch<br />

wirtschaftlich herausfordernde Zeiten<br />

gesteuert.<br />

Hans-Jürgen Büchner (rechts) zieht sich<br />

nach einem Vierteljahrhundert an der<br />

Unternehmensspitze in den verdienten<br />

Ruhestand zurück und übergibt<br />

den Staffelstab als CEO an Erich Timons<br />

Informationen: www.iscar.de<br />

Änderungen im Vorstand von Bosch Rexroth<br />

Dr. Jochen Peter (50) trat zum 1. Januar<br />

<strong>2026</strong> in den Vorstand der Bosch Rexroth AG<br />

in Lohr am Main ein und wird nach einer<br />

Einarbeitungsphase am 1. März <strong>2026</strong> Vorstandsvorsitzender.<br />

Dr. Steffen Haack (59),<br />

wird zum gleichen Zeitpunkt den Vorsitz<br />

abgeben, aber Mitglied des Bereichsvorstands<br />

bleiben. Haack behält die Verantwortung<br />

für die Entwicklung und<br />

wird sich künftig darauf konzentrieren,<br />

neue strategische Wachstumsfelder für<br />

Bosch Rexroth zu identifizieren.<br />

„Steffen Haack gebührt für seinen wichtigen<br />

Beitrag, mit dem er Bosch Rexroth in<br />

den letzten Jahren maßgeblich vorangebracht<br />

hat, große Anerkennung. Den anstehenden<br />

Generationswechsel hat er aktiv<br />

als Mitglied des Bereichsvorstands eingeleitet<br />

und begleitet. Damit hat er die erforderliche<br />

Stabilität in einem anspruchsvollen<br />

Marktumfeld geschaffen und die<br />

Weiterentwicklung von Bosch Rexroth<br />

Vorstandsvorsitzender der<br />

Bosch Rexroth AG ab 1. März <strong>2026</strong>:<br />

Dr. Jochen Peter<br />

vorangetrieben“, sagt Dr. Tanja Rückert,<br />

Mitglied der Geschäftsführung der<br />

Robert Bosch GmbH und Aufsichtsratsvorsitzende<br />

der Bosch Rexroth AG.<br />

Ab 1. März <strong>2026</strong> konzentriert sich<br />

Dr. Steffen Haack als Vorstandsmitglied<br />

auf die Entwicklung und Identifikation<br />

neuer Wachstumsfelder<br />

Dr. Peter hat Maschinenbau und Verfahrenstechnik<br />

an der TU Kaiserslautern<br />

sowie Wirtschaftsingenieurswesen an der<br />

Universität Hagen studiert. Er startete<br />

seine berufliche Laufbahn 2000 als Entwicklungsingenieur<br />

bei BMW, parallel promovierte<br />

er am Fraunhofer Institut und<br />

war im Anschluss unter anderem bei der<br />

Boston Consulting Group in den USA tätig.<br />

2011 wechselte er in die Zeiss Gruppe und<br />

hatte verschiedene Leitungspositionen<br />

inne, bevor er 2017 Vorstandsmitglied der<br />

Carl Zeiss AG wurde. Dort war er bis Ende<br />

September 2025 für die Sparte Industrial<br />

Quality and Research verantwortlich.<br />

Informationen: www.boschrexroth.de<br />

12 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

2025 zwischen Krisenlast und Stabilisierung<br />

„Wir haben drei schwierige Jahre hinter<br />

uns – aber die Talsohle scheint erreicht.“<br />

Mit diesen Worten beschreibt Stefan<br />

Zecha, Vorsitzender des VDMA Fachverbands<br />

Präzisionswerkzeuge, die Lage der<br />

Branche zum Jahresbeginn <strong>2026</strong>. „Trotz<br />

rückläufiger Produktion und gedämpfter<br />

Nachfrage erkennen wir erste Signale der<br />

Stabilisierung. Doch die Wirtschaft kämpft<br />

nach wie vor mit Standortnachteilen. Entscheidend<br />

ist nun, dass die Politik endlich<br />

für verbesserte Standortbedingungen<br />

sorgt – durch schlankere Verfahren, weniger<br />

Bürokratie und eine resilienzfördernde<br />

Digitalisierung.“<br />

Produktion erneut im Minus<br />

Die Präzisionswerkzeugindustrie verzeichnete<br />

im vergangenen Jahr ein Produktionsminus<br />

von rund 7 % auf etwa 8,5 Milliarden<br />

Euro. Viele Unternehmen mussten<br />

Personal abbauen und Investitionen<br />

zurückfahren. Der Inlandsmarkt blieb<br />

schwach, insbesondere aufgrund rückläufiger<br />

Produktion im Maschinenbau und<br />

anhaltender Unsicherheit in der Automobilindustrie.<br />

Zwar stiegen die Bedarfe in Luftfahrt,<br />

Medizintechnik und Verteidigungsindustrie,<br />

diese konnten jedoch die Verluste<br />

nicht ausgleichen.<br />

In Europa gingen die Exporte um 4 %<br />

zurück. China verzeichnete einen deutlichen<br />

Rückgang um 9 %, während die USA<br />

trotz Handelsrisiken mit einem Plus von<br />

2 % erneut wichtigster Auslandsmarkt blieben.<br />

Für <strong>2026</strong> erwartet die Branche insgesamt<br />

eine Konsolidierung auf heutigem<br />

Niveau, sofern keine größeren geopolitischen<br />

Verwerfungen eintreten.<br />

Ruinöser Bürokratiedruck –<br />

Unsicherheiten wachsen<br />

Die zentralen Herausforderungen der<br />

Hersteller von Präzisionswerkzeuge bleiben<br />

unverändert gravierend. Die Bürokratie<br />

belastet Unternehmen erheblich,<br />

insbesondere durch die Vielzahl von<br />

Berichtspflichten. Hinzu kommen die<br />

zunehmende weltpolitische Unsicherheit<br />

sowie schwache heimische Kundenbranchen,<br />

die Investitionen verzögern oder<br />

ganz aussetzen.<br />

Zecha formuliert es deutlich: „Die Unternehmen<br />

sind technologisch bestens aufgestellt,<br />

bräuchten aber endlich politische<br />

Entscheidungen, die Planbarkeit und<br />

Entlastung schaffen!“<br />

Die Hersteller von Zerspanwerkzeugen<br />

mussten 2025 überwiegend kleinere<br />

Umsatzrückgänge hinnehmen. Sowohl<br />

das Inlandsgeschäft als auch der Export<br />

lagen 5 % unter Vorjahr. Die Unternehmen<br />

kämpften mit hohen Kosten, schwacher<br />

Nachfrage und zunehmend kritischen<br />

Rohstoffmärkten.<br />

Werkzeugbau: Deutsche Exporte in die wichtigsten<br />

Lieferländer Jan. – Okt. 2025 (Exporte in 1.000 Euro)<br />

Hartmetall-Recycling in Europa<br />

Besonders spürbar war die Verschärfung<br />

der Wolfram-Restriktionen in China, die<br />

zu Knappheit, prekären Lieferketten und<br />

enormen Kostensteigerungen führten.<br />

Gleichzeitig gewinnen Recyclinglösungen<br />

an Bedeutung: Rücknahmesysteme und<br />

Aufbereitung von Hartmetall in Europa<br />

sowie die effiziente Wiederaufbereitung<br />

von Werkzeugen haben sich seit Jahren<br />

etabliert.<br />

Zecha: „Daher müssen wir alles daransetzen,<br />

den Hartmetallschrott in Europa<br />

zu belassen. Jedes Gramm zählt! Hartmetall<br />

in Europa sichert unsere Souveränität.“<br />

Für <strong>2026</strong> rechnen die Unternehmen<br />

mit einer allmählichen Verbesserung im<br />

Jahresverlauf und hoffen auf ein leichtes<br />

Umsatzwachstum.<br />

In der Spanntechnik blieb das Jahr 2025<br />

ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen<br />

zurück. Die Umsätze gingen im hohen<br />

einstelligen Bereich zurück, insbesondere<br />

in der Werkstückspannung, die stark an<br />

Investitionen in neue Maschinen gekoppelt<br />

ist. Das Auslandsgeschäft entwickelte<br />

sich negativ.<br />

Einziger nennenswerter Lichtblick war<br />

Indien mit einem Plus von 10 %, das erstmals<br />

unter die zehn größten Absatzmärkte<br />

aufstieg. Für das Jahr <strong>2026</strong> erwartet die<br />

Branche zwar eine leichte Belebung, aber<br />

insgesamt nochmals einen leicht rückläufigen<br />

Umsatz.<br />

Werkzeugbau kämpft ums Überleben<br />

Präzisionswerkzeuge<br />

4<br />

Der Werkzeugbau sah sich 2025 erneut<br />

mit deutlichen Produktionsrückgängen<br />

konfrontiert. Viele Unternehmen mussten<br />

Insolvenz anmelden. Besonders das<br />

Inlandsgeschäft blieb schwach, während<br />

chinesische Anbieter mit massiv verschärftem<br />

Wettbewerbsdruck den deutschen<br />

Anbietern spürbar zusetzten. Gleichzeitig<br />

verschlechterten sich die Rahmenbedingungen<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette.<br />

Zumindest blieb das<br />

Exportgeschäft stabil.<br />

Informationen: www.vdma.eu<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 13


News & Facts<br />

Okuma eröffnet neues Solution Center<br />

Die Okuma Europe GmbH setzt ein<br />

Zeichen für die Zukunft: Im März <strong>2026</strong><br />

öffnet in Krefeld das neue Solution Center.<br />

An dem Ort für Innovationen sollen Kunden<br />

aus Deutschland, Benelux und ganz<br />

Europa einen umfassenden, praxisnahen<br />

Einblick in die neuesten Maschinen- und<br />

Automatisierungslösungen des CNC-Werkzeugherstellers<br />

bekommen.<br />

Gleichzeitig lädt das Solution Center<br />

dazu ein, sich intensiv beraten zu lassen,<br />

Ideen auszutauschen und neue Lösungen<br />

zu entwickeln. Im Zusammenspiel mit<br />

dem hochmodernen neuen Schulungszentrum<br />

bietet die Europazentrale in<br />

Krefeld ihren Kunden künftig das volle<br />

Okuma-Erlebnis.<br />

„Nur drei Jahre, nachdem wir die<br />

Erweiterung unseres Krefelder Standorts<br />

be schlossen haben, freuen wir uns<br />

jetzt über die Fertigstellung des Solution<br />

Centers, in dem all unsere Expertise<br />

zusammenfließt. Unsere Kunden werden<br />

langfristig von den hier entstehenden<br />

Synergien profitieren“, erklärt Norbert<br />

Teeuwen, Geschäftsführer der Okuma<br />

Europe GmbH.<br />

Umfassender Lösungsanbieter<br />

Im neuen Solution Center erleben Besucher<br />

Okuma als echten Full-Service-<br />

Solution-Provider: Das Unternehmen präsentiert<br />

eine Auswahl seiner Maschinen<br />

in Kombination mit einem breiten Spektrum<br />

modernster Automatisierungs- und<br />

NC-Bearbeitungstechnologie. Gezeigt<br />

werden zum einen standardisierte<br />

Inhouse-Automatisierungssysteme wie der<br />

Okuma ARMROID, zum anderen unterschiedliche<br />

Automatisierungslösungen<br />

führender Technologiepartner wie Promro,<br />

RoboJob, Cellro und Indunorm. So erleben<br />

Kunden zum Beispiel das 5-Achs-<br />

Bearbeitungszentrum GENOS M460V-5AX<br />

mit externer Automatisierungslösung,<br />

oder die LT2000 EX mit Okuma-eigenem<br />

Portalladersystem. Anhand dieses umfangreichen<br />

Smart-Factory-Portfolios lassen<br />

sich individuelle Anforderungen vor Ort<br />

optimal demonstrieren, abstimmen und<br />

im weiteren Verlauf maßgeschneidert<br />

umsetzen.<br />

Um den Full-Service zukünftig noch<br />

besser an einem Ort erlebbar zu machen,<br />

werden sowohl die komplette Anwendungstechnik<br />

als auch das Schulungszentrum<br />

der Okuma Deutschland GmbH in das<br />

neue Gebäude in Krefeld einziehen.<br />

Ausstellung ab März <strong>2026</strong> besuchen<br />

Das neue Solution Center lädt Besucher ab<br />

März <strong>2026</strong> zu einer Reise durch die Welt<br />

moderner Fertigungstechnologie ein – von<br />

der Maschinen- und Technologieausstellung<br />

bis zu praxisnahen Schulungen und<br />

Trainings an der intuitiv bedienbaren OSP-<br />

Steuerung. Termine können bequem über<br />

den jeweiligen Okuma-Ansprechpartner sowie<br />

über die Websites von Okuma Europe<br />

und Okuma Deutschland angefragt werden.<br />

Informationen: www.okuma.eu<br />

Digitale Technische Dokumentation schont Ressourcen<br />

BENZ Tooling geht einen weiteren Schritt<br />

in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit:<br />

Ab sofort erhalten Kunden die<br />

technische Dokumentation zu ihren Produkten<br />

in digitaler Form.<br />

Unter dem Leitsatz „BENZ goes green“<br />

verbindet das Unternehmen ressourcenscho<br />

nendes Arbeiten mit spürbarem<br />

Mehr wert für die Anwender. Kunden profitieren<br />

von der jederzeitigen Verfügbarkeit<br />

der Unterlagen, ohne physische Dokumente<br />

vorhalten zu müssen. Übervolle<br />

Dokumentationsordner und Schränke?<br />

Mit der BENZ digitalen Dokumentation<br />

garantiert nicht! Der Zugriff ist von überall<br />

per Smartphone oder PC möglich – ob<br />

am Arbeitsplatz, in der Werkstatt<br />

oder direkt an der Maschine. Darüber<br />

hinaus bleibt die digitale Dokumentation<br />

stets aktuell: Änderungen,<br />

Ergänzungen oder sicherheitsrelevante<br />

Hinweise werden unmittelbar<br />

auf dem Server zum Abruf bereitgestellt,<br />

sodass veraltete Informatio nen<br />

und Papierhandbücher der Vergangen -<br />

heit angehören. Gleichzeitig trägt die<br />

Umstellung aktiv zum Umweltschutz bei,<br />

da Papier- und Platzverbrauch für die<br />

Lagerung entfallen – ein Pluspunkt nicht<br />

nur für Nachhaltigkeit, sondern auch für<br />

effizientes Datenmanagement.<br />

Jederzeitige Abrufbarkeit –<br />

diverse Optionen<br />

Der Abruf der technischen Dokumentation<br />

erfolgt bequem über mehrere Wege:<br />

Direkt am Aggregat ermöglicht das digitale<br />

Typenschild BENZ i.tag den sofortigen<br />

Zugriff per Scan des integrierten NFCbzw.<br />

RFID-Tags mit einem mobilen Endgerät.<br />

Alternativ kann die Dokumentation<br />

auf der BENZ Tooling Website über die<br />

eindeutige Produktkennzeichnung auf<br />

dem Typenschild abgerufen werden.<br />

Zusätzlich steht auf allen Begleitdokumenten,<br />

wie Rechnungen und Lieferscheinen,<br />

sowie in der Produktverpackung,<br />

ein globaler QR-Code zur Verfügung, der<br />

den Kunden ebenfalls auf die technische<br />

Dokumentation auf der Website leitet.<br />

Erweitertes Feature<br />

für das digitale Typenschild<br />

Das BENZ i.tag, das bislang bereits Produktdaten<br />

und allgemeine Kontaktdaten<br />

enthält, wurde nun um die technische<br />

Dokumentation erweitert. Damit wird es<br />

zur zentralen Informationsschnittstelle<br />

direkt am Produkt und unterstützt Kunden<br />

beim effizienten Arbeiten sowie der Inbetriebnahme<br />

und Wartung ihres Aggregats.<br />

Informationen: www.benztooling.com<br />

14 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Wiederaufbereitung von Vollhartmetallwerkzeugen<br />

Das Wiederaufbereitungsprogramm von<br />

Seco unterstützt Anwender, die Verwendungsdauer<br />

und Nachhaltigkeit ihrer Vollhartmetallwerkzeuge<br />

(VHM) zu optimieren<br />

sowie Ausgaben für neue Werkzeuge zu<br />

reduzieren. Zudem können Unternehmen<br />

Hartmetallwerkzeuge nach Verwendungsende<br />

einfach gegen Erhalt des aktuellen<br />

Marktwerts zum Recycling an Seco zurückschicken<br />

und somit wertvolle Ressourcen<br />

schonen. Ein wichtiger Baustein ist der auf<br />

vielen Produkten aufgebrachte Datamatrixcode,<br />

der eine genaue digitale Nachverfolgung<br />

entlang des gesamten Lebenszyklus<br />

ermöglicht.<br />

Wiederherstellung der<br />

Werkzeugleistung<br />

Die Wiederaufbereitung gibt den VHM-<br />

Werkzeugen von Seco ihre ursprüngliche<br />

Geometrie, Beschichtung und Schärfe<br />

zurück. Anwender profitieren von einer<br />

nahezu vollständigen Wiederherstellung<br />

der Leistung und längeren Standzeit ihrer<br />

Werkzeuge. Unternehmen können abgenutzte<br />

VHM-Werkzeuge wie Fräser, Bohrer<br />

oder Reibahlen in speziellen, von Seco<br />

bereitgestellten Rekonditionierungsboxen<br />

sammeln und eine Abholung vereinba-<br />

ren. Anschließend durchläuft jedes Werkzeug<br />

dieselben Prozesse wie bei der Neufertigung.<br />

In der Regel können VHM-Werkzeuge,<br />

abhängig vom Durchmesser, bis zu<br />

drei Mal wiederaufbereitet werden. Seco<br />

baut seine Kapazitäten zur Rekonditionierung<br />

rund um den Globus fortwährend<br />

aus, um die Vorlaufzeiten immer weiter<br />

zu minimieren. Eine anschließende Neueinstellung<br />

der Zerspanungsparameter ist<br />

nicht nötig.<br />

Recycling wertvoller Rohstoffe<br />

gegen Marktwert<br />

Als weitere Maßnahme, um Unternehmen<br />

bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele<br />

zu unterstützen, bietet Seco ein Recyclingprogramm<br />

für Hartmetallwerkzeuge<br />

an. So sorgt der Zerspanungsspezialist für<br />

eine sichere Übergabe und Rückführung<br />

in den Rohstoffkreislauf. Anwender können<br />

Hartmetallprodukte wie VHM-Fräser,<br />

-Bohrer und Verschleißteile in den Recyclingbehältern<br />

von Seco sammeln, abholen<br />

lassen und den aktuellen Marktwert<br />

erhalten. Das gewonnene Rezyklat hat dieselbe<br />

Qualität wie Neupulver und senkt<br />

den Energieverbrauch sowie die CO 2<br />

-Emissionen<br />

deutlich.<br />

Individuelle Kennzeichnung<br />

steigert Nachhaltigkeit<br />

Ein wichtiger Baustein dieser Nachhaltigkeitsbemühungen<br />

ist die digitale Nachverfolgbarkeit<br />

aller neuen Seco Werkzeuge<br />

über einen lasergravierten Datamatrixcode.<br />

Damit erhalten Anwender in Echtzeit<br />

Einblick in den gesamten Lebenszyklus<br />

ihrer Werkzeuge – von der Produktion<br />

über die Wiederaufbereitung hin zum<br />

Recycling. Dies ermöglicht, von den vorhandenen<br />

Werkzeugen maximal zu profitieren,<br />

Bearbeitungsprozesse zu optimieren<br />

und die Gesamtbetriebskosten zu<br />

senken.<br />

Informationen: www.secotools.com<br />

Partnerschaft auf neues Level gehoben<br />

Der deutsche Automobilzulieferer<br />

ZF Friedrichshafen und der schwedische<br />

Werkzeughersteller Sandvik Coromant<br />

haben ihre langjährige Zusammenarbeit<br />

auf ein neues Level gehoben. In enger<br />

Kooperation haben die beiden Unternehmen<br />

ein innovatives Hartdrehverfahren<br />

für ein Antriebskegelrad entwickelt und<br />

damit weit mehr als eine technische Lösung<br />

geschaffen: ein zukunftsweisendes<br />

Modell für strategische Partnerschaften.<br />

Von der ersten Idee bis zur Serienfertigung<br />

arbeiteten die Teams beider Unternehmen<br />

Hand in Hand zusammen. Offener<br />

Ideenaustausch, gemeinsames Entwickeln<br />

und gegenseitige Inspiration prägten das<br />

Projekt und führten zu einer reibungs losen<br />

Integration in die Fertigung. Die Ergebnisse<br />

sprechen für sich: höhere Effizienz,<br />

mehr Prozesssicherheit und Qualität sowie<br />

übertragbare Erfolge an weiteren Standorten.<br />

Und mehr noch: Das zunächst als individuelle<br />

Kundenlösung realisierte Verfahren<br />

konnte von Sandvik Coromant zum<br />

Standard weiterentwickelt werden. Sein<br />

Name: CoroTurn® TR Hard PrimeTurning.<br />

Für das ZF-Werk im bayerischen Thyrnau<br />

und die Projektbeteiligten von Sandvik<br />

Coromant war dieser technologische Meilenstein<br />

zugleich der Startpunkt für weitere<br />

gemeinsame Innovationen, insbesondere<br />

im Bereich E-Mobility. Beide Partner<br />

sind davon überzeugt, dass sich die großen<br />

Herausforderungen der Industrie künftig<br />

nur durch vertrauensvolle, strategisch ausgerichtete<br />

Kooperationen meistern lassen.<br />

Mit ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit<br />

haben ZF und Sandvik Coromant ein Best-<br />

Practice-Beispiel geschaffen, das zeigt, wie<br />

Die CoroTurn® TR Hard PrimeTurning-<br />

Technologie steht für eine neue Generation<br />

des Hartdrehens<br />

sich Innovationskraft, gegenseitiges Vertrauen<br />

und industrielles Know-how verbinden<br />

lassen, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile<br />

zu schaffen. Diese gemeinsame<br />

Erfolgsgeschichte soll auch in Zukunft fortgeschrieben<br />

werden.<br />

Informationen:<br />

www.sandvik.coromant.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 15


News & Facts<br />

Der europäische Werkzeugbau traf sich zum<br />

ISTMA Europe Meeting 2025 in Berlin<br />

Am 3. und 4. November traf sich der<br />

europäische Werkzeugbau zum ISTMA<br />

Europe Meeting in Berlin. Rund 120 Teilnehmer<br />

aus 18 Landesverbänden folgten<br />

der Einladung des Verbands Deutscher<br />

Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), der<br />

die Rolle des Gastgebers und Organisators<br />

übernahm. Vertreten waren aber nicht nur<br />

die Mitgliedsverbände der ISTMA Europe<br />

und deren Unternehmen, sondern ebenso<br />

Akteure aus der Forschung und den<br />

wichtigsten Kundenbranchen. Im Zentrum<br />

der Veranstaltung: der Wille zur Vernetzung,<br />

der Blick nach vorn und die Frage,<br />

wie Europa sich im globalen Wettbewerb<br />

gemeinsam stärker positionieren kann.<br />

Forschung trifft Anwendung<br />

trifft Markt<br />

Austragungsort der Veranstaltung war das<br />

Fraunhofer-Institut für Produktionsanla -<br />

gen und Konstruktionstechnik IPK – ein Ort,<br />

der nicht nur sinnbildlich, aber auch ganz<br />

konkret für Hightech-Innovation steht.<br />

Auf die Berichte der ISTMA und die Präsentationen<br />

der einzelnen Werkzeugmacher-Landesverbände<br />

folgte am ersten<br />

Veranstaltungstag eine zweistündige Führung<br />

durch das Institut. Die Teilnehmer<br />

erhielten exklusive Einblicke in hochaktuelle<br />

Forschungsprojekte rund um Präzisionstechnologien,<br />

Automatisierung und<br />

Digitalisierung. Dabei wurden wechselseitige<br />

Impulse gesetzt, wie sich derartige<br />

Innovationen in die industrielle Fertigung<br />

übertragen und wo sich gerade mit dem<br />

Know-how der Werkzeugmacher neue<br />

Geschäftsfelder erschließen ließen – beispielsweise<br />

bei optischen Anwendungen<br />

oder im Fluidmanagement. „Hier kamen<br />

drei Welten zusammen: Forschung, Anwender<br />

und Abnehmer“, sagt Stephan<br />

Berz, Präsident von ISTMA Europe und<br />

Markenbotschafter des VDWF. „Jede dieser<br />

Gruppen konnte etwas einbringen<br />

und auch mitnehmen. Das war überaus<br />

wertvoll.“<br />

Zusätzliche Einblicke lieferte Berz mit<br />

der Vorstellung des Automotive Tooling<br />

Forecast – einer Marktstudie der Automobilindustrie,<br />

als größter Abnehmer von<br />

Werkzeugtechnik in Europa, die einen<br />

strukturierten Überblick über anstehende<br />

Fahrzeugprojekte bis 2028, sowie den daraus<br />

resultierenden Werkzeugbedarf für<br />

<strong>2026</strong> liefert. Die erstmals präsentierte<br />

Studie erscheint künftig halbjährlich und<br />

soll Werkzeugmachern „als echten Mehrwert“,<br />

so Berz, regelmäßig verwertbare<br />

Marktdaten an die Hand geben.<br />

Die Kundenperspektive<br />

im Werkzeugbau<br />

Herzstück des zweiten Veranstaltungstags<br />

waren die Vorträge mit Podiumsdiskussionen:<br />

Kundenvertreter aus den Bereichen<br />

Automotive, Logistik und weiße Ware<br />

brachten ihre Sicht auf den Werkzeugund<br />

Formenbau ein: Sie beschrieben ihre<br />

Anforderungen, ihre eigenen Herausforderungen<br />

– und was sie sich in Zukunft von<br />

der Branche erwarten. „Dieser Blick von<br />

außen war zentral“, betont Stephan Berz.<br />

„Es hat sich die Frage herauskristallisiert,<br />

wie wir als Werkzeugmacher Mehrwerte<br />

schaffen, diese sichtbar machen und<br />

konsequent in unsere Kundenbranchen<br />

kommunizieren.“<br />

Für VDWF-Präsident Prof. Thomas Seul<br />

war es ein Event der unerwarteten Erkenntnisse:<br />

„Ich habe echte ‚Sternschnuppen'<br />

entdeckt – Perspektiven, über die ich so<br />

noch nicht nachgedacht habe, die dann<br />

plötzlich aufblitzen und einen Aha-Moment<br />

nach sich ziehen.“ Sein Fazit: „Technologisch<br />

ist der Werkzeug- und Formenbau<br />

in Europa stark. Aber in Projektmanagement<br />

und strategischer Positionierung<br />

gibt es eindeutig Aufholbedarf.“<br />

Europa und China –<br />

Lernbereitschaft statt Frust<br />

Ein weiteres zentrales Thema des Events, ob<br />

auf der Bühne oder im zwischenmenschlichen<br />

Austausch, war der Wettbewerb mit<br />

China. Statt jedoch in pauschale Kritik zu<br />

verfallen, dominierten differenzierte Stimmen.<br />

Die Kernaussage: Europa sollte nicht<br />

den Fehler machen, China für seinen Aufstieg<br />

zu verurteilen und in Trotz zu verfallen.<br />

Vielmehr gelte es, sich konstruktiv<br />

mit den Erfolgsfaktoren auseinanderzusetzen<br />

– und daraus eigene Schlüsse zu<br />

ziehen. „Man bestraft im Fußball auch<br />

Technologie trifft Praxis:<br />

Das Fraunhofer IPK zeigte, woran in Berlin für<br />

die Industrie von morgen geforscht wird<br />

(Bild: VDWF)<br />

nicht den Sieger – man analysiert, wie er<br />

gewonnen hat. Dann steht man beim<br />

nächsten Mal wieder auf dem Siegertreppchen“,<br />

bringt es Stephan Berz auf den<br />

Punkt.<br />

Gerade deshalb blicken viele europäische<br />

Werkzeugmacher mit Spannung auf die<br />

kommende ISTMA World Conference <strong>2026</strong><br />

in Shanghai. Die Veranstaltung wird nicht<br />

nur ein weltweites Branchentreffen, sondern<br />

auch eine wichtige Gelegenheit sein,<br />

den chinesischen Markt besser zu verstehen<br />

– aus erster Hand. „Wer bereit ist,<br />

zu lernen, der wird dort sicher wichtige<br />

Impulse für die eigene Zukunft gewinnen<br />

können“, wirbt Berz für das Event.<br />

Gemeinsam gestalten<br />

Das ISTMA Europe Meeting 2025 hat gezeigt:<br />

Die Herausforderungen sind groß,<br />

doch der europäische Werkzeug- und Formenbau<br />

ist bereit, ihnen gemeinsam zu<br />

begegnen. Was zählt, ist der Wille zur<br />

Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen<br />

– in ganz Europa –, der Wille zur Weiterentwicklung<br />

und zum offenen Blick<br />

über den Tellerrand. Stephan Berz resümiert:<br />

„Die ISTMA hat einen neuen Weg<br />

eingeschlagen: unsere zentrale Aufgabe<br />

besteht nun darin, eine Plattform für gemeinsames<br />

Vertrauen zu schaffen. Berlin<br />

war dafür der richtige Ort zur richtigen<br />

Zeit. Der Funke ist übergesprungen – jetzt<br />

gilt es, das Feuer zu entfachen. In diesem<br />

Sinne: let’s make some noise!“<br />

Informationen: www.vdwf.de<br />

16 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Treffpunkt, Impulsgeber und Branchengemeinschaft<br />

Wernesgrüner Werkzeugsymposium <strong>2026</strong><br />

Vom 17. bis 19. März <strong>2026</strong> wird<br />

Wernesgrün erneut zum Treffpunkt der<br />

Präzisionswerkzeugschleifbranche. Wenn<br />

sich Werkzeugschleifer, Hersteller und<br />

Technologielieferanten aus dem gesamten<br />

deutschsprachigen Raum hier versammeln,<br />

geht es um weit mehr als Fachvorträge<br />

und Produktneuheiten. Das Wernesgrüner<br />

Werkzeugsymposium gilt seit Jahren als<br />

fester Branchentreff für Austausch, Wissens<br />

transfer und praxisnahe Impulse.<br />

Unter dem Motto „Mit Kompetenz und<br />

Mut zum Erfolg – Perspektiven der Werkzeugbearbeitung“<br />

beleuchtet die Veranstaltung,<br />

wie Betriebe technologische Veränderungen<br />

aktiv gestalten und Chancen<br />

erkennen können – durch innovative Prozesse,<br />

clevere Auftragsplanung oder den<br />

mutigen Einsatz digitaler Technologien.<br />

Ein besonderer Höhepunkt wird der<br />

Keynote-Vortrag von Stephan Nell, CEO<br />

der UNITED Machining Solutions, sein. Er<br />

ordnet die aktuellen Marktveränderungen<br />

in der Werkzeugmaschinenindustrie ein<br />

und zeigt auf, wie sich Maschinenhersteller<br />

darauf einstellen. Strategien, mit denen<br />

Unternehmen bei unsicheren Rahmenbedingungen<br />

die Stabilität ihrer Geschäftsmodelle<br />

sichern, sind in der aktuellen Zeit<br />

von großem Interesse für die Werkzeugschleifbetriebe.<br />

Dazu passt, dass auch ein<br />

Werkzeugschleifbetrieb seine Ansätze<br />

präsentieren wird.<br />

Dass Innovationskraft und technologische<br />

Widerstandsfähigkeit entscheidende Erfolgsfaktoren<br />

bleiben – gerade für kleinere<br />

Unternehmen –, darüber berichten Branchenexpertinnen<br />

und -experten im Rahmen<br />

des zweitägigen Tagungsprogramms.<br />

Sie geben vielfältige Einblicke in die<br />

Zukunft der Werkzeugbearbeitung – von<br />

neuen Methoden in Laserbearbeitung und<br />

Beschichtungstechnologie über Lösungen<br />

zur Rüstzeitenoptimierung bis hin zu<br />

Strategien, mit denen Betriebe Digitalisierung,<br />

Automatisierung und Messtechnik<br />

gewinnbringend einsetzen können.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den<br />

Werkzeugbedarfen in der Luftfahrtindustrie<br />

liegen, die aus Anwendersicht beschrieben<br />

werden. Hochschulbeiträge beleuchten<br />

das Zusammenspiel von Prozess,<br />

Maschine und Vorrichtung und zeigen, wie<br />

stabile Fräswerkzeuge durch gezielte Optimierungen<br />

entstehen. Auch die aktuell<br />

schwierige Situation in Verfügbarkeit und<br />

Preisentwicklung von Hartmetall wird auf<br />

dem Symposium thematisiert.<br />

„Steigende Kosten, Fachkräftemangel<br />

und sich wandelnde Märkte fordern die<br />

Unternehmen auf allen Ebenen“, betont<br />

FDPW-Geschäftsführer und Veranstalter<br />

Prof. Dr. Wilfried Saxler. „Gerade deshalb<br />

ist es so wichtig, den Dialog mit Gleichgesinnten<br />

zu suchen und gemeinsam Strategien<br />

zu entwickeln.“<br />

Was das Symposium ausmacht, ist seine<br />

besondere Atmosphäre: Teilnehmende,<br />

Referentinnen, Referenten und Aussteller<br />

verbringen drei Tage gemeinsam vor Ort –<br />

kein Messebetrieb, keine Laufkundschaft,<br />

sondern Zeit für echte Gespräche, Kooperationen<br />

und neue Ideen. Ein emotionaler<br />

Höhepunkt ist auch <strong>2026</strong> wieder die Verleihung<br />

der „Goldenen Schleifscheibe“,<br />

mit der herausragende Werkzeugschleifbetriebe<br />

geehrt werden. Sie steht für<br />

Qualität, Innovationskraft und die Zukunft<br />

des Handwerks.<br />

Informationen:<br />

www.werkzeug-symposium.de<br />

INTERTOOL X SCHWEISSEN<br />

Österreichs stärkste Messen<br />

21.–24. APRIL <strong>2026</strong> I MESSE WELS<br />

intertool-schweissen.at<br />

Veranstaltungen<br />

von<br />

JETZT TICKETS SICHERN!


News & Facts<br />

WZL lädt ein zum 6. Expertenforum Globale Produktion <strong>2026</strong><br />

Globale Produktionsnetzwerke neu denken<br />

Das Werkzeugmaschinenlabor WZL<br />

der RWTH Aachen veranstaltet gemeinsam<br />

mit dem wbk Institut für Produktionstechnik<br />

(KIT) und dem Institut für Technologiemanagement<br />

ITEM der Universität<br />

St. Gallen das kommende Expertenforum<br />

Globale Produktion am 29. April <strong>2026</strong> im<br />

Le Méridien Hotel Stuttgart. Damit findet<br />

das Forum bereits zum sechsten Mal statt.<br />

„In einer zunehmend globalisierten und<br />

volatilen Weltwirtschaft ist die Fähigkeit,<br />

Produktionsnetzwerke flexibel, nachhaltig<br />

und robust zu gestalten, entscheidend<br />

für langfristigen Erfolg“, so Lukas Hauser,<br />

wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl<br />

für Produktionssystematik. Unter<br />

dem Leitgedanken „Dynamics of Global<br />

Production – New Perspectives for<br />

Global Production Networks“ beleuchtet<br />

das Forum zentrale Fragestellungen<br />

moderner globaler Produktion:<br />

→ Wie lassen sich Produktionsnetzwerke<br />

zukunftsfähig und resilient gestalten,<br />

auch angesichts globaler Krisen und<br />

volatiler Märkte?<br />

→ Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit und<br />

Circular Economy bei der Gestaltung<br />

von Produktionsnetzwerken?<br />

→ Wie können Unternehmen flexibel auf<br />

neue Herausforderungen reagieren,<br />

ohne ihre Stabilität und Effizienz<br />

zu gefährden?<br />

→ Wie lassen sich in globalen Produktionsnetzwerken<br />

Daten und Informationen<br />

effektiv erheben und nutzen, um<br />

fundierte Managemententscheidungen<br />

zu ermöglichen?<br />

Das Forum verbindet Theorie mit Insights<br />

aus der Industrie. Hochrangige Experten<br />

aus Forschung und Wirtschaft gestalten<br />

das Programm, darunter führende<br />

Akteure des WZL, wbk und ITEM sowie Vertreter<br />

aus produzierenden Unternehmen.<br />

Zielgruppe<br />

Das Forum richtet sich insbesondere an<br />

Führungskräfte und Entscheidungsträger<br />

in Industrieunternehmen, Verantwortliche<br />

für Produktions-, Standort-, Netzwerkplanung,<br />

Supply-Chain- und Fertigungsleiter<br />

sowie an alle, die Produktionsnetzwerke<br />

strategisch ausrichten und zukunftsfähig<br />

gestalten wollen.<br />

Informationen: www.wzl.rwth-aachen.de<br />

Impulse für die Oberflächenmesstechnik<br />

Im Oktober 2025 hatte Messtechnikspezialist<br />

Mahr zum High Performance Surface<br />

Summit (HPSS) nach Göttingen eingeladen.<br />

Rund 120 Fachleute aus Industrie,<br />

Forschung & Entwicklung sowie Lehre,<br />

nutzten die Gelegenheit sich über aktuelle<br />

Erkenntnisse und Trends funktionaler<br />

Ober flächen auszutauschen.<br />

Zwei intensive Tage mit zwölf hochkarätigen<br />

Fachbeiträgen, begleitet von reflektierenden<br />

Podiumsdiskussionen und<br />

einem engagierten Publikum – das war das<br />

erste High Performance Surface Summit<br />

von Mahr. Das „Gipfeltreffen der Oberflächenfunktion“<br />

richtete sich an Fach- und<br />

Führungskräfte aus Forschung & Entwicklung,<br />

Produktion und Fertigung, Qualitätssicherung<br />

und Werkstofftechnik – und damit<br />

an alle, die technische Oberflächen<br />

nicht nur qualifizieren, sondern auch verstehen<br />

und gezielt gestalten wollen.<br />

Der erste Veranstaltungstag stand im<br />

Zeichen tribologischer Modelle, Herstellungsverfahren<br />

und moderner Metrologie<br />

von Hochleistungsoberflächen. Welche<br />

Eigen schaften zeichnen reibungs- und verschleißarme<br />

Werkstückoberflächen aus,<br />

und wie lassen sie sich zuverlässig fertigen<br />

und quantifizieren? „Die Teilnehmer erhielten<br />

hoch interessante Einblicke in den<br />

aktuellen Stand aus Forschung und Lehre,<br />

neue Perspektiven der Charakterisierung<br />

und innovative Messmethoden für modernste<br />

industrielle Anforderungen, von<br />

den renommiertesten Professoren des<br />

Fachs sowie exzellenten Praktiker, praxisnah<br />

und fundiert“, fasste Mahr-CEO Manuel<br />

Hüsken zusammen. „Wichtig war uns, Forschung,<br />

Lehre und Praxis in einen direkten<br />

Dialog zu bringen.“ Im Mittelpunkt standen<br />

Fragen wie: „Welche Anforderungen<br />

werden heute an funktionale Oberflächen<br />

gestellt und wie lassen sich diese zuverlässig<br />

charakterisieren?“ oder „Welche messtechnischen,<br />

analytischen und modellbasierten<br />

Methoden stehen dafür aktuell<br />

zur Verfügung?“ Der Tag endete mit einer<br />

Podiumsdiskussion unter dem Titel „Messprozesse<br />

zwischen Norm und Innovation“.<br />

Hochpräzise Oberflächen<br />

reproduzierbar fertigen und prüfen<br />

Der zweite Veranstaltungstag rückte<br />

die Messung von Hochleistungsoberflächen<br />

in der industriellen Praxis in den<br />

Fokus. Die Referenten beleuchteten unter<br />

anderem die messtechnischen Anforde-<br />

rungen an Dichtsysteme, den Einfluss der<br />

Stahloberflächentopografie auf die Tribologie<br />

von Kugelgelenken sowie die<br />

Schleifbearbeitung von Kalanderwalzen.<br />

Weitere Themen umfassten die Messung<br />

von Kugelumlaufspindeln bei geräuschund<br />

wirkungsgradkritischen Anwendungen<br />

sowie deren Quantifizierung mittels<br />

Streulichtmethode nach VDA 2009. Auch<br />

Aspekte wie Wissensmanagement im<br />

Zeitalter künstlicher Intelligenz und die<br />

Vorstellung eines neuen Oberflächenmodells<br />

anhand von Zylinderlaufbahnen fanden<br />

großes Interesse.<br />

Den Abschluss der Veranstaltung bildete<br />

ein offenes Forum, in dem Teilnehmende<br />

und Referenten gemeinsam darüber<br />

diskutierten, wie sich funktionsrelevante<br />

Oberflächen reproduzierbar und kosteneffizient<br />

fertigen und messen lassen – und<br />

welche Rolle die Kombination klassischer<br />

Verfahren mit dem Streulichtverfahren als<br />

innovativer Multisensorik-Ansatz dabei<br />

spielt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage,<br />

wie sich die Brücke zwischen industrieller<br />

Serienfertigung und Laborerkenntnis<br />

schließen lässt.<br />

Informationen: www.mahr.com<br />

18 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

NORTEC <strong>2026</strong> überzeugt mit hoher Besucherqualität<br />

Nach drei kompakten und spannenden<br />

Messetagen ging die NORTEC am 5. Februar<br />

zu Ende. Zahlreiche entscheidungsfreudige<br />

Fachbesucher mit konkreten Projekten<br />

kamen an drei Tagen in die Halle A4<br />

des Messegeländes Hamburg.<br />

Damit unterstreicht die NORTEC <strong>2026</strong> –<br />

trotz herausfordernder wirtschaftlicher<br />

Rah menbedingungen – ihre Position als<br />

wegweisende und Orientierung bietende<br />

Fachmesse für die Industrie im Norden.<br />

An den drei Messetagen zog die NORTEC<br />

vor allem entscheidungsrelevante Fachleute<br />

aus der Produktion an. Sascha<br />

Gersmann, Head of Marketing & Key<br />

Account Manager bei Citizen, bestätigt<br />

das: „Die NORTEC zeichnet sich durch<br />

die hohe Qualität der Gespräche und die<br />

Nähe zu den Kunden aus. Der Austausch ist<br />

intensiv und auf Augenhöhe – und genau<br />

das führt zu erfolgreichen Ergebnissen.“<br />

Für Jan Oltmanns, Exhibition and Showroom<br />

Specialist bei Mitutoyo, bleibt die<br />

NORTEC ebenfalls ein wichtiger Branchentreffpunkt<br />

mit Besucherqualität: „Die<br />

NORTEC versammelt alle wichtigen Akteure<br />

der Branche kompakt an einem Ort und<br />

gilt für viele ansässige Unternehmen als<br />

Pflichttermin. Die Messe zieht ein hochqualifiziertes<br />

Fachpublikum an, darunter<br />

Ingenieure, Beschaffungsspezialisten, Werks -<br />

leiter und Entscheider, die aktiv nach<br />

Lösungen und Partnerschaften suchen.<br />

Markus Horn, Geschäftsführer der<br />

Paul Horn GmbH, resümiert: „Ich bin jedes<br />

Mal positiv überrascht, wie vielseitig und<br />

detailliert die Gespräche verlaufen – gerade<br />

im Hinblick auf konkrete Anwendungsfälle.<br />

Man merkt, dass die Nachfrage nach<br />

Innovationen, neuen Lösungen – auch<br />

Sonderlösungen – und partnerschaftlicher<br />

Betreuung weiter steigt. Für uns hat die<br />

NORTEC einen festen Platz im Messekalender<br />

– auch 2028.“<br />

Elektronikfertigung und<br />

Medizintechnik stärker vertreten<br />

Besonders stark vertreten war in diesem<br />

Jahr die Elektro- und Elektronikindustrie –<br />

hier verzeichnete die NORTEC einen deutlichen<br />

Zuwachs. Auch die Medizintechnik ist<br />

<strong>2026</strong> stärker vertreten.<br />

Informationen: www.nortec-hamburg.de<br />

Intertool × Schweissen <strong>2026</strong> als Impulsgeber<br />

Die Intertool × Schweissen <strong>2026</strong> positioniert<br />

sich als Österreichs führende Fachmesse<br />

für Fertigungs-, Verbindungs- und<br />

Verarbeitungstechnik und als zentrale industriepolitische<br />

Plattform des Landes. In<br />

einer Zeit tiefgreifender Transformation<br />

wird die Messe zur strategischen Orientierungsplattform<br />

für Unternehmen – und zugleich<br />

zur hochrangigen Bühne für den<br />

Dialog zwischen Industrie und Politik.<br />

Als bedeutendstes Fachmesseduo für<br />

Produktionstechnologien bringt die<br />

Intertool × Schweissen <strong>2026</strong> Ent scheidungs<br />

träger aus Wirtschaft, Politik,<br />

Forschung und Ausbildung in Wels zusammen<br />

und unterstreicht ihre Rolle als<br />

maßgebliche Schnittstelle zwischen industriepolitischer<br />

Strategie und industrieller<br />

Realität.<br />

Vor dem Hintergrund aktueller Maßnahmen<br />

zur Stärkung des Industriestandorts<br />

wird die Intertool × Schweissen <strong>2026</strong> zu<br />

jenem Ort, an dem Industriepolitik greifbar<br />

wird. Politische Zielsetzungen treffen<br />

hier auf konkrete Technologien, marktfähige<br />

Innovationen und reale Investitionsentscheidungen.<br />

Die Messe fungiert damit<br />

als Übersetzerin zwischen Strategie und<br />

Umsetzung.<br />

Ein zentrales Element ist das weiterentwickelte<br />

Messekonzept von Austrian Exhibition<br />

Experts. Die Intertool × Schweissen<br />

versteht sich nicht mehr als klassische Produktschau,<br />

sondern als vernetztes Ökosystem<br />

aus Technologie, Wissen, Dialog und<br />

Nachwuchs. Klar strukturierte Themenwelten<br />

– von moderner Fertigung, Automatisierung<br />

und Robotik über Schweißtechnik<br />

bis zur hochpräzisen Mikrobearbeitung –<br />

ermöglichen effiziente Orientierung entlang<br />

realer Produktionsprozesse.<br />

Besonderes Gewicht erhält das Nachwuchsformat<br />

SkillQuest, der interaktive<br />

Nachwuchstag am 21. April <strong>2026</strong>. Jugendliche<br />

erleben Industrie hands-on und<br />

praxisnah. SkillQuest ist ein zentrales Instrument<br />

zur Fachkräftesicherung und ein<br />

klares Bekenntnis der Branche zur eigenen<br />

Zukunft.<br />

Mit der neuen Lohnfertiger Area rückt<br />

die Messe zudem einen essenziellen Teil<br />

industrieller Wertschöpfung in den Fokus<br />

und schafft zusätzliche Anknüpfungspunkte<br />

für Kooperationen.<br />

Informationen: www.intertool.at<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 19


News & Facts<br />

Zahni und das Geheimnis der perfekten Verzahnung<br />

Die DVS TECHNOLOGY GROUP hat auf<br />

der EMO Hannover ihre neue Kinderbuchserie<br />

„Zahni – Das Geheimnis der perfekten<br />

Verzahnung“ erfolgreich vorgestellt.<br />

Innerhalb weniger Messetage fanden die<br />

Geschichten rund um das Maskottchen<br />

Zahni großen Anklang bei Kunden, Mitarbeitenden<br />

und deren Familien.<br />

Mit der Buchserie verfolgt die Unternehmensgruppe<br />

ein besonderes Ziel: Maschinenbau<br />

verständlich und kindgerecht zu<br />

erklären – und gleichzeitig Brücken zwischen<br />

Beruf und Privatleben zu schlagen.<br />

Denn Verantwortung bedeutet für die<br />

DVS TECHNOLOGY GROUP nicht allein<br />

Innovation in der Technik, sondern auch<br />

die Gestaltung von Lebenswelten.<br />

„Unsere Mitarbeitenden, Partner und<br />

Kunden sind mehr als Fachkräfte. Sie sind<br />

Eltern, Vorbilder und Wertevermittler. Mit<br />

Zahni geben wir ihnen ein Medium, das sie<br />

mit ihren Kindern gemeinsam entdecken<br />

können. Technik wird so zum Abenteuer,<br />

das verbindet – und zum Ausdruck echten<br />

Stolzes auf das eigene Tun“, erklärt<br />

Stefanie Fischer, Head of Marketing der<br />

DVS TECHNOLOGY GROUP.<br />

Die siebenbändige Reihe begleitet<br />

Zahni, einen Metallrohling, auf seiner Reise<br />

durch das Land Zerspania. Dort begegnet<br />

er Freunden, die jeweils für unterschiedliche<br />

Fertigungstechnologien stehen – vom<br />

Drehen über das Schleifen bis hin zum<br />

Honen. Komplexe Technologien werden so<br />

zu spannenden Geschichten, die Neugier<br />

wecken, Identifikation schaffen und einen<br />

Generationendialog anstoßen – etwas, das<br />

klassische Kommunikationsmittel kaum<br />

leisten können.<br />

Nach der erfolgreichen Premiere auf<br />

der EMO 2025 in Hannover soll Zahni nun<br />

auch auf weiteren Messen, im internationalen<br />

Umfeld und über digitale Kanäle<br />

eine breite Öffentlichkeit erreichen.<br />

Zusätzlich plant die DVS TECHNOLOGY<br />

GROUP begleitende Inhalte wie weitere<br />

Episoden, Malvorlagen und digitale Erweiterungen.<br />

Über die Website der Unternehmensgruppe<br />

steht die Buchreihe als<br />

kosten loser Download zur Verfügung. Als<br />

Dankeschön besteht die Möglichkeit, freiwillig<br />

an den Verein PfefferminzGreen e.V.<br />

zu spenden, der Bildungs- und Umweltprojekte<br />

in Afrika unterstützt. So verbindet<br />

Zahni technologische Bildung mit sozialer<br />

Verantwortung – ganz im Sinne der Werte<br />

der DVS TECHNOLOGY GROUP.<br />

„Mit Zahni schlagen wir einen neuen<br />

Weg ein, um Menschen für Technik zu<br />

begeistern – nicht nur unsere Kunden,<br />

sondern auch die nächste Generation“, so<br />

Stefanie Fischer.<br />

Informationen:<br />

www.dvs-technology.com<br />

Einsatzfähigkeit von Hochleistungsmaterialien in Triebwerken<br />

Ein Forschungsteam der Universität<br />

Kassel hat neue Erkenntnisse zur Sicherheit<br />

von Hochleistungswerkstoffen gewonnen,<br />

die in Flugzeugtriebwerken eingesetzt<br />

wer den. Die Ergebnisse zeigen, dass nickelbasierte<br />

Materialien auch unter schockartigen<br />

mechanischen Belastungen und hohen<br />

Temperaturen ihre außergewöhnliche<br />

Festigkeit beibehalten.<br />

Die Forschung liefert wichtige Grundlagen<br />

für die Auslegung robusterer und<br />

sicherer Triebwerkskomponenten in der zivilen<br />

Luftfahrt und trägt langfristig zur weiteren<br />

Verbesserung der Flugsicherheit bei.<br />

Die Studie wurde von Prof. Dr. Benoit<br />

Merle vom Institut für Werkstofftechnik<br />

(Fachgebiet Mechanisches Verhalten von<br />

Werkstoffen) der Universität Kassel geleitet.<br />

Untersucht wurde eine intermetallische<br />

Phase (Ni 3 Si), die als Modellmaterial<br />

für sogenannte Nickelbasis-Superlegierungen<br />

dient, die in Flugzeugtriebwerken<br />

eingesetzt werden.<br />

Ein besonderes Merkmal dieser Materialien<br />

ist die sogenannte Fließspannungsanomalie:<br />

anders als gewöhnliche Metalle<br />

werden sie bei steigenden Temperaturen<br />

zunächst fester. Dieser Effekt ist für die<br />

mechanische Zuverlässigkeit von Triebwerken<br />

entscheidend, da sie aus Effizienzgründen<br />

bei extrem hohen Temperaturen<br />

(> 1000° C) betrieben werden, die bei klassischen<br />

Metallen zur Aufweichung führen<br />

würden.<br />

Bisher war jedoch unklar, ob dieser zentrale<br />

Mechanismus auch bei schockartigen<br />

Belastungen erhalten bleibt, wie sie beispielsweise<br />

bei Vogelschlägen, Trümmeraufprall<br />

oder harten Landungen auftreten<br />

können. Mithilfe neuartiger Nanoindentierungs-Experimente<br />

– einer Methode, bei<br />

der mechanische Eigenschaften im Nanometerbereich<br />

gemessen werden – konnte<br />

das Kasseler Team zeigen, dass die Fließspannungsanomalie<br />

auch bei hohen Belastungsgeschwindigkeiten<br />

bestehen<br />

bleibt und sich sogar bis in höhere Temperaturbereiche<br />

ausdehnt. Dass diese<br />

Erkenntnis nun gesichert ist, verbessert die<br />

Einsatzmöglichkeiten dieser Materialien in<br />

Triebwerken.<br />

Die Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit<br />

mit Prof. George M. Pharr aus der<br />

Texas A&M University (USA), einem international<br />

führenden und hochzitierten Experten<br />

auf dem Gebiet der Nanomechanik<br />

der Werkstoffe. Das Projekt wurde durch<br />

den European Research Council (ERC) im<br />

Rahmen des EU-Forschungsprogramms<br />

Horizon 2020 gefördert (Grant Agreement<br />

Nr. 949626).<br />

Die Ergebnisse wurden in der re nommier<br />

ten internationalen Fachzeitschrift<br />

Acta Materialia veröffentlicht:<br />

Merle et al.: „High strain rate persistence of<br />

the strength nanomaly in the L12 intermetallic<br />

compound Ni3Si evidenced by<br />

nanoindentation testing“ (2025)<br />

Informationen: www.uni-kassel.de<br />

20 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Neuer universeller Spiralbohrer für kleine Durchmesser<br />

Mit der Einführung des neuen<br />

BasicDrill Micro setzt EMUGE-FRANKEN<br />

seine Pro dukt offensive bei Vollhartmetall-<br />

Spiralbohrern fort. Der Hersteller von Präzisionswerkzeugen<br />

erweitert das Sortiment<br />

des Universalbohrers jetzt um zahlreiche<br />

Varianten für kleine Durchmesser zwischen<br />

1 und 2,95 mm. Damit deckt die Produktlinie<br />

nun Größen von 1 bis 24,5 mm ab,<br />

je nach Ausführung mit Bohrlängen von<br />

3xD, 5xD, 6xD oder 8xD.<br />

Hohe Präzision und Produktivität<br />

Bei der Konstruktion des BasicDrill Micro<br />

hat EMUGE-FRANKEN eine Reihe von Verbesserungen<br />

entwickelt. Vier statt der<br />

marktüblichen zwei Führungsfasen über<br />

eine Länge bis 4xD gewährleisten eine<br />

sehr exakte Führung und hohe Bohrungsqualität<br />

selbst bei anspruchsvollen Werkstoffen.<br />

Auf diese Weise werden besonders<br />

weiche Bohrwandungen und präzise<br />

Rundungen erzeugt, was nicht zuletzt für<br />

nachfolgende Gewindebohrungen von<br />

Vorteil ist.<br />

Die internen Kühlkanäle und die Hochleistungsbeschichtung<br />

tragen ebenfalls zu<br />

einer hohen Prozesssicherheit bei.<br />

Höhere Schnittwerte und<br />

längere Standzeiten<br />

Auch bei der Bohrergeometrie setzen<br />

die Franken eigene Akzente. Das Ergebnis<br />

ist neben einer neuen Schneidengeometrie<br />

mit einer besonderen Verrundung<br />

der Kanten ein Spitzenwinkel von 130 °.<br />

Folgen sind eine höhere Lebensdauer<br />

und längere Standzeiten, gleichzeitig<br />

arbeitet das Werkzeug produktiver, wo--<br />

durch sich die Bearbeitungszeiten verkürzen.<br />

Denn dank der verbesserten Geometrie<br />

sind höhere Schnittwerte und eine<br />

Bearbeitung mit Vorschüben möglich, die<br />

bis zu 30 % über denen von Wettbewerbsprodukten<br />

liegen. Außerdem optimiert die<br />

neue Bauform das Zentrierverhalten, weshalb<br />

auf das Pilotieren und Anzentrieren<br />

verzichtet werden kann.<br />

Ein „echter“ Universalbohrer<br />

Der Spiralbohrer ist für unterschiedliche<br />

Anforderungen in allen drei Schaftformen<br />

erhältlich: HA mit glattem Schaft, HE mit<br />

geneigter Spannfläche für Whistle-Notch-<br />

Spannfutter und HB mit seitlicher Mitnahmefläche<br />

für Weldon-Aufnahmen.<br />

Dank verbesserter Geometrie sind höhere<br />

Schnittwerte und Vorschübe möglich<br />

Als universell einsetzbarer Bohrer ist<br />

der BasicDrill Micro für eine breite Materialpalette<br />

nutzbar. Das belegen umfassende<br />

Testreihen mit einer Vielzahl von Probebohrungen<br />

in verschiedenen Werkstoffen.<br />

Die Vergleiche liefern überzeugende<br />

Ergebnisse über zahlreiche Werkstoffe hinweg.<br />

Damit ist der Spiralbohrer für einfache<br />

und rostfreie Stähle sowie Nichteisenmetalle<br />

wie Kupfer und Aluminium ebenso<br />

geeignet wie für gehärtete und schwer<br />

zerspanbare Materialien.<br />

„Mit der Neuheit ist uns ein optimaler<br />

Mix aus Qualität und Leistung zu einem<br />

sehr marktfähigen Preis gelungen“, erklärt<br />

Martin Steinbach, Produktmanager Bohrwerkzeuge.<br />

Zu den Zielbranchen gehören<br />

unter anderem die Uhrenindustrie, die<br />

Feinwerk- und Medizintechnik, die Lebensmittelverarbeitung<br />

und der allgemeine<br />

Maschinenbau.<br />

Spiralbohrer-Produktoffensive<br />

erfolgreich<br />

Als universell einsetzbarer Bohrer ist der BasicDrill Micro für eine breite Materialpalette<br />

nutzbar – das belegen umfassende Testreihen mit einer Vielzahl von Probebohrungen<br />

in verschiedenen Werkstoffen<br />

Seit EMUGE-FRANKEN 2021 mit dem<br />

BasicDrill seine Produktoffensive bei Spiralbohrern<br />

gestartet hat, konnte der Umsatz<br />

des Segments deutlich zulegen. Den ersten<br />

Modellen der Längen 3xD und 5xD<br />

folgten 2024 die 8xD-Bohrer. Zuvor war das<br />

Unternehmen vor allem für seine hochwertigen<br />

Gewindewerkzeuge bekannt.<br />

Informationen: www.emuge-franken.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 21


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Die klügere Schleifscheibe gibt nach<br />

Wie elastisch gebundene Diamantwerkzeuge die<br />

Feinstbearbeitung optimieren<br />

Wenn sich das härteste Material der Welt<br />

und weicher Kunststoff vereinigen, dann<br />

entstehen Werkzeuge mit ganz besonderen<br />

Eigenschaften zum Schleifen. Die Rede<br />

ist von elastisch gebundenen Diamantschleifscheiben.<br />

Diese spielen bei der Endbearbeitung<br />

ihre Stärken aus und sorgen für den perfekten<br />

Schliff. Innovative Verfahren wie diese<br />

sind nötig, denn die Fertigungsindustrie<br />

steht vor der Herausforderung, immer<br />

komplexere und präzisere Bauteile aus<br />

widerstandsfähigen Materialien herzustellen.<br />

Herkömmliche Produktionsverfahren<br />

stoßen hier oft an Grenzen, insbesondere<br />

wenn die Oberflächen so fein sind, dass sie<br />

besonders sensibel bearbeitet werden<br />

müssen. Auf der Fachmesse GrindingHub,<br />

die der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)<br />

vom 5. - 08. Mai<br />

<strong>2026</strong> in Stuttgart veranstaltet, werden die<br />

Besucher mehr über innovative Schleiftechniken<br />

für höchste Oberflächengüten<br />

erfahren.<br />

Für anspruchsvolle<br />

Finish- und Polierprozesse<br />

Elastisch gebundene Diamantwerkzeuge<br />

spielen ihre Stärken überall dort aus, wo<br />

hochharte Werkstoffe wie Hartmetall<br />

präzise bearbeitet werden müssen<br />

(Foto: Artifex)<br />

Elastische Schleif- und Polierwerkzeuge sind in den verschiedensten Branchen im Einsatz;<br />

in der Metallbearbeitung veredeln sie Oberflächen von feinsten chirurgischen Instrumenten<br />

bis hin zu hochbelastbaren Turbinenschaufeln<br />

(Foto: VDW / Rainer Jensen)<br />

Elastische Schleif- und Polierwerkzeuge<br />

sind in den verschiedensten Branchen<br />

im Einsatz. In der Metallbearbeitung veredeln<br />

sie Oberflächen von feinsten chirurgischen<br />

Instrumenten bis hin zu hochbelastbaren<br />

Turbinenschaufeln. Mit diesen<br />

Werkzeugen lassen sich Fertigungspro -<br />

zesse beschleunigen sowie Wirtschaftlichkeit<br />

und Nachhaltigkeit in der Produktion<br />

steigern. „Ihre Stärken spielen unsere elastisch<br />

gebundenen Diamantwerkzeuge<br />

überall dort aus, wo hochharte Werkstoffe<br />

wie Hartmetall präzise bearbeitet werden<br />

müssen“, sagt Jens Meiberg, Leiter Technologieentwicklung<br />

des GrindingHub-<br />

Ausstellers Artifex Dr. Lohmann GmbH<br />

& Co. KG, ein Spezialist für elastische<br />

Schleif- und Polierwerkzeuge mit Sitz in<br />

Kaltenkirchen bei Hamburg.<br />

„Besonders in Anwendungen, bei denen<br />

extrem feine Oberflächen bis hin zum<br />

Spie gel glanz gefordert sind, erzielen sie<br />

ihre maximale Wirkung“, sagt Meiberg.<br />

Dadurch eignen sie sich ideal für anspruchs<br />

volle Finish- und Polierprozesse.<br />

Aktuell fokussiert sich Artifex nach<br />

Meibergs Worten auf die Bearbeitung von<br />

Bohr- und Fräswerkzeugen aus Hartmetall<br />

zur Schneidkantenvervollkommnung<br />

und einer effizienteren Spanführung von<br />

Zerspannungswerkzeugen.<br />

Höhere Effizienz und<br />

reduzierte Gesamtkosten<br />

Technisch optimale Oberflächen sind das<br />

Eine, Wirtschaftlichkeit ist das Andere. In<br />

der industriellen Praxis kommt es letztlich<br />

auf die Kosten-Nutzen-Rechnung für<br />

den Anwender an. Mit anderen Worten:<br />

wann rechtfertigt die verbesserte Oberflächenqualität<br />

den höheren Aufwand? „Studien<br />

belegen Standzeitverbesserungen<br />

um mehr als 50 % gegenüber unpräparierten<br />

Werkzeugen“, sagt Manager Meiberg.<br />

Kombiniert mit dem schnelleren Spanfluss<br />

und größerem Spanvolumen erziele der<br />

Anwender einen gravierenden Kosten- und<br />

Standzeitvorteil. Durch die Bearbeitung<br />

mit den elastisch gebundenen Diamantwerkzeugen<br />

werde die Oberflächenqualität<br />

der bearbeiteten Werkstücke deutlich<br />

verbessert. „Diese Optimierung führt in<br />

der Praxis zu spürbar längeren Standzeiten<br />

nachfolgender Werkzeuge sowie zu einem<br />

stabileren und zuverlässigeren Prozessverhalten.<br />

Anwender profitieren dadurch von<br />

höherer Effizienz und reduzierten Gesamtkosten“,<br />

so Meiberg.<br />

Feinfühlige Bearbeitung für<br />

filigrane Oberflächen<br />

Manche Oberflächen sind so filigran, dass<br />

sie extrem feinfühlig bearbeitet werden<br />

müssen. Elastisch gelagerte Diamantpartikel<br />

erzielen, wie der Leiter Technologie-<br />

22 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Raum für Grundlagenforschung<br />

bis in den Nanometerbereich<br />

Es geht auch glatter:<br />

In der Vergrößerung sticht der Unterschied<br />

zwischen geschliffenen und poliergeschliffenen Oberflächen klar hervor<br />

(Foto: Institut für Spanende Fertigung)<br />

entwicklung von Artifex erklärt, „nicht konturverändernde<br />

Glanzoberflächen“ durch<br />

das Kappen von topologischen Materialspitzen.<br />

Dabei federt das homogen verteilte<br />

Schleifmedium in der Bindungsmatrix<br />

vor und zurück. Vereinfacht und laienhaft<br />

gesagt: die weiche Masse gibt etwas<br />

nach, sodass die Körnchen beim Reiben<br />

leicht wackeln, statt fest zu kratzen. Deshalb<br />

wird die Oberfläche nur ganz sanft<br />

geglättet und poliert, anstatt Material<br />

aggressiv abzutragen oder die Form zu<br />

verändern. Mit anderen Worten: die klügere<br />

Schleifscheibe gibt nach. „Druck- und<br />

Geschwindigkeitsparameter des Prozesses<br />

stellen die größte Herausforderung dar, um<br />

Kornausbrüche aus dieser neuentwickelten<br />

Softbindung auszuschließen“, sagt<br />

Meiberg. Die Oberflächengüte könne<br />

reproduzierbar über den gesamten Le -<br />

bens zyklus der Scheiben erzielt werden.<br />

Mittels der Werkzeugwechselmöglichkeiten<br />

in der Maschine erfolge die Bearbeitung<br />

in einer Aufspannung und nicht durch<br />

nachgelagerte Prozesse. Meibergs Worten<br />

zufolge stellt Artifex durch die haus -<br />

eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung<br />

eine kontinuierliche Weiterentwicklung<br />

der Diamantwerkzeuge sicher –<br />

insbesondere im Hinblick auf neue Hartmetalllegierungen<br />

und moderne Hartmetallwerkzeuge.<br />

Im Mikro- und Nanometerbereich ist noch<br />

viel Raum für Grundlagenforschung an den<br />

Universitäten. Das gilt auch beim Einsatz<br />

nachgiebiger Feinstbearbeitungswerkzeuge<br />

in der Endbearbeitung strukturierter<br />

Oberflächen. Dr. Monika Kipp, die am<br />

Institut für Spanende Fertigung der Technischen<br />

Universität Dortmund die Abteilung<br />

Schleiftechnologie leitet, beschäftigt<br />

sich intensiv mit dem Thema. „Ein Anwendungsbeispiel<br />

für den Einsatz nachgiebiger<br />

Feinstbearbeitungswerkzeuge ist die Endbearbeitung<br />

strukturierter Oberflächen“,<br />

sagt Kipp. Werden diese beispielsweise<br />

durch Fräsen hergestellt, können Mikrograte<br />

entstehen. Um diese zu entfernen,<br />

ohne eine wesentliche Veränderung der<br />

Struktur zu erzeugen, und gleichzeitig die<br />

Oberflächenbeschaffenheit zu verbessern,<br />

sei eine hohe Anpassungsfähigkeit der<br />

Werkzeuge notwendig, und es dürfe lediglich<br />

ein sehr geringer Materialabtrag erzielt<br />

werden. „Um diese Zielsetzung zu erreichen,<br />

beschäftigen wir uns in der Forschung<br />

mit dem grundlegenden Prozessverhalten<br />

nachgiebiger Diamantwerkzeuge“,<br />

sagt die Wissenschaftlerin, die kürzlich<br />

mit der Otto-Kienzle-Gedenkmünze der<br />

WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für<br />

Produktionstechnik) ausgezeichnet wurde.<br />

Perfekte Choreografie<br />

Wenn sehr empfindliche Oberflächen mit<br />

flexiblen Werkzeugen bearbeitet werden,<br />

muss genau bekannt sein, wie Werkzeuge<br />

und Material zusammenwirken. „Um in der<br />

Feinstbearbeitung mit elastisch gebundenen<br />

Diamantschleifscheiben oder anderen<br />

nachgiebigen Schleifwerkzeugen unerwünschte<br />

Konturveränderungen zu vermeiden,<br />

ist die Kenntnis der grundlegenden<br />

Prozesswechselwirkungen unerlässlich“,<br />

bringt Kipp die zentrale Herausforderung<br />

auf den Punkt. Dies umfasse beispielsweise<br />

die Abstimmung der Prozessparameter<br />

und der Bindungshärte beziehungsweise<br />

Nachgiebigkeit der Werkzeuge und<br />

somit der lokalen Kontaktsituation. Darüber<br />

hinaus, so die Wissenschaftlerin, könne<br />

auch eine gezielte Anpassung der Prozessführung<br />

hinsichtlich der Eingriffskinematik<br />

zielführend sein. Laienhaft vorstellen kann<br />

man sich das wie eine Choreografie.<br />

Wie schnell bewegt sich das Schleifwerkzeug?<br />

Wie schnell wird das Werkstück<br />

vorbeigeführt? In welchem Winkel oder<br />

Muster treffen die Körner auf die Oberfläche?<br />

Wie oft greift ein einzelnes Korn in<br />

das Material ein? Für ein optimales Ergebnis<br />

kommt es auf ein perfektes Zusammenspiel<br />

an.<br />

Die drei K: Kontaktdruck,<br />

Kontaktzeit, Korngröße<br />

Die Oberflächengüte in der Feinstbearbeitung<br />

sei unter anderem von der lokalen<br />

Kontaktsituation abhängig, sagt Kipp.<br />

„In Bezug auf die Prozessauslegung ist hinsichtlich<br />

der Zielsetzung zu unterscheiden,<br />

ob eine möglichst geringe Rauheit eingestellt<br />

werden soll oder ob Funktionsflächen<br />

mit Struktur- oder Konturelementen nachzubearbeiten<br />

sind“, erklärt die Forscherin.<br />

Für entsprechende Anwendungen können<br />

nachgiebige Abrasivwerkzeuge eingesetzt<br />

werden. Der Materialabtrag und damit die<br />

Oberflächenbeschaffenheit könne unter<br />

anderem durch die Abstimmung des Kontaktdrucks,<br />

der Kontaktzeit und der Korngröße<br />

gesteuert werden.<br />

Im Schleifspalt ist es dunkel<br />

Bei Anwendungen im Grenzbereich des<br />

technisch Möglichen und betriebswirtschaftlich<br />

Sinnvollen eröffnet sich also<br />

noch ein weites Feld für die industrielle<br />

und akademische Forschung. Denn nach<br />

wie vor gilt das geflügelte Wort unter Fachleuten:<br />

„Im Schleifspalt ist es dunkel.“ Dieses<br />

Bonmot deutet an, dass Praktiker und<br />

Forscher die tiefsten physikalischen und<br />

verfahrenstechnischen Geheimnisse des<br />

Schleifens noch ausleuchten müssen, um<br />

industrielle Produktionsprozesse technisch<br />

zu optimieren sowie effizienter und nachhaltiger<br />

zu gestalten.<br />

Informationen: www.grindinghub.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 23


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Verzahnung in die eigene Fertigung geholt<br />

Die Heinrich Wagner Sinto Maschinenfabrik<br />

GmbH (HWS) hat ihre Produktion<br />

neu organisiert und konnte damit die Fertigungstiefe<br />

und Wertschöpfung steigern.<br />

Die automatisierte Herstellung bestimmter<br />

Teile schuf an anderer Stelle Kapazitäten,<br />

um bislang extern vergebene<br />

Verzahnungsarbeiten im eigenen Werk<br />

auszuführen. Mit Werkzeuglösungen der<br />

INGERSOLL Werkzeuge GmbH gelang die<br />

Bearbeitung auf Anhieb.<br />

Das Unternehmen wurde 1937 von<br />

Georg Müller und Heinrich Wagner unter<br />

dem Namen Müller & Wagner in Laasphe<br />

als Fabrik für Gießereimaschinen gegründet.<br />

1975 entstand mit der japanischen<br />

Sintokogio-Gruppe eine Verkaufsgesellschaft<br />

für Vakuumformanlagen, die<br />

Wagner Sinto. Dies war der Grundstein für<br />

die bis heute sehr gute Beziehung beider<br />

Unternehmen. 1983 erfolgte der Zusammenschluss<br />

mit dem japanischen Konzern,<br />

dem weltweit größten Gießereimaschinenhersteller.<br />

Seit 2003 ist HWS eine<br />

100 %ige Tochter von Sintokogio – eine<br />

Partnerschaft, die sich zu einer Erfolgsgeschichte<br />

entwickelt hat. HWS ist heute<br />

marktführender Hersteller von Formanlagen,<br />

Formmaschinen sowie Anlagentechnologien<br />

zur Herstellung hochverdichteter<br />

Formen für Gießereien.<br />

Planung und Produktion der Gießereimaschinen<br />

von HWS erfolgen vollständig<br />

in Deutschland. Weil der Platz am Firmensitz<br />

knapp wurde, kam ein zweiter Standort<br />

für die mechanische Fertigung im nahegelegenen<br />

Niederlaasphe hinzu, während<br />

Konstruktion, Entwicklung, Verwaltung<br />

und Montage in Bad Laasphe verblieben.<br />

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen<br />

rund 320 Mitarbeiter in Deutschland.<br />

Kundenspezifische Fertigungslinien<br />

Der Hersteller bietet neben einzelnen<br />

Maschinen auch komplette Fertigungslinien<br />

für Gießereien an. Je nachdem, ob<br />

die Kunden etwa Badezimmerarmaturen,<br />

Bremsscheiben oder Motorblöcke herstellen,<br />

sind die Ansprüche an die Anlagen<br />

ganz unterschiedlich. HWS produziert<br />

daher überwiegend Sondermaschinen<br />

nach Kundenwunsch. Die Auslegung<br />

berücksichtigt vor allem die in der Produktion<br />

eingesetzte Formkastengröße sowie<br />

die räumlichen Gegebenheiten beim<br />

Kunden.<br />

Neben spezifischen Teilen benötigt die<br />

Fertigung insbesondere für Antriebe eine<br />

Vielzahl von Standardkomponenten. Bauteile<br />

für hydraulische Antriebe stellt HWS<br />

komplett im eigenen Haus her. Dadurch<br />

Haben das Projekt erfolgreich umgesetzt:<br />

Johannes Bitter (Teamleiter Drehen),<br />

Kevin Richstein (technischer Berater INGERSOLL)<br />

und Christian Hammer (Abteilungsleiter<br />

mechanische Bearbeitung), v. l.<br />

kann das Unternehmen im Bedarfsfall Ersatzteile<br />

innerhalb von 24 Stunden liefern.<br />

Bei elektrischen Antrieben, die zunehmend<br />

an Bedeutung gewinnen, sah es<br />

bisher anders aus. Die dafür benötigten<br />

Verzahnungsteile wurden vollständig<br />

extern gefertigt. „Je nachdem, wie stark<br />

der Lohnfertiger gerade ausgelastet ist,<br />

kam es dabei zu Lieferzeiten zwischen acht<br />

und zwölf Wochen“, berichtet Johannes<br />

Bitter, Teamleiter Drehen bei HWS.<br />

Automatisierung als Basis<br />

für die Umstrukturierung<br />

Zur Optimierung der Fertigung investiert<br />

HWS seit einigen Jahren gezielt in Automatisierung.<br />

Den Anfang machte ein Dreh-<br />

Fräs-Zentrum von DMG Mori mit Roboterzelle.<br />

Später kamen im Fräsbereich zwei<br />

DMG-Maschinen mit Palettenhandling<br />

dazu. Insgesamt kann HWS über 20 Paletten<br />

verschiedener Größe automatisiert im<br />

Fräsbereich einsetzen. Mit den Maschinen<br />

fertigt der Hersteller Lagerteile in höheren<br />

Losgrößen, die für verschiedene Anlagen<br />

benötigt werden.<br />

Automatisierung auch um Drehbereich; mit der Serienfertigung auf einer CLX 450TC<br />

wurden an anderer Stelle Kapazitäten frei, um in die Verzahnung einsteigen zu können<br />

Damit war die Voraussetzung geschaffen,<br />

Arbeitsprozesse innerhalb der Drehabteilung<br />

neu zu strukturieren. Gezielt<br />

wurden Arbeiten auf die automatisierte<br />

DMG CLX 450TC verlagert, wodurch auf<br />

anderen Maschinen Kapazitäten für neue<br />

Aufgaben entstanden. So entstand der<br />

Weg für die eigene Produktion von Verzahnungsteilen.<br />

Den Anfang sollten die kleins-<br />

24 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

ten der hier benötigten Teile machen:<br />

Ritzelwellen Modul 4 mit einem Außendurchmesser<br />

von 108 mm, gefertigt in Losgrößen<br />

zwischen fünf und zehn Stück auf<br />

einer Mazak Integrex i-400.<br />

Verzahnung war Neuland für die Fertigung<br />

der Heinrich Wagner Sinto Maschinenfabrik;<br />

als drittes Werkzeug schlichtet ein<br />

ChipSurfer von INGERSOLL die<br />

endgültigen Konturen der Zähne<br />

Testsieger INGERSOLL<br />

Die Herstellung von Verzahnungen war<br />

für HWS absolutes Neuland. Dass HWS sich<br />

für die INGERSOLL Werkzeuge GmbH entschied,<br />

war kein Zufall: im Zuge der Neuorganisation<br />

hatte man sämtliche bisher<br />

eingesetzten Werkzeuge auf den Prüfstand<br />

gestellt. Vor gut einem Jahr testete HWS<br />

unterschiedliche Werkzeughersteller bei<br />

verschiedenen Bearbeitungsaufgaben gegeneinander<br />

und wechselten in der Folge<br />

vieles aus. „INGERSOLL hat sich in den<br />

Vergleichen super geschlagen“, fasst<br />

Christian Hammer, Abteilungsleiter mechanische<br />

Bearbeitung, zusammen.<br />

Seitdem setzt HWS viele Werkzeuge von<br />

INGERSOLL zum Fräsen und verstärkt auch<br />

Schneidplatten zum Drehen ein. Neben<br />

der Werkzeugqualität schätzt das Unternehmen<br />

die Beratung und den Service des<br />

Herstellers aus Haiger. „Die Zusammenarbeit<br />

war immer hervorragend und mit<br />

Kevin Richstein haben wir einen sehr kompetenten<br />

Ansprechpartner“, lobt Hammer.<br />

„Wenn wir ein Anliegen haben, wird uns<br />

innerhalb kürzester Zeit schnell und<br />

unkompliziert weitergeholfen. Im Bedarfsfall<br />

bekommen wir auch sehr schnell<br />

Ersatz.“<br />

Da man in Niederlaasphe auch um die<br />

Stärken von INGERSOLL im Bereich Verzahnung<br />

wusste, war der Werkzeughersteller<br />

gesetzt, als es um die Fertigung<br />

der ersten Ritzelwellen ging. „Wir waren<br />

uns sehr sicher, damit den richtigen Partner<br />

mit im Boot zu haben“, so Hammer.<br />

Für die Bearbeitung wählte Kevin Richstein,<br />

technischer Berater bei INGERSOLL, zwei<br />

Schruppwerkzeuge und ein Schlichtwerkzeug<br />

aus.<br />

Mit drei Werkzeugen zur Verzahnung<br />

Den Anfang der Bearbeitung macht ein<br />

mit zwei V-förmigen Wendeschneidplatten<br />

bestückter Schaftfräser aus der HiPosS-<br />

FeedV-Serie von INGERSOLL. Mit seiner<br />

Breite von 8 mm fräst er im ersten Arbeitsgang<br />

die Nuten zwischen den späteren<br />

Zähnen. Der große Spanwinkel reduziert<br />

die Schnittbelastung und sorgt für eine<br />

hervorragende Spanabfuhr.<br />

Der zweite eingesetzte Fräser von<br />

INGERSOLL ist ein dreischneidiger VHM-<br />

Speedfräser Incoolant mit 4 mm Durchmesser,<br />

der die Konturen der Verzahnung<br />

schruppt. Das abschließende Schlichten<br />

übernimmt ein ChipSurfer-Sonderwerkzeug.<br />

Die Schneiden des VHM-Einschraubkopfes<br />

sind exakt an die gewünschte<br />

Zahnform angepasst. Da ein verschlissener<br />

Fräskopf gewechselt werden kann,<br />

ohne das Werkzeug jedes Mal neu zu vermessen,<br />

wird die Arbeit der Bediener<br />

erleichtert.<br />

Vom Ergebnis ist man bei HWS sehr<br />

angetan. „Nach dem Schlichten mit dem<br />

Formfräser sehen die Teile aus wie geschliffen“,<br />

berichtet Johannes Bitter. Die von<br />

INGERSOLL empfohlenen Schnittwerte<br />

konnte er direkt übernehmen. Inklusive<br />

der Drehvorbearbeitung beträgt die<br />

Bearbeitungszeit pro Ritzelwelle rund<br />

40 Minuten.<br />

Die Kostenanalyse lieferte zudem eine<br />

Überraschung: Die selbst produzierten<br />

Zahnräder kosten das Unternehmen<br />

nur etwa halb so viel wie die bisher zugelieferten<br />

Teile. Neben Kosten spart HWS<br />

auch Zeit. „Mit der Inhouse-Fertigung<br />

können wir die Lieferzeiten extrem verkürzen,<br />

wovon unsere Kunden profitieren“,<br />

freut sich Hammer. Lediglich das Härten<br />

erfolgt noch extern. Der Zeitrahmen dafür<br />

ist überschaubar.<br />

Weitere Bauteile sollen folgen<br />

Mit den positiven Erfahrungen plant HWS<br />

weitere Bauteile in die eigene Fertigung<br />

zu überführen. Nach den kleineren Ritzelwellen<br />

Modul 4 sollen auch Modul 8<br />

und 10 folgen. Diese Zahnräder verbaut<br />

der Hersteller häufiger. Die Bearbeitungsstrategie<br />

bleibt gleich, allerdings unterscheiden<br />

sich die Profile der unterschiedlichen<br />

Module hinsichtlich Höhe, Breite und<br />

Winkel, sodass jeweils eigene Werkzeugsätze<br />

erforderlich sind.<br />

Größere Zahnräder können auf einer<br />

weiteren Mazak-Maschine hergestellt werden.<br />

Auch eine automatisierte Fertigung<br />

auf der CLX ist aufgrund der längeren Laufzeiten<br />

denkbar. Zudem plant HWS, künftig<br />

auch Kettenräder und Zahnstangen,<br />

die Gegenstücke der Zahnräder, selber zu<br />

fertigen.<br />

Der Wegfall des russischen Marktes<br />

und die US-Zölle treffen die Firma spürbar.<br />

Dennoch ist die Auftragslage derzeit<br />

zufriedenstellend. Darüber hinaus hat<br />

sich das Unternehmen ein weiteres Standbein<br />

aufgebaut: mit seinem Maschinenpark<br />

ist es auch für Lohnfertigung gut<br />

aufgestellt und kann für Kunden Bauteile<br />

vom kleinen Würfel bis hin zu 20 Tonnen<br />

schweren Schweiß- oder Gusskonstruktionen<br />

drehen oder fräsen. Lohnverzahnung<br />

kann HWS nun ebenfalls anbieten.<br />

Informationen: www.ingersoll-imc.de<br />

Der VHM-Speedfräser Incoolant arbeitet<br />

im zweiten Arbeitsgang die Konturen<br />

der Verzahnung heraus<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 25


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Auf der Überholspur zur optimalen Zerspanungslösung<br />

Mit ToolSelect von CERATIZIT wird die<br />

Werkzeugauswahl für Fräsen, Bohren,<br />

Drehen und Stechen radikal vereinfacht.<br />

Ob per 3D‐Modell‐Upload oder manueller<br />

Eingabe: nach nur wenigen Klicks erhalten<br />

Anwender bis zu vier passende Bearbeitungslösungen<br />

inklusive Schnittdaten.<br />

Die Wahl des richtigen Werkzeugs beeinflusst<br />

maßgeblich Zykluszeiten, Bauteilqualität<br />

und Werkzeugstandzeit. Lange<br />

Zeit stützte sich dieser Prozess auf Erfahrung,<br />

Kataloge und nicht selten auf pures<br />

Ausprobieren – ein Ansatz, der Zeit<br />

kostet und Fehler begünstigt. Und heute?<br />

Da erwarten Zerspanungsprofis schnelle,<br />

präzise Antworten ohne Trial‐and‐Error.<br />

Digitale Plattformen wie ToolSelect von<br />

CERATIZIT schaffen Abhilfe: Sie standardisieren<br />

die Entscheidungsfindung, reduzieren<br />

Komplexität und verkürzen deutlich<br />

den Weg zur optimalen Lösung.<br />

Und wie schnell ist ToolSelect tatsächlich?<br />

„Unser Ziel war es, die passende<br />

Gesamtlösung in lediglich 90 Sekunden<br />

zu liefern. Dazu starten Nutzer entweder<br />

mit einer manuellen Eingabe der relevanten<br />

Werkstück‐ und Prozessparameter<br />

oder wählen den 3D‐Modell‐Upload. Das<br />

beschleunigt die Datenerfassung und<br />

reduziert gleichzeitig Übertragungsfehler“,<br />

so Bianca Rief, Teil des Product Owner<br />

Teams von ToolSelect bei CERATIZIT. Auf<br />

dieser Basis generiert das System bis zu<br />

vier Alternativen für die jeweilige Bearbeitung<br />

und führt in wenigen weiteren<br />

Klicks zum gespeicherten Angebot oder<br />

direkt zur Bestellung im Onlineshop von<br />

CERATIZIT.<br />

Das Komplettpaket<br />

von der Spindel bis zur Schneide<br />

Statt einzelner Komponenten empfiehlt<br />

ToolSelect stets das komplette Werkzeug<br />

– vom Adapter über Halter bis hin<br />

zur Schneide – und ergänzt diese um die<br />

passenden Schnittdaten wie Schnittgeschwindigkeit,<br />

Vorschub und Zustellung.<br />

So werden Fehlkombinationen vermieden,<br />

die Werkzeugsuche verkürzt und die<br />

Prozesssicherheit gesteigert. Gleichzeitig<br />

sorgt die digitale Auswahl für volle Reproduzierbarkeit,<br />

sogar über Teams und<br />

Standorte hinweg, wodurch sich Ausschuss<br />

in der Produktion reduzieren lässt und<br />

Rüstzeiten spürbar schrumpfen.<br />

3D‐Analyse und<br />

nahtlose Prozessplanung<br />

Die CAD‐Datenanalyse verarbeitet gängige<br />

3D‐Formate und kann optional Informationen<br />

aus zugehörigen PDF‐Zeichnungen<br />

wie Toleranzen, Gewinde oder Material<br />

automatisch übernehmen. Zusätzlich lassen<br />

sich hinterlegte Rohteile und Maschinen<br />

einbinden. Manuel Bergmann, Team<br />

Lead IT VC Applications bei CERATIZIT<br />

erläutert: „Werkzeuge, die der Kunde<br />

bereits erfolgreich verwendet oder die<br />

im Werkzeugausgabesystem Tool‐O‐Mat<br />

verfügbar sind, werden hervorgehoben.<br />

Das verschafft Transparenz über vorhandene<br />

Ressourcen und beschleunigt die<br />

Auswahl im laufenden Betrieb.“<br />

Über die Werkzeugempfehlung hinaus<br />

öffnet ToolSelect die Tür zur durchgängigen<br />

Prozessplanung: in Zusammenarbeit<br />

ToolSelect liefert Kunden schnell<br />

kombinierte Werkzeuglösungen<br />

mit der separaten Software Spanflug MAKE<br />

wird das 3D‐Modell analysiert, ein vollständiger<br />

Arbeitsplan erstellt und für jeden<br />

Schritt das optimale Werkzeug gewählt.<br />

Die Integration der CERATIZIT Werkzeugdaten<br />

in diesen Workflow liefert einen konsistenten<br />

Operationsplan samt Werkzeugliste<br />

und Echtzeit‐Verfügbarkeit. Sollte<br />

doch eine Komponente fehlen, kann sie<br />

direkt aus der Planung heraus bestellt<br />

werden. Das spart Zeit, erhöht die Angebotsgenauigkeit<br />

und steigert die Prozesszuverlässigkeit<br />

vom ersten Klick bis zum<br />

fertigen Bauteil.<br />

Breiter Einsatz –<br />

vom Jobshop bis zum OEM<br />

Ob Einzelteilfertigung oder Serienproduktion:<br />

ToolSelect deckt sämtliche Standardoperationen<br />

ab und ist damit für unterschiedlichste<br />

Branchen und Losgrößen<br />

geeignet. Die Plattform hilft Wissenslücken<br />

zu schließen, insbesondere bei weniger<br />

erfahrenen Anwendern, und unterstützt<br />

globale Rollouts von Best‐Practice‐Setups.<br />

ToolSelect bündelt Werkzeugkompetenz,<br />

Datenintelligenz und Prozessintegration<br />

zu einem durchgängigen Nutzererlebnis:<br />

von der schnellen, fehlerarmen<br />

Auswahl über vollständige Schnittdaten<br />

und Shop‐Anbindung bis hin zur integrierten<br />

Fertigungsplanung mit Spanflug<br />

MAKE. „Wer einfacher und effizienter zerspanen<br />

möchte, findet mit ToolSelect die<br />

Abkürzung zur Rund-um-Lösung – bereits<br />

jetzt für Fräsen, Bohren, Drehen und<br />

Stechen, und stets mit Blick auf künftige<br />

Anforderungen skalierbar aufgebaut“, fassen<br />

die beiden Product Owner zusammen.<br />

Vom 3D-Modell-Upload bis zum fertigen Bauteil in nur wenigen Klicks<br />

Informationen: www.ceratizit.com<br />

26 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Supermini für Systemschnittstellen<br />

Die Paul Horn GmbH erweitert das Werkzeugsystem<br />

Supermini um neue Haltervarianten.<br />

Das Halterprogramm zielt speziell<br />

auf den Einsatz in modernen Dreh-/Fräszentren<br />

ab. Der Werkzeughersteller reduziert<br />

damit die Anzahl von Schnittstellen<br />

zwischen Schneidplatte und Maschinenspindel,<br />

im Vergleich zu konventionellen<br />

Spannfuttern. Dies ermöglicht eine höhere<br />

Präzision sowie eine höhere Prozesssicherheit.<br />

Horn bietet das Haltersystem mit unterschiedlichen<br />

Maschinenschnittstellen.<br />

Dazu zählen: HSK-T63, HSK-E40 für<br />

Willemin-Macodel, HSK-A40 für Bumotec<br />

sowie HSK-T40 für alle weiteren Multitasking-Maschinen.<br />

Die Spannung der Supermini-Schneidplatte<br />

geschieht in allen Varianten<br />

über ein Stirnspann- oder Abhebeelement.<br />

Die Klemmung erfolgt hierbei<br />

nicht über die Mantelfläche des Werkzeugs,<br />

sondern über einen stirnseitigen<br />

Spannkeil. Dies bewirkt eine höhere Haltekraft<br />

der Schneidplatte und damit eine<br />

hohe Steifigkeit des Gesamtsystems.<br />

Ausdrehen, Profildrehen, Inneneinstechen,<br />

Gewindedrehen, Fasen, Axialstechen,<br />

Bohren sowie Nutstoßen. Das Werkzeugsystem<br />

Supermini lässt sich für zahlreiche<br />

Bearbeitungsoperationen anpassen und<br />

einsetzen. Zum Einsatz kommt die Vollhartmetall-Schneidplatte<br />

in der Bohrungsbearbeitung<br />

von Durchmesser 0,2 mm bis<br />

rund 10 mm. Horn entwickelte den Rohling<br />

des Werkzeugs als eine Tropfenform. Diese<br />

Form ermöglicht präzise Anlageflächen<br />

im Werkzeughalter. Des Weiteren verhindert<br />

die Tropfenform das Verdrehen der<br />

Schneidplatte, das zu einer stets präzisen<br />

Lage der Spitzenhöhe des Werkzeugs<br />

führt. Bei langen Werkzeugauskragungen<br />

reduziert sie die Durchbiegungen und<br />

minimiert Vibrationen während des Drehprozesses.<br />

Je nach Einsatz und zu bearbeitendem<br />

Durchmesser bietet Horn die<br />

Schneidplatte in drei unterschiedlichen<br />

Die Spannung der Supermini-Schneidplatte<br />

geschieht in allen Varianten des Halterprogramms<br />

über ein Stirnspann- oder Abhebeelement;<br />

dies bewirkt eine höhere Haltekraft<br />

der Schneidplatte und damit eine hohe<br />

Steifigkeit des Gesamtsystems<br />

(Quelle: HORN/Sauermann)<br />

Größen (Typ 105, 109 und 110). Alle Varianten<br />

ermöglichen eine interne Kühlmittelzufuhr<br />

direkt an die Wirkzone.<br />

Informationen: www.horn-group.com<br />

Neues Bohrsystem:<br />

leistungsstark, flexibel und kosteneffizient<br />

Seco präsentiert das modulare Bohrsystem<br />

X-Tip. Die Bohrwechselköpfe ermöglichen<br />

Hochvorschub- und Präzisionsbohrungen<br />

in einer Vielzahl von Werkstoffen<br />

sowie unterschiedlichen Tiefen mit einem<br />

einzigen Bohrkörper und lassen sich in<br />

Sekundenschnelle austauschen. Anwender<br />

können die Produktivität, Qualität sowie<br />

Nachhaltigkeit deutlich steigern und ihren<br />

Werkzeugbestand verkleinern.<br />

Die Auswahl und häufige Wechsel des<br />

jeweils passenden Werkzeugs sind zeitaufwendig,<br />

senken die Produktivität und steigern<br />

das Risiko von Fehlern. Hohe Bohrgeschwindigkeiten<br />

können zu verringerter<br />

Qualität führen, sodass weitere Nachbearbeitungen<br />

nötig werden, und die Standzeit<br />

verkürzen. Der damit verbundene Werkzeugausschuss<br />

beeinträchtigt nicht nur die<br />

Wirtschaftlichkeit, sondern auch die Nachhaltigkeit.<br />

X-Tip von Seco ist eine leistungsstarke,<br />

effiziente Bohrlösung und vereinfacht<br />

das Werkzeugmanagement vor allem<br />

für Unternehmen mit unterschiedlichen<br />

Bauteilen oder wechselnden Materialanforderungen.<br />

Bohrkopfdesign für<br />

hohe Leistung und Qualität<br />

Die spezielle Geometrie der Bohrköpfe<br />

sorgt für hohe Vorschubgeschwindigkeiten<br />

und senkt somit Energieverbrauch und<br />

Kosten pro Bohrung. Das selbstzentrierende<br />

Design reduziert Vibrationen und<br />

verbessert die Bohrungsqualität, sogar bei<br />

schrägen und balligen Eintritten oder tiefen<br />

Bohrungen. Das Spankammerdesign<br />

und die interne Kühlmittelzufuhr sichern<br />

eine zuverlässige Spanabfuhr<br />

Schnelle Werkzeugwechsel,<br />

geringere Kosten<br />

Die Bohrköpfe lassen sich schnell und einfach<br />

mit dem Montageschlüssel wechseln.<br />

In wenigen Sekunden ist der Bohrer wieder<br />

Die austauschbaren Bohrwechselköpfe der<br />

Reihe X-Tip von Seco ermöglichen höchste<br />

Vorschübe und präzise Bohrungen in<br />

zahlreichen Werkstoffen<br />

einsatzbereit. Ausgediente Bohrköpfe können<br />

recycelt und die Bohrkörper weiterverwendet<br />

werden. So senken Anwender ihre<br />

Ausgaben und den Rohstoffverbrauch.<br />

Informationen: www.secotools.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 27


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Auf steigende Hartmetallkosten reagieren<br />

Steigende Wolframpreise, zunehmende<br />

Rohstoffverknappung und eine wachsende<br />

Nachfrage aus dem High-End-<br />

Fertigungssektor verändern die globale<br />

Schneidwerkzeugindustrie. Im Jahr 2025<br />

nahmen Hersteller von Hartmetallstäben<br />

und Schneidwerkzeugen mehrere Preisanpassungen<br />

vor, deren volle Auswirkungen<br />

voraussichtlich im Jahr <strong>2026</strong> sichtbar<br />

werden.<br />

Angesichts des zunehmenden Kostendrucks<br />

stehen Produzenten nicht nur vor<br />

der Herausforderung, höhere Preise zu bewältigen,<br />

sondern auch die Konstruktion,<br />

Verwendung und den Austausch von<br />

Schneidwerkzeugen zu überdenken.<br />

Bei Tungaloy wird diese Herausforderung<br />

durch die Werkzeugarchitektur angegangen.<br />

Das Unternehmen setzt auf Werkzeug-Systeme<br />

mit Wechseleinsätzen, die<br />

den Materialverbrauch und die Umweltbelastung<br />

reduzieren und gleichzeitig<br />

eine hervorragende Bearbeitungsleistung<br />

erzielen.<br />

Materialeffizienz, Nachhaltigkeit<br />

und Vielseitigkeit<br />

Herkömmliche Vollhartmetallwerkzeuge<br />

müssen nach Verschleiß vollständig ausgetauscht<br />

werden, was zu einem hohen<br />

Materialverbrauch und Abfall führt. Wechseleinsätze,<br />

hier insbesondere Wechselkopfsysteme<br />

verfolgen einen anderen<br />

Ansatz: nur der verschlissene Schneidkopf<br />

wird ausgetauscht, wodurch der<br />

Hartmetallverbrauch erheblich reduziert,<br />

der Abfall begrenzt und die Abhängigkeit<br />

von Schwankungen der Rohstoffpreise<br />

verringert wird – ein zunehmend wichtiger<br />

Aspekt, da der Zugang zu kritischen<br />

Ressourcen immer eingeschränkter wird.<br />

Das Bohrsystem DrillMeister und das Frässystem<br />

TungMeister von Tungaloy basieren<br />

auf diesem Prinzip und ermöglichen<br />

im Vergleich zu herkömmlichen Vollhartmetallwerkzeugen<br />

zum Bohren und Fräsen<br />

eine effizientere und verantwortungsvollere<br />

Nutzung der begrenzten Hartmetallressourcen.<br />

Über die Materialeffizienz hinaus bietet<br />

das modulare Design ein hohes Maß an<br />

Vielseitigkeit. TungMeister bietet eine<br />

große Auswahl an Wechsel-Fräsköpfen für<br />

Anwendungen wie Hochvorschub-, Plan-,<br />

Eck- und Nutfräsen sowie zum Anfasen,<br />

während DrillMeister verschiedene Bohrköpfe<br />

bietet, die für unterschiedlichste<br />

Bohr Anforderungen optimiert sind. Diese<br />

Flexibilität ermöglicht es Herstellern, sich<br />

an veränderte Produktionsanforderungen<br />

anzupassen und gleichzeitig den Werkzeugbestand<br />

zu reduzieren.<br />

Unterstützung der<br />

fortschrittlichen Fertigung<br />

Aufstrebende Branchen verlangen enge<br />

Toleranzen, gleichbleibende Oberflächenqualität<br />

und stabile Prozesse, oft bei hohem<br />

Werkzeugverschleiß. Durch die Kombination<br />

von Materialeffizienz und modularer<br />

Vielseitigkeit helfen austauschbare<br />

Kopfsysteme den Herstellern, Produktivität,<br />

Kostenstabilität und langfristige Ressourceneffizienz<br />

in diesem hochpräzisen<br />

Umfeld in Einklang zu bringen.<br />

Eine langfristige Perspektive<br />

Tungaloy vertritt die Philosophie, dass die<br />

Branche angesichts steigender Materialkosten<br />

über kurzfristige Reaktionen hinausdenken<br />

muss.<br />

Es sind intelligentere, langfristige Lösungen<br />

erforderlich. Lösungen, die in die<br />

Architektur des Werkzeugs selbst integriert<br />

sind. Durch die Reduzierung von Materialabfällen<br />

und die Verbesserung der Vielseitigkeit<br />

können Hersteller auch unter<br />

sich ändernden Bedingungen Produktivität<br />

und Stabilität aufrechterhalten. In Zeiten<br />

wie diesen ist es wichtig, den Fokus<br />

nicht zu verlieren – oder, ganz wörtlich,<br />

den Kopf nicht zu verlieren.<br />

Informationen: www.tungaloy.com<br />

28 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Feinbearbeitungssysteme:<br />

Drei neue Lösungen für die Praxis<br />

Komplexe Prozesse und hohe Qualitätsanforderungen<br />

erfordern Feinbearbeitungssysteme,<br />

die leistungsfähig, präzise<br />

und einfach in der Handhabung sind. Mit<br />

HPR400 und HPR400 plus zum hochproduktiven<br />

Reiben großer Durchmesser erfüllt<br />

MAPAL genau diese Anforderungen.<br />

Die mehrschneidigen Werkzeugsysteme<br />

bieten den Vorteil, dass die Schneiden<br />

mit einer (HPR400) beziehungsweise vier<br />

(HPR400 plus) Schneidkanten direkt vor<br />

Ort durch den Kunden gewechselt werden<br />

können und dank hochgenau gefertigter<br />

Plattensitze höchste Präzision sicherstellen.<br />

Im Fokus aktueller Entwicklungen stehen<br />

drei neue Lösungen, die alle ein Ziel verfolgen:<br />

die Produktivität von Unternehmen<br />

weiter zu steigern und die Kosten nachhaltig<br />

zu senken.<br />

Innovative Ein-Schuss-Lösung für<br />

die Finishbearbeitung mit<br />

hohen Aufmaßen<br />

In Bearbeitungssituationen mit hohen Auf -<br />

maßen in der Finishbearbeitung ist das<br />

Kombinationswerkzeug mit ISO-Vorschneid<br />

stufe und HPR400-System besonders<br />

attraktiv. Es ermöglicht, Bohrungen<br />

mit bis zu 6 mm Aufmaß in einem einzigen<br />

Arbeitsgang zu fertigen. Das ISO-Schneidteil<br />

übernimmt die Hauptzerspanung, und<br />

das HPR400-System die Finishbearbeitung.<br />

Für den Kunden bedeutet dies kürzeste<br />

HPR400 plus Planeinstich<br />

Taktzeiten. Es entfällt der Einstellaufwand,<br />

da die Schneiden am kompletten Werkzeug<br />

nicht eingestellt werden müssen.<br />

Neues Konzept HPR400 plus<br />

für Planeinstiche<br />

Die HPR400 plus Baureihe wurde gezielt für<br />

die Bearbeitung von Planeinstichen weiterentwickelt.<br />

Die Wendeschneidplatten wurden<br />

explizit für Bohrungen mit speziellen<br />

Bodenkonturen (Planbearbeitung oder<br />

Planeinstich) entwickelt. Das neue Werkzeugkonzept<br />

mit zwei nutzbaren Schneidkanten<br />

verbessert dabei die Wirtschaftlichkeit.<br />

Trotz Planeinstich sind Werkzeug und<br />

Schneide stabil und zuverlässig in der Bearbeitung.<br />

Anwendungen finden sich bei fast<br />

HPR400 Statorgehäuse<br />

allen Schwenklagern und Lagerbohrungen,<br />

bei denen ein Freigang am Bohrungsgrund<br />

gewährleistet sein muss.<br />

HPR400 mit PKD-Schneiden für die<br />

Bearbeitung von Statorgehäusen:<br />

Innovative Lösungen für die<br />

Elektromobilität<br />

Das HPR400 System eignet sich darüber<br />

hinaus auch für die Schlichtbearbeitung<br />

der Statorbohrung in Elektromotoren. Da<br />

mittlerweile verstärkt Motoren in höheren<br />

Stückzahlen für Fahrzeuge im mittleren<br />

Segment nachgefragt werden, steigt<br />

die Forderung nach produktiven Lösungen.<br />

Im Gegensatz zu den Schneiden eines<br />

Feinbohrwerkzeugs kommen die HPR400-<br />

Werkzeuge mit PKD-Schneiden ohne Einstellung<br />

aus. Die Bearbeitungsgeschwindigkeiten<br />

sind aufgrund der höheren<br />

Schneidenanzahl deutlich höher als bei<br />

einem Feinbohrwerkzeug. Die Technologie<br />

ermöglicht einen höheren Output mit<br />

weniger Aufwand und steigert damit die<br />

Produktivität.<br />

HPR400 – drei neue Lösungen: mit dem HPR400-Reibsystem können Unternehmen ihre<br />

Produktivität steigern und dadurch Kosten nachhaltig senken;<br />

MAPAL bietet drei neue Lösungen für die Praxis<br />

Mit den Weiterentwicklungen der<br />

HPR400 und HPR400 plus-Systeme für konkrete<br />

Anwendungen unterstreicht MAPAL<br />

den Anspruch, Kunden aus den Bereichen<br />

Fahrzeugbau oder Fluidtechnik zukunftsfähige<br />

Lösungen für eine Vielzahl anspruchsvoller<br />

Bearbeitungen anbieten zu können –<br />

flexibel, wirtschaftlich, nachhaltig und<br />

technologisch auf der Höhe der Zeit.<br />

Informationen: www.mapal.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 29


Bearbeitungsprozesse<br />

B. Denkena, B. Bergmann, L. Puls<br />

Präzision statt Zufall -<br />

Wie deterministische Kornanordnungen<br />

das Seilschleifen verändern<br />

Prof. Dr.-Ing. Berend Denkena<br />

Institutsleiter für Fertigungstechnik<br />

und Werkzeugmaschinen<br />

Dr.-Ing. Benjamin Bergmann<br />

Bereichsleiter „Fertigungsverfahren“<br />

am Institut für Fertigungstechnik und<br />

Werkzeugmaschinen<br />

Lennart Puls M. Sc.<br />

wissenschaftlicher Mitarbeiter im<br />

Bereich „Schleiftechnologie“ am<br />

Institut für Fertigungstechnik und<br />

Werkzeugmaschinen<br />

Motivation<br />

Der Rückbau von Stahlkonstruktionen<br />

und Stahlbetonbauteilen erfordert<br />

Werkzeuge, die nicht nur<br />

schnell, sondern auch zuverlässig<br />

und langlebig arbeiten. Konventionelle<br />

Seilschleifwerkzeuge mit stochastisch<br />

verteilten Diamantkörnern<br />

erreichen zwar hohe Abtragsraten,<br />

neigen jedoch zu starken<br />

Schwingungen, hohem Verschleiß<br />

und einer kurzen Standzeit. Das Ver -<br />

bundprojekt “Hocheffiziente Seilschleifsegmente<br />

mittels additiver<br />

Sieb drucktechnologie (SiebSeil)”<br />

im Rahmen des Förderkonzepts<br />

“FORKA - Forschung für den Rückbau<br />

kerntechnischer Anlagen” hat<br />

nun gezeigt, dass eine deterministische<br />

Anordnung der Schleifkörner<br />

diese Probleme lösen kann. In<br />

dem Projekt wurden unterschiedliche<br />

Setzmuster simulativ ausgelegt,<br />

im additiven Siebdruckverfahren<br />

hergestellt und das Einsatzverhalten<br />

untersucht.<br />

Simulation<br />

Im ersten Teil des Projektes wurde<br />

ein Simulationsmodell entwickelt,<br />

mit dem der Einfluss deterministischer<br />

Setzmuster beim Seilschleifen<br />

untersucht wurde. Die kinematische<br />

Simulation basiert auf der NC-<br />

Simulationssoftware IFW CutS [1] .<br />

Dieses System umfasst Methoden<br />

zur Erstellung von Modellen für die<br />

Maschinenkinematik, den Materialabtrag<br />

und die Maschinensteuerung.<br />

Bei jedem Simulationsschritt<br />

ist das Wissen über die Kontaktfläche<br />

zwischen Werkzeug und Werkstück<br />

sowie die Verteilung des<br />

abgetragenen Materials verfügbar.<br />

Auf Basis dieser Daten werden<br />

die Prozesskräfte, die Prozessstabilität<br />

und der Werkzeugverschleiß<br />

vorhergesagt. Die Simulation des<br />

Materialabtrags basiert auf einem<br />

3D-Dexel-Modell und geht von<br />

einer perfekten Werkstofftrennung<br />

aus, die das elastische Verhalten<br />

von Werkzeug und Werkstück vernachlässigt.<br />

Als Eingangsgrößen für<br />

die Simulation werden die Parameter<br />

zur Konstruktion der Schleifsegmente<br />

und die Prozessstellgrößen<br />

Vorschub- und Schnittgeschwindigkeit<br />

sowie die spezifischen Koeffizienten<br />

für das Werkstückmaterial zur<br />

Berechnung der Kräfte benötigt.<br />

Damit werden in der Simulation<br />

die Kontaktbedingungen an<br />

den Schleifkörnern (z. B. die Spanungsdicke,<br />

der Spanungsquerschnitt<br />

und das abgetragene Volumen)<br />

be rechnet. Zusätzlich können<br />

daraus die auftretenden Prozesskräfte<br />

ermittelt werden. Auf diese<br />

Weise wurden unterschiedliche<br />

Segmen te mit deterministischem<br />

Setzmuster simuliert und der Einfluss<br />

verschiedener Parameter, wie<br />

beispiels weise Korngröße, Abstand<br />

der Körner parallel und senkrecht<br />

zur Schnittbewegung und Anzahl<br />

der Kornreihen, untersucht. Auf<br />

Basis dieser Ergebnisse wurden die<br />

vielversprechendsten Setzmuster<br />

ausgewählt und erste Prototypen<br />

hergestellt.<br />

Herstellung<br />

Die fertigungstechnische Entwicklung<br />

im Projekt konzentrierte sich<br />

auf zwei zentrale Aspekte: die Optimierung<br />

der Bindungslegierungen<br />

30 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

für eine sichere Anbindung der<br />

Schleifpartikel sowie die präzise,<br />

deterministische Anordnung dieser<br />

Partikel im additiven Siebdruckverfahren.<br />

Ein erster Schritt bestand<br />

darin, die Partikelgrößenverteilungen<br />

handelsüblicher Schleifkörner<br />

zu analysieren, wobei sich systematische<br />

Abweichungen von den Herstellerspezifikationen<br />

zeigten. Um<br />

die Prozessstabilität zu gewährleisten,<br />

wurden die Körner daher<br />

durch zusätzliche Klassierung via<br />

Siebung in engere Größenfraktionen<br />

unterteilt. Dies ermöglichte<br />

eine reproduzierbare Füllung der<br />

Kavitäten und bildete die Grund -<br />

lage für die weitere Prozessoptimierung.<br />

Parallel erfolgte die<br />

Anpassung der Bindungslegierungen,<br />

wo bei besonderes Augenmerk<br />

auf die Verarbeitbarkeit im<br />

additiven Fertigungsprozess und<br />

eine gleichbleibend hohe Bindungs<br />

härte gelegt wurde. Die<br />

Le gie rungen basierten auf etablierten<br />

Systemen, um Vergleichbarkeit<br />

zu gewährleisten. Diese wurden<br />

jedoch speziell auf die Anforderungen<br />

des Siebdrucks abgestimmt.<br />

Hier spielten Faktoren wie die<br />

Pulvergrößenverteilung, die Partikelmorphologie<br />

und die Maschengröße<br />

der Drucksiebe eine entscheidende<br />

Rolle. Fließfähige Me -<br />

tallpulvermischungen waren dabei<br />

essenziell, um eine gleichmäßige<br />

Druckpaste zu erzeugen. Im Rahmen<br />

umfangreicher Parameterstudien<br />

konnte eine stabile Baurate<br />

von 320 cm³/h erreicht werden.<br />

Bild 1 zeigt unterschiedliche Zustände<br />

der Schleifsegmente, vom<br />

Design über den Grünling bis zur<br />

gesinterten Perle.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt lag<br />

auf der Wärmebehandlung, die für<br />

das Sintern der Bindungslegierung<br />

und die dauerhafte Anbindung der<br />

Schleifkörner an die Matrix verantwortlich<br />

ist. Durch spektroskopisch<br />

überwachte Wärmebehandlungsprozesse<br />

gelang eine energetische<br />

und thermochemische Optimierung,<br />

die eine präzise Einstellung<br />

der Materialeigenschaften ermöglichte.<br />

Metallographische Analysen,<br />

insbesondere Härtemessungen<br />

nach Rockwell, bestätigten, dass<br />

sich die Eigenschaften der Bindung<br />

Bild 1<br />

Vom simulationsbasierten CAD-Entwurf bis zum gesinterten Schleifsegment<br />

©IFAM Dresden<br />

gezielt über die Zusammensetzung<br />

der Legierung und die Sintertemperatur<br />

steuern lassen. Die Ergebnisse<br />

zeigen, dass die additiv gefertigten<br />

Bindungsmatrizen vergleichbare<br />

Eigenschaften wie klassische,<br />

presstechnisch hergestellte Bindungssysteme<br />

aufweisen. Durch<br />

die enge Partikelgrößenverteilung<br />

und die kontrollierte Wärmebehandlung<br />

wird gleichzeitig eine<br />

höhere Prozesssicherheit erreicht.<br />

Am Ende des Entwicklungsprozesses<br />

stand eine reproduzierbare<br />

Fertigungsroute, die nicht nur die<br />

deterministische Anordnung der<br />

Schleifpartikel ermöglicht, sondern<br />

auch eine stabile und langlebige<br />

Bindung zwischen Korn und Matrix<br />

sicherstellt [2] . Dies bildet die Grundlage<br />

für die Herstellung hochpräziser<br />

Seilschleif segmente mit verbesserten<br />

Einsatz eigenschaften.<br />

Einsatzverhalten<br />

In einem iterativen Vorgehen wurden<br />

auf Basis der Simulationsergebnisse<br />

unterschiedliche Setzmuster<br />

ausgelegt, Prototypen hergestellt<br />

und deren Einsatzverhalten<br />

untersucht. Letzteres erfolgte<br />

zunächst anhand von Analogieversuchen:<br />

Schleifen mit einzelnen<br />

Körnern [3] und Schleifen mit einzelnen<br />

Segmenten. Mit den vielversprechendsten<br />

Kombinationen<br />

aus Korn, Bindung und Setzmuster<br />

wurden anschließend kurze Seile<br />

hergestellt und auf einem Analogie<br />

versuchsstand in einer konventio<br />

nellen Schleifmaschine eingesetzt.<br />

Am Ende der Entwicklungsphase<br />

standen zwei Prototypen<br />

mit unterschiedlichen deterministischen<br />

Setzmustern für die abschließenden<br />

Feldversuche zur<br />

Verfügung: eine Variante mit feinen<br />

Diamanten (D426) und eine<br />

mit grobem Diamantkorn (D1181).<br />

Diese Versuche fanden auf der Portalsäge<br />

des IFW und beim Projektpartner<br />

CCD Diamanttechnik statt.<br />

Für Sägeprozesse wird die Produktivität<br />

durch die erzeugte Schnittfläche<br />

je Zeiteinheit gemessen. Das<br />

entspricht dem bezogenen Zeitspanvolumen<br />

Q’ w , wie es aus konventionellen<br />

Schleifprozessen bekannt<br />

ist. Im Fall des Seilschleifens<br />

wird dafür das Zeitspanvolumen<br />

Q w auf den Segmentdurchmesser<br />

d s bezogen und als Zeitspanfläche<br />

A‘ w bezeichnet:<br />

Q w<br />

Q w<br />

’ = = A’<br />

w<br />

d s<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 31


Bearbeitungsprozesse<br />

Bild 2<br />

Zeitspanfläche und Schwingungsamplitude während der Einsatzversuche am IFW<br />

Bild 2 zeigt die bezogene Zeitspanfläche<br />

und die Schwingungsamplitude<br />

der Prototypen (Effektivwert<br />

der Normalkraft) auf dem Versuchsstand<br />

des IFW.<br />

Das Referenzwerkzeug erreicht<br />

eine Zeitspanfläche von 6 cm²/min.<br />

Die Werte für die beiden Prototypen<br />

liegen bei ca. 4 cm²/min (D426)<br />

und 3,5 cm²/min (D1181). Auffällig<br />

Bild 3<br />

Versuchsaufbau beim Projektpartner CCD Diamanttechnik<br />

ist, dass sich die Schwingungsamplitude<br />

der Prototypen stark von<br />

der des Referenzwerkzeugs unterscheidet.<br />

Auf der rechten Seite<br />

von Bild 2 ist der Effektivwert (RMS<br />

bzw. das quadratische Mittel) der<br />

normalen Kraftkomponente dargestellt.<br />

Bei beiden Prototypen<br />

zeigt sich eine deutliche Verringerung<br />

der Amplituden im Vergleich<br />

zum Referenzwerkzeug: die Amplitude<br />

beim D1181-Prototyp ist 50 %<br />

und die des D426-Prototyps sogar<br />

62 % geringer als die Schwingungsamplitude<br />

des Referenzwerkzeugs.<br />

Die Werkzeuge mit deterministischer<br />

Kornanordnung sind so ausgelegt,<br />

dass die Belastung für die<br />

einzelnen Körner möglichst gleich<br />

ist und jedes Korn dieselbe Menge<br />

Werkstückmaterial abtragen muss.<br />

Dementsprechend entfallen hohe<br />

Kraftspitzen im Werkzeugeingriff<br />

und die Anregung der Seilschwingung<br />

ist stark verringert. Der Versuchsaufbau<br />

beim Projektpartner<br />

CCD ist in Bild 3 dargestellt.<br />

Die Basis bildet eine mobile<br />

Seilsäge mit einer Antriebsleistung<br />

von 15 kW. Um die Reproduzierbarkeit<br />

der Versuche zu erhöhen, wurde<br />

ein System von Umlenkrollen so<br />

aufgebaut, dass sich ebenfalls eine<br />

Portal-Seilsäge ergibt. Bei dieser<br />

Variante sind die Schlitten einzeln<br />

verfahrbar. Für die Versuche wurden<br />

ausgemusterte Gasflaschen als<br />

Probekörper eingesetzt. Es wurden<br />

sowohl ungefüllte Gasflaschen als<br />

auch Gasflaschen mit Betonfüllung<br />

bereitgestellt. Letztere ermöglichten<br />

die Untersuchung der Zerspa -<br />

nungsleistung bei der Zerlegung<br />

32 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

von Stahlbeton. Als Erstes wurde<br />

ein Trockenschnitt in einer ungefüllten<br />

Gasflasche mit dem D1181-<br />

Prototyp durchgeführt. Bild 4 zeigt<br />

Aufnahmen des Werkzeugs zu<br />

Beginn und am Ende des Schnitts,<br />

der in diesem Fall durch das Versagen<br />

des Werkzeugs erreicht wurde.<br />

Bild 4<br />

Bilder vom Schnitt mit dem Prototyp D1181 beim Projektpartner CCD Diamanttechnik<br />

Kurz nach Beginn des Schnitts<br />

ist zu erkennen, dass sich in der<br />

Kontaktzone durchgehende Spuren<br />

der Schleifkörner ausbilden<br />

(Bild 4, oben). Dies ist ein Resultat<br />

der regelmäßigen Kornanordnung<br />

und deutet darauf hin, dass sich<br />

die Segmente im Kontakt jeweils<br />

nach den Spuren des vorherigen<br />

Segments ausrichten. Im Gegensatz<br />

da zu zeigten sich beim Referenzversuch<br />

mit einem konventionellen<br />

Werkzeug deutliche Rattermarken<br />

in der Kontaktzone, was<br />

wiederum auf eine erhöhte Schwin -<br />

gungstätigkeit hinweist. Nach circa<br />

14 min reiner Schnittzeit kam es<br />

zum Ausfall des Prototyps D1181.<br />

Aufgrund hoher Prozesstemperaturen<br />

hatte sich die Gummierung<br />

aufgeweicht und unter der Belastung<br />

zusammengeschoben, wie im<br />

unteren Teil von Bild 4 erkennbar<br />

ist. Damit ist die Prozesszeit<br />

nur wenig länger als beim Referenzwerkzeug,<br />

das für den Schnitt<br />

12 min benötigte. Der Prototyp<br />

D426 benötigte für den gleichen<br />

Schnitt ca. 26 min mit einer Wasserkühlung<br />

im Bereich der Kontaktzone<br />

und 29,5 min mit einer Druckluftkühlung,<br />

ohne dass das Werkzeug<br />

versagte. Anschließend wurden<br />

mit diesem Prototyp mehrere<br />

aufeinanderfolgende Schnitte mit<br />

Druckluftkühlung, durch betongefüllte<br />

Druckgasflaschen ausgeführt.<br />

Die Zeitspanfläche lag während<br />

der ersten Schnitte im Bereich von<br />

40 cm²/min, verringerte sich dann<br />

über mehrere Schnitte hinweg<br />

auf 25 cm²/min, wie in Bild 5 dargestellt.<br />

Eine mögliche Erklärung<br />

Bild 5<br />

Zeitspanfläche und Verschleiß des Prototypen D426 sowie eines galvanischen Referenzwerkzeugs<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 33


Bearbeitungsprozesse<br />

dafür ist, dass durch den initialen<br />

Bindungsverschleiß tieferliegende<br />

Kornreihen freigelegt werden und<br />

sich infolge die Anzahl der aktiven<br />

Schleifkörner erhöht. Dadurch<br />

sinkt die Eingriffstiefe der einzelnen<br />

Körner und der Materialabtrag<br />

nimmt bei gleichen Randbedingungen<br />

ab.<br />

Bei einer kumulierten Schnittfläche<br />

von 1,05 m² wurden die Versuche<br />

unterbrochen, ohne dass<br />

das Seil versagte. Die Mate rialab<br />

tragsrate des Referenzwerkzeugs<br />

ist bei diesen Versuchen auf<br />

einem vergleichbaren Niveau wie<br />

die des Prototyps, bevor das Referenzwerkzeug<br />

bei einer kumulierten<br />

Schnittfläche von 0,45 m² versagt.<br />

Die Erhöhung der Zeitspanfläche<br />

ab dem fünften Schnitt ist<br />

auf eine Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit<br />

zurückzuführen.<br />

Während der ersten fünf Schnitte<br />

konnte bei dem Prototyp eine<br />

leichte Verringerung des Segmentdurchmessers<br />

festgestellt werden<br />

(vgl. Bild 5). Dies weist auf ein<br />

Einschleifverhalten hin. Erwähnenswert<br />

ist ebenfalls, dass die<br />

mittlere Leistungsaufnahme des<br />

Antriebs beim Schleifen mit dem<br />

Prototyp D426 nur 12,5 kW beträgt,<br />

im Gegensatz zu 15,4 kW, die beim<br />

Schleifen mit dem Referenzwerkzeug<br />

anfallen. Dies könnte darauf<br />

zurückzuführen sein, dass bei einer<br />

zufälligen Kornverteilung einige<br />

Körner nur wenig im Eingriff sind,<br />

sodass sie kein Material abtragen,<br />

sondern lediglich über das Werkstück<br />

reiben. Diese Beobachtung<br />

sollte in künftigen Untersuchungen<br />

näher betrachtet werden. Diese<br />

Versuche zeigen deutlich das<br />

Leistungspotenzial der neuen<br />

Seilschleifwerkzeuge mit deterministischer<br />

Kornanordnung. Die<br />

Materialabtragsrate im reinen<br />

Stahl ist um 27 % geringer als die<br />

der Referenzwerkzeuge. Bei der<br />

Zerspanung von Stahlbeton<br />

erreicht der Prototyp D426 vergleichbare<br />

Abtragsraten wie das<br />

Referenzwerkzeug. Gleichzeitig<br />

ist das Schwingungsverhalten, un -<br />

abhängig ob es sich um reinen<br />

Stahl oder Stahlbeton handelt,<br />

infolge der gleichmäßigen Kornanordnung<br />

stark reduziert. Dies<br />

erhöht die Sicherheit für den<br />

Maschinenbediener und die<br />

Standzeit der Werkzeuge, da hohe<br />

Belastungsspitzen vermieden werden.<br />

Zudem ist hervorzuheben,<br />

dass die neu entwickelten Werkzeuge<br />

einen mehrschichtigen Aufbau<br />

besitzen. Bei hinreichendem<br />

Bindungsrücksatz, wie er im Beton<br />

aufgrund der Materialeigenschaften<br />

gewährleistet ist, ist die Nutzung<br />

des Werkzeugs bis zum vollständigen<br />

Abtrag des Schleifbelags<br />

in den Segmenten möglich. Dies<br />

sorgt für eine weitere Erhöhung<br />

der Standzeit.<br />

Danksagung<br />

Wir danken den Partnern im Verbundprojekt<br />

“Hocheffiziente Seilschleifsegmente<br />

mittels additiver<br />

Siebdrucktechnologie” (15S9429):<br />

- Fraunhofer IFAM Dresden<br />

- DIABÜ Diamantwerkzeuge<br />

Heinz Büttner GmbH<br />

- Cedima Diamantwerkzeug- und<br />

Maschinenbaugesellschaft mbH<br />

- CCD Diamanttechnik<br />

für die gute Zusammenarbeit sowie<br />

dem Bundesministerium für Forschung,<br />

Technologie und Raumfahrt<br />

(BMFTR) für die Förderung des Projektes<br />

im Rahmen des Forschungsprogramms<br />

FORKA.<br />

Informationen:<br />

www.ifw.uni-hannover.de<br />

Bildnachweis<br />

Bild 1: Fraunhofer IFAM Dresden<br />

Bild 2: Verfasser<br />

Bild 3: Verfasser<br />

Bild 4: Verfasser<br />

Bild 5: Verfasser<br />

Literatur<br />

[1]<br />

Denkena und V. Böß<br />

“Technological NC simulation for grinding and cutting processes using cutS”,<br />

in “Proceedings of the 12 th CIRP conference on modelling of machining operations”,<br />

2009, S. 563<br />

[2]<br />

Studnitzky, A. Strauß, T. Weißgärber, M. Jank und D. Büttner<br />

“Ordered diamond arrangement in a sinter-based AM process”,<br />

in “Proceedings World PM 2022”,<br />

Lyon, 13.10 2022<br />

[3]<br />

B. Denkena, T. Weißgärber, T. Studnitzky, B. Bergmann, A. Strauß und L. Puls<br />

“Effect of Bond Hardness of Additively Manufactured Grinding Tool Bonds<br />

on Material Removal Efficiency during Single-Grain Cutting”<br />

J. Mater. Eng. Perform., Bd. 34, Nr. 9,<br />

2025, doi: 10.1007/s11665-025-10689-6<br />

34 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Gestern, heute und morgen:<br />

Kock setzt dauerhaft auf Vollmer<br />

Die Kock GmbH aus Norddeutschland<br />

betreut mit ihrer Sägewerkstechnik die<br />

Holzindustrie und mit ihrer Zerspanungstechnik<br />

die Metall-, Kunststoff- und Papierindustrie.<br />

Neben Schärfservices und Werkzeugvertrieb<br />

bietet die Firma auch die Fertigung<br />

von Sonderwerkzeugen an – dafür<br />

wurde vor kurzem in zwei neue Vollmer<br />

VGrind Schleifmaschinen investiert. Zudem<br />

besitzt Kock rund zwei Dutzend weitere<br />

Vollmer Maschinen, auch zum Schleifen<br />

von Kreissägen und zur Instandhaltung<br />

und Fertigung von Bandsägen.<br />

Wenige Kilometer nordwestlich von<br />

Hamburg entfernt, liegt die 5000-Seelen-<br />

Gemeinde Moorrege. Der perfekte Standort<br />

um die Kunden in Schleswig-Holstein,<br />

Hamburg, Nord-Niedersachsen und<br />

Mecklenburg-Vorpommern täglich zu<br />

erreichen, wobei das Unternehmen im<br />

Sägewerksbereich sogar die komplette<br />

DACH-Region abdeckt.<br />

Kock ist Schärfdienst und<br />

Werkzeughersteller in einem<br />

„Mit unserem hochqualifizierten Team von<br />

rund 45 Mitarbeitenden und einem modernen<br />

Maschinenpark stehen wir unseren<br />

Kunden bei allen Fragen rund um Zerspanungswerkzeuge<br />

und Schneidwerkzeuge<br />

zur Seite“, sagt Hannes Kock, Geschäftsführer<br />

der Kock GmbH. „Deshalb vereinen<br />

wir Schärfdienst, Werkzeugfertigung sowie<br />

den Vertrieb führender Marken zu einem<br />

Gesamtpaket, das auf die Holz- und Metallverarbeitende<br />

Industrie zugeschnitten ist.“<br />

Kock hat sich auf hochwertige Werkzeuge<br />

und Zubehör rund um die Zerspanung<br />

spezialisiert, wobei das Portfolio verschiedene<br />

Werkzeugtypen wie Fräser, Bohrer,<br />

Stufenbohrer, Kreissägeblätter, Blockbandsägen,<br />

Industriemesser, Schneidrotoren<br />

sowie Holzbearbeitungswerkzeuge<br />

umfasst. Die Kunden kommen aus der<br />

Metall-, Holz-, Papier- und Kunststoffindustrie<br />

und sind in Branchen wie Schifffahrt,<br />

Luftfahrt, Energie, Medizin, Maschinenbau<br />

und Automobil zuhause. Innerhalb seines<br />

Vertriebsprogramms verkauft Kock gängige<br />

Werkzeuge namhafter Hersteller wie zum<br />

Beispiel Iscar und Wohlhaupter für die<br />

Metallindustrie und Aigner und Kanefusa<br />

für die Holzverarbeitung.<br />

Kock hat gut zwei Dutzend<br />

Vollmer Maschinen im Einsatz<br />

Gegründet in den 1950er-Jahren von<br />

Heinrich Kock wird das Unternehmen heute<br />

in dritter Generation von seinem Enkel<br />

Hannes Kock geführt – dazwischen leitete<br />

sein Vater Dieter und sein Onkel Wolfgang<br />

das Unternehmen. Seit 2017 besteht eine<br />

Vertriebspartnerschaft mit der AGEFA<br />

Gruppe für den Raum Norddeutschland.<br />

Ein weiteres Standbein ist die Integration<br />

und der Betrieb von Toolmanagement-<br />

Systemen. Angeboten werden Lösungen,<br />

die von Ausgabesystemen bis hin zu integrierten<br />

Beschaffungssystemen für Werkzeuge<br />

reichen. Kock setzt seit der Gründung<br />

auf Vollmer Technologie und hat bis<br />

heute Maschinen im Betrieb, die vor mehr<br />

als 70 Jahren aus dem Schwabenland in die<br />

Elbmarschen geliefert wurden.<br />

„Eine der ersten Vollmer Maschinen war<br />

unsere Cana/E zum Schärfen von Kreissägeblättern,<br />

zudem nutzen wir für Wartung<br />

und Fertigung von Bandsägen Richtcenter,<br />

Stellitier- und Schleifmaschinen aus dem<br />

Hause Vollmer“, sagt Hannes Kock. „Seit<br />

kurzem besitzen wir die Schleifmaschinen<br />

VGrind argon und VGrind 360, mit denen<br />

wir Vollhartmetallwerkzeuge wie Bohrer<br />

und Fräser nicht nur nachschärfen, sondern<br />

auch kundenspezifische Sonderwerkzeuge<br />

herstellen.“<br />

Ein Fokus liegt auf Sonderwerkzeugen<br />

mit kleinen Durchmessern<br />

Auf beiden VGrind Maschinen kann Kock<br />

unterschiedliche Schaftwerkzeuge in einer<br />

Aufspannung bearbeiten, dank der Automatisierung<br />

HC 4 auch mannlos und rund<br />

um die Uhr. Das Kettenmagazin HC 4 kann<br />

entweder 39 HSK-A63-Werkzeuge oder biszu<br />

158 Schaftwerkzeuge aufnehmen. Die<br />

Linearantriebe an der X-, Y- und Z-Achse<br />

sowie zwei vertikal angeordneter Spindeln<br />

ermöglichen der Schleifmaschine eine<br />

hochpräzise Mehr-Ebenen-Bearbeitung.<br />

Beide Spindeln sind mit unterschiedlichen<br />

Schleifscheibensätzen bestückbar. Mit den<br />

neuen VGrind Maschinen will Kock vor<br />

allem seine Fertigung von Sonderwerkzeugen<br />

in kleinen Chargen ausbauen, mit<br />

Fokus auf Zerspanungswerkzeuge mit kleineren<br />

Durchmessern.<br />

Die VGrind Argon von Vollmer im Einsatz bei<br />

der Kock GmbH in Moorrege<br />

Kreis- und Bandsägen für die<br />

Holzindustrie bearbeiten<br />

„Holz ist für uns ein Teil des alltäglichen<br />

Lebens und ein sympathischer Rohstoff,<br />

deshalb unterstützen wir unsere Kunden<br />

bei der Verarbeitung dieses Werkstoffs mit<br />

großer Passion“, sagt Hannes Kock. „Unsere<br />

Kreis- und Bandsägen bearbeiten wir<br />

mit mehreren Vollmer Maschinen, die von<br />

Richtbank, Richtcenter über Bestückungsautomaten<br />

bis hin zu Schleifmaschinen<br />

reichen.“<br />

Die Vollmer Schleifmaschine CHD 270<br />

verfügt über acht CNC-gesteuerte Achsen<br />

und integrierte Messeinrichtungen. Sie<br />

eignet sich für die automatische Bearbeitung<br />

hartmetallbestückter Kreissägeblätter<br />

mit Ø 80 - 840 mm und verschiedenen<br />

Zahngeometrien an Span- und Freiflächen.<br />

Ausgestattet mit einem ND-Robotersystem<br />

läuft die CHD 270 mannlos in<br />

24/7-Schichten. Bei der Sägewerkstechnik<br />

bietet Kock für die gesamte DACH-Region<br />

seine Schärfservices sowie die Fertigung<br />

von Bandsägen an. Trenn- und Blockbandsägeblätter<br />

stellt Kock mit eigens entwickelter<br />

Bestückung „Kock Double Cut“ her,<br />

der verwendete Bandstahl HK51 ist eine<br />

Eigenentwicklung. Durch die hohe Planheit<br />

und Oberflächengüte bei höherer Zugfestigkeit<br />

und Flexibilität hat der Bandstahl<br />

extrem lange Laufzeiten bei Bandsägen.<br />

„Kock hat sich in den vergangenen 70<br />

Jahren mit Vollmer Technologie zu einem<br />

innovativen und verlässlichen Partner der<br />

Holz- und Metallindustrie entwickelt“,<br />

sagt Ralf Großhauser, Geschäftsführer der<br />

Vollmer Gruppe. „Und die jüngsten Investitionen<br />

zeigen, dass sich Kock auch in<br />

Zukunft mit unseren Technologien neue<br />

Geschäftsfelder wie etwa die Herstellung<br />

von Sonderwerkzeugen erschließt.“<br />

Informationen: www.vollmer-group.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 35


Bearbeitungsprozesse<br />

Präzise und saubere Verbindungen<br />

Löten unter Hochvakuum macht’s möglich.<br />

Beim Verbinden von Hartmetallen,<br />

Diamanten oder Keramik stoßen konventionelle<br />

Lötverfahren schnell an ihre Grenzen.<br />

Nur unter Hochvakuumbedingungen<br />

lassen sich saubere, oxidfreie Lötstellen<br />

und konstante Ergebnisse erzielen. Genau<br />

hier setzt das Vakuumlötverfahren des Unternehmens<br />

iew an: die Anlagen arbeiten<br />

mit präzise abgestimmter Vakuumtechnik<br />

von Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions und<br />

ermöglichen stabile Prozesse bei minimalem<br />

Energieverbrauch sowie geringem<br />

Wartungsaufwand.<br />

Für die Entwicklung einer neuen Generation<br />

von Vakuumlötanlagen benötigte<br />

iew eine zuverlässige Hochvakuumlösung,<br />

die sowohl technisch robust als auch wirtschaftlich<br />

effizient ist. Gemeinsam mit<br />

Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions wurde ein<br />

Anlagenkonzept entwickelt, das aus einer<br />

Kombination von Turbomolekular-Vakuumpumpe<br />

und Vorpumpe besteht. Damit<br />

wird ein Endvakuum von bis zu 8×10 -6 hPa<br />

(mbar) gewährleistet. Dadurch entstehen<br />

reproduzierbare Lötverbindungen selbst<br />

bei temperaturempfindlichen Materialien,<br />

weil unter diesen nahezu gasfreien Bedingungen<br />

Oxidation verhindert, die Wärmeübertragung<br />

präzise kontrolliert und die<br />

Bauteile mit der Lötlegierung besonders<br />

Vakuumgelötetes Werkzeug zur<br />

Holzbearbeitung mit PKD-Besatz<br />

gleichmäßig verbunden werden. Gleichzeitig<br />

reduzieren die ölfreien Vakuumpumpen<br />

den Wartungsaufwand und verhindern<br />

Verunreinigungen im Prozessraum – ein<br />

entscheidender Faktor für die hohe Qualität<br />

der gefertigten Bauteile.<br />

Wo Präzision auf Innovation trifft<br />

Hervorgegangen aus einer Diplomarbeit<br />

zum Thema Induktionserwärmung,<br />

wurde das Unternehmen 1996 von<br />

Dipl.-Ing. Martin Schweikhart als Ingenieurbüro<br />

Schweikhart gegründet. Bereits ein<br />

Jahr später erfolgte die Umbenennung in<br />

iew induktive Erwärmungsanlagen GmbH.<br />

Mit rund 20 Mitarbeitern beliefert iew<br />

heute Kunden weltweit. Neben individuell<br />

konfigurierbaren Induktionserwärmungsanlagen<br />

machen die Vakuumlötanlagen<br />

von iew einen stetig wachsenden<br />

Anteil des Umsatzes aus. Das Unternehmen<br />

ist weltweit der einzige Anbieter, der beide<br />

Technologien aus einer Hand liefert –<br />

ein Vorteil für viele Kunden, die beide<br />

Verfahren für ihren Produktionsprozess<br />

benötigen.<br />

Die Systeme werden unter anderem<br />

beim Löten von Hochleistungsdiamantwerkzeugen,<br />

beim Schrumpfen, Glühen<br />

und Härten von Metallen sowie in der<br />

Prüftechnik und Forschung eingesetzt. Im<br />

Geschäftsfeld Vakuumlöten entfallen rund<br />

80 % der Anwendungen auf die Werkzeugtechnik.<br />

Auch Hersteller von Messtastern<br />

sowie Unternehmen aus der Medizintechnik<br />

zeigen Interesse an der Löttechnologie.<br />

Vakuumlöten unter<br />

optimalen Bedingungen<br />

Der Vakuumlötprozess beginnt mit der<br />

Vorbereitung der zu verbindenden Bauteile,<br />

die je nach Anwendung aus Hartmetall,<br />

polykristallinem Diamant oder Keramik<br />

bestehen können. Nach dem Auftragen<br />

der Lötpaste werden die Werkstücke<br />

in einer Quarzglas-Vakuumkammer positioniert.<br />

Anschließend wird die Kammer evakuiert,<br />

bis ein Druck von etwa 5×10 -4 hPa<br />

(mbar) erreicht ist. Dadurch werden Sauerstoff,<br />

Stickstoff und Feuchtigkeit aus dem<br />

Prozessraum entfernt – entscheidend, um<br />

Oxidation und Verunreinigungen an den<br />

Lötstellen zu verhindern. Während des Lötvorgangs<br />

übernehmen Infrarotstrahler die<br />

präzise Erwärmung der Bauteile. Zunächst<br />

werden sie homogen vorgeheizt, damit<br />

keine Spannungen im Material entstehen.<br />

Sobald die Löttemperatur erreicht ist, senken<br />

die eingesetzten Vakuumpumpen den<br />

Druck weiter auf etwa 5×10 -5 hPa (mbar).<br />

Dieses Hochvakuumniveau minimiert die<br />

Wärmeleitung durch Restgase und sorgt<br />

für ein gleichmäßiges Aufschmelzen der<br />

Lötlegierung bei typischerweise rund<br />

700 - 900 ° C.<br />

Nach Abschluss des Lötprozesses wird<br />

das Vakuumniveau weiter erhöht – auf<br />

etwa 8 bis 9×10 -6 hPa (mbar). In dieser<br />

nahezu gasfreien Umgebung können die<br />

Werkstücke kontrolliert abkühlen, ohne<br />

dass Sauerstoff oder Stickstoff mit der<br />

Oberfläche reagieren. Erst wenn die Temperatur<br />

auf etwa 150 ° C abgesunken ist,<br />

wird Umgebungsluft langsam wieder<br />

eingelassen, um einen schonenden Druckausgleich<br />

zu gewährleisten.<br />

Das Zusammenspiel aus präziser Temperaturregelung<br />

und stabilen Hochvakuumbedingungen<br />

garantiert reproduzierbare<br />

Ergebnisse, dichte und saubere Lötverbindungen<br />

sowie eine konstant hohe Produktqualität.<br />

Die robusten Anlagen sind für den<br />

industriellen Dauerbetrieb ausgelegt und<br />

überzeugen durch lange Lebensdauer und<br />

minimale Wartungsanforderungen.<br />

Maßgeschneiderte Vakuumtechnik<br />

statt Lösungen von der Stange<br />

Im Jahr 2016 begann iew mit der Entwicklung<br />

erster Prototypen für Vakuumlötanlagen,<br />

die später in zwei Ausführungen verfügbar<br />

sein sollten – eine kompakte Variante<br />

für kleinere Losgrößen und eine<br />

größere Anlage für den industriellen Serienbetrieb.<br />

Ziel war es, eine zuverlässige<br />

und ressourcenschonende Alternative zu<br />

herkömmlichen Systemen zu schaffen, die<br />

häufig mit Öldiffusionspumpen arbeiteten.<br />

Beim Hochfahren musste das Öl erst auf<br />

Betriebstemperatur gebracht werden, und<br />

im Prozess bestand stets die Gefahr, dass<br />

Öldämpfe in die Vakuumkammer gelangten<br />

und empfindliche Oberflächen kontaminierten.<br />

Zudem waren Wartung und<br />

36 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Reinigung entsprechend aufwendig. Als<br />

Antwort auf diese Probleme entstand mit<br />

Unterstützung von Pfeiffer Vacuum+Fab<br />

Solutions eine kompakte Hochvakuumlösung,<br />

die ohne Diffusionspumpen auskommt<br />

und deutlich effizienter arbeitet.<br />

Die gemeinsam realisierte Systemarchitektur<br />

kombiniert Turbomolekular-Vakuumpumpen<br />

mit trockenen oder ölgeschmierten<br />

Vorvakuumpumpen – je nach Prozessanforderung.<br />

Diese Kombination sorgt für<br />

stabile Druckverhältnisse bis in den Bereich<br />

von 8×10 -6 hPa (mbar) und ermöglicht<br />

damit sauberes, reproduzierbares<br />

Löten bei gleichzeitig geringem Energieund<br />

Wartungsaufwand.<br />

In der kleineren Anlagenvariante werden<br />

eine HiPace Turbopumpe und eine ölfreie<br />

Scroll-Vakuumpumpe der HiScroll Serie<br />

eingesetzt, ergänzt durch präzise Vakuummessgeräte,<br />

Staubabscheider und robuste<br />

Ventile. Für höhere Durchsätze nutzt die<br />

größere Anlage eine HiPace Turbopumpe<br />

in Verbindung mit einer ölgeschmierten<br />

DuoVane Drehschieber-Vakuumpumpe. Alle<br />

Komponenten sind perfekt aufeinander<br />

abgestimmt und für den Betrieb unter dauerhaft<br />

wechselnden thermischen Belastungen<br />

mit gelegentlichem Schmutzanfall<br />

ausgelegt – eine Voraussetzung für die<br />

hohe Prozessstabilität im täglichen Einsatz.<br />

Vakuumgelötete Messtaster<br />

(Fotos: iew induktive Erwärmungsanlagen GmbH)<br />

Simon Riefling, verantwortlich für den<br />

internationalen Vertrieb bei iew, hebt hervor:<br />

„Wir haben uns im Jahr 2018 für die<br />

Vakuumlösungen von Pfeiffer Vacuum+Fab<br />

Solutions entschieden, weil das Unternehmen<br />

für beste Qualität und hervorragenden<br />

Service steht. Als deutscher Hersteller<br />

mit ausgeprägter High-Tech-Kompetenz<br />

ist Pfeiffer Marktführer, dessen Produkte<br />

wir immer wieder an Universitäten, Hochschulen<br />

und in renommierten Unternehmen<br />

sehen. Für uns verkörpert Pfeiffer<br />

maximale Zuverlässigkeit, daher setzen wir<br />

ihre Vakuumpumpen in unseren Vakuumlötanlagen<br />

ein, denn wir möchten für unsere<br />

Kunden die bestmögliche Qualität<br />

sicherstellen.“ Die verbauten Vakuumlösungen<br />

zeichnen sich durch einfache Wartung<br />

und lange Lebensdauer aus. Die Turbopumpen<br />

sind zum Beispiel für eine wartungsfreie<br />

Laufzeit von bis zu fünf Jahren<br />

ausgelegt.<br />

Informationen: www.buschgroup.com<br />

Modulares Superfinish für maximale Wirtschaftlichkeit<br />

Auf der EMO 2025 in Hannover stellte<br />

Supfina mit der RaceX eine komplett neu<br />

entwickelte Superfinish-Maschine für Wälzlagerringe<br />

vor. Die positive Resonanz von<br />

Kunden und Fachpublikum zeigte deutlich:<br />

Mit ihrem modularen Konzept setzt die<br />

RaceX neue Maßstäbe in Präzision, Flexibilität<br />

und Produktivität.<br />

Superfinish neu gedacht<br />

Die Bearbeitung von Wälzlagerringen stellt<br />

höchste Anforderungen an Oberflächenqualität<br />

und Maßhaltigkeit. Die RaceX wurde<br />

entwickelt, um diesen Anforderungen<br />

in vollem Umfang gerecht zu werden und<br />

sie gleichzeitig wirtschaftlicher zu erfüllen.<br />

Durch die Reduzierung von Nebenzeiten<br />

erreicht die Anlage deutlich kürzere Taktzeiten<br />

und steigert so die Produktivität.<br />

Modular, skalierbar, zukunftssicher<br />

Das Besondere an der RaceX ist ihr konsequent<br />

modularer Aufbau: Je nach Anforderung<br />

lassen sich mehrere Module kombinieren,<br />

wobei jedes Modul bis zu vier<br />

Superfinish-Funktionen aufnehmen kann.<br />

Damit wächst die Maschine mit den Produktionsanforderungen<br />

auch nachträglich,<br />

durch einfache Erweiterung. So bleibt die<br />

Investition langfristig sicher und flexibel.<br />

Kompakt und effizient<br />

Neben hoher Präzision überzeugt die<br />

RaceX mit ihrem kompakten Footprint,<br />

schneller Rüstbarkeit und einer insgesamt<br />

kosteneffizienten Bauweise. Damit lässt<br />

sich die Maschine problemlos in bestehende<br />

Fertigungslinien integrieren.<br />

Fazit<br />

Mit der neuen RaceX unterstreicht<br />

Supfina seine Rolle als Technologieführer<br />

im Bereich Superfinish. Die Maschine<br />

bietet eine Kombination aus Präzision,<br />

Flexibilität und Wirtschaftlichkeit, die in<br />

dieser Form einzigartig ist – und macht<br />

„Superfinish ohne Limit“ zur Realität.<br />

Informationen: www.supfina.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 37


Bearbeitungsprozesse<br />

Höchste Qualitätsansprüche beim Entgraten<br />

komplexer Bauteile für die Medizintechnik<br />

Der Lohnfertiger Weigel & Schwarz in<br />

Wetzlar hat mit lediglich drei Werkzeugtypen<br />

des Entgratspezialisten KEMPF die Entgratung<br />

von Hydraulikkomponenten des<br />

Kunden ROEMHELD – die mit einer Vielzahl<br />

von (Quer-) Bohrungen durchzogen sind –<br />

in den bisherigen Ablauf integriert und die<br />

Fertigung somit komplett automatisiert.<br />

Als einer der führenden Anbieter von<br />

Spanntechnik, Montage- und Antriebslösungen<br />

arbeitet die ROEMHELD-Gruppe<br />

mit Hauptsitz in Laubach bei der Fertigung<br />

bestimmter Einzelkomponenten bereits<br />

seit Jahren eng mit Weigel & Schwarz zusammen.<br />

Die hohen Vorgaben lassen sich<br />

mit dem Lohnfertiger in direkter Nachbarschaft<br />

unkompliziert und mit gleichem Qualitätsdenken<br />

umsetzen. Zumal aus dem<br />

Antrieb heraus, Rüstprozesse für Maschinen<br />

zu beschleunigen, viele Erfindungen<br />

bei ROEMHELD entstanden sind, darunter<br />

Weigel & Schwarz<br />

Die 1957 gegründete Weigel & Schwarz<br />

Präzisionstechnik GmbH spezialisierte<br />

sich zunächst auf die Lineartechnik. Mit<br />

der Übernahme durch die Familie Wolni<br />

im Jahr 2004 erfolgte die sukzessive<br />

Neuausrichtung hin zur spanenden<br />

Bearbeitung von Metallen und<br />

Kunststoffen. Der heute in der zweiten<br />

Generation von Günter und Lana Wolni<br />

geführte Betrieb verfügt über einen<br />

modernen Maschinenpark mit 4- und<br />

5-Achs-CNC-Bearbeitungszentren. Das<br />

breit aufgestellte Leistungsspektrum<br />

reicht von der Materialbeschaffung<br />

über die präzise Zerspanung bis hin zu<br />

Oberflächenveredelung und Montage.<br />

Als Lohnfertiger werden dabei vor<br />

allem anspruchsvolle und qualitativ<br />

hochwertige Frästeile in Klein- und<br />

Mittelserie aus Aluminium, Edelstahl,<br />

Titan, Messing und Kunststoff für<br />

Kunden in unterschiedlichen Industrien<br />

gefertigt. Die Palette umfasst neben<br />

Zylindergehäuse, Linearführungen,<br />

Linsen- und Objektivhalter auch<br />

Komponenten für die Optikindustrie<br />

und den allgemeinen Maschinenbau.<br />

www.weigelundschwarz.de<br />

die ‚Fußpumpe‘ in geschlossener Bauweise,<br />

die maximale Effizienz ohne Leckagepunkte<br />

garantiert und ihre Anwendung in<br />

der Automatisierung, im Maschinenbau, in<br />

der Medizintechnik und im Pflegebereich<br />

findet.<br />

Ein sicherheitsrelevantes Pumpkolbengehäuse<br />

aus einer AlCuMg1 Aluminiumlegierung,<br />

das zunächst in Hubgeräten zur<br />

Höhenverstellung von Montagearbeitsplätzen<br />

zum Einsatz kam und heute in der<br />

vierten Generation auch in der Höhenverstellung<br />

von OP- und Instrumententischen,<br />

Therapieliegen sowie medizinischen Betten<br />

verwendet wird, hat ganz spezielle<br />

Qualitätsanforderungen. Durch den Einsatz<br />

im Medizinbereich wird bei ROEMHELD<br />

eine stetige 100 %-Prüfung durchgeführt,<br />

da für dieses Bauteil höchste Standards<br />

gelten. Für die Fertigung dieser Komponente<br />

wurde deshalb die Firma Weigel &<br />

Schwarz mit ihrem Know-how und dem<br />

hohen Qualitätsbewusstsein beauftragt.<br />

Das von ROEMHELD entwickelte Bauteil<br />

mit hoher mechanischer Ermüdungsfestigkeit<br />

besitzt insgesamt zehn Bohrungen und<br />

ebenso viele Überschneidungen, die bisher<br />

nach dem Fertigen bei Weigel & Schwarz in<br />

separaten Arbeitsschritten von Hand entgratet<br />

werden mussten. Weil alle betroffenen<br />

Stellen innerhalb des Gehäuses entstehen<br />

(von außen kaum sichtbar), war<br />

dies eine sehr intensive Aufgabe, die viel<br />

Arbeitszeit beanspruchte – bei einer Auftragsmenge<br />

von etwa 15.000 Bauteilen<br />

pro Jahr eine immense Herausforderung.<br />

Um die steigenden Anforderungen erfüllen<br />

und eine Weiterentwicklung der<br />

Fußpumpengenerationen ermöglichen zu<br />

können, war eine automatisierte Lösung<br />

notwendig. „Auch mit dem Ziel, die eigene<br />

Produktivität und Prozesssicherheit zu<br />

erhöhen, entschieden wir uns daraufhin,<br />

das Entgraten direkt in den Zerspanungsbzw.<br />

Fertigungsprozess zu integrieren“,<br />

blickt Lana Wolni, Geschäftsführerin von<br />

Weigel & Schwarz, zurück. „Es folgten<br />

Versuche mit diversen Werkzeuglösungen,<br />

die sich aber alle als nicht zielführend herausstellten.<br />

Eine manuelle Bearbeitung war<br />

weiterhin nötig.“<br />

Rechter Ausbruch am Bohrungsgrund:<br />

die Tieflochbohrung endet halboffen in der<br />

Bodenfläche und im Freistich entsteht ein<br />

Grat, der nur durch den Einsatz der Keramikfaser<br />

Cross-Hole Bürste Typ BÜCHA127M<br />

entgratet werden kann; unter Drehzahl<br />

spreizen sich bei diesem Bürsten-Typ die<br />

einzelnen Fasern durch die Fliehkraft auf<br />

und entfernen somit ‚sanft‘ entstehende<br />

Mikro-Grate<br />

Mit nur drei Entgratlösungen zur<br />

gratfreien Fertigung<br />

Nach der Kontaktaufnahme zu Marcus<br />

Schneider, Außenvertriebstechniker der<br />

Firma KEMPF aus Reichenbach an der Fils,<br />

nahm das Vorhaben wieder Fahrt auf.<br />

Zunächst wurde die Fertigung der Alubauteile<br />

gesamtheitlich betrachtet und unter<br />

Einbeziehung der bereits vorhandenen<br />

Abläufe eine Entgratstrategie entwickelt.<br />

„Bei der Auswahl der geeigneten Werkzeuge<br />

spielt es immer eine Rolle, warum<br />

bzw. wie die Grate entstehen und wo bzw.<br />

wie diese im Bauteil liegen“, betont Marcus<br />

Schneider. „Also beispielsweise ob die<br />

Grate in eine Hauptbohrung ragen oder<br />

diese von der Hauptbohrung in eine Querbohrung<br />

gedrückt werden.“ Auch Schnittparameter<br />

und die Reihenfolge der eingesetzten<br />

Werkzeuge spielen eine wichtige<br />

Rolle, um eine implementierbare Strategie<br />

zu entwickeln.<br />

38 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Der Bohrungsaustritt im zylindrischen Absatz mit Freistich wird im ersten Step mit dem HSD-Entgratwerkzeug mit 3,3 mm Durchmesser<br />

entgratet, dabei wird der Grat an allen Kanten sicher entfernt (links); der Restgrat, der im Freistich eventuell entstehen könnte, wird vorsorglich<br />

mit einer Keramikfaser-Oberflächenbürste des Typs BÜA11CB06M mit 6 mm Durchmesser seitlich entfernt (Mitte); Ergebnis rechtes Foto<br />

Zu den drei für dieses Projekt ausgewählten<br />

Entgratwerkzeug-Typen gehört das<br />

Back-Burr Cutter & Path Entgratsystem, bestehend<br />

aus einem Kugelfräser (‚Lollipop‘)<br />

mit einem Freiheitsgrad von 290 ° und<br />

einem Pfad (NC-Datensatz) zum Abfahren<br />

der Kontur zum sekundärgratfreien Entgraten<br />

auf der CNC-Maschine. Der optimale<br />

Schnittwinkel wird beim Back-Burr Cutter<br />

durch den von KEMPF bereitgestellten<br />

NC-Datensatz für jeden einzelnen Koordinatenpunkt<br />

schon im Vorfeld berechnet.<br />

Dies sorgt dafür, dass der Fräser als bisher<br />

einzige Werkzeuglösung auf dem Markt,<br />

den Eingriffspunkt an der Schneide des<br />

Fräsers während der Bearbeitung versetzen<br />

kann und somit die gesamte Schneide<br />

ausgenutzt und nicht nur punktuell abgenutzt<br />

wird. Diese Optimierung verhindert<br />

den vorzeitigen Werkzeugverschleiß und<br />

verlängert die Lebensdauer des Fräsers<br />

erheblich.<br />

Als zweite Werkzeuglösung kommt ein<br />

HSD-Werkzeug (High Speed Deburring)<br />

zum Einsatz. Das Werkzeug wird mit IK-<br />

Keramikfaser-Bürsten<br />

Die Oxidkeramik ist sehr hitzebeständig,<br />

formstabil und bei Entgrat- bzw.<br />

Polier-arbeiten sehr verschleißfest. Eine<br />

weitere Eigenschaft ist, dass sich die<br />

einzelnen Keramikfasern nach dem<br />

Bearbeiten immer wieder in ihre<br />

Ursprungsform zurückstellen. Deshalb<br />

wird dieser Werkzeugtyp auch gerne<br />

als ‚Cross-Hole Bürste‘ zum Entgraten<br />

von (Quer-) Bohrungen herangezogen.<br />

Bei ca. 6.000 U/min spreizen sich die<br />

Fasern durch die Fliehkraft auf und<br />

entfernen so auch kleine Grate in<br />

Freistichen, die sonst in tieferen<br />

Geometrien nicht erreicht werden<br />

können.<br />

Druck von 6-8 bar beaufschlagt, der die<br />

Schneiden am Werkzeugkopf ansteuert,<br />

sodass diese an den gewünschten Stellen<br />

im Bauteil ausklappen. Der IK-Druck sorgt<br />

zudem dafür, dass die Schneiden in alle<br />

Vertiefungen, wie z.B. Querbohrungen und<br />

Nuten, greifen und den Grat sehr prozesssicher<br />

entfernen.<br />

Als dritter Werkzeugtyp werden zwei<br />

Keramikfaser-Bürsten eingesetzt, um die<br />

Komplettentgratung des Bauteils zu garantieren.<br />

Die in ihren Vorteilen nicht zu übertreffenden<br />

Keramikfaser-Bürsten bestehen<br />

aus einzelnen Keramikfasern, die wiederum<br />

einen 80 %tigen Anteil technischer Keramik<br />

(Al2O3-Aluminiumoxid) enthalten<br />

und nur 20 % Bindeanteil aufweisen. Diese<br />

Keramik eignet sich dann, wenn Werkstücke<br />

ein besonderes Oberflächenfinish benötigen<br />

oder wie in diesem Fall, keine Anhaftung<br />

stattfinden darf, die sich ggf. im<br />

späteren Ölkreislauf wieder lösen könnte.<br />

Die Oxidkeramik besitzt darüber hinaus<br />

eine hohe Härte (härter als Stahl), ist jedoch<br />

gleichzeitig so flexibel, dass sie sich<br />

der Werkstückoberfläche anpasst und somit<br />

eine gleichmäßige Schleifwirkung entsteht.<br />

Als letztes Werkzeug kommt eine<br />

zweite Keramikfaser-Bürste am Bohrungsaustritt<br />

im zylindrischen Absatz zum Einsatz.<br />

Ein kleiner Restgrat, der dort nach<br />

dem Bearbeiten entsteht, wird mit einer<br />

kleinen Oberflächenbürste rückstandslos<br />

entfernt.<br />

Mit dieser Werkzeugkombination konnten<br />

alle kritischen Querbohrungen prozesssicher<br />

und vollständig entgratet werden.<br />

Alle Arbeitsschritte erfolgen nun direkt in<br />

der Maschine – ohne zusätzliche manuelle<br />

Nacharbeit, sodass das CNC-Zentrum seither<br />

auch in der mannlosen zweiten Geisterschicht<br />

betrieben wird, ohne sich um<br />

die Qualität sorgen zu müssen.<br />

Das Ergebnis:<br />

Reproduzierbare Qualität ohne<br />

Nacharbeit ‚Made in Germany‘<br />

Die Entgratwerkzeuge von KEMPF haben<br />

sich bei Weigel & Schwarz absolut bewährt.<br />

Sie beweisen, dass auch in etablierten Fertigungsprozessen<br />

viel Optimierungspotential<br />

steckt: Die Integration der Entgratung<br />

in den CNC-Prozess steigert die Qualität,<br />

erhöht die Prozesssicherheit und setzt<br />

gleichzeitig Ressourcen im Betrieb effizienter<br />

ein. Die Kombination aus Präzisionstechnik<br />

bei Weigel & Schwarz, den<br />

sicherheitskritischen Anforderungen bei<br />

ROEMHELD und den Werkzeuglösungen<br />

von KEMPF bestätigt den hohen Stellenwert<br />

einer prozesssicheren, gratfreien<br />

Fertigung. Sie schafft nicht nur technische<br />

Vorteile, sondern stärkt zugleich den<br />

Anspruch, komplexe und hochpräzise<br />

Komponenten wettbewerbsfähig in<br />

Deutschland herzustellen – ganz im Sinne<br />

von ‚Made in Germany‘.<br />

Seit Einführung der KEMPF-Werkzeuge<br />

liefert Weigel & Schwarz die Alu-Bauteile<br />

an ROEMHELD in gleichbleibender, absolut<br />

gratfreier Qualität. Bei der 100 %-Prüfung<br />

durch die Qualitätssicherung von Weigel &<br />

Schwarz und ROEMHELD gab es seither<br />

kein Teil, das die Anforderungen nicht erfüllte.<br />

„Mit dem Block in dieser super Qualität<br />

gehen wir direkt in unsere Montage“,<br />

unterstreicht Alexander Schul, Produktmanager<br />

bei der ROEMHELD Gruppe.<br />

Für Weigel & Schwarz bedeutet dies, dass<br />

die Bauteile seither prozesssicher und mit<br />

einer hohen Wiederholgenauigkeit hergestellt<br />

werden können. Die Möglichkeit der<br />

24/7-Komplettfertigung in der Serienfertigung<br />

bringt wirtschaftliche Vorteile und<br />

eine hohe Effizienz.<br />

Informationen: www.kempf-tools.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 39


Bearbeitungsprozesse<br />

Präzise Verzahnung für die zielgerichtete Kühlung<br />

Maschinenbediener kennen das Problem:<br />

Wer während der Fräsbearbeitung<br />

von einem kurzen Werkzeug auf ein langes<br />

wechselt, muss die Kühlmittelzufuhr anpassen.<br />

Insbesondere wenn keine innere<br />

Kühlmittelzufuhr zur Verfügung steht,<br />

führt dies zu einem hohen Einstellaufwand,<br />

um die Prozesssicherheit der Bearbeitung<br />

sicherzustellen. Das Unternehmen<br />

Asch & Sebert hat sich dieses Problems angenommen<br />

und einen Kühlmittelring entwickelt,<br />

bei dem sich die Kühlmitteldüsen<br />

automatisch der Werkzeuglänge anpassen.<br />

Für die Fertigung des patentierten Systems<br />

setzt der Inhaber Gerald Sebert auf Präzisionswerkzeuge<br />

der Paul Horn GmbH. „Für<br />

das Fräsen der Verzahnungen führt für uns<br />

kein Weg an den Horn-Werkzeugen vorbei“,<br />

so Sebert.<br />

Der Startschuss der Entwicklung der<br />

Kühlmittelringe war im schwierigen Wirtschaftsjahr<br />

2009. Aufgrund der weltweit<br />

schlechten Auftragslage entstand bei<br />

Asch & Sebert ist ein innovatives<br />

Unternehmen, das sich auf die<br />

Entwicklung und Herstellung<br />

hochwertiger Präzisionsteile<br />

spezialisiert hat. Mit langjähriger<br />

Erfahrung bietet das Unternehmen<br />

maßgeschneiderte Lösungen für<br />

verschiedene Branchen, darunter<br />

Maschinenbau, Automobilindustrie und<br />

Medizintechnik. Das Leistungsspektrum<br />

umfasst CNC-Drehen, Fräsen, Schleifen<br />

sowie Oberflächenbearbeitung, stets<br />

mit Fokus auf höchste Qualität und<br />

Präzision. Modernste Maschinen und<br />

ein engagiertes Team gewährleisten<br />

eine effiziente Produktion und flexible<br />

Auftragsabwicklung. Asch & Sebert legt<br />

großen Wert auf Nachhaltigkeit und<br />

Umweltverträglichkeit, um nachhaltige<br />

Werte zu schaffen. Das Unternehmen<br />

zeichnet sich durch Zuverlässigkeit,<br />

Innovation und Kundenzufriedenheit<br />

aus und ist ein zuverlässiger Partner für<br />

anspruchsvolle Fertigungsaufgaben.<br />

Mit ihrer Expertise unterstützen sie<br />

Kunden bei der Realisierung komplexer<br />

Projekte und setzen dabei auf höchste<br />

Standards in Qualität und Service.<br />

Asch & Sebert die Idee, ein eigenes Produkt<br />

auf den Markt zu bringen. Wie in<br />

vielen Fertigungen stellte sich auch in der<br />

eigenen Produktion das Problem mit der<br />

Kühlmittelzufuhr von unterschiedlich langen<br />

Werkzeugen. „Hier wollten wir angreifen<br />

und begannen mit der Entwicklung des<br />

automatisch einstellbaren Kühlmittelrings“,<br />

so Sebert. Nach einigen Prototypen war<br />

das System auf den eigenen Maschinen<br />

für Langzeittest im Einsatz. „Die Entwicklung<br />

ist das eine, der Verkauf das andere.<br />

Wir haben sehr viel Zeit für die Patentrecherchen<br />

aufgewendet. Hier recherchierten<br />

wir bis in die 30er Jahre zurück, ob wir<br />

mit unserer Idee irgendwelche Patente verletzen“,<br />

erzählt Sebert. Im Jahr 2015 war es<br />

dann so weit: Sebert meldete das System<br />

zum Patent an.<br />

Erfolge und Rückschläge<br />

„Wir sind von dem System absolut überzeugt,<br />

aber es war ein Kampf, den Kühlmittelring<br />

ohne ein entsprechendes Marketingbudget<br />

groß zu vermarkten“, so<br />

Sebert. Der Geschäftsführer nahm zu verschiedenen<br />

Maschinenherstellen Kontakt<br />

auf. „Ein großer Maschinenbauer hat uns<br />

eine weitreichende Kooperation zugesagt,<br />

aber nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit<br />

von einem auf den anderen Tag den<br />

Stecker gezogen. Das war ein harter Rückschlag<br />

nach den hohen Entwicklungskosten“,<br />

erzählt Sebert. Doch der Tüftler lies<br />

nicht locker und vertiefte die Gespräche<br />

mit anderen Maschinenbauunternehmen.<br />

Mit Erfolg: Sebert überzeugte mehrere<br />

bekannte Unternehmen von seiner Entwicklung,<br />

sodass das diese nun auf zahlreichen<br />

Bearbeitungszentren zum Einsatz<br />

kommt. Fanuc hat für das Kühlmittelsystem<br />

schon eine App entwickelt, welche<br />

die Position der Kühlmitteldüsen automatisch<br />

über die eingegebenen Werkzeugdaten<br />

steuert.<br />

Die Produktion der mechanischen Komponenten<br />

der Kühlmittelringe geschieht<br />

in der eigenen Fertigung. Die Bewegung<br />

der Kühlmitteldüsen geschieht über eine<br />

Mechanik, die über eine Stellverzahnung<br />

gesteuert ist. Für das Fräsen der Verzahnung<br />

mit Modul 1 setzt Sebert mit seinem<br />

Team aus erfahrenen Zerspanern auf das<br />

Zirkularfrässystem von Horn. „Von Anfang<br />

an setzten wir auf die Horn-Systeme. Wir<br />

hatten uns auch zahlreiche Werkzeuge von<br />

unterschiedlichen Werkzeugherstellern<br />

angeschaut, aber kein Frässystem bot uns<br />

die Flexibilität wie die Fräser von Horn. Wir<br />

arbeiten mit teils sehr langen Werkzeugauskragungen,<br />

und da unterscheidet sich<br />

die Spreu vom Weizen“, erzählt Sebert.<br />

Zirkular-Verzahnungsfräser<br />

im Einsatz<br />

Zum Einsatz kommt das Horn-Zirkularfrässystem<br />

613. Das Sonderprofil der sechs<br />

Zähne des Werkzeugs gleicht dem Soll-<br />

Profil der Zahnflanken des Werkstücks.<br />

Die Auskragung des Werkzeugs ist aufgrund<br />

der Gegebenheiten lang. Durch den<br />

schwingungsdämpfenden Vollhartmetallschaft<br />

treten keine Probleme mit Vibrationen<br />

des Werkzeugs auf. Die präzise Schnittstelle<br />

zwischen Träger und Schneidplatte<br />

ermöglichen einen µ-genauen Rund- und<br />

Planlauf der Schneidplatte beim Wechsel.<br />

Das Schruppen und Schlichten geschieht<br />

mit demselben Werkzeug.<br />

Durch den schwingungsdämpfenden<br />

Vollhartmetallschaft treten trotz der<br />

langen Auskragung keine Probleme<br />

mit Vibrationen des Werkzeugs auf<br />

40 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Die Qualität der Verzahnung spielt bei diesem<br />

zentralen Bauteil eine wichtige Rolle<br />

Die Kühlmitteldüsen liefern einen<br />

Kühlmitteldruck von maximal 15 bar<br />

Mit mehreren Zustellungen fräst das<br />

Werk zeug die einzelnen Zähne in das<br />

Werk stück. Die Schruppschnitte haben<br />

eine Tiefe von ap = 0,2 mm und werden<br />

mit einer Schnittgeschwindigkeit von<br />

v c = 100 m/min gefräst. Das Schlichtaufmaß<br />

beträgt 0,1 mm. Die Schlichtzustellung für<br />

das letzte Zehntel bis zum Fertigmaß fräst<br />

das Werkzeug mit einer Schnittgeschwindigkeit<br />

von v c = 100 m/min. Die Fräsrichtung<br />

erfolgt im Gegenlauf. Die Werkzeuge<br />

von Horn weisen, trotz des hohen Schnittdrucks<br />

durch die sechs Zähne, eine hohe<br />

Stabilität auf. Die sechs Zähne bieten hierbei<br />

eine hohe Fräsleistung und die Möglichkeit,<br />

höhere Schnittgeschwindigkeiten<br />

zu fahren. „Wir haben trotz der langen<br />

Werkzeugauskragung keine Probleme mit<br />

Rattermarken auf der Oberfläche. Hierbei<br />

achten wir natürlich auch auf eine sehr steife<br />

Spannung der Bauteile. Die Werkzeuge<br />

würden die Zähne auch im Vollschnitt problemlos<br />

fräsen. Wir sind jedoch bewusst<br />

auf mehrere Zustellungen gegangen, um<br />

für dieses zentrale Bauteil die optimale<br />

Verzahnungsqualität zu erreichen“, so<br />

Sebert.<br />

Multitalente für Fräsprozesse<br />

Nutfräsen, Trennfräsen oder Verzahnungsfräsen:<br />

dies sind nur drei genannte Fräsprozesse,<br />

die das Horn-Zirkularfrässystem<br />

produktiv meistert. Als echtes Multitalent<br />

einsetzbar, beherrscht das weitreichende<br />

Werkzeugportfolio dieses Werkzeugsystems<br />

noch einige weitere Fräsprozesse. Ein -<br />

setzbar ab einem Innendurchmesser von<br />

8 mm für die präzise Bohrungsbearbeitung,<br />

Schlitzfräsen von schmalen Nuten<br />

mit einer Breite von 0,2 mm oder das Fräsen<br />

von Passverzahnungen: die Fräswerkzeuge<br />

zeigen sich als Problemlöser in zahlreichen<br />

Standardvarianten, aber auch in<br />

speziellen Sonderformen für einige andere<br />

Fräsprozesse.<br />

Das Zirkularfrässystem von Horn bietet<br />

dem Anwender eine Reihe von Verfahrensvorteilen:<br />

es ist schnell, prozesssicher und<br />

erzielt gute Oberflächenergebnisse. Dabei<br />

taucht das auf einer Helixbahn geführte<br />

Werkzeug schräg oder sehr flach in das<br />

Material ein. Dadurch lassen sich beispielsweise<br />

Gewinde in reproduzierbar hoher<br />

Qualität herstellen. Im Vergleich zur Bearbeitung<br />

mit Wendeschneidplatten bei<br />

größeren Durchmessern oder VHM-Fräsern<br />

bei kleineren Durchmessern ist Zirkularfräsen<br />

in der Regel wirtschaftlicher.<br />

Zirkularfräser haben ein breites Einsatzgebiet.<br />

Sie bearbeiten Stahl, Sonderstähle,<br />

Titan oder Aluminium und Sonderlegierungen.<br />

Die Präzisionswerkzeuge eignen<br />

sich besonders für die Prozesse Nutfräsen,<br />

Bohrzirkularfräsen, Gewindefräsen, T-Nutfräsen,<br />

Profilfräsen sowie Verzahnungsfräsen.<br />

Sie überzeugen aber auch in Sonderanwendungen<br />

wie dem Fräsen von Dichtnuten<br />

oder bei der Pleuelbearbeitung.<br />

Asch & Sebert hat einen Kühlmittelring<br />

entwickelt, bei dem sich die Kühlmitteldüsen<br />

automatisch der Werkzeuglänge anpassen<br />

Nachrüstung und OEM<br />

Neben der OEM-Erstausrüstung von mehreren<br />

Maschinenherstellern bietet Asch &<br />

Sebert die Kühlmittelringe auch zum Nachrüsten<br />

von bestehenden und auch älteren<br />

Maschinen an. Das System besteht aus<br />

dem eigentlichen Kühlmittelring und der<br />

dazu gehörigen Steuerungsbox. Die Box<br />

ist direkt mit der Steuerung der Maschine<br />

verbunden, um die Werkzeugdaten abzugreifen.<br />

Die Installation verlangt dabei die<br />

Rücksprache mit dem jeweiligen Maschinenhersteller.<br />

Eine andere Variante ist der<br />

Kühlmittelring mit einer Handsteuerung.<br />

Der Einbau erfordert keine direkte Kommunikation<br />

mit der Maschinensoftware.<br />

Die Lage der Kühlmitteldüsen kann hierbei<br />

über ein Bedienpanel neben der Maschinensteuerung<br />

gesteuert werden. Das System<br />

liefert einen maximalen Kühlmitteldruck<br />

von 15 bar. Dies ist für die äußere<br />

Kühlmittelzufuhr in den meisten Fällen<br />

ausreichend. Wenn der Druck steigt, vernebelt<br />

der Kühlschmierstoff zu stark und<br />

verliert dabei seine Eigenschaften.<br />

Sebert betont die Bedeutung der<br />

Zusammenarbeit mit Horn: „Wir setzen<br />

von Anfang an auf die Horn-Systeme. Kein<br />

anderes Frässystem bietet uns die Flexibilität,<br />

die wir brauchen.“ Für den Geschäftsführer<br />

ist die Zusammenarbeit mit Horn<br />

ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche<br />

Entwicklung des Kühlmittelrings.<br />

Informationen: www.horn-group.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 41


Bearbeitungsprozesse<br />

Zahnflanken wirtschaftlich optimieren<br />

Mit der Weiterentwicklung des verschränkungsfreien<br />

Wälzschleifens hebt die<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH Wirtschaftlichkeit<br />

und Qualität bei der Hartfeinbearbeitung<br />

auf eine neue Stufe. Die Bearbeitungszeiten<br />

beim Einsatz abrichtbarer<br />

Schleifschnecken wurden nahezu auf das<br />

Niveau konventioneller Verfahren gesenkt,<br />

selbst bei asymmetrischen Verzahnungen.<br />

Gleichzeitig ermöglichen optimierte Shiftmethoden<br />

die Integration von Feinschleifen<br />

oder Polieren in einem Arbeitsgang.<br />

Bereits 1988 setzte Liebherr mit der<br />

Patentierung des verschränkungsfreien<br />

Wälzschleifens auf CBN-Schleifschnecken<br />

einen technologischen Meilenstein. Nun<br />

folgt der nächste Schritt: neue Funktionalitäten<br />

und eine innovative Maschinenkinematik<br />

machen das Verfahren auch mit abrichtbaren<br />

Schleifschnecken wirtschaftlich,<br />

prozesssicher und in hoher Qualität einsetzbar.<br />

Abricht- und Zykluszeiten liegen<br />

dabei nahezu auf dem Niveau konventioneller<br />

Wälzschleifverfahren.<br />

Neue Anwendungsbereiche für<br />

verschränkungsfreie Verzahnung<br />

Das optimierte Verfahren erschließt neue<br />

Anwendungsfelder für verschränkungsfreie<br />

Bearbeitung: wie Versuche in der Praxis<br />

zeigen, lassen sich auch anspruchsvolle<br />

Geometrien wie asymmetrische Verzahnun<br />

gen gezielt auf maximale Tragfähigkeit<br />

oder reduzierte Geräuschentwicklung<br />

hin optimieren – oder beides. Die neue<br />

Maschinenkinematik erlaubt deutlich freiere<br />

Shiftmethoden, die sich flexibel an<br />

Bauteilanforderungen anpassen lassen.<br />

Dies ermöglicht die Integration von Feinschleifen<br />

oder Polieren und damit einen<br />

weiteren Qualitätssprung. Auch kleinste<br />

Schleifschnecken lassen sich nun wirtschaftlich<br />

einsetzen – ein Vorteil bei kollisionskritischen<br />

Verzahnungen. Die Bedienung<br />

über die benutzerfreundliche Steuerung<br />

LHGearTec ist einfach und intuitiv.<br />

Optimierte Shift-Strategien<br />

Beim optimierten Shiften werden gezielt<br />

unterschiedliche Segmente auf der Schleifschnecke<br />

genutzt: durch die Integration<br />

von Feinschleif- oder Polierbereichen oder<br />

die Kombination modifizierter und nichtmodifizierter<br />

Zonen lassen sich Oberflächenqualität<br />

und Zahnflankengeometrie<br />

gezielt beeinflussen. Die Entkopplung<br />

von Shiftlänge und -position verhindert<br />

dabei Profilabweichungen, wie Fabian<br />

Stadelmann, Manager für Technologieentwicklung<br />

bei der Liebherr-Verzahntechnik<br />

GmbH, bestätigt: „Anzahl und Länge der<br />

Diagonalbereiche sind über die LHGearTec<br />

einfach definierbar – ohne Auswirkungen<br />

auf die Werkstückqualität.“ Die Software<br />

unterstützt zusätzlich die gezielte Erzeugung<br />

kontrollierter Verschränkungen<br />

(„twist-controlled“).<br />

Gezielte Zahnflankenoptimierung<br />

bei wirtschaftlicher Bearbeitung<br />

Für Anwender ergeben sich klare Vorteile:<br />

das Verfahren ermöglicht eine gezielte<br />

Last- und Geräuschoptimierung – durch<br />

tragfähige, lastoptimierte Zahnflanken<br />

oder hohe Oberflächengüte. Die Kombination<br />

von verschränkungsfreiem Wälzschleifen<br />

und nachgelagertem Feinschleifen<br />

oder Polieren addiert die Stärken beider<br />

Verfahren und führt zu einem deutlichen<br />

Qualitätsgewinn – ohne wirtschaftliche<br />

Einbußen. Der Einsatz von Standard-<br />

Abrichtern macht eine aufwändige Auslegung<br />

für spezielle Verschränkungsgeometrien<br />

überflüssig, auch zweiflankiges<br />

Abrichten ist möglich.<br />

Von E-Mobilität bis zu<br />

Spezialgetrieben<br />

Die Technologie eignet sich für ein breites<br />

Anwendungsspektrum – von Getriebekomponenten<br />

für die E-Mobilität bis hin<br />

zu Spezial- und Schwerlastgetrieben. „In<br />

Kombination mit der – von unseren Kunden<br />

immer wieder hervorgehobenen –<br />

hohen Steifigkeit unserer Maschinen<br />

bieten wir einen messbaren Mehrwert bei<br />

Effizienz und Präzision und damit einen<br />

klaren Wettbewerbsvorteil“, fasst Fabian<br />

Stadelmann zusammen.<br />

Informationen: www.liebherr.com<br />

Kombinierte Schleifschnecken-Segmente:<br />

nicht modifizierter Bereich für das Schruppen (im Bild links)<br />

und modifizierter Bereich für das Schlichten (rechte Seite)<br />

42 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

Mikro-Werkzeuge neu gedacht<br />

Da wirtschaftliche Prognosen weiterhin<br />

auf Unsicherheit hindeuten, fokussieren<br />

sich vorausschauende Hersteller stärker<br />

denn je auf das, was langfristig zählt: Qualität.<br />

Der italienische High-End-Werkzeughersteller<br />

TTE Srl gehört zu jenen Unternehmen,<br />

die zeigen, dass nachhaltiger Erfolg<br />

im Mikro-Werkzeugbau nicht dem Zufall<br />

überlassen wird, sondern Präzision, Stabilität<br />

und die Fähigkeit erfordert, das Messbare<br />

sichtbar zu machen. Mit dem Infinite-<br />

Focus G6 von Bruker Alicona sichert TTE<br />

nicht nur höchste Produktqualität, sondern<br />

verschiebt die Grenzen des geometrisch<br />

Machbaren im Mikro-Werkzeugdesign.<br />

Mikro-Werkzeuge am Limit:<br />

Warum TTE eine neue Art<br />

des Messens benötigte<br />

Seit mehr als zwei Jahrzehnten spezialisiert<br />

sich TTE auf Hochleistungsfräser aus<br />

Vollhartmetall für die Automobilindustrie,<br />

Uhrenbranche, Medizintechnik, Modeindustrie<br />

und weitere anspruchsvolle Branchen.<br />

Mit dem verstärkten Fokus auf Mikro-Werkzeuge<br />

und komplexe Sondergeometrien<br />

nahm eine zentrale Herausforderung<br />

zu: klassische Messmittel konnten die<br />

extrem scharfen, hochglanzpolierten und<br />

geläppten Geometrien, die Kunden heute<br />

verlangen, nicht mehr zuverlässig erfassen.<br />

Cristiano Zecchini, Leiter der Produktion<br />

und Werkzeugkonstruktion bei TTE, arbeitet<br />

seit Jahrzehnten an der Weiterentwicklung<br />

von Hochleistungs-Mikrowerkzeugen.<br />

Durch seine tiefgehende Erfahrung – sowohl<br />

in der praktischen Fertigung als auch<br />

in der Geometrieentwicklung – weiß er genau,<br />

wie schnell Grenzen erreicht sind,<br />

wenn die Messtechnik nicht mithält. Mit<br />

Blick auf die jüngsten Innovationen bei<br />

TTE erklärt er: „Wir betreten neues Terrain<br />

im Mikro-Werkzeugbau. Um dort bestehen<br />

zu können, muss man messen können,<br />

was andere nur schätzen.“<br />

Polierte Oberflächen streuen Licht. Geläppte<br />

Schneidkanten sind für viele Systeme<br />

kaum sichtbar. Und im Mikrobereich<br />

zählt jede Abweichung. TTE brauchte Klarheit<br />

– berührungslose, wiederholgenaue<br />

3D-Messtechnik, welche die tatsächliche<br />

Werkzeugschneide abbildet und nicht nur<br />

eine angenäherte Interpretation.<br />

InfiniteFocus G6:<br />

Unsichtbare Geometrien werden<br />

zu verwertbaren Daten<br />

Die Einführung des InfiniteFocus G6 verwandelte<br />

TTEs Qualitätsprüfung in einen<br />

datengestützten Entwicklungs- und Optimierungsprozess.<br />

Die Focus-Variation-<br />

Technologie des Systems liefert hochpräzise<br />

Messergebnisse selbst an polierten,<br />

spiegelnden oder extrem scharfen Kanten<br />

– dort, wo konventionelle Messtechnik<br />

scheitert.<br />

Mit dem InfiniteFocus G6 kann TTE:<br />

→ Oberflächenrauheit im Mikro- und<br />

Nanobereich quantifizieren<br />

→ Schneidkantenpräparation validieren<br />

→ geläppte, hochglanzpolierte<br />

Oberflächen sicher messen<br />

→ Formtreue bei komplexen<br />

Sondergeometrien prüfen<br />

→ wiederholbare 3D-Daten in jeder<br />

Entwicklungsphase erzeugen<br />

Zecchini fasst zusammen: „Mit dem G6 erreichen<br />

wir eine Genauigkeit, die uns<br />

erlaubt, Werkzeuge zu entwickeln, die wir<br />

zuvor nicht einmal analysieren konnten. Er<br />

eröffnet uns Geometrien, die vorher unsichtbar<br />

waren.“ Gerade bei Werkzeugen<br />

für NE-Metalle – wo Oberflächenreflexionen<br />

Messungen besonders erschweren –<br />

ist diese Leistungsfähigkeit entscheidend.<br />

Vom Engpass zum<br />

Wettbewerbsvorteil<br />

TTEs Qualitätsphilosophie – geprägt von<br />

Präzision, Respekt und kundenzentriertem<br />

Design – harmoniert ideal mit hochauflösender<br />

optischer Messtechnik. Die mit<br />

Bruker Alicona realisierten Messprozesse<br />

ermöglichen:<br />

◆ Schnellere Entwicklungszyklen<br />

Was früher Stunden dauerte, gelingt<br />

jetzt in Minuten. Das schafft Raum für<br />

mehr Iterationen und fundiertere<br />

Entwicklungsentscheidungen.<br />

◆ Höheres Prüftempo & Automatisierung<br />

Mit der digitalen Messplattform<br />

MetMax können Messprozesse offline<br />

vorbereitet oder autonom direkt an<br />

der Maschine ausgeführt werden –<br />

TTE's Shopfloor<br />

ohne Bedienereingriff. Das erhöht den<br />

Durchsatz und sichert Konsistenz über<br />

ganze Chargen hinweg.<br />

◆ Verbesserte kundenspezifische<br />

Lösungen<br />

Über 25 % der TTE-Produktion sind<br />

Maßanfertigungen für Spezialanwendungen.<br />

Präzise 3D-Daten<br />

ermöglichen schnellere und gezieltere<br />

Antworten auf Kundenanforderungen –<br />

ob aus der Medizintechnik, der<br />

Luxusgüterbranche oder anderen<br />

High-End-Sektoren.<br />

„Es geht nicht nur ums Messen. Es geht<br />

darum, aus jedem Werkzeug zu lernen –<br />

und das nächste noch besser zu bauen“, so<br />

Cristiano Zecchini.<br />

Qualität als Strategie in einem<br />

schwierigen Marktumfeld<br />

Während viele Industrieunternehmen ihre<br />

Investitionen aktuell reduzieren, setzt TTE<br />

ein deutliches Zeichen: Präzision ist nicht<br />

verhandelbar. Das Unternehmen zeigt,<br />

dass Spitzenleistung – besonders im Mikro-<br />

Werkzeugbau – eine bewusste Geschäftsstrategie<br />

ist, die die richtigen Technologiepartner<br />

erfordert. Denn „für uns ist<br />

Alicona keine Maschine. Es ist ein Partner<br />

in unserem Entwicklungsprozess“, erläutert<br />

Cristiano Zecchini. Diese Entscheidung<br />

spiegelt einen breiteren Trend im Advanced<br />

Manufacturing wider: Unternehmen, die<br />

in unsicheren Zeiten weiter in Innovation<br />

investieren, sichern sich die stärkste Position,<br />

wenn die Märkte wieder anziehen.<br />

Informationen: www.alicona.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 43


Komponenten & Zubehör<br />

Zentrale Datenplattform verbindet Shopfloor<br />

und steigert Effizienz<br />

Schneller das Werkstück produktiv in der<br />

Maschine bearbeitet und gleichzeitig die<br />

Nebenkosten minimiert – ein durchgängig<br />

integrierter Informationsfluss vom ERP<br />

bis in den Shopfloor macht dies bei<br />

BERG Spanntechnik mit dem COSCOM<br />

ECO-System möglich.<br />

Der kundige Blick in den Shopfloor offenbart,<br />

dass der Wille zur durchgängigen<br />

Digitalisierung dort viel größer zu sein<br />

scheint, als im Officefloor oder in der Entwicklung.<br />

Kein Wunder auch, denn das<br />

Streben nach Ende-zu-Ende gedachtem<br />

Prozessdesign hat in der Fertigung eine<br />

lange Tradition. Es ist die Antwort auf den<br />

Fachkräftemangel und dient dazu, durch<br />

gesteigerte Effizienz dem Kostendruck<br />

Paroli zu bieten.<br />

BERG Spanntechnik aus Bielefeld hatte<br />

entschieden, ein digitales Prozessnetzwerk<br />

mit einer zentralen COSCOM-Datenplattform<br />

mit dem Ziel einzuführen, seine IT-<br />

Insellösungen in der Produktion zu einem<br />

BERG Spanntechnik konstruiert und<br />

produziert modulare Spannsysteme für<br />

Umform- und Zerspanungsmaschinen, die<br />

an unterschiedlichsten stationären und<br />

rotierenden Schnittstellen eingesetzt werden<br />

schlagkräftigen Ganzen zu vernetzen. Alle<br />

Fertigungsinformationen werden nun<br />

übersichtlich auf einer Benutzeroberfläche<br />

präsentiert, in der Daten von verschiedenen<br />

Anwendungen aus dem CAD/CAM-<br />

System Esprit Edge und dem Werkzeugvoreinstellgerät<br />

vom Grundstücksnachbarn<br />

HAIMER aufgabengerecht auf einen Blick/<br />

Klick zusammengefasst werden. Die Vor-<br />

Ort-Visualisierung der Produktionsdaten<br />

erfolgt über COSCOM InfoPOINT-Terminals<br />

in unmittelbarer Nähe der Dreh-Fräs-Bearbeitungszentren.<br />

Prozesssichere, innovative<br />

Palettenspannung<br />

BERG ist bekannt für seine flachbauenden<br />

Spannköpfe und Nullpunktspannsysteme.<br />

Sie sind konzipiert als Schnittstelle zwischen<br />

Maschinentisch und Palette, wobei<br />

sie sich insbesondere für den automatisierten<br />

Palettenwechsel eignen. Ziel dieser<br />

Konstruktionen ist stets, mit wenig einwirkender<br />

Kraft ein hohes Haltevermögen zu<br />

erzeugen. Das Unternehmen ist auf die<br />

Konstruktion und hochpräzise Fertigung<br />

von modularen Spannsystemen für alle<br />

marktüblichen Schnittstellen in Getriebeund<br />

Motorspindeln spezialisiert.<br />

Ein weiterer Bestandteil des Produktportfolios<br />

sind Drehdurchführungen zur<br />

Übergabe von Medien wie Kühlschmiermittel,<br />

Luft oder Hydraulikölen. BERGs Maschinenpark<br />

umfasst insgesamt 18 Drehbzw.<br />

Fräszentren und Schleifmaschinen,<br />

die teilweise in Doppelschicht von gut<br />

30 Werkern bedient werden.<br />

Ein moderner Gebäudekomplex beherbergt<br />

insgesamt 5.000 m² Produktionsfläche.<br />

Das sollte nicht unerwähnt bleiben:<br />

Besonders stolz ist man auf die geringen<br />

Fertigungstoleranzen von ±1 µm bei jeweils<br />

vier gemeinsam gefertigten Nullpunktspannsystemen<br />

– das muss erst<br />

einmal einer nachmachen!<br />

Ganz vorne dabei –<br />

auch bei der Digitalisierung<br />

Die Installation des COSCOM ECO-Systems<br />

war für BERG ein großer Schritt. Der zuvor<br />

genutzte DNC-Service von Fa. DLoG konnte<br />

nach dem Umstieg auf moderne Rechner/<br />

IT-Strukturen nicht mehr installiert werden.<br />

Der Support war abgekündigt worden,<br />

nachdem der Lieferant von einem größeren<br />

Unternehmen übernommen wurde.<br />

Auch die zuvor genutzte Werkzeugverwaltung<br />

bereitete Probleme. Ein verpflichtendes<br />

Werkzeugverwaltungs-Upgrade vom<br />

Hersteller wäre in der gleichen Preisregion<br />

gewesen wie eine Neuanschaffung.<br />

„Wir waren aus Erfahrungen gezwungen,<br />

uns nach Alternativen umzusehen! Dabei<br />

sind wir auf die Möglichkeiten der Satellitenanbindungen<br />

mit einer zentralen Plattform<br />

bzw. der modularen Lösung von<br />

COSCOM Computer aus Ebersberg bei<br />

München gestoßen. Schnell wurde uns<br />

klar, wie weit uns dies bringen würde. Und<br />

das Versprechen von COSCOM von langfristigem<br />

Support bewies uns einmal mehr,<br />

dass wir mit der Entscheidung genau richtig<br />

lagen“, erinnert sich Oliver Oberkoch<br />

(CAM-Programmierung/Fertigungsplanung).<br />

Gemeinsam mit Dirk Deppe (Meister<br />

mechanische Fertigung) betreut er die<br />

COSCOM-Einführung seitdem. Dirk Deppe<br />

fügt hinzu: „Uns war klar, dass wir einen<br />

neuen längeren Digitalisierungsweg gehen<br />

und eine Menge an Arbeit vor uns<br />

haben. Aber wir waren schon froh, sicher<br />

zu sein, dass wir es dabei nur mit einem<br />

Ansprechpartner zu tun haben werden.“<br />

Schließlich mussten intern Daten miteinander<br />

abgeglichen und die Schnittstellenthematik<br />

mit den im Hause vertretenen<br />

Anbietern geklärt werden. „Für uns allein<br />

wäre das echt schwierig geworden“, erinnert<br />

sich der Meister der mechanischen<br />

Fertigung. Auch Ingo Kolberg, Senior<br />

Sales Manager bei COSCOM, lässt die Zeit<br />

noch mal Revue passieren: „Auf unser Anraten<br />

hin wollte BERG die Werkzeugverwaltung<br />

nicht einfach durch eine andere ersetzen.<br />

Schließlich hatten wir das Argument<br />

gebracht, dass es von sehr großem Vorteil<br />

wäre, zukunftsfähige Prozesse und Daten,<br />

z. B. Fertigungsinformationen, den Maschinenpark,<br />

NC-Programme, das Werkzeugmanagement,<br />

fertigungsrelevante ERP-<br />

Informationen, über eine zentrale Datenplattform<br />

gesteuert einzusetzen. Uns ging<br />

44 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

es dabei um den vollständigen Artikelbezug<br />

des Fertigungsauftrags vom NC-Programm<br />

bis zur Bearbeitung, also um die<br />

gesamte Prozesskette.“ Das Versprochene<br />

wurde auch eingehalten: „Jetzt ist alles<br />

wunderbar gelöst. Bezogen auf einen Artikel<br />

werden in nur einem digitalen Fertigungsdatenblatt<br />

alle relevanten Prozessinformationen<br />

zentral abrufbar angezeigt“,<br />

sagt Oliver Oberkoch begeistert.<br />

Alles kreist im zentralen<br />

COSCOM ECO-System<br />

Das neue Prozessnetzwerk von COSCOM<br />

verbindet die intern gewachsene Systemlandschaft<br />

mit ihren „Satelliten“ im<br />

Shopfloor. Der zentrale Data Hub ist<br />

FactoryDIRECTOR VM (Virtual Machining)<br />

von COSCOM, in dem alle Fertigungsinformationen<br />

strukturiert abgelegt werden.<br />

Hierzu gehören Artikelstamm- und Arbeitsplandaten<br />

aus dem ERP-System. Als führendes<br />

ERP-System nutzt BERG APplus. Alle<br />

im Shopfloor erzeugten Daten und Informationen<br />

werden nun in der zentralen Datenbank<br />

dem versionierten Fertigungsartikel<br />

und der konkreten Arbeitsfolge<br />

(Vorgang) des Arbeitsplans zugeordnet.<br />

FactoryDIRECTOR VM ist auch die operative<br />

Schaltstelle für die integrierten Anwendungssysteme,<br />

wie das CAD/CAM-System<br />

ESPRIT Edge, die virtuellen Maschinen, die<br />

DrehFräs-Bearbeitungszentren und das<br />

Werkzeugvoreinstellgerät von HAIMER. Die<br />

Visualisierung der Fertigungsdaten findet<br />

am Point of Interest über InfoPOINT VM<br />

direkt an den Werkzeugmaschinen statt.<br />

Gemeinsam an einem Tisch<br />

Die Integration der Satellitensysteme war<br />

kein Selbstläufer. Vielmehr erforderte es<br />

aktives Management, übrigens eine jahrelang<br />

erarbeitete Kernkompetenz von<br />

COSCOM. „Damit alle Systeme konzertiert<br />

zusammenarbeiten, müssen viele Interessen<br />

aufeinander abgestimmt und gebündelt<br />

werden“, erklärt Ingo Kolberg. Zu<br />

einem schlagkräftigen Team gehören die<br />

interne Projektleitung und die Shopfloor-<br />

Anwender bei BERG, die Systemanbieter<br />

wie APplus, Pimpel (CAD/CAM-System<br />

ESPRIT) und HAIMER Microset (Werkzeugvoreinstellgerät<br />

HAIMER). Den Lead bei<br />

der Prozessintegration zu übernehmen, sei<br />

sehr wichtig, denn „viele Systemanbieter<br />

wollen zwar ihre Tools verkaufen, beschäftigen<br />

jedoch keine eigenen Prozessintegratoren“,<br />

wundert sich der COSCOM-<br />

Mitarbeiter.<br />

Viele zufriedene Kunden und auch Integrationspartner<br />

sind der jahrelange<br />

Beweis, dass COSCOM sich als „Dirigent“<br />

seine Meriten verdient hat. „Inzwischen<br />

fragen uns renommierte System-, Werkzeug-<br />

und Maschinen-Anbieter, wie sie<br />

ihre Daten bereitstellen sollen, damit sie<br />

für die Shopfloor-Digitalisierung optimal<br />

genutzt werden können. Wir nutzen bei<br />

der Integration moderne REST-Services<br />

und andere moderne Kommunikationsvehikel,<br />

um diese Systeme effektiv einzubinden“,<br />

betont Ingo Kolberg. Inzwischen<br />

pflegen die Ebersberger nicht nur mit<br />

CAD/CAM-Anbietern einen intensiven Dialog:<br />

„Sie lassen ihre Schnittstellen von uns<br />

zertifizieren. Mit dem Kunden indes reden<br />

wir nicht über Schnittstellen, sondern über<br />

den Nutzen in der neuen Prozessintegration<br />

zur Erreichung der definierten Digitalisierungsziele“,<br />

stellt der langjährige Mitarbeiter<br />

klar.<br />

Die Integration birgt für BERG den Vorteil<br />

der Rüstzeitoptimierung durch das Anlegen<br />

digitaler Zwillinge der Werkzeuge.<br />

Dies hat zum Ziel, die Wiederverwendung<br />

von Werkzeugen durch die Kenntnis zu<br />

steigern, in welchem CNC-Programm für<br />

einen anderen Artikel das Werkzeug bereits<br />

verwendet wurde. Es besteht die Möglichkeit,<br />

aus dem CAM-Programm heraus<br />

mit ToolDIRECTOR VM zu kommunizieren,<br />

um bei Bedarf Werkzeuge auszutauschen.<br />

Weitere Highlights des COSCOM ECO-<br />

Systems sind neue Möglichkeiten im intelligenten<br />

Prozessnetzwerk, z.B. mit dem<br />

CAM-System, einen bidirektionalen Informationsaustausch<br />

auch „rückwärts“ durchzuführen,<br />

wenn beim gelaufenen CNC-Programm<br />

die Werkzeuge verändert wurden.<br />

Früchte trägt die Integrationsleistung<br />

noch an anderen Stellen: Das CAD/CAM-<br />

System ESPRIT lässt sich aus COSCOM<br />

ECO-System mit den Fertigungsinformationen<br />

etc. direkt starten. Wird das CAM-<br />

System beendet, sind alle Werkzeuge, die<br />

während der Programmierung im Prozess<br />

genutzt wurden, automatisch dokumentiert<br />

und transparent abgelegt. Möglich<br />

durch die Konfiguration des COSCOM ECO-<br />

Systems, deren Nutzung BERG derzeit weiter<br />

ausbaut und integriert. Es verlangt eine<br />

große Expertise, Werkzeugdaten in einen<br />

prozessfähigen digitalen Zwilling zu verwandeln.<br />

Und dies muss immer wieder<br />

unter Beweis gestellt werden, weil sich die<br />

Schnittstellen der Integrationspartner von<br />

Zeit zu Zeit ändern. COSCOM stellt daher<br />

professionelles Projektmanagement für<br />

die Prozessintegration bereit. Auch die<br />

COSCOM-Geschäftsstelle in Dortmund verfügt<br />

über ein entsprechend hochqualifiziertes<br />

Integrationsteam.<br />

Alles sauber und ordentlich<br />

Die Shopfloor-Digitalisierung macht bei<br />

BERG beachtliche Fortschritte. Inzwischen<br />

sind mehr als 5.000 Artikel angelegt,<br />

rund 15.000 CNC-Programme und mehr<br />

als 1.000 digitale Zwillinge von Werkzeugen<br />

im Zugriff. „Durch die fehlende Übersicht<br />

haben wir zuvor Werkzeuge doppelt<br />

angelegt, etwa indem das gleiche Werkzeug<br />

über zwei verschiedenen Stammdatensätze<br />

geführt wurde“, sagt Dirk Deppe.<br />

Für Klarheit sorgt auch die Verwendung<br />

des Namensgenerators innerhalb des<br />

COSCOM ECO-Systems. Dieser Mechanismus<br />

zählt automatisch die Bezeichnungen<br />

der Werkzeuge/Namen hoch. Diese Verweise<br />

sollen später ans ERP-System übergeben<br />

und dort in Tabellen abgelegt werden.<br />

Keine Frage, es geht in Siebenmeilenstiefeln<br />

voran. Ein weiteres Beispiel: Jüngst<br />

ist COSCOM upgedatet worden und somit<br />

die aktuelle Schnittstelle zu APplus freigegeben.<br />

Im Anschluss wird das ERP-System<br />

betreuende Team dies auf Herz und Nieren<br />

prüfen bzw. einsetzen.<br />

Kostenoptimierung bei der<br />

Nutzung von Werkzeugen<br />

Der Datenfluss vom ERP-System hin zum<br />

COSCOM ECO-System funktioniert bereits<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 45


Komponenten & Zubehör<br />

Damit ist bekannt, welche Top- und Flop-<br />

Listen von Werkzeugen mit welchen Ergebnissen<br />

benutzt wurden. Die Erfahrungen<br />

aus dem durchgängigen Prozess-Know-how<br />

können entsprechend zukünftig weiter<br />

wirtschaftlich genutzt werden, z. B. im Verbund<br />

ebenfalls mit dem ERP-System. Damit<br />

besteht die Möglichkeit, detaillierte<br />

Auswertungen hinsichtlich Verbräuche,<br />

Beschaffungen und reale Kostenauswertungen<br />

durchzuführen!“<br />

Hohe Akzeptanz bei den Werkern<br />

Der Maschinenpark von BERG Spanntechnik umfasst insgesamt 18 Dreh- bzw. Fräszentren<br />

und Schleifmaschinen; die Datenvisualisierung erfolgt über COSCOM InfoPOINT VM<br />

direkt an den NC-Maschinen<br />

einwandfrei. „Wir müssen aber noch prüfen,<br />

ob auch der Datenfluss zurück korrekt<br />

ist, weil in COSCOM viel mehr Shopfloor<br />

relevante Daten angelegt werden können,<br />

als dies im ERP möglich ist“, erklärt Oliver<br />

Oberkoch. Weitere Daten sollen schließlich<br />

über die noch zu implementierende<br />

Warehouse-Funktionalität von COSCOM an<br />

APplus übergeben werden können.<br />

Die COSCOM Warehouse-Module, ergänzend<br />

zum ToolDIRECTOR VM, ermöglichen<br />

eine direkte Kommunikation. Der Lagerort<br />

und die Bestandsführung von Werkzeugkomponenten<br />

und Komplettwerkzeugen,<br />

mögliche Fehlteile zu identifizieren<br />

und somit die Verfügbarkeit zu steigern,<br />

macht die Werkzeuglogistik durchgängig<br />

transparent.<br />

Die Anbindung ans prozessführende<br />

ERP-System macht den Werkzeuglogistik-<br />

Prozess komplett. Ingo Kolberg erklärt: „In<br />

ToolDIRECTOR VM gibt es einen durchgängigen<br />

Verwendungsnachweis. Mit dieser<br />

Funktion lässt sich einsehen, in welchen<br />

Artikeln, in welchen CAM/NC-Programmen,<br />

mit welchen Werkzeugkomponenten, auf<br />

welcher Maschine etc. bestimmte Werkzeuge<br />

für die Fertigung eingesetzt wurden.<br />

Oliver Oberkoch lobt das bisher Erreichte:<br />

„Alle Tätigkeiten werden in einer Benutzeroberfläche<br />

vereint abgebildet. Die Mitarbeiter<br />

müssen nicht mehr in fünf verschiedenen<br />

Systemen nach Informationen<br />

suchen. Der Schulungsaufwand hat sich<br />

so minimiert.“ Zunächst gab es Vorbehalte<br />

unter den Werkern gegenüber der neuen<br />

Arbeitsumgebung, die aber einer breiten<br />

Akzeptanz gewichen sind. Der Grund: „Die<br />

Werker haben gemerkt, dass das COSCOM-<br />

System wirklich gut ist, ja sogar besser<br />

ist, als wir es früher gemacht haben. Es<br />

können auch im Infodatenblatt ‚vernetzte‘<br />

Informationen hinterlegt bzw. zur Schichtübergabe<br />

mitgenutzt werden, z. B.<br />

Probleme, die beim Aufruf eines CAM-<br />

Programms mehrfach aufgetreten sind“,<br />

sagt Oliver Oberkoch.<br />

Informationen: www.coscom.de<br />

Effizienz trifft Nachhaltigkeit<br />

Mit SulFol GKF 1100 erweitert die<br />

oelheld GmbH ihr Produktsortiment um<br />

ein innovatives Schneidöl auf Basis moderner<br />

Gas-to-Liquid (GtL) Technologie. Die<br />

schwefel- und chlorfreie Rezeptur wurde<br />

speziell für die Bearbeitung sprödharter<br />

Werkstoffe wie schleifen, fräsen und<br />

drehen entwickelt, mit einem klaren Fokus<br />

auf höchste Bearbeitungsqualität und Umweltverträglichkeit.<br />

Dank seiner ölnebelarmen Eigenschaften<br />

sowie der hervorragenden Kühl-,<br />

Netz- und Schmiereigenschaften trägt<br />

SulFol GKF 1100 maßgeblich zur Verbesserung<br />

der Arbeitsumgebung bei. Durch<br />

die hohe Alterungsbeständigkeit, optimierte<br />

Spülwirkung und herausragende<br />

Schmierung werden nicht nur die Standzeiten<br />

der eingesetzten Werkzeuge verlängert,<br />

sondern ebenso Wartungs- und<br />

Entsorgungskosten minimiert.<br />

Mit einem Flammpunkt von über 200 ° C<br />

und einer Viskosität von 11 cSt. erfüllt<br />

das Produkt SulFol GKF 1100 nicht nur<br />

die Anforderungen unterschiedlicher<br />

Maschinenhersteller, es garantiert auch<br />

einen prozesssicheren Einsatz unter<br />

extrem anspruchsvollen Bedingungen.<br />

SulFol GKF 1100 steht für eine neue<br />

Generation von Schneidölen: leistungsstark,<br />

nachhaltig und sicher.<br />

Informationen: www.oelheld.com<br />

46 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

50 Jahre Granitan®:<br />

Die Erfolgsbasis für präzise STUDER-Schleifmaschinen<br />

Es herrscht eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre,<br />

während Mitarbeitende in<br />

Arbeitsanzügen sorgfältig die Form vorbereiten:<br />

sie installieren Rohre, Kabel,<br />

Platten, Gewindedübel und Schienen.<br />

Anschliessend gießt eine mächtige Maschine<br />

die zähflüssige, nach einem strenggehüteten<br />

Rezept gemischte Masse mit<br />

verschiedenen Gesteinskörnungen hinein.<br />

Es handelt sich um eine Mineralgussmischung,<br />

welche in weniger als einem<br />

Tag zu einem Hochleistungs-Maschinenbett<br />

aushärten wird. Seit 50 Jahren ist dieser<br />

Verbundwerkstoff, Granitan®, das Fundament<br />

für die berühmte Genauigkeit<br />

und Zuverlässigkeit von STUDER-Rundschleifmaschinen.<br />

„Es war eine wegweisende Innovation im<br />

Werkzeugmaschinenbau, als im Jahr 1976<br />

mit der RA5 die erste serienmäßige Rundschleifmaschine<br />

mit einem Granitan®-<br />

Maschinenbett auf den Markt kam“, sagt<br />

Lennard Vorwerk-Handing, Entwicklungsingenieur<br />

bei STUDER. Der bis dahin übliche<br />

eisenbasierte Grauguss ließ sich nämlich<br />

nur bei sehr hohen Temperaturen formen<br />

und erforderte aufwendige Nachbearbeitungen.<br />

Granitan® hingegen ist bei<br />

Raumtemperatur gestaltbar, ähnlich wie<br />

Beton. Tatsächlich hatten zuvor einige Hersteller<br />

mit zementbasierten Maschinenbetten<br />

experimentiert. „Zementgebundene<br />

Betone weisen eine signifikant größere<br />

Schwindung auf und neigen zur Feuchtigkeitsaufnahme.<br />

Die erforderliche absolute<br />

Langzeitstabilität war damit nicht erreichbar“,<br />

erklärt Vorwerk-Handing.<br />

Hochleistungsmaterial mit<br />

vielen Vorteilen<br />

Schließlich hatte das Entwicklungsteam<br />

aus Fachleuten von STUDER und einiger<br />

Partnerorganisationen die entscheidende<br />

Idee: statt Zement diente Epoxidharz als<br />

Zwei-Komponenten-Bindemittel, das langfristig<br />

stabil ist und kein Wasser aufnimmt.<br />

Der Granitan® getaufte Mineralgusswerkstoff<br />

war für Präzisionsteile geeignet und<br />

zudem auch in Eigenregie schnell und effizient<br />

formbar. Ohne aufwendiges Nachbearbeiten<br />

lassen sich damit endformnahe<br />

Maschinenkomponenten herstellen sowie<br />

Strukturen und Leitungen im Kaltgießprozess<br />

direkt in die Form integrieren. Die<br />

gegenüber Grauguss energiesparsamere<br />

Herstellung wirkt sich zudem positiv auf<br />

die Nachhaltigkeitsbilanz der gesamten<br />

Maschine aus.<br />

Die Vorteile von Granitan®<br />

auf einen Blick<br />

→ Hervorragende Dämpfung für<br />

hohe Schleifpräzision<br />

→ Thermische Stabilität für<br />

konstante Ergebnisse<br />

→ Reproduzierbare Herstellung<br />

mikrometergenauer Führungsbahnen<br />

→ Längere Werkzeugstandzeiten<br />

→ Schnelle Verfügbarkeit<br />

→ Nachhaltiger in der Herstellung<br />

im Vergleich zu Grauguss<br />

Für die Präzision im Schleifprozess war<br />

Granitan® ebenfalls eine Revolution. Denn<br />

einer der herausragenden Vorteile ist das<br />

gegenüber Grauguss etwa fünfzehnmal<br />

bessere Dämpfungsverhalten. Schwingungen<br />

werden vom Material schnell absorbiert.<br />

„Das liegt daran, dass die Kontaktflächen<br />

zwischen den Gesteinskörnern und<br />

der Bindemittel-Matrix die Schwingungsenergie<br />

effizient vernichten“, erläutert Vorwerk-Handing.<br />

Dies ist besonders beim<br />

Präzisionsrundschleifen wichtig, wo bereits<br />

kleinste Schwingungen zu Oberflächenmarken<br />

führen können. Dank Granitan®<br />

erreichen STUDER-Kunden eine höhere<br />

Produktqualität und können die Präzisionsrundschleifmaschinen<br />

auch ohne spezielle<br />

Fundamentierung betreiben.<br />

Granitan® wird stetig weiter optimiert<br />

Nicht weniger wichtig sind die hervorragenden<br />

thermischen Eigenschaften von<br />

Granitan®. Denn im Vergleich zu Grauguss<br />

kann es doppelt so viel Wärmeenergie aufnehmen,<br />

bevor sich die Temperatur um ein<br />

Grad Celsius ändert. Auch wird die Wärme<br />

im Maschinenbett bis zu 13-mal langsamer<br />

weitergeleitet. Gleichzeitig hat es aber ein<br />

ähnliches Ausdehnungsverhalten wie Stahl<br />

oder Eisen, wodurch es an Koppelstellen zu<br />

Maschinenteilen aus Metall nicht zu Spannungen<br />

kommt. Die Vorteile für die Kunden<br />

sind gewaltig: Granitan® zeigt sich<br />

robust gegenüber den im Produktionsalltag<br />

üblichen Temperaturschwankungen<br />

in Werkhallen und ermöglicht reproduzierbare<br />

Schleifpräzision selbst in nicht exakt<br />

klimatisierten Räumen.<br />

Endkonturnahes Giessen dank Granitan®-Technologie<br />

Das Kaltgiessverfahren erlaubt z.B. die Integration von<br />

Rohren und Leitungen<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 47


Komponenten & Zubehör<br />

Moderne STUDER-Rundschleifmaschinen<br />

sind High-Tech-Anlagen mit weitreichenden<br />

digitalen Fähigkeiten, sensibler<br />

Sensorik sowie Automations- und Vernetzungsfeatures.<br />

Granitan® ist aber als<br />

Maschinenbett noch immer das Fundament<br />

für die Präzision und Zuverlässigkeit,<br />

für welche das Schweizer Traditionsunternehmen<br />

mit einer über 113-jährigen Geschichte<br />

bekannt ist. Der Grund dafür sind<br />

die kontinuierliche Optimierung und Weiterentwicklung:<br />

das heutige Granitan® ist<br />

das Ergebnis intensiver Forschungs- und<br />

Entwicklungstätigkeiten in der Materialzusammensetzung<br />

und Herstellungstechnik.<br />

Seit 2009 fertigt STUDER seine Granitan®-<br />

Maschinenbetten im Rahmen eines<br />

Joint Ventures mit dem Unternehmen<br />

Schneeberger in einer hochspezialisierten<br />

Fertigungsanlage im tschechischen Cheb –<br />

weiterhin mit eigenem STUDER-Rezept<br />

und Prozessführung.<br />

Darüber hinaus gibt es heute Granitan®-<br />

Rezepturen für spezifische Anwendungen:<br />

Die Basismischung S103 bildet den massiven,<br />

hochdämpfenden Maschinenbettgrundkörper,<br />

während feinkörnige Spezialmischungen<br />

für das Eingießen von Präzisionskomponenten<br />

genutzt werden. So erlaubt<br />

die Granitan® Technologie die hochpräzise<br />

Herstellung der StuderGuide® Führungsbahnen<br />

mit Genauigkeiten im Mikrometerbereich<br />

in der werkseigenen Abformerei.<br />

Die enorme<br />

Gestaltungsfreiheit<br />

des bei der<br />

Urformung flüssigen<br />

Materials<br />

führt zu hochkompakten<br />

und wartungsfreundlichen<br />

Maschinendesigns,<br />

die mit anderen<br />

Fertigungsmethoden<br />

nicht realisierbar<br />

wären.<br />

Ein stabiles<br />

Fundament<br />

für die Zukunft<br />

Fünf Jahrzehnte nach der Markteinführung<br />

ist Granitan® zum Synonym für ein stabiles<br />

Maschinenbett geworden, das in der Branche<br />

bis heute Maßstäbe setzt. Kombiniert<br />

führen die Vorteile für Kunden zu höherer<br />

Werkstückqualität, zuverlässigerer Produktion<br />

und längeren Standzeiten. Angesichts<br />

der wachsenden Anforderungen<br />

an Präzision, Nachhaltigkeit und Flexibilität<br />

bleibt es deshalb eine unverzichtbare<br />

Basis in der spanenden Fertigung, egal ob<br />

für den Automobilbau, die Luft- und Raumfahrt,<br />

Elektronik oder Medizintechnik. Um<br />

den Erfolg seiner Kunden auch künftig<br />

sicherzustellen, investiert STUDER konsequent<br />

weiter in Optimierungen und neue<br />

Mit größter Sorgfalt wird die Gießform montiert<br />

Features. Ein spannender Ausblick in die<br />

Zukunft ist zum Beispiel die mögliche Integration<br />

von Sensorik und Elektronik direkt<br />

in das Maschinenbett, was dank des Kaltgießverfahrens<br />

möglich ist. „Granitan® ist<br />

mehr als nur ein Material, es ist ein Technologie-Baukasten<br />

und eine Plattform<br />

für zukünftige Innovationen“, sagt Rolf<br />

Grossenbacher, Verkaufsleiter Far East, und<br />

fügt hinzu: „Unser Hochleistungswerkstoff<br />

Granitan® wird auch in Zukunft dazu beitragen,<br />

dass Kunden mit STUDER-Maschinen<br />

an der Spitze des technologisch Machbaren<br />

schleifen können."<br />

Informationen: www.studer.com<br />

Kompaktes Platzwunder mit vielen Features<br />

Neu im Sortiment von SIEB & MEYER ist<br />

der besonders kompakte SD4B: Der Nachfolger<br />

des SD2B plus eignet sich vor allem<br />

für den optimierten Betrieb von schnelldrehenden<br />

Niedervolt-Synchron- und Asynchronmotoren,<br />

aber auch für den Einsatz<br />

als hochdynamischer Servoverstärker für<br />

den Betrieb von rotativen und linearen<br />

Niedervolt-Servomotoren. Somit ist er die<br />

ideale Wahl für Mikro-Werkzeugmaschinen,<br />

wie sie zum Beispiel in der Dental- und<br />

Schmuckindustrie benötigt werden.<br />

Der SD4B zeichnet sich durch ein IP20-<br />

Gehäuse in sehr kompakter Bauweise aus:<br />

Die geringe Breite von nur 25 mm benötigt<br />

äußerst wenig Bauraum. „Somit ist das<br />

Gerät ideal für alle Anwendungen, bei<br />

denen eine Niedervolt-Hochfrequenzspindel<br />

zum Einsatz kommt“, erläutert Markus<br />

Finselberger, Leiter Vertrieb Antriebselek-<br />

tronik bei SIEB & MEYER. „Denn diese<br />

Spindeln sind oft in sehr kompakten<br />

Maschinen verbaut, demzufolge ist auch<br />

der für die Elektronikkomponenten zur<br />

Verfügung stehende Bauraum im Schaltschrank<br />

begrenzt.“ Ebenso wichtig ist, dass<br />

der SD4B aufgrund seiner hochdynamischen<br />

Regelung und hohen Schaltfrequenzen<br />

eine möglichst geringe Erwärmung<br />

der Motoren bei maximaler Leistung gewährleistet.<br />

Davon profitieren die sensiblen<br />

Lager der Spindeln, sowie die Qualität<br />

der Werkstücke bei der Bearbeitung.<br />

Speziell die Schmuck- und Uhrenindustrie,<br />

aber auch der Dentalmarkt, setzt höchste<br />

Ansprüche an die Oberflächenqualität, die<br />

durch den Einsatz von Produkten wie dem<br />

SD4B, ideal erfüllt werden.<br />

Der SD4B eignet sich besonders für den<br />

Einsatz in kleinen CAD/CAM-Fräsmaschinen,<br />

wie sie zum Beispiel in Dentallabors<br />

oder in kleinen Bearbeitungszentren für<br />

Gravier-, Fräs- oder Schleifarbeiten bspw.<br />

für die Uhrenindustrie zum Einsatz kommen.<br />

„Dentalfräsmaschinen zum Beispiel<br />

sind sehr kompakt gebaut, sodass Zahnärzte<br />

sie unter anderem auch ohne Probleme<br />

vor Ort in ihren Praxen unterbringen<br />

können. Es gibt Modelle, die nicht<br />

viel größer sind als ein Brotbackautomat“,<br />

erläutert Markus Finselberger. „Entsprechend<br />

darf die Technik rund um die<br />

Spindel, also Steuerung und Antriebselektronik,<br />

nicht viel Platz einnehmen.“<br />

Hohe Taktfrequenzen eröffnen<br />

Vorteile<br />

Der SD4B ermöglicht dank hoher Taktfrequenzen<br />

von bis zu 32 kHz den sensorlosen<br />

Betrieb von Synchronmotoren bis<br />

48 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

240.000 1/min und Asynchronmotoren bis<br />

360.000 1/min. Mit einer Kommutierungsfrequenz<br />

bis zu 64 kHz kann eine noch<br />

genauere Regelung erreicht werden.<br />

Die Notwendigkeit zur Verwendung<br />

externer Filtermodule (Motordrosseln oder<br />

Sinusfilter) wird dank der hohen Taktfrequenzen<br />

weiter gesenkt. Neben dem sensorlosen<br />

Betrieb erlaubt der Frequenzumrichter<br />

SD4B im Hochgeschwindigkeitsbereich<br />

einen sensorbehafteten Betrieb bspw.<br />

von Motoren mit überlagerter Synchronisationsfunktion.<br />

So lassen sich mehrere<br />

Hochgeschwindigkeitsmotoren im Master-/<br />

Slave-Betrieb winkelsynchron betreiben,<br />

was zum Beispiel im Bereich der optischen<br />

Systeme hilfreich ist. Die robuste Drehzahlregelung<br />

erlaubt dabei auch hohe Massenträgheitsverhältnisse<br />

zwischen Motor und<br />

Werkzeug.<br />

Mehr Sicherheit für den Bediener<br />

Dentalfräsmaschinen sind sehr kompakt<br />

gebaut – der SD4B benötigt nicht<br />

viel Bauraum<br />

Auch in der optischen Industrie, zum Beispiel<br />

für den (synchronisierten) Betrieb von<br />

Polygonscannern, wird der SD4B eingesetzt<br />

Weil auch beim Betrieb von besonders<br />

kleinen Maschinen die Sicherheitstechnik<br />

eine immer größere Rolle spielt, bietet der<br />

SD4B zudem standardmäßig die Sicherheitsfunktion<br />

STO (Safe Torque Off – sicher<br />

abgeschaltetes Drehmoment). STO<br />

gewährleistet, dass Motoren drehmomentfrei<br />

geschaltet werden bzw. ein Wiederanlauf<br />

verhindert wird. „So lassen sich steigende<br />

Anforderungen an die Maschinensicherheit<br />

kostengünstig realisieren“, betont<br />

Markus Finselberger. „Wir sehen die<br />

Entwicklung hin zu mehr Betriebssicherheit<br />

von Maschinen in vielen Branchen und<br />

reagieren entsprechend mit einer Integration<br />

wichtiger Sicherheitsfunktionen in<br />

unsere Geräte.“<br />

Wie alle Geräte der SIEB & MEYER AG verfügt<br />

auch der SD4B standardmäßig über<br />

einen integrierten Lastindikator zur hochgenauen<br />

Auswertung des drehmomentbildenden<br />

Stroms. Diese Funktion kann bspw.<br />

zur Werkzeugüberwachung hinsichtlich<br />

Überwachung von Werkzeugbruch, Werkzeugverschleiß,<br />

des Anfunkens (GAP and<br />

Crash) oder zur optimalen Regelung des<br />

Bearbeitungsvorschubs genutzt werden.<br />

Durch die Nutzung des Lastindikators profitieren<br />

Kunden von geringeren Systemkosten<br />

durch die Einsparung kostenintensiver<br />

Überwachungssensorik, z.B. Körperschallsensoren.<br />

Darüber hinaus ist beim SD4B standardmäßig<br />

eine interne Logikspannungsversorgung<br />

vorgesehen – die externe 24 VDC-<br />

Versorgung kann somit entfallen, was eine<br />

Reduzierung des Verdrahtungsaufwands<br />

ermöglicht. Speziell im Fall von Mehrachsanwendungen<br />

erlaubt die DC-Versorgungsspannung<br />

den Betrieb mit einem zentralen<br />

Netzteil; dadurch lässt sich wiederum das<br />

Gesamtsystem kostengünstiger realisieren.<br />

Kommunikation über<br />

zahlreiche Schnittstellen<br />

Auch die Parametrierung des Geräts gestaltet<br />

sich besonders einfach: über die<br />

Software drivemaster4 können anhand der<br />

Basisdaten üblicher Motordatenblätter unkompliziert<br />

Parametersätze für Synchronoder<br />

Asynchronmotoren erstellt werden.<br />

„Als Parametrierschnittstelle haben wir uns<br />

bei der SD4x-Geräteserie für eine standardisierte<br />

Ethernet-Schnittstelle entschieden“,<br />

so Markus Finselberger. „Ethernet<br />

ist der Industriestandard und speziell bei<br />

hochfrequenten Applikationen weniger<br />

störanfällig als eine USB-Schnittstelle.“<br />

Der klassische Anwendungsfall für den<br />

SD4B sind Werkzeugmaschinen für die<br />

Mikrobearbeitung zum Beispiel<br />

in der Uhrenindustrie<br />

(Copyright Fotolia: © NorGal-fotolia.com)<br />

Für die Kommunikation mit einer übergeordneten<br />

Steuerung stehen standardisierte<br />

Feldbus-Schnittstellen zur Verfügung.<br />

Der SD4B unterstützt standardmäßig<br />

die Kommunikationsprotokolle<br />

CAN, CANopen, Modbus RTU und<br />

Modbus TCP. Optional ist die Kommunikation<br />

über eine EtherCAT-Schnittstelle möglich,<br />

PROFINET und POWERLINK stehen zur<br />

Verfügung. Dies ist ein wesentlicher Vorteil<br />

im Vergleich zum Vorgänger SD2B plus.<br />

Neben einer TTL-Schnittstelle verfügt das<br />

Gerät über jeweils fünf digitale Ein- und<br />

Ausgänge, sowie die Möglichkeit Hall-<br />

Geber auszuwerten. Die Versorgung des<br />

Geräts kann bspw. mit einem Schaltnetzteil<br />

realisiert werden. Der SD4B verfügt über<br />

einen weiten Eingangsspannungsbereich<br />

von 24 V bis 80 V, was die optimale Anpassung<br />

an die spezifische Nennspannung des<br />

Motors ermöglicht. Häufig stehen passende<br />

DC-Spannungen bereits in der Maschine<br />

zur Verfügung (z.B. 24 V, 48 V) und machen<br />

damit die Integration besonders einfach<br />

und günstig.<br />

Flexibel anpassbar und einsatzfähig<br />

Das Fazit: der SD4B ist ein Problemlöser,<br />

wenn es bei kleinen Werkzeugmaschinen<br />

mit Ausgangsleistungen bis zu 1 kW darum<br />

geht, Bauraum einzusparen und gleichzeitig<br />

bei höchster Performance vom Einsatz<br />

modernster Features zu profitieren. Generell<br />

dienen die Seriengeräte von SIEB &<br />

MEYER als Grundlage für mögliche kundenspezifische<br />

Entwicklungen. „Nicht zuletzt<br />

sollte erwähnt werden, dass das<br />

Gehäuse des SD4B baugleich zum Vorgängermodell<br />

SD2B plus ist“, so Markus<br />

Finselberger abschließend. „Somit ist<br />

ein Umstieg vom SD2B plus auf die neue<br />

Geräteserie für unsere Kunden problemlos<br />

umsetzbar.“ Durch die NRTL/CSA-Zertifizierung<br />

können Anwender die Geräte ohne<br />

zusätzliche Abnahmen in Systeme für den<br />

US-amerikanischen Markt integrieren.<br />

Informationen: www.sieb-meyer.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong> 49


50 <strong>dihw</strong> 18, Nr. 1 · <strong>2026</strong><br />

Terminvorschau (Stand 27.2.<strong>2026</strong>) Impressum<br />

17. – 19. März <strong>2026</strong><br />

Wernesgrüner Werkzeugsymposium, Wernesgrün<br />

„Mit Kompetenz und Mut zum Erfolg –<br />

Perspektiven der Werkzeugbearbeitung“<br />

weitere Informationen: www.fdpw.de<br />

24. – 27. März <strong>2026</strong><br />

Holz-Handwerk, Nürnberg<br />

Europäische Fachmesse für Maschinentechnologie<br />

und Fertigungsbedarf<br />

weitere Informationen: www.holz-handwerk.de<br />

14. – 17. April <strong>2026</strong><br />

PaintExpo, Karlsruhe<br />

Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik<br />

weitere Informationen: www.paintexpo.de<br />

20. – 24. April <strong>2026</strong><br />

Hannover Messe, Hannover<br />

Hannover Messe, Hannover<br />

weitere Informationen: www.hannovermesse.de<br />

21. – 24. April <strong>2026</strong><br />

Intertool, Wels<br />

B2B-Fachmesse im Bereich der produzierenden Industrie<br />

weitere Informationen: www.intertool.at<br />

29. April <strong>2026</strong><br />

6. Expertenforum Globale Produktion <strong>2026</strong>, Stuttgart<br />

Globale Produktionsnetzwerke neu denken<br />

weitere Informationen: : www.wzl.rwth-aachen.de<br />

05. – 08. Mai <strong>2026</strong><br />

GrindingHub, Stuttgart<br />

Alles rund um Schleiftechnik<br />

weitere Informationen: www.grindinghub.de<br />

05. – 07. Mai <strong>2026</strong><br />

SurfaceTechnology GERMANY, Stuttgart<br />

Internationale Fachmesse für Oberflächentechnik<br />

weitere Informationen: www.surface-technology-germany.de<br />

17. – 18. Juni <strong>2026</strong><br />

Weiterbildungsseminar „Werkzeugschleifen“, Tuttlingen<br />

Innovative Abricht- und Schleif-Strategien und Optimierungen<br />

weitere Informationen: www.ksf-hfu.de<br />

17. – 20. Juni <strong>2026</strong><br />

Stone+tec, Nürnberg<br />

Int. Fachmesse Naturstein und Steintechnologie<br />

weitere Informationen: www.stone-tec.com<br />

30. Juni – 02. Juli <strong>2026</strong><br />

FILTECH, Köln<br />

Platform For The Global Filtration Industry<br />

weitere Informationen: www.filtech.de<br />

ISSN 1868-4459<br />

ZKZ 30498<br />

Publisher<br />

Benno Keller<br />

+49-(0)911-2018 200<br />

keller@harnisch.com<br />

Redaktion<br />

Eric Schäfer<br />

+49-(0)911-504 98 82<br />

eric.schaefer@harnisch.com<br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel: +49-(0)911-2018 0<br />

Fax: +49-(0)911-2018 100<br />

Geschäftsleitung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

<strong>dihw</strong>-info@harnisch.com<br />

www.harnisch.com/<strong>dihw</strong><br />

Objektleitung<br />

Christiane Ebner<br />

+49-(0)911-2018 260<br />

ebner@harnisch.com<br />

Mediaberatung (D, A, CH)<br />

Thomas Mlynarik<br />

+49-(0)911-2018-165<br />

+49-(0)9127-902 346<br />

Mobil: +49-(0)151-548 181 81<br />

mlynarik@harnisch.com<br />

Mediaberatung (Europa)<br />

Britta Steinberg<br />

+49-(0)911-2018-275<br />

steinberg@harnisch.com<br />

Mediaberatung (USA, Kanada)<br />

Steve Max<br />

+1-(0)215-284 87 87<br />

steve.max@harnisch.com<br />

Erscheinungsweise<br />

4 x jährlich<br />

Jahresabonnement<br />

Inland 50 € + 8 € Versandkosten<br />

(zzgl. gesetzlicher MwSt.).<br />

Ausland 50 € + 12 € Versandkosten<br />

Druck<br />

Akontext s.r.o.<br />

Beranových 65<br />

199 00 PRAHA 9<br />

Czechia<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen<br />

Beiträge einschließlich der Abbildungen<br />

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />

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des Verlages ist unzulässig und wird<br />

strafrechtlich verfolgt. Dieses gilt für jede<br />

erdenkliche Form der Vervielfältigung.<br />

Sonder- und Nachdrucke können gerne<br />

auf Anfrage bestellt werden. Artikel, die<br />

namentlich gekennzeichnet oder durch<br />

ein Kürzel einem Autor zuzuordnen sind,<br />

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Wird ein Manuskript von der Redaktion<br />

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bezüglich in diesen Beiträgen dargelegter<br />

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Copyright © <strong>2026</strong><br />

Dr. Harnisch Publications


Unternehmensverzeichnis<br />

BENZ GmbH Werkzeugsysteme 14<br />

Bosch Rexroth AG 12<br />

Bruker Austria GmbH 43<br />

Busch Group 36<br />

CERATIZIT S.A. 26<br />

COSCOM Computer GmbH 44<br />

DVS TECHNOLOGY GROUP 20<br />

EMUGE-FRANKEN 21<br />

FDPW - Fachverband der Präzisionswerkzeugmechaniker -<br />

Wernesgrüner Werkzeugsymposium <strong>2026</strong> 17<br />

Fritz Studer AG 47<br />

GrindingHub 22<br />

Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH 27, 40<br />

HEULE Werkzeug AG 10<br />

IFW – Institut für Fertigungstechnik und<br />

Werkzeugmaschinen 30<br />

Ingersoll Werkzeuge GmbH 24<br />

Intertool 19<br />

ISCAR Germany 12<br />

KEMPF GmbH 38<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 6, 7<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH 42<br />

Mahr GmbH 18<br />

MAPAL Dr. Kress SE & CO. KG 29<br />

NORTEC 19<br />

oelheld GmbH 46<br />

Okuma Europe GmbH 14<br />

phi – Produktionstechnik Hannover informiert 8<br />

Sandvik Tooling Deutschland GmbH 15<br />

Seco Tools GmbH 15, 27<br />

SIEB & MEYER AG 48<br />

Supfina Grieshaber GmbH & Co. KG 37<br />

Tungaloy Corporation 28<br />

Universität Kassel 20<br />

VDMA 13<br />

VDWF - ISTMA 16<br />

VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH 35<br />

WGP - Wissenschaftliche Gesellschaft<br />

für Produktionstechnik 10<br />

WZL Werkzeugmaschinenlabor RWTH Aachen 18<br />

Inserentenverzeichnis<br />

Finzler, Schrock & Kimmel GmbH 9<br />

GrindingHub 11<br />

Heule Werkzeug AG 3<br />

Intertool 17<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG<br />

Titel<br />

MKU®-Chemie GmbH 51


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